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Schrot- und Bleiproblematik

Mit hochiftigem Schwermetall auf der Pirsch

Jagdmunition besteht bislang in der Regel vor allem aus Blei. Das giftige Schwermetall gelangt bei Fehlschüssen - bei Schrot sogar bei jedem einzelnen Schuss - ungehindert in die Natur und verseucht dort Böden und Gewässer.

In Deutschland ist immer noch bleihaltige Schrotmunition erlaubtIn Deutschland ist immer noch bleihaltige Schrotmunition erlaubtWelche Munition bei der Jagd zu verwenden ist, regelt § 19 Absatz 1 des Bundesjagdgesetzes. Neben der Auftreffenergie, die die verwendeten Geschosse mindestens haben müssen, wird unter anderem auch festgelegt, dass die Verwendung von Schrot bei der Jagd auf Paarhufer und Seehunde verboten ist. Weitere Regelungen enthält das Bundesjagdgesetz leider nicht.
Die Länder haben zum Teil weitergehende Vorschriften erlassen. So haben mehrere Bundesländer die Verwendung von Bleischrot bei der Jagd auf Wasservögel gänzlich verboten (z.B. Niedersachsen, siehe § 24 Absatz 1 des Niedersächsischen Landesjagdgesetzes), oder zumindest die Verwendung von Bleischrot bei der Jagd auf Wasservögel an Gewässern untersagt (z.B. Nordrhein-Westfalen, siehe § 1 der Bleischrotverordnung NRW). Was Gewässer im Sinne des Gesetzes sind und welche Tierarten sich unter unbestimmten Rechtsbegriffen wie "Wasserwild" oder "Flugwild" verbergen, ist nicht geklärt.

In Europa haben inzwischen Dänemark und die Niederlande die Benutzung von Bleischrot für die gesamte Jagd untersagt. Die Vereinigten Staaten, in denen Bleischrot bei der Jagd in Feuchtgebieten seit 10 Jahren untersagt ist, erwägen das Verbot auszudehnen und den Einsatz völlig zu verbieten. Ähnliche Gesetzesinitiativen gibt es in Kanada und Australien.

Die Problematik bei der Munitionsverwendung wird an dieser Stelle in vier Teilbereichen behandelt:

Zusammenfassung

Die Verwendung bleihaltiger Munition bei der Jagd führt zu einer nicht tolerierbaren Umweltbelastung durch das Schwermetall Blei und zudem zu weit verbreiteten primären oder sekundären Bleivergiftungen bei Tieren. Über das Bleiproblem hinaus führt die Verwendung von Schrot bei der Jagd auf Niederwild zur Verletzung vieler Hunderttausend Tiere im Jahr. Schrot ist deshalb aus Gründen des Tier- und Artenschutzes eine nicht akzeptable Munition.
Der von manchen Verbänden ins Gespräch gebrachte Schrotschuss auf Rehe wird aus o.g. Tierschutzgründen vom Komitee gegen den Vogelmord abgelehnt.