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Pressemtteilung 13. Januar 2016

Razzia bei Greifvogelfänger in Frankfurt - lebende Habichte und illegale Fallen beschlagnahmt

Frankfurt. Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord haben gestern nach einem Hinweis in einem Schrebergarten in Frankfurt mehrere illegale Greifvogelfallen und acht gefangene Greifvögel entdeckt und die Behörden informiert. Bei der anschließenden Durchsuchung des Geländes durch die Polizei wurden ein aktiver Habichtfangkorb – eine Lebendfalle für Greifvögel – und eine sogenannte Leiterfalle entdeckt.

In Frankfurt am 12.01.2016 gefundene illregale HabichtfalleIn Frankfurt am 12.01.2016 gefundene illregale HabichtfalleDie Greifvögel – fünf streng geschützte Habichte und drei Mäusebussarde – waren alle unberingt und wurden beschlagnahmt. Sieben Vögel konnten später freigelassen werden, ein Mäusebussard wurde zum „Aufpäppeln“ in eine Pflegestation gebracht. An der Aktion beteiligten sich Beamte der Polizei Hofheim, Umweltexperten der Polizei in Frankfurt und Mitarbeiter der Kreisverwaltung.

Gegen den Besitzer des Grundstücks, bei dem es sich um einen Falkner handeln soll, wurde ein Strafverfahren wegen Verstößen gegen das Bundesnaturschutzgesetz und das Tierschutzgesetz eingeleitet. Sollte ihm nachgewiesen werden, dass er die Fallen aufgestellt hat, drohen ihm der Entzug des Jagdscheins und bis zu fünf Jahre Haft. Warum der Mann eine solch große Menge lebender Tiere hielt und ob er die Vögel eventuell verkaufen wollte, ist Gegenstand der Ermittlungen. Laut Komitee liegt der Schwarzmarktpreis für einen Habicht zwischen 1.000 und 1.500 Euro.

Greifvögel gehören zu den durch das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützten Arten. § 44 des Bundesnaturschutzgesetzes verbietet es, wild lebenden Tiere dieser Arten nachzustellen, sie zu fangen oder zu töten.