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Vogelschutzcamp Ponza:
Polizei setz Hubschrauber gegen Wilderer ein

Hubschrauber der Fortstpolizei auf dem Piano d'Incenzo am 28.04.2011Hubschrauber der Fortstpolizei auf dem Piano d'Incenzo am 28.04.2011Auf der kleinen Mittelmeerinsel Ponza (Region Lazien) findet im April und Mai 2011 ein einmonatiges Vogelschutzcamp des Komitees gegen den Vogelmord und seines italienischen Partnerverbandes LAC statt. Nachdem Ende März bereits eine “Vorhut” aus britischen und deutschen Komitee-Mitarbeitern Fangstellen ausfindig gemacht und in Kooperation mit der Forstpolizei zwei Wilderer in flagranti überführt hat, sind seit dem 20.04.2011 täglich sechs italienische Vogelschützer auf Ponza im Einsatz.

Ihr Haupt-Einsatzgebiet ist die Piana d'Incenso – die unbewohnte, felsige Nordspitze der Insel – auf der Wilderer Schlagfallen für den Vogelfang aufstellen und allmorgendlich illegal auf durchziehende Wachteln, Turteltauben und andere Zugvögel schießen.

Bereits am ersten Einsatztag überraschten die ehrenamtlichen Vogelschützer einige Jäger, die sich in den Küstenfelsen versteckt hatten. Während es einigen der Männer gelang, in dem unwegigen Gelände unerkannt zu entwischen, wurde ein Wilderer fotografiert – er konnte zweifelsfrei identifiziert werden und wurde noch am gleichen Tag wegen der Jagd während der Schonzeit angezeigt. Am darauf folgenden Morgen (21.04.) wurde ein Fallensteller mit 22 Schlagfallen erwischt und auch der 23.04. war erfolgreich, denn ein weiterer Vogefänger konnte dingfest gemacht werden. Nachdem er bemerkt hatte, dass er entdeckt worden war, flüchtete der junge Mann (ein lizenzierter Jäger) zu Fuß nach Hause und gab als Warnung an die ihm folgenden Vogelschützer zwei Warnschüsse aus seinem Haus ab. Auch er wurde angezeigt.

Sichergestellte Vogelgfallen mit getöteten Braunkehlchen und GartenrotschwänzenSichergestellte Vogelgfallen mit getöteten Braunkehlchen und GartenrotschwänzenUm einem besonders dreisten Wilderer, der seit vielen Jahren an einer bestimmten Stelle der Piana d'Incenso seine Fallen aufstellt und nie erwischt werde konnte, endlich Herr zu werden, wurde mit der Staatlichen Forstpolizei ein “Überraschungsangriff” vereinbart: Am 28.04. kontrollierten die Teilnehmer des Vogelschutzcamps die traditionelle Fangstelle und fanden erneut Fallen. Anstatt sie abzubauen, wurde die Forstpolizei informiert, die auf dem Festland nur auf den Anruf wartete. Nur eine halbe Stunde später landeten die Beamten mit einem Hunschrauber zwischen den Fallen des verständlicher Weise schockierten Mannes und konnten ihn identifizieren. Er wurde angezeigt - 27 Schlagfallen und acht gefangene, tote Braunkehlchen und Gartenrotschwänze wurden sichergestellt.

Dass die Wilderer auf Ponza nur schwer eines Besseren zu belehren sind, zeigte der daurauffolgende 29.04.: Trotz der Machtdemonstration vom Vortag waren wieder mehrere Jäger illegal auf der Pirsch und haben die italienischen Vogelschützer beschimpft und bedroht. Der Einsatz wird deswegen wie geplant bis zum 20. Mai fortgeführt, wenn sich mit dem Ende des Vogelzugs auch die Frühlingsjagd erledigt hat. Jedenfalls für dieses Jahr.

Der Einsatz wird gemeinsam von der LAC und dem Komitee finanziert.