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Erfolge in Italien

Seit dem Rückgang der Bogenfallen in Norditalien überleben immer mehr Rotkehlchen den Zug Richtung Süden (© nl.wikipedia/Wikimedia Commons)Seit dem Rückgang der Bogenfallen in Norditalien überleben immer mehr Rotkehlchen den Zug Richtung Süden (© nl.wikipedia/Wikimedia Commons)Die maßlose Zugvogeljagd in Europa hat Natur- und Tierfreunde 1975 dazu bewegt, das Komitee gegen den Vogelmord zu gründen. Italien war das erste große Projektgebiet des Komitees - auch heute noch finden unsere umfangreichsten Aktionen auf der Apenninhalbinsel statt. Gemeinsam mit unseren Partnerverbänden haben wir viel bewegt:

  • Nach der deutlichen Verschärfung der Gesetze haben viele Jäger in Italien das Handtuch geworfen. 1975 sind noch mehr als 2 Millionen Jäger zwischen Brenner und Sizilien auf die Pirsch gegangen, heute sind es noch 640.000. Die Jagd hat ihren Stellenwert in der Bevölkerung längst eingebüßt, die Mehrheit der Italiener spricht sich gegen die Jagd aus.
  • Nach heftigen Protesten von Jägern verabschiedete das römische Parlament im Jahr 1992 ein neues Jagdgesetz, das die EU-Vogelschutzrichtlinie endlich umsetzt. Heute sind nur noch 6 Singvogelarten jagdbar. Die Zahl der im Jahr in Italien geschossenen Vögel ging deswegen von schätzungsweise über 30 Millionen auf etwa 20 Millionen im Jahr zurück.
  • Obwohl der Verkauf von auf der Jagd geschossenen Vögel im Jahr 1992 verboten wurde, fanden sich Singvögel weiterhin auf den Speisekarten zahlloser Restaurants. Das Komitee hat bis Ende der 1990er Jahre gemeinsam mit der Polizei Razzien gegen Gaststätten organisiert. Mit Erfolg, denn heute werden Singvögel nur noch ausgesprochen selten in Restaurants angeboten.
  • Der Verkauf aus Tunesien eingeführter Weidensperlinge in Metzgereien und Restaurants war durch ein Schupfloch im italienischen Recht erlaubt. Aufgrund einer EU-Umweltbeschwerde des Komitees musste Italien das Jagdgesetz ändern - seit August 2014 ist der Import der Sperlinge verboten!
  • Seit Mitte der 1990er Jahre setzt die italienische Forstpolizei eine Sondereinheit zur Bekämpfung der Wilderei ein. Die Gruppe hat sich im Laufe der Jahre zu einer europaweit einzigartigen, schlagkräftigen und sehr engagierten Hundertschaft entwickelt. Das Komitee stimmt viele seiner Aktionen in Italien mit der Forstpolizei ab.
  • Dem Komitee und seinen Partnerverbänden gelingt es seit Mitte der 1990er Jahre, in jedem Jahr illegale Jagdfreigaben geschützter Singvögel vor Gericht zu Fall zu bringen. Auch wenn wir immer wieder die Gerichte bemühen müssen und nicht recht vorankommen: Jedes Urteil rettete Hunderttausenden Vögeln das Leben und ist ein Baustein hin zu einem endgültigen Verbot der Jagd auf geschützte Vögel. Seit 2012 verzichten die Regionen Italiens auf die Jagdfreigabe - ein großer Erfolg für den Vogelschutz!
  • Im Sommer 2013 hat das Parlament in Rom aufgrund einer Eingabe des Komitees und seiner italienischen Partnerverbände das Jagdgesetz verschärft und die Hürden für die Abschussgenehmigung EUweit geschützter Vögel dradstisch erhöht. Die jahrelang immer wieder erlaubte Jagd auf Buch- und Bergfinken wird damit fast unmöglich.
  • In den 1970er Jahren waren noch mehr als 2.000 Großfanganlagen - Fußballfeld groß und mit Hunderten Metern Netzen ausgestattet - in Norditalien legal in Betrieb. Mit dem neuen Jagdgesetz von 1992 mussten sie dicht machen, nur über Sondergenehmigungen werden in jedem Herbst rund 50 der Fanganlagen wieder geöffnet. Das Komitee klagt Jahr für Jahr gegen diese Genehmigungen und gewinnt fast immer!
  • Die in Norditalien traditionellen Bogenfallen sterben nach über 25 Jahren großer Komitee-Vogelschutzcamps langsam aus. Während im Jahr 2001 noch mehr als 12.000 der brutalen Fallen abgebaut wurden, waren es 2014 gerade noch 735. Von geschätzten 300.000 Fallen in den 1980er Jahren stehen heute vermutlich weniger als 5 % - entsprechend weniger Rotkehlchen sterben auf ihrem Zug nach Süden.
  • Auf Sardinien ist überall dort, wo unsere Vogelschutzcamps stattfinden, ein deutlicher Rückgang der Wilderei zu beobachten. Dort, wo in den 1990er Jahren jährlich mehr als 20.000 Rosshaarschlingen gefunden wurden, stehen heute weit weniger als 5.000 der verbotenen Fallen. Auch der Einsatz von Fangnetzen ist auf Sardinien rückläufig: Im Jahr 2005 wurden während einer Woche noch über 100 Netze gefunden, in 2009 war es kein einziges mehr!
  • Der Einsatz kleiner Schlagfallen zum Fang von Singvögeln im Frühling entlang der süditalienischen Küste kommt nach 15 Jahren aufwändiger Komitee-Einsätze fast zum Erliegen. Wo bis Ende der 1990er Jahre noch viele Tausend der tückischen Fanggeräte standen, legen heute noch ein paar Dutzend Wilderer Fallen aus.
  • Bei den Zugvogelschutzcamps des Komitees in Italien - den umfangreichsten Aktionen des Verbandes - werden jedes Jahr weit über 15.000 Vogelfallen und mehr als 150 Fangnetze sichergestellt, Hunderte illegal gehaltene Lockvögel und zahllose mit den Fallen gefangene Wildvögel befreit. Alleine durch die jährlich stattfindenen Camps überleben Tausende Singvögel, weil ganze Berghänge von Fallen und Netzen gesäubert wurden.

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