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Nachruf auf Robert Meuffels

(* 02.08.1958 + 13.06.2014)

Das Komitee gegen den Vogelmord trauert um seinen engagierten Mitarbeiter Robert Meuffels. Robert war einer der besten „Fallensucher“ unseres Verbandes. Kaum ein Zweiter hatte ein solches Gespür für Standorte illegale Fanggeräte, und nur wenige Andere haben so viel Ausdauer bei der Suche nach Anzeichen von Wilderei an den Tag gelegt.

Robert MeuffelsRobert MeuffelsRobert war dabei nicht nur fachkundig und professionell, sondern stets guter Laune. Verbitterung und Resignation, die bei vielen anderen Natur- und Tierfreunden nach Jahrzehnten der Arbeit weit verbreitet sind, waren ihm fremd. Jeder Fall war für ihn eine neue Herausforderung, die er mit dem immer gleichen Elan anzupacken vermochte, und über Erfolge konnte er sich aufrichtig freuen. Und die gab es nicht selten – Dutzende der von ihm aufgedeckten Fälle von Wilderei kamen zur Anzeige, viele wurden vor Gericht verhandelt und hatten Schuldsprüche zur Folge.
Zusammen mit seinem Bruder und Eugen Tönnis, dem im Jahr 2002 verstorbenen Vorsitzenden des Komitees gegen den Vogelmord, hat sich Robert schon in den 1980er Jahren für einen besseren Schutz der Greifvögel in seiner Heimat, dem Selfkant, stark gemacht. Dass in dieser Region nördlich von Aachen heute die Greifvogelverfolgung stark zurückgedrängt ist, geht vor allem auf Roberts ehrenamtliches Engagement zurück.

Das wirklich Herausragende an Robert war aber sein freundliches Wesen. Nur wenige Menschen sind so stark von ihrem Tun überzeugt und bleiben dabei so besonnen. Obwohl er durch und durch Tierschützer war, fehlte bei ihm jeder Ansatz von Radikalität. Robert hat sich für seine Ziele eingesetzt, ohne belehrend und aufdringlich zu sein. Er konnte sich in einzelne Fälle akribisch verbeißen, ohne je verbissen zu sein. Und seine Gegner – Wilderer, Jagdpächter und andere Tierquäler aller Couleur – hat er mit seiner Tätigkeit zwar schwer unter Druck gesetzt, aber immer noch den Menschen hinter dem Täter gesehen. Kurz gesagt: So einer wie Robert Meuffels ist im Natur- und Tierschutz selten gewesen.

Nun sucht Robert keine Fallen mehr. Am letzten Freitag (13.06.2014) ist er während eines Komitee-Einsatzes gestorben. Zusammen mit seiner Team-Partnerin, mit der er unzählige Male im Einsatz war, hatte er gerade erst die Suche nach einer Greifvogelfalle im Münsterland aufgenommen, als er mitten im Wald zusammenbrach. Die schwere Herzerkrankung, die ihm vor Jahren diagnostiziert wurde, hatte ihn nicht weniger munter werden lassen, aber ihm letztlich doch das Leben gekostet. Robert wurde 55 Jahre alt. Die Endgültigkeit lässt uns ratlos zurück. Wir haben einen guten Freund verloren.

Alexander Heyd, 14.06.2014