Komitee gegen den Vogelmord e.V. Committee Against Bird Slaughter (CABS)

Komitee gegen den Vogelmord e. V.
Committee Against Bird Slaughter (CABS)

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Vogelschutz-Blog

Mit unseren Beiträgen in den Sozialen Medien immer auf dem Laufenden bleiben - und das ganz ohne Datenschutzbedenken: Wer einen Bogen um Facebook, Instagram, Twitter & Co macht, bleibt hier trotzdem gut informiert. Im Vogelschutz-Blog finden Sie immer alle Facebook-Beiträge des Komitees gegen den Vogelmord.

27.01.2022, Libanon

Streifenhyänen leben in den Gebirgen Libanons. Aufgrund von Wilderei sind sie mittlerweile sehr selten geworden.
Streifenhyänen leben in den Gebirgen Libanons. Aufgrund von Wilderei sind sie mittlerweile sehr selten geworden.

Wilderer im Libanon verhaftet: Die Polizei im Bezirk West-Bekaa hat in dieser Woche drei Jäger verhaftet, nachdem die Männer in der Nähe der Stadt Kfar Zabat eine streng geschützte Streifenhyäne – das Nationaltier des Libanon - abgeschossen haben. Die Behörden wurden tätig, nachdem Mitarbeiter des Komitees und die von uns finanzierte Anti-Wilderei-Einheit (APU) den Fall zur Anzeige gebracht und Druck auf die zuständigen Behörden ausgeübt hatten. Weil die Täter den Abschuss mit ihren Mobiltelefonen selbst gefilmt und anschließend mit dem toten Tier für Fotos posierten, ist die Beweislast erdrückend. Streifenhyänen – obwohl sehr selten geworden - werden in vielen Gegenden des Libanon immer noch als Schädlinge und Unglücksbringer angesehen und deshalb regelmäßig vergiftet oder geschossen. Abgesehen von diesem traurigen Fall waren unsere Partner in den letzten Wochen vor allem mit der Rettung von Greifvögeln beschäftigt. So wurden u.a. ein Gleitaar, ein Schreiadler, eine Waldohreule und ein Adlerbussard in eine Pflegestation gebracht. Alle Vögel hatten Schussverletzungen und wurden zum Teil aus illegaler Haltung befreit. Die Anti-Wilderer-Einheit APU ist ein gemeinsames Projekt des Komitees und seiner Partner Society for the Protection of Nature in Lebanon (SPNL) und Middle Eastern Sustainable Hunting Center (MESHC).


25.01.2022, Bayern

Der Tierpräparator hatte unter anderem Eichelhäher-Präparate zum Verkauf angeboten.
 H.Glader 
Der Tierpräparator hatte unter anderem Eichelhäher-Präparate zum Verkauf angeboten.

Artenschutzkriminalität in Bayern: Ein Tierpräparator aus dem Landkreis Traunstein ist wegen illegalen Geschäften mit ausgestopften Jagdtrophäen per Strafbefehl zur Zahlung einer Geldstrafe von 1.200 Euro (120 Tagessätze zu je 10 Euro) verurteilt worden. Das Amtsgericht Traunstein sah es als erwiesen an, dass der Mann trotz bestehender Vermarktungsverbote mit ausgestopften Waldschnepfen, Reiherenten sowie Eichelhähern und Elstern Handel betrieben hatte. Laut Anklage ging es dabei vor allem um den Verkauf sowie das Anbieten von gerahmten „Schaukästen“ (siehe Foto), die als Dekorationsobjekte für 400 Euro pro Stück angeboten wurden. Ins Visier der Behörden geriet der Mann nach einem Hinweis des Komitees gegen den Vogelmord, das Verkaufsangebote des Mannes im Internet gefunden und Strafanzeige wegen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz erstattet hatte. Das Urteil ist rechtskräftig, der Mann ist damit vorbestraft. Mehr zu den Vermarktungsverboten für jagdbare Tierarten finden Sie hier.


19.01.2022, Zypern

Die Röntgenaufnahme zeigt eindeutig den Bleischrot im Bein des Flamingos.
Die Röntgenaufnahme zeigt eindeutig den Bleischrot im Bein des Flamingos.

Flamingo-Abschuss auf Zypern: Am Montag wurde ein toter Flamingo aus dem Paralimni-See im Südosten Zyperns geborgen. Untersuchungen in einer Tierklinik ergaben, dass sich im Magen des Wasservogels erhebliche Mengen an Bleischrot befanden. Offenbar hatte es der Vogel bei der Nahrungssuche im Flachwasser des Sees versehentlich verschluckt. Außerdem befanden sich mehrere Schrotkugeln in den Beinen des Tieres, die von einem direkten Beschuss stammen. Der Flamingo hatte diesen zwar überlebt, ist allerdings schließlich an den Folgen einer Bleivergiftung gestorben. Bereits im letzten Jahr wurden zwei weitere erschossene Flamingos am See gefunden. Der Paralimni-See ist ein bedeutendes Feuchtgebiet für brütende und überwinternde Wasservögel auf der Insel, allerdings wird die Wasservogeljagd immer noch von der Regierung erlaubt. Mitarbeiter des Komitees hatten am Ufer sogar eine Tontaubenschießanlage gefunden, womit der See mit Abfall und Blei verschmutzt wird. Laufende Analysen haben gezeigt, dass die obersten Sedimentschichten, die von vielen Wasservögeln zur Nahrungssuche genutzt werden, fast ausschließlich aus giftigem Schlamm und Schrotkugeln bestehen. Die Jagd mit Bleischrot am Gewässer steht ohnehin im Widerspruch zu einer EU-Entscheidung von Januar 2021, die die Verwendung von Bleischrot in der Nähe von Feuchtgebieten verbietet. Konservativen Schätzungen zufolge sterben in Europa jedes Jahr mindestens eine Millionen Wasservögel an einer Bleivergiftung.

Der Schutz von Brackwasser-Küstenseen in Zypern basiert auf wissenschaftlichen Daten und internationalen Rechtsvorschriften. Der Staat ist verpflichtet sie angemessen zu schützen. Eine ähnliche Situation trat bereits am Larnaca-See im Jahr 2020 ein, als über hundert Flamingos vergiftet aufgefunden wurden. Dennoch scheinen diese Gebiete weiterhin vernachlässigt zu werden, was der Tierwelt und dem Naturerbe Zyperns schadet.


16.01.2022, Zypern

Auf der Insel wurden bisher 28 solcher Netze abgebaut.
Auf der Insel wurden bisher 28 solcher Netze abgebaut.

Neues von unserem Wintercamp auf Zypern: Bereits seit Mitte Dezember ist ein Team des Komitees auf Zypern stationiert, um gegen den illegalen Fang und Abschuss von überwinternden Zugvögeln vorzugehen. Aktuell werden vor allem Drosseln in Massen für den Verzehr gefangen oder auf dem Schwarzmarkt verkauft. Trotz mehrerer Vorfälle, darunter der Angriff auf einen unserer Aktivisten an Heiligabend oder die Zerstörung des Einsatzfahrzeugs durch einen pyrotechnischen Sprengsatz, bleibt unser Team weiter vor Ort. In den letzten zwei Wochen wurde nur wenig Fangaktivität verzeichnet, sodass vor allem die Jagd mit illegalen elektronischen Lockanlagen im Fokus stand. Aufgrund von Hinweisen des Komitees wurden so sechs Wilderer überführt. Insgesamt sind seit Mitte Dezember 21 aktive Fangplätze und 25 Stellen mit illegaler jagdlicher Aktivität bestätigt worden. 13 Strafverfahren wurden eingeleitet (4 wegen Vogelfangs und 9 wegen illegalen Jagdmethoden). Es konnten 28 Netze, 4 Leimruten und 25 elektronische Lockanlagen beschlagnahmt werden, mehr als 60 Vögel wurden aus Fallen und Netzen befreit. Trotz dieser Ergebnisse nimmt das Maß an Gewalt gegen unsere Aktivisten auf der Insel, wie berichtet, weiter zu. Wir fordern deshalb die Regierung Zyperns dazu auf, mehr Ressourcen für die Bekämpfung der Wilderei bereitzustellen und die 2019 aufgelöste Spezialeinheit der Polizei gegen Wilderei wieder einzusetzen, denn wenn die Zugvögel auf die Insel zurückkehren, wird auch die Wilderei wieder zunehmen.


14.01.2022, Deutschland

Verbreitung der illegalen Greifvogelverfolgung in Deutschland
Verbreitung der illegalen Greifvogelverfolgung in Deutschland

Neue Karte zeigt Ausmaß der illegalen Greifvogelverfolgung in Deutschland - 299 von 401 Landkreise und kreisfreie Städte betroffen. Das Komitee gegen den Vogelmord hat heute eine Karte und neue Zahlen zur illegalen Greifvogelverfolgung in Deutschland veröffentlicht. Abgebildet ist die Verteilung von 1.591 in den Jahren 2005 bis 2021 von unserer Erfassungsstelle EDGAR erfassten Fällen auf Kreisebene. Dabei handelte es sich hauptsächlich um nachgewiesene Tötungen bzw. gezielte Nachstellungen mit Gift, Fallen und Schusswaffen, bei denen insgesamt 2.166 Habichte, Bussarde, Rotmilane, Wanderfalken und andere Greifvögel getötet oder verletzt wurden. Die Karte zeigt deutlich, dass es sich dabei um ein bundesweites Problem handelt. Von den 401 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten sind 299 betroffen, bei den großflächigen Landkreisen sind es 85 %. In Nordrhein-Westfalen sind mit 640 besonders viele Fälle bekannt geworden. Bayern liegt mit 219 Fällen auf dem zweiten Platz, Brandenburg und Niedersachsen verzeichnen 136 bzw. 117 Fälle. Auf Kreisebene ist der Kreis Heinsberg im Westen von NRW mit 75 registrierten Fällen trauriger Spitzenreiter. Es folgen mit Steinfurt (55) und Warendorf (53) zwei Kreise aus dem Münsterland. Außerhalb von Nordrhein-Westfalen sind die Kreise Uckermark in Brandenburg (40), Dithmarschen in Schleswig-Holstein (21) und Dingolfing-Landau (16) in Bayern besonders stark betroffen. Für das Jahr 2021 sind bisher 78 bestätigte Fälle bei EDGAR registriert worden. Zu beachten ist die hohe Dunkelziffer. Da die meisten Taten an abgelegenen Orten oder auf Privatgelände begangen werden, gehen unsere Experten davon aus, dass mehr als 90 % aller Nachstellungen unentdeckt bleiben. Falls Ihnen Fälle von illegaler Greifvogelverfolgung bekannt sind, die nicht auf der Karte angezeigt sind (z. B. in Kreisen mit bisher keinem Nachweis), bitten wir Sie diese an unsere Erfassungsstelle (Mail an edgar@komitee.de) zu melden. Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf www.greifvogelverfolgung.de


10.01.2022, Zypern

Komitee-Fahrzeug durch illegalen Sprengkörper auf Zypern beschädigt: Gestern Abend wurde einer unserer Wagen auf der Mittelmeerinsel von Unbekannten durch einen Sprengsatz schwer beschädigt, der an der Windschutzscheibe angebracht worden war. Unser Team ist seit Mitte Dezember auf Zypern im Einsatz und hauptsächlich damit beschäftigt den illegalen Vogelfang zu dokumentieren und melden. Dieser Vorfall ist der jüngste in einer ganzen Serie von gewalttätigen Übergriffen und Morddrohungen auf unsere Teams durch kriminelle Banden. Zuvor hatte an Heiligabend ein polizeibekannter Wilderer einen Mitarbeiter des Komitees ins Gesicht geschlagen und die Beamten bedroht, nachdem sein Fangplatz gefunden wurde. Im November hatten bereits drei maskierte Fallensteller einen unserer Aktivisten fast bewusstlos geschlagen. Diese Vorfälle bestätigen, dass die vor drei Jahren von der Regierung aufgelöste Anti-Wilderei-Einheit der Polizei dringend wieder eingesetzt werden muss, um die immer größeren Probleme des Vogelfangs durch kriminelle Banden zu bekämpfen.


22.12.2021, Tätigkeitsbericht

26 Vogelschutzcamps in 7 Ländern, 142 Teilnehmer aus ganz Europa, 268 überführte Wilderer, 2.300 gerettete Vögel, 6.151 eingesammelte Vogelfallen, 255 Netze und 244 Lockgeräte – das ist das Ergebnis der Arbeit des Komitees gegen den Vogelmord in den letzten 12 Monaten. Einzelheiten gibt´s in unserem Tätigkeitsbericht.






18.12.2021, Italien

Drei Singdrosseln sind von Wilderen einfach zurückgelassen worden.
Drei Singdrosseln sind von Wilderen einfach zurückgelassen worden.

Anti-Wilderei-Aktion auf Sardinien: Während der letzten Tage war ein Team des Komitees auf Sardinien stationiert, um nach illegalen Netzen und Rosshaarschlingen zu suchen. Auf der italienischen Mittelmeerinsel überwintern jedes Jahr viele Zugvögel. Vor allem Rotkehlchen, Grasmücken, Rotschwänze und Drosseln werden in dieser Jahreszeit Opfer von Wilderei, um später gegessen zu werden. Im Süden der Insel konnten jetzt zwei Wilderer nach Hinweisen des Komitees von der Polizei überführt werden. Sie hatten Schlingen für den Fang von Säugetieren aufgebaut. Einer der Täter wurde bereits im letzten Jahr wegen des gleichen Vergehens an derselben Stelle auf frischer Tat erwischt. An einer anderen Stelle mit dutzenden Rosshaarschlingen wurden mehrere Singdrosseln gefangen und einfach zurückgelassen. Die auf dem Foto abgebildete Drossel ist wahrscheinlich bereits von Kleinsäugern gefressen worden. Wie im letzten Winter planen wir auch in den kommenden Monaten eine weitere Aktion auf Sardinien. An gleich mehreren Stellen dauern deshalb die Ermittlungen noch an. Spätestens dann werden hoffentlich auch diese Wilderer überführt.

Drahtschlingen für Säugetiere werden bodennah an Wildwechseln in Wäldern, Waldrändern und teilweise auch an Wanderwegen aufgestellt. In der Vergangenheit sind immer wieder Wilderer nach Hinweisen von Touristen überführt worden. Sollten Sie beim Urlaub auf Sardinien Drahtschlingen entdeckten, melden Sie diese bitte bei der Polizei oder an komitee@komitee.de


14.12.2021, Italien

Die Wilderer hatten es hauptsächlich auf Rohrammern (Foto) und Buchfinken abgesehen.
Die Wilderer hatten es hauptsächlich auf Rohrammern (Foto) und Buchfinken abgesehen.

Illegaler Abschuss von Rohrammern und Finken in Italien: Mitarbeiter des Komitees sind in den letzten Tagen zusammen mit Jagdaufsehern des WWF Hinweisen auf den massenhaften Abschuss von Finken und anderen Zugvögeln in der Region Piemont nachgegangen. Mit Erfolg. In der Nähe der Städte Biella und Vercelli gelang es, insgesamt fünf Wilderer auf frischer Tat zu überführen. Gegen sie wurden von der hinzugerufenen Forstpolizei Strafverfahren eingeleitet. Zwei weitere Männer, die auf geschützte Rohrammern geschossen hatten, sind entkommen. Sie ließen einen Sack voller gebrauchter Patronen und zahlreiche frisch geschossene Vögel zurück (siehe Fotos). Bis zum Ende der Jagdsaison Ende Januar sind weitere Einsätze in der Region, insbesondere an den Wochenenden, geplant.


13.12.2021, Frankreich

Aus exponierter Lage können Kiebitzfangplätze gut eingesehen werden.
Aus exponierter Lage können Kiebitzfangplätze gut eingesehen werden.

Finger weg von unseren Kiebitzen: In Nordfrankreich hat ein Team des Komitees in den vergangenen Tagen begonnen, die Einhaltung der in diesem Jahr erstmalig verhängten Fangverbote für überwinternde Zugvögel zu kontrollieren. Bisher durften im Aisne-Tal jedes Jahr über Tausend Kiebitze mit Netzen für den Kochtopf gefangen werden (siehe Fotos). Nach jahrelangen Protesten und Gerichtsverfahren, die vom Komitee und unseren französischen Partnern von der Ligue pour la Protection des Oiseaux (LPO) angestrengt wurden, erklärte der französische Staatsrat gleich mehrere Methoden im Sommer für illegal und die entsprechenden Dekrete der Regionalverwaltungen für null und nichtig. Und die französischen Vogelfänger scheinen sich – ganz im Gegensatz zu ihren „Kollegen“ aus Malta – mehrheitlich an das neue Verbot zu halten. Seit dem Wochenende haben wir die aus den Vorjahren bekannten Fangstellen kontrolliert und keine aktiven Fallen oder Netze gefunden. Weitere Kontrollen sind über den Winter geplant. 


10.12.2021, Spanien

Dieser Buchfink konnte in Spanien gerettet und wieder ausgewildert werden.
Dieser Buchfink konnte in Spanien gerettet und wieder ausgewildert werden.

Diesjährige Kampagne in Spanien abgeschlossen. Als wichtiges Durchzugs- und Überwinterungsgebiet für Vögel auf der westlichen Zugroute spielt das Land auf der Iberischen Halbinsel eine bedeutende Rolle für den Vogelzug. Aus diesem Grund hat das Komitee sein Engagement in Spanien seit 2012 deutlich erhöht, sodass unsere Mitarbeiter in diesem Jahr in gleich drei Regionen, Katalonien und Valencia sowie an der Straße von Gibraltar, im Einsatz waren. Nach Hinweisen durch das Komitee konnten die Rural Agents of Catalonia, Guardia Civil und die Agents Mediambientals insgesamt 23 Wilderer überführen. Bei den Aktionen sind 11 Netze, 212 Fallen, 14 elektronische Lockanlagen und fast 2800 Leimruten beschlagnahmt worden. 167 lebende Vögel (vor allem Finken und Grasmücken sowie Laub- und Rohrsänger) und über 60 tote Vögel (hauptsächlich Drosseln) wurden sichergestellt. Ein Großteil der kontrollierten Fangstellen geht auf das Online Vogelschutzcamp 'ORPHEUS' zurück. Das Projekt wurde vom Komitee während des ersten Lockdown im vergangenen Jahr durchgeführt. Über 200 Personen aus ganz Europa hatten uns bei der Suche nach Fangplätzen auf Satellitenbildern unterstützt. So konnte von Zuhause aus ein Beitrag für den Zugvogelschutz beigetragen werden.


07.12.2021, Deutschland

Das Bild zeigt einen Mitarbeiter des Komitees mit einem der vergifteten Bussarde im April 2021 und wurde bereits für die Veröffentlichung des Falls genutzt.
Das Bild zeigt einen Mitarbeiter des Komitees mit einem der vergifteten Bussarde im April 2021 und wurde bereits für die Veröffentlichung des Falls genutzt.

Fünf Greifvögel mit Insektizid getötet: Ein Giftleger aus dem Landkreis Straubing-Bogen (Bayern) kommt (vorerst) straffrei davon. Das im März wegen der gezielten Vergiftung von fünf streng geschützten Mäusebussarden eingeleitete Ermittlungsverfahren ist von der zuständigen Staatsanwaltschaft Regensburg letzte Woche ergebnislos eingestellt worden. Die mit einem verbotenen Insektizid getöteten Bussarde wurden im März 2021 bei Leiblfing von Ehrenamtlern der LBV-Kreisgruppe Straubing-Bogen und Mitarbeitern des Komitees entdeckt und zur Untersuchung von der Polizei sichergestellt. Zwar gebe es einen Beschuldigten, „der Tatnachweis kann jedoch nicht mit der für eine Anklage erforderlichen Sicherheit geführt werden“, so die zuständige Staatsanwältin in einem Schreiben. Das Komitee gegen den Vogelmord bedauert das Ende der Ermittlungen und weist darauf hin, dass die Aufklärungsquote bei Wildtier-Vergiftungen in Bayern trotz zahlreicher Fälle seit Jahren bei Null liegt. Für „frische“ Hinweise, die zur Ermittlung der Giftleger von Leiblfing führen, hat der Verband heute eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt. Zeugen bzw. Hinweisgeber werden gebeten, sich entweder direkt mit der Polizei oder dem Komitee (edgar@komitee.de, Telefon 0228/665521) in Verbindung zu setzen


06.12.2021, Spanien

Nach der Ankunft der Polizisten musste der Vogelfänger seine Fanganlage abbauen. Einige Lockvögel standen auf einem Gebäudedach.
Nach der Ankunft der Polizisten musste der Vogelfänger seine Fanganlage abbauen. Einige Lockvögel standen auf einem Gebäudedach.

Sondereinsatz an der Straße von Gibraltar: Während eines Sondereinsatzes an der Straße von Gibraltar, dem wichtigsten Nadelöhr für Zugvögel auf der westlichen Zugschiene, haben Mitarbeiter des Komitees sechs weitere Wilderer überführt. Die Männer wurden auf frischer Tat beim Fang von Finkenvögeln erwischt. Dabei wurden vier Schlagnetze, eine elektronische Lockanlage und vier Lebendfallen von der Polizei beschlagnahmt (siehe Bilder). Im Zuge dessen konnten 17 Stieglitze und je zwei Grünfinken und Erlenzeisige befreit und umgehend freigelassen werden. Darüber hinaus konnten unsere Mitarbeiter noch sechs Bereiche entdecken, in denen es Hinweise auf Jagd auf geschützte Arten gab. Diese Standorte werden in den kommenden Monaten intensiv überwacht werden. Es ist beunruhigend, dass unsere Mitarbeiter viele Verstöße feststellen konnten, obwohl sie nur wenige Tage an dieser wichtigen Passage für Zugvögel unterwegs waren. Für die Zukunft sind weitere Einsätze im Gebiet geplant.


03.12.2021, Zypern

Fast 1400 Vögel konnten aus Fallen und Netzen befreit werden. Wie viele Vögel durch die Beschlagnahmung der Fallen nicht gefangen wurde, kann niemand sagen.
Fast 1400 Vögel konnten aus Fallen und Netzen befreit werden. Wie viele Vögel durch die Beschlagnahmung der Fallen nicht gefangen wurde, kann niemand sagen.

Das große Vogelschutzcamp auf Zypern ist heute zu Ende gegangen. Leider war in diesem Jahr der illegale Vogelfang mit Netzen und Leimruten sowie die Jagd mit illegalen elektronischen Lockgeräten weiter verbreitet als je zuvor. Seit Anfang September waren 15 Naturfreunde aus allen Teilen Europas auf Zypern aktiv, um so viele Vögel wie möglich zu retten. Trotz wenig Behördenunterstützung, schlafloser Nächte, Beschimpfungen, Verfolgungsjagden und Angriffen haben unsere Teams insgesamt 139 aktive Fangplätze und 60 Jagdplätze mit Wildereiverstößen angezeigt. Dabei wurde eine Rekordzahl von 61 Wilderern überführt (46 Fallensteller und 15 wegen der Jagd auf geschützte Arten). Zusätzlich sind 1893 Leimruten, 110 Netze, 107 elektronische Lockgeräte beschlagnahmt worden. Schließlich konnten 1359 Vögel aus Fallen befreit werden und unzählige andere konnten ihren Zug nach Afrika fortsetzen. Der Zug von Grasmücken und kleineren Singvögeln ist mittlerweile abgeklungen. Weil jedoch der Drosselzug in vollem Gange ist, startet ab Mitte Dezember bereits unser Wintercamp. Ein großes Dankeschön an unsere Freiwilligen und an alle, die unsere Arbeit unterstützen.


02.12.2021, Spanien

Die drei Wilderer hatten es gezielt auf Erlenzeisige abgesehen und sie mit lebenden Lockvögeln angelockt.
Die drei Wilderer hatten es gezielt auf Erlenzeisige abgesehen und sie mit lebenden Lockvögeln angelockt.

Zeisigfänger in Spanien erwischt: Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord haben in den letzten Tagen drei Vogelfänger in Ostspanien und an der Straße von Gibraltar überführt. Die Männer hatten es gezielt auf Erlenzeisige abgesehen. Aktuell kommt es auf der gesamten Iberischen Halbinsel zu einem starken Einflug von Erlenzeisigen, die dort den Winter verbringen. Zeise sind wegen ihrer geselligen Art mit lebendigen Lockvögeln leicht zu fangen sind. Die gefangenen Vögel werden später als Haustiere weiterverkauft oder landen im Kochtopf. Bei den Aktionen wurden von der Polizei mehrere Netze sowie elektronische Lockanlagen und etliche lebendige Lockvögel beschlagnahmt. Die Männer müssen sich demnächst vor Gericht verantworten, es droht ihnen eine Geldstrafe.


01.12.2021, Deutschland

Auch der zweite gefundene Habicht mit schweren Verletzungen musste eingeschläfert werden.
Auch der zweite gefundene Habicht mit schweren Verletzungen musste eingeschläfert werden.

Tierquäler verstümmeln Habichte: Am Wochenende erreichte uns die Meldung über die Bergische Greifvogelhilfe vom Fund eines weiteren Habichtweibchens, das Opfer von Tierquälerei und Greifvogelverfolgung geworden ist. Bereits in der letzten Woche wurde ein Habicht mit gewaltsam abgetrennten Beinen im Kreis Pinneberg (Schleswig-Holstein) gefunden. Im Gegensatz zu diesem Vogel, weist der Kölner Habicht Verletzungen auf, die typischerweise von illegalen Fangeisen verursacht werden. Die Falle hat das linke Bein nicht gänzlich abgetrennt, dem Greifvogel jedoch schwere Verletzungen hinzugefügt (siehe Fotos). Leider musste auch dieser Habicht aufgrund seiner schweren Verletzungen eingeschläfert werden. Nach einer Strafanzeige des Komitees gegen den Vogelmord ermitteln nun auch in Köln die Behörden wegen Tierquälerei und Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Obwohl unserer Erfassungsstelle „EDGAR“ alle bekannten Methoden von Greifvogelverfolgung gemeldet werden, sind zwei derart brutale Fälle innerhalb kürzester Zeit auffällig. Unsere Experten gehen davon aus, dass die wenigsten dieser Taten überhaupt publik werden und deswegen auch solche brutalen Methoden keine Seltenheit sind. Wer tote Vögel findet oder verdächtige Beobachtungen macht kann diese auf www.greifvogelverfolgung.de melden.




30.11.2021, Deutschland

Der gefangene Biber konnte befreit werden.
 LBV Straubing-Bogen 
Der gefangene Biber konnte befreit werden.

Jäger wegen illegaler Falle und Fang eines geschützten Bibers verurteilt:  Vor dem Amtsgericht Landau a. d. Isar musste sich heute ein 73jähriger Jäger wegen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz verantworten. Der Vorsitzende Richter sah es als erwiesen an, dass der Mann im April 2021 bei Tunzenberg (Landkreis Dingolfing-Landau, Bayern) in seinem Jagdrevier eine illegale Lebendfalle unmittelbar neben dem Bau eines Bibers aufgestellt und ein Tier damit gefangen hatte. Dafür wurde der Mann zur Zahlung einer Geldstrafe von 3000 Euro (30 Tagessätze zu je 100 Euro) verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Aufgeflogen war die Tat, nachdem Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord das Revier des Mannes nach einem Hinweis durchsucht und die Falle entdeckt hatten. Bei der anschließenden Überwachung des Fangplatzes durch Mitglieder der LBV Kreisgruppe Straubing-Bogen konnte der Jagdpächter als Verdächtiger ermittelt und ein gefangener Biber befreit werden.


29.11.2021, Spanien

 Einer der Beamten vor den beschlagnahmten Fallen.
 Guardia Civil 
Einer der Beamten vor den beschlagnahmten Fallen.

Große Anti-Wilderei-Aktion in Spanien: Gemeinsam mit der spanischen Umweltpolizei (Seprona Guardia Civil) haben Mitglieder des Komitees in den vergangenen Tagen eine riesige Anlage für den Zugvogelfang in er Region Valencia stillgelegt. Dabei handelte es sich um einen sogenannten „Parany“, eine traditionelle Fanganlagen für durchziehende und überwinternden Vögel in Spanien. Bei der großen Aktion wurden fast 120 Fallen für den Lebendfang, etliche gefangene Drosseln und illegal gehaltene Lockvögel beschlagnahmt, bzw. befreit. Die Region Valencia ist eine der Hochburgen für den illegalen Vogelfang auf der iberischen Halbinsel. Aktuell arbeiten dort einige Lobbygruppen und Politiker an der Legalisierung der Parany und des Drosselfangs. Eine Freigabe des Vogelfangs durch die regionale Regierung wäre aus Vogelschutzsicht fatal, weil u.a. auch viele geschützte Arten, wie Amseln, Ringdrosseln oder Finken regelmäßig in diesen Fallen gefangen werden. Zusätzlich bietet eine legale Fangsaison auch immer einen Deckmantel für Wilderei und illegalen Vogelfang, wie wir in Spanien und Malta, aber auch in anderen Einsatzgebieten festgestellt haben. Das Komitee und seine spanischen Partnerverbände kämpfen dafür, dass seit einigen Jahren gültige Verbot der Parany gegen die Interessen der Jagdlobby zu verteidigen.


28.11.2021, Italien

Beim Sondereinsatz des Komitees in Italien konnten illegale Massenabschüssen von Wasservögeln, wie beispielsweise von Krickenten beobachtet werden.
Beim Sondereinsatz des Komitees in Italien konnten illegale Massenabschüssen von Wasservögeln, wie beispielsweise von Krickenten beobachtet werden.

Sondereinsatz in den Lagunen vor Venedig: Im Po-Delta sind Mitarbeiter des Komitees zusammen mit Beamten der Carabinieri in den letzten Tagen gegen illegale Massenabschüsse von überwinternden Krickenten, Gänsen und anderen Wasservögeln vorgegangen. Dabei wurden insgesamt sieben Jäger erwischt, die trotz eindeutiger Verbote elektronische Lockgeräte benutzten und auf geschützte Gänsearten schossen. Neben fünf Schrotflinten und mehreren hundert Schuss Munition wurden 40 frisch geschossene Krickenten und eine Graugans (in Italien eine geschützte Art) sichergestellt. Unsere Fotos zeigen die beschlagnahmten Waffen und Vögel. Die Bestände der Krickente haben in Deutschland und anderen EU-Ländern in den letzten Jahren stark abgenommen. Die Art wird in der aktuellen Roten Liste in Kategorie 3 (Gefährdet) geführt. Das Po-Delta ist eines der wichtigsten Überwinterungsgebiete für europäische Wasservögel südlich der Alpen. Um die dort rastenden Vogelschwärme besser vor Wilderei zu schützten, führt das Komitee seit drei Jahren jedes Jahr gemeinsame Einsätze mit den Behörden durch. Für Dezember sind weitere Aktionen geplant.


27.11.2021, Libanon

Sänger Mohanad Zaiter mit einem verletzten Adlerbussard
Sänger Mohanad Zaiter mit einem verletzten Adlerbussard

Im Internet ist ein Foto aufgetaucht, das den populären libanesischen Sänger Mohanad Zaiter zeigt, der stolz mit einem verletzten Adlerbussard vor der Kamera posiert. Das Foto legt nahe, dass der schwer verletzte Greifvogel vorher abgeschossen wurde. Den vorliegenden Information nach, fand die Tat in den letzten Tagen im Libanon statt. Das Foto selbst zeigt mehrere mutmaßliche Verstöße gegen das libanesische Jagdgesetz (580), wie z. B. die Jagd auf eine streng geschützte Art, die Jagd während der Schonzeit und die Prahlerei mit dem Vogel. Der Fall wurde den Lebanese Internal Security Forces, dem Umweltminister Dr. Nasser Yassin und dem Innenminister Bassam Mawlawi gemeldet. Diese Taten eines Prominenten mit vielen Tausend Anhängern und Fans sind besonders kritisch zu sehen und dürfen von den Behörden und Medien nicht übersehen werden.









26.11.2021, Deutschland

Den Schwänen werden gezielt der Hals abgetrennt und das Brustfleisch herausgeschnitten.
Den Schwänen werden gezielt der Hals abgetrennt und das Brustfleisch herausgeschnitten.

Schwanen-Massaker an der Mosel: Im Uferbereich der Mittelmosel bei Bremm (Landkreis Cochem-Zell, Rheinland-Pfalz) ist letzte Woche erneut ein toter Höckerschwan mit eindeutigen Spuren einer "Schlachtung" aufgefunden worden. Fotos, die dem Komitee von den Schwanenfreunden Mittelmosel zur Verfügung gestellt wurden, belegen eindeutig, dass dem Tier erst der Kopf abgetrennt und anschließend das Brustfleisch professionell herausgeschnitten wurde. Der Fall ist der bisher letzte einer ganzen Serie von Schwanentötungen in der Region, der in den letzten Jahren mehrere Dutzend Tiere zum Opfer gefallen sind. Die Täter gehen dabei immer wieder auf die gleiche Art und Weise vor. Nachts werden die im Flachwasser schlafenden Wasservögel gefangen und ihnen gezielt und fachmännisch die Hälse abgetrennt sowie das Brustfleisch herausgeschnitten. Die restlichen Körperteile der Höckerschwäne werden noch an Ort und Stelle entsorgt und einfach zurückgelassen. Obwohl zwischenzeitlich sogar das Landeskriminalamt eingeschaltet wurde, konnte bisher kein Täter ermittelt werden. Das Komitee hat deshalb die Bevölkerung aufgerufen, verdächtige Beobachtungen oder Funde von toten Vögeln umgehend entweder an die Polizei oder die Erfassungsstelle für Artenschutzkriminalität (EDGAR) in Bonn (Tel. 0228/665521) zu melden.


24.11.2021, Deutschland

Der verstümmelte Vogel musste umgehend eingeschläfert werden.
Der verstümmelte Vogel musste umgehend eingeschläfert werden.

Unfassbarer Hass auf Habichte: Ein ganz besonders schlimmer Fall von Tierquälerei und Greifvogelverfolgung ist uns heute vom Wildtier- und Artenschutzzentrum in Pinneberg (Schleswig-Holstein) gemeldet worden. Dort wurde gestern ein diesjähriges Habicht-Weibchen eingeliefert, dem beide Beine gewaltsam abgetrennt wurden (siehe Foto). Es blieb leider nichts anderes übrig, als das Leiden des Tieres sofort zu beenden. Unsere Experten gehen davon aus, dass die Verletzungen ca. eine Woche alt sind und der Vogel in dieser Zeit unglaubliche Qualen durchlitten hat. Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen Tierquälerei und Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz eingeleitet. Habichte werden besonders häufig Opfer menschlicher Verfolgungen, weil sie bei Gelegenheit auch Brieftauben und Haushühner erbeuten und damit den besonderen Hass von Züchtern bzw. Vogelhaltern auf sich ziehen. In Jahr 2021 sind von unserer Erfassungsstelle "EDGAR" (www.greifvogelverfolgung.de) bundesweit bereits 76 Fälle illegaler Nachstellungen erfasst worden.









23.11.2021, Malta

Die genaue Dokumentation der Vergehen hilft später auch vor Gericht.
Die genaue Dokumentation der Vergehen hilft später auch vor Gericht.

Der Nächste, bitte! Finkenfänger auf Malta verurteilt: Ende vergangener Woche mussten sich vier weitere Vogel-Wilderer nach Anzeigen des Komitees vor dem Strafgericht in Valletta verantworten. In allen vier Fällen ging es um den illegalen Fang von Finken mit Klappnetzen, der von unseren Teams im März 2020 auf Video dokumentiert und an die Behörden gemeldet wurde. Nach Anhörung aller Zeugen und nach Sichtung der von uns erstellten Videos sah Richterin Elaine Mercieca die Schuld der Angeklagten als erwiesen an und verurteilte die vier Männer zu Geldstrafen zwischen 1.500 und 2.500 Euro. Außerdem wurden die Jagd- und Fanglizenzen der Männer für zwei Jahre eingezogen. Bei den heute verurteilten Männern handelt es sich nur um einen Bruchteil aller von uns im Jahr 2020 auf Malta überführten Wilderer und Vogelfänger. Mehr als 18 weitere Verfahren werden voraussichtlich im Januar 2022 zur Anklage gebracht.


22.11.2021, Deutschland

Insgesamt fast 250 Vögel wurden bei der Polizeikontrolle an der Grenze zu Österreich in einer engen Transportbox gefunden.
 Bundespolizei Passau 
Insgesamt fast 250 Vögel wurden bei der Polizeikontrolle an der Grenze zu Österreich in einer engen Transportbox gefunden.

Schmuggel-Transport an der deutsch-österreichischen Grenze: Bei Ruhstorf (Regierungsbezirk Niederbayern) wurden bei einer Kontrolle der Bundespolizei im Oktober 248 lebende Finken im Auto eines Mannes aus den Niederlanden entdeckt. Wie die Süddeutsche Zeitung mitteilte, sind mehrere Anzeigen gegen den Fahrer erstattet worden, weil einige Vögel verletzt waren und die Tiere nicht ordnungsgemäß transportiert wurden. Der Fahrer gab an die Finken an Bekannte verschenken zu wollen, doch unsere Experten halten das für eine Schutzbehauptung. Viel wahrscheinlicher ist, dass die Vögel als angebliche Nachzuchten auf dem Schwarzmarkt verkauft werden sollten.

Lesen Sie hier den vollständigen Bericht in der Süddeutschen Zeitung


19.11.2021, Zypern

Die Waldohreule ist von unserem Team auf Zypern verhungert neben einer Fanganlage mit Leimruten gefunden worden.
Die Waldohreule ist von unserem Team auf Zypern verhungert neben einer Fanganlage mit Leimruten gefunden worden.

Eulen als "Beifang" der Vogel-Wilderei auf Zypern: Diese wunderschöne Waldohreule wurde von unserem Team diese Woche verhungert in der Nähe einer illegalen Leimruten-Fanganlage auf Zypern gefunden. Eine genaue Untersuchung ergab, dass das Gefieder so stark mit Vogelleim verklebt war, dass das Tier weder fliegen noch jagen konnte. Das Schicksal der Eule ist leider kein Einzelfall: Jedes Jahr befreien unsere Teams auf Zypern hunderte Zugvögel aus Leimruten und Netzen, darunter auch immer wieder Greifvögel und Eulen, die versuchen, an den Fallen klebende Kleinvögel zu erbeuten. In den letzten Jahren wurden bei unseren Aktionen rund ein dutzend Eulen als Opfer des illegalen Vogelfangs nachgewiesen, darunter vor allem Waldohreulen, Schleiereulen sowie mehrere Exemplare der nur auf Zypern lebenden Unterart der Zwergohreule. Da die von uns entdeckten Fälle nur die Spitze des Eisberges darstellen, gehen wir von mehreren hundert Eulen aus, die jedes Jahr auf diese Weise ums Leben kommen. Die Teams des Komitees sind seit September auf Zypern im Einsatz und haben bisher gemeinsam mit den Behörden rund 120 Fangplätze stillgelegt und 30 Wilderer überführt. Die Aktionen dauern noch bis Ende Dezember.


16.11.2021, Malta

Die 34 beschlagnahmten Lockvögel, darunter Grünfinken, Bluthänflinge und Zeisige, werden in den nächsten Tagen freigelassen.
Die 34 beschlagnahmten Lockvögel, darunter Grünfinken, Bluthänflinge und Zeisige, werden in den nächsten Tagen freigelassen.

Malta – Illegaler Vogelfang und kein Ende. Am vergangenen Wochenende hat ein gemeinsames Team des Komitees und unseres Partners BirdLife Malta im Süden Maltas und auf der Insel Gozo drei illegal betriebene Fanganlagen für Finken stillgelegt. Die von uns alarmierte Polizei konnte zwei Wilderer identifizieren und beschlagnahmte sechs große Klappnetze sowie ein Stellnetz. Außerdem konnten insgesamt 34 Grünfinken, Hänflinge und Zeisige, die von den Fängern als Lockvögel in kleinen Käfigen gehalten wurden, sichergestellt und zu einem Tierarzt gebracht werden. Die Tiere werden in den nächsten Tagen in einem Schutzgebiet freigelassen. Insgesamt haben unsere Teams seit September auf Malta und Gozo fast 70 Fälle von illegalem Vogelfang dokumentiert und angezeigt – so viele wie nie zuvor. Die Gesamtzahl aller in diesem Herbst aufgrund unseres Einschreitens beschlagnahmten lebenden Vögel beträgt 293 – Tendenz weiter steigend.


14.11.2021, Ausmaß der illegalen Jagd im Libanon

Weißstörche beim Aufsteigen. Auch diese Art wird regelmäßig Opfer illegaler Jagd im Libanon.
 Thomas Krumenacker 
Weißstörche beim Aufsteigen. Auch diese Art wird regelmäßig Opfer illegaler Jagd im Libanon.

Die internationale Dimension der Vogeljagd im Libanon: Fang und Abschuss im Libanon kosten jedes Jahr Millionen europäischer Zugvögel das Leben. Um zu untersuchen, welche Populationen besonders betroffen sind, haben Biologen im Auftrag des Komitees 570 Wiederfunde von in Europa beringten und im Libanon getöteten Zugvögeln statistisch ausgewertet. Zur Verfügung gestellt wurden die Daten von EURING, der Dachorganisation aller europäischen Vogelwarten. Die mit Abstand meisten Vögel (68% aller Funde) stammen aus Finnland, Schweden, Deutschland, Israel und Tschechien. Insgesamt liegen Wiederfunde aus 28 verschiedenen Ländern vor. Die Liste der als geschossen zurückgemeldeten Vögel wird angeführt von Mönchsgrasmücken (103 Nachweise), Gartengrasmücke (61); Weißstorch (57) und Rotdrossel (17), enthält aber auch zahlreiche in ihren Herkunftsländern bedrohte Arten wie Schreiadler, Wendehals, Neuntöter, Wespenbussarde oder Schwarzstorch. Als Hochburgen der Wilderei konnten der Norden des Landes (Bereiche Tripoli und Akkar), die Berge östlich der Hauptstadt Beirut sowie der gesamte Küstenstreifen identifiziert werden. Die Studie wurde in der Zeitschrift „Sandgrouse“ der Ornithologischen Gesellschaft des Nahen Ostens (OSME) publiziert und kann hier heruntergeladen werden (auf Englisch).


12.11.2021, Zypern

Leimruten fangen unselektiv Vögel. Verschiedenste kleine bis mittelgroße Arten können mit Leimruten gefangen werden.
Leimruten fangen unselektiv Vögel. Verschiedenste kleine bis mittelgroße Arten können mit Leimruten gefangen werden.

Vogelfang mit Leimruten auf Zypern: Es ist bemerkenswert, dass in der heutigen Zeit der Einsatz von Leimruten überhaupt noch zur Debatte steht. Die nicht selektive Fangmethode ist seit den 1970er Jahren in der EU illegal. In fast allen Ländern kommen Leimruten nur noch selten zum Einsatz, außer auf Zypern. Auf der Mittelmeerinsel ist sie nach wie vor die häufigste und am weitesten verbreitete Fangmethode für Vögel. Dort werden jedes Jahr Millionen von Zugvögeln gefangen, um eine kleine Minderheit der Menschen mit der zypriotischen Delikatesse "Ambelopoulia" zu versorgen. Mönchsgrasmücken, die sich für den Zugweg viel Fett angefressen haben sind das Hauptziel der Vogelfänger, allerdings bleiben auf den Leimruten alle kleineren bis mittelgroßen Vögel kleben, die sich auf ihnen niederlassen. Alle Insektenfresser und Singvögel landen im Kochtopf: Neben der Mönchsgrasmücke sind die häufigsten gefangenen Arten Gartengrasmücken, Braunkehlchen, Waldlaubsänger, Gartenrotschwänze, Trauerschnäpper und Grauschnäpper, Nachtigallen, Sprosser und Rotkehlchen. Aber auch Bienenfresser Eulen, Falken und Pirole sowie endemischen Arten wie der Schuppengrasmücke wird buchstäblich auf den Leim gegangen. Insgesamt haben die Komitee-Teams mehr als 60 Vogelarten auf Leimruten nachgewiesen, von denen mehr als die Hälfte in ganz Europa bedroht ist. Die Vogelfänger auf Zypern tragen auf diese Art und Weise zum Rückgang der Arten bei.

Leider wurde die polizeiliche Anti-Wilderei Einheit im Jahr 2018 aufgelöst, sodass unsere Teams seitdem keine Unterstützung durch Spezialisten haben. In diesem Herbst verzeichneten unsere Teams eine Rekordzahl an Fällen des illegalen Vogelfangs. Trotz länger Nächte, Schlaflosigkeit, Verfolgungsjagden Morddrohungen, körperlichen Einschüchterungen oder dem brutalen Übergriff auf einen Aktivisten konnten wir die Strafverfolgung von 28 Leimruten-Fängern gewährleisten. Dabei wurden 1817 Leimruten beschlagnahmt und mehr als 300 geschützte Vögel gerettet. Die Fotos zeigen eine kleine Auswahl der von unseren Teams geretteten Vögeln. Wir sind uns er Risiken des Einsatzes auf Zypern bewusst. Aber wir halten es für notwendig den Vogelfängern etwas entgegenzustellen!


11.11.2021, Spanien

Die gefundene Singdrossel hatte so große Verletzungen, dass sie leider eingeschläfert werden musste...
Die gefundene Singdrossel hatte so große Verletzungen, dass sie leider eingeschläfert werden musste...

Derzeit werden in ganz Europa MILLIONEN von Singdrosseln auf legale Weise getötet – in 8 europäischen Ländern gilt die Art als jagdbar. Erst heute Morgen hat eines unserer spanischen Komitee-Mitglieder bei der Untersuchung illegaler Fangplätze in der Nähe von Valencia diese angeschossene Drossel aufgegriffen. Sie hatte ein zertrümmertes Gelenk und ein von einem Geschoss getroffenes Auge. Es blieb keine andere Wahl als sie einzuschläfern. Die Abschussquoten für Drosseln in Spanien sind hoch (im besten Fall 25 Vögel pro Jäger am Tag), vorsichtigen Schätzungen zufolge werden in Spanien jedes Jahr mehr als 4 Millionen Singdrosseln legal abgeschossen.










09.11.2021, Malta

Die Beamten der maltesischen Umwelteinheit EPU haben aktuell viel zu tun. Hier ist einer der  Beamten mit dem Abbau einer nicht registrierten Fanganlage beschäftigt.
Die Beamten der maltesischen Umwelteinheit EPU haben aktuell viel zu tun. Hier ist einer der Beamten mit dem Abbau einer nicht registrierten Fanganlage beschäftigt.

Riesige Vogelfalle Malta: Durch das angebliche „Forschungsprojekt“ des maltesischen Jagdverbandes (FKNK) und der Regierung wird aus Malta und Gozo, unter Deckmantel der Wissenschaft, eine einzige riesige Vogelfalle. Dabei werden tausende Vögel illegal gefangen. Um dieses Trojanische Pferd, dessen einziger Grund der Schutz der Vogelwilderei ist, zu entlarven, haben Mitarbeiter des Komitees in den letzten Wochen intensiv auf der Mittelmeerinsel recherchiert. Dabei wurde ein Mann beim illegalen Fallenstellen erwischt, keine 24 Stunden nachdem er wegen Wilderei verurteilt wurde (wir berichteten). In einem anderen Fall wurde eine massive Fanganlage mit Netzen bei Mizieb gefunden, die inmitten eines durch die FKNK verwalteten Gebiets lag. Sie war von einem drei Meter hohen Stacheldrahtzaun umgeben und wurde mit Wachhunden bewacht. Die gerufene Umweltpolizei EPU nahm noch vor Ort ein Wilderer-Duo fest, das mit lebendigen Lockvögeln, zwei Klappnetzen und einem großen Stellnetz Vögel fing. Alle Netze wurden beschlagnahmt und ein frisch gefangenes Rotkehlchen konnte erfolgreich befreit werden. Unser Team stellte fest, dass einer der beiden Wilderer am „Forschungsprojekt“ der Regierung teilnimmt und die Polizeibeamten mit ungültigen Papieren an der Nase herumführen wollte. Die Papiere bestätigten den Wilderer als einen von der Regierung „anerkannten Wissenschaftler“, weil sich seine "Lizenz" jedoch nicht auf den fraglichen Standort bezog, wurde sie als irrelevant betrachtet und die Polizei wird ihn wegen Vogelfangs mit einem illegalen Stellnetz anzeigen. Die Beamten bestätigten auch, dass sein Kollege ein notorischer Vogelfänger ist, der bereits 2016 und 2018 vom Komitee angezeigt wurde und deshalb auch vor Gericht stand. Angesichts der massiven Verstöße fordert das Komitee die maltesische Regierung dringend auf, das umstrittene Projekt zu stoppen und die gesetzlich festgelegten Mindeststrafen für den illegalen Vogelfang zu erhöhen. Wir werden angesichts der chaotischen Lage unsere Überwachungsmaßnahmen zur Aufdeckung des illegalen Vogelfangs auf jeden Fall intensivieren und ausweiten!

Unsere originale Pressemittteilung finden Sie hier 


08.11.2021, Medientipp

Stieglitze sind begehrte Beute, auch bei Vogelfängern in Deutschland (Archivbild)
Stieglitze sind begehrte Beute, auch bei Vogelfängern in Deutschland (Archivbild)

Reportage zum illegalen Vogelfang im Deutschlandfunk erschienen:

Viele denken beim illegalen Vogelfang an den Mittelmeerraum, dabei wird schnell vergessen, dass auch in Deutschland der Fang von Singvögeln noch immer weit verbreitet ist. Besonders die Finken, darunter Stieglitze, Buchfinken, Gimpel, Grünfinken, Zeisige und Girlitze stehen im Fokus der Vogelfänger. Komiteesprecher Axel Hirschfeld erläutert im Deutschlandfunk Motive und Hintergründe der Täter und erzählt von unserer Arbeit. Auch Experten des Bundesamt für Naturschutz, der Stadt Köln und des Museum Koenig kommen zu Wort und beleuchten verschiedene Aspekte des Themas.

 
Hier lässt sich die Reportage im Deutschlandfunk nachlesen und reinhören


07.11.2021, Italien

totes Rotkehlchen auf Schlagfallen, die am häufigsten eingesetzten Fallen im Norden Italiens
totes Rotkehlchen auf Schlagfallen, die am häufigsten eingesetzten Fallen im Norden Italiens

Vogelschutzcamp Brescia abgeschlossen: Nach 5 Wochen ist heute das große Vogelschutzcamp des Komitees gegen den Vogelmord in der norditalienischen Provinz Brescia zu Ende gegangen. Seit dem 2. Oktober waren 46 Natur- und Tierfreude aus Deutschland, Italien, Großbritannien und der Schweiz in den Bergen zwischen Gardasee und Iseosee im Einsatz. Insgesamt wurden 34 Wilderer überführt: An 24 aktiven Fangstellen konnte die Polizei nach unseren Hinweisen 15 Vogelfänger auf frischer Tat stellen -20 Netze, 198 Schlagfallen und 105 Bogenfallen wurden beschlagnahmt. Dazu kommen 19 Jäger, die nach unseren Recherchen bei der illegalen Vogeljagd erwischt wurden – sie hatten vor allem streng geschützte Buch- und Bergfinken, Erlenzeisige, Fichtenkreuzschnäbel, Heidelerchen, Rohrammern und Wiesenpieper geschossen. Rund 50 lebende Lockvögel (überwiegend Drosseln) und fast 240 geschossene Vögel wurden sichergestellt. Während die Wilderei mit der Flinte augenscheinlich zunimmt, geht die Fallenstellerei, wie schon seit Jahren, immer mehr zurück. Die 15 während des Vogelschutzcamps überführten Vogelfänger sind ein neuer Tiefstand – vor 10 Jahren waren es noch mehr als 50! Bei zwei Fällen dauern die Ermittlungen noch an.


06.11.2021, Malta

Mittig im Bild ist der "Usain Bolt" unter den maltesischen Wilderern. Bleibt zu hoffen, dass die schnelle Überführung ihm diesmal eine Lehre ist.
Mittig im Bild ist der "Usain Bolt" unter den maltesischen Wilderern. Bleibt zu hoffen, dass die schnelle Überführung ihm diesmal eine Lehre ist.

Notorischer Wilderer 24 Stunden nach Verurteilung erneut geschnappt. Auf Malta die Polizei nach einem Hinweis des Komitees gestern Morgen einen Vogelfänger überführt, der erst am Tag zuvor vom Strafgericht in Valletta wegen Wilderei verurteilt wurde. Dabei ging es um einen Fall von illegalem Finkenfang im Frühling 2019 – ebenfalls aufgedeckt durch ein Team des Komitees – weswegen der Mann zu einer Geldstrafe von 1,500 verurteilt wurde. Offenbar unbeeindruckt von der Strafe widmete sich der Mann direkt am nächsten Morgen wieder seiner egoistischen und illegalen Leidenschaft – und wurde prompt wieder von uns erwischt. Als Wiederholungstäter dürfte er dieses Mal nicht so glimpflich davonkommen. Unser Foto zeigt den Mann (in der Mitte) beim Abbau seines Fangnetzes zusammen mit Polizeibeamten gestern Morgen.


05.11.2021, Zypern

Komitee-Aktivist Davide C. nach dem Angriff auf Zypern
Komitee-Aktivist Davide C. nach dem Angriff auf Zypern

Komitee-Aktivist auf Zypern brutal angegriffen: Gestern Abend kam es in Avgorou zu einem schweren und gewalttätigen Angriff, als sich drei maskierte Vogelfänger in der Nähe ihrer illegalen Fanganlage auf einen italienischen Komitee-Aktivisten stürzten und ihn schwer verprügelten, sodass er fast bewusstlos wurde, das Blut von seinem Kopf strömte und er dringend ärztliche Versorgung benötigte.

Der Aktivist entdeckte Fangnetze mit einem lauten Lockgerät, mit dem Zugvögel angelockt werden sollten und meldete den Fundort sofort der Jagdaufsicht. Während er jedoch auf das Eintreffen der Beamten wartete, wurde er von einem Auto ohne Kennzeichen verfolgt und in die Enge getrieben. Anschließend wurde er von drei mit Sturmhauben bekleideten Fallenstellern angegriffen. Nach wiederholten Schlägen auf den Kopf und Körper stürzte der Aktivist zu Boden und wurde so lange getreten, bis er regungslos liegen blieb. Der Vogelschützer wurde sofort ins Krankenhaus gebracht, wo er wegen einer Gehirnerschütterung behandelt und an der Stirn genäht wurde. Obwohl er noch unter Schock steht, ist sein Zustand inzwischen stabil. Das Komitee gegen den Vogelmord hat eine Belohnung von 5.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Identifizierung der Angreifer führen.

Weitere Informationen finden Sie in unserer Pressemitteilung (Englisch) hier


05.11.2021, Malta

EPU-Beamte beim beschlagnahmen eines illegalen Netzes auf Malta.
EPU-Beamte beim beschlagnahmen eines illegalen Netzes auf Malta.

Großer Schlag gegen den illegalen Finkenfang auf Malta:
Gestern verkündete das Gericht in Valletta die Urteile gegen zwei Männer, die von unseren Teams beim illegalen Finkenfang nahe Tal-Merlha im Frühjahr 2019 gefilmt worden sind. Beide Männer wurden zu Geldstrafen von je 1.500 € verurteilt. Das Gericht ordnete außerdem den Entzug ihrer Fanglizenzen für zwei Jahre an.
Nach der Urteilsverkündung wurden Mitarbeiter des Komitees vorgeladen, um in insgesamt 18 weiteren Gerichtsverfahren gegen Wilderer auszusagen, die zwischen 2018 und 2020 überführt wurden. Diese Fälle sollen schließlich im kommenden Januar verhandelt werden. Darüber hinaus gehen wir davon aus, dass mindestens 32 weitere Fallensteller, bei denen seit 2020 Vergehen dokumentiert wurden, ebenfalls vor Gericht gestellt werden. In den letzten Tagen wurden sechs weitere Wilderer verhaftet. Dabei konnten 33 nicht registrierte Klappnetze und 131 lebende Finken beschlagnahmt werden, die alle an nicht registrierten Fangplätzen gefunden wurden.
Seit Mitte September haben Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord insgesamt 60 Fälle von illegalem Vogelfang an die maltesische Polizei gemeldet. Es wurden darauf mindestens 25 Täter identifiziert und 211 lebende Vögel beschlagnahmt – darunter Kernbeißer, Bluthänflinge, Buchfinken, Grünfinken, Stieglitze, Lerchen und Girlitze. Die abgebauten Fangmaterialien der Vogelfänger hatten einen Wert von mehreren Tausend Euro. Wir loben die EPU für die gute Zusammenarbeit und schnelle Reaktion ausdrücklich. Befürchten aber, dass die hervorragende Erfolgsbilanz einiger EPU-Beamter den Wilderern ein Dorn im Auge ist und diese ihren politischen Einfluss nutzen könnten.

Lesen Sie hier unsere Pressemitteilung in Englischer Sprache 


04.11.2021, Spanien

Erlenzeisige werden von den Vogelfängern genutzt, um wilde Verwandte anzulocken. Die gefangenen Vögel werden schließlich in Restaurants als Delikatessen angeboten.
Erlenzeisige werden von den Vogelfängern genutzt, um wilde Verwandte anzulocken. Die gefangenen Vögel werden schließlich in Restaurants als Delikatessen angeboten.

Klappnetze in Spanien: Die Verwendung von Netzen zum Vogelfang war in Spanien bis 2018 aufgrund einer Ausnahmeregelung erlaubt. Viele der bisher zugelassenen Vogelfänger halten sich nicht an das nun geltende Verbot und bleiben als Wilderer aktiv. Besonders betroffen sind Regionen im Osten und Süden Spaniens. Die Fangplätze (lokal als "Enfilat" bezeichnet) bestehen aus zwei horizontal parallel auf dem Boden liegenden Netzen, die mit Federn unter Spannung gehalten werden. Sie sind in der Regel 10 bis 20 Meter lang. Zwischen den Netzen befindet sich eine offene Fläche, auf der Futter oder Wasser angelegt wird oder Lockvögel in Käfigen platziert werden. Ein Vogelfänger versteckt sich in der Nähe der Fangstelle und löst die Netze manuell aus, wenn sich Vögel auf der offenen Fläche versammeln. Das Netz springt dann über den Vögeln zusammen. Ähnlich funktioniert auch der Finkenfang auf Malta. Die spanischen Vogelfänger haben es vor allem Hänflinge und Stieglitze abgesehen. Die bis 2018 jährlich erteilten Genehmigungen wurden nur für den Fang von Käfigvögeln erteilt. In Wirklichkeit werden jedoch nur die im Spätsommer gefangenen Jungvögel als Hausvögel verwendet, während die im Herbst gefangenen Vögel fast ausschließlich zum Verzehr als saisonale Delikatesse gefangen werden. In den letzten Tagen haben unsere Teams in Zusammenarbeit mit den Agentes Medambientales, den Agentes Rural de Catalunya und der Guardia Civil in einer Reihe von Razzien fünf Klappnetzanlagen gefunden und geschlossen. Die Agenten haben weitere Anlagen durchsucht. 45 Vögel wurden beschlagnahmt und freigelassen, darunter Zeisige, Stieglitze und vor allem Hänflinge.


01.11.2021, Zypern

Diese Singdrossel konnte als einziger von 9 Vögeln aus dem Netz der Vogelfänger lebend gerettet werden.
Diese Singdrossel konnte als einziger von 9 Vögeln aus dem Netz der Vogelfänger lebend gerettet werden.

Während der Hauptzug abnimmt haben unsere Teams die ersten Trupps von Drosseln beobachtet, die zum Überwintern auf Zypern eintreffen. Leider hat unser Team mit der Ankunft der Vögel auch beobachtet, dass in vielen bekannten Überwinterungsgebieten nun Fallen aufgestellt sind. In der britischen Militärzone haben wir den ersten Netzstandort zum Fang von Singdrosseln gefunden. Die Polizei wurde sofort gerufen, doch bevor sie eintraf hörten wir, wie die Wilderer die elektronischen Lockgeräte ausschalteten. Das Team ging in die Fanganlage, um die Fallensteller daran zu hindern die gefangenen Vögel zu töten und die Netze abzubauen. 2 Wilderer flüchteten sofort mit dem Auto, allerdings nahm die Polizei unsere Aussagen auf und wir konnten ihnen auch das Kennzeichen nennen. Als wir eintrafen hatten sie leider bereits 8 Drosseln getötet, sodass wir nur einen Vogel retten konnten. Die Polizei entfernte 2 Netze, das elektronische Lockgerät und 4 Stangen zum Netzaufbau.


31.10.2021, Italien

Illegal geschossenes Rotkehlchen in der italienischen Provinz Brescia.
Illegal geschossenes Rotkehlchen in der italienischen Provinz Brescia.

Illegale Singvogeljagd in Norditalien: Während die Verwendung von Fallen und Netzen in den Bergen westlich des Gardasees deutlich rückläufig ist, nimmt der Abschuss von geschützten Vogelarten immer mehr zu. Besondere Sorge macht uns die neue Mode junger Jäger, am späten Nachmittag kurz vor Anbruch der Dämmerung auf die Pirsch zu gehen. Im Wissen, dass die Polizei während der kurzen Zeit bis zur Dunkelheit die abgelegenen Jagdgebiete kaum erreichen kann, schießen die Täter rücksichtslos auf alles, was sich bewegt. Besonders oft werden Buch- und Bergfinken, Erlenzeisige und Kernbeißer, aber auch Wiesenpieper und Rotkehlchen unter Beschuss genommen. Die Teilnehmer des Komitee-Vogelschutzcamps in Norditalien legen sich deswegen inzwischen an fast jedem Abend in den bekannten Gebieten auf die Lauer und versuchen, Video- und Fotomaterial von den Tätern zu erstellen und die Polizei gezielt zu den Tatorten zu lotsen. In den letzten drei Wochen haben wir auf diese Art und Weise bereits 17 Jäger überführen können - über 160 tote Vögel wurden dabei sichergestellt, ebenso wie 17 Flinten.


29.10.2021, Spanien

Parany in der Region Valencia (Archivbild)
Parany in der Region Valencia (Archivbild)

Anti-Wilderei-Aktion in Spanien: Wie jeden Herbst, wenn die ersten Drossel- und Finkentrupps in Spanien eintreffen, ist die Vogelwilderei in der Region Valencia wieder weit verbreitet.In den letzten Tagen hat unser Team bereits mehrere riesige traditionelle Fanganlagen, so genannte "Parany", gefunden, die mit nachts abgespielten elektronischen Lockgeräten und Hunderten dünnen Leimruten ausgestattet sind. Sie bestehen aus alten Bäumen von denen einige seit Jahrhunderten genutzt werden. Sie haben kaminartige Äste, die an der Spitze der Anlage nach oben zeigen. Zwischen diesen "Fingern" sind horizontale Leimruten befestigt. Ein Gewirr von Leitern und Brücken führt in die Spitze der Anlage, wo sich die Vogelfänger über mehrere Etagen bewegen können.In Herbstnächten locken die lauten Lockgeräte ganze Schwärme von Zugvögeln ins Verderben. Die angelockten Vögel – hauptsächlich Drosseln, Rotkehlchen, Mönchsgrasmücken und verschiedene Finken – versuchen sich auf den horizontalen Stangen niederzulassen, bleiben an den lose angebrachten Leimruten hängen und fallen dann zu Boden. Die Wilderer drehen etwa dreimal pro Nacht ihre Runden und sammeln die am Boden zappelnden Vögel ein oder nehmen sie aus unter den Bäumen gespannten Netzen. Die Vögel werden dann mit einem Pad, einer Art Kescher, aufgehoben und getötet, um anschließend gegessen oder auf dem Schwarzmarkt als traditionelles Gericht (Pajaritos fritos) gehandelt zu werden.Tagsüber gehen die Wilderer meist mit großen Klappnetzen auf Finkenfang (ähnlich wie auf Malta). Mehr als ein Dutzend solcher Standorte werden derzeit untersucht und wir werden zu gegebener Zeit dazu berichten.Bisher haben wir zusammen mit der SEPRONA Guardia Civil (Polizei) und Agents Mediambientals (Jagdaufsicht) drei große Parany-Anlagen geschlossen und rund 2000 Leimruten beschlagnahmt.


28.10.2021, Deutschland

Eine der geschossenen Graugänse im Naturschutzgebiet "Sauldorfer Baggerseen".
Eine der geschossenen Graugänse im Naturschutzgebiet "Sauldorfer Baggerseen".

Verantwortungslose Gänsejagd im Schutzgebiet: Obwohl die Fläche ausdrücklich als Rastgebiet für Wasservögel ausgewiesen ist, haben Jäger am vergangenen Samstag im Naturschutzgebiet (NSG) „Sauldorfer Baggerseen“ (Landkreis Sigmaringen) auf abends auf ihrem Schlafgewässer landende Wildgänse geschossen. Dabei wurden rund 20 Schüsse abgegeben und acht Graugänse getötet. Zeugen hatten die Gesellschaftsjagd mit rund 10 Teilnehmern beobachtet, fotografisch dokumentiert und das Komitee informiert. Wir haben den Vorfall heute bei der zuständigen Landrätin Stefanie Bürkle als Untere Jagd- und Naturschutzbehörde angezeigt. Dabei wurde sowohl auf das in der für das Gebiet gültigen NSG-Verordnung enthaltene Jagdverbot als auch auf die massive Störung der in dem Gebiet rastenden Vogelmassen hingewiesen. Graugänse gehören zu den in Baden-Württemberg jagdbaren Vogelarten, die Jagd an Schlafgewässern und in der Dämmerung gilt jedoch als „unweidmännisch“ und ist deshalb weitgehend verboten.


27.10.2021, Frankreich

Freilassung einer Singdrossel (Archivbild)
Freilassung einer Singdrossel (Archivbild)

Der französische Staatsrat setzt den Vogelfang aus: Ein großer Sieg für die Vögel und ein großes Dankeschön an unsere Freunde und Partner bei LPO France und One Voice. Bei der Anhörung am 21. Oktober schienen sich alle Parteien einig zu sein, dass der nicht selektive Fang von Wildvögeln rechtswidrig ist, nachdem der Europäische Gerichtshof am 17. März 2021 und der Staatsrat am 28. Juni 2021 die Rechtswidrigkeit von Leimruten in Südostfrankreich bestätigt hatten. Ebenso wurden die Ausnahmeregelungen, die den Fang von Lerchen im Südwesten und von Kiebitzen, Goldregenpfeifern, Drosseln und Amseln in den Ardennen für die Saison 2019-2020 erlaubten, vom Staatsrat am 6. August 2021 annulliert.

Die Nachgiebigkeit der Regierung gegenüber der Jagdlobby wurde jedoch nicht berücksichtigt: Am 15. Oktober unterzeichnete das Ministerium, das normalerweise für die biologische Vielfalt zuständig ist, vier neue strittige Anordnungen, die den Fang von:

- 106.285 Feldlerchen mit Pantes (horizontale Netze) und Matolen (Fallkäfige) in 4 Departements im Südwesten Frankreichs (Landes, Gironde, Lot-et-Garonne und Pyrénées-Atlantiques)

- 1.200 Kiebitze, 30 Goldregenpfeifer und 5.800 Drosseln mit Fallnetzen oder Rosshaarschlingen (Ardennen).

Die LPO und One Voice begründeten die Dringlichkeit der Aussetzung insbesondere mit dem schlechten Erhaltungszustand einiger Zielarten und der fehlenden Selektivität der angewendeten Fallen, die Arten, darunter auch geschützte Arten, fangen, verstümmeln und sogar töten. Ganz zu schweigen von der Gefahr, dass Frankreich, das bereits wegen der Zulassung dieser Praktiken abgemahnt wurde, vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt wird.

Vertreter des zuständigen Ministeriums behaupteten während der Anhörung, dass das Fallenstellen weniger brutal sei als der Abschuss und dass die auf diese Weise gefangenen Vögel nicht leiden, weil ihnen der Hals umgedreht wird!

Der nationale Verband der Jäger hatte mit "Störung der öffentlichen Ordnung" gedroht, falls die Fanganordnungen aufgehoben werden würden! Natürlich müssen wir das abschließende Urteil abwarten, was mehrere Monate dauern kann.

Die zynische Strategie der Regierung, die darin bestand, Anordnungen, die in den Vorjahren unter Vorspiegelung falscher Tatsachen gebrochen worden waren, am Tag vor ihrer Anwendung und oft an einem Wochenende zu wiederholen, um die Wilderei fortzusetzen, ist damit hinfällig. Dennoch konnten zwischen dem 16. Oktober und dem 25. Oktober Tausende Vögel illegal getötet werden.

Das Komitee gegen den Vogelmord hatte in der Vergangenheit bereits mehrmals Teams zur Unterstützung der Kampagne entsandt, die den nicht selektiven Charakter der Fangmethoden dokumentierten. Auch in Zukunft werden regelmäßig Komitee-Teams zur Überwachung der Verbote in Frankreich aktiv sein und auf die Einhaltung der Verbote achten. Drücken wir die Daumen, dass sie dieses Mal für immer gelten!


Malta, 26.10.2021

Hier beschlagnahmen die Beamten ein illegales Klappnetz auf Malta, mit dem Finken gefangen werden sollten.
Hier beschlagnahmen die Beamten ein illegales Klappnetz auf Malta, mit dem Finken gefangen werden sollten.

Finkenfang-"Forschungsprojekt" führt zu Wilderei-Chaos auf Malta – Schwache Strafverfolgung durch "systematisches Versagen und Inkompetenz" innerhalb der Regulierungsbehörde Wild Bird Regulation Unit (WBRU) verursacht. Es ist offensichtlich, dass die Teilnehmer des dubiosen "Finkenfang-Forschungsprojekts" der Regierung ungestraft Tausende von Singvögeln wildern. Das Komitee gegen den Vogelmord hat bereits mehr als 110 aktive Finkenfangstellen ausfindig gemacht, die nicht in den von der WBRU am 20. Oktober veröffentlichten GPS-Daten der erlaubten Stellen aufgeführt sind. Die meisten Beamten verfügen immer noch nicht über Karten, Tablets oder sonstige Hilfsmittel, die es ihnen ermöglichen würden, zwischen legalen und illegalen Standorten zu unterscheiden. Darüber hinaus sind viele der von der Regierung veröffentlichten Daten falsch eingezeichnet und es ist klar, dass die Vollzugsbeamten nicht in der Lage sind, gezielte Kontrollen durchzuführen oder sich auf Wilderer zu konzentrieren, die das Durchsetzungschaos ausnutzen. Trotz dieser schwierigen Bedingungen konnten das Komitee und Mitglieder der Umweltschutzeinheit der Polizei (EPU) am Wochenende mehrere Vogelwilderer überführen.

 Lesen Sie hier die vollständige Pressemitteilung von heute (auf Englisch)


24.10.2021, Italien

Diese Schlagfallen werden in der Provinz Brescia für den Singvogelfang verwendet.
Diese Schlagfallen werden in der Provinz Brescia für den Singvogelfang verwendet.

Im norditalienischen Brescia ist uns heute morgen der bislang "dickste Fisch" des seit Anfang Oktober laufenden Vogelschutzcamps ins Netz gegangen: Auf einem Bergrücken westlich des Gardasees hatte der lizenzierte Jäger insgesamt 78 Schlagfallen für Rotkehlchen aufgestellt. Als der Täter am frühen Sonntagmorgen seine Fallen kontrollieren wollte, schlugen die vom Komitee gegen den Vogelmord zu der Fangstelle gebrachten Polizisten zu. Über ein Dutzend Rotkehlchen hatte der Mann an diesem Morgen bereits gefangen. Seinen Jagdschein verliert er sicher, dazu kommt eine Geldstrafe. Es ist Wilderer Nr. 25. des Einsatzes - bislang wurden 133 Schlagfallen, 98 Bogenfallen und 12 Fangnetze sichergestellt.


23.10.2021, Libanon

Das Schicksal dieses ca. 10 Jahre alten Schwarzstorchs ist kein Einzelfall. Durch Ringfunde ist die Herkunft von 500 Jagdopfern aus dem Libanon bekannt.
Das Schicksal dieses ca. 10 Jahre alten Schwarzstorchs ist kein Einzelfall. Durch Ringfunde ist die Herkunft von 500 Jagdopfern aus dem Libanon bekannt.

Tschechischer Schwarzstorch abgeschossen: Bei unserem Einsatz im Libanon haben unsere Teams in den letzten Wochen zahlreiche Belege für den massenhaften Abschuss und Fang europäischer Zugvögel gesammelt. Darunter auch die Geschichte von Schwarzstorch „62U7“, der im Sommer 2010 als Jungvogel in einem Nest in Böhmen (Tschechien) geschlüpft ist und dort von Ornithologen mit einem Farbring mit der Signatur „62U7“ markiert wurde. Seitdem pendelte der Storch mindestens neun Mal zwischen seinem Brutgebiet und seinem afrikanischen Winterquartier hin und her und legte dabei vermutlich mehr als 100.000 Kilometer zurück. Die letzte Sichtung des Storches erfolgte nach Angaben der tschechischen Beringungszentrale im September 2019 in Zentralböhmen, danach verliert sich seine Spur. Zwei Jahre später, im September 2021, werden unserem Team im Libanon Fotos aus dem Haus eines Präparators zugespielt. Darauf zu sehen ist Storch 62U7, noch mit seinem Farbring am Bein, ausgestopft als Jagdtrophäe. Das Schicksal des prächtigen Storchs ist kein Einzelfall. Eine im Auftrag des Komitees durchgeführte Auswertung von mehr als 500 Ringfunden zeigt, dass Zugvögel aus insgesamt 28 Ländern von der illegalen Jagd und Fang im Libanon betroffen sind. Die Studie erscheint demnächst im Journal „Sandgrouse“, das von der Ornithologischen Gesellschaft für den Nahen Osten (OSME) herausgegeben wird. 



22.10.2021, Zypern

Beim Einsatz konnte diese Mönchsgrasmücke zusammen mit 149 weiteren Singvögeln aus Netzen befreit werden.
Beim Einsatz konnte diese Mönchsgrasmücke zusammen mit 149 weiteren Singvögeln aus Netzen befreit werden.

Wildererbande in britischer Militärzone auf Zypern verhaftet: Diese Woche war eines unserer Teams an einer erfolgreichen Aktion beteiligt, bei der eine ganze Bande von Wilderern in Ayios Nikolaos, einem der Hauptschwerpunkte des illegalen Vogelfangs im östlichen Militärgebiet auf Zypern, festgenommen wurde. Das Team entdeckte in der Nacht ein lautes elektronisches Lockgerät und meldete den Standort sofort an die Anti-Wilderei-Einheit der SBA-Polizei. Die Polizeibeamten bereiteten am Morgen einen Hinterhalt vor und überraschten zwei Fallensteller, die fünf große Netze aufgestellt hatten. Die Vogelfänger wurden verhaftet und ihre Fangausrüstung beschlagnahmt. Über 150 Vögel wurden aus den Netzen befreit. Die polizeilichen Ermittlungen am Fangort und auf dem Gelände der Fallensteller führten zur Beschlagnahmung von 3 weiteren Netzen und 25 Leimruten. Die Aktion war die jüngste in einer Reihe erfolgreicher Operationen gegen organisierte Fallenfänger, die in Zusammenarbeit zwischen dem Komitee gegen den Vogelmord und der Anti-Wilderei-Einheit der SBA-Polizei durchgeführt wurden.

Eine Pressemeldung in englischer Sprache finden Sie hier.


21.10.2021, Italien

Gefangene Vögel erleiden durch die Archetti stundenlang größte Schmerzen.
Gefangene Vögel erleiden durch die Archetti stundenlang größte Schmerzen.

In einem Dorf am Iseosee (Norditalien) konnte die Polizei gestern nach einem Hinweis des Komitees gegen den Vogelmord einen Tierquäler auf frischer Tat überführen. Der Mann hatte im Wald hinter seinem Haus 51 Bogenfallen (auf Italienisch "Archetti") zum Vogelfang aufgestellt. Archetti gehören zu den brutalsten Tierfallen überhaupt. Die Vögel geraten mit den Beinen in eine Fangschlinge und bleiben mit völlig zerschmetterten Knochen kopfüber hängen, bis sie verbluten oder vom Vogelfänger getötet werden. Sie werden ausschließlich zum Fang für Rotkehlchen verwendet, die als lokale Delikatesse gelten. Der Täter ist ein "alter Bekannter" des Komitees - wir hatten ihm schon in den 1990er Jahren mehrfach die Fallen abgebaut, 2009 scheiterte ein erster Versuch, ihn in Kooperation mit der Forstpolizei zu überführen. Nun erwartet ihn endlich ein Gerichtsverfahren wegen Wilderei und Tierquälerei in einem besonders schweren Fall, die Strafe wird bei mehrere Tausend Euro liegen. 


21.10.2021, Lesetipp

In der EU werden immer noch über 100.000 Kiebitze legal bejagt, obwohl viele Populationen seit Jahren negative Bestandsentwicklungen vorweisen.
 Thomas Krumenacker 
In der EU werden immer noch über 100.000 Kiebitze legal bejagt, obwohl viele Populationen seit Jahren negative Bestandsentwicklungen vorweisen.

"Ein unverantwortlicher Kniefall vor der Jagdlobby“ - Im Interview mit Thomas Krumenacker von den RiffReportern fordert Komiteesprecher Axel Hirschfeld einen besseren legalen Schutz für Vögel in der EU und warnt vor Fehlinterpretationen durch Rote Listen. Das vollständige Interview finden Sie hier.








20.10.2021, Malta

Das Filmen von Wildereivergehen, dient zur Beweissammlung und gehört zum Handwerk der Bird Guards auf Malta.
Das Filmen von Wildereivergehen, dient zur Beweissammlung und gehört zum Handwerk der Bird Guards auf Malta.

Langsame Polizeiarbeit auf Gozo: Gestern beobachtete eines unserer Teams auf Gozo einen maskierten Mann, der illegal ein Fangnetz für Finken aufstellte. Die Polizei wurde zum Tatort gerufen, doch der Verdächtige hatte noch genügend Zeit, sechs lebende Lockvögel einzusammeln und zu fliehen, während die Polizeibeamten sich gemächlich dem Tatort näherten, ohne den Verdächtigen überhaupt zu verfolgen. Der Fallensteller konnte inzwischen identifiziert werden, da unser Team auch das Nummernschild seines Fahrzeugs ermitteln konnte. Allein gestern wurden vier weitere Vogelfänger aufgrund von Meldungen des Komitees an die Polizei gefasst. Erst vor wenigen Tagen hatte die maltesische Regierung zugestimmt, das umstrittene Gesetz für den "Vogelfang zu wissenschaftlichen Zwecken" aufzuheben, nachdem der Europäische Gerichtshof ein Vertragsverletzungsverfahren für das Jahr 2020 gegen Malta eingeleitet hatte. Doch heute hat die Regierung in Valletta erneut eine völlige Kehrtwende gemacht und angekündigt, dass sie nun tatsächlich mehr als 3.000 registrierten Fallenstellern erlauben wird, mit dem sogenannten „Finkenfang-Forschungsprojekt" fortzufahren – unter dem Versprechen einer strengen Überwachung und Umsetzung der Strafverfolgung. Hier ein Eindruck von diesem Versprechen, sieht so strenge Überwachung aus?


19.10.2021, Malta

Insgesamt 12 Singvögel, darunter Erlenzeisige, Bluthänflinge und Kernbeißer konnten in einem Naturschutzgebiet freigelassen werden.
Insgesamt 12 Singvögel, darunter Erlenzeisige, Bluthänflinge und Kernbeißer konnten in einem Naturschutzgebiet freigelassen werden.

Vogelfang im Regierungsviertel: Auf Malta hat die Polizei nach Vorarbeit des Komitees erneut einen Finkenfänger aus dem Verkehr gezogen. Das Kuriose: Der Mann hatte sein Klappnetz auf einem schmalen Grünstreifen mitten im Regierungsviertel der Hauptstadt Valletta aufgebaut. Genauer gesagt direkt gegenüber dem Ministerium für Transport und Infrastruktur, was wiederum in nur etwa 250 Meter Luftlinie vom Hauptquartier der maltesischen Polizei liegt. So dauerte es auch nicht lange, bis eine Streife auf den Anruf unserer Aktivisten reagierte und den Mann in seiner Fanghütte überraschen konnte. Ein Paar große Klappnetze und 12 lebende Lockvögel, darunter Erlenzeisige, Hänflinge und Kernbeißer, wurden beschlagnahmt und später in einem Naturschutzgebiet freigelassen. Der Vogelfänger wurde von der Polizei zur Befragung mitgenommen, gegen ihn wird Anklage wegen des Fangs geschützter Vogelarten erhoben. Insgesamt wurden nach Hinweisen des Komitees an die Polizei seit Anfang September bisher 14 illegale Fangplätze stillgelegt und rund 130 lebende Singvögel beschlagnahmt. Die Aktionen dauern noch bis Ende November.


17.10.2021, Zypern

Auf Zypern können mit dem richtigen Timing viele Vögel, wie hier diese weibliche Mönchsgrasmücke, aus Netzen gerettet werden.
Auf Zypern können mit dem richtigen Timing viele Vögel, wie hier diese weibliche Mönchsgrasmücke, aus Netzen gerettet werden.

Update von unserem Vogelschutzcamp auf Zypern: Mit dem Höhepunkt des Singvogelzugs in den letzten zwei Wochen befindet sich auch die Wilderei auf dem Höhepunkt. Die meiste Energie haben wir in die Bekämpfung des industriellen Vogelfangs mit Netzen investiert. Aufgrund fehlender Nachtpatrouillen der Behörden ist es jedoch sehr schwierig, die Strafverfolgung dauerhaft sicherzustellen. Glücklicherweise haben sich die Jagdaufsicht des Game and Fauna Service bereit erklärt, frühere Schichten zu übernehmen, so dass wir in den letzten zwei Wochen vier Wilderer mit Netzen überführen konnten. Bei einem dieser Vorfälle, an dem gleich zwei Wilderer beteiligt waren, wurde einem Jagdaufseher Pfefferspray ins Gesicht gesprüht! Die Verdächtigen wurden später identifiziert und auf die Polizeistation gerufen. Wie bereits Anfang der Woche berichtet, kommt es auf der ganzen Insel immer wieder zu illegalen Abschüssen geschützter Arten während des Tages. Insgesamt haben unsere Teams seit Anfang September zusammen mit den Behörden 1215 Leimruten, 61 Netze und 46 elektronische Lockgeräte (31 für den Fang mit Fallen und 15 für die Jagd mit der Flinte) beschlagnahmt, 26 Strafverfahren eingeleitet (19 für den Fang mit Fallen und 7 für illegale Abschüsse) und 952 Vögel aus Fallen befreit! Als direktes Ergebnis unserer Arbeit konnten zehntausende weitere Zugvögel die Insel unversehrt passieren und den Zug nach Afrika fortsetzen!

Bitte engagieren Sie sich für den Zugvogelschutz – unterstützen Sie uns oder ermöglichen Sie unsere Arbeit mit einer Spende. Jedes bisschen hilft! Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website


16.10.2021, Spanien

Lockvögel werden häufig in viel zu kleinen und verschmutzten Käfigen gehalten. Sie sind oft in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand.
Lockvögel werden häufig in viel zu kleinen und verschmutzten Käfigen gehalten. Sie sind oft in einem sehr schlechten gesundheitlichen Zustand.

Verhaftungen in Spanien: In Valencia hat die Generalitat Valenciana zwei Verhaftungen vorgenommen, nachdem Mitarbeiter des Komitees ihnen Informationen über zuvor bekannte Fangplätze in der Region mittgeteilt hatten. An einem Standort wurde ein Wilderer nicht mit Netzen, sondern mit mehr als einem Dutzend frisch geschossener Türkentauben erwischt! In einem anderen Fall fanden die Beamten einen Singvogelfänger mit einem Klappnetz und 12 lebenden Lockvögeln - 9 Hänflinge und 3 Stieglitze. Die Vögel wurden unter schrecklichen Bedingungen gehalten und werden zur Rehabilitation in eine Auffangstation gebracht, bevor sie freigelassen werden können. Das Komitee wird außerdem ein Team zur Unterstützung der Behörden entsenden, um Dutzende weitere mutmaßlich aktive Fallenplätze kontrollieren.


16.10.2021, Italien

Eine ganze Palette von geschossenen Zugvögeln hatten die Männer bei sich, darunter auch einige Heidelerchen (ein Individuum hier links im Bild).
Eine ganze Palette von geschossenen Zugvögeln hatten die Männer bei sich, darunter auch einige Heidelerchen (ein Individuum hier links im Bild).

Illegale Singvogeljagd in Italien: Im Val Camonica - dem Tal nördlich des Iseosees an der Grenze zwischen den Provinzen Bergamo und Brescia - konnte die Polizei aufgrund von Hinweisen des Komitees gegen den Vogelmord in den letzten Tagen fünf Singvogeljäger auf frischer Tat überführen. Die Männer hatten in den Feldern und Weinbergen rund um die Städte Pisogne, Darfo und Breno mithilfe verbotener elektronischer Lockanlagen auf geschützte Singvögel geschossen. Neben Jagdwaffen, Munition und Lockgeräten wurden 46 frisch getötete Vögel sichergestellt - Buch- und Bergfinken, Erlenzeisige, Girlitze, Kernbeißer, Wiesenpieper und sogar Heidelerchen. Zwei lebende Wiesenpieper, die als Lockvögel eingesetzt waren, wurden ebenfalls beschlagnahmt. Das Vogelschutzcamp in Brescia läuft noch bis Anfang November, insgesamt sind 45 Ehrenamtler aus Italien, der Schweiz, Großbritannien und Deutschland beteiligt.


15.10.2021, Malta

Wegen des Vertragsverletzungsverfahrens der EU-Kommission findet in diesem Jahr kein Finkenfang auf Malta statt.
Wegen des Vertragsverletzungsverfahrens der EU-Kommission findet in diesem Jahr kein Finkenfang auf Malta statt.

Vogelfang auf Malta: Regierung stoppt angebliches „Forschungsprojekt“. Kurz vor dem Beginn der diesjährigen Fangsaison hat die Regierung in Valletta das umstrittene Gesetz zum „Vogelfang für wissenschaftliche Zwecke“ aufgehoben. Premier Robert Abela reagiert damit auf Warnungen der EU-Kommission, die deswegen im Dezember 2020 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen das Land eingeleitet hatte. Das Komitee und sein Partnerverband BirdLife Malta begrüßen die Entscheidung. Beide Organisationen hatten das Projekt von Anfang an scharf kritisiert und belegt, dass es den mehr als 3.000 beteiligten Vogelfängern nicht um Forschung, sondern um den illegalen Fang von wilden Finken für Haltung und Handel geht. Um zu kontrollieren, ob sich die Fänger an das Verbot halten, wird das Komitee ab nächste Woche mit zwei Teams auf Malta und Gozo im Einsatz sein.


13.10.2021, Zypern

Über 40 Singvögel wurden von den drei Wilderern bei Mazotos getötet, besonders viele Rotkehlpieper waren betroffen.
Über 40 Singvögel wurden von den drei Wilderern bei Mazotos getötet, besonders viele Rotkehlpieper waren betroffen.

Noch Mehr Singvogelabschüsse in Zypern: Wie gestern berichtet, ist unser Vogelschutzcamp in Zypern in diesem Jahr sehr beschäftigt mit täglichen Vorfällen von illegalem Fang und der Jagd von geschützten Arten. In der Nähe der Küste in Mazotos (im selben Gebiet, in dem bereits der Abschuss von Weidensperlingen dokumentiert wurde) beobachtete eines unserer Teams drei Wilderer sowie ein Kind, die jeden einzelnen Vogel, der über ihnen flog, aufscheuchten und beschossen. Wie im Clip zu sehen ist, wurde ein Mann dabei beobachtet, wie er die verletzten Vögel auf dem Boden zu Tode prügelte. Wir riefen die Jagdaufsicht, als diese eintrafen hatten die Wilderer bereits über 40 geschützte Vögel getötet. Die Verdächtigen flohen mit dem Auto aus dem Gebiet und ließen einen Sack mit frisch getöteten und gerupften Vögel, hauptsächlich Rotkehlpieper, zurück. Aufgrund der von unserem Team gesammelten Beweise wurden die Wilderer auf die Polizeistation vorgeladen, in diesem Fall wurde ein Mann wegen des Abschusses von geschützten Rotkehlpiepern zu einer Geldstrafe von 2000 € verurteilt. Das Video können Sie sich hier anschauen.


12.10.2021, Zypern

Die Vogeljäger hatten über 20 Weidensperlinge in einer Tüte verstaut und in einem Busch versteckt.
Die Vogeljäger hatten über 20 Weidensperlinge in einer Tüte verstaut und in einem Busch versteckt.

Schlag gegen Sperlingsschützen auf Zypern: Unser Vogelschutzcamp auf Zypern ist in diesem Jahr sehr aktiv – täglich gibt es Fälle von weit verbreiteten illegalen Fallen und der Jagd auf geschützte Arten. Am Samstag beobachtete eines unserer Teams eine Gruppe von Jägern, die auf alles schossen, was über sie hinwegflog – darunter Bienenfresser, Schwalben, Bachstelzen und Weidensperlinge. Die Schützen wurden dabei beobachtet, wie sie eine Tasche voller geschossener Vögel in einem Busch hinter ihrem Auto versteckten. Die herbeigerufene Jagdaufsicht beschlagnahmte die Tüte, in der sich 24 erschossene Weidensperlinge befanden. Ein Jäger wurde vorläufig festgenommen und wird wegen illegaler Jagd mit einer Geldbuße von 200 € bestraft. Achtung: nicht 2000 € wie ursprünglich gemeldet! Weidensperlinge stehen auf einer Liste von 14 Arten, für die Wilderer in Zypern eine Reduzierung von 90 % der ursprünglich angelegten Strafe erhalten, wenn sie beim Töten dieser Arten erwischt werden.


11.10.2021, Hessen

Das Foto zeigt einen frisch gefangenen Girlitz in einer der Lebendfalle des Vogelfängers.
Das Foto zeigt einen frisch gefangenen Girlitz in einer der Lebendfalle des Vogelfängers.

Razzia in Hessen: Polizei geht gegen Singvogelfänger im Kreis Fulda vor. Nach einer Strafanzeige des Komitees gegen den Vogelmord haben Polizei und Naturschutzbehörden heute das Haus eines Vogel-Wilderers in der Gemeinde Hosenfeld (Kreis Fulda, Hessen) durchsucht. Dabei wurden im Garten mehrere aktive Fanggeräte für Singvögel und in einer Voliere Dutzende lebende Finken und andere einheimische Vögel entdeckt und sichergestellt. Im Vorfeld der Durchsuchung hatten Experten des Komitees der zuständigen Staatsanwaltschaft Fulda umfangreiche Beweise für die illegalen Aktivitäten des Mannes vorgelegt. Darunter auch Fotos und Videos, die den Mann beim Aufstellen und Aktivieren von Vogelfallen zeigen und den Fang von Girlitzen, Grünfinken und Meisen belegen. Biologen des Komitees hatten außerdem in der Voliere des Mannes zahlreiche offenbar illegal gehaltene Stieglitze, Zeisige, Hänflinge und andere Singvögel festgestellt. Bei der heutigen Maßnahme wurden zahlreiche Fallen und weitere Beweismittel sichergestellt. Die lebenden Vögel wurden von Mitarbeitern der Naturschutzbehörde beschlagnahmt und sollen später freigelassen werden. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren bzw. eine hohe Geldstrafe.


10.10.2021, Libanon

Die sofortige tierärztliche Versorgung rettete dem Weißstorch das Leben. Foto: Lebanese Wildlife
Die sofortige tierärztliche Versorgung rettete dem Weißstorch das Leben. Foto: Lebanese Wildlife

Weißstorch-Rettung im Libanon: Während unseres Vogelschutzcamps im Libanon in Zusammenarbeit mit der SPNL und der MESHC Anti-Wilderei-Einheit waren unsere Teams damit beschäftigt, so viele Zugvögel wie möglich aus zahlreichen Fällen von illegalem Abschuss, Gefangenschaft und Handel zu retten. In einem solchen Fall wurde dieser Weißstorch in der Nähe der Stadt Boudai angebunden und abgemagert aufgefunden. Der Vogel war zum Verkauf angeboten worden. Zusammen mit Beamten der libanesischen Sicherheitskräfte wurde der Storch beschlagnahmt und wir koordinierten mit unseren Freunden von Lebanese Wildlife einen Transport zur sofortigen tierärztlichen Untersuchung. Leider scheinen seine Überlebenschancen gering zu sein. Er wurde insgesamt sehr schwach mit einem gebrochenen Flügel, dehydriert und ausgeblutet eingeliefert. Nun wird er bestmöglich versorgt und beobachtet, ob sich sein Zustand verbessert.


08.10.2021, Italien

Diese gefangene Mönchsgrasmücke sollte weitere Artgenossen anlocken. Grasmücken werden in vielen Ländern für den Verzehr gefangen.
Diese gefangene Mönchsgrasmücke sollte weitere Artgenossen anlocken. Grasmücken werden in vielen Ländern für den Verzehr gefangen.

Erste Wilderer in Brescia überführt: Das Vogelschutzcamp des Komitees gegen den Vogelmord im norditalienischen Brescia läuft nun schon 5 Tage - jetzt konnten die ersten beiden Wilderer aufgrund unserer Hinweise erwischt werden. Ein Mann hatte nördlich der Provinzhauptstadt Brescia ein Fangnetz für Grasmücken aufgestellt und mit lebenden Mönchsgrasmücken als Lockvögel bestückt. Als die Polizeibeamten den Täter stellten, fanden sie eine frisch gefangene Amsel in dem Netz - sie konnte unversehrt befreit werden. Der zweite Wilderer wurde westlich des Gardasees von den Carabinieri erwischt. Der lizenzierte Jäger hatte rund um seine Schießhütte lebende Erlenzeisige als Lockvögel aufgestellt. Erlenzeisige sind streng geschützt, gelten aber immer noch als als Delikatesse. Unser Vogelschutzcamp läuft noch bis Anfang November und deckt damit die gesamte Fangsaison in Norditalien ab.


07.10.2021, Libanon

Mit diesen Turmfalken und dem Bal-Chatri sollten weitere Falken angelockt und gefangen werden.
Mit diesen Turmfalken und dem Bal-Chatri sollten weitere Falken angelockt und gefangen werden.

Turmfalkenrettung im Libanon: Nach einem Hinweis einer lokalen Behörde konnte ein Team des Komitees gegen den Vogelmord zusammen mit seinen libanesischen Partnern SPNL und MESHC am Qaraoun-See im Bekaa-Tal eine Fangstelle für Greifvögel stilllegen und vier Turmfalken retten. Vogelfänger hatten unweit des Ufers mehrere sogenannte "Bal-Chatri" aufgestellt - mit feinen Nylonschlingen ausgestattete Fanggeräte für Greifvögel, die mit lebenden Wachteln beködert waren. Die vier Falken waren ebenfalls als Lockvögel an den Fallen positioniert - mit zugenähten Augenliedern und mit Kappen über den Köpfen waren die Tiere ruhiggestellt und mit Ziegelsteinen am Boden fixiert. Die von uns gerufene Polizei hat die misshandelten Vögel ebenso wie die Wachteln sichergestellt und zur neuen Auffangstation unserer Jagdaufseher in Chtoura gebracht. Dort werden sie nun gepflegt und auf die Freilassung vorbereitet.


06.10.2021, Frankreich

Von Jägern getötete Feldlerchen (Archivfoto)
Von Jägern getötete Feldlerchen (Archivfoto)

Wahlkampf auf Kosten unserer Singvögel: In Frankreich versucht Präsident Emanuel Macron offenbar, mit Stimmen der Jäger und Wilderer die Wahl im kommenden April zu gewinnen. Gerade bereitet die Regierung in Paris den Fang von über 110.000 Wildvögeln vor, obwohl der französische Staatsrat und der Europäische Gerichtshof die angewendeten traditionellen Methoden erst kürzlich für illegal erklärt haben. Die Entwürfe sehen den Fang von 106.500 Feldlerchen, 1.200 stark bedrohten Kiebitzen und 30 Goldregenpfeifern sowie 5.800 Singdrosseln und Amseln mit Klappnetzen und Rosshaarschlingen vor. Unsere Partner von der LPO arbeiten gerade fieberhaft gegen die Pläne der Regierung. Sollten die Vogelfänger tatsächlich - aller Vernunft zum Trotz - wieder eine Genehmigung bekommen, werden wir mit unseren französischen Freunden in der bevorstehenden Fangsaison gemeinsame Kontrollen der grausamen Praxis durchführen und eine erneute Kampagne für deren endgültiges Verbot starten.


04.10.2021, Bayern

Der in Bayern gefundene Rotmilan starb innerhalb von wenigen Minuten.    Foto: S. Koppe
 S.Koppe 
Der in Bayern gefundene Rotmilan starb innerhalb von wenigen Minuten. Foto: S. Koppe

Anhaltende Greifvogelverfolgung in Deutschland: Obwohl unser Fokus während dieser Jahreszeit auf den Durchzugsgebieten der Zugvögel im Mittelmeerraum liegt, bleibt die Lage für viele Greifvögel auch in Deutschland angespannt. Vor wenigen Tagen wurde in Oberbayern ein äußerst geschwächter Rotmilan gefunden, dem eine bräunliche Flüssigkeit aus dem Hals tropfte. Leider verstarb der Greifvogel innerhalb weniger Minuten. Beide Symptome deuten auf einen akuten Vergiftungsverdacht hin. Der Rotmilan reiht sich damit leider in die lange Reihe der dokumentierten Fälle illegaler Greifvogelverfolgung in diesem Jahr ein. Im Rahmen des extra auf die Greifvogelverfolgung ausgelegten Komitee-Projekts EDGAR wurden in diesem Jahr 65 Fälle der illegalen Greifvogelverfolgung in Deutschland bekannt. Dabei wurden 93 Greifvögel mit Vorsatz getötet – darunter 25 Rotmilane, für die Deutschland eine internationale Verantwortung trägt, denn etwa die Hälfte der Weltpopulation brütet in der Bundesrepublik. In den meisten Fällen, wie auch hier, gibt es einen mutmaßlichen Bezug zu Geflügelhaltungen oder der Niederwildjagd. 


03.10.2021, Zypern

Befreiung einer Mönchsgrasmücke aus einem Fangnetz, Zypern September 2021
Befreiung einer Mönchsgrasmücke aus einem Fangnetz, Zypern September 2021

Wilderer im Doppelpack: Im Südosten Zyperns haben wir an einer Fangstelle gleich zwei Vogelfänger geschnappt. Die beiden Täter hatten zwei große Netze aufgestellt und mit einer elektronischen Lockanlage beschallt. Der laute Grasmückengesang hat auch unsere Mitglieder angelockt - in Kooperation mit der Jagdaufsicht konnten die Wilderer auf frischer Tat ertappt werden. Damit haben wir während des laufenden Einsatzes schon 17 Vogelfänger überführt. 56 Netze mit einer Gesamtlänge von über einem Kilometer, 860 Leimruten und 36 Lockanlagen wurden sichergestellt. Aus den Fallen und Netzen konnten sage und schreibe mehr als 910 Vögel befreit werden - so wie die Mönchsgrasmücke auf dem Foto.


03.10.2021, Libanon

Komitee-Mitarbeiter treffen General Osman (2. von rechts) - den Polizeichef des Libanons, Oktober 2021
Komitee-Mitarbeiter treffen General Osman (2. von rechts) - den Polizeichef des Libanons, Oktober 2021

Komitee trifft Chef der Libanesischen Streitkräfte und den Umweltminister: Wer im Libanon Zugvögel schützen und gegen Wilderer und Tierhändler vorgehen will, braucht einen langen Atem und gute Kontakte. Neben unserer Arbeit an den Brennpunkten der Wilderei haben sich Vorstandsmitglieder des Komitees, der libanesischen Gesellschaft für Naturschutz (SPNL) und unseres Anti-Poaching-Units in den letzten Wochen mit Umweltmister Nassir Yassif und dem Chef der Libanesischen Internal Security Forces (ISF), General Osman, getroffen. Thema der Gespräche waren die Bekämpfung der illegalen Jagd sowie die Vorbereitung zukünftiger Einsätze. Unser Dank gilt ganz besonders den ISF, die trotz der desolaten Lage im Land immer schnell zur Stelle waren, um mit uns Netze abzubauen oder Schmutzgeier und Störche zu beschlagnahmen. Auch auf lokaler Ebene haben wir viele Bretter gebohrt, uns mit den Bürgermeistern von Aghbe und Anjar getroffen und im Gebirge bei Dunniyeh mit Vertretern der Gemeinden und der Polizei eine Vogel-Beobachtungsstation eingeweiht.


02.10.2021, Malta

Diese Rosaflamingos haben die Rast auf Malta nicht überlebt, sie sind einem Wilderer zum Opfer gefallen.
Diese Rosaflamingos haben die Rast auf Malta nicht überlebt, sie sind einem Wilderer zum Opfer gefallen.

Verhaftung nach Flamingo-Abschuss auf Malta: Nach dem Abschuss von vier streng geschützten Rosaflamingos am heutigen Samstagmorgen hat die maltesische Polizei die Verhaftung eines 23jährigen Tatverdächtigen gemeldet. Der Mann sitzt derzeit in Haft. Die Küste am Qawra Point, wo die Vögel geschossen wurden, gehört zu den Brennpunkten der Wilderei auf der Mittelmeerinsel. Unser Partnerverband BirdLife Malta verlangt seit Langem ein Jagdverbot an dem wertvollen Küstenabschnitt und hat die Forderung heute noch einmal erneuert. Die derzeit auf Malta eingesetzten Teams des Komitees gegen den Vogelmord werden Qawra in den nächsten Tagen besonders im Blick behalten, denn mit der Ankunft weiterer Flamingos ist zu rechnen. Die prächtigen Tiere gelten als begehrte Jagdtrophäen und erzielen bei Sammlern Höchstpreise.


01.10.2021, Libanon

Riesen-Aktion gegen den illegalen Singvogelfang im Libanon: Heute haben unsere Teams im Süden des Libanon drei riesige Anlagen für den Fang von Singvögeln stillgelegt. Insgesamt wurden 21 Stellnetze mit einer Gesamtfläche von rund 600 Quadratmeter abgebaut und ein Dutzend Grasmücken befreit. Unterstützt wurden wir bei der Aktion von unseren Partnern SPNL (Gesellschaft für Naturschutz im Libanon) und dem Middle East Sustainable Hunting Center (MESHC). Grasmücken und andere Singvögel gelten im Libanon als Delikatesse. Der Verkauf der Vögel in Supermärkten, Metzgereien und Restaurants (dort stehen sie als ´Tayan´ auf der Speisekarte) ist für die Händler ein profitables Geschäft, dem jährlich mehrere Millionen Zugvögel zum Opfer fallen. Anbei ein kurzes Video (auf Facebook) von der Aktion.


01.10.2021, Malta

Die enge Zusammenarbeit zwischen Bird Guards und der Polizei ist das beste Mittel gegen den illegalen Vogelfang.
Die enge Zusammenarbeit zwischen Bird Guards und der Polizei ist das beste Mittel gegen den illegalen Vogelfang.

Illegaler Vogelfang auf Malta: Obwohl die Regierung Maltas gerade dabei ist, entgegen EU-Recht und trotz deutlicher Drohungen aus Brüssel erneut den Singvogelfang zu erlauben, schaffen die Vogelfänger zwischenzeitlich einfach Fakten. In den letzten zwei Wochen haben Teams des Komitees gegen den Vogelmord auf der Mittelmeerinsel bereits 12 illegale Fangstellen gefunden und an die Polizei gemeldet. Acht Schlagnetze wurden beschlagnahmt, gegen die Täter sind Strafverfahren eingeleitet worden. Die Beamten haben mehr als 90 Vögel sichergestellt – unter ihnen Dutzende Finken wie Kernbeißer und Stieglitze, aber auch verschiedene Watvögel, z.B. Mornellregenpfeifer, sowie mehrere Wachteln. Heute Morgen wurden zwei Männer erwischt, die sogar vom Aussterben bedrohte Ortolane fangen wollten – ein lebender Ortolan, der als Lockvogel an dem Netz montiert war, konnte hier gerettet werden. Die Vögel landen größtenteils auf dem Schwarzmarkt für „Ziervögel“. Für einen Kernbeißer werden 100 € gezahlt, für einen Ortolan stolze 150 € - ein großes Geschäft. Das Vogelschutzcamp auf Malta wird bis in den November hinein andauern und deckt damit einen Großteil des Vogelzugs ab.