Komitee gegen den Vogelmord e.V. Committee Against Bird Slaughter (CABS)

Komitee gegen den Vogelmord e. V.
Committee Against Bird Slaughter (CABS)

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Vogelschutz-Blog

Mit unseren Beiträgen in den Sozialen Medien immer auf dem Laufenden bleiben - und das ganz ohne Datenschutzbedenken: Wer einen Bogen um Facebook, Instagram, Twitter & Co macht, bleibt hier trotzdem gut informiert. Im Vogelschutz-Blog finden Sie immer alle Facebook-Beiträge des Komitees gegen den Vogelmord.

Jetzt im Sommer haben die Wilderer eine saisonale Pause - ohne Vogelzug oder überwinternde Tiere gibt es nichts zu fangen oder zu schießen. Deswegen ist bei auch bei uns nun die ruhigste Zeit des Jahres angebrochen und es gibt etwas weniger zu berichten als im Frühling und Herbst. Wirklich spannend wird es wieder mit dem Start der Spätsommer-Aktionen Mitte August.


31.07.2021, Niedersachsen

Mit Angelhaken präparierte Taube aus Buchholz, Juli 2021
Mit Angelhaken präparierte Taube aus Buchholz, Juli 2021

Brutale Tierquälerei in Harburg - Haustaube mit Angelhaken bestückt: Den Kolleg*innen von Stadttauben Buchholz wurde am letzten Wochenende eine lebende Haustaube gemeldet, die mit vier Angelhaken präpariert war. Die messerscharfen Haken waren in der Haut des Vogels verankert. Das Tier wurde in der Innenstadt von Buchholz (Landkreis Harburg, Niedersachsen) gefunden und hat die Tortur glücklicherweise weitgehend unbeschadet überstanden. Mit solchen "Kamikazetauben" sollen in der Regel Wanderfalken oder Habichte getötet werden. Tatverdächtig sind meist Taubenhalter, die in den geschützten Greifvögeln Konkurrenten für ihr Hobby sehen. Wer im konkreten Fall aus Buchholz Hinweise hat - zum Beispiel auf die mögliche Herkunft der verwendete Rassetaube - kann sich gerne beim Komitee gegen den Vogelmord melden.


29.07.2021, Italien

Stelzenläufer im Flachwasser
 Fabian Karwinkel 
Stelzenläufer im Flachwasser

Mal etwas anderes als Vogelmord: Inmitten der monotonen Reisfelder südlich von Novara (Piemont/Italien) hat unser italienischer Partnerverein BURCHVIF im letzten Winter ein Feuchtgebiet angelegt. Mit privaten Geldern und Unterstützung durch den Kosmetikhersteller LUSH und das Komitee gegen den Vogelmord wurden mit schwerem Gerät neue Lebensräume für Wasservögel und Amphibien geschaffen. In kurzer Zeit hat sich das kleine Schutzgebiet toll entwickelt: Neben Wechselkröten, Ringelnattern und vielen Libellenarten haben sich auch schon eine ganze Reihe neue Vogelarten eingestellt, darunter Nacht-, Rallen- und Purpurreiher, Kiebitze, Bekassinen und Waldwasserläufer. Und ganz aktuell hat sich ein Trupp Stelzenläufer in den flachen Gewässern niedergelassen!


27.07.2021, Nordrhein-Westfalen

Erschlagenr Habicht in der Mülltonne eines mutmaßlichen Täters in Witten/NRW
Erschlagenr Habicht in der Mülltonne eines mutmaßlichen Täters in Witten/NRW

In Witten (Ennepe-Ruhr-Kreis, Nordrhein-Westfalen) ermittelt die Kriminalpolizei wegen Tierquälerei und illegaler Tötung eines streng geschützten Habichts.

Das Tier wurde mit einem sog. Habichtfangkorb gefangen, getötet und anschließend in einer Mülltonne entsorgt. Tatverdächtig ist ein etwa 65 Jahre alter Hühnerhalter, auf dessen Grundstück die Falle aufgestellt und in dessen Mülltonne das Tier von Zeugen entdeckt wurde. Das Komitee gegen den Vogelmord steht in Kontakt mit den Hinweisgebern und hat Strafanzeige erstattet. Die Tat ereignete sich schon im Jahr 2019, wurde dem Komitee-Büro aber erst Ende letzten Jahres gemeldet. Erst jetzt im Juli 2021 kam es zu einer Hausdurchsuchung bei dem mutmaßlichen Täter.


24.07.2021, Nordrhein-Westfalen

Rohrweihen-Nestlinge in der Zülpicher Börde
Rohrweihen-Nestlinge in der Zülpicher Börde

Gute Nachrichten aus den Überflutungsgebieten im Westen Deutschlands sind gerade Mangelware, deswegen gibt es hier eine kleine erfreuliche Meldung: Nach den schweren Regenfällen in der letzten Woche sind wohl ein Großteil der der uns betreuten Nester von Rohr- und Wiesenweihen in Erftstadt und Euskirchen (Nordrhein-Westfalen) überflutet worden und die Jungen ertrunken. Die Greifvögel brüten in Schilfgebieten und Getreidefeldern und sind gegenüber Hochwasser besonders anfällig. Während die Bruten in Feuchtgebieten wohl komplett verloren sind, hat es ein Paar der Rohrweihe in einem Gerstenfeld unweit der Stadt Zülpich (Kreis Euskirchen) geschafft – die vier Küken sind wohlauf, wie das kleine Video von gestern zeigt. Das Nest ist in enger Kooperation mit dem Kreis Euskirchen und dem Landwirt bereits gesichert und wird bei der bevorstehenden Ernte weiträumig ausgespart.


21.07.2021, Podcast zur Artenschutzkriminalität in Deutschland

Das Wissenschaftsmagazin Quarks hat gestern ausführlich im WDR 5 über das Thema Artenschutzkriminalität und Greifvogelverfolgung berichtet. Den hörenswerten Podcast zur Sendung vom 21.7. finden Sie auf der Internetseite des WDR 5 ab Minute 48:40.

Hier können Sie in den Podcast reinhören.


12.07.2021, Malta

Beschlagnahmte Limikolen: Im Vordergrund ein Dunkler Wasserläufer, dahinter eine Uferschnepfe und zwei Grünschenkel
Beschlagnahmte Limikolen: Im Vordergrund ein Dunkler Wasserläufer, dahinter eine Uferschnepfe und zwei Grünschenkel

Große Vogel-Razzia auf Malta. Auf der Mittelmeerinsel haben unsere Recherchen zur Beschlagnahme von 20 seltenen Limikolen durch die Behörden geführt. Dabei handelte es sich um sieben Stelzenläufer (vermutlich wurden diese Tiere als Schwarm mit einem großen Klappnetz gefangen), vier Triele, zwei Grünschenkel und jeweils ein Exemplar der Arten Uferschnepfe, Bruchwasserläufer, Waldwasserläufer, Dunkler Wasserläufer, Flussuferläufer, Sandregenpfeifer und Flussregenpfeifer. Experten schätzen den Schwarzmarktwert der „Sammlung“ auf mehr als 5.000 Euro. Ausgelöst wurde die Razzia durch eine Anzeige des Komitees, das den Fangplatz entdeckt, überwacht und letzte Woche Beweise in Form von Fotos an die Polizei übergeben hatte. Das Foto zeigt einen Teil der beschlagnahmten Tiere auf dem Weg zu einem Tierarzt. Ein Stelzenläufer und ein Bruchwasserläufer waren leider so schwer verletzt, dass sie eingeschläfert werden mussten. Die übrigen 18 Vögel wurden am Wochenende in den Schutzgebieten unseres Partnerverbandes BirdLife Malta erfolgreich ausgewildert. Nach ihrer Auswilderung begannen sie unmittelbar mit der Nahrungssuche. 


11.07.2021, Zypern

Schleuderschwanz-Agamen als Beifang in zypriotischen Bodennetzen
Schleuderschwanz-Agamen als Beifang in zypriotischen Bodennetzen

Kampagne gegen tierquälerische"Boden-Netze": Auf Zypern hat ein Team des Komitees die grausamen Auswirkungen illegaler Bodennetze auf die Tierwelt dokumentiert. Die Netze werden von Einheimischen trotz Verbots zur Abwehr von Schlangen eingesetzt, töten jedoch unselektiv auch eine ganze Reihe anderer Tierarten. In nur wenigen Wochen konnten wir bei unseren Kontrollen 98 Opfer dokumentieren, darunter 47 Schleuderschwanz-Agamen, 17 ungiftige Pfeilnattern, zwei Levante-Ottern, 10 unidentifizierte Schlangen,  11 Langohrigel, sechs Singvögel, drei Chamäleons, einen Frosch und eine Schleiereule. Neun Tiere konnten lebend befreit und nach kurzer Pflege wieder ausgewildert werden. Insgesamt wurden 15 Grundstücksbesitzer wegen Verwendung der illegalen Netze bei den Behörden angezeigt. Im Falle der gefangenen Schleiereule - einer besonders streng geschützten Art - droht dem Beschuldigten ein Bußgeld von mehr als 8.000 Euro.


06.07.2021, Malta

Verurteilter Wilderer auf Gozo
Verurteilter Wilderer auf Gozo

Vogel-Wilderer auf Malta verurteilt: Ein Vogelfänger, der im November 2020 von einem Komitee-Team auf der Insel Gozo beim illegalen Fang von Finken gefilmt wurde, ist von der Polizei nachträglich identifiziert und heute morgen zu einer Geldstrafe von 500 Euro verurteilt worden. Das Gericht in Victoria sah es als erwiesen an, dass der Mann am 7.11.2020 bei Qala ohne Genehmigung geschützten Vögeln mit einem Klappnetz nachgestellt hat und ordnete zusätzlich zur Geldstrafe den Entzug der Jagdlizenz des Mannes an. Unser Foto zeigt den Beschuldigten beim Einsammeln seiner Lockvögel, die er in kleinen Käfigen rund um seinen Fangplatz aufgestellt hatte.


05.07.2021, Nordrhein-Westfalen

Wiesenweihen-Jungvögel in der Zülpicher Börde bei Bonn
Wiesenweihen-Jungvögel in der Zülpicher Börde bei Bonn

Schutz vor dem Mähdrescher: In den vom Komitee in der Zülpicher Börde betreuten Weihen-Nestern sind die ersten Jungvögel geschlüpft.

In Zusammenarbeit mit den Landwirten und den Naturschutzbehörden wurden bisher drei Horstschutzzonen (1xWiesenweihe, 2xRohrweihe) rund um Nester in Getreidefeldern eingerichtet, in denen auf eine Ernte verzichtet wird. Unter den Brutvögeln befindet sich übrigens auch eine mit einem Farbring markierte Wiesenweihe aus Polen. Das Weibchen mit der Nummer „J83“ wurde im Juli 2018 bei Chudoba beringt, brütet in diesem Jahr also rund 670 Kilometer westlich von seinem „Geburtsort“.


01.07.2021, Nordrhein-Westfalen

Vergifteter Habicht aus NRW
Vergifteter Habicht aus NRW

Das Komitee wirft der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen (NRW) vor, bei der Bekämpfung von illegalen Verfolgungen und Vergiftungen geschützter Vogelarten auf ganzer Linie versagt zu haben. Trotz hoher Fallzahlen und einer Dunkelziffer von mehr als 90 Prozent wurde in den letzten vier Jahren in NRW kein einziger Täter rechtskräftig verurteilt.

Die Pressemeldung zum Thema finden Sie hier im Presseportal: Aufklärungsquote gleich Null – NRW versagt im Kampf gegen Artenschutzkriminalität.




26.06.2021, Spanien

Spanien stoppt die Turteltaubenjagd! Die spanischen Regionen haben sich darauf verständigt, in diesem Herbst die Jagd auf die Turteltaube komplett auszusetzen. Ihre Bestände sind europaweit im freien Fall - heute brüten nur noch etwa 3 bis 6 Millionen Paare in der EU, alleine die spanischen Jäger schießen in jeder Saison 800.000 Individuen des bedrohten Zugvogels. Spanien ist nach Frankreich das zweite große Land, das die Jagd auf die Turteltaube zunächst aussetzt. Italien hatte sich dagegen erst vor kurzem dazu entschieden, auch in diesem Jahr wieder Millionen Tiere zum Abschuss freizugeben. Das Komitee gegen den Vogelmord setzt sich seit Langem für ein Ende der Jagd auf die Turteltaube und andere bedrohte Zugvögel ein - erst im letzten Jahr hatten wir eine Beschwerde gegen Frankreich und Spanien bei der EU-Kommission eingelegt und damit die aktuelle Entscheidung aus Madrid beschleunigt.


24.06.2021, Italien

Bei einem Tierhändler in Norditalien sichergestellte Singdrosselküken (Archivfoto)
Bei einem Tierhändler in Norditalien sichergestellte Singdrosselküken (Archivfoto)

Operation „Herr der Ringe“ in Italien – hunderte Singvögel in Italien beschlagnahmt: Für die Singvogeljagd benötigen die italienischen Jäger lebende Lockvögel. Da durch die Klagen des Komitees gegen den Vogelmord und seinem Partner LAC der Fang der Vögel seit 2014 endgültig verboten ist, müssen die Jäger dabei auf gezüchtete Vögel zurückgreifen. Doch es gibt Zweifel an der Vogelzucht in Italien. Im Rahmen der Operation „Lord of the Rings“ (Herr der Ringe) haben die Carabinieri mit der Kontrolle der angeblichen Zuchtanlagen begonnen. Inzwischen ist klar: Bei vielen Züchtern stimmt etwas nicht. Sie haben entweder gar nicht die Anlagen, um überhaupt erfolgreich Vögel zu züchten oder sie haben weit mehr Jungvögel im Angebot, als die vorhandenen Altvögel überhaupt erbrüten können. Sie rauben die Küken einfach aus den Nestern in freier Natur oder fangen sie illegal mit Netzen. Mit gefälschten oder manipulierten Zuchtringen kommen sie dann in den Handel. Allein in den letzten Monaten gab es ein Dutzend großer Kontrollen der Polizei in ganz Italien, bei denen hunderte Singdrosseln und Amseln sichergestellt wurden, aber auch geschützte Arten wie Rohr- und Zippammern. Komitee-Mitarbeiter waren im Mai und Juni vielfach als Experten und Gutachter dabei und haben geholfen, die illegal aus der Natur geraubten Vögel zu identifizieren. Die beschlagnahmten Drosseln werden jetzt in Auffangstationen auf Ihre Freilassung vorbereitet.


20.06.2021, Libanon

Schlagnetz, Hammana Juni 2021
Schlagnetz, Hammana Juni 2021

Vogelfänger im Libanon überführt: Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung ist es unseren Kollegen von MESHC und SPNL gelungen, einen Wilderer bei Hammana zu erwischen. Der Mann hatte in dem Ort im Libanongebirge östlich der Hauptstadt Beirut ein Schlagnetz aufgebaut und Vogelleim in Verwendung. Den Leim hatte er rund um einen Käfig mit einem lebenden Lockvogel auf die Äste eines kleinen Obstbaums geschmiert. Ziel des Täters war offenbar der Fang von Stieglitzen, die fast überall im Mittelmeerraum beliebte Käfigvögel sind. Gegen den Vogelfänger wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Die Strafen liegen bei maximal 500.000 libanesischen Pfund (etwa 280 €) sowie bis zu einem Monat Gefängnis.


19.06.2021, Zypern

Verletzter Steinkauz, Zypern Juni 2021
Verletzter Steinkauz, Zypern Juni 2021

Vogelschutz kennt keine Pausen: Auch wenn es jetzt in der Brutzeit praktisch keine Fälle von Wilderei gibt, sind die Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord im Dauereinsatz für den Vogelschutz. So konnten wir gestern auf Zypern einen Steinkauz retten, der in der Stadt Pyla im Südosten der Insel mit einem Hund aneinandergeraten war und einen Flügelbruch davongetragen hatte. Der Vogel wurde unseren Freunden von BirdLife Cyprus gemeldet, die das aktuell in der Gegend eingesetztes Komitee-Team informierte. Unser Mitarbeiter konnte die kleine Eule bergen und in einer Auffangstation unterbringen, wo sie bis zu ihrer Auswilderung gepflegt werden wird. Auch auf Zypern werden mehr und mehr verletzt aufgefundene Wildtiere von der Bevölkerung gemeldet - ein gutes Zeichen, das den langsamen, aber stetigen Sinneswandel in Fragen des Natur- und Tierschutzes auf der Insel widerspiegelt!


18.06.2021, Hessen

Stieglitzfalle bei einem Vogelfänger in Frankfurt, April 2021
Stieglitzfalle bei einem Vogelfänger in Frankfurt, April 2021

Anzeige gegen Singvogelfänger aus Frankfurt am Main: In einer Kleingartenanlage im Frankfurter Stadtteil Sachsenhausen hat ein Mann offenbar über Wochen illegal Stieglitze mit Lebendfallen gefangen.

Beweisfotos, die eine aktive Käfigfalle mit einem lebenden Lockvogel zeigen, liegen uns vor und wurden bereits im April mitsamt einer Strafanzeige der zuständigen Kriminalpolizei übermittelt. Dort ermittelt man nun wegen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz und Verdacht auf Tierquälerei. Weiterhin werden Hinweise auf einen schwunghaften Handel mit den gefangenen Vögeln überprüft. Wildgefangene Stieglitze sind beliebte Käfigvögel und werden auf dem Schwarzmarkt für bis zu 200 Euro pro Stück gehandelt. Das Komitee deckt regelmäßig Fälle von illegalem Fang und Verkauf von Stieglitzen in Deutschland auf.


13.06.2021, Zypern

Schleiereule in Bodennnetz, Zypern/Juni 2021
Schleiereule in Bodennnetz, Zypern/Juni 2021

Schleiereule aus Netz gerettet: Die eigentliche Fangsaison auf Zypern ist vorbei - zu tun gibt es aber trotzdem genug. Ein Team des Komitees gegen den Vogelmord kontrolliert aktuell Bodennetze im Südosten der Mittelmeerinsel. Hauseigentümer verwenden die hauchfeinen Gespinste, um Schlangen und andere Reptilien von ihren Grundstücken fernzuhalten. Sie sind eine tückische Todesfalle für Tiere aller Art - neben Schlangen und Eidechsen verheddern sich vor allem Vögel. Sie sterben elendig, denn die Besitzer kontrollieren die Installation praktisch nie. Nicht selten finden sich die Skelette dutzender geschützter Tiere in den rücksichtslos ausgelegten Netzen. Glück im Unglück hatte eine Schleiereule: Sie wurde gestern von einem Komitee-Mitarbeiter unweit der Stadt Paralimni geschwächt und völlig überhitzt aus einem Bodennetz gerettet. Das scharfe Nylongarn hatte sich in ihr Bein eingeschnitten und musste aufwändig entfernt werden. Die Eule wird nun einige Tage bei uns gepflegt und kann hoffentlich bald wieder freigelassen werden. 


12.06.2021, Nordrhein-Westfalen

Komitee-Mitarbeiter bei der Weihensuche in der Zülpicher Börde
Komitee-Mitarbeiter bei der Weihensuche in der Zülpicher Börde

Weihenschutz im Rheinland: Wiesen- und Rohrweihen sind Bodenbrüter - sie bauen ihre Nester in Schilfbeständen und Wiesen. Sollten sie jedenfalls. Wenn die Greifvögel aus ihrem afrikanischen Winterquartier zurückkehren, hat aber die Gerste auf den Äckern genau die richtige Höhe, um den Weihen als besonders attraktives Habitat zu erscheinen. So bauen sie ihre Nester in den Getreidefeldern. Wenn Anfang Juli die Ernte beginnt, sind die Jungen noch nicht flügge und landen im Mähdrescher. Seit fast 15 Jahren hat das Komitee gegen den Vogelmord in der Zülpicher Börde zwischen Köln und Aachen ein Weihenprojekt, bei dem die Nester gesucht und zusammen mit den Landwirten, Behörden und Biologischen Stationen geschützt werden. Mit dem Einsatz einer Drohne können die Nester exakt lokalisiert werden, ohne die Tiere zu sehr zu stören. Aktuell haben wir 6 Paare der Rohrweihe und eines der weitaus selteneren Wiesenweihe gefunden. Vier Nester liegen in Gerste- und Triticalefeldern – die Landwirte sind bereits informiert. Der Schlupf der Küken steht unmittelbar bevor.


05.06.2021, Zypern - Video vom Frühlingseinsatz

Ein Video sagt mehr als 1.000 Worte: Bei unseren Vogelschutzcamps im April und Mai haben wir 49 Wilderer überführt, 545 Fallen und 67 Netze sichergestellt und mehr als 200 Vögel gerettet. Was hinter den nüchternen Zahlen steckt, zeigt unser Video vom Frühlingseinsatz auf Zypern:

02.06.2021, Südtirol (Italien)

Fahhraddemo gegen den Nestraub Ende Mai 2021 in Bozen/Italien
Fahhraddemo gegen den Nestraub Ende Mai 2021 in Bozen/Italien

„Finger weg von den Nestern“: Komitee-Aktion gegen den Raub von Jungvögeln aus Nestern in Südtirol. In den Obstplantagen rund um Bozen (Norditalien) sind in jedem Frühjahr Wilderer am Werk. Sie rauben junge Drosseln aus den einfach zugänglichen Nestern und verkaufen sie als angebliche Nachzuchten an Jäger, die sie bei der Singvogeljagd als Lockvögel einsetzen. Auf diese Weise verschwinden in jedem Jahr zehntausende Vogelküken in dunklen Kanälen. Da es sehr schwierig ist, die Täter in den riesigen Plantagen auf frischer Tat zu erwischen, setzen wir zunehmend auf Öffentlichkeitsarbeit, um Behörden, Landwirte und Anwohner für das Thema zu sensibilisieren. Am letzten Wochenende hat das Komitee gegen den Vogelmord zusammen mit seinen Freunden der lokalen Gruppen von ENPA, LAC, LAV, LEGAMBIENTE, LIPU, Pan-EPPAA und WWF erstmals eine Fahrraddemo in Bozen gemacht. Unter dem Motto „Gui‘ le mani dai nidi“ („Finger weg von den Nestern“) sind sie durch das Aktionsgebiet der Wilderer geradelt und haben das Gespräch mit der Bevölkerung gesucht. Die Medien berichten ausführlich – mit mehreren Artikeln in lokalen Tageszeitungen und zwei Fernsehbeiträgen haben wir so viel Aufmerksamkeit für das Thema gehabt, wie noch nie!

Einen schönen Artikel hat die Zeitung „Il Dolomiti“ veröffentlicht: “Stop al saccheggio dei nidi, gli uccellatori fanno profitti da capogiro sul mercato nero, danneggiando il territorio”


31.05.2021, Malta

Erwischt: Regierungsberater (links) bei der Sicherstellung illegaler Lockvögel durch die Polizei, Malta/März 2021
Erwischt: Regierungsberater (links) bei der Sicherstellung illegaler Lockvögel durch die Polizei, Malta/März 2021

Malta: Regierungsberater beim Finkenfang erwischt! Die maltesischen Medien berichten aktuell über einen Fall eines prominenten Wilderers, den das Komitee gegen den Vogelmord ins Rollen gebracht hat. Am 26.3.2021 hatte ein Komitee-Team einen Vogelfänger unweit des Küstenortes Ghar Lapsi mit Netzen erwischt und gefilmt. Jetzt ist klar: Der Mann ist Jesmond Zammit, der wichtigste Berater und enger Freund des maltesischen Verkehrsministers Ian Borg. Der Fall zeigt deutlich, wie eng Politik und Vogelfang auf Malta verstickt sind – kein Wunder, dass die Regierung des Inselstaates wenig um die Einhaltung der EU-Vogelschutzrichtlinie bemüht ist. Wir gehen davon aus, dass der von uns erwischte Vogelfänger trotz seines erstklassigen Drahtes zur Politik durch die zahlreichen Medienberichte vor Gericht landet. Wir bleiben auf jeden Fall an der Sache dran!

Den ausführlichen Bericht samt Komitee-Video in TheShiftNews, mit dem der Skandal aufgedeckt wurde, finden Sie hier: Wall of silence from police, Minister Ian Borg over whether his advisor was caught trapping illegally


28.05.2021, Deutschland

Greifvogel-Vergiftungen in Deutschland: In den letzten drei Monaten sind in unserer Geschäftsstelle Hinweise auf mehr als 30 mutmaßlich vergiftete Rotmilane und andere Beutegreifer eingegangen. Mittlerweile liegen die ersten Ergebnisse der eingeleiteten toxikologischen Untersuchungen vor. So wurden zwei im März im Kreis Schleswig-Flensburg (Schleswig-Holstein) entdeckte Bussarde nachweislich mit dem Insektizid Mevinphos getötet. Drei tote Rotmilane, ein Mäusebussard, ein Habicht und ein Kolkrabe, die im Frühjahr in Bayern (Landkreise Bad Kissingen und Schwandorf) tot aufgefunden wurden, sind nachweislich an einer Überdosis Carbofuran verendet. Bei Mevinphos und Carbofuran handelt es sich um seit Jahren verbotene Insektizide, so dass hier von gezielten Giftanschlägen ausgegangen werden muss. Unsere drei Fotos zeigen das jüngste nachgewiesene Giftopfer – einen im April von Mitarbeitern des Komitees im Landkreis Karlsruhe (Baden-Württemberg) tot auf einem Acker geborgenen Rotmilan. Hier konnte durch Experten des Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Karlsruhe eine Vergiftung mit Pentorbital nachgewiesen werden. Dabei handelt es sich um ein Barbiturat, das von Tierärzten zum Einschläfern verwendet wird. Ob der Milan einem gezielten Giftanschlag zum Opfer fiel oder von einem illegal entsorgtem Tierkadaver gefressen hat, konnte bisher nicht abschließend geklärt werden.


23.05.2021, Bilanz der Komitee-Frühlingseinsätze

Bilanz der Komitee-Frühlingseinsätze: 49 Wilderer überführt! Die letzten Zugvögel sind aus dem Süden eingetroffen – mit dem Ende des Vogelzugs sind auch unsere Vogelschutzcamps abgeschlossen. Seit Anfang März haben wir bei einem Dutzend Einsätzen in Italien, auf Malta, Zypern, im Libanon und in Deutschland insgesamt 49 Wilderer überführt. 545 Fallen, 67 Netze, 4 Schusswaffen und rund 200 Schuss Munition wurden sichergestellt. Ein besonders erfreuliches Ergebnis sind die hohen Geldstrafen, die auf Zypern endlich ausgesprochen werden. Hier müssen die meisten der von uns erwischten Vogelfänger zwischen 8.000 und 9.400 € Strafe zahlen! Mut machen auch die Aktionen unserer libanesischen Freunde, die mit 53 illegalen Fangnetzen mit mehr als 1.000 laufenden Metern Länge die größten Aktionen gegen den illegalen Singvogelfang durchgeführt haben, die es je im „Zedernstaat“ gab. Danke an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer und natürlich an unsere Förderer, ohne die diese tollen Ergebnisse nicht möglich gewesen wären!


21.05.2021, Ischia

Illegal geschossene Zugvögel auf Ischia
Illegal geschossene Zugvögel auf Ischia

Auf der italienischen Insel Ischia ist uns nach jahrelangen vergeblichen Versuchen ein besonders großer Schlag gegen die Wilderei gelungen. Am Rande der Stadt Forio hat über viele Jahre hinweg ein inselweit bekannter krimineller Wilderer sein Unwesen getrieben. Der Mann war auf einem kaum zugänglichen Grundstück auf den Küstenlippen aktiv, wo ein halbes Dutzend unserer Einsätze scheiterten. Sobald wir oder die von uns informierte Polizei eintrafen, verschwand der Täter auf mysteriöse Weise. Damit ist jetzt Schluss! Nach Vorbereitung durch ein Team des Komitees gegen den Vogelmord konnten die Jagdaufseher des WWF zusammen mit der Umwelteinheit der Carabinieri den Jäger endlich überführen. Er war mit einer nicht registrierten Jagdwaffe mit Schalldämpfer auf der Singvogeljagd, als die Beamten zuschlagen. Bei der anschließenden Hausdurchsuchung fanden sie in einer Tiefkühltruhe über 50 illegal geschossene geschützte Zugvögel, darunter neben vielen Braunkehlchen, Steinschmätzern und Singdrosseln jeweils eine Nachtigall, einen Gartenrotschwanz, eine Turteltaube und sogar einen Pirol. Der Mann wird wegen Wilderei und schweren Verstößen gegen das Waffenrecht vor Gericht gestellt.


21.05.2021, Abschluss der Frühlingseinsätze

Mitarbeiter des libanesischen MESHC retten einen angeschossenen Weißstorch, Libanon März 2021
Mitarbeiter des libanesischen MESHC retten einen angeschossenen Weißstorch, Libanon März 2021

Bilanz der Frühlingseinsätze des Komitees gegen den Vogelmord: Seit Anfang März haben wir bei einem Dutzend Einsätzen in Italien, auf Malta, Zypern, im Libanon und in Deutschland insgesamt 49 Wilderer überführt. 545 Fallen, 67 Netze, 4 Schusswaffen und rund 200 Schuss Munition wurden sichergestellt. Hier ist ein kurzer Überblick über die Ergebnisse aus den Einsatzgebieten: 

Italien: Zunahme der Wilderei von Wespenbussarden

Auf den Inseln Ponza und Ischia konnten wir 5 Wilderer beim Vogelfang mit Schlagfallen bzw. der illegalen Frühlingsjagd erwischen. Einer der Jäger war seit Jahren auf unserer „Fahndungsliste“. Er konnte am 13.5. im Westen Ischias mit mehr als 50 geschossenen geschützten Vögeln erwischt werden! In Kalabrien mussten die von uns unterstützten Vogelschützer der Gruppo Adorno eine Zunahme der illegalen Jagd auf Wespenbussarde feststellen. Im gesamten Mai haben sie 200 Schüsse auf Wespenbussarde registriert, 3 tote und ein verletzter Vogel wurden gefunden.

Zypern: 18 Wilderer überführt

Bei dem größten Frühlingseinsatzes dieses Jahres – dem sechswöchigen Vogelschutzcamp auf Zypern – waren wir besonders erfolgreich: 18 Wilderer wurden erwischt, die Jagdaufsicht hat insgesamt 576 Leimruten und 4 elektronische Lockanlagen sichergestellt. Besonders erfreulich sind die hohen Strafen, die erstmals umfänglich ausgesprochen wurden: Fast alle erwischten Vogelfänger müssen zwischen 8.000 und 9.400 € Strafe zahlen.

Malta: Turteltaubenjägern auf der Spur

Im März konnten wir auf Malta 11 Vogelfänger auf frischer Tat überführen – 14 große Schlagnetze wurden sichergestellt, ebenso wie 34 lebende Lockvögel. Die nach EU-Recht illegale Frühlingsjagd auf Wachteln, die die maltesische Regierung erneut erlaubt hatte, war wieder von zahlreichen Zwischenfällen begleitet. Greifvögel gerieten ebenso unter Beschuss wie Turteltauben. Einem Komitee-Team gelang es, insgesamt 4 der Turteltaubenjäger und einen Mann, der auf einen Turmfalken geschossen hatte, zu filmen.

Libanon: Schlag gegen den Vogelfang mit Netzen

Mit unserer finanziellen Unterstützung haben unsere libanesischen Partner SPNL und MESHC mehrere Einsätze durchgeführt. Im Libanongebirge und im Bekaa-Tal haben sie dabei Rastplätze und Zugwege von Störchen und Greifvögeln überwacht. Besonders erfolgreich war in diesem Jahr die Arbeit gegen den illegalen Vogelfang: Unsere Kollegen konnten insgesamt 53 Fangnetze mit einer Gesamtlänge von 1.060 Metern sowie 40 Leimruten sicherstellen.


19.05.2021, Italien

Kontrolle von Zuchtringen bei einer Singdrossel (Archivbild)
Kontrolle von Zuchtringen bei einer Singdrossel (Archivbild)

Rechtspopulisten in der Lombardei machen Kniefall vor den Wildererlobby: Die rechtsgerichtete „Lega“, die in der norditalienischen Region Lombardei an der Regierung ist, will mit einem jetzt vorgelegten Gesetzesentwurf die ohnehin schon jagdfreundlichen Regelungen für den Schutz der Zugvögel noch weiter aufweichen. Kernpunkt der Gesetzesnovell ist die Abschaffung der Kontrollen von lebenden Lockvögeln. Bei der Zugvogeljagd – Drosseln und Feldlerchen dürfen in Italien bis heute geschossen werden – sind die Jäger auf die Verwendung lebender Lockvögel angewiesen. Seit der Vogelfang verboten ist, müssen die Jäger theoretisch auf gezüchtete Vögel zurückgreifen. Doch die Lockvogelhändler züchten die Tiere vielfach nicht, sondern fangen sie mit Netzen oder rauben sie als Küken aus Nestern. Mit gefälschten „Zuchtringen“ gelangen diese Vögel dann zu zehntausenden in den Handel – ein mafiös durchorganisierter Betrug. Bislang haben Komitee-Mitarbeiter und Polizisten viel Zeit auf die Kontrolle dieser Ringe verwendet. Diese Kontrollen sollen nach dem Willen der Lega nun untersagt werden – ein Freifahrtschein für Vogelfang und Wilderei! Die italienischen Naturschutzverbände – neben dem Komitee gegen den Vogelmord auch LAC, LAV und der WWF – haben am gestrigen 18.5. Protestaktionen gestartet und fordern die lombardischen Abgeordneten auf, die Gesetzesänderung abzulehnen.


18.05.2021, Italien

Geschossener Wespenbussard, Kalabrien Mai 2021
 Gruppo Adorno 
Geschossener Wespenbussard, Kalabrien Mai 2021

Wespenbussard-Jagd in Kalabrien: Im Süden Italiens – im Bereich der „Stiefelspitze“ – hat die Jagd auf Wespenbussarde eine alte Tradition. Der Abschuss der bedrohten Vögel gilt hier als Männlichkeitsritual. Auch wenn sich die Situation durch die kontinuierlichen Einsätze von Natur- und Tierfreunden in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert hat, wurden auch dieses Frühjahr wieder illegale Abschüsse dokumentiert. Die vom Komitee gegen den Vogelmord unterstütze Gruppo Adorno hat seit Anfang Mai rund 200 Schüsse auf die geschützten Zugvögel festgestellt, drei tote und ein verletzter Wespenbussard wurden gefunden (Foto). Die Täter haben eigens für die Bussardjagd Betonunterstände gebaut, teils schießen sie aber auch mitten aus den abgelegenen Dörfern der kaum zugänglichen Bergregion Kalabriens. Trotz der Präsenz von Vogelschützern und Polizei – die dieses Jahr erstmals einen Suchhund für versteckte Waffen im Einsatz hatte – gelang es nicht, einen der Täter zu überführen. Die Zugzeit ist nun vorbei, die Wespenbussard-Jagd ist für diesen Frühling beendet. Für 2022 planen unsere Freunde von der Gruppo Adorno einen größeren Einsatz gegen die Wespenbussard-Jagd.


16.05.2021, Zypern

Von einer Leimrute gerettete Kohlmeise, Zypern Mai 2021
Von einer Leimrute gerettete Kohlmeise, Zypern Mai 2021

9.200 € Strafe für hartnäckigen Wilderer: Auf Zypern konnten wir jetzt einen der hartnäckigsten Vogelfänger der Insel überführen. Seine Fangstelle im Famagusta Distrikt kennen wir seit dem Jahr 2012. Der Mann fängt Singvögel in seinem Obstgarten, um sie an Restaurants zu verkaufen. Als wir die Stelle im Frühling vor 9 Jahren fanden und die Leimruten einsammelten, griff uns der Wilderer mit einem Knüppel an. In den Folgejahren haben wir bei fast jedem Einsatz dort Fallen gefunden und eingesammelt. Den Mann zu überführen gelang uns erstmals im Herbst 2020, als wir ihn beim Aufstellen der Leimruten filmen konnten. Wegen der geringen Strafen im Herbst kam der Vogelfänger mit 200 € davon! Das wollten wir ihm nicht durchgehen lassen und haben uns in den letzten Wochen auf seine Fangstelle konzentriert. Nun haben wir ihn erneut überführen können, mit 19 Leimruten und 5 gefangenen Vögeln. Zwei Mönchsgrasmücken und ein Weidensperling waren bereits tot, eine Klappergrasmücke und eine Kohlmiese konnten gerettet werden (siehe Foto). Wegen der hohen Strafen im Frühling muss der Täter dieses Mal 9.200 € zahlen. Wir hoffen sehr, ihm ist damit die Lust am Vogelfang vergangen. Im kommenden Herbst werden wir seinen Garten dennoch besonders gut im Auge behalten! 


13.05.2021, Italien

Sichergestellte Schusswaffen, Fallen und frisch gefangene Vögel, Ischia Mai 2021
Sichergestellte Schusswaffen, Fallen und frisch gefangene Vögel, Ischia Mai 2021

Erfolgreicher Einsatz auf Ischia: Die Insel Ischia im Golf von Neapel ist nicht nur ein beliebtes Urlaubsziel, sondern auch ein Brennpunkt der Wilderei in Süditalien. Einem Team des Komitees gegen den Vogelmord ist es jetzt gelungen, zusammen mit den Jagdaufsehern des WWF und Beamten der Carabinieri einen Wilderer auf frischer Tat zu erwischen. Der Mann hatte an den Hängen des erloschenen Vulkans Monte Epomeo Vogelfallen für Steinschmätzer und Braunkehlchen aufgestellt und illegal auf Zugvögel geschossen. Bei dem vom Komitee vorbereiteten Einsatz wurden vier Schlagfallen, zwei Schrotflinten und ein gutes Dutzend Schuss Munition sichergestellt. Zwei frisch tote Vögel – ein Gartenrotschwanz und ein Baumpieper – wurden ebenfalls gefunden. Gegen den Täter wurde ein Strafverfahren wegen Wilderei eingeleitet.

Mit dieser Aktion enden unsere Frühlingseinsätze auf den Inseln Süditaliens, die bereits im März begonnen hatten.


12.05.2021, Pressebericht

Das Wissenschaftsmagazin Spektrum hat zum Thema „Turteltaubenjagd in Italien“ ein Interview mit Sergio di Caprio – dem Umweltminister der süditalienischen Region Kalabrien – veröffentlicht. Di Caprio ist eine Legende in Italien. Er war es, der im Jahr 1993 als Polizist den Mafiaboss Toto Riina überführte. Nun kämpft er als Minister für einen besseren Zugvogelschutz. Das Komitee gegen den Vogelmord hatte das Thema im April europaweit in die Presse gebracht und Interview mit dem „Mafiajäger“ vermittelt.

Das Interview lesen Sie hier: Die Jagd zu erlauben, ist falsch und unlogisch



11.05.2021, Zypern

In der Bufferzone bei Paralimni eingesammelte Überreste eines Zugvogelmassakers, Mai 2021
In der Bufferzone bei Paralimni eingesammelte Überreste eines Zugvogelmassakers, Mai 2021

Zugvogelmassaker im Sperrgebiet: In der von UN-Blauhelmen bewachten Sperrzone zwischen der griechischsprachigen Republik Zypern und dem türkischen Nordteil der Insel hat ein Team des Komitees gegen den Vogelmord ein wahres Zugvogelmassaker aufgedeckt. Am Rande eines Melonenfeldes liegen die Überreste hunderter Vögel - Federn und Flügel von mindestens einem Dutzend Arten – unter ihnen Bienenfresser, Feldlerchen, Trauerschnäpper, Chukarhühner, Halsbandfrankoline, Wachteln, verschiedenen Grasmückenarten sowie Turtel-, Türken- und Ringeltauben – konnten identifiziert werden. Vermutlich wurden die Tiere illegal geschossen. Weil die Gegend unweit von Paralimni als eine Art Niemandsland zwischen den beiden Teilen Zyperns liegt, ist sie weitgehend verlassen und wird in der Regel von zypriotischen Beamten nicht betreten. Die Wilderer fühlen sich deswegen hier besonders sicher. Der Vogelzug ist inzwischen weitgehend abgeschlossen, so dass wir nicht damit rechnen, dass die Täter in diesem Frühling noch einmal zurückehren. In der kommenden Jagdsaison (ab September) werden wir den Bereich genau im Blick behalten!


08.05.2021, Italien

Geschossener Hausrotschwanz (Archivfoto)
Geschossener Hausrotschwanz (Archivfoto)

Süditalienaktionen haben begonnen: Der Vogelzug geht in seine letzte Phase - nun sind Langstreckenzieher wie Steinschmätzer, Braunkehlchen, Rohrsänger und Wespenbussarde auf ihrem Weg aus Zentral- und Südafrika nach Europa. Diese Arten sind fast allesamt hochgradig gefährdet und leider auch vielfach Opfer von Wilderern, die ihnen ganz gezielt nachstellen. Das Komitee gegen den Vogelmord und seine Partner - darunter der WWF Italien und die Gruppe Adorno - haben deswegen jetzt ihre Zugvogelschutzeinsätze im Süden der italienischen Halbinsel gestartet. In den nächsten zwei Woche werden wir die Zug- und Rastplätze der Greifvögel in Kalabrien ebenso überwachen wie die Fangstellen für Singvögel an der Küste Kampaniens und Laziens. 


 

Geschossene Turteltaube (Archivfoto)
Geschossene Turteltaube (Archivfoto)

Trotz massiver Bestandsverluste: Europäischer Jagdverband verteidigt die Jagd auf Turteltauben! Der Dachverband der Europäischen Jagdvereinigungen (FACE) hat auf unsere Pressemeldung zum Thema Turteltaubenjagd reagiert und wird nicht müde, den Abschuss von Millionen bedrohter Zugvögel zu rechtfertigen. In einem Brief an das britische Magazin „Independent“, das letzte Woche über unsere Kampagne gegen die Turteltaubenjagd in Italien berichtet hatte, beschwert sich FACE-Präsident Torbjörn Larsson über die seiner Meinung nach „rufschädigende Berichterstattung“ und rechtfertigt den Abschuss von Turteltauben damit, dass Jäger angeblich „Tausende Hektar“ von Schutzgebieten für die Art angelegt haben. Warum diese Behauptung Unsinn ist und Turteltauben europaweit vor Jägern geschützt werden müssen, haben wir in einem Offenen Brief an FACE zusammengefasst.

Unsere Stellungnahme (in englischer Sprache) finden Sie hier ...


05.05.2021, Italien

Turteltaubenfedern, gefunden an einem illegalen Jagdplatz auf Ponza, Italien/Mai 2021
Turteltaubenfedern, gefunden an einem illegalen Jagdplatz auf Ponza, Italien/Mai 2021

Zugvogelwilderer auf Ponza erwischt: Einem Komitee-Team ist es gelungen, auf der italienischen Mittelmeerinsel Ponza (Region Latien) einen Wilderer dingfest zu machen. Der Jäger war im weitgehend unbewohnten Norden der Insel auf der Pirsch nach Turteltauben, die im Frühling überall in der EU nicht bejagt werden dürfen. Insgesamt hat der Mann sechs der gefährdeten Zugvögel geschossen. Während der Taten hatte er sich mit einer Sturmhaube maskiert, so dass er zunächst unerkannt bleiben konnte. Nach der Jagd begab sich der Mann aber unvorsichtiger Weise unmaskiert ins Gelände, um die getöteten Vögel einzusammeln. Nachdem unsere Mitarbeiter ihn auch dabei filmen konnten, gelang es den von uns gerufenen Carabinieri, den Täter zu überführen. Ponza gehört zu den Schwerpunkten der Wilderei Süditaliens – durch die Einsätze des Komitees und seines Partners LAC hat sich die Situation heute stark beruhigt. Nach dem aktuellen Aufgriff wird in dieser Saison wohl erst einmal Ruhe einkehren.


02.05.2021, Zypern

Aus Leimrute gerettete Nachtigall, Zypern April 2021
Aus Leimrute gerettete Nachtigall, Zypern April 2021

Zweite Chance für Zugvögel: Nach den ersten drei Wochen unseres Einsatzes auf Zypern könnten wir eine erste Bilanz ziehen - die Ergebnisse sind schockierend und erfreulich zugleich. Die Teams des Komitees gegen den Vogelmord haben leider eine deutliche Zunahme der Verwendung von Leimruten im Südosten der Mittelmeerinsel festgestellt. Bislang konnten wir an 32 Fangstellen etwas mehr als 500 Leimruten finden – so viel wie lange nicht mehr in so kurzer Zeit. Gleichzeitig hat sich aber auch unsere Kooperation mit der Jagdaufsicht deutlich verbessert. Bis jetzt konnten die Beamten aufgrund unserer Hinweise 15 Wilderer erwischen und mit Rekordstrafen von 8.000 bis über 9.000 € belegen. In den ersten 20 Tagen der Aktion haben wir 76 Singvögel aus den brutalen Klebefallen befreit werden – sie haben nun eine zweite Chance für ihre Reise in die Brutgebiete. Neben relativ verbreiteten Arten wie Mönchs- und Klappergrasmücken, Stieglitzen und Kohlmeisen konnten wir auch gefährdete Zugvögel retten, darunter Nachtigallen, Sprosser, Gartenrotschwänze, Balkangrasmücken und Blassspötter.


01.05.2021, Nordrhein-Westfalen

RTL berichtet aktuell über den vom Komitee gegen den Vogelmord aufgedeckten Fall von illegal vergifteten Greifvögeln im Kreis Heinsberg (Nordrhein-Westhalen).

Den Beitrag finden Sie hier.


30.04.2021, Münsterland

Mit Kamerafalle gegen Vogelfänger: Deutscher „Berufsjäger“ redet sich um Kopf und Kragen. Im Münsterland (NRW) haben Komitee-Mitarbeiter eine illegale Lebendfalle zum Fang von Elstern eine Woche lang mit einer versteckten Kamera überwacht. Unser Video zeigt, wie ein Mitglied des „Bundesverbandes Deutscher Berufsjäger“ die verbotene Falle kontrolliert und den Lockvogel versorgt. Von unseren Mitarbeitern auf die Falle angesprochen, gibt der Mann zu, Rabenvögel „nicht leiden“ zu können. Er bestreitet jedoch, das Fanggerät aufgestellt zu haben. Die Polizei will er trotzdem nicht rufen, das haben wir dann übernommen. Die Falle wurde sichergestellt, gegen den Mann wurde Strafanzeige wegen Verdacht auf Tierquälerei und Schonzeitvergehen erstattet. Ihm drohen eine Geldstrafe sowie der Entzug des Jagdscheins. Das Video dazu sehen Sie hier:

29.04.2021, Libanon

Abbau von illegalen Netzen südlichen von Beirut, April 2021
Abbau von illegalen Netzen südlichen von Beirut, April 2021

Aktionen gegen den illegalen Vogelfang im Libanon gehen weiter: Erst vor wenigen Tagen hatten wir berichtet, dass unsere Partner MESHC und SPNL eine riesige Fangstelle mit 300 Metern Netzen stillgelegt hatten. Nun konnten sie gleich eine doppelt so große Fanganlage dichtmachen: Südlich der Hauptstadt Beirut haben unsere Kolleginnen und Kollegen zusammen mit der Polizei mehr als 600 laufende Meter Netze sichergestellt! Eine Reihe Vögel konnten befreit werden, darunter Sperlinge, Würger und Grasmücken. Gegen die Eigentümer der Grundstücke, auf denen die Fangstellen entdeckt wurden, sind Strafverfahren eingeleitet worden. Mit Netzen dieser Größenordnung können die Täter an guten Zugtagen hunderte Vögel fangen.


28.04.2021, Malta

Turteltauben-Wilderer erwischt: An den Chadwick Lakes - einem abgelegenen Tal im Herzen Maltas - ist es einem Team des Komitees gegen den Vogelmord gelungen, einen Wilderer auf frischer Tat zu filmen. Der Täter hatte vor laufender Kamera eine im Frühling streng geschützte Turteltaube mit einer illegalen, halbautomatischen Jagdwaffe geschossen (siehe Video). Der Mann ist einer von insgesamt vier Wilderern, die wir in den letzten Tagen auf diese Weise überführen konnten. In zwei weiteren Fällen hatten die Täter ebenfalls auf Turteltauben geschossen, in einem Fall auf einen Turmfalken. Alle Täter können aufgrund der Aufnahmen und der von uns dokumentierten Kennzeichen ihrer Fahrzeuge zweifelsfrei identifiziert werden. Das Beweismaterial wurde bereits der Polizei übergeben und Strafverfahren eingeleitet.

26.04.2021, Italien

Geschossene Turteltaube (Archivfoto)
Geschossene Turteltaube (Archivfoto)

Naturschützer in ganz Europa sind geschockt vom Plan der italienischen Regierung, im Herbst den Abschuss von insgesamt 7,5 Millionen Exemplaren der gefährdeten Turteltaube zu erlauben. Die Europäische Kommission schätzt, dass es in der EU nur noch zwischen 2,9 und 5,6 Millionen Brutpaare gibt. Beschlossen wurde der Abschuss auf einem Treffen der Regierung mit Vertretern der Regionen, deren Vertreter auf Druck der einflussreichen Jagdlobby – vor allem der europäischen Jagdvereinigung FACE - fast ausnahmslos gegen eine von Rom vorgeschlagene vierjährige Schonzeit stimmten. Nun soll jeder der 500.000 italienischen Jäger in der kommenden Jagdsaison bis zu 15 Turteltauben erlegen dürfen. Das Komitee gegen den Vogelmord und seine italienischen Partner kämpfen gegen die Jagdfreigabe und haben dabei unerwartete Hilfe bekommen: Auch der in Italien legendäre Antimafia-Held Sergio De Caprio, der als Polizist 1993 durch die Verhaftung des Mafiabosses Totò Riina berühmt wurde, setzt sich in seiner Region Kalabrien gegen die Abschusspläne ein.

Unsere Pressemeldung dazu finden Sie hier.


25.04.2021, Spanien

Geretteter Jungfuvchs (Alicante, April 2021)
Geretteter Jungfuvchs (Alicante, April 2021)

Fuchsjunges in Spanien gerettet: Die Arbeit des Komitees gegen den Vogelmord führt täglich zu vielen kleinen Erfolgen, die es nie bis zu einer Facebookmeldung schaffen. Diese Geschichte hier hat es aber verdient: Mitte April hatte ein spanischer Komitee-Mitarbeiter bei der Recherche nach illegal angebotenen Wildvögeln auf einer Internetplattform für Gebrauchtwaren einen Jungfuchs für 550 € gefunden. Er schöpfte Verdacht, dass es hier nicht mit rechten Dingen zugehen würde, denn in Spanien darf man – anders als in Deutschland – Füchse weder fangen noch vermarkten. Die Beamten der von uns informierten Guardia Civil (Polizei) machten den Anbieter in Alicante ausfindig und stellten den nur einen Monat alten Fuchs sicher. Dabei kam heraus, dass der Täter selbst das Jungtier bei einem Jäger erworben hatte. Auch dieser wurde daraufhin überführt. Der Mann hatte auch noch zwei andere Geschwister des Fuchses illegal an sich genommen und verkauft – nach ihnen wird nun gesucht. Für den kleinen Fuchs endet das Drama erst einmal in der Wildtierauffangstation von Santa Faz, wo er auf seine Freilassung vorbereitet wird.


24.04.2021, Zypern

Jagdaufseher mit sichergestellten Leimruten, Lockgerät und befreiter Mönchsgrasmücke (April 2021)
Jagdaufseher mit sichergestellten Leimruten, Lockgerät und befreiter Mönchsgrasmücke (April 2021)

Tausende Euro Strafe für Vogelfänger: Die derzeit auf Zypern eingesetzten Teams des Komitees gegen den Vogelmord haben gerade einen großen Erfolg nach dem anderen. In der ersten Woche unseres Vogelschutzcamps haben die Teilnehmer aus Italien und Slowenien zusammen mit den Jagdaufsehern des Game Fund bereits 10 Wilderer überführt – 9 von ihnen müssen jeder zwischen 8.000 und 8.500 € Strafe zahlen! Bei mehreren der Täter handelt es sich um „alte Bekannte“, mit denen es schon seit vielen Jahren Probleme gibt. So hatten uns zwei der Täter in der Vergangenheit bereits tätlich angegriffen, ohne dafür bestraft worden zu sein. Ein anderer ist Eigentümer einer Fangstelle unweit des Naturschutzgebietes Cape Greco, die wir das erste mal vor mehr als einem Jahrzehnt gefunden und geräumt hatten und die immer wieder aktiv vorgefunden wurde. Bislang konnten rund 400 Leimruten sichergestellt und mehr als 60 Vögel befreit werden – darunter die Mönchsgasmücke und der Gartenrotschwanz auf den Fotos. Die hohen Strafen und ersten Erfolge des Camps dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir aktuell eine deutliche Zunahme der Wilderei beobachten. Nur durch die hoffentlich weiterhin gute Zusammenarbeit mit der Jagdaufsicht haben wir eine Chance, der ausufernden Wilderei Einhalt zu gebieten. Unser Einsatz läuft noch bis zum Ende der Zugzeit Mitte Mai.


23.04.2021, Libanon

Polizist und Komitee-Mitglied verladen sichergestellte Netze (Anfeh/Libanon, April 2021)
Polizist und Komitee-Mitglied verladen sichergestellte Netze (Anfeh/Libanon, April 2021)

Und wieder ein Schlag gegen den Vogelfang im Libanon:

Unsere Partner von SPNL und MESHC haben gestern eine riesige Fanganlage für Grasmücken, Rotschwänze, Schnäpper und Rohrsänger mit mehr als 400 laufenden Metern Netze stillgelegt! Es war der bislang größte Fund dieser Art in diesem Frühling. Die Stelle war unweit der historischen Stadt Anfeh im Norden des "Zedernstaates" gefunden und unseren Mitgliedern gemeldet worden. Zusammen mit der Polizei konnte das Areal komplett von illegalen Fangutensilien geräumt werden.

Neben einigen Vögeln wurde auch ein Hardun (eine Eidechsenart aus der Familie der Agamen) in einem der Netze gefunden.


21.04.2021, Niederbayern

Biber in einer Falle in Mengkoven, April 2021
 LBV Straubing-Bogen 
Biber in einer Falle in Mengkoven, April 2021

Biberfänger erwischt: Bei einer Kontrolle in Sachen Greifvogelverfolgung haben Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord bei Mengkoven (Niederbayern) eine verdächtige Lebendfalle für Säugetiere an einem Biberteich entdeckt. Der Fund wurde an die Kollegen des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) übergeben. Gestern haben Mitglieder der Kreisgruppe Straubing-Bogen des LBV einen Biber in der Falle gefunden (Fotos) und zusammen mit der hinzugezogenen Polizei freigelassen. Der ausfindig gemachte mutmaßliche Täter hat eingeräumt, das Fanggerät aufgestellt zu haben, streitet aber ab, Biber fangen zu wollen. Er gab an, die Falle für Bisamratten aufgestellt zu haben, was aber aufgrund der Lage unmittelbar an einem Biberdamm und in Anbetracht der Größe der Falle als Schutzbehauptung gewertet werden kann. Gegen den Mann wurde Strafanzeige erstattet. Ein großes Dankeschön an die Mitstreiter vom LBV Straubing-Bogen!



20.04.2021, Zypern

Leimrute voller gefangener Singvögel (Zypern, April 2021)
Leimrute voller gefangener Singvögel (Zypern, April 2021)

Zypern: Zunahme des Vogelfangs mit Leimruten! In den letzten Jahren hatten wir den Eindruck gewonnen, dass der Vogelfang auf Zypern vor allem im Frühling deutlich rückläufig war. Die ersten Funde unseres jetzt begonnenen Vogelschutzcamps sprechen leider eine deutlich andere Sprache: 90 % der von uns längst als „historisch“ eingestuften Fangstellen sind in diesen Apriltagen aktiv, Dutzende weitere Stellen mit Leimruten wurden bereits neu entdeckt. Und das, obwohl die Strafen im Frühling deutlich höher als im Herbst sind. Vier Wilderer wurden bereits überführt, einer muss stolze 8.200 € Strafe zahlen. Zwei der erwischten Männer waren für einen gewalttätigen Übergriff auf Mitglieder des Komitees gegen den Vogelmord im September 2020 verantwortlich. Seinerzeit konnten wir sie nicht dingfest machen, nun bekommen sie zumindest für den Vogelfang ihre gerechte Strafe!

Unsere Pressemeldung dazu (in englischer Sprache) vom 20.04. finden Sie hier.


18.04.2021, Libanon

Stellnetze in Al Borejein/Mount Lebanon (April 2021)
Stellnetze in Al Borejein/Mount Lebanon (April 2021)

Vogelfanganlage im Libanon stillgelegt: Den von uns finanziell unterstützten Jagdaufsehern unserer Partner MESHC und SPNL ist es gelungen, am Mount Lebanon eine riesige Fanganlage stillzulegen. Unweit der Stadt Al Borejein haben sie zusammen mit der lokalen Polizei bis zu 4 Meter hohe Stellnetze mit einer Gesamtlänge von 60 Metern beschlagnahmt.

Die Wilderer wollen zu dieser Zeit im Jahr vor allem verschiedene Grasmücken und Rohrsänger fangen, die als Delikatessen verkauft werden sollten. Die Bilder stammen von der aktuellen Aktion.


17.04.2021, Zypern

Gefiederreinigung einer durch Leimruten völlig verklebten Mönchsgrasmücke (Zypern April 2021)
Gefiederreinigung einer durch Leimruten völlig verklebten Mönchsgrasmücke (Zypern April 2021)

8.400 € Strafe für Vogelfänger: Bei unserem gerade erst gestarteten Vogelschutzcamp auf Zypern haben wir direkt klar gemacht, dass mit uns nicht zu spaßen ist. An einer schon länger bekannten Fangstelle unweit von Agia Napa haben wir einen Wilderer mit 55 Leimruten erwischt. Der Mann konnte in Kooperation mit der Jagdaufsicht auf frischer Tat überführt werden und muss aufgrund der im Frühling relativ hohen Strafen 8.400 € zahlen! Insgesamt konnten wir 20 Vögel freilassen - vor allem Mönchs- und Klappergrasmücken, sowie ein Chamäleon. Eine der Mönchsgrasmücken war derart verklebt, dass wir sie zur Reinigung ins Hotel mitnehmen mussten (Foto). Sie hat die Aktion aber gut überstanden und konnte direkt wieder freigelassen werden.

Der diesjährige Frühlingseinsatz des Komitees gegen den Vogelmord auf Zypern findet unter erschwerten Corona-Bedingungen statt. Wir haben es aber geschafft, eine Präsenz während der gesamten Zugzeit zu gewährleisten.


15.04.2021, Niedersachsen und Schleswig-Holstein

Bei Osnabrück im April 2021 sichergestellter Habichtfangkorb
Bei Osnabrück im April 2021 sichergestellter Habichtfangkorb

Habichtfallen bei Taubenzüchtern gefunden: Nach einem Hinweis des Komitees gegen den Vogelmord hat die Polizei gestern im Osnabrücker Land (Niedersachsen) eine illegale Greifvogelfalle sichergestellt. Der mit einer lebenden Brieftaube beköderte Habichtfangkorb war an einem Taubenschlag aufgestellt worden, dessen Besitzer sich in Zeitungsartikeln seiner zahlreichen Preise und Prämien, die er mit den Tauben gewonnen hat, rühmt. Das Foto im Fahrzeug zeigt die gestern sichergestellte Falle. Kurz zuvor hatte das Komitee bereits Anzeige wegen des illegalen Fangs eines Sperbers bei Bad Bramstedt (Schleswig-Holstein) erstattet. Auch hier hatte ein Taubenhalter einen Habichtfangkorb gleichen Bautyps in Benutzung (siehe Fotos mit den Mülltonnen). Die Polizei hat Ermittlungen gegen die mutmaßlichen Täter aufgenommen. Damit haben wir bundesweit in diesem Jahr bereits 25 Fälle illegaler Greifvogelverfolgung erfasst.


13.04.2021, Bayern

Polizisten stellen Bussard bei Straubing sicher (April 2021)
Polizisten stellen Bussard bei Straubing sicher (April 2021)

Neue Daten zu illegalen Vogel-Verfolgungen in Bayern veröffentlicht: 185 registrierte Fälle seit 2010. Das Komitee gegen den Vogelmord hat seit dem Jahr 2010 insgesamt 185 Fälle illegaler Greifvogelverfolgung mit mehr als 450 Opfern im Freistaat registriert. Dabei handelte es sich 92 Mal um gezielte Vergiftung, 30 Mal um Abschuss, 28 Mal um Fang bzw. Nachstellen mit verbotenen Fallen und 35 Mal um sonstige Tatbestände wie illegaler Besitz und Vermarktung oder die mutwillige Zerstörung von Nestern. Besonders stark betroffen sind die Landkreise Landshut (13 Fälle seit 2010), Dingolfing (11 Fälle), Straubing-Bogen (10 Fälle) und Freising (8 Fälle). Aktuell besonders betroffen ist der Landkreis Straubing-Bogen, wo bereits im März tote Bussarde, ein Silberreiher und verdächtige Köder gefunden wurden. Am vergangenen Freitag (9. April) wurde dort von Mitarbeitern des Komitees ein weiterer toter Greifvogel entdeckt und von der Polizei geborgen (siehe Fotos). Die Kadaver werden im Moment in Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München auf Giftrückstände untersucht.

Unsere vollständige Pressemitteilung zum Thema finden Sie hier.


11.04.2021, Italien

Screenshot eines Jäger-Videos vom November 2020, zu sehen sind unter anderem illegal geschossene Brandenten (die hellen Vögel im Vordergrund)
Screenshot eines Jäger-Videos vom November 2020, zu sehen sind unter anderem illegal geschossene Brandenten (die hellen Vögel im Vordergrund)

Platzverweis für italienische Vogeljäger: In der süditalienischen Provinz Caserta (bei Neapel) hat die Staatsanwaltschaft zwei Vogeljägern einen Platzverweis für das gesamte Provinzgebiet erteilt. Die beiden Männer hatten im November 2020 über 70 Wasservögel geschossen – neben jagdbaren Schnatter-, Krick- und Löffelenten hatten sie auch 8 streng geschützte Brandenten getötet. Die 39 und 49 Jahre alten Täter hatten sich in einem Video, das sie unvorsichtiger Weise in einer WhatsApp-Gruppe geteilt hatten, großmäulig der Taten gerühmt (das Foto ist ein Screenshot, die weißen Vögel im Vordergrund sind die Brandenten). Das Video wurde einem Mitglied des Komitees gegen den Vogelmord zugespielt, der die Umwelteinheit der Carabinieri einschaltete. Die stellte bei einer Haudurchsuchung Jagdwaffen, Munition, ein Lockgerät und Mobiltelefone sicher. Besonders delikat: Bei den Ermittlungen kam heraus, dass das Video im Haus eines Staatsanwaltes aufgenommen wurden und dass dieser auch Miteigentümer des Jagdteiches ist, an dem die illegale Vogeljagd stattgefunden hatte! Der Platzverweis für die beiden Jäger ist der Auftakt des Strafverfahrens – demnächst ist noch mit einer Verurteilung wegen Wilderei zu rechnen, und auch dem Staatsanwalt droht Ungemach. Der Jagdteich wurde indes bereits der italienischen Vogelschutzliga LIPU zur Pflege überlassen.


10.04.2021, Malta

Maltesischer Jäger
Maltesischer Jäger

Heute startet auf der Mittelmeerinsel Malta die nach EU-Recht eigentlich illegale Frühlingsjagd auf Wachteln. Der Zugvogel, der in diesen Tagen aus dem afrikanischen Winterquartier in die mittel- und osteuropäischen Brutgebiete zieht, ist in vielen Ländern der EU gefährdet. Da jetzt kurz vor Beginn der Brut jeder geschossener Vogel den Verlust eines Brutpaares bedeutet, ist die Jagd im Frühling in ganz Europa generell verboten. Die maltesische Regierung schert sich aber nicht um internationales Naturschutzrecht und hat eine Sonderregelung bis 30. April erlassen. Ihre Argumentation: Weil im Herbst angeblich zu wenige Wachteln über Malta ziehen, müssen die Jäger eben jetzt im Frühling schießen dürfen. Damit die für solche Ausnahmen geforderte „geringe Menge“ eingehalten wird, dürfen die 8.000 Jäger nur 2.400 Wachteln schießen – jeder Jäger geht also 20 Tage auf die Pirsch, um 0,3 Wachteln schießen zu dürfen. Besonders absurd: Um das Limit zu überwachen, müssen die Jäger bei jeder geschossenen Wachtel eine SMS an die Regierung senden! Damit nicht – wie sonst üblich – auch Greifvögel und andere geschützte Arten unter Beschuss geraten, hat das Komitee gegen den Vogelmord wieder ein Team auf der Insel im Einsatz, das die Schlaf- und Rastplätze von Rohr- und Wiesenweihen, Baumfalken und Wespenbussarden überwacht.


08.04.2021, Pressebericht

Die renommierte britische Zeitschrift The Guardian berichtet aktuell ausführlich über die Arbeit des Komitees gegen den Vogelmord für einen besseren Zugvogelschutz in der norditalienischen Provinz Brescia. 

Den lesenswerten Artikel finden Sie hier: 

Snared: catching poachers to save Italy´s songbirds


06.04.2021, Libanon

Von Leimruten befreite Samtkopfgrasmücke (Libanon, April 2021)
Von Leimruten befreite Samtkopfgrasmücke (Libanon, April 2021)

Vogelfang im Libanon: Unsere Kollegen vom libanesischen MESHC ist es gelungen, eine große Fangstelle für den Singvogelfang stillzulegen. Nach dem Hinweis eines Jägers konnten die Naturfreunde zusammen mit der hinzugezogenen Polizei in dem Olivenhain 40 Leimruten sicherstellen - einige Vögel wurden befreit, darunter eine Samtkopfgrasmücke. Die Fanggeräte waren mit Tierhaaren beködert, die die Vögel jetzt zum Beginn der Brutzeit zum Nestbau sammeln und dabei auf den tückischen Klebfallen hängen bleiben. Von dem Täter fehlt jede Spur, die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

Singvögel sind im Libanon beliebte Delikatessen. Während verschiedene Drosseln, Buchfinken und Kalanderlerchen im Herbst eine reguläre Jagdzeit haben, sind Grasmücken, Rotschwänze, Schnäpper und Rohrsänger streng geschützt. Die Verwendung von Vogelfallen ist im Libanon ebenso verboten wie die Jagd im Frühling.


04.04.2021, Nordrhein-Westfalen

An der Lippe bei Vinnum im März 2021 vergifteter Mäusebussard
An der Lippe bei Vinnum im März 2021 vergifteter Mäusebussard

Greifvogelverfolgung im Ruhrgebiet: An der Lippe bei Datteln (Nordrhein-Westfahlen) haben Mitglieder des Komitees gegen den Vogelmord vor einigen Wochen einen toten Mäusebussard geborgen. Das Tier lag an einer Stelle unweit der Überführung des Dortmund-Ems-Kanals, wo kurz zuvor ein Hund mit Vergiftungserscheinungen aufgefallen war. Das Ergebnis des vom Komitee gegen den Vogelmord beauftragten Labors liegt nun vor - der geschützte Vogel wurde mit einem verbotenen Insektizid vergiftet. Die Fundumstände und der Wirkstoff sprechen für eine gezielte Giftattacke auf Greifvögel. Wer im Umfeld der Kreuzung von Lippe und Dortmund-Ems-Kanal westlich von Vinnum verdächtige Beobachtungen gemacht hat, kann uns gerne unter info@komitee.de Hinweise zukommen lassen.


03.04.2021, Italien

In einer Schlagfalle gefangenes Rotkehlchen (Ponza, April 2021)
In einer Schlagfalle gefangenes Rotkehlchen (Ponza, April 2021)

Rotkehlchenfänger in Italien erwischt: Bei einem Einsatz des Komitees gegen den Vogelmord auf der italienischen Mittelmeerinsel Ponza konnten zwei Wilderer überführt werden. Die Männer hatten Schlagfallen für Singvögel aufgestellt - in dieser Zeit im Jahr werden vor allem Rotkehlchen gefangen. Die Polizei hat 18 Fallen sowie 7 frisch gefangene Vögel (5 Rotkehlchen und zwei Gartenrotschwänze, siehe Fotos) sichergestellt, 5 weitere Schlagfallen wurden von den Komitee-Mitarbeitern abgebaut. Ponza ist einer der Brennpunkte der Wilderei in Süditalien. Dass wir dieses Mal nur zwei aktive Fangstellen gefunden haben, ist ein tolles Ergebnis unserer jahrelangen Arbeit auf dem kleinen Eiland, auf dem früher hunderte Wilderer ihr Unwesen getrieben haben.


02.04.2021, Hessen

Wenn Graureiher in ein Abzugeisen geraten, wird ihnen der Schnabel abgehackt. Das Foto stammt von einem Fall im Jahr 2014, © Frank Drutkowski.
 Frank Drutkowski 
Wenn Graureiher in ein Abzugeisen geraten, wird ihnen der Schnabel abgehackt. Das Foto stammt von einem Fall im Jahr 2014, © Frank Drutkowski.

Fischteichbetreiber wollten Graureihern die Schnäbel abhacken: Im osthessischen Breitenbach (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) hat ein Komitee-Mitglied am gestrigen Gründonnerstag in einem Fischteich drei "Unterwasserfallen" entdeckt. Die Abzugeisen waren einige Zentimeter unter der Wasseroberfläche aufgestellt und mit Plastikforellen beködert. Ein Nahrung suchender Graureiher wäre nicht in die Fallen hineingetreten und mit dem Fuß gefangen worden, sondern hätte versucht, den Fisch zu erbeuten und wären dann mit dem Schnabel in das zuschlagende Fangeisen geraten. Mit abgeschlagenem Schnabel wäre er entkommen und nach einigen Tagen elendig verhungert (das Foto eines derart misshandelten Reihers stammt von einem Fall in Brandenburg aus dem Jahr 2014, © Frank Drutkowski). Die vom Komitee gegen den Vogelmord informierte Polizei konnte die drei Fallen sicherstellen, obwohl einer der mutmaßlichen Täter noch versucht hatte, sie mit einer Stange in tieferes Wasser zu schieben. Gegen mindestens zwei Männer wurden Ermittlungen wegen des Verdachtes auf Wilderei eingeleitet.


01.04.2021, Artenschutzbrief

Die neue Ausgabe unserer Mitgliederzeitschrift Artenschutzbrief ist da! Auf 25 Seiten berichten wir über unsere Projekte und Kampagnen im In- und Ausland. Unter anderem geht es um die Wasservogeljagd im Po-Delta (Norditalien), unser Projekt ORPHEUS in Spanien, den illegalen Handel mit geschossenen Vögeln in Deutschland, die Komitee-Vogelschutzcamps auf Zypern und es gibt ein ausführliches Interview mit dem US-amerikanischen Schriftsteller und Vogelfreund Jonathan Franzen.

Sie können die Zeitschrift hier herunterladen.


28.03.2021, Deutschland

Habichtfangkorb mit gefangenem Bussard (Soest, März 2021)
Habichtfangkorb mit gefangenem Bussard (Soest, März 2021)

Greifvogelverfolgung: Die Meldung neuer Fälle illegaler Greifvogelverfolgung in Deutschland reißt nicht ab.

Ganz aktuell ist der Fund eines Habichtfangkorbes mit einem frisch gefangenen Mäusebussard bei Lippstadt im Kreis Soest (Nordrhein-Westfalen). Die Falle war mit zwei Wachteln beködert, von der eine bereits gestorben war (siehe Foto).

Aus Bad Bramstedt/Schleswig-Holstein wurde uns der Fang eines Sperbers mit einem Habichtfangkorb gemeldet, hier ist der Täter (ein Kleintierhalter) überführt. Bei Bonn wurde ein Habicht mit völlig zerstörtem Gefieder gefunden - er war scheinbar aus einer illegalen und sicher nicht fachgerechten Haltung entkommen. Aus Bayern meldet der LBV eine ganze Serie von Greifvogelvergiftungen im Raum Straubing. Insgesamt hat das Komitee gegen den Vogelmord in seiner bundesweiten Erfassungsstelle für das Jahr 2021 bereits 18 Fälle illegaler Greifvogelverfolgung aufgenommen.



26.03.2021, Italien

Geschossener Bergfink
Geschossener Bergfink

Italien - Rechtspopulisten wollen Vogelfang erlauben: Die jagdfreundliche Lega hat erneut versucht, in der norditalienischen Lombardei die EU-Vogelschutzrichtlinie auszuhebeln. Netze zum Fang von Drosseln sollten nach den Plänen der Rechtsradikalen ebenso erlaubt werden wie die Jagd auf europaweit geschützte Stieglitze, Grün-, Buch und Bergfinken (Foto: geschossener Bergfink). Zusammen mit seinen Partnerverbänden in Italien - allen voran LAC, LAV, Legambiente und WWF - hat das Komitee gegen den Vogelmord in den letzten Tagen ein Positionspapier für eine Anhörung der lombardischen Regierung in Mailand ausgearbeitet und den Abgeordneten im Regionalparlament übergeben. Auf der Anhörung der drei Koalitionspartner in der Lombardei - Lega, Forza Italia und Fratelli d´Italia - am gestrigen Donnerstag haben die Sachverständigen lange über die Vogelfangpläne diskutiert. Vor allem in Anbetracht der von uns vorgetragenen rechtlichen Bedenken wurden die Pläne wieder verworfen, der Vogelfang und die Finkenjagd sind damit erst einmal wieder vom Tisch. Die EU-feindliche und Lega versucht immer wieder, mit Attacken gegen EU-Naturschutzrecht bei ihren Wählern zu punkten.


24.03.2021, Malta

Im März 2021 bei Vogelfängern auf Malta sichergestellte Lockvögel
Im März 2021 bei Vogelfängern auf Malta sichergestellte Lockvögel

Fischadler-Abschuss und illegaler Vogelfang auf Malta: In den letzten Tagen haben sich die Ereignisse auf Malta überschlagen. Nachdem einheimische Vogelfreunde am Wochenende in Delimara den Abschuss eines Fischadlers mit der Kamera dokumentieren konnten, wurde gestern bei Mtarfa ein frisch angeschossener Schwarzmilan gefunden. Der Vogel wurde von Experten unseres Partners Birdlife Malta geborgen und in eine Pflegestation gebracht. Die Teams des Komitees haben seit Mitte März insgesamt 13 Fälle von illegalem Vogelfang bei der Polizei zu Anzeige gebracht. 6 Wilderer konnten auf frischer Tat von der Polizei erwischt und insgesamt 12 große Fangnetze beschlagnahmt werden. Außerdem wurden durch die Behörden seit Beginn der Einsätze mehr als 130 lebende Lockvögel beschlagnahmt. Das Foto zeigt unser Team bei der Freilassung von Hänflingen.


23.03.2021, Deutschland

Auszüge aus dem Angebot eines Trophäenhändlers aus Niedersachsen
Auszüge aus dem Angebot eines Trophäenhändlers aus Niedersachsen

Schwunghafter illegaler Handel mit Krähen für die Gothic-Szene. Ein Jäger aus dem Emsland muss sich wegen mehr als 250 Verstößen gegen das Bundesnaturschutzgesetz verantworten. Das Komitee gegen den Vogelmord hat Strafanzeige gegen den Mann aus Lingen (Niedersachsen) erstattet, weil dieser im Internet einen schwunghaften Handel mit Krähenschädeln, -füßen und-flügeln betrieben hat. Insgesamt geht es um mehr als 250 einzelne Verkäufe, darunter als „Bruchware“ angebotene Schädel, Flügelpaare oder zu Ketten verarbeitete Krähenfüße. Grundlage der Anzeige sind die Vermarktungsverbote des Bundesnaturschutzgesetzes, die auch für alle heimischen Rabenvögel gelten. Bei einer Hausdurchsuchung wurden letzte Woche noch 19 Flügelpaare, einige Schädel sowie weitere Beweismittel von den Behörden sichergestellt. Verkauft wurde die geschmacklose Ware hauptsächlich an Anhänger der Gothic- und Indianistenszene, bei denen Krähen bzw. daraus hergestellte Accessoires sehr beliebt sind. „Bitte beachten Sie, dass die Krähe nicht vom Himmel gestreichelt wurde, sondern von mir in meinem Revier erlegt wurde“, so der Hinweis des Jägers unter seinen Verkaufsangeboten. Weil er die Vögel trotzdem nicht vermarkten darf, wurde gegen den Mann ein Strafverfahren eingeleitet. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm eine hohe Geldstrafe sowie der Entzug des Jagdscheins.


22.03.2021, Libanon

Bergung eines angeschossenen Weißstorches im Libanon (März 2021)
Bergung eines angeschossenen Weißstorches im Libanon (März 2021)

Störche im Kreuzfeuer: Im Libanon sind am Wochenende mehrere große Schwärme von Weisstörchen unter Beschuss geraten. Wie die vom Komitee finanzierte Anti-Wilderer-Einheit unserer Partner SPNL und MESHC berichtet, wurde am Freitag in der Nähe eines Rastplatzes im Bekaa-Tal eine Gruppe bewaffnete Wilderer gestoppt, die einen angeschossenen Weißstorch auf einem Motorrad transportierte. Der Vogel wurde aus der Gewalt der Männer befreit und zu einem Tierarzt gebracht. Gestern verfolgte unser Team einen weiteren großen Schwarm die Küste entlang bis auf Höhe der Stadt Byblos, wo zahlreiche Schüsse auf den Schwarm abgegeben wurden. Da die Vögel zu diesem Zeitpunkt noch sehr hoch flogen, wurde kein Tier getroffen. Weniger Glück hatten dutzende Störche, die am Sonntag beim Abflug von einem Schlafplatz bei Akkar im Norden mit Maschinengewehren abgeschossen wurde. Bilder des Zwischenfalls sind inzwischen in Sozialen Medien aufgetaucht und wurden von unseren Partnern an die Behörden weitergeleitet. Leider wurde unser Team, das bereits auf dem Weg nach Akkar war, in letzter Minute vom libanesischen Militär zurückgerufen. Grund ist die angespannte Sicherheitslage in dem teilweise noch von Islamisten kontrollierten Distrikt.



20.03.2021, Libanon

Mitglieder von SPNL und MESHC bei einem Treffen mit dem Bürgermeister der Stadt Anjar, Vartkes Khoshian (Mitte)
Mitglieder von SPNL und MESHC bei einem Treffen mit dem Bürgermeister der Stadt Anjar, Vartkes Khoshian (Mitte)

Komitee-Vogelschutzcamp im Libanon hat begonnen: Seit gestern sind Mitglieder unserer libanesischen Partnerverbände SPNL und MESHC im Bekaa-Tal im Einsatz. Das Gebiet an der syrischen Grenze gehört zu den Brennpunkten der Wilderei im Frühling - vor allem Störche, Rohr- und Wiesenweihen sowie Schwalben und andere Singvögel werden hier nach wie vor in großem Umfang illegal geschossen. Mit Finanzierung durch das Komitee gegen den Vogelmord werden die beiden Teams die Schlaf- und Rastplätze der Zugvögel überwachen. Neben der praktischen Arbeit stehen auch Gespräche mit Lokalpolitikern auf dem Programm. So hat es bereits ein Treffen mit dem Bürgermeister der Stadt Anjar, Vartkes Khoshian (auf dem Gruppenfoto in der Mitte) gegeben. In Anjar ist die Jagd auf den streng geschützten Wespenbussard sehr verbreitet - Bürgermeister Khoshian hat seine Unterstützung im Kampf gegen die Wilderei zugesagt. Wir wünschen unseren libanesischen Freunden viel Erfolg und hoffen, bald auch wieder Komitee-Mitglieder aus Europa in den Zedernstaat schicken zu können.


19.03.2021, Malta

Wilderer beim Abbau seiner Lockvögel (Malta, März 2021)
Wilderer beim Abbau seiner Lockvögel (Malta, März 2021)

Auf Malta sind Polizisten und Komiteemitglieder erfolgreich gegen illegale Vogelfänger vorgegangen. In den letzten Tagen wurden insgesamt sechs schwere Verstöße von unseren Teams beobachtet und zur Anzeige gebracht. Der Polizei gelang es, drei Wilderer auf frischer Tat zu erwischen und Netze sowie weitere Fang-Ausrüstung zu beschlagnahmen. Ein vierter Täter konnte vor Eintreffen der Polizei flüchten, wurde aber vorher von uns gefilmt und wird vermutlich bald identifiziert werden. An den kontrollierten Fangplätzen wurden Käfige mit insgesamt 20 lebenden Buchfinken, Zeisigen und Hänflingen sichergestellt. Während die Vögel mittlerweile wieder in Freiheit fliegen, müssen sich die Vogelfänger demnächst vor Gericht verantworten. Das Komitee lobte die Polizei für ihr schnelles Eingreifen, kritisierte aber gleichzeitig das Totalversagen der Behörden im Kampf gegen den illegalen Vogelhandel.

Komiteesprecher Axel Hirschfeld forderte die Regierung dazu auf, endlich mit Nachdruck gegem angebliche "Züchter" vorzugehen und eine Kennzeichnungs- und Meldepflicht für alle betroffenen Arten einzuführen.


18.03.2021, Zypern

Aus einem Netz befreite Mönchsgrasmücke
Aus einem Netz befreite Mönchsgrasmücke

Lockdown und niedrige Strafen fördern die Wilderei! Auf Zypern beobachten wir eine dramatische Entwicklung. Während die Verwendung von Netzen für den illegalen Vogelfang aufgrund hoher Strafen zurückgeht, verlegen sich immer mehr Wilderer auf die Verwendung ebenfalls verbotener Leimruten oder der Flinte. Die Strafen für Leimruten und illegale Jagd sind so niedrig, dass diese Form der Umweltkriminalität durch die Politik gefördert wird. Die Kontrollen durch die Behörden sind ohnehin auf ein Mindestmaß reduziert und jetzt zu Pandemiezeiten sogar noch weiter zurückgefahren. In einem vom Komitee gegen den Vogelmord heute vorgelegten Bericht zur Jagdsaison von September bis November 2020 können wir mit insgesamt 383 Fällen eine deutliche Zunahme der Wilderei belegen – so schlimm war es zuletzt im Jahr 2016. 1.987 Leimruten, 50 Netze und 121 elektronische Lockanlagen wurden im Herbst 2020 sichergestellt, 43 Wilderer auf frischer Tat überführt, 324 geschützte Vögel aus Fallen gerettet.

Unsere Pressemeldung dazu von heute findet Ihr hier (in englischer Sprache).


17.03.2021, Frankreich

Mit Leimrute gefangenen Singdrossel
Mit Leimrute gefangenen Singdrossel

Meilenstein für den Zugvogelschutz - Europäischer Gerichtshof verbietet endgültig die Leimruten in Frankreich! Nach jahrelangen Verhandlungen hat der Europäische Gerichtshof in Luxemburg heute entschieden, dass die Verwendung von Leimruten zum Fang von Drosseln in der Provence gegen die EU-Vogelschutzrichtlinie verstößt. Die Richtlinie verbietet zwar den Vogelfang bereits seit 1979, lässt aber Genehmigungen zur "Wahrung der Tradition zu". Länder wie Frankreich und Malta machen von dieser Möglichkeit umfassend Gebrauch und genehmigen ihren Jägern bis heute den Vogelfang mit europaweit längst verbotenen Methoden. Die Richter urteilten heute, dass diese Genehmigungspraxis nicht mit europäischem Recht vereinbar ist. Entscheidend war, dass bei Leimruten auch geschützte Vogelarten versehentlich mitgefangen werden und diese derart verletzt werden, dass eine Freilassung nicht mehr möglich ist. Das Urteil ist deswegen wegweisend für die zahlreichen weiteren Ausnahmegenehmigungen in Frankreich, aber auch ein starkes Signal an andere EU-Mitgliedsstaaten, die den Vogelfang immer wieder erlauben. Möglich wurde das Verfahren nur durch die Kooperation des Komitees gegen den Vogelmord mit seinem französischen Partner LPO. Wir hatten die Fangpraxis vor Ort ausführlich dokumentiert und alle Ergebnisse und das von uns erstellte Bildmaterial der LPO überlassen, die mit einer großartigen Lobbyarbeit dafür gesorgt hat, dass Frankreich vor Gericht landete. Heute ist wirklich ein guter Tag für die Zugvögel!


16.03.2021, Deutschland

Jagdhund mit apportierter Waldschnepfe
 Willi Rolfes/OKAPIA 
Jagdhund mit apportierter Waldschnepfe

Razzia bei Schleppwild-Händlern in Bayern – mehr als 150 tote Vögel beschlagnahmt. In Bayern sind nach einer Strafanzeige des Komitees die Wohn- und Geschäftsräume von zwei Tierpräparatoren durchsucht worden. Dabei wurden mehr als 150 tote Eichelhäher, Krähen und andere geschützte Vogelarten sowie Datenträger und Geschäftsunterlagen der letzten drei Jahre sichergestellt. Den Beschuldigten drohen wegen gewerbsmäßigem Handel mit besonders geschützten Tierarten hohe Geldstrafen, der gesetzliche Strafrahmen reicht bis zu fünf Jahren Haft.

Die beiden Händler aus den Landkreisen Deggendorf und Rottal-Inn sind Teil eines größeren Netzwerkes, das bundesweit und in großem Stil gefrorene Kadaver von Rabenvögeln, Enten und Waldschnepfen an Jäger und Trophäensammler verkauft hat. Insgesamt wird gegen 12 Beschuldigte aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern ermittelt.


14.03.2021, Italien

"Prodine" - Schlagnetz zum Fang von Drosseln (Brescia, Februar 2021)
"Prodine" - Schlagnetz zum Fang von Drosseln (Brescia, Februar 2021)

Winteraktionen in Norditalien abgeschlossen – 4 Wilderer überführt: Von Ende Januar bis Anfang März 2021 haben trotz der Corona-Einschränkungen unsere Winteraktionen im norditalienischen Brescia stattgefunden. Vier Wilderer, die in den Südalpen überwinternden Wacholderdrosseln mit Fallen und Netzen illegal nachgestellt hatten, wurden aufgrund unserer Hinweise von den Carabinieri-Forestale bzw. der Provinzpolizei überführt. Insgesamt konnten ein halbes Dutzend "prodine" (Lebendfallen zum Drosselfang, Foto), ein großes Stellnetz (Foto, mit Wacholderdrossel) und 12 Bogenfallen sichergestellt werden.

Mit dem Beginn des Frühlings endet die Fangsaison in den Bergen am Gardasee. Wenn hier im August wieder die ersten Fallen aufgestellt werden, sind wir ebenfalls wieder zur Stelle!


12.03.2021, Baden-Württemberg

Bei Heilbronn im März 2021 illegal aufgestellte Greifvogelfalle
 Tierhilfe Unterland 
Bei Heilbronn im März 2021 illegal aufgestellte Greifvogelfalle

Hühnerhalter fängt Bussard mit Schlagfalle: Ein Spaziergänger hat in einer Kleingartenanlage bei Heilbronn einen Mäusebussard gefunden, der mit einem illegalen Tellereisen gefangen war. Die von ihm informierte Polizei zog die Tierrettung Unterland hinzu, die den schwerstverletzten Vogel bergen konnte. Das mit einem Fleischstück beköderte Fanggerät hatte das linke Bein des Vogels völlig zerschlagen, so dass er leider vom Tierarzt eingeschläfert werden musste. Gegen den Besitzer des Grundstückes - einen Hühnerhalter - wurde Anzeige wegen des Verdachtes auf Tierquälerei, Wilderei und Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz erstattet. Das Komitee gegen den Vogelmord hat bei der Strafanzeige beratend mitgewirkt. Mäusebussarde unterliegen wie alle Greifvögel dem Jagdrecht und haben eine ganzjährige Schonzeit, zudem sind sie durch die Regelungen des Bundesnaturschutzgesetzes streng geschützt. Die Verwendung von Tellereisen wurde bereits im Jahr 1995 in der gesamten EU verboten. Danke an die Tierretter und die Polizei für den vorbildlichen Einsatz!


08.03.2021, Weltfrauentag

Am heutigen Internationalen Weltfrauentag möchten wir unseren Mitarbeiterinnen und Teilnehmerinnen für die tolle Arbeit danken. Bei unseren Vogelschutzeinsätzen sind sie immer an vorderster Front dabei und streiten so nicht nur für einen besseren Vogelschutz, sondern auch gegen Vorurteile und Klischees. Gleichberechtigung gehört für uns genauso zu einer besseren Zukunft wie ein Ende der Vogeljagd, denn oft sind es die gleichen unsinnigen Traditionen, die manchen "Herren der Schöpfung" den Blick vernebeln. Dabei gehen wir beim Komitee gegen den Vogelmord mit gutem Beispiel voran - 6 unserer 12 Angestellten sind Frauen. Und nicht selten sind sie die mutigsten, wenn es darum geht, kriminellen Wilderern das Handwerk zu legen.


02.03.2021, Norhein-Westfalen

Im "Giftrevier Uevekoven" im März 2021 tot aufgefundener Habicht
Im "Giftrevier Uevekoven" im März 2021 tot aufgefundener Habicht

Giftalarm in Heinsberg: In und um das Naturschutzgebiet „Tüschenbroicher Wald“ bei Wegberg-Uevekoven (Kreis Heinsberg, Nordrhein-Westfalen) sind gestern vier tote Greifvögel und mutmaßliche Giftköder gefunden worden. Die Tiere und Köder wurden gesichert und der Polizei in Erkelenz übergeben. Die aktuellen Funde sind kein Einzelfall, sondern reihen sich ein in eine ganze Serie von kriminellen Vogelvergiftungen rund um das Schutzgebiet. Zwischen 2008 und 2020 wurden hier mehr als zwei Dutzend nachweislich vergiftete Greifvögel gefunden. Um die Ermittlungen der Polizei zu unterstützen, hat das Komitee gegen den Vogelmord eine Belohnung von 5.000 Euro für Hinweise, die zur Aufklärung des Falls führen, ausgelobt.

In vergleichbaren Fällen treten neben Hühner- und Taubenhaltern immer wieder Niederwildjäger als Täter in Erscheinung. Rund die Hälfte aller in Deutschland wegen illegaler Greifvogelverfolgung rechtskräftig verurteilten Straftäter sind Jagdscheininhaber. Eine Verbindung zu einer möglichen Windkraftplanung ist in diesem Fall sehr unwahrscheinlich.


26.02.2021, Sardinien

Auf Sardinien eingesammelte Rosshaarschlingen und ein gefangenes Rotkehlchen (Februar 2021)
Auf Sardinien eingesammelte Rosshaarschlingen und ein gefangenes Rotkehlchen (Februar 2021)

7 Vogelfänger auf Sardinien erwischt: In den letzten 10 Tagen hat unser zweiter Komitee-Einsatz dieses Winters auf Sardinien stattgefunden. Auf der italienischen Mittelmeerinsel überwintern viele Zugvögel und rufen Wilderer auf den Plan. Sie fangen vor allem Drosseln, Rotkehlchen und Grasmücken illegal mit Netzen und Rosshaarschlingen. Nachdem wir kurz vor Weihnachten erste Erkundungen durchgeführt haben, konnten wir jetzt mit der Polizei an den zuvor gefundenen Stellen insgesamt 7 Wilderer auf frischer Tat erwischen. 235 Rosshaarschlingen (siehe Foto, mit totem Rotkehlchen), 47 Schlagfallen und 3 Netze für den Vogelfang und 5 Drahtschlingen für den Fang von Säugetieren (Wildscheine und Hirsche) wurden sichergestellt. Danke an unsere Freunde von der LAV (italienische Tierversuchsgegner) für ihre tolle Unterstützung.


20.02.2021, Italien

Heckenbarunelle in Fangnetz (Brescia9
Heckenbarunelle in Fangnetz (Brescia9

Winter-Wilderei in Brescia: In den Bergen nördlich der italienischen Großstadt Brescia wurde gestern aufgrund eines Hinweises des Komitees gegen den Vogelmord ein weiterer Wilderer überführt. Der Mann hatte unweit einer Ortschaft ein Netz aufgestellt, um Wacholderdrosseln zu fangen. Die nordischen Zugvögel sammeln sich jetzt zum Spätwinter in den Berge der Südalpen in großen Schwärmen. Jäger sind hinter ihnen her, um sie als lebende Lockvögel für die Jagd verwenden zu können. Der Täter hatte aber in zweierlei Hinsicht Pech: Zum einen hatte er nur zwei Sumpfmeisen und eine Heckenbraunelle gefangen (Foto), zum anderen warteten im Gebüsch Polizisten auf ihn. Er wurde auf frischer Tat überführt. Es ist schon der dritte Vogelfänger, den wir in Brescia in diesem Februar geschnappt haben!


16.02.2021, Italien

In illegaler Drahtschlinge zu Tode gekommener Fuchs (Sardinien)
In illegaler Drahtschlinge zu Tode gekommener Fuchs (Sardinien)

Brutale Schlingen auf Sardinien gefunden: Schlingen gehören zu den grausamsten Tierfallen überhaupt. Wenn Vögel oder Säugetiere mit dem Kopf in die Falle geraten, lässt ihr natürlicher Reflex sie von der Gefahr flüchten. Je mehr Kraft sie darauf verwenden, zu entkommen, desto fester zieht sich die Schlinge um ihren Hals. So strangulieren sie sich langsam selbst - ein furchtbarer Todeskampf. Wilderer auf der ganzen Welt greifen zu dieser Methode, auch in Europa ist sie weit verbreitet. Bei dem aktuell laufenden Einsatz des Komitees gegen den Vogelmord auf Sardinien sind wir eigentlich auf der Suche nach Rosshaarschlingen für den Fang von Drosseln und Rotkehlchen. Doch in den Wäldern der italienischen Mittelmeerinsel finden wir auch immer wieder große Drahtschlingen, die Wilderer für Wildscheine und den Sardischen Hirschen (einer endemischen Unterart des Rothirschen) aufstellen. Immer wieder geraten auch Füchse in die Schlingen - an ihnen hat niemand Interesse, sie bleiben einfach achtlos am Wegesrand hängen, wie unser Archivbild aus dem Jahr 2017 aus den Wäldern bei Cagliari zeigt. In den letzten Tagen haben wir insgesamt 50 Schlingen entdeckt, ein Teil alt und nicht mehr in Benutzung, einige aber voll funktionsfähig. Die noch einsatzfähigen Schlingen wurden von den Komitee-Mitgliedern abgebaut.