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Pressemitteilung 15.Januar 2016

Illegale Gänsejagd im Kreis Heinsberg: Strafanzeige gegen zwei Jäger

Jäger haben gestern Abend in der Nähe von Wassenberg-Ophoven in einen Schwarm geschützter Blässgänse geschossen und dabei mindestens zwei Tiere getötet. Die Abschüsse wurden gegen 16:50 Uhr von einem Vogelfreund beobachtet, der ein Foto von den geschossenen Tieren machen konnte und das Komitee gegen den Vogelmord in Bonn sowie den NABU informierte.

In Heinsberg (NRW) illegal geschossene BlässgänseIn Heinsberg (NRW) illegal geschossene Blässgänse"Blässgänse sind in Nordrhein-Westfalen geschützt und dürfen nicht bejagt werden. Die Namen der beiden Schützen sind uns bekannt. Wir werden Anzeige gegen sie erstatten und anregen, dass ihnen umgehend der Jagdschein entzogen wird", so Komiteesprecher Axel Hirschfeld. Von dem Zeugen auf den illegalen Abschuss angesprochen, behaupteten die beiden Jäger, sie hätten die Vögel mit Graugänsen verwechselt. Graugänse dürfen in NRW von Oktober bis Januar geschossen werden. Das Komitee gegen den Vogelmord hält das für eine schwache Entschuldigung. "Blässgänse sind deutlich kleiner und auffälliger gefärbt als Graugänse. Ein Jäger, der nicht sicher bestimmen kann, was für eine Art er vor der Flinte hat, muss den Finger vom Abzug lassen", so Hirschfeld.

Bei den im Kreis Heinsberg überwinternden Bläss- und Saatgänsen handelt es sich laut Komitee ausschließlich um Zugvögel aus Russland und Nordeuropa, die den Winter hier verbringen und ab Ende Februar wieder zurück in ihre Brutgebiete ziehen. Im Rurtal befinden sich mehrere bedeutende Rastgewässer für Wasservögel, auf denen im Winter mehrere tausend Wildgänse und zahlreiche seltene Enten und Taucher überwintern.