Komitee gegen den Vogelmord e.V. Committee Against Bird Slaughter (CABS)

Komitee gegen den Vogelmord e. V.
Committee Against Bird Slaughter (CABS)

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Deutschland – 03. 07. 2018

Wo ist Hektor? Verdacht auf Greifvogel-Wilderei im Saalekreis

Vogelschützer bitten Bevölkerung um Hinweise

 Matthias Overmann 

Saalekreis. Ein mit einem GPS-Sender ausgestatteter Rotmilan aus einem Forschungsprojekt ist in Asendorf (Saalekreis, Sachsen-Anhalt) auf mysteriöse Weise verschwunden. Nach Angaben des Komitees gegen den Vogelmord ist aufgrund der Umstände von illegaler Greifvogelverfolgung auszugehen. Die Behörden ermitteln wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz.

Mit dem Sender ausgestattet wurde der Vogel am 05.06.2018 bei Dornstedt (Saalekreis, Sachsen-Anhalt) im Rahmen eines Forschungsprojektes, das im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutzes (BfN) die Flugwege der Vögel in ihren Brutgebieten erforscht. „Das Gerät funktionierte einwandfrei und wir konnten die Wege des Vogels über 5 Tage genau verfolgen und wichtige Daten sammeln“, so Biologe Ubbo Mammen vom Gutachterbüro Ökotop aus Halle. Dies änderte sich Vormittag des 11.06.2018, als der Sender meldete, dass sich der Standort des Vogels seit mehreren Stunden nicht verändert hatte. „Das ist typisch für einen toten oder verletzten Vogel“, so Mammen, der kurze Zeit später aufbrach, um den Vogel zu bergen. Die letzte Positionsmeldung kam aus einem Weizenfeld am östlichen Ortsrand von Asendorf, etwa einen Kilometer von seinem Horst entfernt. Nach kurzer Suche gelang es schließlich, den Sender zu finden. „Das reißfeste Teflonband, mit dem wir das Gerät am Vogel befestigt hatten, war mit glattem Schnitt durchtrennt worden“, berichtet Ubbo Mammen. Von dem Vogel mit einer Flügelspannweite von rund 1,70 Metern fehlte allerdings jede Spur.

Fest steht, dass der Rotmilan in menschliche Hände geraten ist und der Sender mit einer scharfen Klinge entfernt wurde. Aus den im Speicher erfassten Zusatzdaten geht hervor, dass dies im Bereich einer Geflügelhaltung am westlichen Ortsrand von Asendorf geschah, wo der Vogel am 11.06. kurz nach 7 Uhr morgens landete und sofort in eine artuntypische Lageposition geriet. „Der Sender wurde später abgetrennt und zu dem etwa einen Kilometer entfernten Getreidefeld transportiert, wo wir ihn gefunden haben“, vermutet Mammen.

Aber wer hat ein Interesse daran, den Sender getrennt vom Vogel zu „entsorgen“? Ein mögliches Szenario: Der Greifvogel wurde im Bereich der Geflügelhaltung abgeschossen oder mit einer Falle gefangen. Da dies einen Straftatbestand darstellen würde, ermittelt nun die Polizei. Das Komitee gegen den Vogelmord hat die Asendorfer Bürger dazu aufgerufen, verdächtige Beobachtungen in Zusammenhang mit dem Verschwinden des Vogels zu melden. Wer Hinweise geben kann, wird gebeten, sich direkt mit der Polizei oder Ubbo Mammen (Telefon 0345/6869884) in Verbindung zu setzen.

V.i.S.d.P. und Kontakt für weitere Informationen : Komitee gegen den Vogelmord e.V., Dipl.-Biol. Axel Hirschfeld (Pressesprecher), An der Ziegelei 8, 53127 Bonn, Tel.: 0228/665521 oder 01794803805, Email: axel.hirschfeld_at_komitee.de