Komitee gegen den Vogelmord e.V. Committee Against Bird Slaughter (CABS)

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Einsatz von Lockvögel bei der Jagd

Amsel als lebender Lockvogel
Amsel als lebender Lockvogel

Verwendung lebender Lockvögel

In manchen Ländern - vor allem im Mittelmeerraum - ist die Verwendung lebender Lockvögel bei der Jagd erlaubt. Die Tiere werden dazu in kleine Käfige gepfercht und an Jagdunterständen oder Fangplätzen postiert. 

Vielfach werden Lockvögel - vor allem Singvögel - im Sommer im Dunkeln gehalten. Wenn sie im Herbst zur Jagdsaison ans Tageslicht geholt werden, stellt sich ihr Hormonhaushalt auf Frühling um und die Tiere beginnen zu singen. Auf diese Art und Weise locken sie ihre Artgenossen vor die Flinten der Jäger oder in die Netze und Fallen der Vogelfänger. Durch die Verwendung von Lockvögeln werden Jagd und Vogelfang sehr effektiv.

Die Haltungsbedingungen der Lockvögel in winzigen Käfigen, ohne artgerechtes Futter und tierärztliche Versorgung sind vielfach miserabel. Die Tiere sterben oft rasch, so dass hunderttausende Jäger ständig Nachschub benötigen. Statt die Tiere zu züchten, werden sie vielfach illegal mit Netzen oder Fallen gefangen oder als Küken aus Nestern geraubt

Verwendung elektronischer Lockgeräte

Lautsprecher einer elektronischen Lockanlage an einem Fangnetz auf Zypern
Lautsprecher einer elektronischen Lockanlage an einem Fangnetz auf Zypern

Alternativ zu lebenden Lockvögeln werden immer mehr elektronische Lockanlagen eingesetzt. Früher wurden mit Autobatterien betriebene Kassettendecks in der Landschaft postiert, heute sind es MP3-Player, die entweder fest installiert sind oder von den Jägern im Rucksack mitgeführt werden.

Besonders oft werden Lockgeräte bei der Jagd auf Wachteln verwendet. Sie lassen sich in der Nacht leicht mit Balzrufen "vom Band" anlocken und werden morgens mithilfe von Jagdhunden vor die Flinten gescheucht. Besonders verbreitet ist diese Praxis in Italien, Serbien und auf Malta. Auch bei der Jagd auf Singvögel - z.B. in Italien und im Libanon - werden elektronische Lockanlagen eingesetzt, ebenso beim Vogelfang, wie etwa auf Zypern und in Spanien.

Anders als die Verwendung lebender Lockvögel ist der Einsatz elektronischer Lockgeräte illegal. Das mag widersinnig scheinen, ist aber sinnvoll: Lockanlagen sind billig, brauchen kein Futter und laufen zuverlässig. Sie erlauben den massenhaften Abschuss und Fang von Vögeln und sind deswegen zurecht verboten. 

Das Komitee gegen den Vogelmord kämpft schon seit Jahrzehnten dafür, dass auch lebende Lockvögel nicht mehr verwendet werden dürfen. Unser Erfolg gegen den legalen Fang von Lockvögeln mit Ausnahmegenehmigungen in Italien hat zumindest einen Anfang gemacht - die Zahl der Locktiere nimmt seither stetig ab.