Komitee gegen den Vogelmord e.V. Committee Against Bird Slaughter (CABS)

Komitee gegen den Vogelmord e. V.
Committee Against Bird Slaughter (CABS)

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Tagebuch von den Vogelschutzcamps im Herbst 2020

Während der Zugzeit von Anfang August bis Mitte November 2020 finden wieder die Vogelschutzcamps des Komitees gegen den Vogelmord im Mittelmeerraum statt. Aktionen gibt es in Spanien, Italien, auf Malta und Zypern sowie im Libanon. Mit unserem Tagebuch informieren wir Sie regelmäßig über den Fortgang der Aktionen.

Unsere bisherigen Ergebnisse in Kürze:

Aktuelle Camps: Zypern, Brescia, Libanon, Malta

Überführte Wilderer: 27

Sichergestellte Fallen: 760

Sichergestellte Netze: 10

Gerettete Vögel*: 152

Letzte Aktualisierung: 26.09.2020

* Aus Netzen oder Fallen gerettete Tiere bzw. befreite illegal gehaltene Lockvögel

26.09.2020, Malta

Nachtreiher-Abschuss auf Malta: Gestern Abend hat ein Team des Komitees gegen den Vogelmord einen angeschossenen Nachtreiher gefunden. Der Vogel hat eine Schusswunde im linken Flügel und saß flugunfähig auf einem Fußweg unweit des maltesischen Flughafens. In der gleichen Gegend hatten wir in den Tagen zuvor bereits mehr als ein Dutzend Abschüsse geschützter und bedrohter Vogelarten dokumentiert. Der Nachreiher wurde in einer Vogelauffangstation eingeliefert - vielleicht hat er Glück und kann nach der Behandlung seinen Weg nach Süden fortsetzen.

Nachtreiher gehören zu den schönsten Vögeln Europas und sind deswegen - ausgestopft - bei Vogelsammlern auf Malta hochbegehrt.

25.09.2020, Malta

Update aus Malta: Die Teams des Komitees gegen den Vogelmord haben in den letzten zwei Tagen weitere Abschüsse geschützter Arten auf Malta dokumentiert - neben mehreren Wespenbussarden wurde auch eine hochgradig gefährdete Blauracke getötet. Die Vögel landen ausgestopft in den Vitrinen fanatischer Jäger und Tiersammler. Aufgrund der offenbar (mal wieder) außer Kontrolle geratenen Jagdsaison haben wir die Regierung in Valletta aufgefordert, für bestimmte Regionen ein Jagdverbot zu verhängen und dort für einen dauerhafte Polizeipräsenz zu sorgen. Betroffen sind vor allem die Bereiche westlich des internationalen Flughafens, die sich zu einem Massengrab für Zugvögel entwickeln. Um unserer Forderung Nachdruck zu verleihen, haben wir heute erneut ein Video mit illegalen Abschüssen aus diesem Gebiet veröffentlicht:

https://www.youtube.com/watch?v=wPAuL0YpPjI&feature=youtu.be

24.09.2020, Zypern

Zypern: Angriff auf ehrenamtliche Komitee-Mitarbeiter. Gestern morgen wurden zwei Teilnehmer des Komitee-Vogelschutzcamps unweit der Stadt Agia Napa/Zypern von bewaffneten Wilderern angegriffen. Die beiden Täter hatten illegale Leimruten auf Büschen rund um ihren Jagdansitz postiert und mit einer elektronischen Lockanlage versehen. Als sich unsere Mitglieder - ein junger Mann und eine junge Frau - an die Fangstelle anschleichen wollten, um die Situation für einen Einsatz der Jagdaufseher auzukundschaften, überraschten sie die Jäger, die ohne jede Vorwarnung angriffen. Sie stießen beide Vogelschützer zu Boden, drohten sie umzubringen, würgten den jungen Mann und zerstörten sein Mobiltelefon. Bevor die Jagdaufseher eintrafen, flüchteten die Täter. Dem brutalen Überfall vorausgegangen war ein von der zypriotischen Jägerschaft lancierter Zeitungsartikel, in dem das Komitee gegen den Vogelmord verunglimpft und ausländerfeindliche Stimmung gegen uns geschürt wurde. Wir haben Anzeige gegen die Angreifer erstattet, die Leimruten wurden eingesammelt. Unsere beiden Mitglieder sind mit blauen Flecken und einem gehörigen Schrecken davongekommen.

24.09.2020, Malta

Wespenbussard-Abschüsse auf Malta: In den letzten Tagen haben die Teilnehmer des derzeit laufenden Vogelschutzcamps des Komitees gegen den Vogelmord auf Malta eine ganze Reihe schwerer Verstöße gegen Jagd- und Naturschutzvorschriften dokumentiert. Gleich an mehreren Rastplätzen rund um den Internationalen Flughafen wurde auf streng geschützte Wespenbussarde geschossen, insgesamt wurden dabei mindestens sechs der gefährdeten Zugvögel getötet. An verschiedenen Stellen wurden zudem Jäger beobachtet, die illegal Schalldämpfer auf ihren Waffen montiert hatten, in jagdfreien Schutzgebieten auf der Pirsch waren oder außerhalb der regulären Jagdzeit auf Vögel schossen. Mindestens zwei Täter wurden bereits überführt - gegen weitere ermittelt die Polizei, nachdem wir Videos als Beweismaterial an die Behörden übergeben konnten.

Unsere aktuelle Pressemeldung dazu finden Sie hier.

Ein Video mit einem der Wespenbussard-Abschüsse haben wir auf Youtube hochgeladen.

23.09.2020, Brescia

Wilderer Nr. 5 in Brescia schnappt: Auch wenn unser Sommereinsatz in den Bergen des norditalienischen Brecias inzwischen abgeschlossen ist, konnten die Carabinieri noch einen weiteren Vogelfänger aufgrund unserer Hinweise Überführen. Wir hatten seine Fangstelle unweit des Iseosees schon vor 2 Wochen gemeldet, aber der Täter war mehrere Tage nicht wieder aufgetaucht, so dass die Beamten sich erst nach einer Weile wieder auf die Lauer gelegt haben. Nun wurde der Mann mit einem Dutzend Schlagfallen für Trauerschnäpper und Gartenrotschwänze erwischt. Es ist Wilderer Nr. 5 unserer Augustaktion. Die beiden Bilder stammen aus diesem Sommer und aus Brescia, aber nicht vom aktuellen Fall.

21.09.2020, Libanon

Und wieder ein Greifvogelmassaker im Libanon: Das gemeinsame Vogelschutzcamp von SPNL, MESHC und Komitee gegen den Vogelmord hat erst vorgestern begonnen und schon haben wir im Libanongebirge eine schreckliche Entdeckung gemacht: Bei Eghbe im Keserwan District hat eines unserer Teams 16 geschossene Greifvögel geborgen - neben Wespenbussarden auch einen Schreiadler und eine Rohrweihe (siehe Fotos). Einem Teil der Vögel war das Brustfleisch entnommen - es gilt als Delikatesse. Andere Tiere waren offenbar einfach nur aus reinem „Jagdvergnügen“ getötet und achtlos liegengelassen worden. Die Polizei ist wegen der Unruhen im Land und der durch die Explosion weiterhin unübersichtlichen Lage in Beirut kaum in der Lage, unsere Teams zu unterstützen. Trotzdem werden unsere libanesischen Kolleginnen und Kollegen, die aktuell in diesem Brennpunkt der Wilderei eingesetzt sind, in den nächsten Tagen alles versuchen, um weitere Abschüsse zu verhindern.

20.09.2020, Zypern

Brutaler Vogelfang mit Leimruten: Die Verwendung von Leim zum Fang von Wildvögeln ist eine besonders perfide Methode. Der Klebstoff wird auf waagerecht postierten Ästen gestrichen - perfekte Sitzwarten für Vögel. Die Tiere, vom Zug geschwächt, landen auf den einladenden Zweigen und kleben augenblicklich mit den Füßen fest. Sie kippen vornüber und geraten als nächsten mit Flügeln und dem Schwanz auf dem Leim, bis sie am Ende komplett festkleben. Bei unserem Vogelschutzcamp auf Zypern haben wir jeden Tag mit solchen Funden zu tun - wenn wir die Tiere früh genug finden, können wir sie immerhin meist unverletzt befreien. Wenn die Vögel schon Stunden in der mediterranen Herbstsonne hängen, haben sie aber kaum eine Chance zu überleben.

Seit Beginn unseres Einsatzes vor zwei Wochen haben wir bereits 642 der brutalen Leimruten unschädlich gemacht und 10 Wilderer überführt. Die Mönchsgrasmücke auf dem Foto konnten wir mit viel Mühe und Geduld reinigen und nach einer Nacht bei uns im Hotel wieder freilassen.

19.09.2020, Libanon

International koordinierte Rettungsaktion für einen Schmutzgeier im Libanon: Die vom Komitee gegen den Vogelmord ausgebildeten und mitfinanzierten Wildereiexperten unserer libanesischen Partnerverbände SPNL und MESHC konnten zusammen mit der Polizei einen angeschossenen Schmutzgeier bergen. Biologen eines Naturschutzprojektes in Bulgarien hatten festgestellt, dass sich der von ihnen mit einem GPS-Sender ausgestattete und per Satellit überwachte Zugvogel unweit der Stadt Douar nicht mehr bewegte. Unsere Kollegen vor Ort konnten das Tier dank der GPS-Daten schnell orten und bergen - ein Tierarzt stellte 13 Schrotkugeln in dem Vogel fest, ein Flügel und ein Bein sind gebrochen. Der Geier ist operiert worden und wird nun in einer Auffangstation gepflegt.

Heute beginnt auch unser Komitee-Vogelschutzcamp im Libanon - ab sofort sind unsere Mitglieder wieder in den Brennpunkten der Wilderei östlich von Beirut im Einsatz!

17.09.2020, Zypern

Eimer voller toter Singvögel
Eimer voller toter Singvögel

Gestern Vormittag wäre uns beinahe ein ganz dicker „Fang“ geglückt: Nicht weit entfernt von Larnaka im Südosten Zyperns hat ein Team des Komitees gegen den Vogelmord bei der Kontrolle einer seit langem bekannten Fangstelle zwei große Stellnetze gefunden, die mit elektronischen Lockanlagen bestückt waren. In den Netzen zappelten Dutzende Vögel. Der Wilderer – ein bekannter Krimineller – konnte mit seinem Fahrzeug vor den Beamten der von uns gerufenen Jagdaufsicht fliehen. Er hatte bereits 57 Singvögel getötet, ein Eimer voller Grasmücken! Dennoch gelang es uns, 52 Tiere aus den Netzen zu retten. Neben Grasmücken hatte er auch verschiedene Würger und Rohrsänger gefangen. Wir werden die Stelle nun verstärkt unter Kontrolle behalten und versuchen, den Wilderer doch noch zu überführen!

16.09.2020, Frankreich

Frankreich stellt Turteltaube unter Schutz! Paris scheint eine 180 Grad-Wende in der Jagdpolitik zu vollziehen: Nachdem erst vor zwei Wochen die Verwendung von Leimruten zum Vogelfang verboten wurde, hat das Oberste Verwaltungsgericht nun auch die Turteltaubenjagd komplett gestoppt. Bei dem Zugvogel wurden in den letzten Jahrzehnten dramatische Bestandseinbrüche beobachtet - nicht zuletzt aufgrund der völlig ausufernden Jagd in Frankreich und Italien. Das Komitee gegen den Vogelmord und seine Partner haben in den letzten Jahren mit Kampagnen und Aktionen insbesondere auf die dramatische Situation bei der Turteltaube aufmerksam gemacht - erst in diesem Frühjahr haben wir bei der EU-Kommission eine Beschwerde gegen Frankreich eingereicht. Brüssel hat nun das Heft in die Hand genommen und macht erheblichen Druck auf die Länder, in denen gefährdete Vogelarten bis heute in Massen geschossen werden dürfen. Man kann diesen Erfolg gar nicht hoch genug bewerten, denn Frankreich gehörte bislang zu den großen "Jagdnationen", die jeden Fortschritt im Zugvogelschutz blockiert haben. Ähnliche Einschränkungen wie bei der Turteltaube erwarten wir jetzt auch für Arten wie den Großen Brachvogel und die Feldlerche.

14.09.2020, Libanon

Mit dem Beginn des Vogelzuges erreichen uns auch wieder die ersten Beweise für die schrecklichen Massaker, die libanesische Wilderer unter unseren europäischen Zugvögeln anrichten.  Diese Aufnahme von letzter Woche zeigt eine Gruppe Männer, die stolz mit über 500 frisch geschossenen Zugvögeln für ein „Selfie“ posieren. Bei der Beute handelt es sich fast ausschließlich um auch im Libanon streng geschützte Arten wie Schwalben, Pirole, Steinschmätzer, Bienenfresser, Wendehälse und Neuntöter.  Das Foto entstand nach unseren Recherchen im Norden des Landes und wurde letzten Freitag auf der Plattform Instagram hochgeladen. Die Anti-Wilderer-Einheit der Polizei wurde informiert. Gleichzeitig laufen die Vorbereitungen für den vom Komitee finanzierten Vogelschutz-Einsatz im Libanongebirge, der nächste Woche beginnt. Bis Ende des Monats werden die von uns seit 2017 trainierten „Bird Guards“ unseres Partnerverbandes SPNL wichtige Zugkorridore überwachen und gemeinsam mit den Behörden gegen Wilderer vorgehen.

11.09.2020, Zypern

Sichergestelltes Lockgerät
Sichergestelltes Lockgerät

Grasmückenjäger auf frischer Tat ertappt: Nicht weit entfernt von Larnaka (Zypern) hat ein Team des Komitees gegen den Vogelmord einen illegalen Vogeljäger entdeckt. Der Mann hatte sich in einem Gebüsch versteckt und eine elektronische Lockanlage in Betrieb (das Foto zeigt das sichergestellte Gerät). Mit dem lauten Mönchsgrasmückengesang vom Band hat er nicht nur die Vögel angelockt, sondern auch unsere Mitglieder, die sofort die Jagdaufsicht verständigten. Die Beamten haben den Täter überführt, die Strafe beträgt leider nur 500 €. Bei so geringen Summen müssen wir uns nicht wundern, dass die illegale Singvogeljagd auf Zypern immer mehr zunimmt ...

08.09.2020, Brescia (Italien)

Geschossene Trauerschnäpper
Geschossene Trauerschnäpper

Erfolgreicher Sommereinsatz in Brescia: In den Bergen Norditaliens waren in den letzten zwei Wochen insgesamt fünf Teams des Komitees gegen den Vogelmord im Einsatz. Die Vogelschützer aus Italien und Deutschland haben in der Bergregion zwischen Iseosee und Gardasee insgesamt ein Dutzend aktiver oder präparierter Fangstellen für Singvögel gefunden. So zeitig im September stellen die Wilderer vor allem den früh ziehenden Trauerschnäppern nach, aber auch Gartenrotschwänze und Baumpieper stehen auf dem saisonalen "Speiseplan". In Kooperation mit den Carabinieri konnten vier Täter erwischt werden. Ein Vogelfänger hatte Schlagfallen für Schnäpper aufgestellt, drei Jäger waren mit der Flinte und elektronischen Lockanlagen mit Pieper- und Schnäppergesang illegal auf der Pirsch. Im Vergleich zu den Vorjahren scheint die Aktivität der Wilderer nachzulassen.

06.09.2020, Zypern

Zwergschnäpper auf Leimrute
Zwergschnäpper auf Leimrute

Zwergschnäpper gerettet: Einem Team des Komitees gegen den Vogelmord ist ein besonderer Fund gelungen. Auf einer Leimrute unweit der südzyprischen Stadt Agia Napa haben sie einen Zwergschnäpper entdeckt. Der seltenen Zugvogel aus Osteuropa ist bislang erst 10 Mal auf Zypern beobachtet worden - Nummer 11 wäre beinahe in der Pfanne gelandet - zusammen mit einer Nachtigall, die ebenfalls auf einer der illegalen Fallen gefangen war. Beide Tiere konnten freigelassen werden, der Täter wurde von der Jagdaufsicht überführt. Unser Vogelschutzcamp auf Zypern läuft seit einer Woche, bislang konnten wir drei Vogelfänger und einen Jäger überführen, 279 Leimruten wurden sichergestellt, ebenso wie sechs elektronische Lockanlagen. Der Einsatz ist mit 12 Wochen der längste dieses Herbstes und endet im November!

02.09.2020 Kalabrien (Italien)

Bei den Garsmückenjägern sichergestellte Waffen, Munition und Lockanlagen
Bei den Garsmückenjägern sichergestellte Waffen, Munition und Lockanlagen

Erster Sommereinsatz des Komitees gegen den Vogelmord in Süditalien abgeschlossen: In Kalabrien gibt es eine Tradition, bei der mit der Flinte Jagd auf Gartengrasmücken gemacht wird. Die Vögel sammeln sich dort, um sich vor dem Flug über Mittelmeer und Sahara an den dann reifen Feigen zu stärken. Wilderer legen sich mit Schusswaffen an den Feigenbäumen auf die Lauer und schießen die Kleinvögel aus nächster Nähe. Wir hatten bislang nur Gerüchte zu dieser Form der Wilderei gehört und uns in diesem August erstmals ein Bild vor Ort gemacht. Zusammen mit den Carabinieri-Forestale konnten wir zwei Täter mit insgesamt 26 geschossenen Vögeln überführen. Flinten und elektronische Lockanlagen wurden sichergestellt. In den nächsten Jahren wollen wir hier regelmäßig im Spätsommer eine Aktion durchführen.

28.08.2020, Frankreich

In Frankreich mit Leimrute gefangene Singdrossel
In Frankreich mit Leimrute gefangene Singdrossel

Riesenerfolg in Frankreich: Macron-Regierung verbietet den Vogelfang mit Leimruten! In der Provence durften bis jetzt entgegen den Regeln der EU-Vogelschutzrichtlinie Drosseln mit Leimruten gefangen werden, um sie als lebende Lockvögel bei der Singvogeljagd verwenden zu können. Begründet wurde die Genehmigung mit "alten Jagdtraditionen". Rund 7.000 Fänger durften letztes Jahr 42.000 Wildvögel fangen. Nachdem die EU-Kommission massiv Druck gemacht hat, ist Frankreich gestern endlich eingeknickt und hat - zunächst für diesen Herbst - den Einsatz der brutalen Fallen untersagt. Es wird erwartet, dass die Leimruten auch in Zukunft nicht mehr genehmigt werden. Dem Verbot vorausgegangen ist eine Jahrzehnte lange Kampagne des französischen Vogelschutzverbandes LPO und des Komitees gegen den Vogelmord. Komiteemitarbeiter haben vor Ort Fangstellen kontrolliert und Daten über die Missstände erhoben, mit denen am Ende die Behörden und Politiker überzeugt werden konnten. Ein schöner Erfolg für unsere Kampagne.

26.08.2020, Malta

Illegale Fangstelle für Watvögel auf Malta
Illegale Fangstelle für Watvögel auf Malta

Illegaler Fang von Wasservögeln auf Malta: Das Komitee gegen den Vogelmord hat Anfang dieser Woche acht schwere Fälle von Wilderei bei der maltesischen Polizei zur Anzeige gebracht. Dabei geht es um acht riesige Fanganlagen für Brachvögel, Regenpfeifer und andere früh durchziehende Watvögel, die an extra für den Vogelfang angelegten Teichen mit riesigen Klappnetzen gefangen werden. Um die Anlagen zu finden, hatten Mitarbeiter des Komitees in der letzten Woche die Insel mit einem Kleinflugzeug überflogen und alle aktiven Fanganlagen fotografiert. Besonders traurig: Die Hälfte der von uns gemeldeten Fanganlagen wurden auch schon im Juli 2019, August 2018 und Juli 2017 illegal betrieben und mit den genauen GPS-Koordinaten an die Behörden gemeldet. Das Komitee gegen den Vogelmord wird mit seinen Teams in den nächsten Wochen auf Malta weiter nach illegalen Fangplätzen suchen und ab dem 1. September – dem Beginn der Jagdsaison – auch Fälle von illegalen Abschüssen dokumentieren und melden.

25.08.2020, Brescia (Italen)

Komitee-Mitarbeiter in den Bergen Brescias
Komitee-Mitarbeiter in den Bergen Brescias

Vogelschutzcamp in den Südalpen: In den Bergen der norditalienischen Provinz Brescia sind aktuell vier Teams des Komitees gegen den Vogelmord im Einsatz. In der Region werden jetzt im August früh ziehende Singvögel illegal mit Schlagfallen gefangen. Derzeit sind ein gutes Dutzend Fangstelle unter Beobachtung. Vor allem von den Berggipfeln aus lassen sich die Wilderer auf den tiefer gelegenen Almwiesen gut observieren. Das von uns erstellte Beweismaterial hilft den Behörden beim Überführen der Täter.

22.08.2020 - Start der großen Vogelschutzcamps

Komitee-Vogelschutzcamps starten: Der Vogelzug kommt langsam in Gang - Zeit für die Einsätze des Komitees gegen den Vogelmord. Den Auftakt machen heute die Sommeraktionen in den Bergen Norditaliens und an der Küste südlich von Neapel, wo Wilderer mit Schlagfallen und der Flinte auf die Pirsch nach früh ziehenden Singvögeln gehen. Weiter geht es Anfang September mit unserem großen Vogelschutzcamp auf Zypern (Arbeit gegen Leimruten und Netze für den Fang von Singvögeln) und dem Einsatz auf Malta (Schutz durchziehender Wat- und Greifvögel), bevor es zum Start des Herbstes mit den Aktionen im Libanon und in Norditalien weitergeht. Später im Jahr geht es auch noch nach Ostspanien, die italienische Insel Sardinien und erneut nach Malta. Wir drücken allen Teams die Daumen!