Komitee gegen den Vogelmord e.V. Committee Against Bird Slaughter (CABS)

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Committee Against Bird Slaughter (CABS)

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Aktionen zum Schutz von Greifvögeln und Störchen

Auf Malta abgeschossene Rohrweihe
Auf Malta abgeschossene Rohrweihe

Auf Malta gibt es bis heute die Trophäenjagd auf Greifvögel, Störche, Reiher und andere Großvögel. Die Vögel landen als Präparate in Kollektionen – viele Sammler haben hunderte ausgestopfter Tiere in ihren Vitrinen, von jeder Art möglichst Männchen, Weibchen und verschiedene Farbvarianten.

Die Wilderer mischen sich im Frühling und Herbst unter die Jäger, die legal auf die Pirsch nach Turteltauben, Wachteln, Drosseln sowie verschiedenen Wat- und Wasservögeln gehen. An abgelegenen Küstenabschnitten, entlang bekannter Flugrouten und im Umkreis der Rastplätze lauern sie auf ihre Beute. Rohr- und Wiesenweihen, Wespenbussarde und Baumfalken werden oft geschossen, aber vor allem seltene Arten wie Steppenweihen, Schrei- und Fischadler, aber auch Schwarzstörche und Flamingos haben oft kaum eine Chance, lebend die Insel zu verlassen. Wenn die begehrten Raritäten auf der Insel eintreffen, macht die Information über geschlossene Gruppen in den Sozialen Medien schnell die Runde, so dass schon nach kurzer Zeit die Wilderer - im wahrsten Sinne des Wortes - "Gewehr bei Fuß" stehen. 

Umweltpolizist mit sichergestellter Jagdwaffe
Umweltpolizist mit sichergestellter Jagdwaffe

Auch wenn der Vogelfang von Sing- und Watvögeln außerhalb des Zeitraums unserer großen Vogelschutzcamps seinen Höhepunkt hat, überführen wir auch im April und September jedes Jahr zahlreiche Wilderer mit Käfigfallen, Stell-, Schlag- und Bodennetzen oder illegalen Lockanlagen.

Die Einsätze gegen die Wilderei auf Malta sind nicht ungefährlich. Vor allem in Jahren, in denen Jagdgesetze verschärft worden sind, wurden unsere ehrenamtlichen Mitglieder Opfer von Übergriffen frustrierter Jäger. Meist bleibt es bei verbalen Attacken und Beschimpfungen, aber an abgelegenen Stellen wurden wir auch schon tätlich angegriffen und unsere Fahrzeuge schwer beschädigt. Solche Gewalttaten nehmen aber zum Glück seit Jahren stetig ab.

Die Zahl der von uns während der Vogelschutzcamps beobachteten Fälle illegaler Jagd auf geschützte Vögel ist seit Jahren rückläufig. Zu Beginn unserer Aktionen wurden tausende Greifvögel geschossen – bei jedem Einsatz dokumentierten unsere Teams weit über 100 Fälle von Ab- und Beschuss geschützter Vögel und die Funde von Kadavern achtlos weggeworfener oder unter Steinen versteckter Jagdopfer. Inzwischen haben sich die notorischen Wilderer in kleine Bereiche zurückgezogen, in denen wir bei den Vogelschutzcamps nun gezielt Kontrollen durchführen.