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Unbekannter schoss auf den Vogel des Jahres

In Rheinbach-Wormersdorf wurde ein geschossener Turmfalke gefunden

PRESSEMITTEILUNG Samstag, 1.Dezember 2007

Rheinbach. Naturschützer sind entsetzt: Mitten in Rheinbach-Wormersdorf (Rhein-Sieg-Kreis, bei Bonn) macht ein unbekannte Täter Jagd auf streng geschützte Greifvögel.
„Am Freitagnachmittag wurde uns ein verletzter Turmfalke in einem Garten in der Hellergasse gemeldet“, berichtet Axel Hirschfeld, Sprecher des Bonner Komitees gegen den Vogelmord. Ein sofort alarmierter Mitarbeiter des Komitees fing das Tier ein und brachte es umgehend in die auf verletzte Wildvögel spezialisierte Pflegestation Kirchwald (bei Mayen). Dort stellte Tierärztin Dr.Anja Mercier fest, dass das Gewebe im rechten Flügel des Tieres regelrecht zerfetzt und der Oberarmknochen gebrochen war. „Wir hatten sofort den Eindruck, dass es sich nicht um eine gewöhnliche Verletzung handelt“, so die Tierärztin.

Eine Röntgenaufnahme förderte dann den entscheidenden Beweis zu Tage: Eine Kugel von einem Luftdruckgewehr (Diabolo) hatte den Oberarmknochen durchschlagen und steckte noch im Flügel. Stationsleiterin Helga Steffens: „Wir haben sofort operiert und konnten die Kugel entfernen“. Das Projektil soll jetzt zusammen mit einer Anzeige gegen Unbekannt der Bonner Staatsanwaltschaft übergeben werden.

Um bei der Suche nach dem Täter zu helfen, hat das Komitee eine Belohnung von 2000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ermittlung des Schützen führen. Zeugen, die den Abschuss Ende dieser Woche beobachtet haben, können sich in der Bonner Komitee-Geschäftsstelle unter 0228 / 66 55 21 melden.

Turmfalken sind kleine, bis zu 35 Zentimeter große Greifvögel und gehören zu den in Deutschland streng geschützten Tierarten. Als Sympathieträger und Kulturfolger wurde die Art vom Naturschutzbund Deutschland zum „Vogel des Jahres 2007“ gekürt. Abschuss oder Fang von Turmfalken und anderen geschützten sind nach den Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes (§ 66) Straftaten, die mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden kann. Trotz dieser strengen Strafvorschriften werden in der Region immer wieder vergiftete oder abgeschossene Vögel gefunden. Letzte bekannte Opfer waren ein im März 2007 in Rheinbach geschossener Uhu und ein im August 2007 in Köln mit einer Schussverletzung gefundener Halsbandsittich.

V.i.S.d.P.: Komitee gegen den Vogelmord, Alexander Heyd
Weiter Informationen, Fotos des Vogels und des Röntgenbildes: 0228 / 66 55 21 oder 01722191542