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Colmberg: Unbekannte vergiften Silberreiher

2.000 Euro Belohnung für Hinweis- Warnung an Hundehalter

Pressemeldung vom 20.04.2009

Ansbach. Vogelschützer sind entsetzt. Im Landkreis Ansbach wurden in den letzten Wochen mehr als ein Dutzend Reiher, darunter fünf streng geschützte Silberreiher, Opfer illegaler Nachstellungen. Die Staatsanwaltschaft Ansbach ermittelt gegen Unbekannt. Wie das Bonner Komitee gegen den Vogelmord mitteilt, wurden drei Silber- und ein Graureiher am 18. März von Zeugen auf einem Feld zwischen Colmberg und Bieg entdeckt. "Die Tiere wiesen deutliche Anzeichen einer Vergiftung auf und wurden noch am selben Tag dem Veterinäramt in Ansbach zur weiteren Untersuchung überstellt", berichtet Komiteepräsident Heinz Schwarze.

Jetzt liegen die Untersuchungsergebnisse vor: Die vier Vögel hatten kurz vor ihrem Tod kleine Fische gefressen, die mit dem hochgiftigen Insektizid E605 (Parathion getränkt waren. Damit steht fest, dass die geschützten Tiere Opfer einer Straftat wurden. Der Fall wurde am Freitag bei der zuständigen Staatsanwaltschaft in Ansbach zur Anzeige gebracht, wo sofort ein Strafverfahren gegen Unbekannt eingeleitet wurde. Als mögliches Motiv für die Tat führt das Komitee fischereiwirtschaftliche Interessen an. "Reiher gelten bei vielen Anglern und Teichbesitzern als unerwünschte Konkurrenz und Schädlinge. Wir haben die Staatsanwaltschaft darauf aufmerksam gemacht, dass sich in der Nähe des Fundortes bei Colmberg eine Fischzucht befindet", so Schwarze. Ob der Besitzer der Anlage etwas mit den Giftködern zu tun hat, muss nun von der Polizei geklärt werden. Da das in den Reihern nachgewiesene Gift auch für Säugetiere hochgefährlich ist, bittet das Komitee alle Hundehalter, ihre Schützlinge bei Spaziergängen im Bereich Colmberg an die Leine zu nehmen.

Dass die illegale Verfolgung von Reihern im Landkreis Ansbach kein Einzelfall ist, belegt auch ein weiterer Fund aus Wallersdorf. Dort wurden Anfang Februar bereits 9 tote Reiher (2 Silber- und ein Graureiher) gefunden, denen die Brustmuskeln fachmännisch entfernt worden waren. Auch hier gehen die Vogelschützer aufgrund der Fundumstände "mit Sicherheit" (Schwarze) von menschlicher Verfolgung aus.

Silber- und Graureiher stehen in Deutschland unter dem Schutz den Bundesnaturschutz- und des Tierschutzgesetzes. Wer einen der seltenen und deshalb streng geschützten Silberreiher tötet, begeht eine Straftat und kann mit hohen Geldstrafen und sogar mit Freiheitsentzug bis zu 5 Jahren bestraft werden. Um bei der Suche nach den Vogelhassern im Landkreis Ansberg zu helfen, hat das Komitee gegen den Vogelmord jetzt eine Belohnung von 2000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung der Täter führen. Wer etwas Verdächtiges beobachtet hat, kann sich bei der Telefonhotline des Komitees unter (0700)864356673 oder direkt bei der Polizei in Ansbach melden.

V.i.s.d.P. und Kontakt für Rückfragen sowie Bildmaterial: Komitee gegen den Vogelmord e.V., Dipl.-Biol. Axel Hirschfeld, An der Ziegelei 8, 53127 Bonn, axel.hirschfeld@komitee