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Pressemeldung 08.03.2016

Kirchhain: Polizeieinsatz wegen verbotener Habichtfallen
Strafverfahren gegen Hühnerzüchter eingeleitet

Kirchhain (Hessen). Vogelschützer haben gestern Nachmittag im Kirchhainer Stadtteil Emsdorf (Kreis Marburg Biedenkopf) zwei illegale Fallen für Greifvögel entdeckt und die Polizei alarmiert. Wie das Komitee gegen den Vogelmord mitteilt, handelte es sich um einen so genannten Habichtfangkorb und eine weitere Lebendfalle Marke „Eigenbau“.

Beide Fallen standen auf einem Privatgrundstück im Bereich der Willersdorfer Straße und waren aktiviert. Als Köder dienten ein totes Huhn und eine lebende Brieftaube, die in einem Käfig unter dem Fangkorb eingesperrt war. Die von den Vogelschützern verständigte Polizei sicherte vor Ort Beweise und stellte die beiden verbotenen Fanggeräte sicher. Gegen den Besitzer des Grundstückes, der dort Hühner hält und das Aufstellen der Fallen eingeräumt hat, wurde ein Strafverfahren wegen Wilderei eingeleitet. Ihm drohen im Falle einer Verurteilung wegen Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz eine hohe Geldstrafe und bis zu fünf Jahre Haft.

Die illegale Verfolgung geschützter Greifvögel ist laut Komitee in Deutschland weit verbreitet und bedroht die Bestände zahlreicher Arten. Bei den Tätern handelt es sich meist um Tauben- und Hühnerzüchter oder um Jäger, denen die Greifvögel als Konkurrenten ein Dorn im Auge sind, so der Verband. In Hessen wurden nach Angaben der vom Bundesumweltministerium geförderten Erfassungs- und Dokumentationsstelle Greifvogelverfolgung und Artenschutzkriminalität (E.D.G.A.R.) in Berlin in den letzten fünf Jahren insgesamt 17 Fälle bekannt. Zuletzt wurden im Januar 2016 auf einem Gartengrundstück in Frankfurt am Main mehrere illegale Habichtfallen sowie 8 lebende Greifvögel entdeckt und von der Polizei beschlagnahmt. Auch in diesem Fall wird sich der Fallensteller vor Gericht verantworten müssen.

V.i.S.d.P. und Kontakt für weitere Informationen : Komitee gegen den Vogelmord e.V., An der Ziegelei 8, 53127 Bonn, Axel Hirschfeld, Tel.: 0228/665521 oder 01794803805, Email: komitee@komitee.de