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Massaker in Kieler Möwenkolonie – Polizei ermittelt

20 Jungvögel erschlagen – 1.000 Euro Belohnung für Hinweise

Pressemeldung 01.07.2009

Kiel. Naturschützer sind fassungslos: Unbekannte haben mitten in der Landeshauptstadt Kiel ein Massaker in einer Möwenkolonie angerichtet. Tatort ist das Dach der Universitätsbibliothek in der Leibnitzstraße, wo in den vergangenen Tagen 20 tote Sturmmöwen gefunden wurden. Wie das Komitee gegen den Vogelmord mitteilt, handelt es sich ausschließlich um noch flugunfähige Jungvögel, denen mit einem harten Gegenstand der Schädel zertrümmert wurde – dies habe eine Untersuchung der Kadaver durch Biologen am Zoologischen Institut ergeben. „Die Kolonie ist vollständig zerstört worden. Der oder die Täter sind dabei extrem brutal und mit hoher krimineller Energie vorgegangen“, so Komiteevorsitzender Heinz Schwarze. Der Pohnsdorfer kündigt an, dass sein Verband noch heute Strafanzeige gegen Unbekannt bei der Staatsanwaltschaft Kiel erstatten wird. „Wir erwarten, dass alle Mittel zur Aufklärung dieser Tierquälerei ausgeschöpft werden“.

Wer die Vögel erschlagen hat, ist noch unbekannt. Tatsache ist, dass sowohl frischtote Tiere als auch einige ältere Kadaver gefunden wurden. Schwarze geht deshalb davon aus, dass mindestens zwei Tötungsaktionen auf dem Dach stattgefunden haben. Dr. Else Wischermann, die Direktorin der Uni-Bibliothek hat die Tat inzwischen verurteilt und in einem Rundschreiben alle Mitarbeiter gebeten, bei der Aufklärung mitzuhelfen.

Bei der Sturmmöwe handelt es sich um eine geschützte Vogelart, die zusätzlich auch dem Jagdrecht unterliegt. Das Erschlagen von jungen Sturmmöwen erfüllt laut Komitee gegen den Vogelmord den Straftatbestand der Jagdwilderei (gemäß § 292 StGB) sowie gleichzeitig (tateinheitlich im Sinne des § 52 Abs. 1 StGB) den Straftatbestand des § 17 Nr. 1 Tierschutzgesetz („Tötung eines Wirbeltieres ohne vernünftigen Grund“).

Um den Druck auf die Täter zu erhöhen, hat das Komitee heute eine Belohnung von 1.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ermittlung eines Täters führen. Zeugen werden gebeten, sich mit Heinz Schwarze (04342-799546) oder direkt mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

V.i.S.d.P.: Komitee gegen den Vogelmord, Dipl.-Biol. Axel Hirschfeld
Kontakt für Rückfragen: Heinz Schwarze, Tel.: 04342-799546 oder 01744458789