Printer-friendly version

Schwere Zwischenfälle beim Vogelschutzcamp auf Zypern

Komitee-Mitglieder verletzt, Schüsse auf Vogelschützer, 8 Autoreifen zerstochen

Verletzter Komitee-Mitarbeiter nach Attacke eines Vogelfängers am 3.10.2012 bei OrmiodeiaVerletzter Komitee-Mitarbeiter nach Attacke eines Vogelfängers am 3.10.2012 bei OrmiodeiaWährend des Vogelschutzcamps auf Zypern, das vom 27.09. bis 11.10.2012 auf der Mittelmeerinsel stattfindet, ist es in den letzten Tagen zu mehreren ernsten Zwischenfällen gekommen. Zwei Komitee-Mitarbeiter wurden verletzt, es gab Schüsse auf Vogelschützer, eine spektakuläre Verfolgungsjagd und zerstochene Autoreifen.

In der Nacht vom 30.09.auf den 01.10. hat ein Komitee-Team gegen 1 Uhr unweit Xylotymvou in einem Gebüsch vier Netze und ein elektronisches Lockgerät. Als sie beginnen wollten, die Fanganlage abzubauen, überraschten sie plötzlich die Vogelfänger. Den Komitee-Mitgliedern gelang es gerade noch, ihr Fahrzeug zu erreichen und zu flüchten. Die Wilderer verfolgten die vier Camp-Teilnehmer zunächst kilometerweit bis zur Autobahn, wo erfahrungsgemäß derartige Zwischenfälle immer enden. Diesmal allerdings verfolgten die wütenden Wilderer unser Team fast 30 Minuten weiter. Die Vogelschützer retteten sich bis zum Flughafen von Larnaka, wo sie schließlich eine Polizeistreife fanden. Erst hier ließen sich die kriminellen Wilderer abhängen!

In der Nacht vom 02. auf den 03.10. fand ein Komitee-Team bei Ormideia gegen 2 Uhr in der Nacht eine riesige Fanganlage mit mehreren elektronischen Lockgeräten und einer nicht überschaubaren Zahl von Netzen. Als sie gerade das 2. Netz abbauen wollten, erhellte ein Suchscheinwerfer das Wäldchen und ein Unbekannter feuerte 4 Schrotschüsse in Richtung unserer Mitglieder. Mehrere Kugeln trafen die Team-Mitglieder, es blieb aber zum Glück beim Schrecken. Ihnen gelang die Flucht in letzter Sekunde, denn mehrere Wilderer durchsuchten bereits das Gelände.
Einer von 8 zerstochenen Autoreifen am 4.10.2012Einer von 8 zerstochenen Autoreifen am 4.10.2012Am Morgen des 03.10.12 kehrte das Team mit einer Streife der dort zuständigen britischen Militärpolizei zurück, um nach den weiteren Netzen zu suchen. Während zwei Polizisten mit dem Abbau der Netze beschäftigt waren, durchsuchte ein Komitee-Team gemeinsam mit einem weiteren Beamten einen anderen Teil des Gebietes. Plötzlich erschien ein Wilderer, der ungeachtet des Polizisten eine schwere Eisenstange nach einem italienischen Komitee-Mitarbeiter warf und diesem damit eine schwere Wunde am Arm zufügte. Es tauchte ein zweiter Vogelfänger auf, der ein anderes Komitee-Mitglied angriff. Der Vogelschützer erlitt eine Fleischwunde am Bein und einen schweren Schlag mit einer Eisenstange auf den Rücken. Der uns begleitende (erstaunlicher Weise unbewaffnete) Polizist hielt sich in 30 Meter Entfernung auf und griff - wohl aus Angst - nicht ein! Erst als die anderen Beamten eintrafen, zogen sich die Täter zurück und flüchteten auf einem Motorrad. Die zwei verletzten Vogelschützer wurden mehrere Stunden im Krankenhaus behandelt, die Polizei hat an der Stelle insgesamt 13 Netze, 4 Lockanlagen, 8 Lautsprecher und hunderte Meter Stromkabel sichergestellt.

Am frühen Morgen des 04.10. haben Unbekannte alle Autoreifen der beiden vom Komitee gemieteten Fahrzeuge auf dem Hotel-Parkplatz in Agia Napa zerstochen. Die Polizei ermittelt, der Schaden beträgt 400 €.

Die Ereignisse zeigen, dass wir mit unseren Aktionen den Wilderern auf Zypern einen erheblichen Schaden zufügen - anders ist die Eskalation nicht zu erklären. Bislang haben wir rund 3.000 Leimruten und fast 50 Netze eingesammelt, 8 Wilderer wurden in flagranti überführt.