Komitee gegen den Vogelmord e.V. Committee Against Bird Slaughter (CABS)

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Jagd in Deutschland

Jagdverstöße sind kein auf den Mittelmeerraum beschränktes Phänomen. Auch in Deutschland gibt es - von Kritik an der ganz regulären Jagd abgesehen - ein erhebliches Wildereiproblem.  

Die deutsche Jagdgesetzgebung stammt aus den 1930er Jahren und wurde nie umfassend novelliert. Moderne ökologische Erkenntnisse haben bis heute keinen Einzug in das Bundesjagdgesetz gefunden. Deutsche Jäger gehen wie ihre mediterranen Kollegen auf die Zugvogeljagd, verwenden tierquälerische Fallen ein und setzen Tiere zu Jagdzwecken aus. Die Jagd in Schutzgebieten ist fast überall erlaubt, Vögel werden während der Brutzeit legal geschossen und mit großzügigen Ausnahmegenehmigungen wird Jagd auf eigentlich geschützte Vogelarten wie Graureiher und Kormoran gemacht. Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern gibt es in Deutschland keine funktionierende Jagdaufsicht. Hierzulande ist die Jagdaufsicht in den Händen der Jäger - da aber fast alle Verstöße gegen das Jagdrecht von Jagdscheininhabern begangen werden, kontrollieren sich die Täter selbst.  

Die strukturellen Probleme, die ein veraltetes Jagdgesetz, eine mangende Jagdaufsicht und eine ungenügende Ausbildung mit sich bringt, führen zu vielen Jagdverstößen: Die illegale Greifvogelverfolgung ist in Deutschland so weit verbreitet wie in kaum einem anderen Land Europas, illegale Wildfütterungen, ausufernde Wasservogeljagd, nichts ordnungsgemäße Aussetzungen jagdbarer Arten und Fehlabschüsse geschützter Tiere sind ebenso aus allen Bundesländern dokumentiert. 

Für Wilderei gibt es keine Mindeststrafen in Deutschland, selbst überführte Täter kommen oft mit einem blauen Auge davon. Während zum Beispiel auf Malta der Jagdschein auf Lebenszeit entzogen werden kann, dürfen Jäger in Deutschland ihren Jagdschein bei nachgewiesener Wilderei behalten. Nur ab einer Strafe von 70 Tagessätzen kann der Jagdschein eingezogen werden - für maximal drei Jahre!

Das Komitee gegen den Vogelmord setzt sich seit seiner Gründung im Jahr 1975 für ein ökologisches Jagdgesetz in Deutschland ein. 

Wasservogeljagd in Deutschland

Mitteleuropa ist eines der wichtigsten Überwinterungsgebiete für Wasservögel in Eurasien. Deutsche Jäger schießen ohne Rücksicht auf die Bestände und anderen rastenden Tiere zehntausende der Zugvögel.

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Aussetzen jagdbarer Arten

In Deutschland ist es bis heute üblich, jagdbare Tierarten auszusetzen, um später genügend "Wild" vor die Flinte zu bekommen. Vor allem Fasane und Enten werden aus der Zucht in die freie Natur entlassen. Mit Waidgerechtigkeit hat das nichts mehr zu tun.

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Forderungen für ein zeitgemäßes Jagdgesetz

Das Komitee gegen den Vogelmord e.V. engagiert sich seit vielen Jahren für ein ökologisches Jagdgesetz in Deutschland. Wir haben dafür Mindestanforderungen formuliert - die "Top 10" unserer Forderungen finden Sie hier.

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