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Wieder illegale Greifvogelverfolgung in NRW:

Polizei ermittelt gegen Jäger in Mettmann-Heiligenhaus

Die Serie illegaler Greifvogelverfolgung in NRW reißt nicht ab. Nachdem seit Anfang Januar 2007 in den Kreisen Düren, Euskirchen und im Rhein-Sieg-Kreis gewilderte Greife und Eulen entdeckt und mehrere Fallen sichergestellt wurden, haben Vogelschützer jetzt auch im Norden von NRWs Landeshauptstadt einen illegalen Habichtfangkorb gefunden.

Mitglieder des Komitees hatten am Freitagmorgen auf dem Grundstück eines Jägers in Heiligenhaus-Hofermühle (Kreis Mettmann) die Greifvogelfalle ausgemacht und die Polizei verständigt. Das Gerät war mit Geflügelresten - vor allem Gänseköpfen - beködert und der Fangmechanismus aktiviert. Das Prinzip einer solchen Falle ist einfach: Versucht ein Greifvogel, sich den Köder zu holen, klappen zwei mit Netzen bespannte Bügel zusammen und das Tier ist gefangen. Der Fallentyp ist ausschließlich zum Fang von Greifvögeln einsetzbar.

Der Habichtfangkorb in Hofermühle befand sich mitten im umzäunten Garten des beschuldigten Jägers, der mit der Falle offenbar Jagd auf gefiederte Hühnerdiebe machen wollte. Jetzt drohen ihm deswegen selbst Konsequenzen. Beamte der von den Vogelschützern verständigten Polizei aus Mettmann besichtigten den Tatort und stellten die Falle nach Rücksprache mit dem Landeskriminalamt sicher.

Das Komitee hat noch vor Ort Strafantrag wegen Jagdwilderei und Schonzeitvergehen gegen den Besitzer der Falle erstattet. Greifvögel gehören in Deutschland zu den streng geschützten Tierarten. Wer sie tötet, fängt oder ihnen nachstellt, kann nach den Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes mit einer hohen Geldstrafe oder mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft werden. Jäger, die geschützte Habichte, Bussarde oder Falken töten begehen damit ein schweres Schonzeitvergehen und können von der Unteren Jagdbehörde mit Entzug der Jagderlaubnis bestraft werden.