Komitee gegen den Vogelmord e.V. Committee Against Bird Slaughter (CABS)

Komitee gegen den Vogelmord e. V.
Committee Against Bird Slaughter (CABS)

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Kiebitz- und Regenpfeiferfang in der Champagne

Ende des Vogelzugs in der Champagne: Kiebitz in einem Fangnetz
Ende des Vogelzugs in der Champagne: Kiebitz in einem Fangnetz

An der Aisne, einem Nebenfluss der Maas in der nordfranzösischen Champagne, werden bis heute hochbedrohte Kiebitze, Gold- und Kiebitzregenpfeifer mit Netzen gefangen. Überall im Flusstal findet man viereckige Teiche, in deren Mitte eine Insel angelegt ist. Im Herbst wird auf dem Eiland ein zweiteiliges Schlagnetz von etwa 100 Quadratmetern Fläche gespannt. Mit lebenden Lock-Kiebitzen und mittels Lockpfeifen werden die wilden Artgenossen zum Fangplatz gelotst, wo der Vogelfänger in einer Hütte lauert. Sind genügend Vögel gelandet, löst er das Netz manuell aus, das dann über den Tieren zusammenschlägt. Die gleiche Methode wird beim Fang von Regenpfeifern angewendet.

Die Bestände von Kiebitzen und Goldregenpfeifern sind in ganz Europa gefährdet. Dass zusätzlich zur Jagd mit der Flinte der Fang der beiden seltenen Watvögel in Frankreich bis heute erlaubt ist, ist alles andere als nachhaltig und sollte gemäß den Vorgaben der EU-Vogelschutzrichtlinie auch längst verboten sein.

Das Komitee gegen den Vogelmord hat im Jahr 1993 eine große Kampagne gegen den Kiebitz- und Regenpfeiferfang im Aisnetal gestartet. Insbesondere die deutschen, aber auch niederländische und belgische Medien haben ausführlich über das Thema berichtet und erheblichen Druck auf Politiker und Behörden ausgeübt. Nach einer Umweltbeschwerde des Komitees im Jahr 1994 hat die Verwaltung des Departments Ardennes-Champagne beschlossen, keine neuen Fanggenehmigungen mehr auszustellen - die Tradition sollte mit dem letzten Vogelfänger aussterben. 1990 betrieben hier noch mehr als 50 Vogelfänger ihre riesigen Fanganlagen., im Jahr 2010 lebten noch 16 der Kiebitzfänger - Tendenz weiter fallend!