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Komitee gegen den Vogelmord - Committee Against Bird Slaughter
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Vogelschutz-Newsletter 9/2024

 

Liebe Natur- und Tierfreunde,

Ein wichtiges Anliegen, das Naturschutzverbände aktuell auf dem ganzen Kontinent beschäftigt, ist die Europawahl am kommenden Sonntag (09. Juni). Auch wir haben auf unserer Webseite und auf unseren Social-Media-Kanälen erklärt, wie die Gesetze aus Brüssel unsere Arbeit für einen besseren Zugvogelschutz beeinflussen. Im Newsletter finden Sie zwei Beispiele, warum Vogelschützerinnen und Vogelschützer pro-europäisch wählen sollten. 

EU geht gegen Malta vor

CABS-Newsletter

Im Verfahren gegen den Vogelfang auf Malta gab es am 04. Mai einen weiteren wichtigen Schritt hin zu einer Verurteilung des Inselstaates wegen Verstoß gegen EU-Recht: Die zuständige General-Staatsanwältin hat dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) hat empfohlen, die Ausnahmegenehmigung Maltas zum Fang von Finken als Verstoß gegen die Vogelschutzrichtlinie einzuordnen. Obwohl der Vogelfang in der gesamten EU verboten ist, dürfen auf Malta und Gozo seit Herbst 2020 7 Finkenarten gefangen werden – angeblich zu „wissenschaftlichen Zwecken“. Tatsächlich landen wohl tausende Vögel in den Käfigen der Vogelsammler und Tierhändler. Malta umgeht damit dreist und ganz öffentlich die international geltenden Naturschutzregelungen und ermuntert damit die Vertreter der Vogelfängerlobby in anderen Ländern, die maltesische Praxis abzukupfern. Die EU macht einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer für Malta schmerzhaften und kostspieligen Verurteilung und setzt damit ein wichtiges Signal für den Vogelschutz. Das Komitee und sein Partnerverband BirdLife Malta haben die Praxis immer wieder öffentlich kritisiert und bei ihren Einsätzen zahlreiche Beweise für einen eklatanten Missbrauch der Vogelfanggenehmigung gesammelt.

Schutz von Rohr- und Wiesenweihen im Rheinland

CABS-Newsletter

Weihen sind bodenbrütende Greifvögel – sie bauen ihre Nester in Schilfbeständen und Wiesen, aber leider auch in Getreidefeldern. Wenn die Zugvögel aus ihren Winterquartieren zurückkehren, haben Gerste und Weizen genau die richtige Höhe und sind für die Tiere deshalb ein attraktives Bruthabitat. Das Problem: Wenn ab Juni die Getreideernte beginnt, sind die Jungen meistens noch nicht flügge und kommen deswegen unter die Mähdrescher. Um das zu verhindern, organisieren wir seit 15 Jahren ein Weihen-Projekt in der Zülpicher Börde zwischen Köln und Aachen. Wir suchen die versteckten Nester und schützen sie zusammen mit den Landwirtinnen und Landwirten, Behörden und Biologischen Stationen. Dabei werden sie mit einer Drohne lokalisiert, ohne die Tiere zu sehr zu stören. Aktuell haben wir bereits 8 Rohrweihen- und 2 Wiesenweihenbruten gefunden. Es scheint ein gutes Weihenjahr zu werden.

Illegaler Verkauf von "Schleppwild" in Bayern

CABS-Newsletter

Ein Jäger aus dem Unterallgäu muss nach einer Anzeige des Komitees gegen den Vogelmord ein Bußgeld zahlen, weil er trotz eindeutiger Vermarktungsverbote tote Graureiher im Internet zum Verkauf angeboten hatte. Bei den Kunden seines Online-Versandhandel handelte es sich hauptsächlich um Jäger, die mit den toten Vögeln ihre Hunde trainieren wollten. „Bereichern Sie Ihr Hundetraining mit unseren exklusiven Graureihern in erstklassiger Qualität.“, so der Anbieter in einem inzwischen gelöschten Verkaufsangebot. Dass Graureiher – auch wenn sie in Bayern legal geschossen wurden – grundsätzlich nicht vermarktet oder zum Verkauf angeboten werden dürfen, war dem Tierhändler entweder nicht bekannt oder gleichgültig. Die zuständige Jagdbehörde – aufmerksam geworden nach einer Anzeige des Komitees  – hat auf nun wegen Verstoß gegen die Bundeswildschutzverordnung im April einen Bußgeldbescheid in unbekannter Höhe erlassen. Ein zweites Verfahren, bei dem es um vermutlich illegale Geschäfte mit toten Rabenvögeln geht, ist indes noch nicht abgeschlossen.

Europawahl am 09. Juni

CABS-Newsletter

Wusstet Ihr, dass 80 Prozent der Naturschutzgesetze auf Richtlinien der EU basieren? Gerade beim Vogelschutz wird das besonders deutlich: Ohne die Vogelschutzrichtlinie aus Brüssel wäre zum Beispiel der Vogelfang noch erlaubt, weniger Vogelarten wären geschützt, die Frühlingsjagd würde legal stattfinden und wichtige Schutzgebiete wären vermutlich längst zerstört. Wir verstehen den Schutz von Zugvögeln als europäischen Wert, denn erfolgreicher Zugvogelschutz geht nur gemeinsam und ist nur über Grenzen hinweg möglich. Auf unserem Kontinent ist die EU die beste Möglichkeit für einen wirksamen Natur- und Vogelschutz. Damit das so bleibt und an vielen Stellen möglichst noch besser wird, brauchen wir ein geeintes und starkes Europa. Am 9. Juni sind Europawahlen - geht hin und wählt pro-europäisch. Unsere Vögel würden pro Europa wählen!

Internationaler Naturschutz funktioniert nur gemeinsam in einem geeinten und starken Europa. Am 09. Juni sind Europawahlen – geht wählen und wählt pro-europäisch. Vögel würden pro Europa wählen!

Beste Grüße, 

Lloyd Scott und Alexander Heyd