Komitee gegen den Vogelmord e.V. Committee Against Bird Slaughter (CABS)

Komitee gegen den Vogelmord e. V.
Committee Against Bird Slaughter (CABS)

  • deutsch
  • english
  • italiano
Spenden-Button

Vogelschutz-Blog

Mit unseren Beiträgen in den Sozialen Medien immer auf dem Laufenden bleiben - und das ganz ohne Datenschutzbedenken: Wer einen Bogen um Facebook, Instagram, Twitter & Co macht, bleibt hier trotzdem gut informiert. Im Vogelschutz-Blog finden Sie immer alle Facebook-Beiträge des Komitees gegen den Vogelmord.

22.06.2022, Hessen

Gefangener Erlenzeisig im Landkreis Fulda
Gefangener Erlenzeisig im Landkreis Fulda

Neues Urteil gegen einen Vogelfänger aus Deutschland: Nachdem das Komitee gegen den Vogelmord im vergangenem Jahr einen Singvogelfänger aus Hessen angezeigt hatte, ist nun vom Amtsgericht in Fulda ein Urteil ausgesprochen worden. Wie die zuständige Staatsanwaltschaft in einem aktuellen Schreiben an das Komitee mitteilt, wurde der Mann zu einer Geldstrafe in Höhe von 1.000 € verurteilt.Bereits im Herbst 2021 hatten Artenschutzexperten des Komitees wegen des gewohnheitsmäßigen Fangs von Singvögeln umfangreiche Beweise für die verbotenen Aktivitäten des Mannes bei der zuständigen Staatsanwaltschaft vorgelegt. Darunter Fotos und Videos, die den Mann beim Aufbau und Aktivieren von Vogelfallen zeigen und den Fang von Singvögeln in einem Zeitraum von über einem Jahr belegen. Anschließend sind bei einer Razzia auf dem Grundstück des Verantwortlichen mehrere aktive Fanggeräte für Singvögel und eine Voliere mit Dutzenden illegal gehaltenen Finken und anderen heimischen Arten entdeckt worden. Alexander Heyd, Geschäftsführer des Komitees, hält das Urteil jedoch für nicht abschreckend genug: „Allein der Schwarzmarktwert der damals beschlagnahmten Singvögel beträgt ein Vielfaches der jetzt ausgesprochenen Geldstrafe. Außerdem sieht der Gesetzgeber bei einer gewohnheitsmäßigen Nachstellung von Singvögeln eine Mindeststrafe von drei Monaten Freiheitsentzug vor. Warum sich die Staatsanwaltschaft dazu entschlossen hat, dieses Tatmerkmal nicht zu würdigen, obwohl die regelmäßige Fangaktivität des Mannes in einem Zeitraum von über einem Jahr von uns nachgewiesen wurde, erschließt sich uns nicht.“


10.06.2022, Zypern

Beamte beim Abbauen eines Bodennetzes in der Region Famagusta
Beamte beim Abbauen eines Bodennetzes in der Region Famagusta

Erfolg für den Artenschutz auf Zypern – Behörden gehen endlich gegen tödliche Bodennetze vor. Nachdem das Komitee vor zwei Wochen den Tod zahlreicher bedrohter Wildtiere in sogenannten Bodennetzen auf Zypern angeprangert und der Regierung Untätigkeit vorgeworfen hatte, haben die Behörden im Bezirk Famagusta nun damit begonnen, die für Reptilien, Vögel und Säugetiere tödlichen Fallen zu entfernen. Wie das Landwirtschaftsministerium auf Facebook mitteilte, waren neben Polizeibeamten auch Mitarbeiter des Ministeriums und den zuständigen Gemeindeverwaltungen im Einsatz. Fast alle bei der Aktion entfernten Netze waren von uns mit dem genauen Standort an die Behörden gemeldet worden. Zuvor hatten unsere Teams insgesamt 74 verendete Wildtiere, darunter Schlangen, Igel, Vögel, Eidechsen und Chamäleons an insgesamt 25 Netzstandorten gefunden. Die Netze werden entlang von Mauern und Häusern gespannt, um Schlangen und andere unerwünschte tierische Besucher von den Grundstücken fernzuhalten. Wie das Umweltministerium in Nikosia betont, ist die Verwendung dieser tierquälerischen Netze streng verboten und kann mit Geldstrafen von bis zu 17.000 Euro bestraft werden. In den nächsten Wochen sind weitere Aktionen geplant. Die Tageszeitung "Cyprus Mail" berichtet hier.


07.06.2022, Libanon

Unter den rund 30 beschlagnahmten Vögeln waren vor allem Grasmücken und Spötter.
Unter den rund 30 beschlagnahmten Vögeln waren vor allem Grasmücken und Spötter.

Anti-Wilderei-Einheit (APU) des Komitees überführt zwei weitere Wilderer im Libanon: Ein Team unserer Anti-Wilderei-Einheit, die wir gemeinsam mit der Society for the Protection of Nature in Lebanon und dem Middle East Sustainable Hunting Center betreiben, hat im Bezirk Keserwan, im zentralen Libanongebirge zwei Wilderer überführt, die in der Brutzeit Jagd auf Singvögel gemacht hatten. Bei einem Einsatz in Zusammenarbeit mit den Lebanese Internal Security Forces wurde bei einem der Männer ein Beutel mit rund 30 geschützten Singvögeln beschlagnahmt, darunter vor allem Grasmücken und Spötter. Nach mehreren Warnungen wurden gegen die Männer zwei Haftbefehle erlassen.


05.06.2022, Europa

Von Leimrute befreite Mönchsgrasmücke im Frühling 2022 auf Zypern.
Von Leimrute befreite Mönchsgrasmücke im Frühling 2022 auf Zypern.

Bilanz unserer Frühlingseinsätze – Komitee überführt 69 Vogelfänger und Wilderer in Europa: Seit Anfang März haben wir bei über zehn Einsätzen in Italien, auf Malta, Zypern, im Libanon und in Deutschland insgesamt 69 Personen überführt, die nachweislich illegal Vögel gefangen oder abgeschossen hatten. 53 Aktivisten aus England, Italien, Malta, dem Libanon, Slowenien, Spanien, der Türkei und Deutschland waren dabei im Einsatz. 501 Fallen, 91 Netze, vier Schusswaffen, rund 800 Schuss Munition und 19 elektronische Lockanlagen wurden sichergestellt und 159 Fangplätze wurden stillgelegt. Dabei konnten 176 lebende Vögel befreit werden, darunter Grasmücken, Rotschwänze, Nachtigallen und Turteltauben. 81 Vögel wurden nur noch tot geborgen. Mehr Infos zu unseren Projekten finden Sie hier.


03.06.2022, Malta

Auf Malta arbeiten die Einsatzkräfte der Polizei mit Mitarbeitern des Komitees zusammen, um gegen den illegalen Vogelfang vorzugehen.
Auf Malta arbeiten die Einsatzkräfte der Polizei mit Mitarbeitern des Komitees zusammen, um gegen den illegalen Vogelfang vorzugehen.

Schuldig – Vogelfänger müssen zahlen. Diese Woche mussten sich drei Wilderer vor Gerichten in Valletta (Malta) verantworten. Die Männer wurden wegen des Vorwurfs angeklagt, während der Schonzeit im Frühjahr in L-Ahrax, Migra L-Ferha und Bahrija illegal Hänflinge und andere Finken gefangen zu haben. Ihre illegalen Aktivitäten wurden von mehreren Teams des Komitees gefilmt, die die Fälle anschließend der Umwelteinheit der maltesischen Polizei (EPU) gemeldet haben und auch bei den Gerichtsverhandlungen aussagten. Nach Anhörung aller Zeugen und Auswertung der Beweise verurteilte Richterin Elaine Mercieca die Männer zu Geldstrafen von 1.500, 1.200 und 1.000 Euro. Das Gericht ordnete außerdem den Entzug ihrer Fanglizenzen für zwei Jahre an. Die diese Woche verhandelten Fälle sind Teil einer ganzen Reihe von Wilderei-Vergehen, die das Komitee in den letzten Jahren auf Malta aufgedeckt hat. "Wir wissen von mindestens 38 weiteren Gerichtsverfahren gegen mutmaßliche Wilderer, die von unseren Teams gemeldet und gefilmt wurden", sagte Fiona Burrows, Anti-Wilderei-Beauftrage des Komitees. Sobald neue Urteile verkündet werden, werden wir hier darüber berichten.


02.06.2022, Italien

Archivbild
Archivbild

Turteltauben-Jäger in Italien verhaftet: Ein Team des Komitees hat in den vergangenen Wochen einen Wilderer überführt, der mitten in der Schonzeit mehrere Turteltauben getötet hatte. Tatort war die kleine Insel Palmarola, die als Teil der pontinischen Inseln einen wichtigen Trittstein für Zugvögel auf der Mittleren Zugschiene darstellt. Doch vor allem im Frühjahr fallen viele von ihnen hier der illegalen Frühlingsjagd oder dem Vogelfang zum Opfer. Deswegen ist das Komitee jedes Jahr auf den Inseln Ponza und Palmarola präsent und geht gemeinsam mit den Behörden gegen diese illegalen Nachstellungen vor. Da Palmarola unbewohnt und nur mit kleinen Booten erreichbar ist, fühlen sich die Wilderer hier besonders sicher. Im aktuellen Fang gelang es, den Täter nach tagelanger Überwachung aus einem Versteck heraus zu filmen. Die von uns eingeschaltete Forstpolizei führte nach Sichtung der von uns vorgelegten Beweise eine Durchsuchung im Haus des Mannes durch. Dabei fanden und beschlagnahmten sie eine nicht registrierte Flinte sowie mehr als hundert Schuss Munition. Für die Beamten ist der Mann kein Unbekannter. Bereits vor sechs Jahren wurde er nach einer spektakulären Verfolgungsjagd mit einem Polizei-Hubschrauber wegen Wilderei verhaftet. Deshalb und wegen weiterer Straftaten darf er weder Waffen noch Munition besitzen. Nun wird er sich erneut vor Gericht verantworten müssen.


29.05.2022, Deutschland

Einige Stieglitze konnten direkt freigelassen werden.
 Zollamt Essen 
Einige Stieglitze konnten direkt freigelassen werden.

Illegaler Singvogelfang in Deutschland – Komitee lobt Einsatz des Zollfahndungsamts Essen gegen den illegalen Singvogelfang und -handel im Ruhrgebiet: Wie unter der Woche bekannt wurde, hat das Zollfahndungsamt in Essen nach einem anonymen Hinweis in einer Kleingartenanlage geschützte Singvögel beschlagnahmt, für die der 57-jährige Besitzer der Parzelle keine Herkunfts- oder Einfuhrnachweise vorlegen konnte. Zusätzlich wird wegen der Manipulation von Züchterringen ermittelt. Gegen den Mann wurde inzwischen ein Verfügungsverbot ausgesprochen. Bereits am 19. Mai durchsuchten die Essener Fahnder gemeinsam mit Hilfe der Stadt Essen sowie der Staatsanwaltschaft Essen zwei Anschriften des Beschuldigten, nachdem dieser bereits im vergangenen August bei einer Kontrolle in seiner Parzelle keine Nachweise für insgesamt 57 geschützte Singvögel vorzeigen konnte. Bei dem aktuellen Einsatz wurden nun 41 Stieglitze (darunter auch Stieglitz-Mischlinge), 1 Bluthänfling 2 Ammern und 34 tote Stieglitze sowie zahlreiche weitere Beweismittel sichergestellt.


24.05.2022, Zypern

Igel, gefangen in einem Bodennetz auf Zypern im Frühjahr 2022
Igel, gefangen in einem Bodennetz auf Zypern im Frühjahr 2022

Todesfalle Bodennetz - Das Komitee fordert die sofortige Abschaffung von Bodennetzen auf Zypern: Landwirte und Landbesitzer nutzen auf Zypern häufig große Bodennetze, um Schlangen von ihren Grundstücken fernzuhalten. Dabei handelt es sich in der Regel um Fischernetze, die an den Grundstücksgrenzen ausgelegt und an Mauern oder Zäunen befestigt werden. Während unserer Einsätze finden wir immer wieder gefangene Wildtiere, die in diesen Netzen qualvoll sterben. Neben verschiedenen Schlangenarten werden vor allem Reptilien, wie der Hardun (Stellagama stellio) oder das europäische Chamäleon, aber auch Igel oder Vögel Opfer dieser Praxis. Während einer Studie im vergangenen Frühjahr fanden unsere Aktivisten an 25 Standorten Netze mit insgesamt 74 Wildtieren. Die häufigsten Opfer der kontrollierten Netze waren Agamen und Pfeilnattern. Beide Arten sind in Europa bedroht und stehen in Zypern sowohl durch europäische als auch durch nationale Rechtsvorschriften unter strengem Schutz. Obwohl die Bodennetze in denen Tiere gefangen wurden von unseren Mitarbeitern dem Umweltministerium in Nikosia mit der Bitte die Netze zu entfernen gemeldet wurden, mussten wir nun feststellen, dass keines der Netze abgebaut wurde. Das Ministerium hat offensichtlich nichts unternommen, sodass in diesen Netzen insgesamt 20 Schlangen, Igel und Vögel zu Tode kamen. Das Komitee hat die Behörden nun zum wiederholten Male dazu aufgefordert, die europäischen und nationalen Rechtsvorschriften endlich umzusetzen und entschlossen gegen ihre Verwendung vorzugehen. Unsere Pressemeldung (englisch) finden Sie hier


16.05.2022, Deutschland

Vogelfänger vor seiner Falle im Emsland
Vogelfänger vor seiner Falle im Emsland

Illegaler Vogelfang im Emsland: Wilderer tappt in Kamerafalle. Die Polizei Papenburg ermittelt gegen einen Landwirt aus der Gemeinde Rhede, der in einem Feldgehölz eine riesige Falle für den Fang von Krähen und geschützten Greifvögeln betrieben hat. Was der Mann nicht wusste: Mitarbeiter des Komitee gegen den Vogelmord e.V. hatten sein Fanggerät entdeckt und eine Woche lang mit einer versteckten Kamera überwacht. Dabei handelte es sich um eine sogenannte Massen- oder Leiterfalle, die mit einer lebenden Krähe beködert war und nach dem Prinzip einer Reuse funktioniert. Durch spezielle Fangöffnungen im Dach können Vögel zwar von oben nach unten hinein, jedoch nicht wieder herausgelangen. Die Falle stand in unmittelbarer Nähe zu jagdlichen Einrichtungen. „Die aufgezeichneten Videos zeigen eindeutig, wer die Falle kontrolliert und den Lockvogel versorgt hat. Wir haben Anzeige wegen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz erstattet“, so Komiteesprecher Axel Hirschfeld. Der Fang von Krähen oder Greifvögeln ist in Deutschland – ungeachtet der angewendeten Methode – verboten. Das Verbot umfasst auch das Nachstellen und alle vorbereitenden Handlungen wie etwa das Aufstellen oder die Beköderung von Fallen. Unsere Fotos zeigen den Beschuldigten direkt an der Falle sowie eine von zwei darin gefangenen Krähen. Die Vögel wurden von uns unter den wachsamen Augen der Polizei freigelassen.


13.05.2022, Spendenaktion fürs Komitee

Unser Ehrenamtler Andy Short bei der Überquerung des Channels.
Unser Ehrenamtler Andy Short bei der Überquerung des Channels.

Erfolgreiche Spendenaktion für das Komitee: Nach langem pandemiebedingtem Warten hat einer unserer engagiertesten Ehrenamtler Andy Short endlich sein Ziel erreicht – den Ärmelkanal von der Küste Englands bis nach Frankreich im Stand-up-Paddling (Stehpaddeln) zu durchqueren. Ziel seiner Aktion war es, 10.000 Pfund (ca. 11.750 €) zugunsten unserer Kampagnen für den Zugvogelschutz im Mittelmeerraum zu sammeln. Andy startete am Montagmorgen in Dungeness (Kent) unter alles andere als idealen Bedingungen und hätte seine Tour beinahe abbrechen müssen. Dabei wurde er von seinem besten Freund James Callaghan begleitet (der auch schon als Freiwilliger für das Komitee gearbeitet hat). Nachdem die beiden das Gezeitenfenster erwischt hatten, besserte sich später noch das Wetter, sodass sie ab Mitte ihrer Passage nahezu perfekte Bedingungen hatten. Die beiden haben es geschafft, das Gezeitenfenster nicht zu verpassen. Später besserte sich sogar noch das Wetter, sodass sie ab der Mitte ihrer Passage nahezu perfekte Bedingungen hatten. Nach sechs Stunden (!) fast ununterbrochenen Paddelns und einer Gesamtstrecke von 33,8 km haben sie schließlich den Hafen von Boulogne in Frankreich erreicht. Andy hat bisher beeindruckende 4.000 Pfund gesammelt. Dafür hatte er bereits im Vorfeld einen Quizabend, einen magischen Curryabend und eine gesponserte Wanderung veranstaltet. Alle Aktionen waren sehr gut besucht.


10.05.2022, Deutschland

Polizei beim Abtransport der illegalen Vogelfalle
Polizei beim Abtransport der illegalen Vogelfalle

Illegale Vogelfall bei Erkelenz sichergestellt: Wildkamera liefert Hinweise auf die Täter - Polizei leitet Ermittlungen ein: Erkelenz. In einem Feldgehölz bei Erkelenz (Kreis Heinsberg) hat die Polizei gestern Nachmittag eine illegale Lebendfalle für den Fang von Vögeln sichergestellt. In der aus Drahtgitter gebauten Konstruktion saß eine lebende Elster als Lockvogel. Direkt daneben lagen die Überreste einer toten Waldohreule. Gerufen wurden die Beamten vom Komitee gegen den Vogelmord, dessen Mitarbeiter das Fanggerät nach einem Hinweis entdeckt und eine Woche lang mit einer Wildkamera überwacht hatten. Mit Erfolg. „Die Auswertung der Videos ergab, dass die Falle jeden Tag kontrolliert und der Lockvogel gefüttert wurde. Dabei traten zwei Personen in Erscheinung, die der örtlichen Jägerschaft zugeordnet werden können“, so Komitee-Geschäftsführer Alexander Heyd. Das Videomaterial wurde heute zusammen mit einer Strafanzeige an die Polizei in Erkelenz geschickt. Es geht um den Vorwurf des illegalen Fangs und des Nachstellens geschützter Vögel sowie um Tierquälerei. Den Tätern drohen im Falle einer Verurteilung hohe Geldstrafen sowie der Verlust ihrer Jagdscheine. „Unsere Videos zeigen eindeutig, wer die Falle betreibt. Die Gesichter der beiden Verdächtigen sind gut erkennbar. Wir gehen davon aus, dass sie identifiziert werden können“, so Alexander Heyd. Die illegale Verfolgung von Greifvögeln, Eulen und Rabenvögeln mit Gift oder Fallen ist im Kreis Heinsberg weit verbreitet. Nach Angaben  der Bonner Erfassungs- und Dokumentationsstelle Greifvogelverfolgung und Artenschutzkriminalität (EDGAR) wurden seit 2005 im Kreis 79 Fälle mit mehr als 150 Opfern nachgewiesen.  Dabei ist von einer sehr hohen Dunkelziffer auszugehen. Fast alle von den Behörden bisher deswegen eingeleiteten Ermittlungsverfahren wurden ergebnislos eingestellt.  


06.05.2022, Zypern

Mönchsgrasmücken an Leimruten
Mönchsgrasmücken an Leimruten

Mönchsgrasmücken für den Kochtopf: Das Komitee gegen den Vogelmord hat heute erste Zwischenergebnisse seines Vogelschutzcamps auf Zypern veröffentlicht. Seit Mitte April haben unsere Aktivisten auf der Insel 20 aktive Anlagen für den Fang von Singvögeln gefunden und an die Behörden gemeldet. Beamte der Polizei und der Jagdaufsicht konfiszierten daraufhin insgesamt 335 Leimruten und zwei elektronische Lockgeräte, mit denen der Gesang von Mönchsgrasmücken abgespielt wurde. Neun Vogelfänger wurden auf frischer Tat erwischt und müssen Geldbußen in Höhe von jeweils mehreren Tausend Euro bezahlen. 21 frisch gefangene Vögel – hauptsächlich Mönchsgrasmücken (siehe Fotos) – wurden aus den Leimruten befreit, gesäubert und wieder freigelassen. Der Verzehr von Singvögeln als „Delikatesse“ ist auf Zypern trotz strenger Verbote nach wie vor weit verbreitet. Vor allem Mönchgrasmücken werden für das traditionelle Gericht „Ambelopoulia“ gezielt zu Hunderttausenden gefangen.


03.05.2022, Deutschland

Hier wird die Leiterfalle grade von den Behörden "abgeschleppt".
Hier wird die Leiterfalle grade von den Behörden "abgeschleppt".

Illegale Vogelfang-Anlage wird von Behörde "abgeschleppt": Bei einem Einsatz im Landkreis Prignitz (Brandenburg) haben Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord eine riesige Lebendfalle für Greifvögel in einer Flussaue entdeckt und bei den Behörden angezeigt. Das Kuriose: Die riesige, illegale Konstruktion war fest auf einen PKW-Anhänger montiert und wurde offenbar von den Tätern an wechselnden Standorten zum Fang von Vögeln eingesetzt. Bei dem Gerät handelt es sich um eine sogenannte Leiter- bzw. Massenfalle, mit der Raben- und Greifvögel sowie Eulen gefangen werden können. In der Nähe wurden die Überreste eines toten Greifvogels entdeckt. Um Tiere in die Falle zu locken, setzten der oder die Täter Eier und eine Plastikattrappe von einem Entenküken als "Köder" ein. Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Prignitz hat die gesamte Konstruktion Ende vergangener Woche mit Unterstützung durch die Vogelschutzwarte Brandenburg beschlagnahmt und "abgeschleppt" (siehe Foto). Die Behörden ermitteln gegen Unbekannt. Das Komitee hat die Bevölkerung dazu aufgerufen, bei Spaziergängen die Augen offen zu halten und verdächtige Fallen an die Polizei oder direkt an unser Büro in Bonn (Email an info@komitee.de) zu melden.


02.05.2022, Libanon

Anti-Wilderei-Workshop im Libanon
Anti-Wilderei-Workshop im Libanon

Letzte Woche fand im Libanon ein gemeinsamer Workshop des Komitees, der Society for the Protection of Nature in Lebanon, der MESHC Anti-Poaching Unit und der Lebanese Internal Security Forces (libanesische Sicherheitskräfte) statt, um eine bessere Zusammenarbeit und Kommunikation bei der Wilderei-Bekämpfung zu entwickeln. Der Workshop wurde im Rahmen des LIFE-Projekts Egyptian Vulture New LIFE zum Schutz von international hoch bedrohten Schmutzgeiern veranstaltet.

Dabei traf sich unsere Anti-Wilderei-Einheit mit Beamten der libanesischen Sicherheitskräfte, um eine gemeinsame Strategie zu erarbeiten. Unter der Schirmherrschaft und Leitung des Generaldirektors Generalmajor Imad Othman, wurden dabei praktische Lösungen zum Schutz von Zugvögeln im Libanon diskutiert. Bei dem Treffen wurden ebenfalls das Jagdgesetz und die damit verbundenen Verordnungen besprochen und die Einsatzkräfte informiert. Im Anschluss an die Sitzung gaben die SPNL und MESHC bekannt, dass einer der erst kürzlich befreiten Schmutzgeier (wir berichteten am 25. April darüber) Joseph getauft wurde – in Anlehnung an die mittlerweile fünfjährigen Bemühungen von Oberst Joseph Musallam im Kampf gegen die Wilderei im Land.


30.04.2022, Deutschland

Habichtfangkorb auf Usedom
Habichtfangkorb auf Usedom

EILMELDUNG: Illegaler Fang von Greifvögeln auf Usedom – Polizei ermittelt Verdächtigen. In der Ortschaft Neppermin auf Usedom (Mecklenburg-Vorpommern) haben Polizeibeamte gestern Abend auf einem Privatgrundstück eine illegale Fangeinrichtung für Habichte und andere geschützte Greifvögel deaktiviert und sichergestellt. Ausgelöst wurde der Einsatz durch den Verein Komitee gegen den Vogelmord, dessen Mitarbeiter den Fall gestern beim zuständigen Polizeirevier in Heringsdorf gemeldet hatten. Wie der Verband mitteilt, war die Falle aktiviert und mit einer lebenden Taube beködert, was einen strafbaren Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz darstellt. In unmittelbarer Nähe zum Fangplatz befindet sich die Schlaganlage des Veranstalters eines der größten deutschen Taubenrennens, bei dem jährlich Preisgelder von 100.000 Euro an die Gewinner ausgezahlt werden. Der Veranstalter des Rennens und Betreiber des Nepperminer Taubenschlages soll gegenüber der Polizei mittlerweile zugegeben haben, Besitzer des Fangkorbes zu sein. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Im Falle einer Verurteilung droht dem Mann eine hohe Geldstrafe. Sollte festgestellt werden, dass die Tat (das Nachstellen bzw. der Fang von Greifvögeln) gewohnheits- oder gewerbsmäßig begangen wurde, kann theoretisch sogar eine Freiheitsstrafe verhängt werden. Unser Foto zeigt den gestern sichergestellten Fangkorb samt lebender Locktaube. Als „Podest“ für die Falle diente offenbar das Gerüst einer alten Kinderrutsche.


29.04.2022, Italien

Beschlagnahmte Jagdwaffen, Munition und Jagdutensilien auf Ischia
Beschlagnahmte Jagdwaffen, Munition und Jagdutensilien auf Ischia

Erfolgreiche Aktion gegen die illegale Singvogeljagd in Italien: In den vergangenen Wochen haben Mitarbeiter des Komitees auf der Insel Ischia umfangreiche Beweise für den illegalen Fang und Abschuss von Braunkehlchen, Steinschmätzern und anderen geschützten Zugvögeln gesammelt. Das Material, darunter auch Videos, die zwei Männer beim Vogelfang zeigen, wurde der Forstpolizei (Carabinieri Forestale) übergeben. Bei der Durchsuchung der Häuser der beiden Hauptverdächtigen wurden 20 einsatzbereite Singvogelfallen, zwei nicht registrierte Schrotflinten mit abgeschliffenen Seriennummern, 800 Schuss Munition sowie mehrere frisch getötete Singvögel sichergestellt. Gegen die beiden mutmaßlichen Wilderer wurden Strafverfahren wegen Verstoß gegen das Jagdgesetz und das Waffengesetz eingeleitet. Die Ermittlungen dauern an.


26.04.2022, Libanon

Illegal gehaltener Schmutzgeier im Libanon
Illegal gehaltener Schmutzgeier im Libanon

Illegale Haltung und Handel mit Geiern im Libanon: Gestern haben die Mitglieder unseres Anti-Poaching-Units (APU) bei der Kontrolle einer Farm in Mariyata (nördliches Bekaa-Tal) zwei weitere illegal gehaltene Schmutzgeier entdeckt. Der Besitzer gab an, nicht gewusst zu haben, dass die Haltung der stark gefährdeten Tiere verboten ist. Zur Herkunft der Geier, die in viel zu kleinen Käfigen gehalten wurden, wollte er keine Angaben machen, willigte aber am Ende ein, die Vögel freiwillig an unser Team zu übergeben. Sie wurden in eine Pflegestation gebracht und werden in den nächsten Tag dort gründlich untersucht. Bereits im September letzten Jahres hatten Mitarbeiter des Komitees und unseres Partnerverbandes SPNL (Society for the Protection of Nature in Lebanon) drei Schmutzgeier aus einem Zoo im Süden des Libanon befreit. Zwei dieser Tiere waren durch Schussverletzungen so beeinträchtigt, dass sie nie wieder in Freiheit fliegen können. Sie werden in den kommenden Wochen nach Europa ausgeflogen, um dort in ein von der EU anerkanntes Zuchtprogramm integriert. Bei einem weiteren Einsatz im März konnten wir außerdem einen als Jungvogel in Bulgarien beringten Gänsegeier aus illegaler Haltung befreien. Auch dieser Vogel soll so schnell wie möglich aus dem Libanon heraus gebracht und - wenn die Tierärzte grünes Licht geben - später in der Nähe seines "Geburtsortes" in Bulgarien ausgewildert werden.


23.04.2022, Mittelmeerraum

Mönchsgrasmücke an Leimrute, Archivbild
Mönchsgrasmücke an Leimrute, Archivbild

25 Millionen Vögel werden jedes Jahr im Mittelmeerraum illegal getötet. Die meisten davon sind Singvögel wie zum Beispiel Rotkehlchen, Zilpzalp und Nachtigall. Diese Arten verbringen den Frühling und Sommer in den europäischen Brutgebieten und ziehen dann im Herbst in den Süden. Eine der beliebtesten "Flugrouten" führt sie über das Schwarze Meer und das Mittelmeer. Da in Ländern wie Zypern und Italien jedes Jahr Millionen Tiere von Jägern gefangen oder geschossen werden, gehen die Bestände vieler Arten rapide zurück.

Was das Komitee gegen den Vogelmord und seine Partner dagegen unternehmen, zeigt ein neuer Film (auf Englisch) von Terra Mater Magazin Studios. Das Video wurde diese Woche auf YouTube veröffentlicht und kann hier angesehen werden. 


22.04.2022, Malta

Polizisten bei der Bergung von fünf weiteren geschossenen Rohrweihen auf Malta
Polizisten bei der Bergung von fünf weiteren geschossenen Rohrweihen auf Malta

Rohrweihen-Massaker auf Malta: Im Süden Maltas hat ein Team des Komitees fünf weitere geschossene Rohrweihen entdeckt. Damit liegt die Zahl der dort seit Dienstag gefundenen Rohrweihen bei zehn. Am Dienstag hatten unsere Kollegen BirdLife Malta an derselben Stelle beobachtet, wie Wilderer nach Einbruch der Dunkelheit die in einem Weizenfeld rastenden Tiere aufscheuchten und dutzende Tiere abschossen. Beamte der von uns verständigten Umweltpolizei bargen alle Tiere und brachten sie zur Untersuchung zum staatlichen Veterinäramt. Ob die Tiere Opfer des Massakers vom Dienstag sind oder zu einem früheren Zeitpunkt abgeschossen wurden, ist noch unklar. Fest steht, dass die Felder der Halbinsel Delimara im Frühling ein international bedeutender Schlafplatz für durchziehende Rohweihen sind und dass diese Felder leider mitten in einem der schlimmsten Wilderei-Brennpunkte auf Malta liegen. Das Komitee kündigte an, mit seinen Teams in den nächsten Wochen verstärkt in Delimara präsent zu sein, um Weihenrastplätze rund um die Uhr zu überwachen und die Suche nach toten Vögeln fortzusetzen. Unsere Fotos zeigen unsere Mitarbeiter und Beamte des EPU (Environmental Protection Unit) bei der Bergung der toten Vögel heute morgen.


21.04.2022, Malta

Polizeibeamte bei der Beschlagnahme eines Wachtelnetzes auf Gozo
Polizeibeamte bei der Beschlagnahme eines Wachtelnetzes auf Gozo

Große Aktion gegen den illegalen Vogelfang auf der Insel Gozo: Auf Maltas Nachbarinsel Gozo haben Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord und der Polizei gestern sieben Anlagen für den illegalen Fang von Zugvögeln stillgelegt. Unter den beschlagnahmten Fallen waren zwei 20 Meter lange Klappnetze sowie ein großer Fangkäfig für Turteltauben, aus dem sechs frisch gefangene Vögel befreit werden konnten. In der Nähe des Ortes St Lawrence wurden auf einem Gartengrundstück zwei große Stellnetze und vier Fangkäfige für Turteltauben entdeckt und abgebaut. Bei Marsalforn führten unsere Teams die Polizei zu gleich drei großen Netzfanganlagen für Wachteln, die mit zahlreichen lebenden Lockvögeln "beködert" waren. Hier wurden insgesamt 12 lebende Wachteln beschlagnahmt und freigelassen. Außerdem wurde eine elektronische Lockanlage, aus der Wachtelgesang abgespielt wurde, unschädlich gemacht. Die Polizei hat Ermittlungsverfahren gegen die Grundstücksbesitzer eingeleitet. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen hohe Geldstrafen. Das Komitee dankt der Polizei auf Gozo für die schnelle Reaktion und die gute Zusammenarbeit.


20.04.2022, Zypern

Weibliche Mönchsgrasmücke an einer Leimrute - der Vogel konnte gerettet werden.
Weibliche Mönchsgrasmücke an einer Leimrute - der Vogel konnte gerettet werden.

Erster Wilderer auf Zypern überführt: Während man bei uns bereits Mönchsgrasmücken, Nachtigallen und Trauerschnäpper hören kann, befindet sich der Vogelzug im Mittelmeerraum noch immer im vollen Gange – auf Zypern ruft das Wilderer auf den Plan, die Zugvögeln mit Leimruten und Netzen nachstellen. Die Fallen werden in Gehölzen installiert, um vor allem Grasmücken, Laubsänger, Rohrsänger oder Schnäpper zu fangen, die mithilfe von elektronischen Lockgeräten angelockt werden. Auf Zypern landen die Vögel anschließend auf dem Schwarzmarkt und werden dort als Delikatesse „ambelopoulia“ angeboten. Nach einer Meldung von einer lokalen Behörde wurde nun zusammen mit den Jagdaufsehern in der Nähe der Stadt Paralimni einer der Fänger auf frischer Tat erwischt und damit der erste Wilderer unseres jährlichen Frühlingscamps auf Zypern überführt. Dabei wurden 50 Leimruten beschlagnahmt, vier Mönchsgrasmücken und ein Weidensperling gerettet und anschließend freigelassen. Obwohl das Fangen von Vögeln auf Zypern zu jeder Zeit streng verboten ist, sind die Bußgelder im Frühjahr (außerhalb der erlaubten Jagdsaison) deutlich höher als im Herbst und Winter. So muss der Mann nun eine Geldstrafe von 9.200 € zahlen. Wir hoffen, dass die Höher der Strafe weitere Vogelfänger abschreckt. Aktuell werden mehrere Fallenstellen von unseren Teams geprüft.


19.04.2022, Malta

Geschossene Rohrweihe auf Malta, Archivbild
Geschossene Rohrweihe auf Malta, Archivbild

Unsere Kollegen von BirdLife Malta dokumentierten gestern einen Massenabschuss von Rohrweihen an ihrem Schlafplatz bei Delimara auf Malta.
BirdLife hatte uns informiert, dass die Notfalleinheit der maltesischen Polizei gestern Abend nur zögerlich auf die Meldung der Abschüsse reagierte und verspätet ausrückte. Heute Morgen führte ein Team der Umwelteinheit schließlich Untersuchungen am Schlafplatz der Vögel in einem Getreidefeld durch und hat noch 5 Vögel gefunden (4 verletzt und einer tot).
Der Vorfall zeigt deutlich, dass es bei der Umsetzung der Jagdvorschriften während der diesjährigen Frühjahresjagd auf Turteltauben und Wachteln erhebliche Mängel gibt. Die Einheiten der Umweltpolizei sind aktuell nur tagsüber verfügbar, doch sie werden rund um die Uhr benötigt, falls sich dies nicht möglich ist fordern wir eine sofortige Schließung der Jagdsaison.

Auch die Teams des Komitees kontrollieren regelmäßig die Schlafplätze von Greifvögeln und Falken auf den Inseln. Erst gestern beobachteten zwei Teams einen großen Schlafplatz von mehr als 50 Rötelfalken bei Wied il-Qlejgħa und mehr als 35 Rohrweihen bei Is-Salina. Alle Vögel wurden heute Morgen beim Auffliegen beobachtet und konnten ihre Reise in Richtung Sizilien ohne dabei unter Beschuss zu geraten fortsetzen.

📹 Eine Zusammenstellung des Vorfalls bei Delimara finden Sie hier. 


17.04.2022, Malta

Verletzte Turteltaube auf Malta
Verletzte Turteltaube auf Malta

Frühlingsjagd auf die Turteltaube in Malta: Ungeachtet der europäischen Gesetzgebung und eines Bestandsrückgangs von 30 % in den letzten 15 Jahren (!) hat die maltesische Regierung wieder einmal der Jagdlobby nachgegeben und die Frühlingsjagd auf die Turteltaube zugelassen. Von heute an bis zum Ende des Monats dürfen die insgesamt 8.041 registrierten Jäger 1.500 heimkehrende Turteltauben töten. Neben der Turteltaube sind auch 2.400 Wachteln jetzt im Frühling zum Abschuss freigegeben. Mehrere Teams des Komitees sind vor Ort, um den Durchzug zu überwachen, Verstöße zu dokumentieren und illegale Abschüsse den Behörden zu melden. Bereits vor der Eröffnung der Jagdsaison für Turteltauben haben unsere Teams Dutzende Jäger in ihren Türmen beobachtet, die auf die Ankunft der Vögel warteten. Am Freitag wurde eines unserer Teams Zeuge des Abschusses eines Turmfalken in Ħal Far, in der Nähe des Flughafens bei Valletta. Gestern wurden auf der kleineren Nachbarinsel Gozo Schüsse auf Mauersegler bei den Sannap-Klippen und im Ramla-Tal auf den ersten großen Trupp Bienenfresser registriert, als die Vögel gegen den starken Ostwind ankämpften. Heute haben sich die Wetterbedingungen beruhigt und wir können eine deutliche Zunahme von Zugvögeln feststellen. Schwalben, Pieper, Steinschmätzer, Wiedehopfe, Wendehälse, Pirole, Braunkehlchen und anderen Singvögel sowie zahlreiche Rohr-, Wiesenweihen und Turmfalken nutzen die Inseln aktuell zur Rast.


15.04.2022, Zypern

Fitis an einer Leimrute auf Zypern, Arichvbild
Fitis an einer Leimrute auf Zypern, Arichvbild

Frühlingscamp auf Zypern startet: In dieser Woche beginnen unsere Frühjahrsaktionen zur Bekämpfung der Wilderei auf Zypern – insbesondere in den Bezirken Larnaca und Famagusta sowie in den britischen Hoheitsgebieten. Diese Inselbereiche bilden die ersten Rastplätze für Millionen Zugvögel, die über den östlichen Zugweg in ihre Brutgebiete nach Europa zurückkehren. Gleichzeitig ist die Region auch ein Schwerpunktgebiet der Zugvogelwilderei in Europa. In erster Linie fallen Singvögel den Wilderen zum Opfer, die erst getötet und dann auf dem Schwarzmarkt als Delikatesse „Ambelopoulia" verkauft werden. Komitee-Aktivisten aus Zypern, Slowenien, Italien und Großbritannien führen jetzt vor Ort Kontrollen durch, um illegale Fangplätze zu lokalisieren. Dabei stehen vor allem Leimruten, Stellnetze und elektronische Lockanlagen im Fokus. Ziel ist es, sie der Polizei zu melden, um so viele Wilderer wie möglich zu überführen und vor Gericht zu bringen. Unsere Teams werden auch die verbotene Jagd auf geschützte Arten überwachen und dokumentieren. Das Ende des Vogelschutzcamps ist erst Mitte Mai geplant, um die Hauptzeit des Vogelzugs vollständig abzudecken.

Unsere Vogelschutzcamps werden allein durch Spenden ermöglicht. Unterstützen Sie unsere Arbeit zum Schutz der Zugvögel, die gerade in ihre Brutgebiete zurückkehren deshalb mit einer Spende. Jeder noch so kleine Betrag hilft und wird direkt für den Schutz der Zugrouten eingesetzt. 


14.04.2022, Artenschutzbrief

Ausgabe Nr. 26 unseres Artenschutzbriefs
Ausgabe Nr. 26 unseres Artenschutzbriefs

Die neue Ausgabe unserer Mitgliederzeitschrift Artenschutzbrief ist da! Auf 26 Seiten berichten wir über unsere Projekte und Kampagnen im In- und Ausland. Unter anderem geht es um die illegale Greifvogelverfolgung in Deutschland und Europa, unsere Vogelschutzcamps im Libanon und Zypern sowie um aktuelle Entwicklungen im europäischen Zugvogelschutz.


Diese und ältere Ausgaben stehen Ihnen hier zum Durchlesen zur Verfügung.



14.04.2022, Italien

Archivbild
Archivbild

Rotkehlchen für den Kochtopf - Komitee deckt illegalen Handel mit toten Singvögeln in Norditalien auf. In der Provinz Brescia haben Mitarbeiter des Komitees und der Polizei letzte Woche einen Jäger überführt, der einen schwunghaften Handel mit gewilderten Singvögeln betrieben hat. Dreh- und Angelpunkt der illegalen Geschäfte war eine Bar in der Gemeinde Leno, wo die Tiere küchenfertig an Einheimische und interessierte „Gourmets“ verkauft wurden. Nach einer Anzeige des Komitees gegen den Vogelmord stattete die Polizei der Bar einen Besuch ab und konnte dort den Verdächtigen mit 30 toten Rotkehlchen in der Tasche auf frischer Tat überführen. Gegen den Mann wurde ein Strafverfahren wegen Wilderei und illegalen Handel mit geschützten Vogelarten eingeleitet. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm eine hohe Geldstrafe sowie der Verlust der Jagderlaubnis.


13.04.2022, Libanon

Mit Schrot beschossener Rosapelikan
Mit Schrot beschossener Rosapelikan

Pelikan aus dem Meer gerettet: Mitarbeiter des libanesischen Zivilschutzes haben gestern vor der Stadt Jounieh einen hilflos im Meer treibenden Rosapelikan geborgen und an die Mitarbeiter unserer Anti-Wilderei-Einheit (APU) übergeben. Der Vogel wurde sofort zu einem Tierarzt gebracht, wo er stabilisiert und untersucht wurde. Dabei wurden typische Schussverletzungen an der Unterseite festgestellt. Eine Röntgenuntersuchung bestätigte schließlich, dass der Vogel von insgesamt sechs Schrotkörnern getroffen und zum Absturz gebracht wurde. Experten des Komitees und unseres Partners Society for the Protection of Nature in Lebanon kümmern sich jetzt darum, dass der Vogel die nächsten Tage und Wochen übersteht. Da keine Knochen gebrochen sind, besteht eine reele Chance auf vollständige Genesung. Sobald es etwas Neues gibt, berichten wir hier darüber. Das Komitee gegen den Vogelmord und seine Partner SPNL und MESHC (Middle East Sustainable Hunting Center) führen noch bis Ende des Monats Einsätze gegen die illegale Zugvogeljagd im Libanon durch. 


09.04.2022, Malta

Bird Guards auf Malta
Bird Guards auf Malta

In dieser Woche sind auf Malta drei weitere vom Komitee gegen den Vogelmord erwischte Wilderer zu Geldstrafen verurteilt worden. Im ersten Verfahren wurde ein Jäger angeklagt, den wir April 2019 in der Nähe des Flughafens dabei filmen konnten, als er auf einen geschützten Wiedehopf schoss. Die von uns verständigte Polizei konnte den Mann kurze Zeit später stellen und seine Waffe nebst Schalldämpfer sowie einen illegalen elektronischen Lockvogel sicherstellen. Wegen versuchtem Abschuss einer geschützten Art wurde der Mann heute zu einer Geldstrafe von 1.000 Euro verurteilt. Außerdem wird ihm die Jagderlaubnis für zwei Jahre entzogen und das beschlagnahmte Gewehr wurde vom Gericht konfisziert. Im Zentrum des zweiten Verfahrens stand ein Jäger, der im September 2020 von Mitgliedern des Komitees bei der Jagd in einem Vogelschutzgebiet auf der Halbinsel Delimara gefilmt wurde. Weil die Jagd dort verboten ist und das Gericht befand, dass das von uns vorgelegte Video den Angeklagten mit Gewehr weit innerhalb der Schutzzone zeigt, wurde er zu Zahlung einer Geldstrafe von 1.500 Euro verurteilt. Auch hier wurde die zur Tatbegehung benutzte Waffe eingezogen und die Jagderlaubnis des Mannes für zwei Jahre ausgesetzt. Ebenfalls gestern verurteilt wurde ein Vogelfänger, den unsere Teams nach stundenlanger Überwachung an einem illegalen Klappnetz in Has-Saptan im November 2020 filmen konnten. Er wurde später von der Polizei identifiziert und muss nun 1.500 Euro Geldstrafe zahlen.

Während Gerichte und Strafverfolger noch an zahlreichen von uns gemeldeten Fällen arbeiten, haben die Teilnehmer unseres Vogelschutzcamps in den letzten Tagen weitere Wilderer auf frischer Tat überführt. Gestern (Freitag) gelang es, einen Jäger beim Abschuss einer geschützten Limikolenart bei Mgarr zu filmen. Er wurde von der Polizei identifiziert und muss sich demnächst vor Gericht verantworten. Am Mittwoch und Donnerstag führte ein Komitee-Team Beamte der Umweltpolizei zu mehreren Fangplätzen, wo drei riesige aktive Klappnetze abgebaut wurden. Insgesamt wurden von uns seit Anfang März 82 Fälle von illegaler Jagd und Vogelfang an die Polizei gemeldet. An 52 dieser Standorte konnte die Polizei direkt Fangutensilien, zwei Schusswaffen und Vögel beschlagnahmen. Über 100 Vögel wurden bereits wieder freigelassen. Dabei konnten bisher 34 Personen als mutmaßliche Täter ermittelt werden.


08.04.2022, Libanon

Über 40 Vögel wurden bei der Aktion sichergestellt
Über 40 Vögel wurden bei der Aktion sichergestellt

Singvögel von Leimruten im Libanon gerettet und drei Wilderer überführt: Bei Kontrollen von Mitarbeitern des Komitees, der SPNL und einer Einheit des MESHC, rund um die Küstenstadt Khalde südlich von Beirut, wurden drei Männer beim Leimrutenfang erwischt. Die Aktion ist Teil des laufenden Frühlings-Vogelschutzcamps im Libanon. Unser Team entdeckte die Wilderer, als sie die Leimruten grade in einem Baum montierten. Nachdem die Lebanese Internal Security Forces hinzugerufen wurden, konnten am Tatort 130 Leimruten, 4 elektronische Lockanlagen sowie 12 lebende Lockvögel beschlagnahmt werden. Über 30 frisch gefangene Singvögel, darunter Erlenzeisigen, Bluthänflinge, Grünfinken, Buchfinken, Mönchs-, Dorn-, Klapper- und Samtkopfgrasmücken sowie, Fitisse und Zilpzalps wurden ebenfalls beschlagnahmt. Die Vogelfänger wurden zur weiteren Befragung aufs Revier gebracht und müssen nun mit einem Strafverfahren rechnen. Zwölf Vögel waren in einem derart schlechten Zustand, dass sie die Nacht nicht überlebten. Zehn weitere konnten mittlerweile wieder freigelassen werden. Die restlichen 20 Singvögel wurden zur Pflege ins Hima-Zentrum, einer Auffangstation für Vögel der SPNL in Kayfoun im Libanongebirge gebracht. Sobald sie wieder fit sind, werden auch sie wieder in die Freiheit entlassen. 


05.04.2022, Malta

Bird Guard bei der Überwachung eines illegalen Finkenfangplatzes (im Hintergrund).
Bird Guard bei der Überwachung eines illegalen Finkenfangplatzes (im Hintergrund).

Aktionen gegen den illegalen Finkenfang auf Malta und Gozo: Obwohl die maltesische Regierung in den letzten Jahren den Fang von Finken im Herbst genehmigt hatte (unter dem Deckmantel eines „wissenschaftlichen Forschungsprojekts“), ist der Vogelfang im Frühjahr sowohl nach europäischem, als auch maltesischem Recht streng verboten. Arten wie Hänflinge, Kernbeißer, Zeisige, Buchfinken und Grünfinken sind beliebte Käfigvögel und werden auf den Inseln mit großen Bodennetzen gefangen. Kontrollen des Komitees haben nun erneut bestätigt, dass auch in diesem Frühjahr wieder zahlreiche Fangplätze illegal aktiv sind. In den letzten fünf Wochen haben sich mehr als ein Dutzend freiwillige Vogelschützer zusammengefunden, um die illegalen Fangplätze vor Ort zu untersuchen und der Umwelteinheit der maltesischen Polizei (EPU) aktive Standorte zu melden. Insgesamt haben unsere Teams bisher 26 Fangplätze auf Malta und 19 auf Gozo gemeldet, was zur Verhaftung von 33 Vogelfängern geführt hat. 49 Klappnetze und 9 elektronische Lockgeräte wurden beschlagnahmt. Weit mehr als 100 Vögel wurden sichergestellt und der Wild Bird Regulation Unit (WBRU) übergeben. 35 weitere Standorte, die nicht zugänglich waren, wurden den Behörden ebenfalls gemeldet.
Die Maßnahmen zur Eindämmung des illegalen Vogelfangs werden von uns fortgesetzt, bis sich unsere Teams auf das Überwachen der maltesischen Frühjahrsjagdsaison auf Wachteln und Turteltauben konzentrieren. Diese beginnt am 10. bzw. 17 April.


01.04.2022, Libanon

Insgesamt 16 Vögel wurden bei dem Mitglied der libanesischen Streitkräfte gefunden.
Insgesamt 16 Vögel wurden bei dem Mitglied der libanesischen Streitkräfte gefunden.

Einsatz gegen Vogelfang mit Leimruten im Libanon: An der Küste bei Batroun hat ein Team des Komitees zusammen mit der Antiwilderei-Einheit APU einen Wilderer beim Abschuss und Fang geschützter Singvögel erwischt. Um Vögel anzulocken benutzte der Mann zwei elektronische Lockgeräte und eine tote, auf einen Stock aufgespießte Bachstelze. Außerdem hatte er in einem Olivenbaum zahlreiche Leimruten angebracht. Die von uns verständigte Polizei traf innerhalb von 20 Minuten am Tatort ein und verhaftete den Wilderer. Bei der Durchsuchung seines Autos wurden ein Jagdgewehr, 50 einsatzbereite Leimruten sowie 15 frisch geschossene Vögel - Hänflinge, Stelzen, Laubsänger und ein Schwarzkehlchen - entdeckt und beschlagnahmt. Wie sich herausstellte, ist der Täter Mitglied der libanesischen Streitkräfte, der beim Wildern seine Dienst-Uniform trug. Ihm droht deshalb nicht nur eine Geldstrafe, sondern auch der Verlust seiner Pension.


31.03.2022, Bericht zum Vogelschutzcamp auf Zypern im Herbst 2021

Der Zilpzalp wurde von unseren Bird Guards gerettet.
Der Zilpzalp wurde von unseren Bird Guards gerettet.

Abschlussbericht des Komitee-Vogelschutzcamps 2021 auf Zypern veröffentlicht: Im vergangenen Herbst haben unsere Teams 140 aktive in den Regionen Famagusta, Larnaka und Dhekelia, der britischen Militärzone (ESBA) festgestellt. Zwischen September und Mitte November war ein Mitarbeiterteam sowie 14 Aktivisten aus sieben verschiedenen Ländern im Einsatz, um den illegalen Vogelfang auf Zypern zu dokumentieren und den Behörden zu melden. Zugvögel werden dort mit verbotenen elektronischen Lockanlagen angelockt und in teilweise industriellen Maßstäben mit Netzen und Leimruten gefangen, um später auf dem Schwarzmarkt als Delikatesse „ambelopoulia“ verkauft zu werden. Daneben sind auch viele andere Arten betroffen, die nicht zu den Zielarten der Vogelfänger gehören. Sie werden als lebende Zielscheiben Opfer von Abschüssen, ebenfalls verzehrt oder später als Trophäen ausgestopft. Während unseres Einsatzes konnten unsere Teams insgesamt 139 Netze und 2.473 Leimruten finden und unschädlich machen. 49 Wilderer wurden wegen des illegalen Vogelfangs und 16 wegen der illegalen Jagd von der Polizei überführt. Trotzdem stellen wir fest, dass diese kriminellen Aktivitäten auf Zypern stetig zunehmen. 

Lesen Sie den vollständigen Bericht (englisch) hier


29.03.2022, Libanon

Geretteter Gänsegeier im Libanon
Geretteter Gänsegeier im Libanon

Totgeglaubte leben länger – über Syrien abgeschossener Gänsegeier taucht dreieinhalb Jahre später im Libanon wieder auf. Im Rahmen ihres Einsatzes im Libanon haben unsere Teams und das libanesische MESHC Anti-Poaching Unit einen Gänsegeier aufgespürt, der mit Ringen der Vogelwarte in Sofia (Bulgarien) markiert war. Nachforschungen ergaben, dass der Vogel mit dem Ringcode „B6P“ im Jahr 2018 als Jungvogel in einem Nest in Bulgarien beringt und mit einem GPS-Sender „ausgerüstet“ wurde. Aufgrund der empfangenen Senderdaten ging man bisher davon aus, dass der Geier direkt auf seiner ersten Reise ins Winterquartier im November 2018 in Syrien von Wilderern getötet wurde. Nun ist klar: Der seltene Vogel hat überlebt und wurde anschließend in den Libanon gebracht, wo er nun – dreieinhalb Jahre später – lebend von uns in einem Zoo in Baalbek entdeckt wurde. Das Tier ist in einem erstaunlich guten Zustand und wurde seit einiger Zeit dort zur Schau gestellt. Der Besitzer des Zoos gab an, den Geier vor einigen Jahren verletzt erhalten und gesund gepflegt zu haben. Von uns mit der unglaublichen Lebensgeschichte „seines“ Gänsegeiers konfrontiert, willigte er schließlich ein, das Tier an uns zu übergeben. Das Tier wurde heute abgeholt und in eine Pflegestation unseres Partners - Society for the Protection of Nature in Lebanon gebracht, wo es in den nächsten Tagen von einem Tierarzt gründlich untersucht wird. Wenn die Ärzte grünes Licht geben soll „Farid“ – so wurde der Vogel inzwischen getauft - wieder ausgewildert werden und in Freiheit fliegen. Sobald das Ergebnis der Untersuchung vorliegt, werden wir hier darüber berichten.


25.03.2022, Deutschland

Mauersegler im Flug
Mauersegler im Flug

Komitee begrüßt Urteil im Sauerländer Mauersegler-Prozess – Tierquäler muss 14 Monate in Haft. Am vergangenen Dienstag musste sich ein Mann aus Olpe wegen der Tötung von Mauerseglern und einer ganzen Reihe weiterer Delikte vor dem Olper Amtsgericht verantworten. Anschließend wurde der 36-jährige Mann zu einer Haftstrafe von 14 Monaten ohne Bewährung verurteilt. Acht der 14 Monate wurden von Richter Sondermann wegen des grundlosen Tötens der Mauersegler verhängt. Der Richter sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2020 16 Mausersegler mit einer Dachlatte tötete, nachdem sich er sich mit einem Bolzenschneider Zugang zu den Kammern unter der Talbrücke Ronnewinkel (B 54) verschafft hatte. Was der bereits vorbestrafte Mann nicht wusste war, dass in den Brückenkammern Mauersegler brüteten, die im Rahmen eines Forschungsprojekts der Universität Siegen untersucht werden. Ein Mitarbeiter der Universität hatte die toten Vögel am nächsten Tag gefunden und die Polizei verständigt. Anhand von DNA-Rückständen auf der zurückgelassenen Dachlatte und Zeugenaussagen konnte der Tierquäler identifiziert werden. Vor Gericht schwieg der Mann. Das Komitee gegen den Vogelmord begrüßt dieses Urteil ausdrücklich und wünscht sich auch in anderen Bereichen der Umweltkriminalität, wie der illegalen Greifvogelverfolgung eine ähnlich deutliche Rechtsprechung.


24.03.2022, Malta

Die größte jemals von uns gefundene Fanganlage auf Malta.
Die größte jemals von uns gefundene Fanganlage auf Malta.

Schwere Zeiten für Wilderer auf Malta: Heute hat das Komitee ein Luftbild der größten jemals vom Komitee auf Malta entdeckten illegalen Vogelfanganlage veröffentlicht. Die Anlage liegt in Mqabba und ist mit fünf Paar Klappnetzen ausgestattet war, die von einem einzigen Versteck aus bedient werden können. Insgesamt haben unsere Teams in den letzten drei Tagen auf Malta und Gozo gemeinsam mit der Polizei gleich sechs Fälle von illegalem Vogelfang aufdecken und die Täter überführt. Um Grünfinken, Hänflinge und andere Finken zu fangen, benutzten die Männer riesige Klappnetze und Käfige mit zahlreichen lebenden Lockvögeln. Aus Verstecken heraus konnten unsere Aktivisten und Mitarbeiter die Taten mit Videokameras dokumentieren und Beamte der Umweltpolizei EPU (Environmental Protection Unit) zu den Fanganlagen lotsen. Die Gesamtzahl der von uns seit Anfang März auf Malta stillgelegten bzw. an die Behörden gemeldeten Vogelfang-Anlagen liegt damit bei 41. Im Rahmen der Einsätze wurden Netze und Fang-Ausrüstung im Wert von mehreren Tausend Euro sowie rund 100 lebende Finken beschlagnahmt. Alle Vögel wurden umgehend wieder ausgewildert. Die von der Polizei identifizierten Wilderer werden demnächst vor Gericht gestellt; ihnen drohen hohe Geldstrafen. Der Einsatz, an dem insgesamt 22 Freiwillige aus Deutschland, England, Spanien und Malta teilnehmen, dauert noch bis Ende April.

Lesen Sie hier unsere vollständige Pressemitteilung (englisch)


23.03.2022, Deutschland

In einem Stellnetz gefangen und ertrunkene Trauerente.
 Andreas Pretali / Sea Shepherd 
In einem Stellnetz gefangen und ertrunkene Trauerente.

Geschützte Meeresenten in Stellnetzen entdeckt: Sea Shepherd Deutschland und das Komitee gegen den Vogelmord haben neue Beweise für den Tod geschützter Seevögel durch Stellnetze in der Ostsee vorgelegt. Bei einer gemeinsamen Aktionswoche im Bereich der Hohwachter Bucht(Schleswig-Holstein) konnte das Team Ende Februar den Beifang von einer Trauerente sowie einer Eiderente dokumentieren. Beide Tiere sind in Stellnetzen ertrunken und konnten nur noch tot geborgen werden. „Die Stichprobe ist sehr klein, aber gerade deshalb sind die Ergebnisse so besorgniserregend“, sagte Florian Stadler, Kampagnenleiter Sea Shepherd Deutschland. „Wenn man unsere Funde von nur wenigen Tagen auf alle vorhandenen Netze und die gesamte Fangsaison hochrechnet, müssen wir von vielen Tausend Opfern jedes Jahr allein in der Ostsee ausgehen“. Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) stellt die Stellnetz-Fischerei eine der Hauptgefährdungsursachen für Seevögel und Schweinswale in der deutschen Ostsee dar. Die Tiere geraten bei der Nahrungssuche in die Netze und erleiden einen qualvollen Erstickungstod. Die von uns aufgefundenen Tiere, die Trauer- und die Eiderente, werden nach Angaben der HELCOM (Baltic Marine Environment Protection Commission/ Helsinki Commission, HELCOM) bereits auf der „Roten Liste“ geführt und in ihrer Art als „gefährdet“ eingestuft.  Eine der Hauptgefährdungsursachen – die Stellnetz-Fischerei – findet nach wie vor fast ungemindert statt. Anstelle von echten, störungsfreien Schutzgebieten, setzt die Politik weiterhin auf freiwillige Maßnahmen der Fischer, um Beifänge zu reduzieren und die bedrohten Tiere zu schützen. „Jedoch haben die letzten Jahre gezeigt, dass freiwillige Vereinbarungen mit der Fischereilobby nicht die gewünschte Wirkung haben“, so Komiteevorsitzender Heinz Schwarze. „Wir werden die Kooperation mit dem Komitee gegen den Vogelmord fortführen und weiterhin Beweise vorlegen, um den Schutz von bedrohten Seevögeln in Deutschland voranzutreiben und die Politik aufzufordern, endlich ernstzunehmende Schutzmaßnahmen umzusetzen, die das Artensterben hierzulande nicht nur auf dem Papier bekämpfen.“ – Manuel Abraas, Geschäftsführer Sea Shepherd Deutschland.


22.03.2022, Libanon

geretteter Häherkuckuck im Libanon
geretteter Häherkuckuck im Libanon

Großer Anti-Wilderei-Einsatz im Norden des Libanon: Nach Hinweisen einiger libanesischer Jäger hat ein Team des Komitees, zusammen mit der Society for the Protection of Nature in Lebanon und der MESHC Anti-Poaching Unit einen Einsatz, in enger Abstimmung mit den Lebanese Internal Security Forces und dem polizeilichen Geheimdienst in der nördlichen Region bei Zgharta durchgeführt. Diese Gegend gilt als Schwarzes Loch für Zugvögel und liegt in einem Bereich, der jedes Jahr von Millionen Vögeln als Korridor genutzt wird. Mehrere Jäger wurden bei der Jagd während der Schonzeit beobachtet, zeitgleich haben Tausende Zugvögel das Gebiet den ganzen Tag überflogen, darunter u. a. ein seltener Mönchsgeier, Schwarzstörche, Schlangenadler, Schreiadler und Schwarzmilane. Eine Gruppe von Wilderern wurde später dabei beobachtet, wie sie einen Häherkuckuck abgeschossen hatten und das noch lebende Tier traten und mit ihm spielten. Die Männer flüchteten, nachdem sie von unserem Team angesprochen wurden. Allerdings wurden Video- und Fotobeweise von uns an die Polizei weitergeleitet. Der noch lebende Vogel wurde später zur tierärztlichen Notversorgung an die Experten von Lebanese Wildlife übergeben. Die Ankunft des Teams hat sich offenbar schnell über die Sozialen Medien rumgesprochen, denn viele Wilderer verließen das Gebiet unmittelbar nach der Aktion. Diejenigen, die von unseren Teams und der Polizei bei der illegalen Jagd erwischt wurden, erhielten eine Verwarnung sowie Informationsflyer, in denen über die Bedeutung des Naturschutzes, das Jagdgesetz und mögliche Strafen im Falle einer Straftat aufgeklärt wird. Unsere Einsätze werden in den nächsten Wochen während des Hauptdurchzuges vieler Arten fortgesetzt.


20.03.2022, Libanon

Netze in der Größe von rund 500 m² wurden von den Teams abgebaut.
Netze in der Größe von rund 500 m² wurden von den Teams abgebaut.

Frühlingseinsätze im Libanon gestartet: Seit gestern ist ein gemeinsames Team aus Mitarbeitern und Freiwilligen des Komitees und unseren Partnerverbänden Society for the Protection of Nature in Lebanon und MESHC Anti-Poaching Unit im Zedernstaat aktiv. In den kommenden Wochen stehen auf der Agenda sowohl Treffen mit libanesischen Vollzugsbeamten, Feldarbeit zur Überwachung des Vogelzugs von Weißstörchen, Greifvögeln und anderen geschützten Arten sowie Aktionen gegen den illegalen Vogelfang in den zahlreichen bekannten Wilderei-Schwerpunktgebieten. Aufgrund der aktuellen Wetterbedingungen verläuft der Vogelzug nur sehr langsam, teilweise liegt im Gebirge auch noch Schnee. Deshalb machen in diesen Tagen tausende Weißstörche auf dem Weg in ihre Brutgebiete in Europa und Asien, Rast im Bekaa-Tal. Bei der Suche nach Fangplätzen an der Küste konnte ein Team gestern vier aktive Fangplätze bei Barja entdecken und hat diese der Polizei gemeldet. Sieben große Netze mit einer Fläche von rund 500 m² und illegale elektronische Lockgeräte wurden von der Polizei beschlagnahmt. Dabei konnten auch mehrere Grasmücken und Laubsänger aus den Netzen befreit werden. Der verantwortliche Wilderer muss wegen des Fangs von geschützten Arten eine Geldstrafe zahlen. In der Zwischenzeit konnte ein weiteres Team, welches weiter nördlich stationiert war und nach Netzen für Wachteln und Schwalben Ausschau hielt, mehrere hundert Pelikane beobachten, die ohne Zwischenfälle von Süden über Tripolis flogen. Immer mehr libanesische Jäger halten sich an die Schonzeit und melden uns oder den Behörden Fälle von Wilderei und Vogelfang. Wir ermutigen auch die libanesische Öffentlichkeit, uns diese Fälle vertraulich zu melden.


17.03.2022, Malta

Auf Malta geschossene Turteltaube, Archivbild
Auf Malta geschossene Turteltaube, Archivbild

Führt Malta die Frühlingsjagd auf die Turteltaube wieder ein? Gestern hat der maltesische Jagdbeirat für die Aufhebung des Jagdmoratoriums der Frühlingsjagd auf die hochgradig gefährdete Turteltaube gestimmt und damit für internationale Irritationen gesorgt. Das Moratorium war 2017 auf Druck der Europäischen Kommission in Malta eingeführt worden, nachdem sich der Inselstaat als einziges Land der Europäischen Gemeinschaft sich dem Verbot der Frühlingsjagd widersetzt hatte. In der EU ist die Jagd auf die im Frühling heimkehrenden Zugvögel strikt untersagt, denn jeder im Frühling getötete Vogel bedeutet ein Brutpaar weniger und damit ausbleibenden Nachwuchs. Laut unserem Partnerverband BirdLife Malta, der als einziger Teilnehmer der Abstimmung gegen die Aufhebung votiert hatte, soll die diesjährige Frühlingsjagdsaison vom 17. bis 30. April laufen und insgesamt 1.500 Turteltauben zum Abschuss freigegeben werden. Das Zeitfenster liegt mitten im Hauptdurchzug von Turteltauben auf der Insel und betrifft auch 2.400 Wachteln, die seit jeher auf Malta im Frühling gejagt werden dürfen. Die Entscheidung des Jagdbeirates muss nun von der Regierung in Valletta akzeptiert werden. In der Vergangenheit ist der Regierung den Empfehlungen jedoch stets nachgekommen und da in der nächsten Woche auf Malta Wahlen stattfinden, geht es auch um die Stimmen von rund 10.000 Jagdscheininhabern. Malta schert damit international erneut aus, nachdem Länder wie Spanien, Frankreich und die meisten italienischen Provinzen erst im vergangenen Herbst ein Jagdstopp auf für die Turteltaube eingeführt hatten. Das Komitee ist bereits seit Anfang März mit mehreren Teams auf Malta im Einsatz, um die Frühlingsjagd auf geschützte Arten und den Vogelfang zu überwachen, dabei stehen besonders die durchziehenden Turteltauben im Fokus.


15.03.2022, Malta

Die illegalen Fangplätze werden auf Malta von unseren Bird Guards bei den Beamten der Anti-Wilderei-Einheit gemeldet und anschließend abgebaut.
Die illegalen Fangplätze werden auf Malta von unseren Bird Guards bei den Beamten der Anti-Wilderei-Einheit gemeldet und anschließend abgebaut.

Erfolgreicher Einsatz gegen die Wilderei auf Malta: Obwohl sie erst seit einer Woche im Einsatz sind, haben unsere Teams auf Malta und Gozo bereits 21 illegale Fanganlagen für Finken und andere Singvögel aufgespürt und an die Behörden gemeldet. Dabei handelt es sich um bis zu 20 Meter lange Klappnetze, die von einer Fanghütte per Hand ausgelöst werden. Bei gemeinsamen Einsätzen mit der Umweltpolizei EPU (Environmental Protection Unit) wurden sieben Vogelfänger auf frischer Tat erwischt und dabei zahlreiche frisch gefangene Vögel befreit. Der illegale Fang und Verkauf von Finken ist auf Malta ein großes Geschäft, das jedes Jahr tausenden Wildvögeln die Freiheit kostet. Die gefangenen Tiere werden für rund 100 Euro pro Vogel auf dem Schwarzmarkt oder an befreundete Fänger verkauft. Unsere Bilder zeigen den Abbau eines der von uns gemeldeten Klappnetze durch die Polizei. Um weitere derartige Fanganlagen stillzulegen und die in zwei Wochen beginnende Frühlingsjagdsaison zu überwachen, wird das Komitee bis Anfang Mai mit seinen Experten und Freiwilligen vor Ort sein.


11.03.2022, Zypern

Insgesamt 107 Vögel, hier eine Singdrossel, konnten aus Fallen uns Netzen gerettet werden.
Insgesamt 107 Vögel, hier eine Singdrossel, konnten aus Fallen uns Netzen gerettet werden.

Komitee-Wintercamp auf Zypern abgeschlossen: Im Winter haben es die Wilderer auf der Insel vor allem auf Singdrosseln abgesehen, die es wegen der milderen Temperaturen zum Überwintern nach Zypern zieht. Von Dezember bis Anfang März war deshalb ein fünfköpfiges Komitee-Team mit Aktivisten aus Italien, Spanien, England und Slowenien vor Ort, um den illegalen Fang und die illegale Vogeljagd in Zyperns Südwesten zu dokumentieren. Sie haben 43 aktive Fang- und 82 illegale Jagdplätze gefunden und bei den Behörden angezeigt. 44 Netze, 144 Leimruten und 49 elektronische Lockgeräte wurden von der Polizei sichergestellt. Dabei wurden 107 Vögeln aus Fallen und Netzen befreit und 33 Wilderer konnten überführt werden (10 wegen Vogelfangs und 23 wegen illegaler Vogeljagd) – ein neuer Höchstwert während unseres Wintercamps auf Zypern. Schon in ein paar Wochen sind unsere Teams zurück. Dann startet unser Frühlingscamp zum Schutz heimziehender Gartenrotschwänze, Sprosser, Nachtigallen, Trauerschnäpper und Bienenfresser.


08.03.2022, Weltfrauentag

Unsere Aktivistinnen im Einsatz
Unsere Aktivistinnen im Einsatz

Heute ist Weltfrauentag und das Komitee möchte all den großartigen Mitarbeiterinnen und Aktivistinnen danken, die in der vordersten Linie des Vogelschutzes in Malta, Italien, Zypern, Spanien, Deutschland und im Libanon als Hauptakteure unserer Anti-Wilderer-Kampagnen arbeiten. Sie sind unermüdlich dabei, illegalen Vogelfang und -abschuss zu dokumentieren, Fallen zu beschlagnahmen oder sich den Aggressionen und Einschüchterungen von bewaffneten Wilderern zu widersetzen. So haben sie allein im letzten Jahr Tausende Zugvögeln gerettet. Danke!



08.03.2022, Deutschland

abgeschossener Seeadler in Sachsen-Anhalt
 LIFE EUROKITE 
abgeschossener Seeadler in Sachsen-Anhalt

Seeadler bei Magdeburg abgeschossen – „Flugschreiber-Daten“ überführen Jäger als Täter: Letzte Woche wurde im Altmarkkreis Salzwedel (Sachsen-Anhalt) ein streng geschützter Seeadler von einem verantwortungslosen Jäger abgeschossen. Was der Schütze nicht wusste. Der seltene Greifvogel trug einen GPS-Sender des Artenschutzprojektes Großtrappe Otis tarda - Rotmilan Milvus milvus und Co. , der – ähnlich wie ein Flugschreiber – den Verlauf der Tat genau aufzeichnete. Nach Angaben des Projektleiters Dr. Rainer Raab ist es das erste Mal, dass in Deutschland der illegale Abschuss eines Adlers mit Hilfe eines Senders minutiös und auf den Meter genau dokumentiert werden konnte. Die Auswertung der Senderdaten ergab, dass der Kadaver nach dem Tod am 24. Februar zu einem Wohnhaus transportiert und dort über Nacht aufbewahrt wurde. Nachdem eine Überprüfung ergab, dass es sich bei der Adresse um den Wohnsitz des zuständigen Jagdpächters handelte, führte die Naturschutzbehörde dort eine Kontrolle durch. Konfrontiert mit den Vorwürfen gab der 81jährige Mann zu, den Adler mit einem Jagdgewehr abgeschossen und mit zu sich nach Hause genommen zu haben. Dass der Vogel einen Sender trug, bemerkte der Mann offenbar erst am nächsten Morgen. Um die Tat zu verschleiern, so die Naturschutzbehörde, wurde der Sender am folgenden Tag an ein Stück Holz gebunden und in das Flüsschen Biese geworfen. Auch der tote Vogel wurde später in einem Gewässer „entsorgt“. Bei einer Suchaktion konnten sowohl der Adler als auch der Sender geborgen und als Beweismittel sichergestellt werden.

Seeadler gehören zu den in Deutschland streng geschützten Vogelarten und genießen eine ganzjährige Schonzeit. Das Komitee gegen den Vogelmord und haben inzwischen Strafanzeige wegen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz, das Tierschutzgesetz und das Bundesjagdgesetz erstattet. Im Falle einer Verurteilung drohen dem beschuldigten Jäger bis zu fünf Jahre Haft, eine hohe Geldstrafe sowie der Entzug des Jagdscheins. 

Lesen Sie hier die ausführliche Pressemittteilung des Komitees gegen den Vogelmord und LIFE EUROKITE


07.03.2022, Bogenfallen in Italien

Rotkehlchen in einer Bogenfalle in der Provinz Brescia
Rotkehlchen in einer Bogenfalle in der Provinz Brescia

Bogenfallen im norditalienischen Brescia: Bogenfallen, lokal auch „Archetti“, gehören zu den brutalsten Tierfallen überhaupt. Früher wurden sie in ganz Europa zum Fang von Vögeln verwendet, doch heute kommen sie nur noch in der italienischen Provinz Brescia, in den Südaplen, zum Einsatz. Dieser Fallentyp dient speziell dem Fang von Singvögeln, vor allem von Rotkehlchen, die während der Zugzeit in großen Zahlen in der Region rasten. Die gefangenen Vögel werden anschließend auf dem Schwarzmarkt verkauft oder als traditionelles Gericht, bekannt als „polenta uccelli“, verzehrt. Bogenfallen fangen nicht selektiv, sodass unsere Teams in den Bergen Brescias immer wieder geschützte Arten als Beifang in den Fallen finden. Die Fallen bestehen aus einem kleinen Stock und einer Schnur, welche den aus Metall gefertigten Bogen (traditionell aus einem Haselnussstab) unter Spannung hält. Die Fallensteller nutzen häufig rote Beeren, um Zugvögel anzulocken und sie zu animieren, sich auf den präparierten Stock zu setzen. Doch wenn sie diesen berühren, wird der Bogen schlagartig gespannt – im Bruchteil einer Sekunde hängt der Vogel plötzlich kopfüber, mit zerschmetterten Beinen in der Schlinge. So bleibt der Vogel zwar frisch bis der Vogelfänger seine Fallen kontrolliert, nicht selten hängen die Vögel aber mehrere Stunden in den Fallen und erleiden starke Qualen. Das Komitee gegen den Vogelmord führt seit Mitte der 1980er Vogelschutzcamps in der Region durch, unsere Teams suchen in den Bergen nach Fallen und melden diese den Behörden. Im Jahr 2001 wurde von uns eine Höchstzahl von 12.104 Bogenfallen in nur einer Saison eingesammelt! Als Ergebnis unserer Hartnäckigkeit waren es im vergangenen Herbst grade mal 105. So scheint es, dass diese grausamen Geräte bald gänzlich der Vergangenheit angehören. 


03.03.2022, Deutschland

In einer der Fallen gefangenen Sumpfmeise. Der Vogel konnte befreit werden.
In einer der Fallen gefangenen Sumpfmeise. Der Vogel konnte befreit werden.

Illegale Reusenfallen im Münsterland entdeckt: Im Kreis Warendorf haben Mitarbeiter des Komitees bei der Kontrolle eines verdächtigen Revieres am vergangenen Wochenende zwei illegale Lebendfallen für den Fang von Wildtieren entdeckt. Zum Zeitpunkt des Fundes wurde bereits eine geschützte Sumpfmeise in der Falle gefangen, die mit Äpfeln und Mais beködert war. Die Fanggeräte verstoßen gleich in mehrfacher Hinsicht gegen die gesetzlichen Bestimmungen in NRW, denn sie waren 1.) nicht verblendet, 2.) nicht gekennzeichnet, 3.) für den Massenfang geeignet und 4.) nicht mit einem automatischen Fangmeldesystem ausgestattet. Nach Informationen aus Jagdkreisen soll es in dem betroffenen Bereich bereits in der Vergangenheit zu Verstößen gegen Schutzvorschriften gekommen sein. Die gefangene Meise wurde von unseren Mitarbeitern befreit und die Fallen samt Standort an die Kreisverwaltung gemeldet. Leider war die zuständige Jagdbehörde nicht in der Lage, die verbotenen Fallen zeitnah sicherzustellen. Erst am heutigen Donnerstag - drei Tage nach Eingang der Mitteilung - war nach Angaben der Kreisverwaltung ein Mitarbeiter vor Ort. Zu spät, denn die Fallen waren zu diesem Zeitpunkt bereits vom Tatort entfernt worden. Ob dies Zufall war oder ob der oder die Täter vorher gewarnt wurden, ist nicht bekannt.


01.03.2022, Vogeljagd und Vogelfang allgemein

Singvögel mit Maisbrei, Italien (Archivbild)
Singvögel mit Maisbrei, Italien (Archivbild)

Warum werden Vögel gejagt?

 In den vergangenen Zeitaltern waren Wildvögel, insbesondere Zugvögel, eine wichtige saisonale Ergänzung des Speiseplans unserer Vorfahren. Auch schon zur Zeit der Römer wurden besonders bunte Singvögel wegen ihres Aussehens oder Gesangs als Haustiere und Käfigvögel gehalten. Lebende Vögel wurde bis in letzte Jahrhundert auch im Bergbau eingesetzt, um giftiges Grubengas anzuzeigen. Daneben gelten einige Arten als Schädlinge oder Konkurrenten, wie beispielsweise Greifvögel, die machen Geflügelhaltern oder Jägern ein Dorn im Auge sind. Im Laufe der Zeit haben sich deshalb viele Traditionen entwickelt, in denen die Vogeljagd und der Vogelfang eine Rolle spielt. Leider sind sie auch heute noch weit verbreitet. Vorrangig an den sogenannten Flaschenhälsen für Zugvögel im Mittelmeerraum, wo große Mengen Vögel auf engem Raum zusammenkommen, werden viele Opfer der direkten menschlichen Verfolgung. Die geschossenen oder gefangenen Vögel landen dort häufig in Kochtöpfen, Käfigen, in Trophäensammlungen oder werden als lebendige Lockvögel genutzt, um ihre Artgenossen für die Jagd anzulocken. Der Verkauf von solchen Vögeln auf dem Schwarzmarkt kann für Menschen in einigen Teile Europas ein wichtiges Einkommen darstellen. Das Komitee setzt sich seit Mitte der 1970er Jahre für die Abschaffung des Vogelfangs und der Vogeljagd ein. Weitere Informationen lesen Sie hier.


22.02.2022, Zypern

Eingesammelte Leimruten vor einem Einsatzwagen der zypriotischen Polizei
Eingesammelte Leimruten vor einem Einsatzwagen der zypriotischen Polizei

Wilderer nach Nötigung von Komitee-Aktivisten verurteilt: In der letzten Woche wurde ein Wilderer auf Zypern wegen Bedrohung von zwei Vogelschützerinnen vom Bezirksgericht in Famagusta schuldig gesprochen. Nachdem die Frauen im September 2019 an der Fangstelle des Mannes mehrere tote Vögel gefunden hatten, beschimpfte der Mann sie und drohte damit, sie mit seinem Fahrzeug zu überfahren. Vor dem Gericht gab der Mann die Vorwürfe nun zu und wurde zu einer Geldstrafe von 350 Euro verurteilt. In der Vergangenheit gab es immer wieder Schwierigkeiten mit aggressiven Vogelfängern, ab November 2021 eskalierte die Situation jedoch spürbar. Der bislang letzte Zwischenfall ereignete sich am 9. Januar als Unbekannte in Larnaca ein Einsatzfahrzeug des Komitees mit Hilfe eines Sprengsatzes zerstörten. Wir fordern von der zypriotischen Regierung einen besseren Schutz unserer Aktiven und eine entschlossenere Bekämpfung von Umweltstraftaten, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.

Lesen Sie unsere Pressemeldung in Englischer Sprache hier


16.02.2022, Italien

Screenshot aus dem Film der Überwachungskamera an der Hütte des Jägers
Screenshot aus dem Film der Überwachungskamera an der Hütte des Jägers

Vogelfänger täuscht Angriff vor und landet selbst auf der Anklagebank: In dieser Woche hat ein Gericht im norditalienischen Brescia die Klage eines Jägers abgewiesen, der behauptet hatte, er sei bei einer Kontrolle im Jahr 2020 auf dem Monte Ladino bei Lumezzane von den Beamten der Forstpolizei tätlich angegriffen worden. Stattdessen eröffnete das Gericht nun ein Verfahren gegen den Mann wegen Vortäuschung einer Straftat und Widerstand gegen die Staatsgewalt. Ausgelöst wurde der Polizeieinsatz durch eine Anzeige des Komitees gegen den Vogelmord, dessen Mitglieder in der Jagdhütte des Mannes im Herbst 2020 zahlreiche geschützte Vögel entdeckt hatten. Darauf führte die Anti-Wildereieinheit der Forstpolizei eine Razzia bei dem Verdächtigen durch, der jedoch andere Jäger zur Hilfe rief, um den Beamten den Zutritt zu seiner Jagdhütte zu verwehren. Anschließend behauptete der Mann, er sei von den Polizisten angegriffen worden. In der Folge stellten sich einige italienischen Jagdverbände auf die Seite des Verdächtigen und auch der rechtspopulistische Europaabgeordnete Pietro Fiocchi protestierte gegen die Aktion der Polizei. Das Komitee begrüßt die Entscheidung des Gerichts und hat die Forstpolizei aufgefordert, ihren Einsatz gegen den Vogelfang in den Tälern der Provinz Brescia fortzusetzen.


14.02.2022, Malta

Illegal geschossene Turteltaube. Archivbild
Illegal geschossene Turteltaube. Archivbild

Was ist eine Turteltaube wert? Oder andersherum gefragt: Was für eine Strafe ist angemessen für jemanden, der eine Turteltaube tötet? Ein Strafgericht auf Malta hat diese Frage jetzt für sich beantwortet und einen Jäger für den illegalen Abschuss einer Turteltaube zu einer Geldstrafe von 1.000 Euro verurteilt. Außerdem wurde der Jagdschein des Mannes für zwei Jahre eingezogen. Richterin Dr. Elaine Mercieca sah es als erwiesen an, dass der Mann am 20. April 2020 in der Nähe der Ortschaft Selmun eine Turteltaube zur Schonzeit erlegt hatte. Zentrales Beweismittel war ein vom Komitee gegen den Vogelmord erstelltes Video, dass den Abschuss zeigt. Das Video finden Sie hier. Das Komitee begrüßt das Urteil, auch wenn die Strafe von vielen sicher als zu niedrig empfunden wird. Grund ist, dass es sich nach maltesischem Recht "lediglich" um ein Schonzeitvergehen handelt und nicht um den Abschuss einer streng geschützten, ganzjährig geschonten Art. Turteltauben gehören auf Malta zu den jagdbaren Arten und dürfen im Herbst legal geschossen werden, nicht jedoch im Frühling, wenn sich die Vögel auf dem Weg in ihre Brutgebiete befinden. 


10.02.2022, Libanon

Wilderer mit illegal geschossenem Adlerbussard im Libanon
Wilderer mit illegal geschossenem Adlerbussard im Libanon

Trophäenjagd im Libanon: In den letzten Tagen sind uns und unseren libanesischen Partnern von MESHC Anti-Poaching-Unit Bilder zugespielt worden, auf denen ein Mann mit einer halbautomatischen Waffe und einem frisch geschossenen Adlerbussard auf der Motorhaube seines Autos posiert. Er konnte mittlerweile in Mashghara, im Bezirk West Bekaa identifiziert werden. Außerdem hat ein Bezirksrichter die Polizei angewiesen, ihn zum Verhör vorzuladen. Normalerweise können für die Tötung einer streng geschützten Art nach libanesischem Jagdgesetz eine Geldstrafe in Höhe von 6.000 Dollar und ein Monat Haft verhängt werden. Wegen der derzeitigen wirtschaftlichen Krisenlage im Land liegen die Höchststrafen allerdings nur bei rund 200 Dollar. Die Anti-Wilderei-Einheit ist ein gemeinsames Projekt des Komitees mit seinen beiden libanesischen PartnerverbändenSociety for the Protection of Nature in Lebanon und dem Middle East Sustainable Hunting Center (MESHC).


09.02.2022, Zypern

Fitis an einer Leimrute, das Foto stammt aus unserem Archiv
Fitis an einer Leimrute, das Foto stammt aus unserem Archiv

Zypern: Vogelfang hat in der heutigen Gesellschaft keinen Platz: Trotzdem hat das zyprische Parlament in den letzten zwei Jahren Lockerungen beschlossen, von denen Vogelfänger nur träumen können. So wurde die Strafe für den Fang von 14 Zugvogelarten heruntergeschraubt. Dies betrifft hauptsächlich Arten, die häufig gefangen werden, darunter Mönchsgrasmücken, Bienenfresser und Pirole. Wird man mit nur einer illegal gefangenen Singdrossel erwischt, fällt noch an Ort und Stelle ein Bußgeld in Höhe von 2.000 Euro an. Werden Fallensteller jedoch mit bis zu 50 Vögeln dieser Arten erwischt, müssen sie in Zukunft mit einer Strafe von nur noch 200 Euro rechnen. – 4 Euro pro Vogel!

Lesen Sie den vollständigen Artikel (auf Englisch) von Martin Hellicar, Direktor unseres Partnerverbandes BirdLife Zypern hier


31.01.2022, Zypern

Die Schleiereule kann schon bald wieder ausgewildert werden.
Die Schleiereule kann schon bald wieder ausgewildert werden.

Eulenrettung auf Zypern: Während des Wintercamps auf Zypern hat ein Team des Komitees in den letzten Tagen eine weitere größere Fangstelle mit vier Stellnetzen und einer elektronischen Lockanlage, nahe der Ortschaft Xylofagou entdeckt und stillgelegt. Während die hinzugerufenen Jagdaufseher auf dem Weg zum Standort waren, hatten zwei Vogelfänger angefangen, die Netze abzubauen. Nachdem unser Team die beiden Wilderer konfrontiert hatte, flüchtete einer, während sich der andere in der Umgebung versteckt hielt. Im Anschluss stellte sich der Mann den Jagdaufsehern und muss jetzt mit einer Strafe in Höhe von 7.000 Euro rechnen. Bei der Aktion konnten 20 Vögel aus den Netzen befreit werden, darunter 18 Drosseln, eine Mönchsgrasmücke sowie eine Schleiereule. Unser Team brachte die geschwächte Eule in eine Tierklinik in Nikosia, wo sie aktuell versorgt wird. Die Ärzte attestieren ihr gute Aussichten auf eine volle Genesung und eine baldige Auswilderung. 


28.01.2022, Malta

Einer der verurteilten Vogelfänger auf Malta.
Einer der verurteilten Vogelfänger auf Malta.

Urteile gegen Vogelfänger auf Malta: Vor dem Strafgericht in Valletta mussten sich heute zwei Vogelfänger verantworten, die von unseren Teams im Frühling 2020 beim illegalen Fang von Finken mit Klappnetzen beobachtet und gefilmt wurden. Nachdem die zuständige Richterin unsere Aktivisten sowie Beamte der Umweltpolizei als Zeugen gehört vernommen hatte, verurteilte sie die beiden Männer zu Geldstrafen von 2.300 bzw. 2000 Euro sowie zum Entzug ihrer Jagd- und Fanglizenzen. Unsere Bilder zeigen die beiden Angeklagten beim Einsammeln von Käfigen mit Lockvögeln.


27.01.2022, Libanon

Streifenhyänen leben in den Gebirgen Libanons. Aufgrund von Wilderei sind sie mittlerweile sehr selten geworden.
Streifenhyänen leben in den Gebirgen Libanons. Aufgrund von Wilderei sind sie mittlerweile sehr selten geworden.

Wilderer im Libanon verhaftet: Die Polizei im Bezirk West-Bekaa hat in dieser Woche drei Jäger verhaftet, nachdem die Männer in der Nähe der Stadt Kfar Zabat eine streng geschützte Streifenhyäne – das Nationaltier des Libanon - abgeschossen haben. Die Behörden wurden tätig, nachdem Mitarbeiter des Komitees und die von uns finanzierte Anti-Wilderei-Einheit (APU) den Fall zur Anzeige gebracht und Druck auf die zuständigen Behörden ausgeübt hatten. Weil die Täter den Abschuss mit ihren Mobiltelefonen selbst gefilmt und anschließend mit dem toten Tier für Fotos posierten, ist die Beweislast erdrückend. Streifenhyänen – obwohl sehr selten geworden - werden in vielen Gegenden des Libanon immer noch als Schädlinge und Unglücksbringer angesehen und deshalb regelmäßig vergiftet oder geschossen. Abgesehen von diesem traurigen Fall waren unsere Partner in den letzten Wochen vor allem mit der Rettung von Greifvögeln beschäftigt. So wurden u.a. ein Gleitaar, ein Schreiadler, eine Waldohreule und ein Adlerbussard in eine Pflegestation gebracht. Alle Vögel hatten Schussverletzungen und wurden zum Teil aus illegaler Haltung befreit. Die Anti-Wilderer-Einheit APU ist ein gemeinsames Projekt des Komitees und seiner Partner Society for the Protection of Nature in Lebanon (SPNL) und Middle Eastern Sustainable Hunting Center (MESHC).


25.01.2022, Bayern

Der Tierpräparator hatte unter anderem Eichelhäher-Präparate zum Verkauf angeboten.
 H.Glader 
Der Tierpräparator hatte unter anderem Eichelhäher-Präparate zum Verkauf angeboten.

Artenschutzkriminalität in Bayern: Ein Tierpräparator aus dem Landkreis Traunstein ist wegen illegalen Geschäften mit ausgestopften Jagdtrophäen per Strafbefehl zur Zahlung einer Geldstrafe von 1.200 Euro (120 Tagessätze zu je 10 Euro) verurteilt worden. Das Amtsgericht Traunstein sah es als erwiesen an, dass der Mann trotz bestehender Vermarktungsverbote mit ausgestopften Waldschnepfen, Reiherenten sowie Eichelhähern und Elstern Handel betrieben hatte. Laut Anklage ging es dabei vor allem um den Verkauf sowie das Anbieten von gerahmten „Schaukästen“ (siehe Foto), die als Dekorationsobjekte für 400 Euro pro Stück angeboten wurden. Ins Visier der Behörden geriet der Mann nach einem Hinweis des Komitees gegen den Vogelmord, das Verkaufsangebote des Mannes im Internet gefunden und Strafanzeige wegen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz erstattet hatte. Das Urteil ist rechtskräftig, der Mann ist damit vorbestraft. Mehr zu den Vermarktungsverboten für jagdbare Tierarten finden Sie hier.


19.01.2022, Zypern

Die Röntgenaufnahme zeigt eindeutig den Bleischrot im Bein des Flamingos.
Die Röntgenaufnahme zeigt eindeutig den Bleischrot im Bein des Flamingos.

Flamingo-Abschuss auf Zypern: Am Montag wurde ein toter Flamingo aus dem Paralimni-See im Südosten Zyperns geborgen. Untersuchungen in einer Tierklinik ergaben, dass sich im Magen des Wasservogels erhebliche Mengen an Bleischrot befanden. Offenbar hatte es der Vogel bei der Nahrungssuche im Flachwasser des Sees versehentlich verschluckt. Außerdem befanden sich mehrere Schrotkugeln in den Beinen des Tieres, die von einem direkten Beschuss stammen. Der Flamingo hatte diesen zwar überlebt, ist allerdings schließlich an den Folgen einer Bleivergiftung gestorben. Bereits im letzten Jahr wurden zwei weitere erschossene Flamingos am See gefunden. Der Paralimni-See ist ein bedeutendes Feuchtgebiet für brütende und überwinternde Wasservögel auf der Insel, allerdings wird die Wasservogeljagd immer noch von der Regierung erlaubt. Mitarbeiter des Komitees hatten am Ufer sogar eine Tontaubenschießanlage gefunden, womit der See mit Abfall und Blei verschmutzt wird. Laufende Analysen haben gezeigt, dass die obersten Sedimentschichten, die von vielen Wasservögeln zur Nahrungssuche genutzt werden, fast ausschließlich aus giftigem Schlamm und Schrotkugeln bestehen. Die Jagd mit Bleischrot am Gewässer steht ohnehin im Widerspruch zu einer EU-Entscheidung von Januar 2021, die die Verwendung von Bleischrot in der Nähe von Feuchtgebieten verbietet. Konservativen Schätzungen zufolge sterben in Europa jedes Jahr mindestens eine Millionen Wasservögel an einer Bleivergiftung.

Der Schutz von Brackwasser-Küstenseen in Zypern basiert auf wissenschaftlichen Daten und internationalen Rechtsvorschriften. Der Staat ist verpflichtet sie angemessen zu schützen. Eine ähnliche Situation trat bereits am Larnaca-See im Jahr 2020 ein, als über hundert Flamingos vergiftet aufgefunden wurden. Dennoch scheinen diese Gebiete weiterhin vernachlässigt zu werden, was der Tierwelt und dem Naturerbe Zyperns schadet.


16.01.2022, Zypern

Auf der Insel wurden bisher 28 solcher Netze abgebaut.
Auf der Insel wurden bisher 28 solcher Netze abgebaut.

Neues von unserem Wintercamp auf Zypern: Bereits seit Mitte Dezember ist ein Team des Komitees auf Zypern stationiert, um gegen den illegalen Fang und Abschuss von überwinternden Zugvögeln vorzugehen. Aktuell werden vor allem Drosseln in Massen für den Verzehr gefangen oder auf dem Schwarzmarkt verkauft. Trotz mehrerer Vorfälle, darunter der Angriff auf einen unserer Aktivisten an Heiligabend oder die Zerstörung des Einsatzfahrzeugs durch einen pyrotechnischen Sprengsatz, bleibt unser Team weiter vor Ort. In den letzten zwei Wochen wurde nur wenig Fangaktivität verzeichnet, sodass vor allem die Jagd mit illegalen elektronischen Lockanlagen im Fokus stand. Aufgrund von Hinweisen des Komitees wurden so sechs Wilderer überführt. Insgesamt sind seit Mitte Dezember 21 aktive Fangplätze und 25 Stellen mit illegaler jagdlicher Aktivität bestätigt worden. 13 Strafverfahren wurden eingeleitet (4 wegen Vogelfangs und 9 wegen illegalen Jagdmethoden). Es konnten 28 Netze, 4 Leimruten und 25 elektronische Lockanlagen beschlagnahmt werden, mehr als 60 Vögel wurden aus Fallen und Netzen befreit. Trotz dieser Ergebnisse nimmt das Maß an Gewalt gegen unsere Aktivisten auf der Insel, wie berichtet, weiter zu. Wir fordern deshalb die Regierung Zyperns dazu auf, mehr Ressourcen für die Bekämpfung der Wilderei bereitzustellen und die 2019 aufgelöste Spezialeinheit der Polizei gegen Wilderei wieder einzusetzen, denn wenn die Zugvögel auf die Insel zurückkehren, wird auch die Wilderei wieder zunehmen.


14.01.2022, Deutschland

Verbreitung der illegalen Greifvogelverfolgung in Deutschland
Verbreitung der illegalen Greifvogelverfolgung in Deutschland

Neue Karte zeigt Ausmaß der illegalen Greifvogelverfolgung in Deutschland - 299 von 401 Landkreise und kreisfreie Städte betroffen. Das Komitee gegen den Vogelmord hat heute eine Karte und neue Zahlen zur illegalen Greifvogelverfolgung in Deutschland veröffentlicht. Abgebildet ist die Verteilung von 1.591 in den Jahren 2005 bis 2021 von unserer Erfassungsstelle EDGAR erfassten Fällen auf Kreisebene. Dabei handelte es sich hauptsächlich um nachgewiesene Tötungen bzw. gezielte Nachstellungen mit Gift, Fallen und Schusswaffen, bei denen insgesamt 2.166 Habichte, Bussarde, Rotmilane, Wanderfalken und andere Greifvögel getötet oder verletzt wurden. Die Karte zeigt deutlich, dass es sich dabei um ein bundesweites Problem handelt. Von den 401 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten sind 299 betroffen, bei den großflächigen Landkreisen sind es 85 %. In Nordrhein-Westfalen sind mit 640 besonders viele Fälle bekannt geworden. Bayern liegt mit 219 Fällen auf dem zweiten Platz, Brandenburg und Niedersachsen verzeichnen 136 bzw. 117 Fälle. Auf Kreisebene ist der Kreis Heinsberg im Westen von NRW mit 75 registrierten Fällen trauriger Spitzenreiter. Es folgen mit Steinfurt (55) und Warendorf (53) zwei Kreise aus dem Münsterland. Außerhalb von Nordrhein-Westfalen sind die Kreise Uckermark in Brandenburg (40), Dithmarschen in Schleswig-Holstein (21) und Dingolfing-Landau (16) in Bayern besonders stark betroffen. Für das Jahr 2021 sind bisher 78 bestätigte Fälle bei EDGAR registriert worden. Zu beachten ist die hohe Dunkelziffer. Da die meisten Taten an abgelegenen Orten oder auf Privatgelände begangen werden, gehen unsere Experten davon aus, dass mehr als 90 % aller Nachstellungen unentdeckt bleiben. Falls Ihnen Fälle von illegaler Greifvogelverfolgung bekannt sind, die nicht auf der Karte angezeigt sind (z. B. in Kreisen mit bisher keinem Nachweis), bitten wir Sie diese an unsere Erfassungsstelle (Mail an edgar@komitee.de) zu melden. Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf www.greifvogelverfolgung.de


10.01.2022, Zypern

Komitee-Fahrzeug durch illegalen Sprengkörper auf Zypern beschädigt: Gestern Abend wurde einer unserer Wagen auf der Mittelmeerinsel von Unbekannten durch einen Sprengsatz schwer beschädigt, der an der Windschutzscheibe angebracht worden war. Unser Team ist seit Mitte Dezember auf Zypern im Einsatz und hauptsächlich damit beschäftigt den illegalen Vogelfang zu dokumentieren und melden. Dieser Vorfall ist der jüngste in einer ganzen Serie von gewalttätigen Übergriffen und Morddrohungen auf unsere Teams durch kriminelle Banden. Zuvor hatte an Heiligabend ein polizeibekannter Wilderer einen Mitarbeiter des Komitees ins Gesicht geschlagen und die Beamten bedroht, nachdem sein Fangplatz gefunden wurde. Im November hatten bereits drei maskierte Fallensteller einen unserer Aktivisten fast bewusstlos geschlagen. Diese Vorfälle bestätigen, dass die vor drei Jahren von der Regierung aufgelöste Anti-Wilderei-Einheit der Polizei dringend wieder eingesetzt werden muss, um die immer größeren Probleme des Vogelfangs durch kriminelle Banden zu bekämpfen.


01.10.2021, Libanon

Riesen-Aktion gegen den illegalen Singvogelfang im Libanon: Heute haben unsere Teams im Süden des Libanon drei riesige Anlagen für den Fang von Singvögeln stillgelegt. Insgesamt wurden 21 Stellnetze mit einer Gesamtfläche von rund 600 Quadratmeter abgebaut und ein Dutzend Grasmücken befreit. Unterstützt wurden wir bei der Aktion von unseren Partnern SPNL (Gesellschaft für Naturschutz im Libanon) und dem Middle East Sustainable Hunting Center (MESHC). Grasmücken und andere Singvögel gelten im Libanon als Delikatesse. Der Verkauf der Vögel in Supermärkten, Metzgereien und Restaurants (dort stehen sie als ´Tayan´ auf der Speisekarte) ist für die Händler ein profitables Geschäft, dem jährlich mehrere Millionen Zugvögel zum Opfer fallen. Anbei ein kurzes Video (auf Facebook) von der Aktion.


01.10.2021, Malta

Die enge Zusammenarbeit zwischen Bird Guards und der Polizei ist das beste Mittel gegen den illegalen Vogelfang.
Die enge Zusammenarbeit zwischen Bird Guards und der Polizei ist das beste Mittel gegen den illegalen Vogelfang.

Illegaler Vogelfang auf Malta: Obwohl die Regierung Maltas gerade dabei ist, entgegen EU-Recht und trotz deutlicher Drohungen aus Brüssel erneut den Singvogelfang zu erlauben, schaffen die Vogelfänger zwischenzeitlich einfach Fakten. In den letzten zwei Wochen haben Teams des Komitees gegen den Vogelmord auf der Mittelmeerinsel bereits 12 illegale Fangstellen gefunden und an die Polizei gemeldet. Acht Schlagnetze wurden beschlagnahmt, gegen die Täter sind Strafverfahren eingeleitet worden. Die Beamten haben mehr als 90 Vögel sichergestellt – unter ihnen Dutzende Finken wie Kernbeißer und Stieglitze, aber auch verschiedene Watvögel, z.B. Mornellregenpfeifer, sowie mehrere Wachteln. Heute Morgen wurden zwei Männer erwischt, die sogar vom Aussterben bedrohte Ortolane fangen wollten – ein lebender Ortolan, der als Lockvogel an dem Netz montiert war, konnte hier gerettet werden. Die Vögel landen größtenteils auf dem Schwarzmarkt für „Ziervögel“. Für einen Kernbeißer werden 100 € gezahlt, für einen Ortolan stolze 150 € - ein großes Geschäft. Das Vogelschutzcamp auf Malta wird bis in den November hinein andauern und deckt damit einen Großteil des Vogelzugs ab.