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Komitee gegen den Vogelmord - Committee Against Bird Slaughter
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Vogelschutz-Newsletter 8/2026

 

Liebe Leserinnen und Leser,

die Zeichen in der Natur, dass langsam der Herbst näher rückt, lassen sich nicht mehr verbergen. Alle Getreidefelder sind abgeerntet, die ersten Zugvögel wie Mauersegler, Kuckucke und Rohrsänger machen sich auf den Weg gen Süden und die Tage werden merkbar kürzer. Höchste Zeit unsere Sommeraktivitäten zu beenden und die letzten Vorbereitungen für eine arbeitsreiche Herbstsaison abzuschließen. Die ersten Aktionen, z.B. im Libanon, sind bereits angelaufen.

Turteltaubenschutz vor Gericht

CABS-Newsletter

In Sizilien dürfen wegen eines Gerichtsurteils erstmal keine Turteltauben geschossen werden! Die Jagd in Italien startet immer am 3. Sonntag im September – in diesem Jahr der 20.9.. Die gefährdete Turteltaube gehört zu den ersten Arten, die im Spätsommer nach Afrika ziehen – wenn sie über Sizilien fliegt, ist die Jagd noch nicht erlaubt. Damit die Jäger den begehrten Zugvögel dennoch schießen können, erlaubt die Region Sizilien jedes Jahr eine Vorverlegung des Jagdbeginns. Dieses Jahr wird daraus nichts, denn das Komitee gegen den Vogelmord (CABS) hat zusammen mit seinen italienischen Partnern Green Impact, Federazione Nazionale Pro Natura und LEAL gegen die Vorverlegung geklagt und Recht bekommen. Der regionale Verwaltungsgerichtshof (TAR) in Palermo hat im Eilverfahren gestern entschieden, dass die Regelung aufgrund fehlender wissenschaftlicher Daten zur Gefährdung der Turteltaube unzulässig ist. Das Hauptverfahren ist auf den 20. Oktober terminiert, wenn alle Turteltauben längst in Afrika angekommen sind. Es ist das erste Mal, dass es gelungen ist, eine Jagdverordnung in Italien zu kippen, weil eine Vogelart als gefährdet eingeschätzt wird. Sollten wir auch im Oktober gewinnen, hat dieses Urteil weit über Sizilien hinaus Signalwirkung!

Rekordjahr in unserem Weihenprojekt: Fast 50 Jungvögel flügge – so viele wie nie zuvor!

CABS-Newsletter

Die Brutsaison der Rohr- und Wiesenweihen in der Börderegion zwischen Aachen und Köln ist abgeschlossen, die letzten Jungvögel sind in diesen Tagen flügge geworden. Insgesamt haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord (CABS) seit Ende April 29 Nester der bodenbrütenden Greifvögel in den Feldern gefunden – 20 Rohrweihen und 9 Wiesenweihen. Die meisten wurden in Gersten- und Weizenfeldern lokalisiert. Bei 7 Bruten der Wiesenweihe und bei 10 der Rohrweihe musste für die Nester eine 20x 20 Meter große Horstschutzzone eingerichtet werden, damit sie nicht im Mähdrescher landen. Mindestens 23 junge Wiesenweihen und 26 Rohrweihen sind ausgeflogen. Es ist das beste Ergebnis, das wir seit Projektbeginn im Jahr 2004 hatten! Das tolle Resultat ist nur durch die gelungene Kooperation mit Landwirten und Unteren Naturschutzbehörden möglich gewesen. Ein großes Dankeschön gilt auch den Biologischen Stationen in Euskirchen, Düren und Bonn-Rhein-Erft, den lokalen Ornithologen und unseren Spenderinnen und Spendern, die das Projekt finanzieren!

Lesen Sie hier unsere Pressemeldung.

Libanon: 5.000 gerupfte Grasmücken gefunden!

CABS-Newsletter

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Libanon haben bei der Recherche im Internet in den letzten Wochen sechs Personen ausfindig gemacht, die Handel mit illegal gefangenen oder geschossenen Grasmücken in großem Stil betreiben. Nach unseren Recherchen hatten sie allein in diesem Frühling über 5.000 gerupfte Singvögel – vermutlich überwiegend Mönchs- und Klappergrasmücken – im Angebot. Die Händler (einer von ihnen ein Metzger) wurden angezeigt, vier der Täter wurden bereits von der Polizei vernommen. Die Jagd auf geschützte Vögel ist ein Volkssport im Libanon, Millionen Tiere werden jedes Jahr geschossen oder mit Fallen und Netzen gefangen. Trotz strengen Schutzes ist es Gang und Gäbe, die Zugvögel zu essen, teils gelten sie als Delikatessen. Sie werden – wie in diesen Fällen – über private Kanäle und im Internet verkauft, sind aber auch in manchen Supermärkten in der Tiefkühltruhe zu finden. Auch wenn das Problem sehr weit verbreitet ist, sind unsere Anzeigen nicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Der Staat zeigt endlich, dass er den ungebremsten Handel mit geschützten Arten nicht weiter toleriert – ein Signal an alle Anbieter im Land!

Beste Grüße,
Alexander Heyd und Lloyd Scott