Komitee gegen den Vogelmord e.V. Committee Against Bird Slaughter (CABS)

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Committee Against Bird Slaughter (CABS)

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​Ortolanfang am Fuß der Pyrenäen

Ortolan als Lockvogel
Ortolan als Lockvogel

Der Ortolan ist einer der seltensten Singvögel Europas. Die Bestände der Art in Mitteleuropa schrumpfen zusehends, in Deutschland ist die Ammernart vom Aussterben bedroht. Gourmets in Frankreich legen für einen Ortolan ein kleines Vermögen auf den Tisch - der Vogel ist ein Opfer egoistischer Genussmenschen. Nach 10 Jahren unserer Aktionen geht die Wilderei aber deutlich zurück.

Westeuropäische Ortolane ziehen im Herbst bei ihrem Flug nach Afrika über Südfrankreich. Im Department Les Landes, südlich von Bordeaux, warten die Vogelfänger dann schon sehnsüchtig auf ihre Beute. In Maisfeldern versteckt haben sie kleine Fangkäfige aufgestellt, mit denen die begehrten Ammern lebendig gefangen werden. Die wenigsten Vögel wandern direkt in die Küche - sie erwartet ein Martyrium: Die Tiere werden in Käfige gesperrt und im Dunkeln gehalten, um ihren Tagesrhythmus durcheinander zu bringen. Angeblich werden manchen Ortolanen sogar die Augen ausgebrannt, um den gleichen Effekt zu erreichen. Die verwirrten Tiere beginnen, ständig zu fressen und verdoppeln binnen weniger Wochen ihr Gewicht. Als "Fettammern" werden die gemästeten Wildvögel dann regelrecht geschlachtet und an Restaurants verkauft.

Typische Ortolanfalle in Südwestfrankreich
Typische Ortolanfalle in Südwestfrankreich

Der Fang von Ortolanen ist nicht zuletzt aufgrund einer Kampagne des Komitees gegen den Vogelmord in den 1990er Jahren verboten worden. Seit Sommer 2011 sind wir in Südfrankreich aktiv, suchen Fangplätze, sammeln illegale Fallen ein und zeigen die Wilderer an.

Während in den ersten Jahren unserer Vogelschutzcamps in Les Landes die Behörden den Vogelfang weitgehend toleriert und sogar versucht haben, unsere Arbeit zu torpedieren, ist die Polizei inzwischen selbst aktiv geworden. Unsere zusammen mit dem Partnerverband LPO angelegte Kampagne hat in Paris zu einem Umdenken geführt, der Druck auf die lokalen Behörden und Politiker zeigt Wirkung.

Wenn auch die Razzien in Restaurants und Festnahmen von Vogelfängern bislang in eher kleinem Umfang stattfinden, ist doch ein Anfang getan. Die Zahl der bei unseren Einsätzen in Les Landes festgestellten aktiven Fangstellen ist seither um mehr als 90 % zurück gegangen!