Komitee gegen den Vogelmord e.V. Committee Against Bird Slaughter (CABS)

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Elektronische Lockanlagen und Lerchenfang in Apulien

Komitee-Mitarbeiter mit in Apulien abgebauten illegalen Lockgeräten
Komitee-Mitarbeiter mit in Apulien abgebauten illegalen Lockgeräten

Die Küstenebenen ganz im Südosten Italiens - auf dem "Absatz" des italienischen Stiefels - liegen in der Region Apulien. Das Gebiet ist relativ dünn besiedelt, die Zahl der mit Naturschutz befassten Polizeibeamten ist hier ebenso gering wie die der Naturschützer. Jäger haben es hier relativ leicht, bei Gesetzesverstößen nicht aufzufallen. Zwei Problem sind dabei besonders erwähnenswert: Die Verwendung elektronischer Lockanlagen bei der Wachteljagd und der Fang von Feldlerchen mit Netzen

Beim herbstlichen Durchzug nutzen Wachteln die Ebenen zwischen Bari und Lecce als Rastgebiet. Die Jagd auf den europaweit bedrohten Hühnervogel ist in Italien erlaubt. Um die versteckt lebenden Tiere leichter vor die Flinten zu bekommen, verwenden Jäger im ganzen Mittelmeerraum vielfach elektronische Geräte. Mit lauten Wachtelrufen locken sie die nachts ziehenden Vögel an, um sie morgens im Umfeld der Lautsprecher mit Hunden aufzustöbern und abschießen zu können. Die Methode ist überall illegal, besonders verbreitet ist sie auf Malta, in Serbien und Apulien. Selbst im Nationalpark Gargano stellen Jäger dreist die Anlagen auf. 

Für die Lerchenjagd in Norditalien benutzen die Jäger oft lebende Lockvögel. Der Fang ist verboten und die Zucht sehr kompliziert. Um den Bedarf zu decken, haben sich Wildererbanden auf den Fang von Feldlerchen spezialisiert. Mithilfe elektronischer Lockgeräte werden die in den Ebenen Apuliens rastenden Zugvögel mit Netzen gefangen.Versehen mit manipulierten Zuchtringen gelangen sie über dunkle Kanäle nach Norditalien. 

Apulien ist das jüngste Einsatzgebiet des Komitees gegen den Vogelmord. Erst im Jahr 2017 haben wir begonnen, gegen die illegale Wachteljagd zu arbeiten. Unser Ziel ist es dabei, zusammen mit der Polizei die Täter zu überführen. Wo das nicht möglich ist, bauen wir die Geräte selbst ab.