Komitee gegen den Vogelmord e.V. Committee Against Bird Slaughter (CABS)

Komitee gegen den Vogelmord e. V.
Committee Against Bird Slaughter (CABS)

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Vogelschutz-Blog

Mit unseren Beiträgen in den Sozialen Medien immer auf dem Laufenden bleiben - und das ganz ohne Datenschutzbedenken: Wer einen Bogen um Facebook, Instagram, Twitter & Co macht, bleibt hier trotzdem gut informiert. Im Vogelschutz-Blog finden Sie immer alle Facebook-Beiträge des Komitees gegen den Vogelmord.


17.04.2021, Zypern

Gefiederreinigung einer durch Leimruten völlig verklebten Mönchsgrasmücke (Zypern April 2021)
Gefiederreinigung einer durch Leimruten völlig verklebten Mönchsgrasmücke (Zypern April 2021)

8.400 € Strafe für Vogelfänger: Bei unserem gerade erst gestarteten Vogelschutzcamp auf Zypern haben wir direkt klar gemacht, dass mit uns nicht zu spaßen ist. An einer schon länger bekannten Fangstelle unweit von Agia Napa haben wir einen Wilderer mit 55 Leimruten erwischt. Der Mann konnte in Kooperation mit der Jagdaufsicht auf frischer Tat überführt werden und muss aufgrund der im Frühling relativ hohen Strafen 8.400 € zahlen! Insgesamt konnten wir 20 Vögel freilassen - vor allem Mönchs- und Klappergrasmücken, sowie ein Chamäleon. Eine der Mönchsgrasmücken war derart verklebt, dass wir sie zur Reinigung ins Hotel mitnehmen mussten (Foto). Sie hat die Aktion aber gut überstanden und konnte direkt wieder freigelassen werden.

Der diesjährige Frühlingseinsatz des Komitees gegen den Vogelmord auf Zypern findet unter erschwerten Corona-Bedingungen statt. Wir haben es aber geschafft, eine Präsenz während der gesamten Zugzeit zu gewährleisten.


15.04.2021, Niedersachsen und Schleswig-Holstein

Bei Osnabrück im April 2021 sichergestellter Habichtfangkorb
Bei Osnabrück im April 2021 sichergestellter Habichtfangkorb

Habichtfallen bei Taubenzüchtern gefunden: Nach einem Hinweis des Komitees gegen den Vogelmord hat die Polizei gestern im Osnabrücker Land (Niedersachsen) eine illegale Greifvogelfalle sichergestellt. Der mit einer lebenden Brieftaube beköderte Habichtfangkorb war an einem Taubenschlag aufgestellt worden, dessen Besitzer sich in Zeitungsartikeln seiner zahlreichen Preise und Prämien, die er mit den Tauben gewonnen hat, rühmt. Das Foto im Fahrzeug zeigt die gestern sichergestellte Falle. Kurz zuvor hatte das Komitee bereits Anzeige wegen des illegalen Fangs eines Sperbers bei Bad Bramstedt (Schleswig-Holstein) erstattet. Auch hier hatte ein Taubenhalter einen Habichtfangkorb gleichen Bautyps in Benutzung (siehe Fotos mit den Mülltonnen). Die Polizei hat Ermittlungen gegen die mutmaßlichen Täter aufgenommen. Damit haben wir bundesweit in diesem Jahr bereits 25 Fälle illegaler Greifvogelverfolgung erfasst.


13.04.2021, Bayern

Polizisten stellen Bussard bei Straubing sicher (April 2021)
Polizisten stellen Bussard bei Straubing sicher (April 2021)

Neue Daten zu illegalen Vogel-Verfolgungen in Bayern veröffentlicht: 185 registrierte Fälle seit 2010. Das Komitee gegen den Vogelmord hat seit dem Jahr 2010 insgesamt 185 Fälle illegaler Greifvogelverfolgung mit mehr als 450 Opfern im Freistaat registriert. Dabei handelte es sich 92 Mal um gezielte Vergiftung, 30 Mal um Abschuss, 28 Mal um Fang bzw. Nachstellen mit verbotenen Fallen und 35 Mal um sonstige Tatbestände wie illegaler Besitz und Vermarktung oder die mutwillige Zerstörung von Nestern. Besonders stark betroffen sind die Landkreise Landshut (13 Fälle seit 2010), Dingolfing (11 Fälle), Straubing-Bogen (10 Fälle) und Freising (8 Fälle). Aktuell besonders betroffen ist der Landkreis Straubing-Bogen, wo bereits im März tote Bussarde, ein Silberreiher und verdächtige Köder gefunden wurden. Am vergangenen Freitag (9. April) wurde dort von Mitarbeitern des Komitees ein weiterer toter Greifvogel entdeckt und von der Polizei geborgen (siehe Fotos). Die Kadaver werden im Moment in Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München auf Giftrückstände untersucht.

Unsere vollständige Pressemitteilung zum Thema finden Sie hier.


11.04.2021, Italien

Screenshot eines Jäger-Videos vom November 2020, zu sehen sind unter anderem illegal geschossene Brandenten (die hellen Vögel im Vordergrund)
Screenshot eines Jäger-Videos vom November 2020, zu sehen sind unter anderem illegal geschossene Brandenten (die hellen Vögel im Vordergrund)

Platzverweis für italienische Vogeljäger: In der süditalienischen Provinz Caserta (bei Neapel) hat die Staatsanwaltschaft zwei Vogeljägern einen Platzverweis für das gesamte Provinzgebiet erteilt. Die beiden Männer hatten im November 2020 über 70 Wasservögel geschossen – neben jagdbaren Schnatter-, Krick- und Löffelenten hatten sie auch 8 streng geschützte Brandenten getötet. Die 39 und 49 Jahre alten Täter hatten sich in einem Video, das sie unvorsichtiger Weise in einer WhatsApp-Gruppe geteilt hatten, großmäulig der Taten gerühmt (das Foto ist ein Screenshot, die weißen Vögel im Vordergrund sind die Brandenten). Das Video wurde einem Mitglied des Komitees gegen den Vogelmord zugespielt, der die Umwelteinheit der Carabinieri einschaltete. Die stellte bei einer Haudurchsuchung Jagdwaffen, Munition, ein Lockgerät und Mobiltelefone sicher. Besonders delikat: Bei den Ermittlungen kam heraus, dass das Video im Haus eines Staatsanwaltes aufgenommen wurden und dass dieser auch Miteigentümer des Jagdteiches ist, an dem die illegale Vogeljagd stattgefunden hatte! Der Platzverweis für die beiden Jäger ist der Auftakt des Strafverfahrens – demnächst ist noch mit einer Verurteilung wegen Wilderei zu rechnen, und auch dem Staatsanwalt droht Ungemach. Der Jagdteich wurde indes bereits der italienischen Vogelschutzliga LIPU zur Pflege überlassen.


10.04.2021, Malta

Maltesischer Jäger
Maltesischer Jäger

Heute startet auf der Mittelmeerinsel Malta die nach EU-Recht eigentlich illegale Frühlingsjagd auf Wachteln. Der Zugvogel, der in diesen Tagen aus dem afrikanischen Winterquartier in die mittel- und osteuropäischen Brutgebiete zieht, ist in vielen Ländern der EU gefährdet. Da jetzt kurz vor Beginn der Brut jeder geschossener Vogel den Verlust eines Brutpaares bedeutet, ist die Jagd im Frühling in ganz Europa generell verboten. Die maltesische Regierung schert sich aber nicht um internationales Naturschutzrecht und hat eine Sonderregelung bis 30. April erlassen. Ihre Argumentation: Weil im Herbst angeblich zu wenige Wachteln über Malta ziehen, müssen die Jäger eben jetzt im Frühling schießen dürfen. Damit die für solche Ausnahmen geforderte „geringe Menge“ eingehalten wird, dürfen die 8.000 Jäger nur 2.400 Wachteln schießen – jeder Jäger geht also 20 Tage auf die Pirsch, um 0,3 Wachteln schießen zu dürfen. Besonders absurd: Um das Limit zu überwachen, müssen die Jäger bei jeder geschossenen Wachtel eine SMS an die Regierung senden! Damit nicht – wie sonst üblich – auch Greifvögel und andere geschützte Arten unter Beschuss geraten, hat das Komitee gegen den Vogelmord wieder ein Team auf der Insel im Einsatz, das die Schlaf- und Rastplätze von Rohr- und Wiesenweihen, Baumfalken und Wespenbussarden überwacht.


08.04.2021, Pressebericht

Die renommierte britische Zeitschrift The Guardian berichtet aktuell ausführlich über die Arbeit des Komitees gegen den Vogelmord für einen besseren Zugvogelschutz in der norditalienischen Provinz Brescia. 

Den lesenswerten Artikel finden Sie hier: 

Snared: catching poachers to save Italy´s songbirds


06.04.2021, Libanon

Von Leimruten befreite Samtkopfgrasmücke (Libanon, April 2021)
Von Leimruten befreite Samtkopfgrasmücke (Libanon, April 2021)

Vogelfang im Libanon: Unsere Kollegen vom libanesischen MESHC ist es gelungen, eine große Fangstelle für den Singvogelfang stillzulegen. Nach dem Hinweis eines Jägers konnten die Naturfreunde zusammen mit der hinzugezogenen Polizei in dem Olivenhain 40 Leimruten sicherstellen - einige Vögel wurden befreit, darunter eine Samtkopfgrasmücke. Die Fanggeräte waren mit Tierhaaren beködert, die die Vögel jetzt zum Beginn der Brutzeit zum Nestbau sammeln und dabei auf den tückischen Klebfallen hängen bleiben. Von dem Täter fehlt jede Spur, die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

Singvögel sind im Libanon beliebte Delikatessen. Während verschiedene Drosseln, Buchfinken und Kalanderlerchen im Herbst eine reguläre Jagdzeit haben, sind Grasmücken, Rotschwänze, Schnäpper und Rohrsänger streng geschützt. Die Verwendung von Vogelfallen ist im Libanon ebenso verboten wie die Jagd im Frühling.


04.04.2021, Nordrhein-Westfalen

An der Lippe bei Vinnum im März 2021 vergifteter Mäusebussard
An der Lippe bei Vinnum im März 2021 vergifteter Mäusebussard

Greifvogelverfolgung im Ruhrgebiet: An der Lippe bei Datteln (Nordrhein-Westfahlen) haben Mitglieder des Komitees gegen den Vogelmord vor einigen Wochen einen toten Mäusebussard geborgen. Das Tier lag an einer Stelle unweit der Überführung des Dortmund-Ems-Kanals, wo kurz zuvor ein Hund mit Vergiftungserscheinungen aufgefallen war. Das Ergebnis des vom Komitee gegen den Vogelmord beauftragten Labors liegt nun vor - der geschützte Vogel wurde mit einem verbotenen Insektizid vergiftet. Die Fundumstände und der Wirkstoff sprechen für eine gezielte Giftattacke auf Greifvögel. Wer im Umfeld der Kreuzung von Lippe und Dortmund-Ems-Kanal westlich von Vinnum verdächtige Beobachtungen gemacht hat, kann uns gerne unter info@komitee.de Hinweise zukommen lassen.


03.04.2021, Italien

In einer Schlagfalle gefangenes Rotkehlchen (Ponza, April 2021)
In einer Schlagfalle gefangenes Rotkehlchen (Ponza, April 2021)

Rotkehlchenfänger in Italien erwischt: Bei einem Einsatz des Komitees gegen den Vogelmord auf der italienischen Mittelmeerinsel Ponza konnten zwei Wilderer überführt werden. Die Männer hatten Schlagfallen für Singvögel aufgestellt - in dieser Zeit im Jahr werden vor allem Rotkehlchen gefangen. Die Polizei hat 18 Fallen sowie 7 frisch gefangene Vögel (5 Rotkehlchen und zwei Gartenrotschwänze, siehe Fotos) sichergestellt, 5 weitere Schlagfallen wurden von den Komitee-Mitarbeitern abgebaut. Ponza ist einer der Brennpunkte der Wilderei in Süditalien. Dass wir dieses Mal nur zwei aktive Fangstellen gefunden haben, ist ein tolles Ergebnis unserer jahrelangen Arbeit auf dem kleinen Eiland, auf dem früher hunderte Wilderer ihr Unwesen getrieben haben.


02.04.2021, Hessen

Wenn Graureiher in ein Abzugeisen geraten, wird ihnen der Schnabel abgehackt. Das Foto stammt von einem Fall im Jahr 2014, © Frank Drutkowski.
 Frank Drutkowski 
Wenn Graureiher in ein Abzugeisen geraten, wird ihnen der Schnabel abgehackt. Das Foto stammt von einem Fall im Jahr 2014, © Frank Drutkowski.

Fischteichbetreiber wollten Graureihern die Schnäbel abhacken: Im osthessischen Breitenbach (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) hat ein Komitee-Mitglied am gestrigen Gründonnerstag in einem Fischteich drei "Unterwasserfallen" entdeckt. Die Abzugeisen waren einige Zentimeter unter der Wasseroberfläche aufgestellt und mit Plastikforellen beködert. Ein Nahrung suchender Graureiher wäre nicht in die Fallen hineingetreten und mit dem Fuß gefangen worden, sondern hätte versucht, den Fisch zu erbeuten und wären dann mit dem Schnabel in das zuschlagende Fangeisen geraten. Mit abgeschlagenem Schnabel wäre er entkommen und nach einigen Tagen elendig verhungert (das Foto eines derart misshandelten Reihers stammt von einem Fall in Brandenburg aus dem Jahr 2014, © Frank Drutkowski). Die vom Komitee gegen den Vogelmord informierte Polizei konnte die drei Fallen sicherstellen, obwohl einer der mutmaßlichen Täter noch versucht hatte, sie mit einer Stange in tieferes Wasser zu schieben. Gegen mindestens zwei Männer wurden Ermittlungen wegen des Verdachtes auf Wilderei eingeleitet.


01.04.2021, Artenschutzbrief

Die neue Ausgabe unserer Mitgliederzeitschrift Artenschutzbrief ist da! Auf 25 Seiten berichten wir über unsere Projekte und Kampagnen im In- und Ausland. Unter anderem geht es um die Wasservogeljagd im Po-Delta (Norditalien), unser Projekt ORPHEUS in Spanien, den illegalen Handel mit geschossenen Vögeln in Deutschland, die Komitee-Vogelschutzcamps auf Zypern und es gibt ein ausführliches Interview mit dem US-amerikanischen Schriftsteller und Vogelfreund Jonathan Franzen.

Sie können die Zeitschrift hier herunterladen.


28.03.2021, Deutschland

Habichtfangkorb mit gefangenem Bussard (Soest, März 2021)
Habichtfangkorb mit gefangenem Bussard (Soest, März 2021)

Greifvogelverfolgung: Die Meldung neuer Fälle illegaler Greifvogelverfolgung in Deutschland reißt nicht ab.

Ganz aktuell ist der Fund eines Habichtfangkorbes mit einem frisch gefangenen Mäusebussard bei Lippstadt im Kreis Soest (Nordrhein-Westfalen). Die Falle war mit zwei Wachteln beködert, von der eine bereits gestorben war (siehe Foto).

Aus Bad Bramstedt/Schleswig-Holstein wurde uns der Fang eines Sperbers mit einem Habichtfangkorb gemeldet, hier ist der Täter (ein Kleintierhalter) überführt. Bei Bonn wurde ein Habicht mit völlig zerstörtem Gefieder gefunden - er war scheinbar aus einer illegalen und sicher nicht fachgerechten Haltung entkommen. Aus Bayern meldet der LBV eine ganze Serie von Greifvogelvergiftungen im Raum Straubing. Insgesamt hat das Komitee gegen den Vogelmord in seiner bundesweiten Erfassungsstelle für das Jahr 2021 bereits 18 Fälle illegaler Greifvogelverfolgung aufgenommen.


26.03.2021, Italien

Geschossener Bergfink
Geschossener Bergfink

Italien - Rechtspopulisten wollen Vogelfang erlauben: Die jagdfreundliche Lega hat erneut versucht, in der norditalienischen Lombardei die EU-Vogelschutzrichtlinie auszuhebeln. Netze zum Fang von Drosseln sollten nach den Plänen der Rechtsradikalen ebenso erlaubt werden wie die Jagd auf europaweit geschützte Stieglitze, Grün-, Buch und Bergfinken (Foto: geschossener Bergfink). Zusammen mit seinen Partnerverbänden in Italien - allen voran LAC, LAV, Legambiente und WWF - hat das Komitee gegen den Vogelmord in den letzten Tagen ein Positionspapier für eine Anhörung der lombardischen Regierung in Mailand ausgearbeitet und den Abgeordneten im Regionalparlament übergeben. Auf der Anhörung der drei Koalitionspartner in der Lombardei - Lega, Forza Italia und Fratelli d´Italia - am gestrigen Donnerstag haben die Sachverständigen lange über die Vogelfangpläne diskutiert. Vor allem in Anbetracht der von uns vorgetragenen rechtlichen Bedenken wurden die Pläne wieder verworfen, der Vogelfang und die Finkenjagd sind damit erst einmal wieder vom Tisch. Die EU-feindliche und Lega versucht immer wieder, mit Attacken gegen EU-Naturschutzrecht bei ihren Wählern zu punkten.


24.03.2021, Malta

Im März 2021 bei Vogelfängern auf Malta sichergestellte Lockvögel
Im März 2021 bei Vogelfängern auf Malta sichergestellte Lockvögel

Fischadler-Abschuss und illegaler Vogelfang auf Malta: In den letzten Tagen haben sich die Ereignisse auf Malta überschlagen. Nachdem einheimische Vogelfreunde am Wochenende in Delimara den Abschuss eines Fischadlers mit der Kamera dokumentieren konnten, wurde gestern bei Mtarfa ein frisch angeschossener Schwarzmilan gefunden. Der Vogel wurde von Experten unseres Partners Birdlife Malta geborgen und in eine Pflegestation gebracht. Die Teams des Komitees haben seit Mitte März insgesamt 13 Fälle von illegalem Vogelfang bei der Polizei zu Anzeige gebracht. 6 Wilderer konnten auf frischer Tat von der Polizei erwischt und insgesamt 12 große Fangnetze beschlagnahmt werden. Außerdem wurden durch die Behörden seit Beginn der Einsätze mehr als 130 lebende Lockvögel beschlagnahmt. Das Foto zeigt unser Team bei der Freilassung von Hänflingen.


23.03.2021, Deutschland

Auszüge aus dem Angebot eines Trophäenhändlers aus Niedersachsen
Auszüge aus dem Angebot eines Trophäenhändlers aus Niedersachsen

Schwunghafter illegaler Handel mit Krähen für die Gothic-Szene. Ein Jäger aus dem Emsland muss sich wegen mehr als 250 Verstößen gegen das Bundesnaturschutzgesetz verantworten. Das Komitee gegen den Vogelmord hat Strafanzeige gegen den Mann aus Lingen (Niedersachsen) erstattet, weil dieser im Internet einen schwunghaften Handel mit Krähenschädeln, -füßen und-flügeln betrieben hat. Insgesamt geht es um mehr als 250 einzelne Verkäufe, darunter als „Bruchware“ angebotene Schädel, Flügelpaare oder zu Ketten verarbeitete Krähenfüße. Grundlage der Anzeige sind die Vermarktungsverbote des Bundesnaturschutzgesetzes, die auch für alle heimischen Rabenvögel gelten. Bei einer Hausdurchsuchung wurden letzte Woche noch 19 Flügelpaare, einige Schädel sowie weitere Beweismittel von den Behörden sichergestellt. Verkauft wurde die geschmacklose Ware hauptsächlich an Anhänger der Gothic- und Indianistenszene, bei denen Krähen bzw. daraus hergestellte Accessoires sehr beliebt sind. „Bitte beachten Sie, dass die Krähe nicht vom Himmel gestreichelt wurde, sondern von mir in meinem Revier erlegt wurde“, so der Hinweis des Jägers unter seinen Verkaufsangeboten. Weil er die Vögel trotzdem nicht vermarkten darf, wurde gegen den Mann ein Strafverfahren eingeleitet. Im Falle einer Verurteilung drohen ihm eine hohe Geldstrafe sowie der Entzug des Jagdscheins.


22.03.2021, Libanon

Bergung eines angeschossenen Weißstorches im Libanon (März 2021)
Bergung eines angeschossenen Weißstorches im Libanon (März 2021)

Störche im Kreuzfeuer: Im Libanon sind am Wochenende mehrere große Schwärme von Weisstörchen unter Beschuss geraten. Wie die vom Komitee finanzierte Anti-Wilderer-Einheit unserer Partner SPNL und MESHC berichtet, wurde am Freitag in der Nähe eines Rastplatzes im Bekaa-Tal eine Gruppe bewaffnete Wilderer gestoppt, die einen angeschossenen Weißstorch auf einem Motorrad transportierte. Der Vogel wurde aus der Gewalt der Männer befreit und zu einem Tierarzt gebracht. Gestern verfolgte unser Team einen weiteren großen Schwarm die Küste entlang bis auf Höhe der Stadt Byblos, wo zahlreiche Schüsse auf den Schwarm abgegeben wurden. Da die Vögel zu diesem Zeitpunkt noch sehr hoch flogen, wurde kein Tier getroffen. Weniger Glück hatten dutzende Störche, die am Sonntag beim Abflug von einem Schlafplatz bei Akkar im Norden mit Maschinengewehren abgeschossen wurde. Bilder des Zwischenfalls sind inzwischen in Sozialen Medien aufgetaucht und wurden von unseren Partnern an die Behörden weitergeleitet. Leider wurde unser Team, das bereits auf dem Weg nach Akkar war, in letzter Minute vom libanesischen Militär zurückgerufen. Grund ist die angespannte Sicherheitslage in dem teilweise noch von Islamisten kontrollierten Distrikt.


20.03.2021, Libanon

Mitglieder von SPNL und MESHC bei einem Treffen mit dem Bürgermeister der Stadt Anjar, Vartkes Khoshian (Mitte)
Mitglieder von SPNL und MESHC bei einem Treffen mit dem Bürgermeister der Stadt Anjar, Vartkes Khoshian (Mitte)

Komitee-Vogelschutzcamp im Libanon hat begonnen: Seit gestern sind Mitglieder unserer libanesischen Partnerverbände SPNL und MESHC im Bekaa-Tal im Einsatz. Das Gebiet an der syrischen Grenze gehört zu den Brennpunkten der Wilderei im Frühling - vor allem Störche, Rohr- und Wiesenweihen sowie Schwalben und andere Singvögel werden hier nach wie vor in großem Umfang illegal geschossen. Mit Finanzierung durch das Komitee gegen den Vogelmord werden die beiden Teams die Schlaf- und Rastplätze der Zugvögel überwachen. Neben der praktischen Arbeit stehen auch Gespräche mit Lokalpolitikern auf dem Programm. So hat es bereits ein Treffen mit dem Bürgermeister der Stadt Anjar, Vartkes Khoshian (auf dem Gruppenfoto in der Mitte) gegeben. In Anjar ist die Jagd auf den streng geschützten Wespenbussard sehr verbreitet - Bürgermeister Khoshian hat seine Unterstützung im Kampf gegen die Wilderei zugesagt. Wir wünschen unseren libanesischen Freunden viel Erfolg und hoffen, bald auch wieder Komitee-Mitglieder aus Europa in den Zedernstaat schicken zu können.


19.03.2021, Malta

Wilderer beim Abbau seiner Lockvögel (Malta, März 2021)
Wilderer beim Abbau seiner Lockvögel (Malta, März 2021)

Auf Malta sind Polizisten und Komiteemitglieder erfolgreich gegen illegale Vogelfänger vorgegangen. In den letzten Tagen wurden insgesamt sechs schwere Verstöße von unseren Teams beobachtet und zur Anzeige gebracht. Der Polizei gelang es, drei Wilderer auf frischer Tat zu erwischen und Netze sowie weitere Fang-Ausrüstung zu beschlagnahmen. Ein vierter Täter konnte vor Eintreffen der Polizei flüchten, wurde aber vorher von uns gefilmt und wird vermutlich bald identifiziert werden. An den kontrollierten Fangplätzen wurden Käfige mit insgesamt 20 lebenden Buchfinken, Zeisigen und Hänflingen sichergestellt. Während die Vögel mittlerweile wieder in Freiheit fliegen, müssen sich die Vogelfänger demnächst vor Gericht verantworten. Das Komitee lobte die Polizei für ihr schnelles Eingreifen, kritisierte aber gleichzeitig das Totalversagen der Behörden im Kampf gegen den illegalen Vogelhandel.

Komiteesprecher Axel Hirschfeld forderte die Regierung dazu auf, endlich mit Nachdruck gegem angebliche "Züchter" vorzugehen und eine Kennzeichnungs- und Meldepflicht für alle betroffenen Arten einzuführen.


18.03.2021, Zypern

Aus einem Netz befreite Mönchsgrasmücke
Aus einem Netz befreite Mönchsgrasmücke

Lockdown und niedrige Strafen fördern die Wilderei! Auf Zypern beobachten wir eine dramatische Entwicklung. Während die Verwendung von Netzen für den illegalen Vogelfang aufgrund hoher Strafen zurückgeht, verlegen sich immer mehr Wilderer auf die Verwendung ebenfalls verbotener Leimruten oder der Flinte. Die Strafen für Leimruten und illegale Jagd sind so niedrig, dass diese Form der Umweltkriminalität durch die Politik gefördert wird. Die Kontrollen durch die Behörden sind ohnehin auf ein Mindestmaß reduziert und jetzt zu Pandemiezeiten sogar noch weiter zurückgefahren. In einem vom Komitee gegen den Vogelmord heute vorgelegten Bericht zur Jagdsaison von September bis November 2020 können wir mit insgesamt 383 Fällen eine deutliche Zunahme der Wilderei belegen – so schlimm war es zuletzt im Jahr 2016. 1.987 Leimruten, 50 Netze und 121 elektronische Lockanlagen wurden im Herbst 2020 sichergestellt, 43 Wilderer auf frischer Tat überführt, 324 geschützte Vögel aus Fallen gerettet.

Unsere Pressemeldung dazu von heute findet Ihr hier (in englischer Sprache).


17.03.2021, Frankreich

Mit Leimrute gefangenen Singdrossel
Mit Leimrute gefangenen Singdrossel

Meilenstein für den Zugvogelschutz - Europäischer Gerichtshof verbietet endgültig die Leimruten in Frankreich! Nach jahrelangen Verhandlungen hat der Europäische Gerichtshof in Luxemburg heute entschieden, dass die Verwendung von Leimruten zum Fang von Drosseln in der Provence gegen die EU-Vogelschutzrichtlinie verstößt. Die Richtlinie verbietet zwar den Vogelfang bereits seit 1979, lässt aber Genehmigungen zur "Wahrung der Tradition zu". Länder wie Frankreich und Malta machen von dieser Möglichkeit umfassend Gebrauch und genehmigen ihren Jägern bis heute den Vogelfang mit europaweit längst verbotenen Methoden. Die Richter urteilten heute, dass diese Genehmigungspraxis nicht mit europäischem Recht vereinbar ist. Entscheidend war, dass bei Leimruten auch geschützte Vogelarten versehentlich mitgefangen werden und diese derart verletzt werden, dass eine Freilassung nicht mehr möglich ist. Das Urteil ist deswegen wegweisend für die zahlreichen weiteren Ausnahmegenehmigungen in Frankreich, aber auch ein starkes Signal an andere EU-Mitgliedsstaaten, die den Vogelfang immer wieder erlauben. Möglich wurde das Verfahren nur durch die Kooperation des Komitees gegen den Vogelmord mit seinem französischen Partner LPO. Wir hatten die Fangpraxis vor Ort ausführlich dokumentiert und alle Ergebnisse und das von uns erstellte Bildmaterial der LPO überlassen, die mit einer großartigen Lobbyarbeit dafür gesorgt hat, dass Frankreich vor Gericht landete. Heute ist wirklich ein guter Tag für die Zugvögel!


16.03.2021, Deutschland

Jagdhund mit apportierter Waldschnepfe
 Willi Rolfes/OKAPIA 
Jagdhund mit apportierter Waldschnepfe

Razzia bei Schleppwild-Händlern in Bayern – mehr als 150 tote Vögel beschlagnahmt. In Bayern sind nach einer Strafanzeige des Komitees die Wohn- und Geschäftsräume von zwei Tierpräparatoren durchsucht worden. Dabei wurden mehr als 150 tote Eichelhäher, Krähen und andere geschützte Vogelarten sowie Datenträger und Geschäftsunterlagen der letzten drei Jahre sichergestellt. Den Beschuldigten drohen wegen gewerbsmäßigem Handel mit besonders geschützten Tierarten hohe Geldstrafen, der gesetzliche Strafrahmen reicht bis zu fünf Jahren Haft.

Die beiden Händler aus den Landkreisen Deggendorf und Rottal-Inn sind Teil eines größeren Netzwerkes, das bundesweit und in großem Stil gefrorene Kadaver von Rabenvögeln, Enten und Waldschnepfen an Jäger und Trophäensammler verkauft hat. Insgesamt wird gegen 12 Beschuldigte aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bayern ermittelt.


14.03.2021, Italien

"Prodine" - Schlagnetz zum Fang von Drosseln (Brescia, Februar 2021)
"Prodine" - Schlagnetz zum Fang von Drosseln (Brescia, Februar 2021)

Winteraktionen in Norditalien abgeschlossen – 4 Wilderer überführt: Von Ende Januar bis Anfang März 2021 haben trotz der Corona-Einschränkungen unsere Winteraktionen im norditalienischen Brescia stattgefunden. Vier Wilderer, die in den Südalpen überwinternden Wacholderdrosseln mit Fallen und Netzen illegal nachgestellt hatten, wurden aufgrund unserer Hinweise von den Carabinieri-Forestale bzw. der Provinzpolizei überführt. Insgesamt konnten ein halbes Dutzend "prodine" (Lebendfallen zum Drosselfang, Foto), ein großes Stellnetz (Foto, mit Wacholderdrossel) und 12 Bogenfallen sichergestellt werden.

Mit dem Beginn des Frühlings endet die Fangsaison in den Bergen am Gardasee. Wenn hier im August wieder die ersten Fallen aufgestellt werden, sind wir ebenfalls wieder zur Stelle!


12.03.2021, Baden-Württemberg

Bei Heilbronn im März 2021 illegal aufgestellte Greifvogelfalle
 Tierhilfe Unterland 
Bei Heilbronn im März 2021 illegal aufgestellte Greifvogelfalle

Hühnerhalter fängt Bussard mit Schlagfalle: Ein Spaziergänger hat in einer Kleingartenanlage bei Heilbronn einen Mäusebussard gefunden, der mit einem illegalen Tellereisen gefangen war. Die von ihm informierte Polizei zog die Tierrettung Unterland hinzu, die den schwerstverletzten Vogel bergen konnte. Das mit einem Fleischstück beköderte Fanggerät hatte das linke Bein des Vogels völlig zerschlagen, so dass er leider vom Tierarzt eingeschläfert werden musste. Gegen den Besitzer des Grundstückes - einen Hühnerhalter - wurde Anzeige wegen des Verdachtes auf Tierquälerei, Wilderei und Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz erstattet. Das Komitee gegen den Vogelmord hat bei der Strafanzeige beratend mitgewirkt. Mäusebussarde unterliegen wie alle Greifvögel dem Jagdrecht und haben eine ganzjährige Schonzeit, zudem sind sie durch die Regelungen des Bundesnaturschutzgesetzes streng geschützt. Die Verwendung von Tellereisen wurde bereits im Jahr 1995 in der gesamten EU verboten. Danke an die Tierretter und die Polizei für den vorbildlichen Einsatz!


08.03.2021, Weltfrauentag

Am heutigen Internationalen Weltfrauentag möchten wir unseren Mitarbeiterinnen und Teilnehmerinnen für die tolle Arbeit danken. Bei unseren Vogelschutzeinsätzen sind sie immer an vorderster Front dabei und streiten so nicht nur für einen besseren Vogelschutz, sondern auch gegen Vorurteile und Klischees. Gleichberechtigung gehört für uns genauso zu einer besseren Zukunft wie ein Ende der Vogeljagd, denn oft sind es die gleichen unsinnigen Traditionen, die manchen "Herren der Schöpfung" den Blick vernebeln. Dabei gehen wir beim Komitee gegen den Vogelmord mit gutem Beispiel voran - 6 unserer 12 Angestellten sind Frauen. Und nicht selten sind sie die mutigsten, wenn es darum geht, kriminellen Wilderern das Handwerk zu legen.


02.03.2021, Norhein-Westfalen

Im "Giftrevier Uevekoven" im März 2021 tot aufgefundener Habicht
Im "Giftrevier Uevekoven" im März 2021 tot aufgefundener Habicht

Giftalarm in Heinsberg: In und um das Naturschutzgebiet „Tüschenbroicher Wald“ bei Wegberg-Uevekoven (Kreis Heinsberg, Nordrhein-Westfalen) sind gestern vier tote Greifvögel und mutmaßliche Giftköder gefunden worden. Die Tiere und Köder wurden gesichert und der Polizei in Erkelenz übergeben. Die aktuellen Funde sind kein Einzelfall, sondern reihen sich ein in eine ganze Serie von kriminellen Vogelvergiftungen rund um das Schutzgebiet. Zwischen 2008 und 2020 wurden hier mehr als zwei Dutzend nachweislich vergiftete Greifvögel gefunden. Um die Ermittlungen der Polizei zu unterstützen, hat das Komitee gegen den Vogelmord eine Belohnung von 5.000 Euro für Hinweise, die zur Aufklärung des Falls führen, ausgelobt.

In vergleichbaren Fällen treten neben Hühner- und Taubenhaltern immer wieder Niederwildjäger als Täter in Erscheinung. Rund die Hälfte aller in Deutschland wegen illegaler Greifvogelverfolgung rechtskräftig verurteilten Straftäter sind Jagdscheininhaber. Eine Verbindung zu einer möglichen Windkraftplanung ist in diesem Fall sehr unwahrscheinlich.


01.03.2021, Fersehtipp: Vogelmord in Norditalien

Der Iseosee gehört zu den schönsten Landschaften Italiens. Aber das Kleinod in den Alpen ist nicht nur bei Touristen beliebt, sondern auch bei Jägern. An kaum einer anderen Stelle in der EU gehen so viele Menschern mit Fallen, Netzen und der Flinte auf die Singvogeljagd. Gebratene Rotkehlchen mit Maisbrei - seit Jahrzehnten illegal - sind bis heute das traditionelle Gericht dieser Gegend. ARTE zeigt morgen (2.3.2021, 18:30 Uhr) einen Beitrag über den See und lässt dabei auch Andrea Rutigliano, den Leiter der Italienaktionen des Komitees gegen den Vogelmord, zu Wort kommen. Wer so lange nicht warten möchte, kann sich den Film auch jetzt schon anschauen, ab Minute 11:20 kommt unser Part:

Arte: "Jenseits der Alpen"


26.02.2021, Sardinien

Auf Sardinien eingesammelte Rosshaarschlingen und ein gefangenes Rotkehlchen (Februar 2021)
Auf Sardinien eingesammelte Rosshaarschlingen und ein gefangenes Rotkehlchen (Februar 2021)

7 Vogelfänger auf Sardinien erwischt: In den letzten 10 Tagen hat unser zweiter Komitee-Einsatz dieses Winters auf Sardinien stattgefunden. Auf der italienischen Mittelmeerinsel überwintern viele Zugvögel und rufen Wilderer auf den Plan. Sie fangen vor allem Drosseln, Rotkehlchen und Grasmücken illegal mit Netzen und Rosshaarschlingen. Nachdem wir kurz vor Weihnachten erste Erkundungen durchgeführt haben, konnten wir jetzt mit der Polizei an den zuvor gefundenen Stellen insgesamt 7 Wilderer auf frischer Tat erwischen. 235 Rosshaarschlingen (siehe Foto, mit totem Rotkehlchen), 47 Schlagfallen und 3 Netze für den Vogelfang und 5 Drahtschlingen für den Fang von Säugetieren (Wildscheine und Hirsche) wurden sichergestellt. Danke an unsere Freunde von der LAV (italienische Tierversuchsgegner) für ihre tolle Unterstützung.


20.02.2021, Italien

Heckenbarunelle in Fangnetz (Brescia9
Heckenbarunelle in Fangnetz (Brescia9

Winter-Wilderei in Brescia: In den Bergen nördlich der italienischen Großstadt Brescia wurde gestern aufgrund eines Hinweises des Komitees gegen den Vogelmord ein weiterer Wilderer überführt. Der Mann hatte unweit einer Ortschaft ein Netz aufgestellt, um Wacholderdrosseln zu fangen. Die nordischen Zugvögel sammeln sich jetzt zum Spätwinter in den Berge der Südalpen in großen Schwärmen. Jäger sind hinter ihnen her, um sie als lebende Lockvögel für die Jagd verwenden zu können. Der Täter hatte aber in zweierlei Hinsicht Pech: Zum einen hatte er nur zwei Sumpfmeisen und eine Heckenbraunelle gefangen (Foto), zum anderen warteten im Gebüsch Polizisten auf ihn. Er wurde auf frischer Tat überführt. Es ist schon der dritte Vogelfänger, den wir in Brescia in diesem Februar geschnappt haben!


16.02.2021, Italien

In illegaler Drahtschlinge zu Tode gekommener Fuchs (Sardinien)
In illegaler Drahtschlinge zu Tode gekommener Fuchs (Sardinien)

Brutale Schlingen auf Sardinien gefunden: Schlingen gehören zu den grausamsten Tierfallen überhaupt. Wenn Vögel oder Säugetiere mit dem Kopf in die Falle geraten, lässt ihr natürlicher Reflex sie von der Gefahr flüchten. Je mehr Kraft sie darauf verwenden, zu entkommen, desto fester zieht sich die Schlinge um ihren Hals. So strangulieren sie sich langsam selbst - ein furchtbarer Todeskampf. Wilderer auf der ganzen Welt greifen zu dieser Methode, auch in Europa ist sie weit verbreitet. Bei dem aktuell laufenden Einsatz des Komitees gegen den Vogelmord auf Sardinien sind wir eigentlich auf der Suche nach Rosshaarschlingen für den Fang von Drosseln und Rotkehlchen. Doch in den Wäldern der italienischen Mittelmeerinsel finden wir auch immer wieder große Drahtschlingen, die Wilderer für Wildscheine und den Sardischen Hirschen (einer endemischen Unterart des Rothirschen) aufstellen. Immer wieder geraten auch Füchse in die Schlingen - an ihnen hat niemand Interesse, sie bleiben einfach achtlos am Wegesrand hängen, wie unser Archivbild aus dem Jahr 2017 aus den Wäldern bei Cagliari zeigt. In den letzten Tagen haben wir insgesamt 50 Schlingen entdeckt, ein Teil alt und nicht mehr in Benutzung, einige aber voll funktionsfähig. Die noch einsatzfähigen Schlingen wurden von den Komitee-Mitgliedern abgebaut.