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Komitee gegen den Vogelmord - Committee Against Bird Slaughter
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Vogelschutz-Newsletter 4/2026

 

Liebe Leserinnen und Leser,

bei unseren Frühlingseinsätzen können wir die ersten Erfolge gegen den Vogelfang und die Wilderei im Mittelmeerraum verbuchen. Außerdem ist der neue Artenschutzbrief – unsere Vereinszeitschrift – erschienen. In der 30. Ausgabe berichten wir ausführlich über unsere Einsätze und den Zugvogelschutz in Europa.

Wer sucht, der findet - Komitee löst Riesenfall auf Zypern

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Einer unserer größten Erfolge der letzten Jahre ist der Rückgang des Vogelfangs auf Zypern im Frühjahr. Grund dafür sind die hohen Strafen und unsere hartnäckigen Kontrollen. Dementsprechend schwierig ist es derzeit für unsere Mitglieder, beim laufenden Vogelschutzcamp aktive Fangstellen zu finden und den Behörden zu melden. In den letzten Tagen hat unser Team über 100 vielversprechende Stellen kontrolliert, ohne Erfolg. Bis sie am Freitag sprichwörtlich einen besonders großen "Fang" gemacht haben. In der von den Vereinten Nationen (UN) kontrollierten Pufferzone bei Paralimni fanden wir im Bereich einer uns seit 2011 bekannten Fangstelle zunächst Federn von Trauerschnäppern und dann Hinweise auf Vogelfang. Bisher konnten wir hier niemanden überführen. Diesmal aber gelang es uns zu dokumentieren, wie ein Mann einen Vogel von einer Leimrute löste und die Falle neu aufstellte. Nach unserer Meldung machten die Jagdaufseher zusammen mit der UN dann den Riesenfund. Bei der anschließenden Razzia fanden sie 184 Leimruten, 16 Netze und 34 weitere Tierfallen. Es handelt sich um den größten Frühlings-Fall von illegalem Vogelfang seit Jahren. Aufgrund der Beweislage und des Tatzeitpunkts liegt die Strafe bei rund 9.000 Euro. Unsere Kontrollen finden noch bis Mitte Mai statt.

Storchenjagd im Libanon

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Der Durchzug von Weißstörchen ist inzwischen weitgehend. Der Einsatz von MECSHAP und dem Komitee läuft inzwischen seit drei Wochen, der Schwerpunkt der Kontrollen lag auf der Bergregion im Nordwesten des Landes unweit der Hafenstadt Tripoli. Wegen starker Regenfälle war die Jagd fast eine Woche nicht möglich, so dass viele Vögel ungehindert das Land überfliegen konnten. Unsere Teams haben alles in allem nur vereinzelt Jäger angetroffen und ansonsten vor allem Flagge gezeigt, um Täter abzuschrecken. Dass vereinzelt doch gejagt wurde, zeigen die Funde toter Störche. So haben wir im Umfeld von Terbol die Überreste von insgesamt 24 Weißstörchen gezählt und an die Polizei gemeldet. Nach Zeugenaussagen ist es bei Kfar Hazir vor drei Wochen zu einem regelrechten Massaker gekommen – hier haben Jäger aus Tripoli über 300 Störche an nur einem Morgen abgeschossen. An dieser Stelle konnten wir vier schon stark verweste Tiere feststellen. Nachdem die Störche nun nach Norden abgezogen sind, konzentrieren sich unsere Teams auf den beginnenden Durchzug der Greifvögel. Aktuell sind vor allem Schrei-, Schlangen- und Zwergadler unterwegs, erste Wespenbussarde und Kurzfangsperber wurden auch schon beobachtet. Der Einsatz läuft noch bis Ende April.

Camp-Halbzeit auf Malta

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Camp-Halbzeit auf Malta: Der erste Teil unseres diesjährigen Frühlingseinsatzes auf Malta und Gozo ist rum. Im März sind unsere Teams gegen den illegalen Fang von Finken und anderen Zugvögeln mit Schlagnetzen auf dem Inselarchipel vorgegangen. Dabei hat die maltesische Umweltpolizei bzw. die Polizei auf Gozo nach unseren Hinweisen zwölf Wilderer auf frischer Tat erwischt, sieben weitere haben wir bei der Polizei angezeigt, ohne dass sie von den Polizisten an den Fangstellen angetroffen wurden. Die Beamten haben daraufhin 38 Paar Schlagnetze sowie 12 illegale elektronische Lockgeräte beschlagnahmt. Ebenso beschlagnahmt wurden 57 lebende Vögel, darunter vor allem Finken, die als Lockvögel verwendet worden waren. Für Aufregung hat die brutale Tötung eines Turmfalken auf Gozo gesorgt, die ein Komitee-Team gefilmt und angezeigt hatte. Die Polizei konnte den Täter noch am Tatort überführen. Im Anschluss an unsere Pressemeldung berichteten alle maltesischen Medien sowie die Abendnachrichten über den schockierenden Vorfall. Bis Anfang Mai sind unsere Teams noch auf Malta aktiv, um den Durchzug von Greifvögeln zu überwachen und die Einhaltung der Jagdgesetze zu kontrollieren.

Vogelschutz-Einsatz auf Sardinien

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In diesem Frühjahr hat das Komitee einen mehrteiligen Einsatz auf der italienischen Mittelmeerinsel Sardinien durchgeführt. Dabei haben unsere Aktiven insgesamt neun Wilderer überführt. Gemeinsam mit den Behörden wurden unter anderem 35 Metallschlingen für Säugetiere und drei Käfigfallen für Singvögel beschlagnahmt. In einigen Fällen illegalen Vogelfangs dauern die Ermittlungen noch an. Den erschreckendsten Fund des diesjährigen Einsatzes haben wir in einem Berghang im Süden der Insel gemacht. Dort fand eines unserer Teams ein bereits ausgenommenes großes Wildschwein, das sich in einer Metallschlinge verfangen hatte und darin sterben musste. Unter den überführten Tätern befindet sich auch der Mann, der diese Schlinge aufgestellt hatte. Bei unserem Einsatz wurden außerdem zehn Vögel, darunter Stieglitze und Kalanderlerchen, freigelassen.

Der neue Artenschutzbrief ist da!

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Der neue Artenschutzbrief ist da! In der Jubiläumsausgabe unseres Mitgliedermagazins - es erscheint jährlich seit 1996 und ist deswegen Nummer 30 - geht es um unsere Aktionen gegen die Wilderei in Norditalien, über den Kampf gegen kriminelle Wilderbaden auf Zypern, die deutsche Jagdmesse "Jagd und Hund" in Dortmund und den illegalen Handel mit ausgestopften Vögeln auf der Verkaufsplattform Etsy. Sie können die druckfrische Ausgabe kostenlos per Post erhalten, indem Sie uns eine E-Mail an info@komitee.de schicken oder uns auf Social Media kontaktieren. Oder Sie laden sie sich – nicht minder frisch – einfach als PDF herunter.

Beste Grüße,

Alexander Heyd und Lloyd Scott