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"Italiens dümmster Wilderer" geschnappt

Wintergoldhähnchen in italienischem Fangnetz.Wintergoldhähnchen in italienischem Fangnetz.Im norditalienischen Val Sabbia (Lombardei) ist den Behörden ein besonders dummer Vogelfänger ins Netz geraten: Im unteren Val Sabbia - ganz in der Nähe des Gardasees - hatten Beamte der Staatlichen Forstpolizei eine illegale Fangstelle mit 6 Netzen und fast 20 lebenden Lockvögeln gefunden. Die Beamten legten sich längere Zeit in der Nähe der Fanganlage auf die Lauer, um den Täter überführen zu können - der aber kam nicht. Unverrichteter Dinge bauten sie die Netze am 11.04. ab und befreiten die Lockvögel.

Am Tag darauf erschien ein Mann bei den Carabinieri und erstatte Anzeige gegen Unbekannt wegen Diebstahls. Er erklärte den Polizisten, man habe ihm 6 Fangnetze und 20 Lockvögel gestohlen. Die Carabinieri ließen sich nichts anmerken und nahmen die Personalien des Mannes und den Sachverhalt auf. Der unfreiwillig geständige Vogelfänger erkannte zu spät, was er getan hatte und versuchte noch, zurück zu rudern ... umsonst. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren wegen Vogelfangs eingeleitet.

Bereits am 4. April 2011 hatten die gleichen Forstpolizisten einen weiteren Wilderer erwischt, diesmal aber in flagranti: Sie hatten eine Fangstelle kontrolliert, an der sie im letzten Herbst nach einem Hinweis des Komitees gegen den Vogelmord den Wilderer nicht stellen konnten. Jetzt fanden sie 9 Netze mit einer Gesamtlänge von 180 Metern sowie zwei Dutzend lebende Lockvögel. Die Beamten mussten nicht lange warten und stellten den Täter: Ein 16jähriger aus dem nahen Dorf Agnosine. Bei einer umgehend durchgeführten Hausdurchsuchung wurden weitere 15 Netze sowie Dutzende unberingte Drosseln und Buchfinken beschlagnahmt. Der Vater des Jungen ist "Vogelzüchter" und verkauft vorgeblich legal gezüchtete Lockvögel an Jäger. Er war im Herbst 2010 mit Netzen erwischt worden und hatte nun offenbar seinen Sohn zur Wilderei angestiftet!