Vogelschutz-Blog
Das Komitee gegen den Vogelmord (CABS) berichtet auf den Sozialen Medien - vor allem während seiner Vogelschutzcamps - nahezu täglich über seine Arbeit für einen besseren Zugvogelschutz. Wenn Sie Facebook, Instagram, Mastodon & Co nicht nutzen, bleiben Sie mit unserem Vogelschutz-Blog trotzdem immer auf dem Laufenden - alle Posts werden hier ebenfalls veröffentlicht!
Italien: 3 Wilderer überführt, 70 Vogelfallen sichergestellt

27.08.2026
Guter Auftakt unseres Vogelschutzcamps in Italien: In den Bergen zwischen dem Gardasee und dem Iseosee haben wir drei Vogelfänger überführt. Die Männer - unter ihnen zwei lizenzierte Jäger - hatten mit illegalen Schlagfallen geschützte Trauerschnäpper und Gartenrotschwänze gefangen und wurden nach unseren Hinweisen von den Behörden erwischt. Insgesamt sind 70 Fallen beschlagnahmt worden, ebenso wie zwei Lockgeräte und 40 tote Singvögel, überwiegend Trauerschnäpper. Zusätzlich ist ein gutes Dutzend illegal in Käfigen gehaltene Lockvögel befreit worden, neben Buchfinken und Drosseln auch Fichtenkreuzschnäbel.
Unser Einsatz in Norditalien läuft noch bis zum Ende des Trauerschnäpper-Durchzugs im September.
Italien, Frankreich, Malta: Start der Sommeraktionen 2026

21.08.2026
Mit dem Start des Vogelzugs beginnen auch unsere Sommeraktionen. Sobald die Vögel im Mittelmeerraum eintreffen, warten die ersten Wilderer mit Fallen, Netzen und der Flinte auf die gefiederten Gäste. Für uns geht es jetzt los in Südfrankreich, Norditalien und Malta. Schwerpunkte sind die Arbeit gegen den Fang und den Abschuss von Singvögeln wie Trauerschnäpper und Wiesenpieper sowie den Fang von Watvögeln wie z.B. verschiedene Regenpfeifer und Strandläufer. Bei den insgesamt vier kleineren Aktionen erwarten wir rund 25 Teilnehmerinen und Teilnehmer.
Mehr zu unseren Vogelschutzcamps erfahren Sie hier.
Die Aktionen für einen besseren Zugvogelschutz werden fast auschließlich durch Spenden finanziert - wie Sie helfen können, lesen Sie hier.
Sensation: Erfolgreiche Kornweihenbrut im Rheinland

18.08.2026
In unserem Weihenprojektgebiet hat in diesem Jahr zum ersten Mal ein Paar der in Deutschland vom Aussterben bedrohten Kornweihe gebrütet. Es handelte sich dabei um eines von bundesweit weniger als zehn Brutpaaren und die erste Brut in der Zülpicher Börde seit 1891. Weil das Weibchen kurz nach dem Schlupf der Jungen verschwand, hat sich das Männchen um die Aufzucht gekümmert - ein für ein Weihen sehr ungewöhnliches Verhalten. Letzte Woche wurde die erste Kornweihe seit mehr als 130 Jahren in der Zülpicher Börde flügge!
Unsere Pressemeldung zu dem schönen Erfolg lesen Sie hier.
Die regionalen Medien haben ausfühlich berichtet - hier finden Sie einen Artikel im Kölner Stadtanzeiger.
Gericht stoppt die Turteltaubenjagd in Sizilien

30.07.2026
In Sizilien dürfen aufgrund eines Gerichtsurteils erstmal keine Turteltauben geschossen werden! Die Jagd in Italien startet immer am 3. Sonntag im September – in diesem Jahr der 20.9.. Die gefährdete Turteltaube gehört zu den ersten Arten, die im Spätsommer nach Afrika ziehen – wenn sie über Sizilien fliegt, ist die Jagd noch nicht erlaubt. Damit die Jäger den begehrten Zugvögel dennoch schießen können, erlaubt die Region Sizilien jedes Jahr eine Vorverlegung des Jagdbeginns. Dieses Jahr wird daraus nichts, denn das Komitee gegen den Vogelmord (CABS) hat zusammen mit seinen italienischen Partnern Green Impact, Federazione Nazionale Pro Natura und LEAL gegen die Vorverlegung geklagt und Recht bekommen!
Rekord beim Weihenprojekt: Fast 50 Junge flügge!

27.07.2026
Die Brutsaison der Rohr- und Wiesenweihen in der Zülpicher Börde (NRW) ist weitgehend abgeschlossen. Insgesamt haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord seit Ende April 29 Nester der bodenbrütenden Greifvögel in den Feldern gefunden – 20 Rohrweihen und 9 Wiesenweihen. Bei 7 Bruten der Wiesenweihe und bei 10 der Rohrweihe musste in Kooperation mit den Landwirten und regionalen Naturschutzbehörden für die Nester eine 20x20 Meter große Horstschutzzone eingerichtet werden, damit sie nicht im Mähdrescher landen. Mindestens 23 junge Wiesenweihen und 26 Rohrweihen sind ausgeflogen. Es ist das beste Ergebnis, das wir seit Projektbeginn im Jahr 2004 hatten!
Das Komitee bei der Global Birdfair

13.07.2026
Ein internationales Team des Komitees hat am letzten Wochenende einen Infostand auf der weltweit größten Messe für Ornithologie und Vogelschutz, der Global Birdfair, im englischen Rutland betreut. Wie jedes Jahr haben wir wieder hunderten vogelbegeisterten Menschen über unsere Aktionen zum Schutz von Zugvögeln vor Wilderei berichtet. Unterstützt wurden wir dabei auch von Megan McCubbin, die zu den prominentesten Stimmen für den Naturschutz im Vereinigten Königreich zählt. Sie hat uns auch schon auf unser Vogelschutzcamp in Zypern begleitet. Wir bedanken uns vor allem bei Megan, dem Veranstalter und bei allen Gästen für die vielen netten Gespräche. So viel Zuspruch und lobende Worte tun wirklich gut und motivieren für die nächsten Einsätze im Herbst!
Greifvogelwilderer in Niedersachsen erwischt

01.07.2026
Im Landkreis Schaumburg hat die Polizei auf dem Gelände eines Taubenzüchters einen aktiven Habichtfangkorb sichergestellt. Die Beamten hatten das Gerät im unmittelbaren Umfeld des Taubenschlags vorgefunden. Ausgelöst wurde der Einsatz durch eine Meldung des Komitees, das die Behörden informiert hatte. Die Benutzung von Habichtfangkörben ist zwar streng verboten, dennoch sind die Fallen frei verkäuflich und bei Jagdausstattern und Versandhändlern für Geflügelzucht einfach online zu bestellen. Die Käufer werden lediglich darauf hingewiesen, bei der Verwendung der Falle die "gesetzlichen Regelungen" einzuhalten. Dass sie das vielfach nicht tun, zeigt unsere Statistik: Seit dem Jahr 2005 haben wir bereits 207 Fälle der illegalen Verwendung von Habichtfangkörben in Deutschland nachgewiesen!
Libanon: Bedrohte Raritäten als Haustiere

19.06.2026
Im Libanon hat ein Team des Komitees gegen den Vogelmord und seines Partners MECSHAP bei einer Kontrolle von Zoogeschäften in der Stadt Baalbeck streng geschützte Vögel gefunden. Der Händler hatte neben vier Kappenammern auch zwei Zederngirlitze im Angebot - ein Endemit, der in einem winzigen Verbreitungsgebiet in den Bergen an der syrisch-libanesischen Grenze und in Jordanien brütet. Der Weltbestand des kleinen Finken wird auf 4.000 Individuen geschätzt, entsprechend begehrt ist er bei Tiersammlern.
Aufgrund der äußerst angespannten Sicherheitslage in der Region Baalbeck war es nicht möglich, die Polizei zu informieren. Der Händler übergab die Vögel, nachdem wir ihm die Rechtslage erläutert haben - sie wurden bei Deir El Ahmar im Bekaa-Teal unversehrt freigelassen.
Bilanz der Frühlings-Aktionen: 97 Wilderer geschnappt

06.06.2026
Seit Februar haben sich rund 100 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei unseren Aktionen in Italien, Griechenland, auf Malta und Zypern, im Libanon und in Deutschland beteiligt. Insgesamt konnten wir 97 Wilderer überführen. Die Behörden haben bei ihnen 58 Stellnetze, 43 Paar Schlagnetze, 362 Leimruten, 107 sonstige Fallen, 29 elektronische Lockgeräte, 16 Flinten, 564 Schuss Munition und fast 400 lebende Vögel sichergestellt. Auf den ersten Blick mögen diese Zahlen erschreckend klingen, doch tatsächlich belegen sie den deutlichen Rückgang der Wilderei im Frühling. So wenige Fallen wir in diesem Frühjahr hatten wir noch nie! Besonders auffällig ist das Verschwinden des Vogelfangs auf den Inseln Süditaliens und auf Zypern, auch die Abschüsse geschützter Arten auf Malta ist rückläufig.
Unseren englischsprachigen "Spring Report" mit allen Ergebnissen finden Sie hier
Für ein starkes Europa!
Rechtsradikale und Populisten gefährden unsere Demokratie und schaden dem Natur- und Tierschutz. Das Komitee gegen den Vogelmord setzt sich für eine bunte, tolerante und weltoffene Gesellschaft ein, wir sind für eine Stärkung der EU und ein Europa ohne Grenzen.
Was wir tun, wer wir sind
Wir schreiten dort ein, wo wildlebende Vögel von Jagd, Wilderei und Tierhandel bedroht sind. Unser Schwerpunkt liegt dabei auf der Kooperation mit den zuständigen Behörden in den Brennpunkten der Wilderei im Mittelmeerraum.
Vogelschutzcamps 2026
In den Brennpunkten der Wilderei führen wir auch im Jahr 2026 wieder zahlreiche Vogelschutzacmps durch. Die Einsätze in Spanien, Frankreich, Italien, Griechenland, auf Malta, Zypern und im Libanon finden während des Vogelzuges im Frühling und Herbst statt.
Ihre Spende macht den Unterschied!
Erst Ihre Unterstützung gibt uns die Möglichkeit, europaweit Vogelschutzcamps zu organisieren und mit Kampagnen und Projekten für einen besseren Schutz unserer Zugvögel zu kämpfen. Wir finanzieren unsere Aktionen ausschließlich über private Spenden, Zuwendungen von Stiftungen oder anderen Organisationen und durch Testamente für die Vogelwelt. Das Komitee gegen den Vogelmord e.V. ist behördlich als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt - Spenden sind steuerlich absetzbar.










