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Großer Erfolg in Italien:
Keine Finkenjagd in der Lombardei!

Im Jahr 2010 ist die Finkenjagd - hier ein Bergfink - fast in ganz Italien verboten!Im Jahr 2010 ist die Finkenjagd - hier ein Bergfink - fast in ganz Italien verboten!Erstmals seit 14 Jahren ist in 2010 die Jagd auf Buch- und Bergfinken in der Lombardei nicht erlaubt worden. Die oberitalienische Region hatte in jedem Herbst die Jagd auf die eigentlich geschützten Finken, aber auch auf Sperlinge, Kernbeißer, Wiesen- und Baumpieper genehmigt, obwohl dazu jede Rechtsgrundlage fehlte. Auch die Regierungen anderer Regionen, wie etwa Toskana, Marchen, Ligurien und Umbrien, haben immer wieder zu diesem Mittel gergriffen, um sich die Wählerstimmen der Jäger zu sichern. Jedes Jahr hat das Komitee gegen den Vogelmord gemeinsam mit seinem italienischen Partnerverband LAC vor den Verwaltungsgerichten gegen die Ausnahmegenehmigungen geklagt - und jedes Jahr haben wir Recht bekommen.

Im Jahr 2010 hatte sogar das römische Verfassungsgericht die Finkenjagd für unzulässig erklärt, ebenso wie der Europäische Gerichtshof, der aufgrund einer Umweltbeschwerde des Komitees ein Verfahren gegen Italien eingeleitet hatte (mehr zum Urteil des EUGH lesen Sie hier).

Einzig die Region Venezien hat sich über die diversen Verbote und eindeutigen Gerichtsurteile hinweg gesetzt und die Jagd auf Finken, Pieper und Sperlinge wieder erlaubt. Die LAC hat umgehend eine Klage vor dem Verwaltungsgericht in Venedig eingereicht.

Die weitgehende Weigerung der Regionalverwaltungen, auch in 2010 wieder die Jagd auf diese Arten zu erlauben, ist ein großer Erfolg für den Vogelschutz und ein Schlag ins Gesicht der Jagdlobby. Diese schläft allerdings nicht: Die jagdfreundliche und rechtsradikale Separatisten-Partei "Lega Nord", die fast in allen norditalienischen Parlamenten stark vertreten ist und selbst in Berlusconis Regierung sitzt, hat in der ganzen Lombardei großflächig Plakate gegen den Zugvogelschutz aufgehängt. Es steht zu befürchten, dass der Druck auf die Behörden wächst - ob das Jagdverbot auch im kommenden Jahr Bestand haben wird, steht noch in den Sternen.