Deutschland – 26. 01. 2026

Messe Jagd & Hund 2026 / Faule Äpfel, tote Zugvögel und illegale Fallen

Vogelschützer klären über verantwortungslose Jagdpraktiken auf

Dortmund. Wenn sich morgen früh die Tore der Messe „Jagd & Hund“ in den Westfalenhallen öffnen, werden sich viele Besucher fragen, warum dort ausgerechnet das bei Jägern nicht gerade beliebte „Komitee gegen den Vogelmord“ offiziell mit einem Stand vertreten ist. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass auf der Messe auch in diesem Jahr wieder Abschüsse gefährdeter Zugvögel wie Turteltauben, Wachteln, Bekassinen, Knäkenten und andere Arten angeboten werden. Besonders problematisch sind in diesem Zusammenhang Angebote für Jagdreisen auf den Balkan, wo Jagdtouristen jedes Jahr regelrechte Massaker veranstalten“, so Karl-Heinz Kreutzer, Vorsitzender des Komitees. "Diese Tiere werden in Deutschland mit großem Aufwand geschützt und dann auf dem Zug von Jagdtouristen zu tausenden getötet", kritisiert der Biologe.

Nach Angaben der Vogelschützer haben in diesem Jahr mehr als zehn Aussteller entsprechende Reisen nach Bulgarien, Serbien, Montenegro und Nord-Mazedonien im Programm. „Durchschnittliche Schützen können mit einer Strecke von etwa 20 Stück pro Tag rechnen, während erfahrene Jäger oft deutlich höhere Ausbeuten erzielen“, so der deutsche Veranstalter K&K Premiumjagd in seinem aktuellen Katalog. Auch die Jagd auf Singvögel in Frankreich sowie Abschüsse des von der IUCN als gefährdet eingestuften Atlantischen Papageitauchers sind buchbar, stellt das Komitee fest. „Unser Appell an alle Jäger ist, sich klar von diesen Firmen und deren verantwortungslosen Geschäftsmodellen zu distanzieren und sich für ganzjährige Schonzeiten einzusetzen“, so Kreutzer.

Ein weiteres Thema auf der Messe ist die illegale Greifvogelverfolgung, der in Deutschland jedes Jahr hunderte Rotmilane, Habichte, Seeadler und andere streng geschützte Vögel zum Opfer fallen. Als Täter treten dabei - neben Tauben- und Geflügelzüchtern – auch immer wieder Jäger in Erscheinung. Auch hier will das Komitee über die Folgen solcher Taten für den Artenschutz aber auch für das Ansehen der Jägerschaft aufmerksam machen. „Ein fauler Apfel verdirbt den ganzen Korb – melden Sie illegale Greifvogelverfolgung“, ist auf einem großen Aufsteller zu lesen. Der Stand des Komitees befindet sich in Halle 3 (Standnummer 3.C58). Diskussionen und Gespräche am Stand sind dabei ausdrücklich erwünscht.

Pressekontakt:

Komitee gegen den Vogelmord (CABS) e.V., Dipl.-Biol. Axel Hirschfeld (Pressesprecher), An der Ziegelei 8, D-53127 Bonn, Email an komitee[at]komitee.de, das angehängte Bild zeigt eine von Jägern geschossene Turteltaube, (c) Komitee gegen den Vogelmord e.V.