Komitee gegen den Vogelmord e.V. Committee Against Bird Slaughter (CABS)

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Committee Against Bird Slaughter (CABS)

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Vogeljagd und Wilderei in Rumänien und Bulgarien

Rumänien und Bulgarien haben weitläufige und dünn besiedelte Großlandschaften, in denen wenige Naturschutzverbände, Jagdaufseher und auf Wilderei spezialisierte Polizisten im Einsatz sind. Die Jagd hat hier nicht nur einen festen Platz in der traditionellen Landnutzung, sondern ist mit einem ausgeprägten Jagdtourismus ein echter Wirtschaftsfaktor.

Bulgarien

Schlagnetz zum Finkenfang in Bulgarien
Schlagnetz zum Finkenfang in Bulgarien

Bulgarien hat ein weitgehend moderates Jagdgesetz. Es sind lediglich 25 Vogelarten zum Abschuss freigegeben, mit dem Star darf nur eine einzige Singvogelart bejagt werden. Die Jagdzeiten sind vergleichsweise kurz und beschränken sich weitgehend auf den Herbst und Frühwinter - mit einigen Ausnahmen: Turtel- und Türkentauben dürften bereits von Mitte August an unter Beschuss genommen werden, und der Star hat entgegen EU-Recht eine ganzjährige Jagdzeit, darf also auch während der Brutzeit geschossen werden. Jährlich werden in Bulgarien mindestens 600.000 Vögel legal getötet.

In Bulgarien werden bis heute Schlagnetze zum Fang von Finken für die Vogelhaltung eingesetzt. Auf lokalen Märkten setzen die Wilderer die Tiere ganz ungeniert ab. Die illegale Verfolgung betrifft vor allem den Kaiseradler in den Bergen im Süden des Landes. Problematisch ist zudem die Wasservogeljagd an der bulgarischen Schwarzmeerküste, der immer wieder die gefährdete und unter Naturschutz stehende Rothalsgans zum Opfer fällt. 

Das Komitee gegen den Vogelmord hat Mitte der 2000er Jahre ein mehrjähriges Projekt zur Kontrolle der Wilderei seines Partnerverbandes Green Balkans in Bulgarien finanziell unterstützt. Der Schwerpunkt lag auf der illegalen Wasservogeljagd und dem Schutz des Kaiseradlers. Die Wilderei ist inzwischen auf dem Rückzug, Entwarnung kann aber noch nicht gegeben werden.