Deutschland – 22. 04. 2026

Mäusebussard in Kamp-Lintfort abgeschossen

Naturschützer erstatten Strafanzeige - 1.000 Euro Belohnung ausgelobt

Kamp-Lintfort. Wer hat in Kamp-Lintfort einen streng geschützten Greifvogel abgeschossen? Mit dieser Frage haben sich heute die Greifvogelstation des NABU Wesel und das Komitee gegen den Vogelmord an die Öffentlichkeit gewandt. Hintergrund ist der Fund eines schwer verletzten Mäusebussardes, der am 10. April der Feuerwehr gemeldet und durch Patrick Kretz von der Nabu Greifvogel- Auffangstation an der Asdonkstraße in Kamp-Lintfort geborgen und anschließend zur Erstversorgung in die Greifvogel-Auffangstation Wesel eingeliefert wurde. Bei der tierärztlichen Untersuchung wurde festgestellt, dass der Vogel abgeschossen wurde. „Das Röntgenbild zeigt neben zwei Flügelfrakturen eindeutig mehrere Schrotkugeln im Körper des Tieres. Offenbar wurde das Tier im Flug getroffen und ist anschließend abgestürzt “, so Petra Sperlbaum von der NABU Greifvogel-Auffangstation in Wesel. Leider konnten die Tierärzte das Leben des Vogels nicht retten. Der Bussard erlag kurze Zeit später seinen schweren Verletzungen.

Mäusebussarde gehören zu den in Deutschland streng geschützten Tierarten und dürfen laut Bundesnaturschutzgesetz nicht verletzt, getötet oder gefangen werden. Der Abschuss stellt eine Straftat dar und kann mit hohen Geldstrafen oder in besonders schweren Fällen bis zu fünf Jahren Gefängnis geahndet werden. Der NABU hat deshalb Strafanzeige gegen Unbekannt bei der Polizeiwache in Kamp Lintfort erstattet.

Das Komitee gegen den Vogelmord, das bundesweit alle Fälle von illegaler Greifvogelverfolgung erfasst, weist darauf hin, dass die Art der Tatwaffe ein Hinweis auf den Täter ist. „Fast alle Schrotflinten, die sich in Deutschland in legalem Besitz befinden, gehören Jagdscheininhabern. Wir gehen deshalb davon aus, dass jagdliche Interessen das Motiv für den Abschuss sind“, so Komiteesprecher Axel Hirschfeld. Jäger gehören laut Komitee zusammen mit Taubenzüchtern zu den Personenkreisen, die immer wieder als Täter bei der illegalen Greifvogelverfolgung in Erscheinung treten. „Die Tiere werden als Schädlinge bzw. als Konkurrenten um Fasane und anderes sogenannten Niederwild wahrgenommen“, so Hirschfeld weiter.

Um die Polizei bei den Ermittlungen zu unterstützen, rufen die Verbände die Bevölkerung dazu auf, verdächtige Beobachtungen oder sonstige Hinweise an die Polizei zu melden.Für Hinweise, die zur Ermittlung des Täters führen, haben die Verbände eine Belohnung von 1.000 Euro ausgelobt.

Kontakt für weitere Informationen:

NABU Auffangstation für Greifvögel, Falken und Eulen Wesel: Dipl.-Biol. Petra Sperlbaum Tel. +49 172 9553167 sperlbaum@greifvogelstation-wesel.de

Komitee gegen den Vogelmord e.V.: Dipl.-Biol. Axel Hirschfeld, Tel. +49 228 665521 oder Email an komitee@komitee.de