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Komitee gegen den Vogelmord - Committee Against Bird Slaughter
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Vogelschutz-Newsletter 14/2025

 

Liebe Leserinnen und Leser,

in den letzten Tagen haben wir unsere großen Vogelschutzcamps in Norditalien und Spanien abgeschlossen. In Malta, Griechenland, Zypern und dem Libanon laufen unsere Aktionen noch weiter. Es folgen Kurzberichte zu unseren Vogelschutzcamps und deren Ergebnisse von West nach Ost.

16 Wilderer in Spanien geschnappt

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Im westlichen Mittelmeerraum neigt sich die Fangsaison dem Ende, unser Vogelschutzcamp in Ostspanien ist deswegen abgeschlossen. Seit Ende Oktober waren unsere Teams in der Küstenebene zwischen Valencia und dem Ebrodelta jede Nacht im Einsatz. Zusammen mit den Beamten der Guardia Civil haben sie an 12 Fangstellen 16 Wilderer überführt. Die Männer hatten Parany in Betrieb – sehr aufwändig zurechtgeschnittenen Fanganlagen aus riesigen Johannisbrotbäumen. Traditionell werden sie mit Leimruten bestückt, immer mehr Täter stellen aber auch Netze auf. Die Polizeibeamten haben insgesamt 2.000 Leimruten, 12 Stellnetze und 30 kleine Schlagnetze sichergestellt.

Vogelschutzcamp in Brescia abgeschlossen: 49 Wilderer überführt

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Das 40. Herbst-Vogelschutzcamp im norditalienischen Brescia (Lombardei) ist nach 5 Wochen zu Ende gegangen. Die Region zwischen Iseo- und Gardasee gehört zu den Brennpunkten der Wilderei in Europa, seit dem Jahr 1985 finden deswegen hier unsere Vogelschutzcamps zur Zugzeit statt. Seit Anfang Oktober waren insgesamt 41 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Frankreich, Großbritannien, der Schweiz, Italien und Deutschland im Einsatz – sie haben täglich Fang- und Jagdplätze in dem über 4.000 Quadratkilometer großen Gebiet gesucht und aktive Stellen an die Polizei gemeldet. Aufgrund unserer Hinweise sind 49 Wilderer auf frischer Tat überführt worden (31 Vogelfänger, 14 Jäger und 4 Tierhändler), so viele wie seit 2019 nicht mehr und gut 50% mehr als noch im letzten Jahr! Insgesamt haben die Beamten 11 Leimruten, 31 Bogenfallen, 26 Schlagnetze, 86 Stellnetze und 277 Schlagfallen sichergestellt, dazu kommen 12 Drahtschlingen für Säugetiere, 14 elektronische Lockgeräte, 20 Flinten und 1.825 Schuss Munition. Weiterhin wurde 1.006 Vögel beschlagnahmt, darunter 423 lebende Drosseln und Finken, die freigelassen werden konnten. In Brescia ist mit dem Wintereinbruch nun die Fangsaison vorbei – der nächste Einsatz findet hier im Frühling statt.

Vogelfang auf Malta

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Trotz internationaler Proteste und einer eindeutigen Warnung der EU-Kommission erlaubt Malta in diesem Herbst wieder den Fang von Finken an fast 3.000 Fangplätzen – angeblich zu rein wissenschaftlichen Zwecken. Fakt ist: Unzählige Tiere enden auf dem Schwarzmarkt oder bei Sammlern, die unter dem Deckmantel angeblicher Forschung ihre Volieren mit geschützten Arten füllen. Die Europäische Kommission hat die Regierung in Valletta deshalb ausdrücklich vor einer erneuten Genehmigung gewarnt und dabei auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom letzten Jahr verwiesen. Vergeblich. Um Verstöße zu dokumentieren, sind Komiteemitglieder bereits seit Anfang Oktober vor Ort und haben seitdem 22 Vogelfänger wegen Verstößen angezeigt. Bei Kontrollen der betroffenen Fangplätze sind bisher 32 Netze abgebaut und 377 lebende Lockvögel befreit worden. Die offizielle Fangsaison dauert noch bis zum 20 Dezember. In den nächsten Wochen sind weitere Aktionen, u.a. gegen den nächtlichen Fang von Goldregenpfeifern, geplant.

Schon fast 50 Wilderer auf Zypern erwischt

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Unser Vogelschutzcamp gegen den illegalen Vogelfang mit Netzen und Leimruten auf Zypern läuft bereits seit Mitte September. In den letzten Tagen konnten wir zusammen mit den Jagdaufsehern 15 weitere Wilderer überführen. Sie hatten Leimruten und Netze im Einsatz, um Singvögel zu fangen oder haben mit elektronischen Lockgeräten die Tiere illegal vor ihre Flinten gelockt. Bei dem bislang größten Aufgriff in diesem Herbst gegen die Wilderei mit Leimruten haben wir die Jagdaufseher zu einem riesigen Fangplatz hoch oben in einem Akazienhain geführt. Die Beamten beschlagnahmten dort 270 Vogelfallen. Dabei haben unsere Bird Guards 55 Vögel lebend von den klebrigen Stöcken befreit. Aufgrund unserer Anzeige wurde der Täter mittlerweile identifiziert und wartet nun auf seine Strafe. Innerhalb von zwei Monaten haben unsere Teams somit 49 Wilderer überführt. Durch ihre Meldung an die Behörden wurden 1546 Leimruten,108 Netze und 72 Lockgeräte beschlagnahmt. 1150 darin gefangene Vögel wurden freilassen. Der Einsatz läuft noch bis Anfang Dezember.

Nachtschichten im Libanon

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An den Wochenenden während des Vogelzugs treffen sich im ganzen Land Jäger, um im Dunkeln gemeinsam Vögel zu schießen. Ausgerüstet mit Scheinwerfern und Lockgeräten, bieten diese verbotenen Nachjagden offenbar ein besonders geselliges „Outdoor-Event“. Unser mit unseren Partnern betriebene Anti-Wilderei-Einheit hat zusammen mit der Polizei Kontrollen im Nordlibanon durchgeführt. Dabei haben die Beamten mittlerweile 18 Männer festgenommen. Bei ihnen wurden zehn Waffen sowie mehrere Lockgeräte, Scheinwerfer und Projektoren beschlagnahmt. Derzeit erhält unsere Arbeit gegen die illegale Vogeljagd im Libanon besonders viel Aufmerksamkeit und mediales Feedback. Zahlreiche Zeitungen und TV-Sender berichten über unsere Aktionen.

Viele Grüße,

Alexander Heyd und Lloyd Scott