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Schrot- und Bleiproblematik in Deutschland

2. Verwendung bleihaltiger Büchsenpatronen bei der Jagd auf Paarhufer

Bei der Jagd auf Paarhufer werden fast ausschließlich bleihaltige Büchsenpatronen verwendet. Die Geschosse dringen in den Tierkörper ein und bleiben, je nach Auftreffenergie, verschieden tief im Fleisch stecken. Bei kleinen Tieren oder beim Auftreffen auf schmale Körperteile kann das Geschoss auch wieder austreten.
Beim Weg durch das Fleisch verlieren Geschosse durch Abrieb und durch das beim Aufschlag zustande kommende "Aufpilzen" (Verformung der Kugel durch die Auftreffenergie) viel Blei. Das Schwermetall verbleibt im Geschosskanal und belastet das diesen umgebende Fleisch bis weit über die Grenzwerte. Beim o.g. Aufpilzen können zudem Geschosssplitter entstehen, die ihrerseits Geschosskanäle hinterlassen, so dass ein einzelner Einschuss mehrere derartige Verletzungen mit Bleibelastung hinterlässt. Die Werte können so hoch sein, dass die gesamte Fleischmenge des getöteten Tieres (das "Wildbret") unzulässig stark belastet ist (Schlederer 2001).

Ohne das großzügige Heraustrennen der Geschosskanäle ist das Fleisch für den menschlichen Verzehr daher nicht geeignet.

Wenn auch keine gesicherten Zahlen über die Anzahl der in Deutschland jährlich verwendeten Patronen vorliegen, kann doch mit Sicherheit gesagt werden, dass weitaus nicht jede Kugel ihr Ziel trifft. Schätzungen gehen davon aus, dass zumindest fünf Schüsse abgegeben werden müssen, um ein Tier zu töten. So verbleiben also mindestens vier bleihaltige Geschosse in der Natur. Bei einer Jahresstrecke von 1,5 Millionen Paarhufern im Jahr ergibt dies rund 6 Millionen Geschosse. Bei einem Gewicht von durchschnittlich 20 Gramm landen also bei der Jagd in Deutschland alleine 120 Tonnen Blei in Form von Gewehrkugeln in der Umwelt - jedes Jahr!