Printer-friendly version

Pressemeldung 04.04.2013

Zypern: Polizeischutz für deutsche Vogelschützer
Zugvogeljagdsaison beginnt - Morddrohungen gegen Aktivisten

Bonn / Nicosia. Um gegen den millionenfachen Fang geschützter Zugvögel in der Republik Zypern vorzugehen, wird das Bonner Komitee gegen den Vogelmord gemeinsam mit der Stiftung Pro Artenvielfalt (Bielefeld) ab dem Wochenende einen Großeinsatz auf der Mittelmeerinsel durchführen. Hauptaufgabe der rund 16 Teilnehmer aus Deutschland und Italien wird es sein, illegale Fangplätze aufzuspüren und Beweise gegen die Wilderer zu sammeln.

Gewalt gegen Vogelschützer: Beschädigungen von Mietwagen sind auf Zypern an der TagesordungGewalt gegen Vogelschützer: Beschädigungen von Mietwagen sind auf Zypern an der TagesordungDas Komitee setzt sich seit 2001 für einen besseren Vogelschutz auf Zypern ein und hat mit seinen Aktivisten allein im letzten Jahr rund 8.840 illegal aufgestellte Leimruten und Fangnetze zerstört oder der Polizei gemeldet. Der Verein geht davon aus, dass die Zahl entdeckter Fangplätze in diesem Jahr als Folge der Wirtschaftskrise weiter zunehmen wird. "Viele Zyprer fangen illegal Vögel, um sich mit dem Verkauf der Tiere an Restaurants etwas dazu zu verdienen", so Komiteevorsitzender Heinz Schwarze.

Die Aktionen des deutschen Verbandes haben bereits für viel Wirbel auf der Mittelmeerinsel gesorgt. In den letzten Jahren ist es nach Angaben des Komitees immer wieder zu brutalen Übergriffen gegen Aktivisten gekommen. "Angesichts der zur Zeit auf Zypern herrschenden deutschfeindlichen Stimmung, könnte die Situation noch weiter eskalieren", befürchtet Schwarze. In den letzten Tagen habe der Verein vermehrt telefonische Morddrohungen sowie eine eindeutige Email aus Zypern erhalten. Zitat: "Erst Hitler, dann Merkel und jetzt das Komitee! Wenn ihr in Paralimni auftaucht, werden euch die Leute dort umbringen".

Das Komitee hat sich deshalb mit Unterstützung der deutschen Botschaft an die zyprischen Behörden gewandt, und um Polizeischutz für die Aktionen gebeten. Mit Erfolg. Ab Samstag werden die Teams der Vogelschützer von bewaffneten Polizeibeamten begleitet.

Der illegale Fang und der Verzehr von Singvögeln hat auf Zypern eine lange Tradition. Nach Angaben des Komitees und der Organisation BirdLife Cyprus werden jedes Jahr mehrere Millionen Rotkehlchen, Grasmücken und andere Zugvögel gefangen, um sie zu verspeisen oder an Restaurants zu verkaufen. Betroffene von der Wilderei sind auch zahlreiche in Deutschland stark gefährdete Arten wie Pirole, Nachtigallen und Ziegenmelker.

Pressekontakt:

V.i.S.d.P.: Komitee gegen den Vogelmord e.V. (CABS), Axel Hirschfeld, An der Ziegelei 8, 53127 Bonn
Kontakt für Rückfragen und Bildmaterial: Alexander Heyd, Tel.: +49 228/665521 oder +49 1722191542
Email: presse@komitee.de, Internet: www.komitee.de