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NRW: Umweltminister verbietet Habicht-Fang für Falknerei

Falkner sind empört – Vogelschützer jubeln

Düsseldorf/Bonn. Der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel hat nach einer Empfehlung des Komitees gegen den Vogelmord das sog. „Aushorsten“ von jungen Habichten zum Zwecke der Beizjagd verboten bzw. stark eingeschränkt.

Bisher konnten Falkner in NRW und in anderen Bundesländern junge Habichte aus Nestern entnehmen, um diese anschließend für die Jagd abzurichten. Nach Ansicht des Komitees stellt diese Praxis jedoch einen Verstoß gegen EU-Recht dar. Begründung: Es gibt genug gezüchtete Habichte, die den Bedarf der Falkner decken, und damit existiert eine gemäß Artikel 9 der Europäischen Vogelschutzrichtlinie „andere zufrieden stellende Lösung“ als die Naturentnahmen.

Der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel schreibt dazu am 12. Mai 2011 an das Komitee: „In den letzten Jahren hat die Habichtzucht erhebliche Fortschritte gemacht … Es ist daher davon auszugehen, dass die Nachfrage nach Habichten für Beizzwecke durch gezüchtete Exemplare gedeckt werden kann …Vor diesem Hintergrund habe ich die Obere Jagdbehörde angewiesen, grundsätzlich keine Aushorstungsgenehmigungen mehr zu erteilen; es sei denn, die Antragstellerin oder der Antragsteller weist nach, dass es in dem konkreten Fall keine andere zufrieden stellende Lösung gibt …“. Das dürfte angesichts der großen Menge der in NRW pro Jahr als Nachzuchten angemeldeten und zum Verkauf angebotenen Habichte nahezu unmöglich sein.

Was das Thema Habichte betrifft, kennt sich Minister Remmel übrigens bestens aus: Unter dem Titel „Aushorstung von Habichten - Genehmigte Nesträuberei?“ hatte der damalige umweltpolitische Sprecher und jetzige Minister Remmel im Vorjahr selbst eine kleine Anfrage zum Thema im Düsseldorfer Landtag gestellt. Anlass war die Entnahme von zwei Jungvögeln aus dem wahrscheinlich einzigen besetzten Habichtnest im Raum Bocholt.

Das Komitee gegen den Vogelmord will nun erreichen, dass auch andere Bundesländer dem Beispiel aus Düsseldorf folgen. „Die Entnahme von wilden Greifvögeln aus dem Nest ist nicht mehr zeitgemäß und verstößt zudem gegen EU-Recht. Unser Ziel ist ein bundesweites Verbot“, so Komitee-Geschäftsführer Alexander Heyd.


V.i.S.d.P. und Kontakt für weitere Informationen: Dipl.-Biol. Axel Hirschfeld, An der Ziegelei 8, 53127 Bonn, Tel. 0228-665521 oder 01794803805