Komitee gegen den Vogelmord e.V. Committee Against Bird Slaughter (CABS)

Komitee gegen den Vogelmord e. V.
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Wildvögel im Käfig

Finken - hier ein Erlenzeisig - sind beliebte Käfigvögel
Finken - hier ein Erlenzeisig - sind beliebte Käfigvögel

Seit Jahrtausenden hält der Mensch Wildvögel im Käfig. Meist geht es dabei um hübsch anzusehende oder schön singende Tiere. Im Bergbau wurden Vögel zunächst nur gehalten, um sie unter Tage als Grubengaswächter einzusetzen. Daraus hat sich eine Tradition entwickelt, die bis heute in den inzwischen meist ehemaligen Bergbauregionen fest verwurzelt ist.

Was in historischer Zeit eine Seltenheit war, hat sich spätestens nach dem zweiten Weltkrieg zu einem florierenden Geschäft entwickelt. Heimische Vögel - überwiegend Finken - wurden zu einem beliebten Handelsgut, das über Drehscheiben in Osteuropa, Belgien und den Niederlanden europaweit für Millionenumsätze sorgte. Exotische Vögel wie Papageien wurden in den Regenwäldern der Tropen gefangen und gerieten im Wirtschaftswunder vom Luxusartikel zur Alltäglichkeit.

Bis heute haben Vögel einen festen Platz im internationalen Tierhandel. Nach jahrzehntelangen Kampagnen der Natur- und Tierschutzverbände - darunter auch das Komitee gegen den Vogelmord - wurde im Jahr 2006 der Import von Wildvögeln in die EU verboten. Betroffen davon waren neben Papageien und Prachtfinken aus den Tropen auch heimische Arten aus Osteuropa und Russland. Der Grund für das Importverbot war allerdings nicht der Artenschutz, sondern die Angst vor Geflügelkrankheiten. Seither findet der Handel mit wildgefangenen Papageien in der EU nur noch unter der Ladentheke statt, während er außerhalb Europas weiter zunimmt. 

Innerhalb Europas gibt es weiterhin einen großen Bedarf an heimischen Finken. Vor allem Stieglitze, Dompfaffe und Hänflinge stehen dabei hoch im Kurs. Besonders verbreitet ist der Finkenfang in Spanien, Italien, auf Malta, in der Türkei und im Libanon. Die begehrten Vögel werden dabei auch über die Grenzen verschoben und beschäftigen unzählige Schmugglerbanden.

Viele der bei "Tierfreunden" beliebten Arten geraten durch den Tierhandel an den Rande der Ausrottung. Gerade die immer seltener werden Arten bescheren dabei Höchstgewinne. Aber nicht nur der Artenschutz ist ein Problem. Die in der Natur gefangenen Tiere werden zu hunderten in kleine Transportboxen zusammengepfercht und mit Flugzeugen oder im Auto über ganze Kontinente verschoben - die meisten Tiere überleben die Tortur nicht. Die Händler preisen diese Verluste ein, die Gewinnspannen machen es möglich!  

Das Komitee gegen den Vogelmord arbeitet in allen Einsatzgebieten gegen den Handel mit illegal gefangen Vögeln. Vor allem auf unseren Vogelschutzcamps in Malta, Italien und im Libanon überführen wir jedes Jahr Dutzende Tierhändler und bauen Netze und Fallen ab, mit denen Wildvögel für den Tiermarkt illegal gefangen werden sollten.