Komitee gegen den Vogelmord e.V. Committee Against Bird Slaughter (CABS)

Komitee gegen den Vogelmord e. V.
Committee Against Bird Slaughter (CABS)

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Vogelschutz-Blog

Mit unseren Beiträgen in den Sozialen Medien immer auf dem Laufenden bleiben - und das ganz ohne nervige Kommentare und Datenschutzbedenken: Wer einen Bogen um Facebook, Instagram, Twitter & Co macht, bleibt hier trotzdem gut informiert. Im Vogelschutz-Blog finden Sie immer alle Social Media-Beiträge des Komitees gegen den Vogelmord.

01.02.2023 Zwischenbericht vom Vogelschutzcamp auf Zypern

Bei einem Jäger (hinten links) sichergestelltes Lockgerät
Bei einem Jäger (hinten links) sichergestelltes Lockgerät

Unser Wintereinsatz auf der Mittelmeerinsel läuft nun seit 6 Wochen. So ruhig wie in diesem Jahr war die Aktion noch nie - bislang haben wir lediglich 62 Fälle von Wilderei feststellen und 9 Wilderer überführen können. Besonders auffällig ist der Rückgang des Vogelfangs mit Netzen: Seit Mitte Dezember haben wir lediglich 2 Fangnetze gefunden und abgebaut - im Winter 2017/2018 waren es in der Hälfte der Zeit 137 Stück! Der Grund dafür liegt einerseits in unserer unermüdlichen Arbeit, aber sicher zum Teil auch an der warmen Witterung, durch die viele Vögel erst gar nicht so weit ziehen. Deswegen ist auch die Jagd mit der Flinte weniger weit verbreitet als üblich. Dennoch konnten wir 9 Jagdscheininhaber bei der illegalen Singvogeljagd erwischen - die Männer hatten entweder verbotene elektronische Lockanlagen in Benutzung oder geschützte Vogelarten wie Wiesenpieper, Bachstelzen, Grauammern oder Grünfinken geschossen. Unsere Teams sind noch bis Ende Februar auf Zypern aktiv.


30.01.2023, ​Brüssel verklagt Malta wegen umstrittener „Finken-Studie“

Erlenzeisige gehören zu den sieben Finkenarten, die besonders gerne gefangen werden.
Erlenzeisige gehören zu den sieben Finkenarten, die besonders gerne gefangen werden.

Wie die Tageszeitung MaltaToday berichtet, hat die Europäische Kommission gegen „Wiederholungstäter“ Malta letzte Woche eine weitere Klage wegen Verstoß gegen die Vogelschutzrichtlinie beim Europäischen Gerichtshof (EUGH) eingereicht. Gegenstand der Klage ist die Freigabe des Fangs von sieben Singvogelarten mit Klappnetzen im Herbst. Der EUGH hatte bereits im Jahr 2018 festgestellt, dass diese Praxis gegen die EU-Vogelschutzrichtlinie verstößt und Malta wegen dieser Praxis rechtskräftig verurteilt. Um das Urteil zu umgehen, wurde der Vogelfang von der Regierung in Valletta kurzerhand zu einer wissenschaftlichen Tätigkeit umetikettiert und tausende Vogelfänger über Nacht zu „Vogelforschen“ ernannt. Das Komitee gegen den Vogelmord und sein Partner BirdLife Malta hatten das Projekt immer wieder scharf kritisiert und als „Trojanisches Pferd zur Wiedereinführung des Singvogelfangs“ bezeichnet. Komiteevorsitzender Karl-Heinz Kreutzer begrüßte die Klage: „Dieses angebliche Forschungsprojekt ist ein riesiger Schwindel. Unsere Daten zeigen, dass die meisten Fänger sich nicht um die Studie scheren, sondern sie missbrauchen, um ihre Volieren mit geschützten Vogelarten zu füllen“, so Kreutzer in einer Stellungnahme. Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord hatten in den letzten Jahren zahlreiche Fälle von illegalem Vogelfang unter dem Deckmantel der Studie aufgedeckt. Allein im November wurden Anzeigen gegen mehr als 30 Vogelfänger erstattet. Bei anschließenden Durchsuchungen wurden mehr als 368 lebende Vögel und 45 Klappnetze beschlagnahmt.


29.01.2023, Pflegearbeiten im Komitee-Schutzgebiet

Ehrenamtliche Helfer beim Kopfweidenschnitt im Komitee-Schutzgebiet in Schwentinental (bei kiel)
Ehrenamtliche Helfer beim Kopfweidenschnitt im Komitee-Schutzgebiet in Schwentinental (bei kiel)

Pflegemaßnahmen in den Komitee-Schutzgebieten in Norddeutschland: In der Landschaftspflege ist der Winter die arbeitsreichste Zeit, denn bevor die Vögel mit der Brut beginnen, müssen alle Maßnahmen abgeschlossen sein. In diesem Jahr haben wir uns den Rückschnitt der Wallhecke am Rönner Wege im Südwesten von Schwentinental (bei Kiel) vorgenommen - für die Arbeit auf dem 700 Meter langen Abschnitt wurde die Straße tagelang gesperrt. Während hierfür schweres Gerät aufgefahren werden musste, haben die fleißigen Helferinnen und Helfer der Naturschutzgruppe Schwentinental von Hand ein Dutzend Kopfweiden auf einer Feuchtwiese ganz im Westen unseres Schutzgebietes geschnitten.


27.01.2023, Greifvogeljagd im Libanon

Wespenbussarde gehören zu den am häufigsten abgeschossenen Zugvögeln im Libanon.
Wespenbussarde gehören zu den am häufigsten abgeschossenen Zugvögeln im Libanon.

Im Oktober letzten Jahres war ein Komitee-Team während des Hauptdurchzugs von Greifvögeln im nordlibanesischen Distrikt Danniyeh im Einsatz. Das Gebiet ist als Engpass für Zugvögel bekannt und einer der Wilderei-Schwerpunkträume im gesamten Norden des Landes. Während der Dokumentation über das Ausmaß der illegalen Nachtjagd auf Wachtelkönige und Ziegenmelker konnte unser Team auch die Jagd auf geschützte Wespenbussarde feststellen. Nach dem Abschuss zweier Greifvögel flüchteten die Wilderer jedoch vom Tatort, der zu abgelegen im Gebirge lag, um die Polizei dorthin zu losten. Die illegale Jagd während des Zugs auf die geschützten Vögel gehört zu den wichtigsten Gefährdungsursachen der Art. In den Gebieten, in denen wir seit 2017 zweimal im Jahr im Einsatz sind, hat sich die Situation bereits verbessert. Trotzdem gibt es an den ablegenden Zugvogelkorridoren, wie hier in Danniyeh, weiterhin hohe Abschusszahlen. Während unsere Zugvögel die Wintermonate noch in Afrika verbringen, sind die Vorbereitungen für das anstehende Frühlings-Vogelschutzcamp im Libanon schon weit vorangeschritten. Ab Ende März werden wieder mehrere internationale Vogelschützer des Komitees, gemeinsam mit libanesischen Experten unserer Partnerverbände von SPNL und MESHC im Libanongebirge präsent sein, um den Durchzug von Greifvögeln zu überwachen.

Das Video (auf Englisch) können Sie mit dem Link auf YouTube aufrufen


23.01.2023, Geschützte Arten unter Beschuss – zwei Wilderer auf Zypern überführt

Auch eine geschützte Grauammer wurde von den Jägern abgeschossen.
Auch eine geschützte Grauammer wurde von den Jägern abgeschossen.

 Obwohl sich aktuell nur wenig jagdbare Arten auf der Mittelmeerinsel aufhalten, wurde ein Komitee-Team gestern Morgen durch anhaltende Schüsse aus einem Bereich nahe der Stadt Paralimni auf zwei Jäger aufmerksam. Die beiden Männer nahmen alle durchziehenden Vögel unter Beschuss, die vorbeiflogen. Nachdem unser Team die Jagdaufseher informiert hatten und mit ihnen auf dem Weg zu den Schützen gewesen sind, versuchten die Jäger die geschossenen Zugvögel loszuwerden. Unsere Aktiven und die Beamten fanden die Vögel jedoch umgehend: Die Schützen hatten insgesamt 15 Singvögel, darunter ausnahmslos geschützte Arten wie Wiesenpieper, Bachstelzen sowie einen Grünfink und eine Grauammer geschossen. Sie wurden wegen der Jagd auf geschützte Arten angezeigt, nun droht ihnen je eine Geldstrafe in Höhe von rund 2.000 Euro.


22.01.2023, Illegal gefangene Rotkehlchen auf Malta befreit

Bei einem Vogelfänger auf Malta sichergestelltes Rotkehlchen (Archivbild)
Bei einem Vogelfänger auf Malta sichergestelltes Rotkehlchen (Archivbild)

Die maltesische Polizei hat bei einem Tierhalter mehrere illegal gefangene Rotkehlchen sichergestellt. Ausgelöst wurde der Einsatz der Beamten durch einen Hinweis des Komitees gegen den Vogelmord statt, dessen Mitarbeiter die Vögel auf dem Grundstück des Mannes unweit des maltesischen Flughafens entdeckt und den Behörden gemeldet hatten. Dem Beschuldigten droht wegen des illegalen Besitzes geschützter Wildvögel eine hohe Geldstrafe.

Die beschlagnahmten Vögel wurden nach einer Untersuchung durch den Amtsveterinär in einem Vogelschutzgebiet freigelassen.


20.01.2023 Singvögel und Vogelfallen in Niedersachsen beschlagnahmt

Blaukehlchen
 Thomas Krumenacker 
Blaukehlchen

Polizei und Naturschutzbehörden sind im Landkreis Schaumburg (Niedersachsen) gegen einen mutmaßlichen Tierhändler und Vogelfänger vorgegangen. Bei einer Kontrolle in der Gemeinde Haste wurden Anfang des Jahres auf dem Grundstück des Beschuldigten mehrere Fallen und Netze für den Vogelfang sowie zahlreiche lebende Singvögel entdeckt und beschlagnahmt. Im Haus des Mannes wurden außerdem mehr als 50 gefrorene und ausgestopfte Vögel - darunter Eulen, ein Adler, ein Schwarzmilan und mehrere Habichte – sichergestellt. Ins Visier der Behörden geriet der  Mann nach einer Anzeige des Komitees gegen den Vogelmord, dessen Mitarbeiter im letzten Jahr die Aktivitäten des Mannes dokumentiert und schließlich Anzeige erstattet hatten.

Unsere Pressemeldung dazu lesen Sie hier ...


16.01.2023, Singvogel-Wilderer in der britischen Militärzone (ESBA) auf Zypern gefasst

Insgesamt 39 Wiesenpieper hatte der Wilderer vor seiner Festnahme geschossen.
Insgesamt 39 Wiesenpieper hatte der Wilderer vor seiner Festnahme geschossen.

Gestern Morgen hat ein Komitee-Team während einer Kontrolle bei Dekelia, im Osten der Mittelmeerinsel, einen Wilderer überführt, der mit einem elektronischen Lockgerät die Zugrufe von geschützten Wiesenpieper abgespielt und damit durchziehende Vögel angelockt hatte. Das Team alarmierte sofort die britische Polizei, die für den Militärstützpunkt zuständig ist, als sie die Rufe des Lockgeräts hörten. Die Beamten waren schnell vor Ort, um den Mann auf frischer Tat anzusprechen. Der Verdächtige schaltete jedoch sofort den Lautsprecher aus, als er die heraneilenden Polizisten sah. Allerdings konnten unsere Aktiven das Lockgerät sowie einen im Gras versteckten Beutel mit insgesamt 39 frisch geschossenen Wiesenpiepern finden. Der Mann wurde anschließend in Handschellen abgeführt und wird sich bald vor Gericht verantworten müssen. Im droht eine Geldstrafe von rund 4.000 Euro. Vielen Dank an die SBA-Polizei für ihren schnellen Einsatz und die gute Zusammenarbeit.


13.01.2023, Illegale Vermarktung geschossener Wildvögel

Kanadagänse dürfen in Deutschland geschossen werden, die getöteten Tiere dürfen aber nicht vermarktet werden.
Kanadagänse dürfen in Deutschland geschossen werden, die getöteten Tiere dürfen aber nicht vermarktet werden.

Das Komitee gegen den Vogelmord hat einen Jäger aus Hessen wegen des Verdachts auf illegale Vermarktung geschossener Kanadagänse angezeigt. Auf seiner Internetseite bietet der Mann die Gänseart an, obwohl sie gemäß den Vorgaben der Bundeswildschutzverordnung nicht vermarktet werden darf. Mit dieser Regelung soll die kommerzielle Jagd auf bestimmte Wildtiere eingeschränkt werden. In den letzten Jahren haben wir immer wieder solche illegalen Angebote gefunden, zuletzt Schwanenbrüstchen und Waldschnepfen in Restaurants oder Federn geschossener Eichelhäher, die in Hutansteckern verarbeitet waren.


12.01.2023, Wilderei auf Zypern

Aus einem See in Famagusta (Zypern) geborgene Kormorane
Aus einem See in Famagusta (Zypern) geborgene Kormorane

Vogeljäger auf Zypern erwischt: Unser Team auf Zypern hat in den letzten Tagen zwei Fälle von Wilderei aufgedeckt und konnte zusammen mit der Jagdaufsicht einen Täter überführen: In Oroklini bei Larnaca haben unsere Mitglieder einen Jäger mit einem elektronischen Lockgerät beobachtet. Die von uns gerufenen Beamten der Jagdaufsicht konnten den Täter in flagranti mit illegal geschossenen geschützten Vögeln – Stieglitz, Wiesenpieper und Girlitz - stellen. Ein anderes Team des Komitees gegen den Vogelmord hat einen unbekannten Täter dabei beobachtet, wie er drei frisch geschossene Kormorane in einem See im Famagusta-District entsorgt hat. Dem Mann gelang die Flucht, die Ermittlungen dazu dauern an.


11.10.2023, Tierquälerei in Münster - Bussard gerät in illegales Tellereisen

Mäusebussarde gehören zu den häufigsten Opfern von illegaler Greifvogelverfolgung in Deutschland.
Mäusebussarde gehören zu den häufigsten Opfern von illegaler Greifvogelverfolgung in Deutschland.

Gestern Nachmittag (10.01.2023) hat die Polizei in Münster (NRW) einen schwer verletzten Mäusebussard aus einer Illegalen Schlagfalle befreit. Dabei handelte es sich um ein Tellereisen, das innerhalb einer umzäunten Geflügelhaltung im Stadtteil Nienberge aufgestellt und mit einem totem Huhn beködert war. Gerufen wurden die Beamten von Mitarbeitern des Komitees gegen den Vogelmord, die den Vogel nach einem Hinweis aus der Bevölkerung entdeckt hatten. Leider wurde durch das Tellereisen das linke Bein des Greifvogels fast vollständig abgetrennt; das Tier musste deshalb von einem Tierarzt eingeschläfert werden.
Das Komitee hat vor Ort Strafanzeige wegen Tierquälerei und Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz erstattet. Ob es sich bei dem Besitzer des Grundstückes auch um den Täter handelt, ist Gegenstand der Ermittlungen. "Wir gehen davon aus, dass die Falle aufgestellt wurde, um Beutegreifer von den am Tatort gehaltenen Ziergeflügel fernzuhalten", so Komiteesprecher Axel Hirschfeld. Mäusebussarde gehören zu den in Deutschland streng geschützten Arten und genießen eine ganzjährige Schonzeit. Fang und Tötung von wildlebenden Exemplaren stellen Straftaten dar, die mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden können. Die Verwendung von Tellereisen wurde wegen ihrer besonders tierquälerischen Wirkung bereits im Jahr 1995 in der gesamten EU verboten.


08.01.2023, Update vom Winter-Vogelschutzcamp auf Zypern

Komitee-Mitarbeiter im Einsatz auf Zypern
Komitee-Mitarbeiter im Einsatz auf Zypern

Das Komitee-Team, das seit kurz vor Weihnachten auf Zypern im Einsatz ist, erlebt eine ungewöhnlich ruhige Jagdsaison. Die Temperaturen sind ungewöhnlich hoch, so dass viele der sonst auf der Mittelmeerinsel überwinternden Drosseln auf dem Balkan und in der Türkei geblieben sind. Bislang konnten lediglich 3 Wilderer überführt werden. Die Vogelschützer sind aber jeden Tag im Gelände, um Präsenz zu zeigen. Die wenigen aktiven Jäger wissen um unsere Kontrollen und halten sich mit dem Einsatz verbotener Lockanlagen und dem Abschuss geschützter Arten weitgehend zurück. Unser Team nutzt die Zeit außerdem, um neue Gebiete zu erkunden und Fangstellen für die Frühlings-Aktionen auszukundschaften. Das zahlt sich spätestens im März aus, wenn der Vogelzug in Gang kommt und kaum genug Zeit bleibt, um alle bekannten Fanggebiete zu besuchen.


04.01.2023, ​Vogelfänger und Tierhändler in Kalabrien überführt

Blick in das "Tierlager" des Vogelhändlers
Blick in das "Tierlager" des Vogelhändlers

Im Dezember 2022 haben Mitglieder des Komitees gegen den Vogelmord unter Federführung unseres Partners "Gruppo Adorno" in Süditalien zwei Personen überführen können. Aus ermittlungstaktischen Gründen melden wir die Aktion erst heute. In einem Fall wurde ein Mann mit 500 lebenden Finken - überwiegend Stieglitze, Grünfinken und Girlitze - erwischt. Die in freier Natur gefangen Tiere sollten als Käfigvögel verkauft werden. Bei einer Hausdurchsuchung fanden Polizeibeamte weitere 500 Finken- diese allerdings tiefgefroren! Außerdem wurden Netze, Lockanlagen und Jagdwaffen sichergestellt. In dem zweiten Fall wurde ein Wilderer auf frischer Tat beim Vogelfang mit Netzen erwischt, hier fanden Beamte im Haus des Täters weitere Netze, Vogelfallen, tiefgefrorene Vögel wie auch einiges tote Siebenschläfer, die als regionale Delikatesse gelten.


01.01.2023, Infos zu den im Jahr 2022 überführten Wilderern

Überführter Vogelfänger auf Malta
Überführter Vogelfänger auf Malta

Unser guter Vorsatz für 2023: Noch mehr Wilderer als letztes Jahr überführen! Das wird nicht ganz leicht, denn mit 322 Personen haben wir im Jahr 2022 so viele Täter wie noch nie erwischt. 234 wurden wegen illegalen Vogelfangs mit Netzen oder Fallen angezeigt, 88 wegen des illegalen Abschusses geschützter Vögel mit Jagdwaffen. Das Zypern-Team steht mit 105 überführten Wilderern an der Spitze unserer Statistik, gefolgt von Malta mit 72 und Italien mit 65. Die hinteren Ränge belegen Spanien (41), der Libanon (22) und natürlich Deutschland (17), wo es keine auf Umweltkriminalität spezialisierte Polizei-Einheit gibt. 99 % der von uns im letzten Jahr überführten Wilderer waren Männer – lediglich 3 Frauen wurden erwischt (sie hatten Fallen aufgestellt, Wildererinnen mit Waffen gab es keine). Der jüngste Täter war gerade 17 Jahre alt, die große Mehrzahl liegt in der Altersklasse 50 bis 65 Jahre. Um 2023 genauso erfolgreich zu sein, haben wir uns insgesamt 23 größere und 15 kleinere Einsätze im Mittelmeerraum vorgenommen.


31.12.2022, Letzter Wilderer des Jahres erwischt!

Bei einem Jäger auf Zypern sichergestellte frisch geschossene Wiesenpieper
Bei einem Jäger auf Zypern sichergestellte frisch geschossene Wiesenpieper

Unser „Weihnachtsteam“ auf Zypern konnte in den letzten Tagen drei Jäger überführen. Zwei hatten bei der Lerchenjagd illegale Lockgeräte im Einsatz und konnten zusammen mit der Jagdaufsicht auf frischer Tat ertappt werden. Der dritte Mann war wegen des gleichen Tatbestandes aufgefallen: Er hatte bei der Jagd eine Lockanlage mit Singdrossel-Gesang benutzt – eine vergleichsweise wenig schwere Straftat. Sein Pech: Die von uns gerufenen Polizei benötigte über eine Stunde zum Tatort. Während andere Jäger solche Wartezeiten für die Flucht nutzen, hatte er zwischenzeitlich sein Lockgerät auf Wiesenpieper umgestellt und bereits vier der geschützten Zugvögel geschossen. Hätten ihn die Beamten bei der Drosseljagd mit dem Gerät erwischt, wäre er mit ein paar hundert Euro Strafe davongekommen. Für den Abschuss der Wiesenpieper zahlt er nun 2.500 Euro! Der Pieper-Jäger war wohl der letzte Wilderer des Jahres 2022 - unsere Gesamtstatistik steigt damit auf 322 überführte Personen!


29.12.2022, Protestaktion der DUH gegen Silvester-Feuerwerk

Die Böllerei zu Silvester ist nicht nur für Hunde und Katzen eine schwere Zeit - auch Wildtiere leiden unter massivem Stress durch nächtliches Feuerwerk. Bitte verzichten Sie einfach darauf. Damit tun Sie auch etwas für die Umwelt, denn nicht nur gefährlicher Feinstaub wird in kürzester Zeit in erheblichen Mengen freigesetzt, sondern hunderte Tonnen Müll produziert, die nicht selten in der Landschaft landen und dort verbleiben.

Wer sich aktiv gegen die Silvesterböllerei einsetzten möchte: Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat eine Protestaktion gestartet:

Mitmachaktion Silvester - BöllerCiao!


25.12.2022, Weihnachtseinsatz des Komitees auf Zypern

"Weihnachtsbaum" aus Fangnetzen und Schrotpatronen
"Weihnachtsbaum" aus Fangnetzen und Schrotpatronen

Süßer die elektronischen Lockgeräte nie klingen: Während die meisten von uns im Kreise der Familie unterm Baum sitzen und sich bescheren lassen, verbringt ein Komitee-Team Weihnachten auf Zypern. Singvögel gelten hier als Feiertagsspeise und die Wilderer rechnen nicht mit Polizei-Kontrollen. Die Vogelschützer aus Italien und Slowenien haben in den letzten Tagen mehrere Fangstellen gefunden, zwei Netze abgebaut und zwei Jäger wurden bei der illegalen Lerchenjagd erwischt. Um zumindest etwas Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen, haben die Camp-Teilnehmer - ganz ökologisch - aus regionaltypischen und saisonalen Gegenständen einen Weihnachtsbaum gebastelt: Aus den beiden zuvor gefundenen Fangnetzen und aufgesammelten Schrotpatronen. Von einem Lockgerät, das einem Vogelfänger abgeluchst wurde, erklingt Weihnachtsmusik - der Lautsprecher ziert die Christbaumspitze. Um es mit Charlie Chaplin zu sagen: "Humor sorgt dafür, dass die Bösartigkeit des Lebens uns nicht überwältigt." In diesem Sinne wünschen wir dem unermüdlichen Komitee-Team auf Zypern und natürlich allen Freund*innen und Unterstützer*innen schöne Weihnachtsage. Buon natale (für die Italiener im Einsatz) und vesel božič (für unsere Slowenen)!


24.12.2022 - 236 elektronische Lockanlagen stillgelegt

Elektronisches Lockgerät
Elektronisches Lockgerät

Die Verwendung von elektronischen Anlagen, die Vögel mit Aufnahmen ihres Gesangs vor Flinten oder zu Fangstellen locken, ist überall verboten. Und dennoch sind sie immer noch weit verbreitet, denn sie machen Jagd und Vogelfang besonders effektiv. Früher haben die Täter Autoradios mit Zeitschaltuhren, Batterien und Lautsprecher im Gelände postiert, heute sind es fast durchgängig nur noch MP3-Player oder schlicht Smartphones. In Spanien laufen die Geräte mit Drosselgesang an Leimruten-Fanganlagen, in Norditalien nutzen Jäger sie zum Anlocken von Piepern, Lerchen und Enten. In Süditalien und Malta locken sie Wachteln vor die Flinten, auf Malta findet man sie zusätzlich auch an Netzen für Watvögel. Zypriotische Jäger postieren die Geräte mit Grasmückengesang an Leimruten und Netzen oder nutzen Lerchen- und Drossellockanlagen bei der Jagd. Im Libanon nutzen fast alle Jäger und Vogelfänger solche Geräte – sei es für den Abschuss von Bienenfressern, Ziegenmelkern und Drosseln oder zum Fang von Grasmücken und Rohrsängern. Für uns haben die meist sehr lauten Anlagen einen Vorteil: Sie leiten uns direkt zu illegalen Fang- und Jagdplätzen, die wir sonst nie gefunden hätten. Auf diese Weise konnten wir im Jahr 2022 insgesamt 236 derartige Geräte stilllegen. Wieviele Vögel wir damit retten konnten, lässt sich kaum seriös beziffern - es werden aber etliche tausend gewesen sein!


23.12.2022 - 534 Netze eingesammelt

Fangnetz in den Bergen Norditaliens
Fangnetz in den Bergen Norditaliens

Eine der am weitest verbreiteten Methoden zum Singvogelfang ist die Verwendung von Netzen. In allen Einsatzgebieten des Komitees spielen sie deswegen eine wesentliche Rolle bei der unserer Arbeit gegen die Wilderei. Ihre Benutzung ist mit Ausnahme von Malta überall verboten. Vertikal aufgestellte Stellnetze sind vor allem in Italien, auf Zypern und im Libanon verbreitet, am Boden liegende Schlagnetze findet man auf Malta und in Spanien. Im Jahr 2022 wurden während der Aktionen des Komitees gegen den Vogelmord in sechs verschiedenen Ländern insgesamt 534 Netze mit einer Gesamtlänge von über 5.000 Metern gefunden und abgebaut. Über 600 frisch gefangene Vögel wurden dabei von uns aus den feinen Gespinsten befreit und noch an Ort und Stelle wieder freigelassen. Wie viele Vögel erst gar nicht gefangen worden sind, weil wir die Netze dauerhaft aus der Landschaft entfernt haben, ist schwer zu berechnen. Auf Basis unserer Erfahrungen gehen wir davon aus, dass pro drei laufende Netzmeter an einem Tag ein Vogel gefangen wird. Bei 5.000 Metern Netz sind das an jedem Tag rund 1.660 gerettete Vögel. Während der Fangsaison von durchschnittlich etwa 45 Tagen wären so bis zu 75.000 Vögel in den von uns abgebauten Netzen gestorben!


22.12.2022 - 3.433 Leimruten eingesammelt

Leimruten sind mit klebrigem Pflanzensaft bestrichene Vogelfallen
Leimruten sind mit klebrigem Pflanzensaft bestrichene Vogelfallen

Leimruten gehören zu den ältesten Vogelfallen – sie wurden schon in der Antike zum Singvogelfang eingesetzt. Kleine Zweige werden hierfür mit einer klebrigen Masse bestrichen, auf der die Vögel festkleben. Traditionell wird der Leim aus Misteln oder Pflaumen gewonnen, heute sind aber auch synthetische Kleber auf Erdölbasis in Gebrauch. Zum Glück sind Leimruten überall verboten und auch weitgehend verschwunden. Bei unseren Einsätzen finden wir sie noch im Osten Spaniens, wo vor allem Drosseln gefangen werden, sowie auf Zypern und im Libanon, wo vor allem Langstreckenzieher wie Grasmücken, Schnäpper, Rohrsänger und andere Insektenfresser das Ziel der Wilderer sind. Bei aller Brutalität haben Leimruten einen Vorteil: Die Vögel werden lebend gefangen und können meist relativ leicht befreit werden. Im Jahr 2022 haben wir rund 550 Vögel von den klebrigen Fallen. Die Zahl der tatsächlich durch unsere Aktionen geretteten Tiere liegt aber weit höher: Zum Fang eines Vogels pro Tag benötigt man 4 Leimruten. Mit den von uns aus dem Gelände entfernten 3.433 Fallen hätten die Wilderer also jeden Tag 850 Vögel gefangen. Während der Fangsaison von durchschnittlich etwa 45 Tagen wären so bis zu 38.000 Vögel in den von uns abgebauten Leimruten gestorben!


19.12.2022, Illegaler Fang von Goldregenpfeifern auf Malta

Goldregenpfeifer werden auf Malta gefangen, um sie als lebende Lockvögel für die Jagd zu nutzen. Nicht selten fristen die Vögel in kleinen Käfigen wie hier.
Goldregenpfeifer werden auf Malta gefangen, um sie als lebende Lockvögel für die Jagd zu nutzen. Nicht selten fristen die Vögel in kleinen Käfigen wie hier.

Mitarbeiter des Komitees haben sich in den letzten zwei Wochen die Nächte um die Ohren geschlagen um auf Malta den illegalen Fang von Goldregenpfeifern zu dokumentieren. Der Art wird auf Malta trotz Verbots vor allem während der Nachtzeit nachgestellt, wenn die Tiere in kleineren Schwärmen aktiv sind und relativ einfach mit Ruf-Attrappen angelockt werden können. Die mit Klappnetzen gefangenen Vögel landen entweder auf dem Teller oder werden lebend gehalten. Das Komitee schätzt, dass auf Malta mindestens 5.000 lebende Goldregenpfeifer als

Lock- oder Ziervögel in Volieren ihr Dasein fristen. Insgesamt konnten unsere Teams fünf Fälle von illegalem Nachtfang bzw. von illegaler Verwendung elektronischer Regenpfeifer-Lockvögel dokumentieren. Die Standorte der Fanganlagen wurden an die Polizei übermittelt.


18.12.2022, Vogelfänger in Como/Italien erwischt

Bei einem Vogelfänger sichergestellter Stieglitz (Archivbild)
Bei einem Vogelfänger sichergestellter Stieglitz (Archivbild)

Angeblicher Vogelzüchter mit Netzen im Garten erwischt: Am Comer See - gelegen in Oberitalien unweit der Schweizer Grenze - ist einem Komitee-Team ein Schlag gegen den illegalen Vogelhandel gelungen. Im umzäunten Garten eines angeblichen Vogelzüchters haben sie 3 Fangnetze gefunden, mit denen der Mann über einen längeren Zeitraum heimische Wildvögel gefangen und dann mit manipulierten Zuchtringen versehen hat, um sie als Nachzuchten zu verkaufen. In den Volieren des Täters wurde von Polizeibeamten kein einziges Zuchtpaar gefunden - alle 32 aktuell vorrätig gehaltenen Vögel waren offensichtlich wild gefangen. Geräte zum Weiten und Verengen von Ringen wurde ebenso beschlagnahmt wie zahlreiche Zuchtringe. Neben Amseln, Buch- und Bergfinken, die wohl als lebende Lockvögel an Jäger verkauft werden sollten, wurden auch Erlenzeisige, Haubenmeisen und Stieglitze sichergestellt. Sie waren vermutlich für den Heimtiermarkt bestimmt.


17.12.2022, Einsatztermine 2023 jetzt online

Komitee-Team im Einsatz in Italien
Komitee-Team im Einsatz in Italien

Vogelschutzcamps 2023: Für 23 von insgesamt 31 im nächsten Jahr geplanten Vogelschutzcamps stehen jetzt die Termine fest. Von Spanien im Westen bis Libanon im Osten sind wieder fast alle Brennpunkte der Wilderei im Mittelmeerraum abgedeckt. An manchen Stellen sind wir nur eine Woche im Einsatz - wie etwa auf den italienischen Inseln Ischia und Ponza - in unseren Schwerpunktgebieten sind wir dagegen wieder die komplette Zugzeit vor Ort. So werden unsere Teams 11 Wochen auf Malta aktiv sein, auf Zypern sind sogar 20 Wochen geplant. Wer Interesse an einer Teilnahme hat, muss einiges mitbringen: Eine hervorragende körperliche Fitness, gute Artenkenntnisse, einen Führerschein, ordentliches Englisch und vor allem eine gehörige Portion Mut!

Die Termine für unsere Einsätze finden Sie hier.


16.12.2022, Tätigkeitsbericht für das Jahr 2022 jetzt online

Über 2.500 Vögel wurden aus Käfigen. Fallen und Netzen im Jahr 2022 bei Komitee-Aktionen befreit.
Über 2.500 Vögel wurden aus Käfigen. Fallen und Netzen im Jahr 2022 bei Komitee-Aktionen befreit.

Jahresbilanz des Komitees – 320 Wilderer im Jahr 2022 überführt und über 2.500 Vögel befreit: In diesem Jahr haben wir 31 Vogelschutzcamps mit rund 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus ganz Europa in sieben verschiedenen Ländern durchgeführt und dabei 320 Wilderer geschnappt – ein neuer Rekord. Im vergangenen Jahr waren es 268. Insgesamt haben wir dabei 1.039 Vogelfallen, 3.433 Leimruten, 534 Netze und 236 elektronische Lockanlagen abgebaut oder mit den jeweiligen Spezialeinheiten der Polizei oder Jagdaufsehern beschlagnahmt. Über 2.500 Vögel haben unsere Bird Guards direkt aus Käfigen, Fallen und Netzen oder aus illegaler Haltung befreit. Die allermeisten sind bereits wieder in Freiheit. Wir bedanken uns bei allen Freiwilligen, die ihre Zeit investieren und nicht immer ganz ungefährliche Situationen in Kauf nehmen, um den Vogelschutz zu verbessern und natürlich auch bei allen Förderern, Mitgliedern und Freunden.

Einen Überblick über unsere Aktivitäten in diesem Jahr gibt der aktuelle Tätigkeitsbericht, den wir hier veröffentlicht haben. 


14.12.2022 Bienenfresserjagd im Mittelmeerraum

Geschossener Bienenfresser
Geschossener Bienenfresser

Jedes Jahr ziehen unsere Zugvögel zweimal über das Mittelmeer und müssen dabei einen wahren Spießrutenlauf hinter sich bringen. Millionen von Jägern und Vogelfängern lauern ihnen mit Flinten, Fallen und Netzen auf. Eine der am stärksten von illegaler Jagd betroffenen Arten ist der Bienenfresser. Der hochsoziale und zutrauliche Zugvogel ist sicher die farbenprächtigste Vogelart Europas. Obwohl er auf seinem gesamten Zugweg unter Naturschutz steht, wird er zu hunderttausenden geschossen und gefangen. Besonders dramatisch ist das Ausmaß auf der östlichen Zugroute, vor allem auf Zypern und im Libanon. Für viele Jäger ist der Abschuss ein reiner Zeitvertreib, andere essen Bienenfresser oder sehen in ihnen eine Gefahr für Honigbienen. Zumindest auf Zypern gelingt es uns während der Komitee-Vogelschutzcamps inzwischen immer öfter, die Täter zu erwischen und vor Gericht zu bringen. Im Libanon dagegen ist noch viel zu tun - hier ist die Bienenfresserjagd noch sehr weit verbreitet und die Behörden kaum bereit, seinen Schutz konsequent durchzusetzen. Auch wenn es oft herzzerreißend ist, nicht direkt einschreiten zu können: Mit der Dokumentation der Taten und mit Öffentlichkeitsarbeit sorgen wir sogar im Libanon langsam für eine Verbesserung der Situation!


11.12.2022 Wintereinsatz auf Zypern hat begonnen

Mit dem Ende des Herbstes haben Langstreckenzieher wie Grasmücken, Rohrsänger und Schnäpper Europa in Richtung ihrer afrikanischen Winterquartiere verlassen. Nun erreichen große Schwärme nordischer Drosseln den Mittelmeerraum, um hier zu überwintern. Natürlich stehen Jäger und Wilderer Gewehr bei Fuß, um den Vögeln auf jede erdenkliche Art und Weise nachzustellen. Auf Zypern gelten Singdrosseln als beliebte Festtagsspeise, hier werden sie weit verbreitet ganz legal geschossen und illegal mit Stellnetzen gefangen. Auch Leimruten sind hier im Winter in Benutzung, um Rotkehlchen und letzte Grasmücken zu erbeuten. Um die Jagd zu überwachen und gegen den illegalen Vogelfang vorzugehen, ist ab heute wieder ein Komitee-Team auf der Insel im Einsatz. Es wird auch über die Weihnachtstage vor Ort sein.

Mehr zu unseren Vogelschutzcamps auf Zypern lesen Sie hier.


08.12.2022, Tierquälerei im Emsland: Landwirt erschlägt Habicht

Vogelschützer mit erschlagenem Habicht.
Vogelschützer mit erschlagenem Habicht.

Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung haben zwei Mitglieder des Komitees gegen den Vogelmord am gestrigen Mittwoch (07.12.2022) in der Gemeinde Lengerich im Emsland eine mit einer lebenden Haustaube beköderte Greifvogelfalle mit einem frisch gefangenen Habicht gefunden. Während sie auf die umgehend gerufene Polizeistreife warteten, kam der Täter – ein Landwirt und Jäger – und erschlug das Habichtweibchen vor laufender Kamera. Beim Verlassen des Tatortes wurde der etwa 50jährige Mann von der Polizei abgefangen. Bei einer Kontrolle des Grundstückes wurde eine weitere aktive Habichtfalle entdeckt. Als Motiv gab der Täter an, das örtliche „Niederwild“ sowie sein Geflügel vor Greifvögeln schützen zu wollen. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren wegen Verstößen gegen das Bundesnaturschutzgesetz und das Tierschutzgesetz eingeleitet. Im Falle einer Verurteilung droht dem Mann eine hohe Geldstrafe sowie der Verlust des Jagdscheins. Das Komitee gegen den Vogelmord hat heute ein Video auf YouTube veröffentlicht, das die Tat in allen Einzelheiten zeigt und auch der Polizei als Beweismittel zur Verfügung gestellt. Das Video finden Sie hier.


08.12.2022, Zugvögel auf dem Teller:

Gekochte und zubereitete Singvögel gelten in Norditalien immer noch als Delikatesse.
Gekochte und zubereitete Singvögel gelten in Norditalien immer noch als Delikatesse.

Ihr fragt Euch, warum Singvögel gefangen oder geschossen werden? Der Grund in den meisten Fällen: Die Vögel sind Delikatessen - Rotkehlchen, Grasmücken, Schnäpper und Drosseln sind in weiten Teilen des Mittelmeerraums typische Bestandteile regionaler Gerichte. In Spanien werden sie mit Reis serviert, in Italien findet man sie am Spieß mit Polenta (Maisbrei), in Griechenland und Zypern kommen sie gegrillt mit Schweinefleisch, Meeresfrüchten und Gemüse auf den Tisch. Verboten ist das nicht immer. Drosseln und Feldlerchen dürfen ganz legal geschossen und im privaten Umfeld verzehrt werden. In Restaurants darf man sie nicht anbieten (außer in der italienischen Lombardei), denn der Verkauf der Tiere ist in der EU streng verboten. Alle anderen Singvögel stehen unter Schutz - sie darf man weder fangen noch schießen, verkaufen oder gar braten. Und dennoch stellen Wilderer Fallen und Netze auf, um an die begehrten Tiere zu kommen. Rund 50 Millionen Vögel landen auf diese Art und Weise in jedem Jahr auf den Tellern vermeintlicher Gourmets und unverbesserlicher Traditionalisten. Händler und Restaurants machen mit der „gefiederten Ware“ Umsätze im zweistelligen Millionenbereich. Die gute Nachricht ist, dass man inzwischen immer seltener Singvögel auf den Speisekarten findet, die Verkaufszahlen sind wegen der hohen Strafen stark gesunken. Und wo Vogelfänger und Wilderer immer noch ihr Unwesen treiben, kämpft das Komitee gegen den Vogelmord mit seinen Vogelschutzcamps für die Umsetzung der Schutzvorschriften.


05.12.2022, ​Herbsteinsatz auf Malta abgeschlossen – über 500 Vögel gerettet:

Stieglitze gehören zu den am häufigsten gefangenen Wildvögeln auf Malta und Gozo.
Stieglitze gehören zu den am häufigsten gefangenen Wildvögeln auf Malta und Gozo.

Seit Mitte September war ein Team aus rund 20 internationalen Vogelschützerinnen und Vogelschützern auf Malta und der kleinen Nachbarinsel Gozo im Einsatz, um den Vogelfang von Schlagnetzen als auch die Passage von geschützten Großvögeln wie Wespenbussarden, Rohrweihen oder Störchen zu überwachen. Während des Einsatzes konnten unsere Aktiven insgesamt 37 Wilderer schnappen. Dabei wurden 56 Paar Schlagnetze und andere Fangutensilien nach unseren Hinweisen von der Anti-Wilderei-Einheit (APU) der maltesischen Polizei beschlagnahmt und 540 Wildvögel konnten befreit werden. Darunter war auch eine der größten Razzien von geschützten Vögeln auf der Insel, bei der 136 illegal gehaltene Watvögel
(u. a. Stelzenläufer, Bruch- und Waldwasserläufer sowie Sichel- und Zwergstrandläufer) und Finken beschlagnahmt und bereits wieder ausgewildert wurden. Ein Großteil der im Herbst überführten Wilderer steht in Verbindung mit dem zweifelhaften „Forschungsprojekt“ der maltesischen Regierung, was ganz offensichtlich die Vogelschutzrichtlinie ausgehebelt. Auf der Mittelmeerinsel geht es für uns bereits weiter, aktuell startet unser Wintereinsatz gegen den Fang von durchziehenden Goldregenpfeifern.


04.12.2022, Beifang auf Zypern

Auch Chamäleons bleiben häufig auf Leimruten kleben!
Auch Chamäleons bleiben häufig auf Leimruten kleben!

Der Vogelfang ist in der Europäischen Union seit 1979 verboten. Der Grund: Fallen und Netze sind nicht selektiv - sie unterscheiden nicht zwischen jagdbar und geschützt und fangen schlichtweg alles, was gerade vorüber kommt. Wie wahr das leider ist, müssen wir auf unseren Einsätzen tagtäglich mit ansehen: Vor allem auf Leimruten und in Stellnetzen findet sich ein Querschnitt durch die komplette Tierwelt einer Region. Neben den Singvögeln, für die die Geräte aufgestellt sind, kleben auf den Leimruten Eidechsen, Geckos, Chamäleons und Eulen fest, auch Käfer und andere Wirbellose finden sich in großen Mengen. Netze sind dagegen Todesfallen für alles, was fliegt. Vor allem nachtaktive Arten sind betroffen: Eulen, Ziegenmelker, Fledermäuse und Nachtfalter, aber auch Kuckucke, Turteltauben, Turmfalken und Sperber enden in den hauchfeinen Gespinsten. Sie werden von den Vogelfängern meist getötet und achtlos weggeworfen. Oder sie haben Glück im Unglück und werden von uns gerettet - allein im Jahr 2022 haben wir schon über 800 Tiere aus Fallen und Netzen befreit!


02.12.2022 Malta - Vogelfänger vor Gericht

Auf Malta bei einem Vogelföngr sichergestellter Hänfling
Auf Malta bei einem Vogelföngr sichergestellter Hänfling

Auf Malta sind in dieser Woche fünf durch unsere Arbeit überführte Wilderer zu Geldstrafen verurteilt worden. Das Strafgericht in Valletta sah es als erwiesen an, dass die Angeklagten im März 2022 geschützte Finken wie Stieglitze, Erlenzeisige oder Hänflinge (Foto) mit großen Schlagnetzen gefangen hatten und verurteilte sie zu Geldstrafen zwischen 1.000 und 1.500 Euro. Außerdem wurden ihre Jagd- und Fanglizenzen für zwei Jahre eingezogen. Als Beweismittel legte die Anklage in allen fünf Fällen Videos vor, auf denen die Beschuldigten beim Aufbau und Betrieb ihrer illegalen Fanganlagen zu sehen sind. Gefilmt wurde das Material von Teilnehmern unseres Frühlings-Vogelschutzcamps auf Malta, die die Männer bei ihrem verbotenen Treiben beobachtet und die Polizei verständigt hatten.


30.11.2022, Erfolgreiche Aktionen gegen die illegale Nachtjagd im Nordlibanon:

Beschlagnahmte Waffen und Scheinwerfer, die für die illegale Nachtjagd genutzt worden sind.
Beschlagnahmte Waffen und Scheinwerfer, die für die illegale Nachtjagd genutzt worden sind.

In den letzten Wochen hat unsere Anti-Wilderei-Einheit, die wir gemeinsam mit dem Middle East Sustainable Hunting Center und Society for the Protection of Nature in Lebanon im Libanon betreiben, eine Reihe von verdeckten Einsätzen gegen die verbotene Jagd bei Nacht durchgeführt. In enger Abstimmung mit den Lebanese Internal Security Forces wurden mehrere Dutzend Wilderer dabei überführt, wie sie mit Scheinwerfern und lauten elektronischen Lockanlagen Drosseln, Waldschnepfen, Eulen und andere Zugvögel angelockt und abschossen haben. Zu einer früheren Phase des Vogelzugs haben es die Schützen gezielt auf Ziegenmelker und Wachtelkönige abgesehen, die nachts über den Libanon ziehen.

Bei einer Aktion in Arida an der syrischen Grenze haben hochrangige Beamte der Sicherheitskräfte mehrere Wilderer festgenommen und ihre Waffen beschlagnahmt. Weitere Einsätze fanden in der Umgebung der Stadt El Qaa im Nordosten statt, wo unsere Teams in diesem Jahr eine deutliche Zunahme der Nachtjagd mit beleuchteten Bäumen und Lockanlagen dokumentiert haben. Die illuminierten Bäume sollen vorbeiziehende Zugvögel anlocken, die zu tausenden in den Scheinwerfern abgeschossen werden. Eine ausführliche Dokumentation der Nachtjagd im Nordlibanon wurde von unserer Anti-Wilderei-Einheit an den regionalen Umweltstaatsanwalt übergeben, der darauf die Kriminalpolizei mit Ermittlungen beauftrage. Die ersten Verantwortlichen wurden bereits festgenommen.


29.11.2022, Kontrollen in Italien: 7 weitere Zugvogeljäger überführt!

Wacholderdrosseln gehören zu den "Zielarten" italienischer Jäger in den Südalpen. Viele Wildvögel werden illegal gefangen und als nachgezüchtete Lockvögel für viel Geld verkauft. Unsere Experten konnten nun sieben Jäger mit falsch beringten Drosseln überführen.
Wacholderdrosseln gehören zu den "Zielarten" italienischer Jäger in den Südalpen. Viele Wildvögel werden illegal gefangen und als nachgezüchtete Lockvögel für viel Geld verkauft. Unsere Experten konnten nun sieben Jäger mit falsch beringten Drosseln überführen.

In den norditalienischen Provinzen Pavia und Piacenza haben Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord zusammen mit der Polizei ihre Kontrollen fortgesetzt. Dabei wurden in den letzten Tagen 7 Wilderer bei der illegalen Zugvogeljagd überführt. Unsere Experten hatten bei den Jägern haufenweise illegal als Nachzuchten markierte lebende Lockvögel gefunden. Die Tiere - überwiegend Wacholderdrosseln und Rotdrosseln - waren mit Netzen gefangen und dann mit Zuchtringen versehen worden. Diese sind so bemessen, dass man sie nur Vogelküken anlegen kann. Um illegal mit Netzen gefangene Drossel damit beringen zu können, muss man die Ringe mechanisch weiten. Die genaue Vermessung ergab, dass die Ringe allesamt entsprechend manipuliert waren. Ein Jäger hatte sogar einen Star als Lockvogel an seiner Jagdhütte in Benutzung, obwohl Stare in Italien überhaupt nicht jagdbar sind! Insgesamt wurde 112 Lockvögel sichergestellt. Die Aktion läuft noch bis in den Dezember.


25.11.2022, Vogelfang in Frankreich bleibt verboten!

Ausgerechnet die besonders brutalen Rosshaarschlingen, in denen Drosseln erwürgt werden, wollte die Macron-Regierung wieder genehmigen.
Ausgerechnet die besonders brutalen Rosshaarschlingen, in denen Drosseln erwürgt werden, wollte die Macron-Regierung wieder genehmigen.

Frankreich wollte den Vogelfang wieder erlauben - und verliert erneut vor Gericht: Das höchste französische Verwaltungsgericht hat am 23.11.2022 sich nach einer Klage unseres französischen Partnerverbands LPO France und OneVoice zum vierten Mal in Folge gegen die Genehmigung des Vogelfangs ausgesprochen. Die Macron-Regierung wollte entgegen geltendem EU-Recht den Fang von über 100.000 Zugvögeln erlauben. Es ging um den Fang von Lerchen mit Lebendfallen in Aquitanien, von Kiebitzen mit Schlagnetzen in der Champagne und von brutalen Rosshaarschlingen für den Drosselfang in den Ardennen. Begründung: Der eigentlich schon seit 1979 in der gesamten EU verbotene Vogelfang sei eine "alte Tradition". Hintergrund dieser Entscheidung war die Einschätzung des Europäischen Gerichtshofs im März 2021, dass die Verwendung von Leimruten in der Provence nicht EU-konform sei, worauf der Oberster Gerichtshof in Frankreich sämtliche Vogelfangmethoden für verboten erklärte. Das Komitee gegen den Vogelmord hat mit seinen Einsätzen gegen den Kiebitzfang, die Rosshaarschlingen sowie die Steinquetschfallen und Leimruten seit Mitte der 1990er Jahre für ein Ende des Vogelfangs in Frankreich gekämpft. Der tolle Erfolg unserer Partner setzt nun hoffentlich einen endgültigen Schlusspunkt. Danke an die Freunde von der LPO und OneVoice!


24.11.2022, ​Verurteilter Wilderer berät maltesischen Außenminister

Sichergestellte Finken auf Malta im vergangenem Jahr.
Sichergestellte Finken auf Malta im vergangenem Jahr.

Das Strafgericht in Valletta hat gestern einen Mann wegen des verbotenen Fangs geschützter Finken zu einer Geldstrafe von 1.200 Euro verurteilt. Wie das Nachrichtenportal TheShiftNews meldet, handelt es sich bei dem Mann um einen engen Vertrauten und Mitarbeiter von Außenminister Ian Borg. Das Strafverfahren wegen Wilderei wurde damals eingeleitet, nachdem Mitarbeiter des Komitees den ehemaligen Fußballtrainer im April 2021 beim Aufbau und Betrieb eines ca. 20 Meter langen Klappnetzes gefilmt und die Polizei verständigt hatten. Beamte der Environmental Protection Unit (EPU) konnten ihn noch an seinem Fangplatz stellen. Das Netz und zahlreiche lebende Vögel wurden beschlagnahmt. Minister Borg hatte damals erklärt, dass er keinerlei Maßnahmen gegen seinen Freund plant und erst die Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen abwarten werde. Das Komitee gegen den Vogelmord begrüßt das Urteil und bedankt sich bei der Polizei für die schnelle Reaktion und gute Zusammenarbeit.


22.11.2022, Anti-Wilderei-Einsatz in Andalusien – 162 Vögel gerettet

Sichergestellte Fangutensilien in Andalusien.
Sichergestellte Fangutensilien in Andalusien.

In den vergangenen drei Wochen war ein Komitee-Team rund um die südspanische Stadt Cádiz und an der Straße von Gibraltar aktiv. Zu dieser Jahreszeit ist die Region ein Vogelfang-Hotspot – vor allem für ziehende Finken und andere Kleinvögel, die aufgrund des milderen Klimas aus Nordeuropa auf die Iberische Halbinsel strömen. Die Finken werden mit Netzen gefangen und anschließend als Käfig- oder Volierenvögel gewinnbringend auf dem Schwarzmarkt gehandelt. Andere Singvögel wie Pieper und Grasmücken werden ebenfalls gefangen, landen später aber im Kochtopf. Gemeinsam mit Beamten der Guardia Civil und den Agentes Medio Ambiente (Umweltpolizei der Region) sind bei Einsätzen an 7 verschiedenen Orten 11 Wilderer überführt worden, 9 Fangplätze mit Schlagnetzen ("Enfilat" genannt), 143 Schlagfallen, eine Lebendfalle für Säugetiere, 3 Stellnetze und zwei elektronische Lockanlagen wurden abgebaut und von den Beamten beschlagnahmt. Zwei große Volieren wurden ebenfalls kontrolliert und alle illegal gefangenen Vögel freigelassen. Dabei handelte es sich um 68 Stieglitze, 58 Grünfinken, 6 Erlenzeisige, 7 Bluthänflinge, 5 Girlitze, 9 Sperlinge, 4 Mönchsgrasmücken und 5 Samtkopfgrasmücken.


21.11.2022, Walschnepfenrettung in Bonn

Am 21.11.2022 in Bonn aufgelesene Waldschnepfe - der Vogel war vermutlich gegen eine Scheibe geflogen
Am 21.11.2022 in Bonn aufgelesene Waldschnepfe - der Vogel war vermutlich gegen eine Scheibe geflogen

Global denken - lokal handeln! Das Komitee gegen den Vogelmord ist ja eigentlich auf internationale Vogelschutz-Einsätze im Mittelmeerraum spezialisiert. In Bonn (wo unsere Geschäftsstelle ist) unterhalten wir aber zusammen mit der örtlichen NABU Kreisgruppe Bonn auch ein "Wildvogeltaxi", mit dem wir im Jahr bis zu 80 verletzte oder hilflose Tiere auf geeignete Pflegestellen verteilen. Heute ist uns eine Waldschnepfe mit einer Kopfverletzung aus der Bonner Innenstadt gemeldet worden, sie ist wohl gegen eine Scheibe geflogen. Das Tier wurde in die Wildvogel-Pflegestation Kirchwald eingeliefert, wo es aktuell tieräztlich versorgt wird. Waldschnepfen werden überall in der EU intensiv bejagt, auch deutsche Zugvogeljäger nehmen sie leider unter Beschuss - im letzten Jagdjahr wurden alleine hierzulande über 4.000 Exemplare geschossen. Wir hoffen, dass der heute von uns geborgene Vogel bald wieder fit ist und künftig nicht nur einen Bogen um Fensterscheiben macht, sondern auch um jeden Jäger!


18.11.2022, Riesenerfolg auf Zypern: 60 Wilderer überführt!

Diese Mönchsgrasmücke wurde von unseren Aktiven auf Zypern aus dem Netz befreit.
Diese Mönchsgrasmücke wurde von unseren Aktiven auf Zypern aus dem Netz befreit.

Seit Anfang September haben 16 Natur- und Tierfreunde aus ganz Europa an unserem Vogelschutzcamp auf der Mittelmeerinsel teilgenommen - nun ist der Einsatz abgeschlossen. Die Ergebnisse könne sich sehen lassen: Insgesamt haben Polizei und Jagdaufsicht aufgrund unserer Hinweise 60 Wilderer überführt (44 Vogelfänger und 16 Jäger). Bei ihnen wurden 1.882 Leimruten, 87 Fangnetze und 128 elektronische Lockanlagen beschlagnahmt. Aus Fallen und Netzen konnten wir 573 Vögel unversehrt befreien - überwiegend Grasmücken, Schnäpper, Rohrsänger und Rotschwänze, aber auch Pirole, Zwerg- und Waldohreulen und sogar einen Flughund. Singvögel sind nach wie vor eine begehrte Delikatesse - vor allem Grasmücken bringen auf dem Schwarzmarkt Höchstpreise. Die Strafen, die die Wilderer auf Zypern zahlen müssen, sind mit durchschnittlich über 4.000 € aber auch erfreulich hoch.

Ein großes Dankeschön für den tollen Einsatz an unsere unermüdlichen Helferinnen und Helfer, an die die Behörden und natürlich auch an unsere Spender, ohne die diese Ergebnisse gar nicht möglich gewesen wären!


17.11.2022, Malta - Wilderei unter dem Deckmantel der Wissenschaft

Von der Polizei sichergestellter Erleneisig - er war als Lockvogel an einem Schlagnetz benutzt worden
Von der Polizei sichergestellter Erleneisig - er war als Lockvogel an einem Schlagnetz benutzt worden

Das Komitee hat heute die Maltesische Regierung aufgefordert, die unter dem Vorwand angeblicher „Forschung“ eröffnete Fangsaison für Singvögel sofort zu beenden. Seit dem 20 Oktober haben unsere Teams zahlreiche schwere Verstöße dokumentiert und an die Behörden gemeldet. Der Polizei gelang es, insgesamt 30 Wilderer auf frischer Tat zu erwischen. 45 große Klappnetzanlagen und 368 lebende Finken und Drosseln wurden beschlagnahmt. Dabei ist zu beachten, dass unsere Teams pro Tag nur einen Bruchteil der insgesamt 3.984 von der Regierung genehmigten Fangplätze kontrollieren können. Wir gehen deshalb davon aus, dass die von uns aufgedeckten Fälle nur die Spitze des Eisberges sind. Der Fang von Finken ist auf Malta ein populäres Hobby, das bereits 2018 vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) verboten wurde. Um das Urteil des EuGH zu umgehen, änderte Malta kurzerhand den Namen des Problems und etikettierte den Vogelfang zu einer angeblichen wissenschaftliche Studie zur Erforschung des Vogelzuges um. „Den meisten Fängern ist diese Studie völlig egal. Sie versuchen einfach, so viele Vögel wie möglich zu fangen und damit ihre Volieren zu füllen“, so Komiteesprecher Axel Hirschfeld.

Die Times of Malta - die größte Tageszeitung der Insel - berichtet aktuell dazu: Trapping research 'big lie helping poachers fill their aviaries': CABS


16.11.2022, Illegale Wasservogeljagd in Italien

Komitee-Mitarbeitern mit bei Jägern sichergestellten Lockenten
Komitee-Mitarbeitern mit bei Jägern sichergestellten Lockenten

Komitee erwischt 4 Entenjäger! Im Umfeld der Kleinstadt Manerbio in der Lombardei/Italien haben Komitee-Teams in den letzten Wochen zusammen mit der Polizei und den WWF-Jagdaufsehern vier Wilderer erwischt, die es auf Enten abgesehen hatten. Die Männer hatten Wiesen künstlich mit Wasser geflutet, Käfige mit lebenden Lockenten installiert und von einem kleinen Schießunterstand die so angelockten Zugvögel unter Beschuss genommen. Dabei haben sie allesamt auf wild gefangenen Enten zurückgegriffen, die mit gefälschten oder manipulierten "Zuchtringen" versehen waren. 32 Krick- und Spießenten wurden sichergestellt, ebenso wie 8 lebende Singdrosseln sowie ein elektronisches Lockgerät mit Drosselgesang. Es ist zu befürchten, dass ein ganz erheblicher Teil der Hunderttausenden von Lockvögeln, die bei der Zugvogeljagd in Italien ganz offiziell eingesetzt werden, aus Wildfängen stammen und keinesfalls aus "Zuchtbetrieben", wie es uns die Jagdverbände glauben machen wollen. Wir bleiben an der Sache dran und setzen die Kontrollen zusammen mit unseren Gutachtern und der Polizei bis zum Ende der Jagdsaison fort. Alle bei den Jägern gefundenen Enten wurden inzwischen wieder in die Freiheit entlassen – die meisten im Naturschutzgebiet "Il Torbiere del Sebino" am Iseosee.


13.11.2022, Abschlussbericht zum Vogelschutzcamp in Brescia

Rotkehlchen in Schlagfalle in den Bergen westlich des Gardasees.
Rotkehlchen in Schlagfalle in den Bergen westlich des Gardasees.

Norditalien: 41 Wilderer überführt, 695 Fallen und Netze eingesammelt! Unser Vogelschutzcamp im norditaliensichen Brescia ist nach 5 Wochen zuende gegangen. Seit Anfang Oktober haben insgesamt 38 Teilnehmer aus ganz Europa das riesige Areal zwischen Iseeosee und Gardasee abgesucht und dabei Dutzende aktive Fangstellen gefunden. Die Polizei konnte aufgrund unserer Hinweise 41 Wilderer überführen. Bei ihnen wurden 273 Schlagfallen, 269 Bogenfallen, 12 Leimruten, 2 Schlagnetze und 39 Stellnetze gefunden, dazu kommen 7 Flinten, fast 200 Schuss Munition und 366 lebende Lockvögel (vor allem Feldlerchen und Singdrosseln). 32 der Täter hatten eine Jagdlizenz, die sie im Rahmen der eingeleiteten Strafverfahren wohl verlieren werden. Der jüngste gefasste Wilderer war erst 17 Jahre alt. Mit dem Ende des Vogelzugs kommt nun auch der Vogelfang in den Bergen Brescias weitgehend zum Erliegen. Es ist aber weiterhin ein Komitee-Team vor Ort, um die letzten offenen Fälle abzuschließen und die einsetzende Winterjagd zu kontrollieren.


11.11.2022, Riesige Fanganlagen für Zugvögel im Libanon zerstört

Im Oktober im Libnanon geretteter Priol bei Baalbek.
Im Oktober im Libnanon geretteter Priol bei Baalbek.

Bodycam-Video zeigt Einsatz mit der Polizei in der Bekaa-Ebene: In der Nähe der Stadt Baalbek haben Teams des Komitees mit den Partnern Society for the Protection of Nature in Lebanon und Middle East Sustainable Hunting Center in Zusammenarbeit mit der Polizei bereits Ende Oktober 26 riesige Netze und mehrere elektronische Lockanlagen an vier Standorten abgebaut. Die Bekaa-Ebene befindet sich im Landesinneren des Libanons und gilt als wichtiger Korridor für Zugvögel abseits der Küste. Diese ländliche Region gilt gleichermaßen als Wilderer-Hotspot, denn in den Dörfern werden jedes Jahr hunderttausende Vögel illegal mit Netzen gefangen, die anschließend verkauft oder für den Verzehr vorgesehen sind. Zum Zeitpunkt der Razzia waren die Vogelfänger selbst nicht anwesend oder flüchteten sofort, als die Teams mit den Beamten eintrafen. Trotzdem konnten mehrere Dutzend frisch gefangen Vögel aus den Netzen befreit und noch vor Ort freigelassen werden. Darunter auch viele geschützte Arten wie Pirole, Kuckucke, Maskenwürger oder verschiedene Finken.

Das kurze Video finden Sie hier. 

Eine längere Version haben wir hier für Sie vorbereitet.


10.11.2022, Komitee-Reservat in Schleswig-Holstein

Anlage eines neuen Kleingewässers
Anlage eines neuen Kleingewässers

Baggern für Vögel und Frösche: Wer nachhaltig Zugvögel schützen möchte, kommt nicht darum herum auch ihre Lebensräume zu schützen. Deswegen hat das Komitee bereits im Jahr 1984 damit begonnen, im schleswig-holsteinischen Schwentinental großzügige Gewässer- und Wiesenflächen zu erwerben und unter Schutz zu stellen. Mittlerweile umfasst das „Komitee-Reservat“ stolze 25 Hektar und besteht aus mehreren Gebieten, die über Biotopverbundmaßnahmen miteinander verknüpft sind. Weitere Gewässer entstehen gemeinsam mit Landwirten auf Privatflächen, sodass im Rahmen unseres Projekts „Froschland“ bisher 446 kleine Gewässer und Tümpel angelegt wurden. Der Vorteil der Maßnahmen: Es werden nicht nur Vögel geschützt, sondern auch seltene Orchideen, Insekten, Amphibien und weitere Arten. Das Projekt wird zu 90 % vom schleswig-holsteinischen Umweltministerium gefördert und vor Ort durch die Naturschutzgruppe Schwentinental betreut. In diesem Winter sind weitere 19 Anlagen von Kleingewässern geplant.


09.11.2022, Maltesische Jägerschaft unterliegt im Streit um "Mizieb" vor Gericht

Protestaktion von Komitee und BirdLife Malta in Mizieb im Jahr 2010
Protestaktion von Komitee und BirdLife Malta in Mizieb im Jahr 2010

Historischer Sieg für den Vogelschutz auf Malta: Ein Gericht in Valletta hat heute die „Schreckensherrschaft“ der Jägervereinigung FKNK über Mizieb - das letzte große Waldgebiet der Insel - beendet. Ein angeblicher Vertrag zwischen der FKNK und einigen Mitgliedern der Regierung, in dem den Jägern die exklusive Nutzung des Waldes als „Jagdgebiet“ gestattet wurde, erklärte das Gericht für null und nichtig. Mizieb ist ein international bedeutender Rastplatz für Zugvögel und gleichzeitig eine Hochburg der Wilderei. Unsere Teams hatten dort in den letzten Jahren immer wieder illegale Fanganlagen für Singvögel gefunden und den illegalen Abschuss hunderter Greifvögel, Reiher und anderer geschützter Arten dokumentiert. Wir gratulieren unseren Freunden von BirdLife Malta und ihren Verbündeten zu diesem wichtigen Erfolg vor Gericht und werden auch in Zukunft dabei helfen, die Einhaltung von Schutzvorschriften in Mizieb mit unseren Teams zu überwachen.


09.11.2022 RiffReporter berichtet über Komitee-Aktionen im Libanon

Schreiadler an einem Schlafplatz im Nahen Osten
 Thomas Krumenacker 
Schreiadler an einem Schlafplatz im Nahen Osten

Das Online-Magazin RiffReporter berichtet über die Arbeit des Komitees gegen den Vogelmord für einen besseren Vogelschutz im Libanon. Am 9. November wurde ein Interview mit Komitee-Pressesprecher Axel Hirschfeld verröffentlicht - es geht um die aktuelle Situation rund um die Zugvogeljagd im krisengeschüttelten "Zedernstaat", die Ausweitung der Vogelschutzcamps in den Nordlibanon, die Probleme bei der Bekämpfung der Wilderei, aber auch um die ersten Erfolge.

Den Artikel finden Sie auf der Internetseite der RiffReporter:

Vogeljagd im Libanon: Alptraum und Hoffnungsschimmer liegen nahe beieinander


08.11.2022, Erfolg in Spanien

Beamter der Umweltpolizei SEPRONA mit sichergestelltem Netz
Beamter der Umweltpolizei SEPRONA mit sichergestelltem Netz

Das Vogelschutzcamp des Komitees gegen den Vogelmord in Valencia, Alicante, Katalonien und an der Straße von Gibraltar läuft jetzt seit drei Wochen. In enger Kooperation mit der Umwelteinheit der Guardia Civil – SEPRONA – haben unsere Teams inzwischen 15 Leimruten-Fanganlagen und 11 Fangstellen mit Schlagnetzen stillgelegt. Die Polizeibeamten haben an den von uns zuvor ausgekundschafteten Stellen 29 Wilderer überführen können. 600 Leimruten, 6 Schlagnetze, 15 Stellnetze und 80 Lebend-Schlagfallen wurden bei den Tätern gefunden und beschlagnahmt. 208 Vögel konnten gerettet werden – unter ihnen vor allem Singdrosseln, Hänflinge und Stieglitze. Danke an das unermüdliche Team in Spanien, dessen Teilnehmer vorher teils schon wochenlang auf Zypern und in Italien im Einsatz waren!


06.11.2022, Wilderer Nr. 40 in Norditalien geschnappt

Am Gardasese bei einem Jäger sichergestellte Singdrosseln - sie waren als Lockvögel an einem Netz postiert.
Am Gardasese bei einem Jäger sichergestellte Singdrosseln - sie waren als Lockvögel an einem Netz postiert.

Mittlerweile wurden im Rahmen unseres großen Vogelschutzcamps in Norditalien mehr Wilderer überführt, als in den vergangenen Jahren. Bei einem Einsatz gegen den Vogelfang mit Netzen ist nun im Bereich östlich des Gardasees der 40. Vogelfänger geschnappt worden. Unser Team ist durch den lauten Gesang eines elektronischen Lockgeräts auf seine Fangstelle aufmerksam geworden, kurz darauf haben Beamte der Polizei auf seinem Privatgrundstück zwei Netze, zwei Lockanlagen und rund ein Dutzend Leimruten beschlagnahmt. Insgesamt konnten bei den letzten beiden Aktionen auch über 100 Vögel, darunter hauptsächlich Feldlerchen, Drosseln und Rotkehlchen aus Netzen oder illegaler Haltung befreit werden. Unser Vogelschutzcamp hätte eigentlich am heutigen Sonntag zu Ende gehen sollen. Wegen der hohen Fangaktivität, weil immer noch viele Wilderer unterwegs sind, haben sich aber einige Aktive dazu entschlossen noch vor Ort zu bleiben - das Camp geht also in die Verlängerung.


05.11.2022, Wilderer im Libanon überführt

Der Täter hat u.A. dieses Bild eines geschossenen Schreiadlers veröffentlicht, samt Waffen und Whiskeyflaschen
Der Täter hat u.A. dieses Bild eines geschossenen Schreiadlers veröffentlicht, samt Waffen und Whiskeyflaschen

Ein Jäger, der mit geschossenen Greifvögeln bei Facebook posiert hat, wurde nach einem Hinweis unserer libanesischen Partner SPNL und MESHC von der Polizei identifiziert. Der Mann hatte Fotos gepostet, auf denen er mehrere streng geschützte Vögel zur Schau stellt – die Bilder zeugen von Verrohung und Unreife. Eines zeigt einen Geländewagen mit geöffneter Motorhaube – gehalten von schweren Waffen – unter der ein Schreiadler hängt, dazu Whiskeyflaschen. Auf einem anderen geschmacklosen Bild trinkt er „zusammen“ mit einem toten Schwarzmilan aus einem Glas. Obwohl der Täter sein Nummernschild verdeckt hatte, konnte er Dank Hinweisen aus der Bevölkerung zweifelsfrei identifiziert werden. Er wurde bereits vor das Militärgericht der Provinz Keserwan geladen. Das Beispiel zeigt einerseits, dass wir im Libanon noch viel Arbeit vor uns haben. Die Beteiligung der Bevölkerung bei der Suche nach dem Wilderer zeigt aber auch, dass im "Zedernstaat" ein Umdenken eingesetzt hat.


03.11.2022, Einsatz in den Alpen

Komitee-Mitarbeiter auf einem Beobachtungspunkt im oberen Val Trompia
Komitee-Mitarbeiter auf einem Beobachtungspunkt im oberen Val Trompia

Mit dem Ende des ungewöhnlich warmen Herbstwetters kommt der Vogelzug wieder in Schwung. In den Südalpen überwachen wir in diesen Tagen besonders aufmerksam den Durchzug von Wiesen- und Bergpiepern, Feldlerchen und Erlenzeisigen, die flach über die Alpenpässe ziehen und auf den Almwiesen rund um das Val Trompia (Lombardei) von Jägern und Wilderern unter Beschuss genommen werden. Alleine in den letzten 24 Stunden konnte die Polizei aufgrund von Hinweisen des Komitees gegen den Vogelmord fünf Wilderer erwischen – 8 Netze und 26 lebende Lockvögel (allesamt Feldlerchen) wurden von der Polizei sichergestellt.


02.11.2022, Nilflughund auf Zypern gerettet

Aus einem Fangnetz auf Zypern geretteter Nilflughund
Aus einem Fangnetz auf Zypern geretteter Nilflughund

Der Nilflughund (Rousettus aegyptiacus) ist eines der seltensten Säugetiere Zyperns - seine Population wird auf kaum mehr 1.100 Individuen geschätzt. Ein Exemplar wurde nun von einem Komitee-Team aus dem Netz eines Vogelfängers bei Vrysoulles gerettet. Die völlig verhedderte Fledermaus mit einer Spannweite von stolzen 60 cm konnte mit viel Mühe aus dem Netz befreit werden, die empfindlichen Flughäute bleiben dabei unverletzt. Das beeindruckende Tier hat die Prozedur relativ gelassen hingenommen und wurde umgehend in die Freiheit entlassen. In den letzten Wochen haben wir auf Zypern bereits 80 Netze mit einer Gesamtlänge von über 1000 Metern abgebaut und damit sicher schon den einen oder anderen Flughund gerettet.


01.11.2022, Weitere Vogelfänger auf Malta erwischt

Bei einem Vogelfänger auf Malta sichergestellter Erlenzeisig - er war als Lockvogel an einem illegalen Fangnetz eingesetzt.
Bei einem Vogelfänger auf Malta sichergestellter Erlenzeisig - er war als Lockvogel an einem illegalen Fangnetz eingesetzt.

Komitee-Aktion gegen den illegalen Vogelfang auf Malta: Unter Missachtung der Regelungen der EU-Vogelschutzrichtlinie hat Malta auch in diesem Herbst wieder den Vogelfang erlaubt. Die Regierung in Valletta bedient sich dabei eines dreisten Tricks. Sie kaschieren den Vogelfang als "wissenschaftliche Untersuchung" und verpflichten die Fänger, die gefangenen Tiere umgehend wieder freizulassen. Wieviele Buchfinken, Kernbeißer, Bluthänflinge und Erlenzeisige am Ende als Käfigvögel auf dem Schwarzmarkt landen, kann niemand wirklich sagen. Die derzeit auf Malta eingesetzten Teams des Komitees gegen den Vogelmord kontrollieren die Einhaltung der Fangbestimmungen und stellen dabei fast täglich Verstöße fest. Alleine in den letzten Tagen haben sie vier Wilderer erwischt - sie hatten ohne Erlaubnis ihre Fangnetze ganz in der Nähe der staatlich genehmigten "wissenschaftlichen Fanganlagen" aufgebaut oder aber mehr als das jeweils eine erlaubte Netz in Benutzung. Insgesamt haben wir während dieses Herbsteinsatzes damit schon 23 Vogelfänger auf frischer Tat geschnappt, die Polizei hat 34 Schlagnetze und 267 Lockvögel sichergestellt.    


30.10.2022, Erfolgreiches Wochenende in Norditalien

Beamte der Carabinieri mit sichergestellten Erlenzeisigen.
Beamte der Carabinieri mit sichergestellten Erlenzeisigen.

Im norditalienischen Brescia (Lombardei) haben wir während unseres Vogelschutzcamps drei weitere Wilderer auf frischer Tat stellen können. Ein 17jähriger Junge (!) hatte bei Brescia 11 Schlagfallen aufgestellt und wurde nach einem Hinweis des Komitees gegen den Vogelmord überführt. Zwei Männer wurden unweit des Gardasees mit einem Netz in ihrem Garten erwischt. Sie hatten Zeisige fangen wollen, 6 lebende Lockvögel wurden hier sichergestellt. Im dritten Fall hatte ein Jäger ein Netz an seiner Jagdhütte aufgestellt, wohl um Lockvögel zu fangen. 30 mit gefälschten Zuchtringen versehene Singdrosseln wurden bei ihm sichergestellt. Die Ehefrau des Täters musste kurzfristig in Handschellen gelegt werden, weil sie nicht nur wie eine Kesselflickerin schimpfte, sondern auch gegenüber den Polizeibeamten handgreiflich wurde. Insgesamt haben wir in Brescia innerhalb von drei Wochen nun 29 Wilderer überführt, 25 Netze, 273 Schlagfallen und 369 Bogenfallen wurden sichergestellt. 


28.10.2022, Vogelrettung auf Zypern

Befreiung einer Mönchsgrasmücke aus einem illegalen Fangnetz auf Zypern
Befreiung einer Mönchsgrasmücke aus einem illegalen Fangnetz auf Zypern

Bei den Komitee-Einsätzen sind wir oft mit verstörenden Bildern konfrontiert. Aus Fallen geretteten Vögeln die Freiheit zurück zu geben gehört deswegen zu den schönsten Momenten für die Teilnehmer. Während der ersten 8 Wochen des Vogelschutzcamps auf Zypern haben wir bereits 535 Vögel lebendig aus Leimruten und Fangnetzen befreien können. Den Großteil haben Mönchs- und Klappergrasmücken ausgemacht, auch zahlreiche Laub- und Rohrsänger sowie Gartenrotschwänze wurden gerettet. Zu den Besonderheiten gehörten eine Waldohreule, zwei Zwergohreulen, ein Pirol und eine Sperbergrasmücke. Die Polizei konnte bislang 37 Wilderer aufgrund unserer Hinweise überführen, darunter 33 Vogelfänger und 4 Personen wegen illegaler Vogeljagd mit der Flinte. 1.625 Leimruten, 75 Netze und 98 verbotene elektronische Lockanlagen wurden von Polizei und Jagdaufsicht sichergestellt. Die Aktion auf der Mittelmeerinsel läuft noch bis Ende November.


27.10.2022, Weitere Vogelfänger in Norditalien überführt

Kernbeißer als Lockvogel an einem Fangnetz in Brescia (Italien)
Kernbeißer als Lockvogel an einem Fangnetz in Brescia (Italien)

Im norditalienischen Brescia haben wir in nur drei Tagen fünf weitere Wilderer überführt: Einer hatte 26 Bogenfallen direkt am Iseosee aufgestellt, einer zwei Netze im Val Sabbia und einer über 40 Schlagfallen nördlich von Brescia. Am Gardasee wurde ein Jäger mit einer geschossenen Heidelerche - streng geschützt in Italien - erwischt. Im Valcamonica hat die Polizei aufgrund eines Hinweises des Komitees gegen den Vogelmord überraschender Weise eine Frau bei der Fallenstellerei überführen können. Sie hatte 30 Schlagfallen in einem Garten aufgestellt, in ihrer Kühltruhe fanden sich 40 tiefgefrorene Rotkehlchen. Vogelfängerinnen sind eine sehr seltene Erscheinung in Italien, in der Regel sind die Täter männlich.

Insgesamt wurden über 70 lebende Vogel sichergestellt, unter ihnen viele Singdrosseln mit gefälschten Zuchtringen, aber auch Kernbeißer, Buchfinken, Rotkehlchen und Heckenbraunellen.


​25.10.2022, Einsatz gegen den Vogelfang mit Leimruten in Spanien 

Bei einem Vogelfänger in Valencia sichergestellte Singdrosseln
Bei einem Vogelfänger in Valencia sichergestellte Singdrosseln

Im Osten der Iberischen Halbinsel läuft seit einer Woche unser Vogelschutzcamp gegen die Wilderei in den „Parany“. In diesen riesigen Leimruten-Fanganlagen in den Regionen Valencia und Katalonien werden mit Hilfe elektronischer Lockgeräte vor allem Drosseln und Grasmücken illegal gefangen. Obwohl diese Fangmethode seit langem illegal ist, gibt es immer noch aktive Parany – es sieht sogar so aus, als würden in diesem Jahr wieder mehr Wilderer aktiv sein! In den ersten Tagen unseres Einsatzes haben wir bereits 10 Vogelfänger überführt. Die Beamten der Guardia Civil haben bei den Tätern 450 Leimruten, 9 Japannetze, 80 Lebend-Schlagfallen sowie Dutzende tote Drosseln sichergestellt. Bei einem der Wilderer wurde sogar eine frisch gefangene Zwergohreule gefunden, die lebend in einem Apfelsinennetz aufgehoben wurden, wohl um sie auf dem Schwarzmarkt als Käfigvogel zu verkaufen!


24.10.2022, ​Wildtierkriminalität in Österreich

Annonce des jetzt überführten Händlers aus Österreich
Annonce des jetzt überführten Händlers aus Österreich

In Salzburg hat eine Anzeige des Komitees gegen den Vogelmord zu einer Razzia bei einem Tierpräparator geführt, der streng geschützte Vogelarten im Internet zum Verkauf angeboten hatte. Die Zollfahndung beschlagnahmte insgesamt 45 Präparate, darunter mehrere Gleitaare, Turmfalken und Wiedehopfe sowie je einen Bienenfresser, Kuhreiher, Seidenreiher, Habicht und eine Rohrweihe. Der Großteil der angebotenen Vögel war als „Neu“ gekennzeichnet und einzelne Vögel konnten für einen Betrag von 130 bis zu 600 Euro erworben werden. Zusätzlich fanden die Beamten auch zwei Löwenjunge, die laut Verkäufer aus Indien stammen sollen. Zurzeit wird noch geprüft, ob es sich tatsächlich um den asiatischen Löwen (Panthera leo persica) handelt, von dem in freier Natur nur noch wenige hundert Tiere leben. Wir bedanken uns bei der Zollfahndung Salzburg für den schnellen Einsatz und ihre Aktivitäten gegen den Handel mit geschützten Arten.


23.10.2022, Mit illegalen Lockvögeln auf der Lerchenjagd

Untersuchung einer Feldlerche
Untersuchung einer Feldlerche

Die Feldlerche ist in vielen EU-Ländern immer noch eine ganz regulär jagdbare Art, obwohl ihre Bestände fast überall im freien Fall sind. In Italien, Frankreich und Griechenland werden jedes Jahr noch über 2 Millionen Lerchen geschossen. Um den gefährdeten Zugvogel vor die Flinte zu kriegen, benutzen die italienischen Jäger lebende Lockvögel, die angeblich aus Zuchtbetrieben stammen. Solche Vögel haben staatliche Ringe, die sie eindeutig als Nachzuchten ausweisen sollen. Nach Hinweisen des Komitees gegen den Vogelmord hat die Polizei in den letzten 10 Tagen rund um die oberitalienische Stadt Bergamo bei vier Lerchenjägern die Ringe ihrer Lockvögel kontrolliert. Und siehe da: Fast alle Vögel waren mit gefälschten oder manipulierten Ringen versehen. Sie sind ganz offensichtlich mit Netzen gefangen und nachträglich als "Zuchttiere" in den Handel gelangt. Über 80 lebende Lerchen wurden von den Beamten sichergestellt. Einige Vögel waren schwer misshandelt worden - sie hatten kupierte Flügel und werden nie mehr fliegen können. Die meisten werden aber nach einiger Zeit in einer Auffangstation wieder freigelassen werden können.


21.10.2022, ​Wespenbussard-Jagd im Libanon

Im Libanon von unsren Bird Guards gefundener angeschossener Wespenbussard
Im Libanon von unsren Bird Guards gefundener angeschossener Wespenbussard

Der Greifvogeldurchzug im östlichen Mittelmeerraum kommt langsam zu seinem Ende - für unsere Libanon-Teams Zeit zum Durchatmen und Zurückblicken. In den letzten Wochen waren wir zusammen mit unseren Partnern Society for the Protection of Nature in Lebanon und Middle East Sustainable Hunting Center mit einer fast unüberschaubaren Zahl von Fällen illegaler Greifvogel-Abschüsse konfrontiert. Am stärksten betroffen ist dabei der Wespenbussard, der in weiten Teilen Europas gefährdet ist. Diese auch im Libanon streng geschützten Tiere werden gejagt, weil ihr Brustfleisch als Deliktesse gilt. Die illegale Jagd auf dem Zug gehört zu den wichtigsten Gefährdungsursachen des Wespenbussards - alleine in diesem Herbst haben unsere Teams mehr als zwei Dutzend dieser fantastischen Vögel mit Schussverletzungen geborgen. Dank der Hilfe von Dr. Zeenny - einem ehrenamtlich für uns tätigen Tierarzt - konnte ein Teil bereits gesund gepflegt und wieder in die Freiheit entlassen werden. Für die Wespenbussarde steht nun die Überwinterung in Afrika auf dem Plan, bevor sie im April wieder den Libanon überqueren müssen.


20.10.2022, Vogelfang in Italien

Viele Vögel sterben nicht sofort in den Vogelfallen. Diese Singdrossel war nur mit dem Schnabel in eine Schlagfalle geraten.
Viele Vögel sterben nicht sofort in den Vogelfallen. Diese Singdrossel war nur mit dem Schnabel in eine Schlagfalle geraten.

Grausamer Vogelfang: Der Fang von Vögeln ist nicht umsonst EU-weit verboten - Fallen und Netze fangen die Tiere wahllos, sie unterscheiden nicht zwischen jagdbaren und geschützten Arten. Vor allem aber sind fast alle Fanggeräte ausgesprochen brutal. Oft sterben die Vögel nicht sofort, sondern werden lebendig gefangen und leiden lange, bis sie endlich tot sind. Die Singdrossel auf dem Foto ist ein gutes Beispiel für die Grausamkeit dieser "Tradition": Sie war mit dem Schnabel in eine Schlagfalle geraten und ganz sicher nicht sofort tot. Insgesamt waren an dieser Fangstelle unweit des Gardasees 43 der heimtückischen Fallen montiert. Der Täter - ein lizenzierter Jäger - wurde nach dem Hinweis des Komitees gegen den Vogelmord von der Polizei erwischt. 

In den letzten 14 Tagen haben wir in Norditalien auf diese Weise bereits 19 Wilderer überführt und über 400 Vogelfallen unschädlich gemacht.


19.10.2022, Wiederholungstäter auf Malta erwischt

Polizei-Razzia bei einem Vogelfänger auf Malta
Polizei-Razzia bei einem Vogelfänger auf Malta

Innerhalb von nur wenigen Tagen haben wir auf Malta weitere fünf Vogelfänger überführen können. Die Wilderer wurden entweder nach unseren Hinweisen von der maltesischen Umweltpolizei (EPU) an ihren Fangstellen geschnappt oder konnten von uns gefilmt und anhand des Videomaterials später identifiziert werden. Die Beamten beschlagnahmten bei den Einsätzen insgesamt 10 Schlagnetze und 39 lebende Lockvögel – Kernbeißer, Grünfinken, Bluthänflinge und Stieglitze. Zwei der Täter wurden von unseren Teams bereits zum zweiten Mal, einer sogar zum dritten Mal erwischt! Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Strafen für den illegalen Singvogelfang auf Malta zu gering sind. Wir hoffen, dass zumindest für die drei Wiederholungstäter bei den anstehenden Gerichtsverfahren die Strafen nun höher ausfallen werden.


18.10.2022, Waldohreule auf Zypern gerettet

Auf Leimruten gefangene Waldohreule - mit viel Mühe konnte ihr Gefieder gereinigt werden
Auf Leimruten gefangene Waldohreule - mit viel Mühe konnte ihr Gefieder gereinigt werden

Eulenrettung auf Zypern: Bei einem Einsatz in der Nähe des Dorfes Mazotos entdeckte ein Komitee-Team eine Waldohreule, die flugunfähig an mehreren Leimruten klebte. Es dauerte fast drei Stunden die Eule von den Fallen zu befreien und ihr Gefieder vollständig von Klebstoff zu reinigen. Anschließend wurde der weibliche Vogel zu einem Tierarzt gebracht, wo er untersucht und mehrere Tage versorgt wurde. Schließlich konnte die Eule erfolgreich ausgewildert werden. Unsere Teams dokumentieren immer wieder gefangene Eulen an Leimruten, die nicht zu den „Zielarten“ der Vogelfänger gehören. Sie werden nachts von den frisch gefangenen Singvögeln angelockt und landen dann selbst in den Netzen oder Leimruten der Vogelfänger. Schon oft konnten wir auch Überreste von getöteten Eulen finden, die als solche Beifänge noch am Fangplatz einfach "entsorgt" wurden. Neben dieser Waldohreule haben unsere Teams in diesem Jahr schon mehrfach Zwergohreulen aus Fallen befreien können. Unsere Teams sind noch bis Ende November auf der Mittelmeerinsel im Einsatz.


17.10.2022, ​Der nächste Vogelfänger in Spanien erwischt

Der Vogelfänger hatte es auf Bluthänflinge und Stieglitze abgesehen.
Der Vogelfänger hatte es auf Bluthänflinge und Stieglitze abgesehen.

Der nächste Vogelfänger in Spanien erwischt: Gestern wurde ein weiterer Vogelfänger im Großraum Valencia nach Hinweisen eines Komitee-Teams von den Behörden geschnappt. Der Mann hatte versucht, mit einem elektronischen Lockgerät Bluthänflinge und andere Finken in sein fangbereites Bodennetz zu locken. Nachdem seine Fangstelle von unserem Team entdeckt und an die Jagdaufseher der Seprona Guardia Civil gemeldet wurde, konnten die Beamten den Vogelfänger an seiner Anlage überführen. Dabei wurden neben den Fangutensilien sieben tote und zwölf lebende Vögel (Bluthänflinge und Stieglitze) sichergestellt. Diese konnten glücklicherweise direkt freigelassen werden.


15.10.2022, Zwischenbericht vom Vogelschutzcamp in Brescia

Schlagfalle für Rotkehlchen in Brescia/Norditalien
Schlagfalle für Rotkehlchen in Brescia/Norditalien

Komitee-Einsatz in Norditalien: Schon 13 Wilderer überführt! Obwohl unser großes Vogelschutzcamp im norditalienischen Brescia gerade erst vor einer Woche begonnen hat, konnten wir schon 13 Wilderer überführen. Neun Personen wurden beim Vogelfang mit verbotenen Fallen und Netzen erwischt, die anderen vier Täter waren Jäger, denen wir bei der illegalen Singvogeljagd das Handwerk legen konnten. Sie hatten entweder lebende Lockvögel mit gefälschten Zuchtringen oder aber elektronische Lockanlagen in Betrieb. Es wurden 15 Netze, 54 Bogenfallen und 49 Schlagfallen sichergestellt und über 40 Lockvögel befreit. Die Fangstelle eines besonders „dicken Fisches“ haben unsere Freunde von der LAC Brescia an die Behörden gemeldet: Bei dem Mann wurden 7 große Netze mit mehr als einem Dutzend Lockvögel gefunden, unter ihnen Erlenzeisige, Kernbeißer, Heckenbraunellen und Rotkehlchen. Die Vögel konnten unversehrt befreit werden. Wir haben den Eindruck, als würde die Wilderei zunehmen - sei es bedingt durch die Wirtschaftskrise, die aktuelle Genehmigung zum Servieren von Singvogelgerichten in Restaurants oder weil die Täter Rückenwind durch die neue jagdfreundliche Regierung in Rom verspüren. Wir werden das aufmerksam verfolgen, unsere Aktion in Norditalien läuft noch weitere vier Wochen!


14.10.2022, ​Aktionen gegen Vogelfang im Libanon

Aus einem illegalen Fangnetz im Bekaa-Tal geretteter Kuckuck
Aus einem illegalen Fangnetz im Bekaa-Tal geretteter Kuckuck

Gleich mehrere große Anlagen für den Singvogelfang konnten unsere Teams im Bekaa-Tal nahe der syrischen Grenze stilllegen. Zusammen mit der Polizei und unseren Partnern Society for the Protection of Nature in Lebanon und Middle East Sustainable Hunting Center haben wir in den Ortschaften Nabi Osmane und Jabboule insgesamt 26 riesige Fangnetze mit einer Gesamtlänge von über 500 m gefunden und abgebaut. Mehrere elektronische Lockanlagen beschallten die Gärten lautstark mit Grasmückengesang und haben so nicht nur die Vögel angelockt, sondern auch die Vogelschützer. In den Netzen hingen rund zwei Dutzend Vögel, die behutsam aus den feinmaschigen Fanggeräten befreit werden konnten – unter ihnen ein Kuckuck, ein Pirol, fünf Mönchsgrasmücken, zwei Gartengrasmücken, drei Zilpzalpe, ein Fitis, zwei Grünfinken und sechs Haussperlinge. Für einige Tiere kam aber leider jede Hilfe zu spät, sie waren bereits gestorben. Die nun gefundenen und geschlossenen Anlagen sind ganz offensichtlich professionell betrieben worden und stehen wohl in Zusammenhang mit weiteren großen Fangstellen, bei denen es in den letzten Wochen in Ras Baalbek und Younine Razzien gegeben hat. Die Vögel werden an Supermärkte verkauft und gelangen so illegal in den Handel. Ein großes Dankeschön für den erfolgreichen – und nicht ungefährlichen - Einsatz an unsere libanesischen Freunde und die Polizei!


13.10.2022, Sondereinsatz in Süditalien

In Kalabrien sichergestellte illegale Wachtel-Lockanlagen
In Kalabrien sichergestellte illegale Wachtel-Lockanlagen

In den letzten Tagen hat ein Team des Komitees gegen den Vogelmord zwei Einsätze in Kalabrien (Süditalien) und auf Sizilien durchgeführt. Nach Hinweisen auf den Einsatz von elektronischen Lockanlagen für die Zugvogeljagd in einem ländlichen Gebiet bei Reggio Calabria konnten wir ein Dutzend der illegalen Geräte abbauen. Mit ihnen sollten durchziehende Wachteln vor die Flinten der Jäger gelockt werden. Einige der Anlagen wurden professionell mit Autobatterien und Lautsprechern betrieben und waren aufwändig in Metallboxen gesichert worden - sie mussten mit einer Flex aus der Landschaft "operiert" werden! Ein zweiter Einsatz fand auf einem Vogelmarkt auf Sizilien statt, von dem uns ein Hinweis auf den Handel mit geschützten Arten gemeldet wurde. Gemeinsam mit den Beamten der Forstpolizei wurde dort ein Händler dabei erwischt, wie er mehrere Wildvögel, darunter Finken und zwei seltene Zaunammern zum Kauf angeboten hatte. Die Vögel wurden beschlagnahmt.


12.10.2022, ​Zypern - 20 Wilderer überführt, 800 Vogelfallen sichergestellt

Während des Einsatzes wurden bereits mehrere Pirole aus Netzen gerettet.
Während des Einsatzes wurden bereits mehrere Pirole aus Netzen gerettet.

Seit über einem Monat läuft auf der Insel im östlichen Mittelmeerraum unser jährlicher Herbsteinsatz. Unsere Bird Guard-Teams haben in dieser Zeit 66 aktive Fangstellen gefunden und mit den Beamten der Jagdaufsicht 20 Vogelfänger überführt. Außerdem haben wir 31 Fälle von Jagd auf geschützte Arten festgestellt. Nach unseren Hinweisen wurden von den Behörden insgesamt 811 Leimruten, 32 Netze und 38 elektronische Lockanlagen abgebaut und beschlagnahmt. 214 lebende Vögel konnten aus Fallen und Netzen gerettet werden, darunter verschiedene Grasmücken und Rohrsänger, Nachtigallen, Pirole und Drosseln. Sie wurden versorgt und freigelassen. Das Vogelschutzcamp des Komitees gegen den Vogelmord läuft noch bis Ende November.


11.10.2022, Lombardische Restaurants dürfen wieder Singvögel servieren!

Singvögel am Spieß mit Maisbrei - eine lombardische "Delikatesse"
Singvögel am Spieß mit Maisbrei - eine lombardische "Delikatesse"

Lombardei erlaubt Singvogel-Gerichte in Restaurants: Über 40 Jahre nach Inkrafttreten der EU-Vogelschutzrichtlinie werden in norditalienischen Restaurants jetzt erstmals wieder Singvögel gut zahlenden Gourmets serviert – und zwar ganz legal! Die in der Lombardei regierende rechtpopulistische und jagdfreundliche Partei „Lega“ (früher „Lega Nord“) hat dazu ein Gesetz erlassen und sich eines besonders billigen – aber sehr effektiven - Tricks bedient: Da der Verkauf von Singvögeln überall in der EU verboten ist, um die kommerzielle Jagd zu verhindern, darf jeder Jäger in Norditalien nun bis zu 150 legal geschossene Amseln und Drosseln an Restaurants „verschenken“. Diese servieren den Gästen dann die Vögel ebenfalls kostenfrei und verlangen lediglich (reichlich) Geld für Getränke und Reservierung. Auf diese Weise dürfen die 60.000 lombardischen Jäger nun also bis zu 9 Millionen Singvögel in den Handel bringen! Ein lokaler Politiker hat dazu eine Annonce erstellt, auf der er vor gebratenen Drosseln posiert und stolz verkündet „Die Tradition kehrt an den Tisch zurück“. Juristisch ist das Gesetz nicht haltbar, aber die Regierenden in der Lombardei haben es schon öfters nicht so genau mit dem EU-Naturschutzrecht genommen. Da nach der Wahl Ende September die EU-feindliche Partei nun auch in Rom an der Regierung ist, dürfte es aus der Hauptstadt keine Unterstützung mehr für den Zugvogelschutz geben. Das Komitee gegen den Vogelmord hat rechtliche Schritte gegen die lombardische Regierung eingeleitet und die EU-Kommission eingeschaltet.


10.10.2022, Drei Vogelfänger auf Zypern erwischt

Auf Zypern sichergestellte Leimruten - ganz "traditionell" in den altertümlichen Aufbewahrungskörben gefunden
Auf Zypern sichergestellte Leimruten - ganz "traditionell" in den altertümlichen Aufbewahrungskörben gefunden

Drei Vogelfänger auf Zypern mit Leimruten erwischt: Im Famagusta-Distrikt im Südosten der Mittelmeerinsel ist ein Komitee-Team durch lauten Mönchsgrasmückengesang auf eine aktive Fangstelle aufmerksam geworden. Der Gesang stammte von einer verbotenen elektronischen Lockanlage, um die herum Leimruten platziert waren. Als unsere Bird Guards mit den Beamten der Jagdaufsicht an der Fangstelle eintrafen, waren gleich drei Vogelfänger damit beschäftigt ihre Leimruten einzusammeln. Gegen die Täter wurde umgehend ein Strafverfahren eingeleitet und die insgesamt 212 Leimruten sichergestellt. Die Geldstrafe wird vermutlich nur bei 200 € liegen und sich vielleicht durch die Verwendung der elektronischen Lockanlage noch etwas erhöhen. Ob man bei dem geringen Betrag wirklich von einer Strafe oder nicht eher von einer "Vogelfanggebühr" sprechen sollte, ist fraglich.


09.10.2022, ​Weitere Wilderer auf Malta erwischt

Vogelfänger an seinem Bodennetz.
Vogelfänger an seinem Bodennetz.

In den letzten Tagen haben Komitee-Teams im Rahmen unseres Herbstvogelschutzcamps Einsätze gegen den illegalen Vogelfang und die Jagd auf geschützte Arten auf Malta und der Nachbarinsel Gozo durchgeführt. Nahe des San Raflu Teiches auf Gozo hat ein Team einen Wilderer dabei gefilmt, wie wer ein großes Klappnetz für den Fang von Watvögeln aufgestellt hatte und daneben lebende Lockvögel platzierte. Sobald unsere Mitarbeiter den Vogelfänger bei der Polizei gemeldet hatten, bekam er einen Anruf und hat sofort damit angefangen seine Fangutensilien abzubauen, sodass die angerückte Polizei nur noch einen leeren Fangplatz vorfinden konnte. Dank unserer Dokumentation ist der Mann jedoch mittlerweile identifiziert und erwartet ein Verfahren vor Gericht. Nahe Brzebugga hat ein weiteres Team den Beamten der Umwelteinheit (EPU) dabei geholfen, einen Jäger zu überführen, der eine illegale Lockanlage benutzt hatte. Die Anlage, bestehend aus einem Lautsprecher, einer Batterie und einigen Kabeln wurden von den Beamten konfisziert. Bei Xewkija hat ein drittes Team eine illegale Käfigfalle für Singvögel entdeckt, in der ein lebender Erlenzeisig als Lockvögel gehalten wurde. Die Falle wurde umgehend von Beamten der Polizei auf Gozo entfernt, die auch rechtliche Schritte gegen den Besitzer eingeleitet haben. Der Zeisig wurde einem Tierarzt übergeben und kann voraussichtlich bald freigelassen werden.


08.10.2022, Vogelschutzcamp in Brescia startet

Mit Schlagfallen in Brescia (Norditalien) gefangene Rotkehlchen
Mit Schlagfallen in Brescia (Norditalien) gefangene Rotkehlchen

An diesem Wochenende startet unser großes Vogelschutzcamp zwischen dem Gardasee und Iseosee in der norditalienischen Provinz Brescia. Bis Mitte November werden etwa 40 Natur- und Tierfreunde aus Italien, Großbritannien, der Schweiz und Deutschland nach illegalen Vogelfallen, Fangnetzen oder Jagdgebieten suchen und die Behörden vor Ort bei ihrer Arbeit unterstützen. Schwerpunkt wird wieder die Arbeit gegen Bogenfallen und Schlagfallen sein, mit denen die Wilderer vor allem Rotkehlchen und anderen Singvögeln nachstellen. Die Vögel gelten immer noch als regionale Delikatesse, obwohl der Verkauf ebenso wie der Fang streng verboten ist. Wir werden Sie hier und auf unserer Website über die Entwicklungen während des Einsatzes auf dem Laufenden halten.


07.10.2022, Zugvogelmassaker im Nordlibanon

Komitee-Team an einem der Schlachtplätze in Danniyeh
Komitee-Team an einem der Schlachtplätze in Danniyeh

In den letzten Tagen hat ein Komitee-Team in einem Wilderei-Schwerpunktgebiet im Danniyeh-Distrikt, nahe der Küstenstadt Tripoli einen Einsatz zur Dokumentation des Ausmaßes der Jagd auf geschützte Arten durchgeführt. Der Bereich ist in der Vergangenheit besonders durch die Jagd mit elektronischen Lockanlagen und Scheinwerfern in der Nacht aufgefallen. In diesem Gebiet ist die Rechtsdurchsetzung besonders schwach, was sich an anhand der vorgefundenen Situation bestätigte: Auf wenigen Hundert Quadratmetern fanden wir die Überreste von rund 50 Vögeln mit höchster naturschutzfachlicher Relevanz, darunter Wespenbussarde, Ziegenmelker, Bienenfresser, Blauracken, Pirole, Wachtelkönige und viele weitere geschützte Arten. Für die kommenden Einsätze ist eine noch engere Zusammenarbeit mit dem libanesischen Umweltministerium und den Sicherheitskräften vorgesehen, um die Durchsetzung von Vorschriften und Gesetzen zum Schutz der Zugvögel auch in dieser Region zu verbessern und solche Massaker zu vermeiden.


06.10.2022, Vogelfänger in Spanien erwischt – Einsatz nimmt an Fahrt auf

Sichergestellte Lockvögel und Fangutensilien
Sichergestellte Lockvögel und Fangutensilien

 Im Großraum Valencia hat ein Komitee-Team den mittlerweile dritten Vogelfänger in diesem Herbst geschnappt. Der Mann hatte ein großes Bodennetz mit insgesamt sieben lebenden Lockvögeln (fünf Bluthänflingen und zwei Stieglitze) aufgebaut und aktiviert. Nach der Entdeckung hat unser Team die Beamten der Seprona Guardia Civil informiert, die den Vogelfänger vor Ort überführt, die Fangstelle abgebaut und alle Fangutensilien konfisziert haben. Die verwendeten Lockvögel waren in einem sehr schlechten Zustand, sodass wir sie in die Wildvogelrettungsstation „La Granja del Saler“ gebracht haben, wo sie nun gesundgepflegt und dann wieder ausgewildert werden. Mit dem nun immer stärker werdenden Vogelzug auf der iberischen Halbinsel nimmt auch die Aktivität der Vogelfänger zu. Unsere Teams überprüfen aktuell rund ein Dutzend weitere Fangstellen, bei denen in den nächsten Wochen Einsätze mit den Jagdaufsehern oder der Polizei geplant sind. Unser Einsatz in Spanien dauert noch bis Mitte November.


05.10.2022, ​Neue Fälle von illegaler Greifvogelverfolgung in Deutschland

Vergifteter adulter Rotmilan aus Soest
 H.Illner, ABU Soest 
Vergifteter adulter Rotmilan aus Soest

Nicht nur in den Einsatzgebieten im Mittelmeerraum ist aktuell viel los, in den vergangenen Tagen wurden uns auch eine ganze Reihe von neuen Fällen illegaler Verfolgung von Greifvögeln, quer durch die Republik gemeldet. Im Kreis Soest (NRW) wurde bereits Anfang August ein adultes Rotmilan-Weibchen gefunden und unseren Freunden der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU) Soest gemeldet. Nun stellte sich nach einer toxikologischen Analyse heraus, dass der Vogel durch das verbotene Kontaktgift Parathion vergiftet worden ist. Das ausgewachsene und geschlechtsreife Weibchen gehört sehr wahrscheinlich zum dortigen Brutbestand und ist ein großer Verlust für die Rotmilanpopulation in Westfalen. Neben diesem Vogel wurde uns auch ein abgeschossener Habicht aus Niederbayern sowie gleich mehrere vergiftete Greifvögel aus Baden-Württemberg gemeldet. Insgesamt zählen wir bisher in diesem Jahr 46 nachgewiesene Greifvogelverfolgungsfälle in Deutschland mit über 60 Opfern. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind das glücklicherweise etwas weniger Fälle. Trotzdem rufen wir auch jetzt im Herbst dazu auf, wachsam zu bleiben und verdächtige Vögel oder gefundene Fallen an unsere Erfassungsstelle für Greifvogelverfolgung und Artenschutzkriminalität (EDGAR) unter EDGAR@komitee.de zu melden.


04.10.2022, ​Zahlreiche Netze im Nordlibanon abgebaut und beschlagnahmt

Insgesamt hat unser Team 16 Netze bei Ras Baalbek eingesammelt.
Insgesamt hat unser Team 16 Netze bei Ras Baalbek eingesammelt.

Zahlreiche Netze im Nordlibanon abgebaut und beschlagnahmt: Nach einer ganzen Reihe von Hinweisen auf illegalen Vogelfang mit Netzen haben unsere Teams aus Aktiven des Komitees, Society for the Protection of Nature in Lebanon und Middle East Sustainable Hunting Center, zusammen mit den Lebanese Internal Security Forces in den Bezirken Ras Baalbek und Younine im Bekaa-Tal eine Razzia gegen den Vogelfang durchgeführt. Unsere Teams sammelten 16 Netze in fünf Vogelfanganlagen ein. In den Netzen konnten wir Überreste von diversen geschützten Arten wie Ziegenmelkern, Zwergohreulen, Gartenrotschwänzen, Zilpzalps, Klappergrasmücken und Mönchsgrasmücken nachweisen. Mehrere Fitisse und Maskenwürger wurden von uns aus den Maschen unversehrt gerettet und noch vor Ort wieder freigelassen. In der Zwischenzeit wurden von den Sicherheitskräften in einer zweiten Aktion auch in Younine rund ein Dutzend weitere Fanganlagen abgebaut. Hier dauern die Ermittlungen zur Identifizierung der Vogelfänger noch an. Das Fangen, Abschießen oder Verkaufen von geschützten Zugvogelarten zum Verzehr ist im Libanon verboten. Jedes Jahr werden von uns jedoch zahlreiche Fälle dokumentiert. Auf der Grundlage unserer bisher gesammelten Daten schätzen wir, dass im Libanon jährlich zwischen zwei und vier Millionen Rohrsänger, Grasmücken, Pirole, Schwalben, Mauersegler und andere kleine Vogelarten für den Verzehr getötet werden.


03.10.2022, Einsatz im türkischen Norden Zyperns

Erstversorgung einer aus einem Fangnetzt befreiten Mönchsgrasmücke
Erstversorgung einer aus einem Fangnetzt befreiten Mönchsgrasmücke

Erfolgreiche Operation gegen den illegalen Vogelfang im türkischen Norden Zyperns – 50 Vögel gerettet: Am Wochenende haben mehrere gemeinsame Teams des Komitees gegen den Vogelmord mit Aktiven des Taskenti Animal Park mehrere Vogelfanganlagen auf der Karpas-Halbinsel stillgelegt. Die ganze Nacht hindurch haben unsere Teams in der Region, die als einer der Wilderei-Schwerpunkte auf Zypern gilt, nach illegalen Fangstellen gesucht. Schließlich haben sie sieben große Fanganlagen gefunden, die mit Netzen und elektronischen Lockgeräten präpariert waren. Dann ist es unseren Teams gelungen, alle Fangutensilien einzusammeln, sodass am Ende der Aktion insgesamt 14 Netze und sieben Lockgeräte weniger in diesem Vogelfang-Hotspot stehen. Unter den 50 geretteten Vögeln waren neben Mönchsgrasmücken auch Gartenrotschwänze, Fitisse, Maskenwürger, Nachtigallen, Rauchschwalben und Halsbandschnäpper. Mit unserem großen Vogelschutzcamp auf Zypern sind wir die gesamte Durchzugsphase auf der großen Mittelmeerinsel im Einsatz. Dabei steht vor allem die Arbeit gegen Leimruten und Netze im Fokus, mit denen durchziehende Singvögel gefangen werden, um sie später als Delikatesse „Ambelopoulia“ auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen.


01.10.2022 Einsatz in Ostspanien

Fanganlage mit Schlagnetz in Ostsapnien - auf einem Satellitenbild entdeckt!
Fanganlage mit Schlagnetz in Ostsapnien - auf einem Satellitenbild entdeckt!

Im Osten Spaniens ist seit Tagen ein erstes Komitee-Team im Einsatz, um unser Herbst-Vogelschutzcamp vorzubereiten. Im Vordergrund steht im Moment die Überprüfung, welche der uns bekannten Fangstellen für die Verwendung von Schlagnetzen für den illegalen Finkenfang präpartiert sind. Dabei greifen wir auch auf die Auswertung von Satellitenbildern zurück, auf denen die Anlagen teils gut zu erkennen sind. Der Durchzug von Stieglitzen, Hänflingen und Erlenzeisigen, die als Käfigvögel begehrt sind, hat noch nicht begonnen, aber manche Wilderer können es kaum erwarten und haben schon ihre Netze montiert. Die ersten aktiven Fangstellen haben wir bereits gefunden! Wenn der Vogelzug richtig in Schwung kommt, werden auch die Komitee-Teams in voller Stärke vor Ort sein - in diesem Jahr kontrollieren wir dabei erstmals das gesamte Fanggebiet von Barcelona im Norden bis Alicante im Süden.


30.09.2022, Leimrutenfänger im Libanon gefasst

Kiste der Vogelfänger voller gefangener und getöteter Weidensperlinge
Kiste der Vogelfänger voller gefangener und getöteter Weidensperlinge

In der Nähe der Stadt Hermel – Ras Baalbek im Nordlibanon hat unser Team aus Mitgliedern des Komitees und unserer Partnerorganisationen SPNL und MESHC drei Männer entdeckt, die neben der Hauptverkehrsstraße einen illegalen Fangplatz mit Leimruten betrieben. In der kargen Wüstenlandschaft hatten die Vogelfänger in einem grünen Strauch Leimruten und elektronische Lockgeräte installiert, um damit umherziehende Trupps von Weidensperlingen anzulocken und zu fangen. Die gefangenen Vögel wurden direkt getötet, um sie später als Delikatesse zu verkaufen. Unser Team zählte schließlich 227 frisch tote Sperlinge. Etwa 50 Vögel wurden von uns gerettet und noch an Ort und Stelle freigelassen. Die 150 Leimruten und Lockgeräte sind von den Beamten beschlagnahmt und vernichtet worden. Die Vogelfänger wurden anschließend von der Polizei festgenommen und müssen mit einer saftigen Geldstrafe rechnen.

Ein kurzes Video über diese Aktion haben wir Ihnen hier auf Youtube zusammengestellt. 


28.09.2022 Schreiadlerjagd im Libanon

Im Libanon geschossener Schreiadler (Archivbild)
Im Libanon geschossener Schreiadler (Archivbild)

Jedes Jahr werden Tausende Adler im Libanon von Wilderern getötet. Ganz besonders hart trifft es dabei den Schreiadler, der mit rund 100 verbliebenen Brutpaaren zu den seltensten Greifvögeln in Deutschland gehört. Als Zugvogelart muss praktisch die gesamte Weltpopulation jedes Jahr zweimal das „Nadelöhr“ Libanon überqueren. Wie viele Schreiadler dabei geschossen werden, ist schwer zu sagen. Auf Grundlage des bisher vom Komitee gegen den Vogelmord und seiner Partner zusammengetragenen Materials gehen wir davon aus, dass jedes Jahr mehrere Tausend Schreiadler im Libanon getötet werden, darunter auch nachweislich Tiere aus der deutschen Population. In den letzten Tagen konnten unsere Teams in einem bekannten Wilderei-Brennpunkt im Keserwan-Distrikt hunderte durchziehende Schreiadler beobachten. Darunter waren auch zahlreiche Vögel mit schweren Gefiederschäden, die durch Beschuss verursacht wurden. Starker Adler-Durchzug wurde auch im Norden des Landes beobachtet, wo unsere Teams und die Polizei in der letzten Woche drei Greifvogel-Wilderer bei Akkar überführen und verhaften konnten. Auf unseren Vogelschutzcamps im Libanon legen wir zweimal im Jahr einen besonderen Schwerpunkt auf den Schutz des Schreiadlers. Die Art wird frühestens mit drei Jahren geschlechtsreif, ein Paar bringt pro Saison maximal ein Junges zum Ausfliegen und viele Bruten scheitern. Durch diese sehr langsame Vermehrung sind Schreiadler nicht in der Lage, hohe Verluste durch Wilderei kurzfristig auszugleichen.


27.09.2022 Malta - Haftstrafe für Wilderer

Von der Polizei sichergstellte Flamingos vom Qawra Point, Oktober 2021 (© Malta Police)
Von der Polizei sichergstellte Flamingos vom Qawra Point, Oktober 2021 (© Malta Police)

Ein Jäger, der im Oktober 2021 am Qawra Point vier geschützte Flamingos geschossen hatte (siehe Polizeifoto), wurde heute zu einem Jahr Gefängnis ohne Bewährung verurteilt! Er verliert seinen Jagdschein auf Lebenszeit, ebenso wie die Berechtigung zum Führen einer Waffe. Der Mann war am 1.10.2021 auf der Halbinsel unweit der Touristenpromenade von Bugibba von einem Zeugen dabei beobachtet worden, wie er auf die Zugvögel schoss. Als unsere Freunde von BirdLife Malta am Tatort eintrafen, konnten sie filmen, wie der Täter im Meer schwamm, um die dort treibenden toten Flamingos einzusammeln. Offenbar wollte er sie als Jagdtrophäen ausstopfen lassen. Nach dem Zwischenfall hatte die maltesische Regierung die Jagd an dem für den Vogelzug bedeutsamen Küstenabschnitt am Qawra Point verboten, was zu heftigen Protesten der Jägerschaft führte.

Malta ist in Sachen Vogelschutz eines der Schlusslichter in der EU, aber auch das einzige Land, in dem derart harte Strafen für die Wilderei ausgesprochen werden.


27.09.2022 Zypern - illegale Jagd am Soros-See

Bienenfresser mit Schussverletzung, gefunden am Soros-See/Zypern
Bienenfresser mit Schussverletzung, gefunden am Soros-See/Zypern

Schon wieder Jagd auf geschützte Vögel am Soros-See: Das Komitee gegen den Vogelmord und sein Partner Birdlife Cyprus fordern ein Verbot der Jagd in einem Gebiet am Soros-Sees in Meneou (Zypern), das bereits als "Bienenfresser-Friedhof" bekannt ist. Der Ort ist nach wie vor ein Schwarzes Loch für geschützte Vögel und die Liste der Arten, die in dem weitläufigen Areal aufgefunden werden, wird von Tag zu Tag länger: In nur zwei Wochen fanden die Freiwilligen zahlreiche tote oder angeschossene und noch lebende Bienenfresser, Baumfalken, Haubenlerchen und den Kopf eines Pirols. Auch eine verletzte Blauracke wurde geborgen. Wir haben die Fundstelle in Meneou und die anhaltenden illegalen Aktivitäten mehrmals bei den Behörden gemeldet und die Jagdaufsicht aufgefordert, hier mehr zu patrouillieren, ohne jeden Erfolg. In Anbetracht der Beweise von dieser Woche fordern wir einmal mehr ein vollständiges Jagdverbot für das gesamte Gebiet am Soros-See.


22.09.2022 Drei Greifvogel-Wilderer im Libanon erwischt

Libanesische Polizei mit sichergestelleten Jagdwaffen in Akkar
Libanesische Polizei mit sichergestelleten Jagdwaffen in Akkar

Libanon: Greifvogel-Friedhof entdeckt und drei Wilderer erwischt! Im Akkar-Distrikt im Norden des Libanons gelang einem gemeinsamen Team aus Mitgliedern des Komitees gegen den Vogelmord, SPNL und MESHC ein Schlag gegen die Wilderei. In einem als notorischem Wilderei-Hotspot bekannten Gebiet bei Memnaa – in Sichtweite der syrischen Grenze – konnte eine Jagdgesellschaft beim Abschuss von Greifvögeln beobachtet werden. Die sofort gerufene Polizei war schnell vor Ort und hat drei der Täter auf frischer Tat erwischt. Bei ihnen wurden die Überreste von 40 geschützten Vögeln gefunden – unter anderem Schreiadler, Wespenbussarde, Kurzfangsperber und Turmfalken. Vermutlich waren zumindest ein Teil der gewilderten Vögel zum Verzehr vorgesehen.

Im Libanon werden jedes Jahr zehntausende Greifvögel illegal auf dem Durchzug getötet. Das Ausmaß der Wilderei ist dabei für viele bedrohte Arten ein zusätzlicher Gefährdungsfaktor – allen voran für den Schreiadler, von dem in Deutschland nur noch knapp 200 Paare brüten. Das Vogelschutzcamp des Komitees im Libanon mit Teilnehmern aus Großbritannien, Deutschland, Malta und lokalen Naturfreunden läuft noch bis Mitte Oktober.

Unsere Pressemeldung dazu finden Sie hier: Lebanon “bird of prey slaughter site” discovered - three poachers apprehended

Eine aktuelle Veröffentlichung über das Ausmaß der Wilderer im Libanon haben wir hier zum Download bereitgestellt:

The international dimension of illegal bird hunting in Lebanon 

Und hier ist unser eindrückliches Video von dem Einsatz:

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22.09.2022 - 136 lebende Vögel auf Malta befreit

Bei einem Vogelfänger in Għaxaq/Malta sichergestellter Stelzenläufer
Bei einem Vogelfänger in Għaxaq/Malta sichergestellter Stelzenläufer

Komitee-Hinweis führt zur größten Beschlagnahme geschützter Vögel auf Malta seit vielen Jahren: Ein Komitee-Team auf Malta hat unweit der Stadt Għaxaq eine riesige Fanganlage für Watvögel gefunden. Das Beweismaterial wurde der Umweltpolizei (EPU) übergeben, die gestern zusammen mit Beamten der Naturschutzbehörde WBRU das Gelände durchsucht hat. Dabei sind nicht nur zwei große Schlagnetze gefunden worden, sondern 136 illegal gehaltene geschützte Vögel – von Bruch- und Waldwasserläufern über Stelzenläufern bis hin zu Hänflingen, Grünfinken und Girlitzen! So viele lebende Vögel wurden seit etlichen Jahren nicht mehr auf Malta auf einem Schlag sichergestellt. Ein Tatverdächtiger wurde auf dem Gelände angetroffen und wegen Tierquälerei und verschiedenen Verstößen gegen die Naturschutzgesetzgebung angezeigt.

Ein Teil der Vögel muss aufgrund der unsäglichen Haltungsbedingungen – sie standen zum Teil bis zum Bauch im eigenen Dreck – erst in einer Auffangstation behandelt werden. Der große Rest der Vögel konnte noch gestern Abend zusammen mit Experten von Birdlife Malta im Naturschutzgebiet Għadira in die Freiheit entlassen werden. Danke an Polizei und Naturschutzbehörde für die tolle Arbeit!


21.09.2022 Vogelfang-Anlagen bei Beirut stillgelegt

Abtransport von sichergestellten Netzen durch die Polizei
Abtransport von sichergestellten Netzen durch die Polizei

Vogelfanganlagen im Libanon stillgelegt: In der Kleinstadt Barja – eine Stunde Autofahrt südlich von Beirut – haben Komitee-Mitarbeiter zusammen mit unseren libanesischen Kollegen und mit Unterstützung durch die Polizei drei Vogelfanganlagen gefunden und stillgelegt. Die insgesamt 20 Netze mit einer Gesamtlänge von rund 200 Metern waren in Gärten und Brachland mitten in der Wohnbebauung aufgestellt. Ein Vogelfänger wurde von uns dabei beobachtet, wie er zwei frisch gefangene Grasmücken aus einem der Netze herausholte. Leider konnte er flüchten, bevor die Beamten eintrafen. Die Verwendung von Netzen zum Vogelfang hat in Barja eine lange Tradition. Die gefangenen Vögel werden gegessen – bei Preisen bis zu einem Dollar pro Tier in einem Land wie dem Libanon ein durchaus lohnenswertes Geschäft und keinesfalls ein „Arme Leute-Essen“. In den letzten Jahren haben wir bei unseren Libanon-Einsätzen immer wieder Netze in Barja gefunden, doch es werden nach und nach immer weniger. Unsere Aktionen zeigen also bereits Wirkung! Danke an die Beamten und unsere Partner von SPNL und MESHC!


20.09.2022 Vogelfänger auf Zypern erwischt

Dieser Fitis konnte leider nicht mehr gerettet werden - er starb auf einer illegalen Leimrute
Dieser Fitis konnte leider nicht mehr gerettet werden - er starb auf einer illegalen Leimrute

Wiederholungstäter auf Zypern erwischt: Obwohl ein Fallensteller bereits im letzten Herbst beim Vogelfang mit Leimruten von unseren Teams überführt und anschließend zu einer Geldstrafe von 900 Euro verurteilt worden war, haben unsere Bird Guards dieselbe Person nun erneut erwischt.

Ein Teammitglied wurde durch eine laute elektronische Lockanlage auf den Fangplatz aufmerksam gemacht, die den Gesang von Mönchsgrasmücken auf dem Dach eines Hauses abspielte. Danach sind die Jagdaufseher hinzugerufen worden. Im Garten konnten sie schließlich 18 Leimruten in Feigensträuchern finden, unter denen frisches Wasser plätscherte. Beides diente dazu die vorbeiziehenden Vögel in den Garten des Vogelfängers zu locken. Die Leimruten und die weiteren Fangutensilien wurden anschließend beschlagnahmt und abgebaut. Leider kam jedoch die Hilfe für zwei frisch gefangene Fitisse zu spät. Außerdem war der Boden mit den Federn anderer Vögel übersät, die ebenfalls in den letzten Tagen getötet wurden. In diesem Jahr muss der Mann mit einer deutlich höheren Geldstrafe rechnen, denn wir haben die Jagdaufseher auch darauf aufmerksam gemacht, dass sein Fangplatz in einer jagdfreien Zone liegt. Die Strafen dafür liegen bei rund 2.000 Euro.


19.09.2022 Habicht in Neustadt/Wied erschlagen

Der in Neustadt/Wied von einem Hühnerhalter verletzte Habicht musste leider eingeschläfert werden
Der in Neustadt/Wied von einem Hühnerhalter verletzte Habicht musste leider eingeschläfert werden

Und wieder ein Fall illegaler Greifvogelverfolgung in Deutschland: In Neustadt/Wied (Rheinland-Pfalz) hat ein Hühnerhalter einen Habicht mit einer Schaufel halb totgeschlagen.

Der schwer verletzte Greifvogel blieb stundenlang im Garten des Täters liegen, ehe dieser seinen etwa 10jährigen Sohn damit beauftragte, das Tier zu töten. Ein hinzugezogener Jäger hat dem Treiben ein Ende bereitet und den Vogel in die Auffangstation unseres Partners Bergische Greifvogelhilfe gebracht. Dort wurde leider festgestellt, dass er einen Flügelbruch, innere Verletzungen und durch die Schläge auf den Kopf irreversibel erblindet ist. Er musste deswegen eingeschläfert werden. Der Täter ist namentlich bekannt und wurde angezeigt.


18.09.2022 Erster Einsatztag im Libanon

Komitee-Mitarbeiterin mit frisch geschossenem Wespenbussard
Komitee-Mitarbeiterin mit frisch geschossenem Wespenbussard

Bereits am ersten Tag unseres Herbsteinstzes im Zedernstaat konnten unsere Teams einen massiven Greifvogeldurchzug beobachten. Während unserer ersten Patrouille in der Gegend um Egbhe im Libanongebirge – einem berüchtigten Engpass für Zugvögel - konnten wir einigen Schützen dabei zusehen, wie sie das Gebiet nach unserer Ankunft schnell verließen. Bei einer Nachsuche im Gelände wurden dann die Überreste von etwa 20 Wespenbussarden gefunden, darunter zwei frisch geschossene Vögel. Zwei weitere Gruppen von Jägern wurden bei der Verwendung illegaler elektronischer Lockanlagen für Mönchsgrasmücken und Bienenfresser erwischt und von unseren Teams verwarnt. Im Laufe des Vormittags zogen große Trupps von Hunderten Greifvögeln über uns hinweg. Darunter befanden sich etwa 2.000 Kurzfangsperber, mehrere hundert Wespenbussarde, rund 200 Schreiadler und andere Arten wie Zwergadler, Baumfalken, Rohrweihen und ein Fischadler. Unser Anti-Wilderei-Einsatz wird auf andere Gebiete im Libanon ausgeweitet und während der Hauptzugzeit der Vögel durchgeführt.


17.09.2022 Rotkehlpieper-Fänger auf Malta erwischt

Bei dem Vogelfänger sichergestellter Rotkehlpieper
Bei dem Vogelfänger sichergestellter Rotkehlpieper

Start unseres Vogelschutzcamps auf Malta: Direkt in den ersten Tagen ihres Einsatzes haben unsere Teams in der Nähe der Stadt Mgarr eine riesige Fanganlage für den Fang von Singvögeln entdeckt. Die von uns zur Unterstützung gerufene Umweltpolizei konfiszierte ein Paar Klappnetze sowie zwei lebende Rotkehlpieper. Die Vögel wurden in kleinen Käfigen gehalten und als Lockvögel für den Fang anderer Singvögel benutzt. Als die Polizei sich seinem Fangplatz näherte, rannte der Verdächtige davon, konnte jedoch später anhand unseres Videomaterials identifiziert werden. Ihn erwartet nun ein Gerichtsverfahren. Filmsequenzen, die den Mann in seiner Fanghütte und Polizeibeamte beim Abbau der Netze zeigen, wurden heute bei Facebook und auf unserem YouTube Kanal veröffentlicht:

CABS | Red-throated pipit trapper in Mgarr, Malta. Sept 2022


16.09.2022 Italien - 120 tiefgefrorene Singvögel sichergestellt

Gerupfter Kernbeißer - einer von über 120 bei einem Jäger in der Lombardei sichergestellten tiegefrorenen Singvögel
Gerupfter Kernbeißer - einer von über 120 bei einem Jäger in der Lombardei sichergestellten tiegefrorenen Singvögel

Statt in ihrem Winterquartier landen in jedem Jahr Millionen Zugvögel in der Pfanne: Drosseln, Lerchen, Grasmücken und Rotkehlchen sind im Mittelmeerraums begehrte Delikatessen. Sie werden geschossen oder mit Fallen und Netzen gefangen und enden auf den Tellern zweifelhafter "Gourmets" und unverbesserlicher Traditionalisten. Obwohl viele Arten längst geschützt sind und der Verkauf seit Jahrzehnten verboten ist, gibt es immer noch Restaurants, die die "gefiederte Ware" für Höchstpreise servieren. Bei unseren Einsätzen bekommen wir immer wieder die Spitze dieses Eisbergs zu Gesicht, wenn Polizeibeamte die Kühltruhen von Wilderern durchsuchen. Erst vor wenigen Tagen wurden nach einem Hinweis des Komitees gegen den Vogelmord bei einem Jäger in der Lombardei (Norditalien) über 120 tiefgefrorene Buch- und Bergfinken, Kernbeißer, Sperlinge, Trauerschnäpper und Rotkehlchen sichergerstellt. Mit unseren Herbst-Einsätzen sorgen wir dafür, den Druck auf die Wilderer aufrecht zu halten, damit so viele Vögel wie möglich auf in ihren Winterquartieren ankommen!


15.09.2022, ​Turmfalkenrettung im Libanon

Die beschlagnahmten Turmfalken befinden sich aktuell noch in Pflege, können aber bald ausgewildert werden.
Die beschlagnahmten Turmfalken befinden sich aktuell noch in Pflege, können aber bald ausgewildert werden.

Unsere Anti-Wilderei-Einheit (APU), die wir gemeinsam mit unseren libanesischen Partnern Society for the Protection of Nature in Lebanon und Middle East Sustainable Hunting Center betreiben, konnte gestern zwei Personen dabei überführen, wie sie einen illegalen Fangplatz für Turmfalken betrieben, um die gefangenen Vögel anschließend zu verkaufen. Bei Dakwa in der Region West Bekaa hatten Vogelfänger mehrere „Bal-Chatri“ aufgestellt – eine Greifvogelfalle aus feinen Nylonschlingen, die mit lebenden Tauben und Falken als Lockvögel beködert war. Nach einer mehrtägigen Überwachung mit einer Einheit der Lebanese Internal Security Forces konnten nun drei Falken gerettet werden. Zuvor war ein Hinweis auf die illegale Fanganlage von zwei Jägern bei unseren Mitarbeitern eingegangen. Die beschlagnahmten Vögel werden aktuell in einer Auffangstation gepflegt und können in Kürze ausgewildert werden. Die Männer mussten nach dem Einsatz eine Geldstrafe zahlen und bei Wiederholung droht ihnen eine Haftstrafe. Ab Morgen wird unsere Anti-Wilderei-Einheit von einem internationalen Team unterstützt. Ziel ist es den Durchzug von Adler, Wespenbussarden, Störchen und Kranichen zu überwachen und Fälle von illegalen Abschüssen zu melden.


13.09.2022 Baumpieperfang in Norditalien

Mit Schlagfalle gefangener Baumpieper (Archivfoto)
Mit Schlagfalle gefangener Baumpieper (Archivfoto)

Illegaler Fang von Baumpiepern: Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord haben in den letzten Wochen sieben Wilderer in der norditalienischen Provinz Brescia überführt. Einer der Täter hatte gezielt versucht, durchziehende Baumpieper mit Lebendfallen zu fangen. Nach einem Hinweis hat die Polizei im Garten des Mannes acht Fallen sowie einige Käfige mit Baumpiepern als lebende Lockvögel entdeckt. Die Beamten konnten den Wilderer überführen und die Vögel freilassen - den Vogelfänger erwartet ein Prozess vor Gericht. Neben Trauerschnäppern und Gartenrotschwänzen gehören Baumpieper während des Herbstzugs in Norditalien zu den häufigsten Opfern von Wilderei. Meistens werden sie geschossen oder mit kleinen Schlagfallen gefangen, um sie anschließend an Restaurants zu verkaufen. Der Einsatz von Lebendfallen ist in der Region bisher noch nicht dokumentiert worden. In Deutschland hat die Singvogelart in den letzten Jahrzehnten um rund 60 Prozent abgenommen. Seit dem Jahr 2013 konnten wir während unserer Sommereinsätze in Brescia über 900 Schlagfallen und 65 Netze einsammeln, dabei wurden 49 Wilderer überführt und so tausende Vögel retten. Anfang Oktober geht es mit unserem großen Herbst-Vogelschutzcamp in Brescia weiter.


12.09.2022, Erste Wilderer auf Zypern überführt

Der Sperling konnte von der Leimrute gerettet und freigelassen werden.
Der Sperling konnte von der Leimrute gerettet und freigelassen werden.

Erste Wilderer auf Zypern überführt: Schon nach wenigen Tagen haben wir bei unserem großen Herbsteinsatz auf Zypern die ersten Erfolge verbucht: Im Famagusta-District im Südosten der Mittelmeerinsel wurde eine Frau beim Aufstellen von Leimruten überführt - sie war nach Hinweisen des Komitees bereits im Herbst 2021 und in diesem Frühjahr beim Vogelfang erwischt worden. Die Wiederholungstäterin wird nun angeklagt und darf mit einer saftigen Geldstrafe rechnen. In dem zweiten Fall (ebenfalls in Famagusta) konnten die Jagdaufseher des Game Fund nach unserer Anzeige einen Mann auf frischer Tat erwischen, als er Leimruten in einem Strauch auslegte. Er hatte ein elektronisches Lockgerät mit dem lautem Mönchsgrasmückengesang installiert und wollte im Moment des Zugriffs eine frisch gefangene Grasmücke mit einem Messer töten. Der Vogel wurde in letzter Sekunde gerettet und konnte - ebenso wie sechs weitere Singvögel - noch vor Ort freigelassen werden. 116 Leimruten und zwei Lockgeräte sind von den Beamten sichergestellt worden. Weitere Informationen zu unseren Einsätzen auf Zypern finden Sie hier.


09.09.2022 Start der Herbsteinsätze

Komitee-Mitarbeiterin beim Einsatz auf Zypern
Komitee-Mitarbeiterin beim Einsatz auf Zypern

Die großen Herbst-Vogelschutzcamps des Komitees gegen den Vogelmord im Mittelmeerraum starten an diesem Wochenende.

Los geht es mit unserem Einsatz auf Malta, wo wir bis Ende des Monats die Rastplätze und Durchzuggebiete von Greifvögeln und Störchen überwachen. Gleichzeitig beginnt der Einsatz auf Zypern, wo wir bis Mitte November gegen den illegalen Vogelfang mit Leimruten und Netzen arbeiten werden. Anschließend beginnt dann auch das dreiwöchige Vogelschutzcamp im Libanon, ab Oktober sind wir auch in Norditalien mit unserem größten Vogelschutzcamp im Einsatz.


07.09.2022 Pelikan-Auswilderung im Libanon

Nach mehreren Monaten der Pflege ist der Rosapelikan wieder in der Freiheit.
Nach mehreren Monaten der Pflege ist der Rosapelikan wieder in der Freiheit.

Pelikan wieder in Freiheit: Kurz nach unserem Vogelschutzcamp im Libanon im April dieses Jahres wurden unsere Mitarbeiter gemeinsam mit Aktiven von Society for the Protection of Nature in Lebanon, der Anti-Wilderei-Einheit und Beamten der libanesischen Behörden zu einem angeschossenen Rosapelikan gerufen, der bei Jounieh gefunden wurde. Der große Vogel wurde vom Team gerettet und sofort zur Behandlung zu einem Tierarzt gebracht. Nach mehrmonatiger Rehabilitation wurde „Samir“ (gemäß dem Brauch jeden Vogel nach seinem Retter zu benennen) am vergangenen Wochenende wieder in die Freiheit entlassen - genau im richtigen Moment, denn die Vögel ziehen aktuell wieder über dem Libanon. 

Unsere libanesischen Teams sind bereits jetzt aktiv und werden ab der nächsten Woche von internationalen Mitarbeitern und Freiwilligen des Komitees unterstützt. Schwerpunkt der Arbeit wird die Überwachung des Durchzugs von Störchen, Wespenbussarden, Adlern und Kranichen sein. In enger Zusammenarbeit mit den libanesischen Sicherheitskräften werden alle Vorfälle von illegalem Abschuss oder von Vogelfang dokumentieren und gemeldet.


04.09.2022, Erfolg gegen den Vogelfang in Italien

Trauerschnäpper in Schlagfalle gefangen
Trauerschnäpper in Schlagfalle gefangen

Beim Vogelschutzcamp des Komitees gegen den Vogelmord im norditalienischen Brescia (Lombardei) wurden sieben Wilderer überführt und hunderte illegale Vogelfallen sichergestellt. Die Männer hatten in den Bergen westlich des Gardasees kleine Schlagfallen zum Fang von Trauerschnäppern, Baumpiepern und Gartenrotschwänzen aufgestellt. Mitarbeiter des Komitees haben die Fanggeräte bei ihren Kontrollen gefunden und den Carabinieri gemeldet. Die Beamten konnten alle sieben Täter auf frischer Tat überführen. Insgesamt wurden 230 Schlagfallen, 5 große Fangnetze, 8 Klappnetze, 1 Käfigfalle, 4 Jagdwaffen und 270 tiefgefrorene und gerupfte Singvögel sichergestellt, bei denen es sich hauptsächlich um Trauerschnäpper handelt. 22 lebende Lockvögel wurden freigelassen. Trauerschnäpper und andere Singvögel gelten in der Region als "Delikatessen". Das Komitee gegen den Vogelmord führt seit 10 Jahren Einsätze gegen den Schnäpperfang im Spätsommer in der Region durch – in diesem Jahr wurden so viele Fallen gefunden wie noch nie.


01.09.2022, Jagdsaison auf Malta hat begonnen

Komitee-Bird Guards im Einsatz auf Malta
Komitee-Bird Guards im Einsatz auf Malta

Die Herbstjagdsaison in Malta und Gozo ist seit heute eröffnet: Rund 11.000 lizenzierte Jägern dürfen vom 1. September bis zum 31. Januar 2023 auf die Vogelpirsch gehen. Während dieses fünfmonatigen Zeitraums ist die Jagd auf 40 Arten an Land und 12 Arten auf dem Meer erlaubt. Geschossen werden dürfen unter anderem Singdrossel, Feldlerche, Goldregenpfeifer und Turteltaube, wobei die Turteltaube "nur" vom dem 1. und 30. September 2022 zum Abschuss freigegeben ist. Die Jagd auf dem Meer ist erst ab Anfang Oktober gestattet.
Mitarbeiter und Freiwillige des Komitees werden in Kürze mit unseren Herbstvogelschutzcamps beginnen, bei denen Teams während der Hauptzugzeit vor Ort sind, um die Einhaltung der Gesetze und den Durchzug sowie die Rastplätze geschützter Arten wie Wespenbussarde, Rohrweihen, Störche, Reiher und Bienenfresser zu überwachen.

Unsere Partner von BirdLife Malta haben auf ihrer Website einen Leitfaden in englischer und maltesischer Sprache veröffentlicht, der genaue Angaben zu den gesetzlichen Bestimmungen und zur Meldung von Zwischenfällen enthält: http://bit.ly/BLMhunting.


31.08.2022, Sommerjagd in Spanien

Angeschossene Turteltaube, Spanien August 2022
Angeschossene Turteltaube, Spanien August 2022

Zwischen August und Ende September sind rund eine Million spanische Jäger unterwegs, um zum Abschuss freigegebene Arten wie einige Enten- und Taubenarten oder Elstern, Wachteln und Stare zu jagen. Traditionell gehört auch die Turteltaube in zehn EU-Mitgliedsstaaten zu den klassischen jagdbaren Arten während des Herbstzugs. In Spanien werden vorsichtigen Schätzungen zufolge jedes Jahr weit über eine Million Exemplare der seltenen Taubenart geschossen, was etwa 20 Prozent des gesamten europäischen Brutbestands entspricht. In Deutschland hat der Bestand auch deshalb seit den 1970er Jahren um ca. 80 Prozent abgenommen. Rund 75 Prozent aller verbliebenen Turteltauben, die in Nordwesteuropa brüten, nutzen die westliche Zugschiene über Spanien. Deshalb hat die Regierung in Madrid den Forderungen aus Brüssel nachgegeben und die Turteltaubenjagd auch in dieser Saison (genauso wie in Frankreich und Portugal) wieder ausgesetzt und ein Jagdmoratorium beschlossen. Trotzdem haben Aktive des Komitees und spanische Umwelteinheiten der Agents Mediambientalis bereits illegale Abschüsse von hunderten Turteltauben dokumentiert. Auch die Wildvogelauffangstationen behandeln zu dieser Jahreszeit viele geschützte Arten, die Opfer von solchen Abschüssen geworden sind. Dieser Schlangenadler (siehe Fotos) wurde in den vergangenen Tagen von unseren Freunden der SOS Vencejos mit schweren Schussverletzungen bei Sevilla gefunden. Die fehlenden Kontrollen und eine fehlende Durchsetzung der Vorschriften führen dazu, dass die Zahl von Wildereinachweisen derzeit sprunghaft ansteigt und auch im Herbst mit keiner Besserung zu rechnen ist. Unsere Teams unterstützen deswegen die spanischen Umwelteinheiten in den Regionen Valencia, Andalusien und der Extremadura, um gegen Abschüsse von geschützten Arten vorzugehen.


24.08.2022, Malta

Von der maltesischen Polizei beschlagnahmter Flussregenpfeifer (Archivbild)
Von der maltesischen Polizei beschlagnahmter Flussregenpfeifer (Archivbild)

Die maltesische Polizei ermittelt aktuell in mehreren Fällen von illegalem Watvogelfang, die von unseren Teams angezeigt wurden. Letzte Woche beschlagnahmten die Beamten sieben geschützte Watvögel, die als lebende Lockvögel für eine große Klappnetzanlage im Süden der Insel verwendet wurden. Die Vögel – zwei Bruchwasserläufer, ein Waldwasserläufer, ein Sichelstrandläufer, ein Alpenstrandläufer, ein Zwergstrandläufer und ein Flussregenpfeifer – wurden von einem Tierarzt untersucht und anschließend in einem Schutzgebiet unseres Partnerverbandes BirdLife Malta wieder in die Freiheit entlassen. Vor einigen Wochen zeigten Mitarbeiter des Komitees auch zwei Personen an, die geschützte Watvögel auf einem Feld südlich von Mgarr gefangen hatten. Ein Video, das zeigt, wie die Verdächtigen sowohl lebende als auch Plastik-Stelzenläufer verwenden, um Vögel in ihr Klappnetz zu locken, wurde der Polizei übergeben. Der Stelzenläufer (Fras-servjent auf Maltesisch) ist eine der wenigen Brutvogelarten Maltas und brütet dort nur mit einer Handvoll Paaren.


19.08.2022, Italien

In einer Schlagfalle gefangener Trauerschnäpper.
In einer Schlagfalle gefangener Trauerschnäpper.

In diesen Wochen beginnt der Herbstzug, bei dem sich Millionen Singvögeln aus Mitteleuropa auf den Weg in den Süden machen. Eine der drei Hauptzugruten ins tropische Afrika führt über Norditalien und die Provinz Brescia. Dort werden jedes Jahr frühe Zugvogelarten wie Trauerschnäpper, Gartenrotschwänze oder Baumpieper von Wilderern gefangen, um sie als saisonale Delikatesse zu verkaufen. Die Vögel werden in der Regel mit Schlagfallen gefangen, die ähnlich wie Mausefallen funktionieren: Zwei Metallbügel, die über eine Feder gespannt und mit einer Fliegenlarve oder Beeren beködert werden. Wenn ein Vogel den Köder berührt, klappen die Bügel schlagartig zusammen und töten das Tier. Die Fallen werden vorzugsweise auf dem Boden platziert oder an Sträuchern montiert.

Deshalb startet auch in diesem Jahr unser erstes Vogelschutzcamp der Herbstsaison in Norditalien. Mitarbeiter und Freiwillige des Komitees werden dann wieder die Berghänge und Täler der Südalpen nach aktiven Fangstellen absuchen, um diese stillzulegen und Wilderer zu überführen. 


10.08.2022, Deutschland

Brütende Trauerseeschwalben auf ausgebrachten Nistflößen
Brütende Trauerseeschwalben auf ausgebrachten Nistflößen

Erfolgreiche Saison für unsere Trauerseeschwalben: Im Rahmen des Komitee-Seeschwalbenprojekts an der Alten Elbe bei Jerichow (Sachsen-Anhalt) und am Pritzerber See (Brandenburg) haben in diesem Jahr knapp 30 Paaren insgesamt 27 Jungvögel großgezogen. Im vergangenen Jahr waren es nur 16 Jungvögel. Aber auch in diesem Jahr scheiterten einige Bruten wieder an schwankenden Wasserständen und Prädation. Nur noch gut 1.200 Paare der Trauerseeschwalbe brüten in Deutschland (Quelle: DDA, BfN, LAG VSW 2019), weswegen die Art auf der Roten Liste der bedrohten Brutvogelarten als gefährdet eingestuft wird. Um der Art zu helfen, werden jedes Jahr rund 90 kleine Nistflöße von Aktiven des Komitees auf Altarmen und an Seeufern installiert, auf denen die Seeschwalben brüten können. Mehr Informationen zu dem Projekt finden Sie hier.


09.08.2022 Spanien

Singdrossel als Lockvogel in einer Vogelfanganlage bei Valencia, daneben Leimruten und Klebstoff
Singdrossel als Lockvogel in einer Vogelfanganlage bei Valencia, daneben Leimruten und Klebstoff

Riesige Vogelfanganlage in Spanien stillgelegt: Am Sonntag haben Mitarbeiter des Komitees die spanischen Beamten für Naturschutz (SEPRONA) bei Valencia zu einer riesigen Vogelfanganlage geführt. Bei der Kontrolle des Geländes wurde nicht nur ein aktives Bodennetz entdeckt, sondern auch zwei gewaltige Volieren, in denen über 200 gefangene Vögel gehalten wurden. Die Beamten schnitten darauf Löcher in die Seitenwände, sodass alle Vögel unmittelbar freigelassen werden konnten. Unter den gefangenen Vögeln waren neben 120 Stieglitzen, 50 Girlitzen, 40 Erlenzeisigen, 25 Grünfinken und mehreren Buchfinken, auch 25 Drosseln, 5 Turteltauben, 3 Rothühner und ein Star. Eine anschließende Überprüfung des Eigentümers der Anlage durch die Beamten ergab zusätzlich, dass ein sogenanntes „Parany“ auf dem Gelände des Mannes registriert war (eine traditionelle Leimruten-Fanganlage, die bereits seit 2005 verboten wurde). Bei der folgenden Durchsuchung seiner Räumlichkeiten wurden schließlich Dutzende Leimruten und große Mengen Klebstoff gefunden und beschlagnahmt. Wie schon die letzten Fangstellen wurde diese Anlage während unseres Online-Vogelschutzcamp ORPHEUS im Frühjahr 2020 entdeckt, bei dem Freiwillige über Luftbilder Vogelfanganlagen in Spanien gesucht und uns gemeldet hatten. Den Mann erwartet nun ein Urteil vor Gericht.


05.08.2022, Italien

In Schlagfalle gefangenes Braunkehlchen, wie im Video. (Archivbild)
In Schlagfalle gefangenes Braunkehlchen, wie im Video. (Archivbild)

Im April 2022 entdeckte ein Komitee-Team auf der italienischen Insel Ischia eine aktive Fangstelle mit sieben Fallen, die für Zugvögel ausgelegt waren. Mit einer ferngesteuerten Kamerafalle gelang es uns, den Wilderer dabei zu filmen, wie er geschützte Arten wie Braunkehlchen, Trauerschnäpper und Steinschmätzer fängt und tötet. Der Verdächtige wurde am folgenden Tag von Beamten der Forstpolizei Carabinieri festgenommen und verbrachte zwei Tage im Gefängnis, bevor er vor Gericht gestellt wurde. Neben der Identifizierung des Täters, die auf diesen Aufnahmen von damals zu sehen ist, haben wir auch die schockierende und grausame Tötungsrate allein dieses einen Wilderers aufgedeckt. Das Video wurde hier auf Facebook veröffentlicht. 


05.08.2022, TV-Beitrag

Archivbild
Archivbild

Aktueller TV-Beitrag: Gestern Abend (Donnerstag, 04. August) hat der Hessische Rundfunk in einem Beitrag des Magazins „Alles Wissen“ über Wilderei in Deutschland berichtet. Unter anderem geht es um den Fang und Handel mit geschützten Singvögeln. Mit dabei ist unser Artenschutz-Experte Axel Hirschfeld. Der Beitrag ist nun hier in der ARD-Mediathek aufrufbar und kann angesehen werden.





29.07.2022, Deutschland

Insgesamt konnten über 30 Steinkäuze im Rheinland rehabilitiert werden.
Insgesamt konnten über 30 Steinkäuze im Rheinland rehabilitiert werden.

Rettung von Steinkäuzen in der Nähe der Komitee-Zentrale: Es ist wenig bekannt, aber viele Mitarbeiter der Komitee-Zentrale in Bonn sind auch aktive Mitglieder der NABU Kreisgruppe Bonn (der örtlichen BirdLife-Gruppe). In den letzten Wochen wurde über Steinkauz-Nistkästen berichtet, in denen sich Bruten junger Eulen befanden, die von Kokzidien befallen waren - einer parasitären Darminfektion, die Schwäche, Lethargie und Fressunlust verursacht, was für junge Wildvögel schnell tödliche Folgen haben kann. Die Nistkästen werden ausgetauscht und die erkrankten Jungvögel in der örtlichen Rettungs- und Rehabilitationseinrichtung Bergische Greifvogelhilfe untergebracht. Nach erfolgreicher Behandlung hat CABS-Büro-Mitarbeiter Raphael Lauber diesen kleinen Vogel heute Nachmittag zusammen mit dem NABU Bonn in einer Streuobstwiese freigelassen! Dies ist nur einer von über 30 Steinkäuzen, die derzeit in der Bergisch-Greifvogelhilfe rehabilitiert werden.


28.07.2022, Spanien

Mithilfe von lebenden Lockvögeln werden in Spanien Singvögel gefangen.
Mithilfe von lebenden Lockvögeln werden in Spanien Singvögel gefangen.

Erster Wilderer bei Valencia geschnappt: In den letzten Tagen haben Aktive des Komitees zusammen mit spanischen Naturschutzbeamten (SEPRONA) einen Vogelfänger in einem bekannten Wilderei-Hotspot bei Valencia auf frischer Tat erwischt. Seine Fangstelle wurde bereits im Frühjahr 2020 während unseres Online-Vogelschutzcamps ORPHEUS entdeckt. Nun – nach zweijähriger Beobachtung und zahlreichen Kontrollen ist es endlich gelungen den Mann zu überführen. Fangplätze wie dieser (im Volksmund "Enfilat" genannt) bestehen in der Regel aus zwei 10 Meter langen Netzen, die waagerecht parallel auf dem Boden liegen und unter Spannung gehalten werden. Zwischen den beiden Netzen befindet sich eine offene Fläche, auf der Samen, Wasser und eingesperrte oder angebundene Lockvögel platziert werden. Die Fallensteller verstecken sich in der Umgebung und lösen die Netze manuell aus, wenn sich Vögel auf der offenen Fläche landen. Dieses System ähnelt sehr dem Vogelfang mit Klappnetzen, den wir regelmäßig auf Malta beobachten. Die Vogelfänger haben es hauptsächlich auf Finken wie Hänflinge, Zeisige und Stieglitze abgesehen, die als Käfigvögel oder zum Verzehr gehandelt werden. Bei der Razzia wurden acht frisch gefangene Stieglitze (einschließlich lebender Lockvögel), zwei Girlitze und zwei nicht gezielt gefangene Feldsperlinge beschlagnahmt und wieder freigelassen. Der Wilderer wird sich auch bald vor Gericht verantworten müssen und mit einer Geldstrafe zwischen 1.500 und 2.000 Euro rechnen. Rund um Valencia werden von unseren Mitgliedern noch eine Reihe weiterer Standorte überwacht.


27.07.2022, Italien

Tramonto wurden während einer mehrstündigen Operation neue Schwungfedern verpasst.
Tramonto wurden während einer mehrstündigen Operation neue Schwungfedern verpasst.

Neue Flügel für „Tramonto“: Mauerseglerküken, die aus dem Nest fallen, sind überall in Europa ein verbreitetes Phänomen. In Spanien und Italien organisieren ehrenamtliche Mitarbeiter des Komitees seit Jahren die Rettung der kleinen Segler. Allein in den letzten Monaten wurden durch unsere Freiwilligen mehr als 700 junge Mauersegler geborgen und zum Aufpäppeln in Pflegestationen gebracht. Darunter auch dieser abgemagerte Jungvogel, der uns aus der Stadt Mortara (Italien) gemeldet wurde. Halb verhungert und sehr schwach kam er in unsere Pflegestation, wo er sich erstaunlich schnell erholte und innerhalb weniger Tage auf 44 Gramm zunahm. Leider waren seine Federn aufgrund der Mangelernährung sehr brüchig und der Segler trotz guter Kondition nicht flugtauglich. Eigentlich ein Todesurteil für eine Art, die mehr als 90% ihres Lebens in der Luft verbringt. Zum Glück gab es eine Lösung: Wir brachten den Mauersegler zu Dr. Stefano Pesaro in Udine, der ihm in einer mehrstündigen Operation einen Satz komplett neuer Schwungfedern verpasste. Bei dieser als „Schiften“ bekannten Methode werden die zerstörten Federn durch intakte Gegenstücke von einem verstorbenen Spender-Vogel ersetzt. Dass die neuen Flügel perfekt funktionieren, zeigte sich bei der Freilassung, als der mittlerweile ´Tramonto´ genannte Vogel mit kraftvollen Flügelschlägen abhob und mit dem für Mauersegler typischen Ruf im Himmel verschwand. ´Tramonto´ heißt auf italienisch übrigens Sonnenuntergang – die Zeit also, in der junge Mauersegler das Nest verlassen und zu ihrem Jungfernflug aufbrechen.


15.07.2022, Global Bird Fair in Großbritannien

Unser Team auf der Bird Fair
Unser Team auf der Bird Fair

Wir stellen uns vor. Unser Stand auf der Global Bird Fair in Rutland (Großbritannien) ist heute offiziell eröffnet werden. In den nächsten drei Tagen wird das Komitee auf der größten Vogelschutz-Messe der Welt unsere Aktionen und Kampagnen gegen den Vogelmord im Mittelmeerraum vorstellen. Ehemalige und aktive „Bird Guards“ stehen den Besuchern drei Tage lang Rede und Antwort, rekrutieren neue Freiwillige für unsere Vogelschutzcamps und verteilen Informationsmaterial. Mit dabei ist auch unser Mitarbeiter Andy Short, der letzten Monat auf einem Steh-Paddelboard den Ärmelkanal überquert und so mehrere Tausend Pfund an Spenden für das Komitee gesammelt hat. Heute Nachmittag um 16:30 Uhr hält unser Einsatzleiter Lloyd Scott einen Vortrag über unsere Arbeit im Libanon und auf Malta. Wer sowieso vor Ort ist oder Lust hat, spontan vorbeizukommen, findet uns an Stand Nummer R58 in der „Robin“-Messehalle.


12.07.2022, Deutschland

Stieglitze aus illegaler Haltung, Archivbild
Stieglitze aus illegaler Haltung, Archivbild

Achtung! Illegaler Handel mit Stieglitzen im Internet. Das Komitee hat nach einem Hinweis einen weiteren Fall von illegaler Vermarktung geschützter Stieglitze auf dem Portal Ebay-Kleinanzeigen dokumentiert und an die zuständige Naturschutzbehörde gemeldet. Die vom Verkäufer selbst eingestellten Bilder zeigen eindeutig, dass die angebotenen Tiere nicht mit den gesetzlich vorgeschriebenen Zuchtringen markiert waren (siehe Foto). Wir gehen deshalb davon aus, dass es sich um illegal der Natur entnommene Vögel handelt und haben Anzeige erstattet. Stieglitze sind wegen ihres bunten Federkleides und ihres melodischen Gesangs beliebte Käfigvögel. Der aktuelle Fall aus Sachsen ist nur eines von rund einem Dutzend von uns in den letzten Jahren ins Rollen gebrachten Verfahren, bei denen es um den illegalen Fang und Verkauf von wilden Stieglitzen geht. Oft werden die Tiere als angebliche Nachzuchten angeboten. Erst letzte Woche entdeckten unsere Teams in Krefeld (NRW) nach einem Hinweis rund ein Dutzend Leimruten, die dort auf Disteln zum Fang von Stieglitzen ausgelegt wurden. Ein von uns im letzten Jahr angezeigter Vogelfänger aus dem Kreis Fulda (Hessen) wurde im Juni per Strafbefehl zu einer Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt. Er hatte mehr als 60 Stieglitze und andere Finken mit Netz-Fallen gefangen.


06.07.2022, Deutschland

Leimruten auf einer Brache am Lohbruchweg im Süden von Krefeld, Juli 2022
Leimruten auf einer Brache am Lohbruchweg im Süden von Krefeld, Juli 2022

Unbekannte Personen haben zwischen Krefeld Oppum und Meerbusch Bösinghoven versucht, illegal Singvögel mit Leimruten zu fangen. Wie das Komitee gegen den Vogelmord berichtet, wurden die klebrigen Fallen letzte Woche auf einer Brachfläche im Bereich des Lohbruchweges östlich der A57 entdeckt und an den Verband gemeldet. Dabei handelte es sich um rund ein Dutzend kleine Holzstäbe, die mit einer extrem klebrigen Substanz bestrichen und horizontal ausgerichtet auf die Blütenstände von Disteln gelegt wurden. Disteln sind gerade jetzt eine sehr beliebte Futterpflanze für Stieglitze (auch Distelfinken genannt) und andere Finkenarten. Landet ein Vogel auf einer der Leimruten, klebt er fest, wird dadurch flugunfähig und kann von den Tätern leicht eingesammelt werden. Leider hat der Vogelfänger offenbar bemerkt, dass sein Fangplatz entdeckt wurde. Eine Überwachung durch Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord in den letzten Tagen verlief erfolglos. „Wir haben mittlerweile Strafanzeige bei der Polizei erstattet und hoffen, dass aus der Bevölkerung vielleicht noch Hinweise auf die Täter kommen“, so Heyd. Fotos und Videomaterial der Fallen hat das Komitee auf seiner Homepage sowie auf Facebook veröffentlicht.


04.07.2022, Libanon

Schmutzgeier-Rettungsaktion im September 2021
Schmutzgeier-Rettungsaktion im September 2021

Beschlagnahmte Schmutzgeier fliegen von Beirut nach Prag: Im letzten September retteten unsere Bird Guards zusammen mit den Lebanese Internal Security Forces (ISF) und der Anti-Wilderei-Einheit (APU) drei extrem seltene Schmutzgeier aus einem privaten Zoo im Libanon. Röntgenaufnahmen bestätigten den Verdacht, dass alle drei Vögel mit Schrotflinten vom Himmel geholt und illegal in der Einrichtung gehalten wurden. Nach einigen Monaten in Pflege in einer Auffangstation konnte im November 2021 ein Männchen in Naqoura, dem südlichsten Punkt des Libanon, freigelassen werden. Da seine beiden Artgenossen für eine Auswilderung zu schwer verletzt sind, wurde diese Vögel vergangene Woche nach Tschechien ausgeflogen, wo sie im Prager Zoo in das von der EU geförderte Erhaltungszuchtprogramm eingegliedert werden und für Nachwuchs sorgen sollen. Schmutzgeier gelten als weltweit gefährdet, mit einem Bestandsrückgang von 50 % in den letzten 40 Jahren in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet und sogar 80 %, allein auf der Balkanhalbinsel. Die Rettungsaktion war Teil unserer großen Kampagne gegen die illegale Vogeljagd und illegalen Wildtierhandel im Libanon, die vom Komitee gegen den Vogelmord und der Society for the Protection of Nature in Lebanon (SPNL) organisiert wird.


30.06.2022, Wildvogelpflegestationen in Italien und Spanien

Mauersegler in Pflege
Mauersegler in Pflege

Sommerloch beim Komitee? Von wegen! Im Sommer – abseits der Zugzeiten – finden keine Einsätze gegen die Wilderei im Mittelmeerraum statt. Trotzdem haben wir alle Hände voll zu tun. Bis Ende Juni wurden in den von unseren Mitgliedern betriebenen Wildvogel-Auffangstationen in Italien (bei Mailand, das Centro Fauna Selvatica Il PETTIROSSO in Modena und bei Neapel) rund 1.600 Vögel, darunter vor allem Singvögel, aber auch Spechte, Steinkäuze und Schleiereulen aufgenommen und gesund gepflegt. Besonders viel zu tun haben aktuell unsere Freunde von SOS Vencejos bei Valencia in Spanien. Die schlimmste Hitzewelle seit 1950 mit Temperaturen von lokal mehr als 44°C betrifft nicht nur die Menschen, sondern auch viele Gebäudebrüter. In dieser Saison haben unsere Aktiven dort bereits mehr als 300 Mauersegler, Alpensegler und Schwalben aufgenommen und behandelt. Den Jungvögeln wird es bei diesen Temperaturen zu heiß und springen aus ihren Nestern. Besonders verheerend ist, dass diese Hitzewellen immer früher und damit während der Brutsaison auftreten, sodass von Jahr zu Jahr immer mehr Jungvögel betroffen sind. Ein großes Dankeschön an die Kolleginnen und Kollegen in Spanien und Italien für ihren tollen Einsatz!


28.06.2022, Malta

Archivbild
Archivbild

Malta – weiterer Jäger verurteilt: Gestern hat ein Gericht auf Malta ein Urteil gegen einen maltesischen Jäger gesprochen, der im Mai vergangenen Jahres im Westen der Insel außerhalb der Jagdsaison auf eine Turteltaube geschossen hatte. Dabei wurde der Mann von einem unserer Teams beobachtet, das umgehend die Polizei informiert hatte. Die verständigten Beamten konnten den Jäger anschließend überführen. Nun wurde der Mann zu einer Geldstrafe in Höhe von 1.200 € verurteilt, er verliert die Jagdlizenz für zwei Jahre und auch seine Waffe wurde eingezogen.



22.06.2022, Hessen

Gefangener Erlenzeisig im Landkreis Fulda
Gefangener Erlenzeisig im Landkreis Fulda

Neues Urteil gegen einen Vogelfänger aus Deutschland: Nachdem das Komitee gegen den Vogelmord im vergangenem Jahr einen Singvogelfänger aus Hessen angezeigt hatte, ist nun vom Amtsgericht in Fulda ein Urteil ausgesprochen worden. Wie die zuständige Staatsanwaltschaft in einem aktuellen Schreiben an das Komitee mitteilt, wurde der Mann zu einer Geldstrafe in Höhe von 1.000 € verurteilt.Bereits im Herbst 2021 hatten Artenschutzexperten des Komitees wegen des gewohnheitsmäßigen Fangs von Singvögeln umfangreiche Beweise für die verbotenen Aktivitäten des Mannes bei der zuständigen Staatsanwaltschaft vorgelegt. Darunter Fotos und Videos, die den Mann beim Aufbau und Aktivieren von Vogelfallen zeigen und den Fang von Singvögeln in einem Zeitraum von über einem Jahr belegen. Anschließend sind bei einer Razzia auf dem Grundstück des Verantwortlichen mehrere aktive Fanggeräte für Singvögel und eine Voliere mit Dutzenden illegal gehaltenen Finken und anderen heimischen Arten entdeckt worden. Alexander Heyd, Geschäftsführer des Komitees, hält das Urteil jedoch für nicht abschreckend genug: „Allein der Schwarzmarktwert der damals beschlagnahmten Singvögel beträgt ein Vielfaches der jetzt ausgesprochenen Geldstrafe. Außerdem sieht der Gesetzgeber bei einer gewohnheitsmäßigen Nachstellung von Singvögeln eine Mindeststrafe von drei Monaten Freiheitsentzug vor. Warum sich die Staatsanwaltschaft dazu entschlossen hat, dieses Tatmerkmal nicht zu würdigen, obwohl die regelmäßige Fangaktivität des Mannes in einem Zeitraum von über einem Jahr von uns nachgewiesen wurde, erschließt sich uns nicht.“


10.06.2022, Zypern

Beamte beim Abbauen eines Bodennetzes in der Region Famagusta
Beamte beim Abbauen eines Bodennetzes in der Region Famagusta

Erfolg für den Artenschutz auf Zypern – Behörden gehen endlich gegen tödliche Bodennetze vor. Nachdem das Komitee vor zwei Wochen den Tod zahlreicher bedrohter Wildtiere in sogenannten Bodennetzen auf Zypern angeprangert und der Regierung Untätigkeit vorgeworfen hatte, haben die Behörden im Bezirk Famagusta nun damit begonnen, die für Reptilien, Vögel und Säugetiere tödlichen Fallen zu entfernen. Wie das Landwirtschaftsministerium auf Facebook mitteilte, waren neben Polizeibeamten auch Mitarbeiter des Ministeriums und den zuständigen Gemeindeverwaltungen im Einsatz. Fast alle bei der Aktion entfernten Netze waren von uns mit dem genauen Standort an die Behörden gemeldet worden. Zuvor hatten unsere Teams insgesamt 74 verendete Wildtiere, darunter Schlangen, Igel, Vögel, Eidechsen und Chamäleons an insgesamt 25 Netzstandorten gefunden. Die Netze werden entlang von Mauern und Häusern gespannt, um Schlangen und andere unerwünschte tierische Besucher von den Grundstücken fernzuhalten. Wie das Umweltministerium in Nikosia betont, ist die Verwendung dieser tierquälerischen Netze streng verboten und kann mit Geldstrafen von bis zu 17.000 Euro bestraft werden. In den nächsten Wochen sind weitere Aktionen geplant. Die Tageszeitung "Cyprus Mail" berichtet hier.


07.06.2022, Libanon

Unter den rund 30 beschlagnahmten Vögeln waren vor allem Grasmücken und Spötter.
Unter den rund 30 beschlagnahmten Vögeln waren vor allem Grasmücken und Spötter.

Anti-Wilderei-Einheit (APU) des Komitees überführt zwei weitere Wilderer im Libanon: Ein Team unserer Anti-Wilderei-Einheit, die wir gemeinsam mit der Society for the Protection of Nature in Lebanon und dem Middle East Sustainable Hunting Center betreiben, hat im Bezirk Keserwan, im zentralen Libanongebirge zwei Wilderer überführt, die in der Brutzeit Jagd auf Singvögel gemacht hatten. Bei einem Einsatz in Zusammenarbeit mit den Lebanese Internal Security Forces wurde bei einem der Männer ein Beutel mit rund 30 geschützten Singvögeln beschlagnahmt, darunter vor allem Grasmücken und Spötter. Nach mehreren Warnungen wurden gegen die Männer zwei Haftbefehle erlassen.


05.06.2022, Europa

Von Leimrute befreite Mönchsgrasmücke im Frühling 2022 auf Zypern.
Von Leimrute befreite Mönchsgrasmücke im Frühling 2022 auf Zypern.

Bilanz unserer Frühlingseinsätze – Komitee überführt 69 Vogelfänger und Wilderer in Europa: Seit Anfang März haben wir bei über zehn Einsätzen in Italien, auf Malta, Zypern, im Libanon und in Deutschland insgesamt 69 Personen überführt, die nachweislich illegal Vögel gefangen oder abgeschossen hatten. 53 Aktivisten aus England, Italien, Malta, dem Libanon, Slowenien, Spanien, der Türkei und Deutschland waren dabei im Einsatz. 501 Fallen, 91 Netze, vier Schusswaffen, rund 800 Schuss Munition und 19 elektronische Lockanlagen wurden sichergestellt und 159 Fangplätze wurden stillgelegt. Dabei konnten 176 lebende Vögel befreit werden, darunter Grasmücken, Rotschwänze, Nachtigallen und Turteltauben. 81 Vögel wurden nur noch tot geborgen. Mehr Infos zu unseren Projekten finden Sie hier.


03.06.2022, Malta

Auf Malta arbeiten die Einsatzkräfte der Polizei mit Mitarbeitern des Komitees zusammen, um gegen den illegalen Vogelfang vorzugehen.
Auf Malta arbeiten die Einsatzkräfte der Polizei mit Mitarbeitern des Komitees zusammen, um gegen den illegalen Vogelfang vorzugehen.

Schuldig – Vogelfänger müssen zahlen. Diese Woche mussten sich drei Wilderer vor Gerichten in Valletta (Malta) verantworten. Die Männer wurden wegen des Vorwurfs angeklagt, während der Schonzeit im Frühjahr in L-Ahrax, Migra L-Ferha und Bahrija illegal Hänflinge und andere Finken gefangen zu haben. Ihre illegalen Aktivitäten wurden von mehreren Teams des Komitees gefilmt, die die Fälle anschließend der Umwelteinheit der maltesischen Polizei (EPU) gemeldet haben und auch bei den Gerichtsverhandlungen aussagten. Nach Anhörung aller Zeugen und Auswertung der Beweise verurteilte Richterin Elaine Mercieca die Männer zu Geldstrafen von 1.500, 1.200 und 1.000 Euro. Das Gericht ordnete außerdem den Entzug ihrer Fanglizenzen für zwei Jahre an. Die diese Woche verhandelten Fälle sind Teil einer ganzen Reihe von Wilderei-Vergehen, die das Komitee in den letzten Jahren auf Malta aufgedeckt hat. "Wir wissen von mindestens 38 weiteren Gerichtsverfahren gegen mutmaßliche Wilderer, die von unseren Teams gemeldet und gefilmt wurden", sagte Fiona Burrows, Anti-Wilderei-Beauftrage des Komitees. Sobald neue Urteile verkündet werden, werden wir hier darüber berichten.


02.06.2022, Italien

Archivbild
Archivbild

Turteltauben-Jäger in Italien verhaftet: Ein Team des Komitees hat in den vergangenen Wochen einen Wilderer überführt, der mitten in der Schonzeit mehrere Turteltauben getötet hatte. Tatort war die kleine Insel Palmarola, die als Teil der pontinischen Inseln einen wichtigen Trittstein für Zugvögel auf der Mittleren Zugschiene darstellt. Doch vor allem im Frühjahr fallen viele von ihnen hier der illegalen Frühlingsjagd oder dem Vogelfang zum Opfer. Deswegen ist das Komitee jedes Jahr auf den Inseln Ponza und Palmarola präsent und geht gemeinsam mit den Behörden gegen diese illegalen Nachstellungen vor. Da Palmarola unbewohnt und nur mit kleinen Booten erreichbar ist, fühlen sich die Wilderer hier besonders sicher. Im aktuellen Fang gelang es, den Täter nach tagelanger Überwachung aus einem Versteck heraus zu filmen. Die von uns eingeschaltete Forstpolizei führte nach Sichtung der von uns vorgelegten Beweise eine Durchsuchung im Haus des Mannes durch. Dabei fanden und beschlagnahmten sie eine nicht registrierte Flinte sowie mehr als hundert Schuss Munition. Für die Beamten ist der Mann kein Unbekannter. Bereits vor sechs Jahren wurde er nach einer spektakulären Verfolgungsjagd mit einem Polizei-Hubschrauber wegen Wilderei verhaftet. Deshalb und wegen weiterer Straftaten darf er weder Waffen noch Munition besitzen. Nun wird er sich erneut vor Gericht verantworten müssen.


29.05.2022, Deutschland

Einige Stieglitze konnten direkt freigelassen werden.
 Zollamt Essen 
Einige Stieglitze konnten direkt freigelassen werden.

Illegaler Singvogelfang in Deutschland – Komitee lobt Einsatz des Zollfahndungsamts Essen gegen den illegalen Singvogelfang und -handel im Ruhrgebiet: Wie unter der Woche bekannt wurde, hat das Zollfahndungsamt in Essen nach einem anonymen Hinweis in einer Kleingartenanlage geschützte Singvögel beschlagnahmt, für die der 57-jährige Besitzer der Parzelle keine Herkunfts- oder Einfuhrnachweise vorlegen konnte. Zusätzlich wird wegen der Manipulation von Züchterringen ermittelt. Gegen den Mann wurde inzwischen ein Verfügungsverbot ausgesprochen. Bereits am 19. Mai durchsuchten die Essener Fahnder gemeinsam mit Hilfe der Stadt Essen sowie der Staatsanwaltschaft Essen zwei Anschriften des Beschuldigten, nachdem dieser bereits im vergangenen August bei einer Kontrolle in seiner Parzelle keine Nachweise für insgesamt 57 geschützte Singvögel vorzeigen konnte. Bei dem aktuellen Einsatz wurden nun 41 Stieglitze (darunter auch Stieglitz-Mischlinge), 1 Bluthänfling 2 Ammern und 34 tote Stieglitze sowie zahlreiche weitere Beweismittel sichergestellt.


24.05.2022, Zypern

Igel, gefangen in einem Bodennetz auf Zypern im Frühjahr 2022
Igel, gefangen in einem Bodennetz auf Zypern im Frühjahr 2022

Todesfalle Bodennetz - Das Komitee fordert die sofortige Abschaffung von Bodennetzen auf Zypern: Landwirte und Landbesitzer nutzen auf Zypern häufig große Bodennetze, um Schlangen von ihren Grundstücken fernzuhalten. Dabei handelt es sich in der Regel um Fischernetze, die an den Grundstücksgrenzen ausgelegt und an Mauern oder Zäunen befestigt werden. Während unserer Einsätze finden wir immer wieder gefangene Wildtiere, die in diesen Netzen qualvoll sterben. Neben verschiedenen Schlangenarten werden vor allem Reptilien, wie der Hardun (Stellagama stellio) oder das europäische Chamäleon, aber auch Igel oder Vögel Opfer dieser Praxis. Während einer Studie im vergangenen Frühjahr fanden unsere Aktivisten an 25 Standorten Netze mit insgesamt 74 Wildtieren. Die häufigsten Opfer der kontrollierten Netze waren Agamen und Pfeilnattern. Beide Arten sind in Europa bedroht und stehen in Zypern sowohl durch europäische als auch durch nationale Rechtsvorschriften unter strengem Schutz. Obwohl die Bodennetze in denen Tiere gefangen wurden von unseren Mitarbeitern dem Umweltministerium in Nikosia mit der Bitte die Netze zu entfernen gemeldet wurden, mussten wir nun feststellen, dass keines der Netze abgebaut wurde. Das Ministerium hat offensichtlich nichts unternommen, sodass in diesen Netzen insgesamt 20 Schlangen, Igel und Vögel zu Tode kamen. Das Komitee hat die Behörden nun zum wiederholten Male dazu aufgefordert, die europäischen und nationalen Rechtsvorschriften endlich umzusetzen und entschlossen gegen ihre Verwendung vorzugehen. Unsere Pressemeldung (englisch) finden Sie hier


16.05.2022, Deutschland

Vogelfänger vor seiner Falle im Emsland
Vogelfänger vor seiner Falle im Emsland

Illegaler Vogelfang im Emsland: Wilderer tappt in Kamerafalle. Die Polizei Papenburg ermittelt gegen einen Landwirt aus der Gemeinde Rhede, der in einem Feldgehölz eine riesige Falle für den Fang von Krähen und geschützten Greifvögeln betrieben hat. Was der Mann nicht wusste: Mitarbeiter des Komitee gegen den Vogelmord e.V. hatten sein Fanggerät entdeckt und eine Woche lang mit einer versteckten Kamera überwacht. Dabei handelte es sich um eine sogenannte Massen- oder Leiterfalle, die mit einer lebenden Krähe beködert war und nach dem Prinzip einer Reuse funktioniert. Durch spezielle Fangöffnungen im Dach können Vögel zwar von oben nach unten hinein, jedoch nicht wieder herausgelangen. Die Falle stand in unmittelbarer Nähe zu jagdlichen Einrichtungen. „Die aufgezeichneten Videos zeigen eindeutig, wer die Falle kontrolliert und den Lockvogel versorgt hat. Wir haben Anzeige wegen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz erstattet“, so Komiteesprecher Axel Hirschfeld. Der Fang von Krähen oder Greifvögeln ist in Deutschland – ungeachtet der angewendeten Methode – verboten. Das Verbot umfasst auch das Nachstellen und alle vorbereitenden Handlungen wie etwa das Aufstellen oder die Beköderung von Fallen. Unsere Fotos zeigen den Beschuldigten direkt an der Falle sowie eine von zwei darin gefangenen Krähen. Die Vögel wurden von uns unter den wachsamen Augen der Polizei freigelassen.


13.05.2022, Spendenaktion fürs Komitee

Unser Ehrenamtler Andy Short bei der Überquerung des Channels.
Unser Ehrenamtler Andy Short bei der Überquerung des Channels.

Erfolgreiche Spendenaktion für das Komitee: Nach langem pandemiebedingtem Warten hat einer unserer engagiertesten Ehrenamtler Andy Short endlich sein Ziel erreicht – den Ärmelkanal von der Küste Englands bis nach Frankreich im Stand-up-Paddling (Stehpaddeln) zu durchqueren. Ziel seiner Aktion war es, 10.000 Pfund (ca. 11.750 €) zugunsten unserer Kampagnen für den Zugvogelschutz im Mittelmeerraum zu sammeln. Andy startete am Montagmorgen in Dungeness (Kent) unter alles andere als idealen Bedingungen und hätte seine Tour beinahe abbrechen müssen. Dabei wurde er von seinem besten Freund James Callaghan begleitet (der auch schon als Freiwilliger für das Komitee gearbeitet hat). Nachdem die beiden das Gezeitenfenster erwischt hatten, besserte sich später noch das Wetter, sodass sie ab Mitte ihrer Passage nahezu perfekte Bedingungen hatten. Die beiden haben es geschafft, das Gezeitenfenster nicht zu verpassen. Später besserte sich sogar noch das Wetter, sodass sie ab der Mitte ihrer Passage nahezu perfekte Bedingungen hatten. Nach sechs Stunden (!) fast ununterbrochenen Paddelns und einer Gesamtstrecke von 33,8 km haben sie schließlich den Hafen von Boulogne in Frankreich erreicht. Andy hat bisher beeindruckende 4.000 Pfund gesammelt. Dafür hatte er bereits im Vorfeld einen Quizabend, einen magischen Curryabend und eine gesponserte Wanderung veranstaltet. Alle Aktionen waren sehr gut besucht.


10.05.2022, Deutschland

Polizei beim Abtransport der illegalen Vogelfalle
Polizei beim Abtransport der illegalen Vogelfalle

Illegale Vogelfall bei Erkelenz sichergestellt: Wildkamera liefert Hinweise auf die Täter - Polizei leitet Ermittlungen ein: Erkelenz. In einem Feldgehölz bei Erkelenz (Kreis Heinsberg) hat die Polizei gestern Nachmittag eine illegale Lebendfalle für den Fang von Vögeln sichergestellt. In der aus Drahtgitter gebauten Konstruktion saß eine lebende Elster als Lockvogel. Direkt daneben lagen die Überreste einer toten Waldohreule. Gerufen wurden die Beamten vom Komitee gegen den Vogelmord, dessen Mitarbeiter das Fanggerät nach einem Hinweis entdeckt und eine Woche lang mit einer Wildkamera überwacht hatten. Mit Erfolg. „Die Auswertung der Videos ergab, dass die Falle jeden Tag kontrolliert und der Lockvogel gefüttert wurde. Dabei traten zwei Personen in Erscheinung, die der örtlichen Jägerschaft zugeordnet werden können“, so Komitee-Geschäftsführer Alexander Heyd. Das Videomaterial wurde heute zusammen mit einer Strafanzeige an die Polizei in Erkelenz geschickt. Es geht um den Vorwurf des illegalen Fangs und des Nachstellens geschützter Vögel sowie um Tierquälerei. Den Tätern drohen im Falle einer Verurteilung hohe Geldstrafen sowie der Verlust ihrer Jagdscheine. „Unsere Videos zeigen eindeutig, wer die Falle betreibt. Die Gesichter der beiden Verdächtigen sind gut erkennbar. Wir gehen davon aus, dass sie identifiziert werden können“, so Alexander Heyd. Die illegale Verfolgung von Greifvögeln, Eulen und Rabenvögeln mit Gift oder Fallen ist im Kreis Heinsberg weit verbreitet. Nach Angaben  der Bonner Erfassungs- und Dokumentationsstelle Greifvogelverfolgung und Artenschutzkriminalität (EDGAR) wurden seit 2005 im Kreis 79 Fälle mit mehr als 150 Opfern nachgewiesen.  Dabei ist von einer sehr hohen Dunkelziffer auszugehen. Fast alle von den Behörden bisher deswegen eingeleiteten Ermittlungsverfahren wurden ergebnislos eingestellt.  


06.05.2022, Zypern

Mönchsgrasmücken an Leimruten
Mönchsgrasmücken an Leimruten

Mönchsgrasmücken für den Kochtopf: Das Komitee gegen den Vogelmord hat heute erste Zwischenergebnisse seines Vogelschutzcamps auf Zypern veröffentlicht. Seit Mitte April haben unsere Aktivisten auf der Insel 20 aktive Anlagen für den Fang von Singvögeln gefunden und an die Behörden gemeldet. Beamte der Polizei und der Jagdaufsicht konfiszierten daraufhin insgesamt 335 Leimruten und zwei elektronische Lockgeräte, mit denen der Gesang von Mönchsgrasmücken abgespielt wurde. Neun Vogelfänger wurden auf frischer Tat erwischt und müssen Geldbußen in Höhe von jeweils mehreren Tausend Euro bezahlen. 21 frisch gefangene Vögel – hauptsächlich Mönchsgrasmücken (siehe Fotos) – wurden aus den Leimruten befreit, gesäubert und wieder freigelassen. Der Verzehr von Singvögeln als „Delikatesse“ ist auf Zypern trotz strenger Verbote nach wie vor weit verbreitet. Vor allem Mönchgrasmücken werden für das traditionelle Gericht „Ambelopoulia“ gezielt zu Hunderttausenden gefangen.


03.05.2022, Deutschland

Hier wird die Leiterfalle grade von den Behörden "abgeschleppt".
Hier wird die Leiterfalle grade von den Behörden "abgeschleppt".

Illegale Vogelfang-Anlage wird von Behörde "abgeschleppt": Bei einem Einsatz im Landkreis Prignitz (Brandenburg) haben Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord eine riesige Lebendfalle für Greifvögel in einer Flussaue entdeckt und bei den Behörden angezeigt. Das Kuriose: Die riesige, illegale Konstruktion war fest auf einen PKW-Anhänger montiert und wurde offenbar von den Tätern an wechselnden Standorten zum Fang von Vögeln eingesetzt. Bei dem Gerät handelt es sich um eine sogenannte Leiter- bzw. Massenfalle, mit der Raben- und Greifvögel sowie Eulen gefangen werden können. In der Nähe wurden die Überreste eines toten Greifvogels entdeckt. Um Tiere in die Falle zu locken, setzten der oder die Täter Eier und eine Plastikattrappe von einem Entenküken als "Köder" ein. Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Prignitz hat die gesamte Konstruktion Ende vergangener Woche mit Unterstützung durch die Vogelschutzwarte Brandenburg beschlagnahmt und "abgeschleppt" (siehe Foto). Die Behörden ermitteln gegen Unbekannt. Das Komitee hat die Bevölkerung dazu aufgerufen, bei Spaziergängen die Augen offen zu halten und verdächtige Fallen an die Polizei oder direkt an unser Büro in Bonn (Email an info@komitee.de) zu melden.


02.05.2022, Libanon

Anti-Wilderei-Workshop im Libanon
Anti-Wilderei-Workshop im Libanon

Letzte Woche fand im Libanon ein gemeinsamer Workshop des Komitees, der Society for the Protection of Nature in Lebanon, der MESHC Anti-Poaching Unit und der Lebanese Internal Security Forces (libanesische Sicherheitskräfte) statt, um eine bessere Zusammenarbeit und Kommunikation bei der Wilderei-Bekämpfung zu entwickeln. Der Workshop wurde im Rahmen des LIFE-Projekts Egyptian Vulture New LIFE zum Schutz von international hoch bedrohten Schmutzgeiern veranstaltet.

Dabei traf sich unsere Anti-Wilderei-Einheit mit Beamten der libanesischen Sicherheitskräfte, um eine gemeinsame Strategie zu erarbeiten. Unter der Schirmherrschaft und Leitung des Generaldirektors Generalmajor Imad Othman, wurden dabei praktische Lösungen zum Schutz von Zugvögeln im Libanon diskutiert. Bei dem Treffen wurden ebenfalls das Jagdgesetz und die damit verbundenen Verordnungen besprochen und die Einsatzkräfte informiert. Im Anschluss an die Sitzung gaben die SPNL und MESHC bekannt, dass einer der erst kürzlich befreiten Schmutzgeier (wir berichteten am 25. April darüber) Joseph getauft wurde – in Anlehnung an die mittlerweile fünfjährigen Bemühungen von Oberst Joseph Musallam im Kampf gegen die Wilderei im Land.


30.04.2022, Deutschland

Habichtfangkorb auf Usedom
Habichtfangkorb auf Usedom

EILMELDUNG: Illegaler Fang von Greifvögeln auf Usedom – Polizei ermittelt Verdächtigen. In der Ortschaft Neppermin auf Usedom (Mecklenburg-Vorpommern) haben Polizeibeamte gestern Abend auf einem Privatgrundstück eine illegale Fangeinrichtung für Habichte und andere geschützte Greifvögel deaktiviert und sichergestellt. Ausgelöst wurde der Einsatz durch den Verein Komitee gegen den Vogelmord, dessen Mitarbeiter den Fall gestern beim zuständigen Polizeirevier in Heringsdorf gemeldet hatten. Wie der Verband mitteilt, war die Falle aktiviert und mit einer lebenden Taube beködert, was einen strafbaren Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz darstellt. In unmittelbarer Nähe zum Fangplatz befindet sich die Schlaganlage des Veranstalters eines der größten deutschen Taubenrennens, bei dem jährlich Preisgelder von 100.000 Euro an die Gewinner ausgezahlt werden. Der Veranstalter des Rennens und Betreiber des Nepperminer Taubenschlages soll gegenüber der Polizei mittlerweile zugegeben haben, Besitzer des Fangkorbes zu sein. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Im Falle einer Verurteilung droht dem Mann eine hohe Geldstrafe. Sollte festgestellt werden, dass die Tat (das Nachstellen bzw. der Fang von Greifvögeln) gewohnheits- oder gewerbsmäßig begangen wurde, kann theoretisch sogar eine Freiheitsstrafe verhängt werden. Unser Foto zeigt den gestern sichergestellten Fangkorb samt lebender Locktaube. Als „Podest“ für die Falle diente offenbar das Gerüst einer alten Kinderrutsche.


29.04.2022, Italien

Beschlagnahmte Jagdwaffen, Munition und Jagdutensilien auf Ischia
Beschlagnahmte Jagdwaffen, Munition und Jagdutensilien auf Ischia

Erfolgreiche Aktion gegen die illegale Singvogeljagd in Italien: In den vergangenen Wochen haben Mitarbeiter des Komitees auf der Insel Ischia umfangreiche Beweise für den illegalen Fang und Abschuss von Braunkehlchen, Steinschmätzern und anderen geschützten Zugvögeln gesammelt. Das Material, darunter auch Videos, die zwei Männer beim Vogelfang zeigen, wurde der Forstpolizei (Carabinieri Forestale) übergeben. Bei der Durchsuchung der Häuser der beiden Hauptverdächtigen wurden 20 einsatzbereite Singvogelfallen, zwei nicht registrierte Schrotflinten mit abgeschliffenen Seriennummern, 800 Schuss Munition sowie mehrere frisch getötete Singvögel sichergestellt. Gegen die beiden mutmaßlichen Wilderer wurden Strafverfahren wegen Verstoß gegen das Jagdgesetz und das Waffengesetz eingeleitet. Die Ermittlungen dauern an.


26.04.2022, Libanon

Illegal gehaltener Schmutzgeier im Libanon
Illegal gehaltener Schmutzgeier im Libanon

Illegale Haltung und Handel mit Geiern im Libanon: Gestern haben die Mitglieder unseres Anti-Poaching-Units (APU) bei der Kontrolle einer Farm in Mariyata (nördliches Bekaa-Tal) zwei weitere illegal gehaltene Schmutzgeier entdeckt. Der Besitzer gab an, nicht gewusst zu haben, dass die Haltung der stark gefährdeten Tiere verboten ist. Zur Herkunft der Geier, die in viel zu kleinen Käfigen gehalten wurden, wollte er keine Angaben machen, willigte aber am Ende ein, die Vögel freiwillig an unser Team zu übergeben. Sie wurden in eine Pflegestation gebracht und werden in den nächsten Tag dort gründlich untersucht. Bereits im September letzten Jahres hatten Mitarbeiter des Komitees und unseres Partnerverbandes SPNL (Society for the Protection of Nature in Lebanon) drei Schmutzgeier aus einem Zoo im Süden des Libanon befreit. Zwei dieser Tiere waren durch Schussverletzungen so beeinträchtigt, dass sie nie wieder in Freiheit fliegen können. Sie werden in den kommenden Wochen nach Europa ausgeflogen, um dort in ein von der EU anerkanntes Zuchtprogramm integriert. Bei einem weiteren Einsatz im März konnten wir außerdem einen als Jungvogel in Bulgarien beringten Gänsegeier aus illegaler Haltung befreien. Auch dieser Vogel soll so schnell wie möglich aus dem Libanon heraus gebracht und - wenn die Tierärzte grünes Licht geben - später in der Nähe seines "Geburtsortes" in Bulgarien ausgewildert werden.


23.04.2022, Mittelmeerraum

Mönchsgrasmücke an Leimrute, Archivbild
Mönchsgrasmücke an Leimrute, Archivbild

25 Millionen Vögel werden jedes Jahr im Mittelmeerraum illegal getötet. Die meisten davon sind Singvögel wie zum Beispiel Rotkehlchen, Zilpzalp und Nachtigall. Diese Arten verbringen den Frühling und Sommer in den europäischen Brutgebieten und ziehen dann im Herbst in den Süden. Eine der beliebtesten "Flugrouten" führt sie über das Schwarze Meer und das Mittelmeer. Da in Ländern wie Zypern und Italien jedes Jahr Millionen Tiere von Jägern gefangen oder geschossen werden, gehen die Bestände vieler Arten rapide zurück.

Was das Komitee gegen den Vogelmord und seine Partner dagegen unternehmen, zeigt ein neuer Film (auf Englisch) von Terra Mater Magazin Studios. Das Video wurde diese Woche auf YouTube veröffentlicht und kann hier angesehen werden. 


22.04.2022, Malta

Polizisten bei der Bergung von fünf weiteren geschossenen Rohrweihen auf Malta
Polizisten bei der Bergung von fünf weiteren geschossenen Rohrweihen auf Malta

Rohrweihen-Massaker auf Malta: Im Süden Maltas hat ein Team des Komitees fünf weitere geschossene Rohrweihen entdeckt. Damit liegt die Zahl der dort seit Dienstag gefundenen Rohrweihen bei zehn. Am Dienstag hatten unsere Kollegen BirdLife Malta an derselben Stelle beobachtet, wie Wilderer nach Einbruch der Dunkelheit die in einem Weizenfeld rastenden Tiere aufscheuchten und dutzende Tiere abschossen. Beamte der von uns verständigten Umweltpolizei bargen alle Tiere und brachten sie zur Untersuchung zum staatlichen Veterinäramt. Ob die Tiere Opfer des Massakers vom Dienstag sind oder zu einem früheren Zeitpunkt abgeschossen wurden, ist noch unklar. Fest steht, dass die Felder der Halbinsel Delimara im Frühling ein international bedeutender Schlafplatz für durchziehende Rohweihen sind und dass diese Felder leider mitten in einem der schlimmsten Wilderei-Brennpunkte auf Malta liegen. Das Komitee kündigte an, mit seinen Teams in den nächsten Wochen verstärkt in Delimara präsent zu sein, um Weihenrastplätze rund um die Uhr zu überwachen und die Suche nach toten Vögeln fortzusetzen. Unsere Fotos zeigen unsere Mitarbeiter und Beamte des EPU (Environmental Protection Unit) bei der Bergung der toten Vögel heute morgen.


21.04.2022, Malta

Polizeibeamte bei der Beschlagnahme eines Wachtelnetzes auf Gozo
Polizeibeamte bei der Beschlagnahme eines Wachtelnetzes auf Gozo

Große Aktion gegen den illegalen Vogelfang auf der Insel Gozo: Auf Maltas Nachbarinsel Gozo haben Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord und der Polizei gestern sieben Anlagen für den illegalen Fang von Zugvögeln stillgelegt. Unter den beschlagnahmten Fallen waren zwei 20 Meter lange Klappnetze sowie ein großer Fangkäfig für Turteltauben, aus dem sechs frisch gefangene Vögel befreit werden konnten. In der Nähe des Ortes St Lawrence wurden auf einem Gartengrundstück zwei große Stellnetze und vier Fangkäfige für Turteltauben entdeckt und abgebaut. Bei Marsalforn führten unsere Teams die Polizei zu gleich drei großen Netzfanganlagen für Wachteln, die mit zahlreichen lebenden Lockvögeln "beködert" waren. Hier wurden insgesamt 12 lebende Wachteln beschlagnahmt und freigelassen. Außerdem wurde eine elektronische Lockanlage, aus der Wachtelgesang abgespielt wurde, unschädlich gemacht. Die Polizei hat Ermittlungsverfahren gegen die Grundstücksbesitzer eingeleitet. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen hohe Geldstrafen. Das Komitee dankt der Polizei auf Gozo für die schnelle Reaktion und die gute Zusammenarbeit.


20.04.2022, Zypern

Weibliche Mönchsgrasmücke an einer Leimrute - der Vogel konnte gerettet werden.
Weibliche Mönchsgrasmücke an einer Leimrute - der Vogel konnte gerettet werden.

Erster Wilderer auf Zypern überführt: Während man bei uns bereits Mönchsgrasmücken, Nachtigallen und Trauerschnäpper hören kann, befindet sich der Vogelzug im Mittelmeerraum noch immer im vollen Gange – auf Zypern ruft das Wilderer auf den Plan, die Zugvögeln mit Leimruten und Netzen nachstellen. Die Fallen werden in Gehölzen installiert, um vor allem Grasmücken, Laubsänger, Rohrsänger oder Schnäpper zu fangen, die mithilfe von elektronischen Lockgeräten angelockt werden. Auf Zypern landen die Vögel anschließend auf dem Schwarzmarkt und werden dort als Delikatesse „ambelopoulia“ angeboten. Nach einer Meldung von einer lokalen Behörde wurde nun zusammen mit den Jagdaufsehern in der Nähe der Stadt Paralimni einer der Fänger auf frischer Tat erwischt und damit der erste Wilderer unseres jährlichen Frühlingscamps auf Zypern überführt. Dabei wurden 50 Leimruten beschlagnahmt, vier Mönchsgrasmücken und ein Weidensperling gerettet und anschließend freigelassen. Obwohl das Fangen von Vögeln auf Zypern zu jeder Zeit streng verboten ist, sind die Bußgelder im Frühjahr (außerhalb der erlaubten Jagdsaison) deutlich höher als im Herbst und Winter. So muss der Mann nun eine Geldstrafe von 9.200 € zahlen. Wir hoffen, dass die Höher der Strafe weitere Vogelfänger abschreckt. Aktuell werden mehrere Fallenstellen von unseren Teams geprüft.


19.04.2022, Malta

Geschossene Rohrweihe auf Malta, Archivbild
Geschossene Rohrweihe auf Malta, Archivbild

Unsere Kollegen von BirdLife Malta dokumentierten gestern einen Massenabschuss von Rohrweihen an ihrem Schlafplatz bei Delimara auf Malta.
BirdLife hatte uns informiert, dass die Notfalleinheit der maltesischen Polizei gestern Abend nur zögerlich auf die Meldung der Abschüsse reagierte und verspätet ausrückte. Heute Morgen führte ein Team der Umwelteinheit schließlich Untersuchungen am Schlafplatz der Vögel in einem Getreidefeld durch und hat noch 5 Vögel gefunden (4 verletzt und einer tot).
Der Vorfall zeigt deutlich, dass es bei der Umsetzung der Jagdvorschriften während der diesjährigen Frühjahresjagd auf Turteltauben und Wachteln erhebliche Mängel gibt. Die Einheiten der Umweltpolizei sind aktuell nur tagsüber verfügbar, doch sie werden rund um die Uhr benötigt, falls sich dies nicht möglich ist fordern wir eine sofortige Schließung der Jagdsaison.

Auch die Teams des Komitees kontrollieren regelmäßig die Schlafplätze von Greifvögeln und Falken auf den Inseln. Erst gestern beobachteten zwei Teams einen großen Schlafplatz von mehr als 50 Rötelfalken bei Wied il-Qlejgħa und mehr als 35 Rohrweihen bei Is-Salina. Alle Vögel wurden heute Morgen beim Auffliegen beobachtet und konnten ihre Reise in Richtung Sizilien ohne dabei unter Beschuss zu geraten fortsetzen.

📹 Eine Zusammenstellung des Vorfalls bei Delimara finden Sie hier. 


17.04.2022, Malta

Verletzte Turteltaube auf Malta
Verletzte Turteltaube auf Malta

Frühlingsjagd auf die Turteltaube in Malta: Ungeachtet der europäischen Gesetzgebung und eines Bestandsrückgangs von 30 % in den letzten 15 Jahren (!) hat die maltesische Regierung wieder einmal der Jagdlobby nachgegeben und die Frühlingsjagd auf die Turteltaube zugelassen. Von heute an bis zum Ende des Monats dürfen die insgesamt 8.041 registrierten Jäger 1.500 heimkehrende Turteltauben töten. Neben der Turteltaube sind auch 2.400 Wachteln jetzt im Frühling zum Abschuss freigegeben. Mehrere Teams des Komitees sind vor Ort, um den Durchzug zu überwachen, Verstöße zu dokumentieren und illegale Abschüsse den Behörden zu melden. Bereits vor der Eröffnung der Jagdsaison für Turteltauben haben unsere Teams Dutzende Jäger in ihren Türmen beobachtet, die auf die Ankunft der Vögel warteten. Am Freitag wurde eines unserer Teams Zeuge des Abschusses eines Turmfalken in Ħal Far, in der Nähe des Flughafens bei Valletta. Gestern wurden auf der kleineren Nachbarinsel Gozo Schüsse auf Mauersegler bei den Sannap-Klippen und im Ramla-Tal auf den ersten großen Trupp Bienenfresser registriert, als die Vögel gegen den starken Ostwind ankämpften. Heute haben sich die Wetterbedingungen beruhigt und wir können eine deutliche Zunahme von Zugvögeln feststellen. Schwalben, Pieper, Steinschmätzer, Wiedehopfe, Wendehälse, Pirole, Braunkehlchen und anderen Singvögel sowie zahlreiche Rohr-, Wiesenweihen und Turmfalken nutzen die Inseln aktuell zur Rast.


15.04.2022, Zypern

Fitis an einer Leimrute auf Zypern, Arichvbild
Fitis an einer Leimrute auf Zypern, Arichvbild

Frühlingscamp auf Zypern startet: In dieser Woche beginnen unsere Frühjahrsaktionen zur Bekämpfung der Wilderei auf Zypern – insbesondere in den Bezirken Larnaca und Famagusta sowie in den britischen Hoheitsgebieten. Diese Inselbereiche bilden die ersten Rastplätze für Millionen Zugvögel, die über den östlichen Zugweg in ihre Brutgebiete nach Europa zurückkehren. Gleichzeitig ist die Region auch ein Schwerpunktgebiet der Zugvogelwilderei in Europa. In erster Linie fallen Singvögel den Wilderen zum Opfer, die erst getötet und dann auf dem Schwarzmarkt als Delikatesse „Ambelopoulia" verkauft werden. Komitee-Aktivisten aus Zypern, Slowenien, Italien und Großbritannien führen jetzt vor Ort Kontrollen durch, um illegale Fangplätze zu lokalisieren. Dabei stehen vor allem Leimruten, Stellnetze und elektronische Lockanlagen im Fokus. Ziel ist es, sie der Polizei zu melden, um so viele Wilderer wie möglich zu überführen und vor Gericht zu bringen. Unsere Teams werden auch die verbotene Jagd auf geschützte Arten überwachen und dokumentieren. Das Ende des Vogelschutzcamps ist erst Mitte Mai geplant, um die Hauptzeit des Vogelzugs vollständig abzudecken.

Unsere Vogelschutzcamps werden allein durch Spenden ermöglicht. Unterstützen Sie unsere Arbeit zum Schutz der Zugvögel, die gerade in ihre Brutgebiete zurückkehren deshalb mit einer Spende. Jeder noch so kleine Betrag hilft und wird direkt für den Schutz der Zugrouten eingesetzt. 


14.04.2022, Artenschutzbrief

Ausgabe Nr. 26 unseres Artenschutzbriefs
Ausgabe Nr. 26 unseres Artenschutzbriefs

Die neue Ausgabe unserer Mitgliederzeitschrift Artenschutzbrief ist da! Auf 26 Seiten berichten wir über unsere Projekte und Kampagnen im In- und Ausland. Unter anderem geht es um die illegale Greifvogelverfolgung in Deutschland und Europa, unsere Vogelschutzcamps im Libanon und Zypern sowie um aktuelle Entwicklungen im europäischen Zugvogelschutz.


Diese und ältere Ausgaben stehen Ihnen hier zum Durchlesen zur Verfügung.



14.04.2022, Italien

Archivbild
Archivbild

Rotkehlchen für den Kochtopf - Komitee deckt illegalen Handel mit toten Singvögeln in Norditalien auf. In der Provinz Brescia haben Mitarbeiter des Komitees und der Polizei letzte Woche einen Jäger überführt, der einen schwunghaften Handel mit gewilderten Singvögeln betrieben hat. Dreh- und Angelpunkt der illegalen Geschäfte war eine Bar in der Gemeinde Leno, wo die Tiere küchenfertig an Einheimische und interessierte „Gourmets“ verkauft wurden. Nach einer Anzeige des Komitees gegen den Vogelmord stattete die Polizei der Bar einen Besuch ab und konnte dort den Verdächtigen mit 30 toten Rotkehlchen in der Tasche auf frischer Tat überführen. Gegen den Mann wurde ein Strafverfahren wegen Wilderei und illegalen Handel mit geschützten Vogelarten eingeleitet. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm eine hohe Geldstrafe sowie der Verlust der Jagderlaubnis.


13.04.2022, Libanon

Mit Schrot beschossener Rosapelikan
Mit Schrot beschossener Rosapelikan

Pelikan aus dem Meer gerettet: Mitarbeiter des libanesischen Zivilschutzes haben gestern vor der Stadt Jounieh einen hilflos im Meer treibenden Rosapelikan geborgen und an die Mitarbeiter unserer Anti-Wilderei-Einheit (APU) übergeben. Der Vogel wurde sofort zu einem Tierarzt gebracht, wo er stabilisiert und untersucht wurde. Dabei wurden typische Schussverletzungen an der Unterseite festgestellt. Eine Röntgenuntersuchung bestätigte schließlich, dass der Vogel von insgesamt sechs Schrotkörnern getroffen und zum Absturz gebracht wurde. Experten des Komitees und unseres Partners Society for the Protection of Nature in Lebanon kümmern sich jetzt darum, dass der Vogel die nächsten Tage und Wochen übersteht. Da keine Knochen gebrochen sind, besteht eine reele Chance auf vollständige Genesung. Sobald es etwas Neues gibt, berichten wir hier darüber. Das Komitee gegen den Vogelmord und seine Partner SPNL und MESHC (Middle East Sustainable Hunting Center) führen noch bis Ende des Monats Einsätze gegen die illegale Zugvogeljagd im Libanon durch. 


09.04.2022, Malta

Bird Guards auf Malta
Bird Guards auf Malta

In dieser Woche sind auf Malta drei weitere vom Komitee gegen den Vogelmord erwischte Wilderer zu Geldstrafen verurteilt worden. Im ersten Verfahren wurde ein Jäger angeklagt, den wir April 2019 in der Nähe des Flughafens dabei filmen konnten, als er auf einen geschützten Wiedehopf schoss. Die von uns verständigte Polizei konnte den Mann kurze Zeit später stellen und seine Waffe nebst Schalldämpfer sowie einen illegalen elektronischen Lockvogel sicherstellen. Wegen versuchtem Abschuss einer geschützten Art wurde der Mann heute zu einer Geldstrafe von 1.000 Euro verurteilt. Außerdem wird ihm die Jagderlaubnis für zwei Jahre entzogen und das beschlagnahmte Gewehr wurde vom Gericht konfisziert. Im Zentrum des zweiten Verfahrens stand ein Jäger, der im September 2020 von Mitgliedern des Komitees bei der Jagd in einem Vogelschutzgebiet auf der Halbinsel Delimara gefilmt wurde. Weil die Jagd dort verboten ist und das Gericht befand, dass das von uns vorgelegte Video den Angeklagten mit Gewehr weit innerhalb der Schutzzone zeigt, wurde er zu Zahlung einer Geldstrafe von 1.500 Euro verurteilt. Auch hier wurde die zur Tatbegehung benutzte Waffe eingezogen und die Jagderlaubnis des Mannes für zwei Jahre ausgesetzt. Ebenfalls gestern verurteilt wurde ein Vogelfänger, den unsere Teams nach stundenlanger Überwachung an einem illegalen Klappnetz in Has-Saptan im November 2020 filmen konnten. Er wurde später von der Polizei identifiziert und muss nun 1.500 Euro Geldstrafe zahlen.

Während Gerichte und Strafverfolger noch an zahlreichen von uns gemeldeten Fällen arbeiten, haben die Teilnehmer unseres Vogelschutzcamps in den letzten Tagen weitere Wilderer auf frischer Tat überführt. Gestern (Freitag) gelang es, einen Jäger beim Abschuss einer geschützten Limikolenart bei Mgarr zu filmen. Er wurde von der Polizei identifiziert und muss sich demnächst vor Gericht verantworten. Am Mittwoch und Donnerstag führte ein Komitee-Team Beamte der Umweltpolizei zu mehreren Fangplätzen, wo drei riesige aktive Klappnetze abgebaut wurden. Insgesamt wurden von uns seit Anfang März 82 Fälle von illegaler Jagd und Vogelfang an die Polizei gemeldet. An 52 dieser Standorte konnte die Polizei direkt Fangutensilien, zwei Schusswaffen und Vögel beschlagnahmen. Über 100 Vögel wurden bereits wieder freigelassen. Dabei konnten bisher 34 Personen als mutmaßliche Täter ermittelt werden.


08.04.2022, Libanon

Über 40 Vögel wurden bei der Aktion sichergestellt
Über 40 Vögel wurden bei der Aktion sichergestellt

Singvögel von Leimruten im Libanon gerettet und drei Wilderer überführt: Bei Kontrollen von Mitarbeitern des Komitees, der SPNL und einer Einheit des MESHC, rund um die Küstenstadt Khalde südlich von Beirut, wurden drei Männer beim Leimrutenfang erwischt. Die Aktion ist Teil des laufenden Frühlings-Vogelschutzcamps im Libanon. Unser Team entdeckte die Wilderer, als sie die Leimruten grade in einem Baum montierten. Nachdem die Lebanese Internal Security Forces hinzugerufen wurden, konnten am Tatort 130 Leimruten, 4 elektronische Lockanlagen sowie 12 lebende Lockvögel beschlagnahmt werden. Über 30 frisch gefangene Singvögel, darunter Erlenzeisigen, Bluthänflinge, Grünfinken, Buchfinken, Mönchs-, Dorn-, Klapper- und Samtkopfgrasmücken sowie, Fitisse und Zilpzalps wurden ebenfalls beschlagnahmt. Die Vogelfänger wurden zur weiteren Befragung aufs Revier gebracht und müssen nun mit einem Strafverfahren rechnen. Zwölf Vögel waren in einem derart schlechten Zustand, dass sie die Nacht nicht überlebten. Zehn weitere konnten mittlerweile wieder freigelassen werden. Die restlichen 20 Singvögel wurden zur Pflege ins Hima-Zentrum, einer Auffangstation für Vögel der SPNL in Kayfoun im Libanongebirge gebracht. Sobald sie wieder fit sind, werden auch sie wieder in die Freiheit entlassen. 


05.04.2022, Malta

Bird Guard bei der Überwachung eines illegalen Finkenfangplatzes (im Hintergrund).
Bird Guard bei der Überwachung eines illegalen Finkenfangplatzes (im Hintergrund).

Aktionen gegen den illegalen Finkenfang auf Malta und Gozo: Obwohl die maltesische Regierung in den letzten Jahren den Fang von Finken im Herbst genehmigt hatte (unter dem Deckmantel eines „wissenschaftlichen Forschungsprojekts“), ist der Vogelfang im Frühjahr sowohl nach europäischem, als auch maltesischem Recht streng verboten. Arten wie Hänflinge, Kernbeißer, Zeisige, Buchfinken und Grünfinken sind beliebte Käfigvögel und werden auf den Inseln mit großen Bodennetzen gefangen. Kontrollen des Komitees haben nun erneut bestätigt, dass auch in diesem Frühjahr wieder zahlreiche Fangplätze illegal aktiv sind. In den letzten fünf Wochen haben sich mehr als ein Dutzend freiwillige Vogelschützer zusammengefunden, um die illegalen Fangplätze vor Ort zu untersuchen und der Umwelteinheit der maltesischen Polizei (EPU) aktive Standorte zu melden. Insgesamt haben unsere Teams bisher 26 Fangplätze auf Malta und 19 auf Gozo gemeldet, was zur Verhaftung von 33 Vogelfängern geführt hat. 49 Klappnetze und 9 elektronische Lockgeräte wurden beschlagnahmt. Weit mehr als 100 Vögel wurden sichergestellt und der Wild Bird Regulation Unit (WBRU) übergeben. 35 weitere Standorte, die nicht zugänglich waren, wurden den Behörden ebenfalls gemeldet.
Die Maßnahmen zur Eindämmung des illegalen Vogelfangs werden von uns fortgesetzt, bis sich unsere Teams auf das Überwachen der maltesischen Frühjahrsjagdsaison auf Wachteln und Turteltauben konzentrieren. Diese beginnt am 10. bzw. 17 April.


01.04.2022, Libanon

Insgesamt 16 Vögel wurden bei dem Mitglied der libanesischen Streitkräfte gefunden.
Insgesamt 16 Vögel wurden bei dem Mitglied der libanesischen Streitkräfte gefunden.

Einsatz gegen Vogelfang mit Leimruten im Libanon: An der Küste bei Batroun hat ein Team des Komitees zusammen mit der Antiwilderei-Einheit APU einen Wilderer beim Abschuss und Fang geschützter Singvögel erwischt. Um Vögel anzulocken benutzte der Mann zwei elektronische Lockgeräte und eine tote, auf einen Stock aufgespießte Bachstelze. Außerdem hatte er in einem Olivenbaum zahlreiche Leimruten angebracht. Die von uns verständigte Polizei traf innerhalb von 20 Minuten am Tatort ein und verhaftete den Wilderer. Bei der Durchsuchung seines Autos wurden ein Jagdgewehr, 50 einsatzbereite Leimruten sowie 15 frisch geschossene Vögel - Hänflinge, Stelzen, Laubsänger und ein Schwarzkehlchen - entdeckt und beschlagnahmt. Wie sich herausstellte, ist der Täter Mitglied der libanesischen Streitkräfte, der beim Wildern seine Dienst-Uniform trug. Ihm droht deshalb nicht nur eine Geldstrafe, sondern auch der Verlust seiner Pension.


31.03.2022, Bericht zum Vogelschutzcamp auf Zypern im Herbst 2021

Der Zilpzalp wurde von unseren Bird Guards gerettet.
Der Zilpzalp wurde von unseren Bird Guards gerettet.

Abschlussbericht des Komitee-Vogelschutzcamps 2021 auf Zypern veröffentlicht: Im vergangenen Herbst haben unsere Teams 140 aktive in den Regionen Famagusta, Larnaka und Dhekelia, der britischen Militärzone (ESBA) festgestellt. Zwischen September und Mitte November war ein Mitarbeiterteam sowie 14 Aktivisten aus sieben verschiedenen Ländern im Einsatz, um den illegalen Vogelfang auf Zypern zu dokumentieren und den Behörden zu melden. Zugvögel werden dort mit verbotenen elektronischen Lockanlagen angelockt und in teilweise industriellen Maßstäben mit Netzen und Leimruten gefangen, um später auf dem Schwarzmarkt als Delikatesse „ambelopoulia“ verkauft zu werden. Daneben sind auch viele andere Arten betroffen, die nicht zu den Zielarten der Vogelfänger gehören. Sie werden als lebende Zielscheiben Opfer von Abschüssen, ebenfalls verzehrt oder später als Trophäen ausgestopft. Während unseres Einsatzes konnten unsere Teams insgesamt 139 Netze und 2.473 Leimruten finden und unschädlich machen. 49 Wilderer wurden wegen des illegalen Vogelfangs und 16 wegen der illegalen Jagd von der Polizei überführt. Trotzdem stellen wir fest, dass diese kriminellen Aktivitäten auf Zypern stetig zunehmen. 

Lesen Sie den vollständigen Bericht (englisch) hier


29.03.2022, Libanon

Geretteter Gänsegeier im Libanon
Geretteter Gänsegeier im Libanon

Totgeglaubte leben länger – über Syrien abgeschossener Gänsegeier taucht dreieinhalb Jahre später im Libanon wieder auf. Im Rahmen ihres Einsatzes im Libanon haben unsere Teams und das libanesische MESHC Anti-Poaching Unit einen Gänsegeier aufgespürt, der mit Ringen der Vogelwarte in Sofia (Bulgarien) markiert war. Nachforschungen ergaben, dass der Vogel mit dem Ringcode „B6P“ im Jahr 2018 als Jungvogel in einem Nest in Bulgarien beringt und mit einem GPS-Sender „ausgerüstet“ wurde. Aufgrund der empfangenen Senderdaten ging man bisher davon aus, dass der Geier direkt auf seiner ersten Reise ins Winterquartier im November 2018 in Syrien von Wilderern getötet wurde. Nun ist klar: Der seltene Vogel hat überlebt und wurde anschließend in den Libanon gebracht, wo er nun – dreieinhalb Jahre später – lebend von uns in einem Zoo in Baalbek entdeckt wurde. Das Tier ist in einem erstaunlich guten Zustand und wurde seit einiger Zeit dort zur Schau gestellt. Der Besitzer des Zoos gab an, den Geier vor einigen Jahren verletzt erhalten und gesund gepflegt zu haben. Von uns mit der unglaublichen Lebensgeschichte „seines“ Gänsegeiers konfrontiert, willigte er schließlich ein, das Tier an uns zu übergeben. Das Tier wurde heute abgeholt und in eine Pflegestation unseres Partners - Society for the Protection of Nature in Lebanon gebracht, wo es in den nächsten Tagen von einem Tierarzt gründlich untersucht wird. Wenn die Ärzte grünes Licht geben soll „Farid“ – so wurde der Vogel inzwischen getauft - wieder ausgewildert werden und in Freiheit fliegen. Sobald das Ergebnis der Untersuchung vorliegt, werden wir hier darüber berichten.


25.03.2022, Deutschland

Mauersegler im Flug
Mauersegler im Flug

Komitee begrüßt Urteil im Sauerländer Mauersegler-Prozess – Tierquäler muss 14 Monate in Haft. Am vergangenen Dienstag musste sich ein Mann aus Olpe wegen der Tötung von Mauerseglern und einer ganzen Reihe weiterer Delikte vor dem Olper Amtsgericht verantworten. Anschließend wurde der 36-jährige Mann zu einer Haftstrafe von 14 Monaten ohne Bewährung verurteilt. Acht der 14 Monate wurden von Richter Sondermann wegen des grundlosen Tötens der Mauersegler verhängt. Der Richter sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2020 16 Mausersegler mit einer Dachlatte tötete, nachdem sich er sich mit einem Bolzenschneider Zugang zu den Kammern unter der Talbrücke Ronnewinkel (B 54) verschafft hatte. Was der bereits vorbestrafte Mann nicht wusste war, dass in den Brückenkammern Mauersegler brüteten, die im Rahmen eines Forschungsprojekts der Universität Siegen untersucht werden. Ein Mitarbeiter der Universität hatte die toten Vögel am nächsten Tag gefunden und die Polizei verständigt. Anhand von DNA-Rückständen auf der zurückgelassenen Dachlatte und Zeugenaussagen konnte der Tierquäler identifiziert werden. Vor Gericht schwieg der Mann. Das Komitee gegen den Vogelmord begrüßt dieses Urteil ausdrücklich und wünscht sich auch in anderen Bereichen der Umweltkriminalität, wie der illegalen Greifvogelverfolgung eine ähnlich deutliche Rechtsprechung.


24.03.2022, Malta

Die größte jemals von uns gefundene Fanganlage auf Malta.
Die größte jemals von uns gefundene Fanganlage auf Malta.

Schwere Zeiten für Wilderer auf Malta: Heute hat das Komitee ein Luftbild der größten jemals vom Komitee auf Malta entdeckten illegalen Vogelfanganlage veröffentlicht. Die Anlage liegt in Mqabba und ist mit fünf Paar Klappnetzen ausgestattet war, die von einem einzigen Versteck aus bedient werden können. Insgesamt haben unsere Teams in den letzten drei Tagen auf Malta und Gozo gemeinsam mit der Polizei gleich sechs Fälle von illegalem Vogelfang aufdecken und die Täter überführt. Um Grünfinken, Hänflinge und andere Finken zu fangen, benutzten die Männer riesige Klappnetze und Käfige mit zahlreichen lebenden Lockvögeln. Aus Verstecken heraus konnten unsere Aktivisten und Mitarbeiter die Taten mit Videokameras dokumentieren und Beamte der Umweltpolizei EPU (Environmental Protection Unit) zu den Fanganlagen lotsen. Die Gesamtzahl der von uns seit Anfang März auf Malta stillgelegten bzw. an die Behörden gemeldeten Vogelfang-Anlagen liegt damit bei 41. Im Rahmen der Einsätze wurden Netze und Fang-Ausrüstung im Wert von mehreren Tausend Euro sowie rund 100 lebende Finken beschlagnahmt. Alle Vögel wurden umgehend wieder ausgewildert. Die von der Polizei identifizierten Wilderer werden demnächst vor Gericht gestellt; ihnen drohen hohe Geldstrafen. Der Einsatz, an dem insgesamt 22 Freiwillige aus Deutschland, England, Spanien und Malta teilnehmen, dauert noch bis Ende April.

Lesen Sie hier unsere vollständige Pressemitteilung (englisch)


23.03.2022, Deutschland

In einem Stellnetz gefangen und ertrunkene Trauerente.
 Andreas Pretali / Sea Shepherd 
In einem Stellnetz gefangen und ertrunkene Trauerente.

Geschützte Meeresenten in Stellnetzen entdeckt: Sea Shepherd Deutschland und das Komitee gegen den Vogelmord haben neue Beweise für den Tod geschützter Seevögel durch Stellnetze in der Ostsee vorgelegt. Bei einer gemeinsamen Aktionswoche im Bereich der Hohwachter Bucht(Schleswig-Holstein) konnte das Team Ende Februar den Beifang von einer Trauerente sowie einer Eiderente dokumentieren. Beide Tiere sind in Stellnetzen ertrunken und konnten nur noch tot geborgen werden. „Die Stichprobe ist sehr klein, aber gerade deshalb sind die Ergebnisse so besorgniserregend“, sagte Florian Stadler, Kampagnenleiter Sea Shepherd Deutschland. „Wenn man unsere Funde von nur wenigen Tagen auf alle vorhandenen Netze und die gesamte Fangsaison hochrechnet, müssen wir von vielen Tausend Opfern jedes Jahr allein in der Ostsee ausgehen“. Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) stellt die Stellnetz-Fischerei eine der Hauptgefährdungsursachen für Seevögel und Schweinswale in der deutschen Ostsee dar. Die Tiere geraten bei der Nahrungssuche in die Netze und erleiden einen qualvollen Erstickungstod. Die von uns aufgefundenen Tiere, die Trauer- und die Eiderente, werden nach Angaben der HELCOM (Baltic Marine Environment Protection Commission/ Helsinki Commission, HELCOM) bereits auf der „Roten Liste“ geführt und in ihrer Art als „gefährdet“ eingestuft.  Eine der Hauptgefährdungsursachen – die Stellnetz-Fischerei – findet nach wie vor fast ungemindert statt. Anstelle von echten, störungsfreien Schutzgebieten, setzt die Politik weiterhin auf freiwillige Maßnahmen der Fischer, um Beifänge zu reduzieren und die bedrohten Tiere zu schützen. „Jedoch haben die letzten Jahre gezeigt, dass freiwillige Vereinbarungen mit der Fischereilobby nicht die gewünschte Wirkung haben“, so Komiteevorsitzender Heinz Schwarze. „Wir werden die Kooperation mit dem Komitee gegen den Vogelmord fortführen und weiterhin Beweise vorlegen, um den Schutz von bedrohten Seevögeln in Deutschland voranzutreiben und die Politik aufzufordern, endlich ernstzunehmende Schutzmaßnahmen umzusetzen, die das Artensterben hierzulande nicht nur auf dem Papier bekämpfen.“ – Manuel Abraas, Geschäftsführer Sea Shepherd Deutschland.


22.03.2022, Libanon

geretteter Häherkuckuck im Libanon
geretteter Häherkuckuck im Libanon

Großer Anti-Wilderei-Einsatz im Norden des Libanon: Nach Hinweisen einiger libanesischer Jäger hat ein Team des Komitees, zusammen mit der Society for the Protection of Nature in Lebanon und der MESHC Anti-Poaching Unit einen Einsatz, in enger Abstimmung mit den Lebanese Internal Security Forces und dem polizeilichen Geheimdienst in der nördlichen Region bei Zgharta durchgeführt. Diese Gegend gilt als Schwarzes Loch für Zugvögel und liegt in einem Bereich, der jedes Jahr von Millionen Vögeln als Korridor genutzt wird. Mehrere Jäger wurden bei der Jagd während der Schonzeit beobachtet, zeitgleich haben Tausende Zugvögel das Gebiet den ganzen Tag überflogen, darunter u. a. ein seltener Mönchsgeier, Schwarzstörche, Schlangenadler, Schreiadler und Schwarzmilane. Eine Gruppe von Wilderern wurde später dabei beobachtet, wie sie einen Häherkuckuck abgeschossen hatten und das noch lebende Tier traten und mit ihm spielten. Die Männer flüchteten, nachdem sie von unserem Team angesprochen wurden. Allerdings wurden Video- und Fotobeweise von uns an die Polizei weitergeleitet. Der noch lebende Vogel wurde später zur tierärztlichen Notversorgung an die Experten von Lebanese Wildlife übergeben. Die Ankunft des Teams hat sich offenbar schnell über die Sozialen Medien rumgesprochen, denn viele Wilderer verließen das Gebiet unmittelbar nach der Aktion. Diejenigen, die von unseren Teams und der Polizei bei der illegalen Jagd erwischt wurden, erhielten eine Verwarnung sowie Informationsflyer, in denen über die Bedeutung des Naturschutzes, das Jagdgesetz und mögliche Strafen im Falle einer Straftat aufgeklärt wird. Unsere Einsätze werden in den nächsten Wochen während des Hauptdurchzuges vieler Arten fortgesetzt.


20.03.2022, Libanon

Netze in der Größe von rund 500 m² wurden von den Teams abgebaut.
Netze in der Größe von rund 500 m² wurden von den Teams abgebaut.

Frühlingseinsätze im Libanon gestartet: Seit gestern ist ein gemeinsames Team aus Mitarbeitern und Freiwilligen des Komitees und unseren Partnerverbänden Society for the Protection of Nature in Lebanon und MESHC Anti-Poaching Unit im Zedernstaat aktiv. In den kommenden Wochen stehen auf der Agenda sowohl Treffen mit libanesischen Vollzugsbeamten, Feldarbeit zur Überwachung des Vogelzugs von Weißstörchen, Greifvögeln und anderen geschützten Arten sowie Aktionen gegen den illegalen Vogelfang in den zahlreichen bekannten Wilderei-Schwerpunktgebieten. Aufgrund der aktuellen Wetterbedingungen verläuft der Vogelzug nur sehr langsam, teilweise liegt im Gebirge auch noch Schnee. Deshalb machen in diesen Tagen tausende Weißstörche auf dem Weg in ihre Brutgebiete in Europa und Asien, Rast im Bekaa-Tal. Bei der Suche nach Fangplätzen an der Küste konnte ein Team gestern vier aktive Fangplätze bei Barja entdecken und hat diese der Polizei gemeldet. Sieben große Netze mit einer Fläche von rund 500 m² und illegale elektronische Lockgeräte wurden von der Polizei beschlagnahmt. Dabei konnten auch mehrere Grasmücken und Laubsänger aus den Netzen befreit werden. Der verantwortliche Wilderer muss wegen des Fangs von geschützten Arten eine Geldstrafe zahlen. In der Zwischenzeit konnte ein weiteres Team, welches weiter nördlich stationiert war und nach Netzen für Wachteln und Schwalben Ausschau hielt, mehrere hundert Pelikane beobachten, die ohne Zwischenfälle von Süden über Tripolis flogen. Immer mehr libanesische Jäger halten sich an die Schonzeit und melden uns oder den Behörden Fälle von Wilderei und Vogelfang. Wir ermutigen auch die libanesische Öffentlichkeit, uns diese Fälle vertraulich zu melden.


17.03.2022, Malta

Auf Malta geschossene Turteltaube, Archivbild
Auf Malta geschossene Turteltaube, Archivbild

Führt Malta die Frühlingsjagd auf die Turteltaube wieder ein? Gestern hat der maltesische Jagdbeirat für die Aufhebung des Jagdmoratoriums der Frühlingsjagd auf die hochgradig gefährdete Turteltaube gestimmt und damit für internationale Irritationen gesorgt. Das Moratorium war 2017 auf Druck der Europäischen Kommission in Malta eingeführt worden, nachdem sich der Inselstaat als einziges Land der Europäischen Gemeinschaft sich dem Verbot der Frühlingsjagd widersetzt hatte. In der EU ist die Jagd auf die im Frühling heimkehrenden Zugvögel strikt untersagt, denn jeder im Frühling getötete Vogel bedeutet ein Brutpaar weniger und damit ausbleibenden Nachwuchs. Laut unserem Partnerverband BirdLife Malta, der als einziger Teilnehmer der Abstimmung gegen die Aufhebung votiert hatte, soll die diesjährige Frühlingsjagdsaison vom 17. bis 30. April laufen und insgesamt 1.500 Turteltauben zum Abschuss freigegeben werden. Das Zeitfenster liegt mitten im Hauptdurchzug von Turteltauben auf der Insel und betrifft auch 2.400 Wachteln, die seit jeher auf Malta im Frühling gejagt werden dürfen. Die Entscheidung des Jagdbeirates muss nun von der Regierung in Valletta akzeptiert werden. In der Vergangenheit ist der Regierung den Empfehlungen jedoch stets nachgekommen und da in der nächsten Woche auf Malta Wahlen stattfinden, geht es auch um die Stimmen von rund 10.000 Jagdscheininhabern. Malta schert damit international erneut aus, nachdem Länder wie Spanien, Frankreich und die meisten italienischen Provinzen erst im vergangenen Herbst ein Jagdstopp auf für die Turteltaube eingeführt hatten. Das Komitee ist bereits seit Anfang März mit mehreren Teams auf Malta im Einsatz, um die Frühlingsjagd auf geschützte Arten und den Vogelfang zu überwachen, dabei stehen besonders die durchziehenden Turteltauben im Fokus.


15.03.2022, Malta

Die illegalen Fangplätze werden auf Malta von unseren Bird Guards bei den Beamten der Anti-Wilderei-Einheit gemeldet und anschließend abgebaut.
Die illegalen Fangplätze werden auf Malta von unseren Bird Guards bei den Beamten der Anti-Wilderei-Einheit gemeldet und anschließend abgebaut.

Erfolgreicher Einsatz gegen die Wilderei auf Malta: Obwohl sie erst seit einer Woche im Einsatz sind, haben unsere Teams auf Malta und Gozo bereits 21 illegale Fanganlagen für Finken und andere Singvögel aufgespürt und an die Behörden gemeldet. Dabei handelt es sich um bis zu 20 Meter lange Klappnetze, die von einer Fanghütte per Hand ausgelöst werden. Bei gemeinsamen Einsätzen mit der Umweltpolizei EPU (Environmental Protection Unit) wurden sieben Vogelfänger auf frischer Tat erwischt und dabei zahlreiche frisch gefangene Vögel befreit. Der illegale Fang und Verkauf von Finken ist auf Malta ein großes Geschäft, das jedes Jahr tausenden Wildvögeln die Freiheit kostet. Die gefangenen Tiere werden für rund 100 Euro pro Vogel auf dem Schwarzmarkt oder an befreundete Fänger verkauft. Unsere Bilder zeigen den Abbau eines der von uns gemeldeten Klappnetze durch die Polizei. Um weitere derartige Fanganlagen stillzulegen und die in zwei Wochen beginnende Frühlingsjagdsaison zu überwachen, wird das Komitee bis Anfang Mai mit seinen Experten und Freiwilligen vor Ort sein.


11.03.2022, Zypern

Insgesamt 107 Vögel, hier eine Singdrossel, konnten aus Fallen uns Netzen gerettet werden.
Insgesamt 107 Vögel, hier eine Singdrossel, konnten aus Fallen uns Netzen gerettet werden.

Komitee-Wintercamp auf Zypern abgeschlossen: Im Winter haben es die Wilderer auf der Insel vor allem auf Singdrosseln abgesehen, die es wegen der milderen Temperaturen zum Überwintern nach Zypern zieht. Von Dezember bis Anfang März war deshalb ein fünfköpfiges Komitee-Team mit Aktivisten aus Italien, Spanien, England und Slowenien vor Ort, um den illegalen Fang und die illegale Vogeljagd in Zyperns Südwesten zu dokumentieren. Sie haben 43 aktive Fang- und 82 illegale Jagdplätze gefunden und bei den Behörden angezeigt. 44 Netze, 144 Leimruten und 49 elektronische Lockgeräte wurden von der Polizei sichergestellt. Dabei wurden 107 Vögeln aus Fallen und Netzen befreit und 33 Wilderer konnten überführt werden (10 wegen Vogelfangs und 23 wegen illegaler Vogeljagd) – ein neuer Höchstwert während unseres Wintercamps auf Zypern. Schon in ein paar Wochen sind unsere Teams zurück. Dann startet unser Frühlingscamp zum Schutz heimziehender Gartenrotschwänze, Sprosser, Nachtigallen, Trauerschnäpper und Bienenfresser.


08.03.2022, Weltfrauentag

Unsere Aktivistinnen im Einsatz
Unsere Aktivistinnen im Einsatz

Heute ist Weltfrauentag und das Komitee möchte all den großartigen Mitarbeiterinnen und Aktivistinnen danken, die in der vordersten Linie des Vogelschutzes in Malta, Italien, Zypern, Spanien, Deutschland und im Libanon als Hauptakteure unserer Anti-Wilderer-Kampagnen arbeiten. Sie sind unermüdlich dabei, illegalen Vogelfang und -abschuss zu dokumentieren, Fallen zu beschlagnahmen oder sich den Aggressionen und Einschüchterungen von bewaffneten Wilderern zu widersetzen. So haben sie allein im letzten Jahr Tausende Zugvögeln gerettet. Danke!



08.03.2022, Deutschland

abgeschossener Seeadler in Sachsen-Anhalt
 LIFE EUROKITE 
abgeschossener Seeadler in Sachsen-Anhalt

Seeadler bei Magdeburg abgeschossen – „Flugschreiber-Daten“ überführen Jäger als Täter: Letzte Woche wurde im Altmarkkreis Salzwedel (Sachsen-Anhalt) ein streng geschützter Seeadler von einem verantwortungslosen Jäger abgeschossen. Was der Schütze nicht wusste. Der seltene Greifvogel trug einen GPS-Sender des Artenschutzprojektes Großtrappe Otis tarda - Rotmilan Milvus milvus und Co. , der – ähnlich wie ein Flugschreiber – den Verlauf der Tat genau aufzeichnete. Nach Angaben des Projektleiters Dr. Rainer Raab ist es das erste Mal, dass in Deutschland der illegale Abschuss eines Adlers mit Hilfe eines Senders minutiös und auf den Meter genau dokumentiert werden konnte. Die Auswertung der Senderdaten ergab, dass der Kadaver nach dem Tod am 24. Februar zu einem Wohnhaus transportiert und dort über Nacht aufbewahrt wurde. Nachdem eine Überprüfung ergab, dass es sich bei der Adresse um den Wohnsitz des zuständigen Jagdpächters handelte, führte die Naturschutzbehörde dort eine Kontrolle durch. Konfrontiert mit den Vorwürfen gab der 81jährige Mann zu, den Adler mit einem Jagdgewehr abgeschossen und mit zu sich nach Hause genommen zu haben. Dass der Vogel einen Sender trug, bemerkte der Mann offenbar erst am nächsten Morgen. Um die Tat zu verschleiern, so die Naturschutzbehörde, wurde der Sender am folgenden Tag an ein Stück Holz gebunden und in das Flüsschen Biese geworfen. Auch der tote Vogel wurde später in einem Gewässer „entsorgt“. Bei einer Suchaktion konnten sowohl der Adler als auch der Sender geborgen und als Beweismittel sichergestellt werden.

Seeadler gehören zu den in Deutschland streng geschützten Vogelarten und genießen eine ganzjährige Schonzeit. Das Komitee gegen den Vogelmord und haben inzwischen Strafanzeige wegen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz, das Tierschutzgesetz und das Bundesjagdgesetz erstattet. Im Falle einer Verurteilung drohen dem beschuldigten Jäger bis zu fünf Jahre Haft, eine hohe Geldstrafe sowie der Entzug des Jagdscheins. 

Lesen Sie hier die ausführliche Pressemittteilung des Komitees gegen den Vogelmord und LIFE EUROKITE


07.03.2022, Bogenfallen in Italien

Rotkehlchen in einer Bogenfalle in der Provinz Brescia
Rotkehlchen in einer Bogenfalle in der Provinz Brescia

Bogenfallen im norditalienischen Brescia: Bogenfallen, lokal auch „Archetti“, gehören zu den brutalsten Tierfallen überhaupt. Früher wurden sie in ganz Europa zum Fang von Vögeln verwendet, doch heute kommen sie nur noch in der italienischen Provinz Brescia, in den Südaplen, zum Einsatz. Dieser Fallentyp dient speziell dem Fang von Singvögeln, vor allem von Rotkehlchen, die während der Zugzeit in großen Zahlen in der Region rasten. Die gefangenen Vögel werden anschließend auf dem Schwarzmarkt verkauft oder als traditionelles Gericht, bekannt als „polenta uccelli“, verzehrt. Bogenfallen fangen nicht selektiv, sodass unsere Teams in den Bergen Brescias immer wieder geschützte Arten als Beifang in den Fallen finden. Die Fallen bestehen aus einem kleinen Stock und einer Schnur, welche den aus Metall gefertigten Bogen (traditionell aus einem Haselnussstab) unter Spannung hält. Die Fallensteller nutzen häufig rote Beeren, um Zugvögel anzulocken und sie zu animieren, sich auf den präparierten Stock zu setzen. Doch wenn sie diesen berühren, wird der Bogen schlagartig gespannt – im Bruchteil einer Sekunde hängt der Vogel plötzlich kopfüber, mit zerschmetterten Beinen in der Schlinge. So bleibt der Vogel zwar frisch bis der Vogelfänger seine Fallen kontrolliert, nicht selten hängen die Vögel aber mehrere Stunden in den Fallen und erleiden starke Qualen. Das Komitee gegen den Vogelmord führt seit Mitte der 1980er Vogelschutzcamps in der Region durch, unsere Teams suchen in den Bergen nach Fallen und melden diese den Behörden. Im Jahr 2001 wurde von uns eine Höchstzahl von 12.104 Bogenfallen in nur einer Saison eingesammelt! Als Ergebnis unserer Hartnäckigkeit waren es im vergangenen Herbst grade mal 105. So scheint es, dass diese grausamen Geräte bald gänzlich der Vergangenheit angehören. 


03.03.2022, Deutschland

In einer der Fallen gefangenen Sumpfmeise. Der Vogel konnte befreit werden.
In einer der Fallen gefangenen Sumpfmeise. Der Vogel konnte befreit werden.

Illegale Reusenfallen im Münsterland entdeckt: Im Kreis Warendorf haben Mitarbeiter des Komitees bei der Kontrolle eines verdächtigen Revieres am vergangenen Wochenende zwei illegale Lebendfallen für den Fang von Wildtieren entdeckt. Zum Zeitpunkt des Fundes wurde bereits eine geschützte Sumpfmeise in der Falle gefangen, die mit Äpfeln und Mais beködert war. Die Fanggeräte verstoßen gleich in mehrfacher Hinsicht gegen die gesetzlichen Bestimmungen in NRW, denn sie waren 1.) nicht verblendet, 2.) nicht gekennzeichnet, 3.) für den Massenfang geeignet und 4.) nicht mit einem automatischen Fangmeldesystem ausgestattet. Nach Informationen aus Jagdkreisen soll es in dem betroffenen Bereich bereits in der Vergangenheit zu Verstößen gegen Schutzvorschriften gekommen sein. Die gefangene Meise wurde von unseren Mitarbeitern befreit und die Fallen samt Standort an die Kreisverwaltung gemeldet. Leider war die zuständige Jagdbehörde nicht in der Lage, die verbotenen Fallen zeitnah sicherzustellen. Erst am heutigen Donnerstag - drei Tage nach Eingang der Mitteilung - war nach Angaben der Kreisverwaltung ein Mitarbeiter vor Ort. Zu spät, denn die Fallen waren zu diesem Zeitpunkt bereits vom Tatort entfernt worden. Ob dies Zufall war oder ob der oder die Täter vorher gewarnt wurden, ist nicht bekannt.


01.03.2022, Vogeljagd und Vogelfang allgemein

Singvögel mit Maisbrei, Italien (Archivbild)
Singvögel mit Maisbrei, Italien (Archivbild)

Warum werden Vögel gejagt?

 In den vergangenen Zeitaltern waren Wildvögel, insbesondere Zugvögel, eine wichtige saisonale Ergänzung des Speiseplans unserer Vorfahren. Auch schon zur Zeit der Römer wurden besonders bunte Singvögel wegen ihres Aussehens oder Gesangs als Haustiere und Käfigvögel gehalten. Lebende Vögel wurde bis in letzte Jahrhundert auch im Bergbau eingesetzt, um giftiges Grubengas anzuzeigen. Daneben gelten einige Arten als Schädlinge oder Konkurrenten, wie beispielsweise Greifvögel, die machen Geflügelhaltern oder Jägern ein Dorn im Auge sind. Im Laufe der Zeit haben sich deshalb viele Traditionen entwickelt, in denen die Vogeljagd und der Vogelfang eine Rolle spielt. Leider sind sie auch heute noch weit verbreitet. Vorrangig an den sogenannten Flaschenhälsen für Zugvögel im Mittelmeerraum, wo große Mengen Vögel auf engem Raum zusammenkommen, werden viele Opfer der direkten menschlichen Verfolgung. Die geschossenen oder gefangenen Vögel landen dort häufig in Kochtöpfen, Käfigen, in Trophäensammlungen oder werden als lebendige Lockvögel genutzt, um ihre Artgenossen für die Jagd anzulocken. Der Verkauf von solchen Vögeln auf dem Schwarzmarkt kann für Menschen in einigen Teile Europas ein wichtiges Einkommen darstellen. Das Komitee setzt sich seit Mitte der 1970er Jahre für die Abschaffung des Vogelfangs und der Vogeljagd ein. Weitere Informationen lesen Sie hier.


22.02.2022, Zypern

Eingesammelte Leimruten vor einem Einsatzwagen der zypriotischen Polizei
Eingesammelte Leimruten vor einem Einsatzwagen der zypriotischen Polizei

Wilderer nach Nötigung von Komitee-Aktivisten verurteilt: In der letzten Woche wurde ein Wilderer auf Zypern wegen Bedrohung von zwei Vogelschützerinnen vom Bezirksgericht in Famagusta schuldig gesprochen. Nachdem die Frauen im September 2019 an der Fangstelle des Mannes mehrere tote Vögel gefunden hatten, beschimpfte der Mann sie und drohte damit, sie mit seinem Fahrzeug zu überfahren. Vor dem Gericht gab der Mann die Vorwürfe nun zu und wurde zu einer Geldstrafe von 350 Euro verurteilt. In der Vergangenheit gab es immer wieder Schwierigkeiten mit aggressiven Vogelfängern, ab November 2021 eskalierte die Situation jedoch spürbar. Der bislang letzte Zwischenfall ereignete sich am 9. Januar als Unbekannte in Larnaca ein Einsatzfahrzeug des Komitees mit Hilfe eines Sprengsatzes zerstörten. Wir fordern von der zypriotischen Regierung einen besseren Schutz unserer Aktiven und eine entschlossenere Bekämpfung von Umweltstraftaten, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.

Lesen Sie unsere Pressemeldung in Englischer Sprache hier


16.02.2022, Italien

Screenshot aus dem Film der Überwachungskamera an der Hütte des Jägers
Screenshot aus dem Film der Überwachungskamera an der Hütte des Jägers

Vogelfänger täuscht Angriff vor und landet selbst auf der Anklagebank: In dieser Woche hat ein Gericht im norditalienischen Brescia die Klage eines Jägers abgewiesen, der behauptet hatte, er sei bei einer Kontrolle im Jahr 2020 auf dem Monte Ladino bei Lumezzane von den Beamten der Forstpolizei tätlich angegriffen worden. Stattdessen eröffnete das Gericht nun ein Verfahren gegen den Mann wegen Vortäuschung einer Straftat und Widerstand gegen die Staatsgewalt. Ausgelöst wurde der Polizeieinsatz durch eine Anzeige des Komitees gegen den Vogelmord, dessen Mitglieder in der Jagdhütte des Mannes im Herbst 2020 zahlreiche geschützte Vögel entdeckt hatten. Darauf führte die Anti-Wildereieinheit der Forstpolizei eine Razzia bei dem Verdächtigen durch, der jedoch andere Jäger zur Hilfe rief, um den Beamten den Zutritt zu seiner Jagdhütte zu verwehren. Anschließend behauptete der Mann, er sei von den Polizisten angegriffen worden. In der Folge stellten sich einige italienischen Jagdverbände auf die Seite des Verdächtigen und auch der rechtspopulistische Europaabgeordnete Pietro Fiocchi protestierte gegen die Aktion der Polizei. Das Komitee begrüßt die Entscheidung des Gerichts und hat die Forstpolizei aufgefordert, ihren Einsatz gegen den Vogelfang in den Tälern der Provinz Brescia fortzusetzen.


14.02.2022, Malta

Illegal geschossene Turteltaube. Archivbild
Illegal geschossene Turteltaube. Archivbild

Was ist eine Turteltaube wert? Oder andersherum gefragt: Was für eine Strafe ist angemessen für jemanden, der eine Turteltaube tötet? Ein Strafgericht auf Malta hat diese Frage jetzt für sich beantwortet und einen Jäger für den illegalen Abschuss einer Turteltaube zu einer Geldstrafe von 1.000 Euro verurteilt. Außerdem wurde der Jagdschein des Mannes für zwei Jahre eingezogen. Richterin Dr. Elaine Mercieca sah es als erwiesen an, dass der Mann am 20. April 2020 in der Nähe der Ortschaft Selmun eine Turteltaube zur Schonzeit erlegt hatte. Zentrales Beweismittel war ein vom Komitee gegen den Vogelmord erstelltes Video, dass den Abschuss zeigt. Das Video finden Sie hier. Das Komitee begrüßt das Urteil, auch wenn die Strafe von vielen sicher als zu niedrig empfunden wird. Grund ist, dass es sich nach maltesischem Recht "lediglich" um ein Schonzeitvergehen handelt und nicht um den Abschuss einer streng geschützten, ganzjährig geschonten Art. Turteltauben gehören auf Malta zu den jagdbaren Arten und dürfen im Herbst legal geschossen werden, nicht jedoch im Frühling, wenn sich die Vögel auf dem Weg in ihre Brutgebiete befinden. 


10.02.2022, Libanon

Wilderer mit illegal geschossenem Adlerbussard im Libanon
Wilderer mit illegal geschossenem Adlerbussard im Libanon

Trophäenjagd im Libanon: In den letzten Tagen sind uns und unseren libanesischen Partnern von MESHC Anti-Poaching-Unit Bilder zugespielt worden, auf denen ein Mann mit einer halbautomatischen Waffe und einem frisch geschossenen Adlerbussard auf der Motorhaube seines Autos posiert. Er konnte mittlerweile in Mashghara, im Bezirk West Bekaa identifiziert werden. Außerdem hat ein Bezirksrichter die Polizei angewiesen, ihn zum Verhör vorzuladen. Normalerweise können für die Tötung einer streng geschützten Art nach libanesischem Jagdgesetz eine Geldstrafe in Höhe von 6.000 Dollar und ein Monat Haft verhängt werden. Wegen der derzeitigen wirtschaftlichen Krisenlage im Land liegen die Höchststrafen allerdings nur bei rund 200 Dollar. Die Anti-Wilderei-Einheit ist ein gemeinsames Projekt des Komitees mit seinen beiden libanesischen PartnerverbändenSociety for the Protection of Nature in Lebanon und dem Middle East Sustainable Hunting Center (MESHC).


09.02.2022, Zypern

Fitis an einer Leimrute, das Foto stammt aus unserem Archiv
Fitis an einer Leimrute, das Foto stammt aus unserem Archiv

Zypern: Vogelfang hat in der heutigen Gesellschaft keinen Platz: Trotzdem hat das zyprische Parlament in den letzten zwei Jahren Lockerungen beschlossen, von denen Vogelfänger nur träumen können. So wurde die Strafe für den Fang von 14 Zugvogelarten heruntergeschraubt. Dies betrifft hauptsächlich Arten, die häufig gefangen werden, darunter Mönchsgrasmücken, Bienenfresser und Pirole. Wird man mit nur einer illegal gefangenen Singdrossel erwischt, fällt noch an Ort und Stelle ein Bußgeld in Höhe von 2.000 Euro an. Werden Fallensteller jedoch mit bis zu 50 Vögeln dieser Arten erwischt, müssen sie in Zukunft mit einer Strafe von nur noch 200 Euro rechnen. – 4 Euro pro Vogel!

Lesen Sie den vollständigen Artikel (auf Englisch) von Martin Hellicar, Direktor unseres Partnerverbandes BirdLife Zypern hier


31.01.2022, Zypern

Die Schleiereule kann schon bald wieder ausgewildert werden.
Die Schleiereule kann schon bald wieder ausgewildert werden.

Eulenrettung auf Zypern: Während des Wintercamps auf Zypern hat ein Team des Komitees in den letzten Tagen eine weitere größere Fangstelle mit vier Stellnetzen und einer elektronischen Lockanlage, nahe der Ortschaft Xylofagou entdeckt und stillgelegt. Während die hinzugerufenen Jagdaufseher auf dem Weg zum Standort waren, hatten zwei Vogelfänger angefangen, die Netze abzubauen. Nachdem unser Team die beiden Wilderer konfrontiert hatte, flüchtete einer, während sich der andere in der Umgebung versteckt hielt. Im Anschluss stellte sich der Mann den Jagdaufsehern und muss jetzt mit einer Strafe in Höhe von 7.000 Euro rechnen. Bei der Aktion konnten 20 Vögel aus den Netzen befreit werden, darunter 18 Drosseln, eine Mönchsgrasmücke sowie eine Schleiereule. Unser Team brachte die geschwächte Eule in eine Tierklinik in Nikosia, wo sie aktuell versorgt wird. Die Ärzte attestieren ihr gute Aussichten auf eine volle Genesung und eine baldige Auswilderung. 


28.01.2022, Malta

Einer der verurteilten Vogelfänger auf Malta.
Einer der verurteilten Vogelfänger auf Malta.

Urteile gegen Vogelfänger auf Malta: Vor dem Strafgericht in Valletta mussten sich heute zwei Vogelfänger verantworten, die von unseren Teams im Frühling 2020 beim illegalen Fang von Finken mit Klappnetzen beobachtet und gefilmt wurden. Nachdem die zuständige Richterin unsere Aktivisten sowie Beamte der Umweltpolizei als Zeugen gehört vernommen hatte, verurteilte sie die beiden Männer zu Geldstrafen von 2.300 bzw. 2000 Euro sowie zum Entzug ihrer Jagd- und Fanglizenzen. Unsere Bilder zeigen die beiden Angeklagten beim Einsammeln von Käfigen mit Lockvögeln.


27.01.2022, Libanon

Streifenhyänen leben in den Gebirgen Libanons. Aufgrund von Wilderei sind sie mittlerweile sehr selten geworden.
Streifenhyänen leben in den Gebirgen Libanons. Aufgrund von Wilderei sind sie mittlerweile sehr selten geworden.

Wilderer im Libanon verhaftet: Die Polizei im Bezirk West-Bekaa hat in dieser Woche drei Jäger verhaftet, nachdem die Männer in der Nähe der Stadt Kfar Zabat eine streng geschützte Streifenhyäne – das Nationaltier des Libanon - abgeschossen haben. Die Behörden wurden tätig, nachdem Mitarbeiter des Komitees und die von uns finanzierte Anti-Wilderei-Einheit (APU) den Fall zur Anzeige gebracht und Druck auf die zuständigen Behörden ausgeübt hatten. Weil die Täter den Abschuss mit ihren Mobiltelefonen selbst gefilmt und anschließend mit dem toten Tier für Fotos posierten, ist die Beweislast erdrückend. Streifenhyänen – obwohl sehr selten geworden - werden in vielen Gegenden des Libanon immer noch als Schädlinge und Unglücksbringer angesehen und deshalb regelmäßig vergiftet oder geschossen. Abgesehen von diesem traurigen Fall waren unsere Partner in den letzten Wochen vor allem mit der Rettung von Greifvögeln beschäftigt. So wurden u.a. ein Gleitaar, ein Schreiadler, eine Waldohreule und ein Adlerbussard in eine Pflegestation gebracht. Alle Vögel hatten Schussverletzungen und wurden zum Teil aus illegaler Haltung befreit. Die Anti-Wilderer-Einheit APU ist ein gemeinsames Projekt des Komitees und seiner Partner Society for the Protection of Nature in Lebanon (SPNL) und Middle Eastern Sustainable Hunting Center (MESHC).


25.01.2022, Bayern

Der Tierpräparator hatte unter anderem Eichelhäher-Präparate zum Verkauf angeboten.
 H.Glader 
Der Tierpräparator hatte unter anderem Eichelhäher-Präparate zum Verkauf angeboten.

Artenschutzkriminalität in Bayern: Ein Tierpräparator aus dem Landkreis Traunstein ist wegen illegalen Geschäften mit ausgestopften Jagdtrophäen per Strafbefehl zur Zahlung einer Geldstrafe von 1.200 Euro (120 Tagessätze zu je 10 Euro) verurteilt worden. Das Amtsgericht Traunstein sah es als erwiesen an, dass der Mann trotz bestehender Vermarktungsverbote mit ausgestopften Waldschnepfen, Reiherenten sowie Eichelhähern und Elstern Handel betrieben hatte. Laut Anklage ging es dabei vor allem um den Verkauf sowie das Anbieten von gerahmten „Schaukästen“ (siehe Foto), die als Dekorationsobjekte für 400 Euro pro Stück angeboten wurden. Ins Visier der Behörden geriet der Mann nach einem Hinweis des Komitees gegen den Vogelmord, das Verkaufsangebote des Mannes im Internet gefunden und Strafanzeige wegen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz erstattet hatte. Das Urteil ist rechtskräftig, der Mann ist damit vorbestraft. Mehr zu den Vermarktungsverboten für jagdbare Tierarten finden Sie hier.


19.01.2022, Zypern

Die Röntgenaufnahme zeigt eindeutig den Bleischrot im Bein des Flamingos.
Die Röntgenaufnahme zeigt eindeutig den Bleischrot im Bein des Flamingos.

Flamingo-Abschuss auf Zypern: Am Montag wurde ein toter Flamingo aus dem Paralimni-See im Südosten Zyperns geborgen. Untersuchungen in einer Tierklinik ergaben, dass sich im Magen des Wasservogels erhebliche Mengen an Bleischrot befanden. Offenbar hatte es der Vogel bei der Nahrungssuche im Flachwasser des Sees versehentlich verschluckt. Außerdem befanden sich mehrere Schrotkugeln in den Beinen des Tieres, die von einem direkten Beschuss stammen. Der Flamingo hatte diesen zwar überlebt, ist allerdings schließlich an den Folgen einer Bleivergiftung gestorben. Bereits im letzten Jahr wurden zwei weitere erschossene Flamingos am See gefunden. Der Paralimni-See ist ein bedeutendes Feuchtgebiet für brütende und überwinternde Wasservögel auf der Insel, allerdings wird die Wasservogeljagd immer noch von der Regierung erlaubt. Mitarbeiter des Komitees hatten am Ufer sogar eine Tontaubenschießanlage gefunden, womit der See mit Abfall und Blei verschmutzt wird. Laufende Analysen haben gezeigt, dass die obersten Sedimentschichten, die von vielen Wasservögeln zur Nahrungssuche genutzt werden, fast ausschließlich aus giftigem Schlamm und Schrotkugeln bestehen. Die Jagd mit Bleischrot am Gewässer steht ohnehin im Widerspruch zu einer EU-Entscheidung von Januar 2021, die die Verwendung von Bleischrot in der Nähe von Feuchtgebieten verbietet. Konservativen Schätzungen zufolge sterben in Europa jedes Jahr mindestens eine Millionen Wasservögel an einer Bleivergiftung.

Der Schutz von Brackwasser-Küstenseen in Zypern basiert auf wissenschaftlichen Daten und internationalen Rechtsvorschriften. Der Staat ist verpflichtet sie angemessen zu schützen. Eine ähnliche Situation trat bereits am Larnaca-See im Jahr 2020 ein, als über hundert Flamingos vergiftet aufgefunden wurden. Dennoch scheinen diese Gebiete weiterhin vernachlässigt zu werden, was der Tierwelt und dem Naturerbe Zyperns schadet.


16.01.2022, Zypern

Auf der Insel wurden bisher 28 solcher Netze abgebaut.
Auf der Insel wurden bisher 28 solcher Netze abgebaut.

Neues von unserem Wintercamp auf Zypern: Bereits seit Mitte Dezember ist ein Team des Komitees auf Zypern stationiert, um gegen den illegalen Fang und Abschuss von überwinternden Zugvögeln vorzugehen. Aktuell werden vor allem Drosseln in Massen für den Verzehr gefangen oder auf dem Schwarzmarkt verkauft. Trotz mehrerer Vorfälle, darunter der Angriff auf einen unserer Aktivisten an Heiligabend oder die Zerstörung des Einsatzfahrzeugs durch einen pyrotechnischen Sprengsatz, bleibt unser Team weiter vor Ort. In den letzten zwei Wochen wurde nur wenig Fangaktivität verzeichnet, sodass vor allem die Jagd mit illegalen elektronischen Lockanlagen im Fokus stand. Aufgrund von Hinweisen des Komitees wurden so sechs Wilderer überführt. Insgesamt sind seit Mitte Dezember 21 aktive Fangplätze und 25 Stellen mit illegaler jagdlicher Aktivität bestätigt worden. 13 Strafverfahren wurden eingeleitet (4 wegen Vogelfangs und 9 wegen illegalen Jagdmethoden). Es konnten 28 Netze, 4 Leimruten und 25 elektronische Lockanlagen beschlagnahmt werden, mehr als 60 Vögel wurden aus Fallen und Netzen befreit. Trotz dieser Ergebnisse nimmt das Maß an Gewalt gegen unsere Aktivisten auf der Insel, wie berichtet, weiter zu. Wir fordern deshalb die Regierung Zyperns dazu auf, mehr Ressourcen für die Bekämpfung der Wilderei bereitzustellen und die 2019 aufgelöste Spezialeinheit der Polizei gegen Wilderei wieder einzusetzen, denn wenn die Zugvögel auf die Insel zurückkehren, wird auch die Wilderei wieder zunehmen.


14.01.2022, Deutschland

Verbreitung der illegalen Greifvogelverfolgung in Deutschland
Verbreitung der illegalen Greifvogelverfolgung in Deutschland

Neue Karte zeigt Ausmaß der illegalen Greifvogelverfolgung in Deutschland - 299 von 401 Landkreise und kreisfreie Städte betroffen. Das Komitee gegen den Vogelmord hat heute eine Karte und neue Zahlen zur illegalen Greifvogelverfolgung in Deutschland veröffentlicht. Abgebildet ist die Verteilung von 1.591 in den Jahren 2005 bis 2021 von unserer Erfassungsstelle EDGAR erfassten Fällen auf Kreisebene. Dabei handelte es sich hauptsächlich um nachgewiesene Tötungen bzw. gezielte Nachstellungen mit Gift, Fallen und Schusswaffen, bei denen insgesamt 2.166 Habichte, Bussarde, Rotmilane, Wanderfalken und andere Greifvögel getötet oder verletzt wurden. Die Karte zeigt deutlich, dass es sich dabei um ein bundesweites Problem handelt. Von den 401 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten sind 299 betroffen, bei den großflächigen Landkreisen sind es 85 %. In Nordrhein-Westfalen sind mit 640 besonders viele Fälle bekannt geworden. Bayern liegt mit 219 Fällen auf dem zweiten Platz, Brandenburg und Niedersachsen verzeichnen 136 bzw. 117 Fälle. Auf Kreisebene ist der Kreis Heinsberg im Westen von NRW mit 75 registrierten Fällen trauriger Spitzenreiter. Es folgen mit Steinfurt (55) und Warendorf (53) zwei Kreise aus dem Münsterland. Außerhalb von Nordrhein-Westfalen sind die Kreise Uckermark in Brandenburg (40), Dithmarschen in Schleswig-Holstein (21) und Dingolfing-Landau (16) in Bayern besonders stark betroffen. Für das Jahr 2021 sind bisher 78 bestätigte Fälle bei EDGAR registriert worden. Zu beachten ist die hohe Dunkelziffer. Da die meisten Taten an abgelegenen Orten oder auf Privatgelände begangen werden, gehen unsere Experten davon aus, dass mehr als 90 % aller Nachstellungen unentdeckt bleiben. Falls Ihnen Fälle von illegaler Greifvogelverfolgung bekannt sind, die nicht auf der Karte angezeigt sind (z. B. in Kreisen mit bisher keinem Nachweis), bitten wir Sie diese an unsere Erfassungsstelle (Mail an edgar@komitee.de) zu melden. Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf www.greifvogelverfolgung.de


10.01.2022, Zypern

Komitee-Fahrzeug durch illegalen Sprengkörper auf Zypern beschädigt: Gestern Abend wurde einer unserer Wagen auf der Mittelmeerinsel von Unbekannten durch einen Sprengsatz schwer beschädigt, der an der Windschutzscheibe angebracht worden war. Unser Team ist seit Mitte Dezember auf Zypern im Einsatz und hauptsächlich damit beschäftigt den illegalen Vogelfang zu dokumentieren und melden. Dieser Vorfall ist der jüngste in einer ganzen Serie von gewalttätigen Übergriffen und Morddrohungen auf unsere Teams durch kriminelle Banden. Zuvor hatte an Heiligabend ein polizeibekannter Wilderer einen Mitarbeiter des Komitees ins Gesicht geschlagen und die Beamten bedroht, nachdem sein Fangplatz gefunden wurde. Im November hatten bereits drei maskierte Fallensteller einen unserer Aktivisten fast bewusstlos geschlagen. Diese Vorfälle bestätigen, dass die vor drei Jahren von der Regierung aufgelöste Anti-Wilderei-Einheit der Polizei dringend wieder eingesetzt werden muss, um die immer größeren Probleme des Vogelfangs durch kriminelle Banden zu bekämpfen.