Liebe Leserinnen und Leser,
Der Vogelzug ist jetzt in vollem Gange, bei uns beginnt nun die heißeste Phase des Herbstes. Ganz aktuell laufen Komitee-Aktionen in Italien, Malta, Zypern und im Libanon denen wir mit der Polizei bereits 15 Wilderer überführen und fast 600 Fallen und Netze einsammeln konnten.
Erfolgreicher Abschluss unseres Sommereinsatzes in den Südalpen
In der Alpenregion zwischen dem Iseosee und dem Gardasee haben wir am Wochenende unseren Einsatz gegen den Fang von Trauerschnäppern, Baumpiepern und Gartenrotschwänzen beendet und das bisher beste Ergebnis erzielt, das wir jemals hatten. In enger Zusammenarbeit mit den Behörden haben unsere internationalen Teams mit Ehrenamtlichen aus England, Deutschland, der Schweiz und Italien insgesamt neun Wilderer auf frischer Tat überführt. Die Beamten der Forstpolizei konnten 543 Schlagfallen, 19 Netze, drei Lockgeräte und eine Käfigfalle beschlagnahmen. Das sind mehr Fallen als im gesamten letzten Jahr und für unseren Spätsommereinsatz bemerkenswert. 58 lebende Vögel wurden nach unseren Hinweisen freigelassen oder in Auffangstationen gebracht. Wie es in Norditalien für uns in der nächsten Woche weitergeht, erfahren Sie im letzten Textblock dieses Newsletters.
Schon drei Wilderer auf Zypern geschnappt
Während der ersten Tage unseres Vogelschutzcamps auf Zypern haben unsere Komitee-Teams zwei Vogeljäger im Südosten des Landes mit verbotenen Lockgeräten und einer unzulässigen Jagdwaffe erwischt. Eine dritte Person, der erste Vogelfänger des diesjährigen Einsatzes, konnten wir mit gleich vier Netzen überführen. An einem vierten Standort haben wir gemeinsam mit den Jagdaufsehern fast 30 Leimruten abgebaut. Insgesamt haben die Beamten nach unseren Hinweisen vier Netze, vier Lockgeräte, eine Langfeuerwaffe und 28 Leimruten beschlagnahmt. Wir konnten auch 44 lebende Vögel aus den Fallen befreien und freilassen, darunter Nachtigallen, Neuntöter, Drosselrohrsänger und Grasmücken. So kann es weitergehen!
Nichts für schwache Nerven: Vogelschutzcamp im Libanon
Trotz der angespannten und instabilen Lage in der Region hat das Komitee gegen den Vogelmord (CABS) gemeinsam mit seinem lokalen Partner MECSHAP sein Herbst-Vogelschutzcamp im Libanon gestartet. Unsere Teams, die entlang wichtiger Flugkorridore stationiert sind, arbeiten zusammen mit örtlichen Naturfreunden und den Behörden daran, Millionen von Zugvögeln auf ihrer entscheidenden Reise entlang der afrikanisch-eurasischen Zugroute zu schützen. Eine der Prioritäten der diesjährigen Aktion ist es, den wahllosen Abschuss von Greifvögeln, Pelikane und Störche auf Gebirgspässen zu stoppen. Gleichzeitig durchkämmen unsere Teams die besonders betroffenen Küstenstreifen, um illegale Fangvorrichtungen für Singvögel wie Leimruten und Stellnetze aufzuspüren und zu beseitigen. Die Singvögel und das Brustfleisch der Großvögel werden bis heute im Libanon gegessen – dabei spielt die „Tradition“ eine größere Rolle als Armut. Die Jagd ist auch im Libanon ein kostspieliges Hobby. Unser Einsatz endet mit dem Abflauen des Vogelzugs im November.
Seltener Einblick in die Kinderstube der Kornweihe Das Komitee hat heute Videomaterial veröffentlicht, das erstmals die Aufzucht von Kornweihen-Jungvögeln durch ein „alleinerziehendes“ Männchen belegt. Dabei handelt es sich um den weltweit ersten videografischen Beleg für dieses Verhalten bei dieser Art. Zu sehen ist, wie das Männchen nach dem Verschwinden des Weibchens seine Beute selbstständig zerlegt und die Jungvögel von Schnabel zu Schnabel füttert. Außerdem schützt er sie vor Sonneneinstrahlung und wärmt sie nachts. Aufgaben, die bei Kornweihen sonst nur die Weibchen übernehmen. Die Aufnahmen zeigen, dass wir längst noch nicht alles wissen und dass bei Greifvögeln noch viel Forschungsbedarf besteht. Sie zeigen außerdem, dass bedrohte Arten in Extremsituationen anpassungsfähiger sein können, als wir denken. Die Kornweihenbrut in der Zülpicher Börde ist eine von weniger als 10 Bruten der Art in ganz Deutschland und wurde im Rahmen unseres Weihenprojekts entdeckt.
Hier geht's zu unserem Video der Geschichte auf YouTube.
Und hier kommen Sie zur WDR-Lokalzeit aus Köln, wo Sie unseren Beitrag ab ca. Minute 13 ansehen können. Helft den Rotkehlchen!  Neben den großen Vogelschutzcamps auf Malta, in Italien, auf Zypern und im Libanon möchten wir in diesem Herbst zwei Sonder-Einsätze in Norditalien machen. Rund um den Gardasee gibt es Banden krimineller Vogelfänger, die Rotkehlchen mit Netzen und Schlagfallen fangen. Die Vögel sind begehrte Delikatessen. Zwei Teams sollen ganz gezielt den Hinweisen nachgehen und sich auf diese Wilderer konzentrieren. Die Kosten für An- uns Abreise, Unterkunft, Mietwagen und Treibstoff werden bei rund 4.000 € liegen.
Bitte helft uns mit einer Spende, damit wir Ende September unsere "Rotkehlchen-Retter" losschicken können! Vielen Dank für Eure Unterstützung.
Infos zu den Spendenkonten des Komitee gegen den Vogelmord e.V. finden Sie hier: https://www.komitee.de/de/spenden/
Für Spenden an das Komitee gegen den Vogelmord e.V. können Sie auch einfach Paypal nutzen: https://www.paypal.com/paypalme/forbirds Vielen Dank,
Alexander Heyd und Lloyd Scott
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