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Tätigkeitsbericht 2009

 

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Ehrenamtliche Komiteemitarbeiter mit in Norditalien eingesammelten Fallen und Netzen (Oktober 2009)
Vögel kennen naturgemäß keine Grenzen. Wer bedrohten Zugvogelarten helfen möchte, muss sich deshalb sowohl um intakte Brutgebiete als auch um sichere Zugrouten kümmern. Das Komitee gegen den Vogelmord setzt sich seit Jahren erfolgreich für einen besseren Zugvogelschutz in Deutschland und im Süden Europas ein.
Im Mittelpunkt unserer Arbeit im Jahr 2009 stand die Organisation und Durchführung unserer Vogelschutzcamps gegen die Wilderei im Mittelmeerraum. Bei mehr als 30 Einsätzen in Italien, Frankreich, auf Zypern und Malta haben über 180 Freiwillige aus 12 Ländern teilgenommen und mehr als 20.000 illegale Fallen und Netze abgebaut. Parallel dazu haben wir in Brüssel, Berlin, Valletta und Rom für wirksamere Schutzbestimmungen und die Abschaffung tierquälerischer Jagdmethoden geklagt und protestiert. Mit den von uns betreuten Großschutzgebieten in Schleswig-Holstein, unseren Projekten zum Schutz von Wiesenweihen und Schwalben und der Kampagne gegen die illegale Greifvogelverfolgung in Deutschland haben wir auch vor der „eigenen Haustüre“ wichtige Erfolge für den Schutz unserer Vogelwelt erzielen können.

Den Tätigkeitsbericht können Sie auch über unsere Bestellseite kostenlos bei uns anfordern!

Alle hier aufgeführten Aktionen und Kampagnen sind nur durch Spendengelder möglich geworden. Wenn Sie uns dabei unterstützen möchten, freuen wir uns sehr über eine Spende für unsere internationale Natur- und Tierschutzarbeit.

Januar

Bei einer Kontrolle von Jagdrevieren in Nordrhein-Westfalen decken Mitarbeiter des Komitees zahlreiche Umweltstraftaten auf. Insgesamt werden von der Polizei 6 Strafverfahren eingeleitet und 28 illegale Fallen für den Fang von Vögeln und Säugetieren beschlagnahmt. Weiterhin werden bei der Aktion 8 tote und ein frisch gefangener Greifvogel sowie zwei mit Schrot geschossene Graureiher entdeckt.
In Südfrankreich dokumentiert das Komitee erneut den grausamen Fang von Singvögeln mit Steinquetschfallen. Innerhalb einer Woche werden rund 1.500 Fallen kontrolliert. Die dabei gesammelten Daten belegen, dass diese Fangmethode eindeutig gegen die Europäische Vogelschutzrichtlinie verstößt, weil neben Drosseln auch zahlreiche geschützte Arten in den Fallen sterben.
Großer Erfolg der Stromtod-Kampagne des Komitees gegen den Vogelmord und der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE): Nachdem Ende des Jahres 2008 ein junges Uhu-Weibchen an einem ungesicherten Strommast bei Metternich (Nordrhein-Westfalen) zu Tode kam, hat das Komitee eine Pressekampagne gegen den Energieversorger RWE gestartet. Der Stromgigant weigerte sich bislang, die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten und alle Masten vogelsicher umzurüsten. Im Januar gibt RWE klein bei – bis 2012 sollen nun doch alle Strommasten gesichert werden.

Februar

Auf Einladung von EU-Umweltkommissar Stavros Dimas berichtet eine Delegation des Komitees in Brüssel über den Vogelfang mit Steinquetschfallen in Frankreich. Anhand von Fotos und Daten aus den Fanggebieten zeigen unsere Experten den Beamten der EU-Generaldirektion Umwelt, dass die Freigabe dieser tierquälerischen und unselektiven Fangmethode gegen internationales Recht verstößt.
Um auf den Fang bedrohter Zugvogelarten in Frankreich aufmerksam zu machen, veröffentlicht das Komitee ein Video im Internet, das Fang und Tötung eines großen Kiebitzschwarms in Nordfrankreich zeigt. Innerhalb weniger Wochen schauen sich mehr als 15.000 Personen den Film an. Bei den zuständigen Behörden in Paris und Brüssel gehen massenhaft Proteste ein.
Nach einem Hinweis durchsuchen Aktivisten des Komitees ein Jagdrevier in der Nähe von Borken (NRW) und entdecken dort zahlreiche illegale Tierfallen. Es handelt sich um ein offen aufgestelltes und beködertes Abzugeisen, eine Käfigfalle für Singvögel und acht in der Schonzeit aktivierte Lebendfallen für Marder. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln.
Giftalarm in Nordrhein-Westfalen: Spaziergänger und Naturfreunde finden in den Kreisen Düren und Heinsberg binnen weniger Tage 20 Bussarde, die mit dem verbotenen Insektizid Carbofuran vergiftet worden sind. Das Komitee gegen den Vogelmord führt Kontrollen in den betroffenen Jagdrevieren durch, erstattet Anzeigen und informiert die Presse.

März

Auf der kleinen Mittelmeerinsel Ponza kann ein deutsch-italienisches Komiteeteam insgesamt 328 illegale Schlagfallen für Singvögel einsammeln. Zwei Fangstellen werden an die Forstpolizei gemeldet, die hier wenige Zeit später zwei Wilderer auf frischer Tat stellt. Weitere 50 Fallen und 2 Flinten werden beschlagnahmt.
Das ZDF strahlt im Rahmen seiner Sendung „Reporter“ eine Dokumentation über die Arbeit des Komitees gegen illegale Greifvogelverfolgung in Deutschland aus. Zuvor hatte ein Kamerateam unsere Mitarbeiter einen Monat lang bei der Suche nach Fallen und Giftködern in NRW begleitet.
Der italienische Senator Franco Orsi legt im römischen Parlament den Entwurf für ein neues Jagdgesetz vor. Dieser sieht unter anderem verlängerte Jagdzeiten, mehr jagdbare Tierarten und den Waffenschein für erst 16jährige vor. Um gegen den Entwurf vorzugehen, schließen sich die italienischen Natur- und Tierschutzverbände erstmals zusammen und erreichen mit ihrem Protest, dass der „Orsi-Entwurf“ auf Eis gelegt wird. Das Komitee beteiligt sich an den Protesten und sendet seinen italienischen Mitarbeiter zu Gesprächen nach Rom.
Die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE) und das Komitee gegen den Vogelmord fordern den Stromversorger Süwag auf, seine Mittelspannungsleitungen in Rheinland-Pfalz endlich vogelsicher zu machen. Eine vom Komitee finanzierte Studie im Westerwald hatte ergeben, dass von 802 überprüften Masten 616 (entspricht 76,8 %) als hochgefährlich für Vögel eingestuft werden müssen.

April

Weil er streng geschützte Greifvögel fing und dabei von Mitgliedern des Komitees gefilmt wurde, wird ein Jäger aus dem Münsterland zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen á 50 Euro verurteilt. Das Amtsgericht Münster sieht es als erwiesen an, dass der Angeklagte mit einer sog. Krähenmassenfalle in einem Waldstück Bussarde und Krähen fing. Dem Verurteilten droht zusätzlich zur Geldstrafe der Verlust des Jagdscheins.
Großeinsatz auf Zypern: Innerhalb von 10 Tagen bauen Komitee-Teams auf Zypern insgesamt 2.136 Leimruten und 33 Netze für den Fang von Singvögeln ab. Dabei wird der Fang zahlreicher gefährdeter Zugvögel wie Pirol, Wendehals und Nachtigall für die Behörden dokumentiert. 134 frisch gefangene Vögel können freigelassen und 9 elektronische Lockanlagen zerstört werden. An dem Einsatz beteiligen sich ehrenamtliche Vogelschützer aus Großbritannien, Italien und Deutschland.
Im bayerischen Landkreis Ansbach werden innerhalb weniger Wochen mehr als ein Dutzend Reiher mit dem Mittel E605 vergiftet. Um die Ermittlungen der Behörden zu unterstützen, setzt das Komitee gegen den Vogelmord eine Belohnung von 2.000 Euro aus und bittet die Bevölkerung über die Lokalmedien um Hinweise.
Fünf Ermittlungsverfahren gegen Wilderer, 4 abgeschossene Greifvögel und eine illegale Vogelfanganlage – das ist das Ergebnis des Komitee-Vogelschutzcamps auf Malta. 10 Vogelschützer hatten eine Woche lang das Frühlings-Jagdverbot auf der Mittelmeerinsel überwacht und die wichtigen Rast- und Schlafplätze der Zugvögel kontrolliert. Das Fazit des Einsatzes ist dennoch gut, denn noch nie wurden so wenige Schüsse auf geschützte Vögel registriert.

Mai

In Süditalien führen die Jagdaufseher des WWF mit finanzieller Unterstützung des Komitees wieder ihr Vogelschutzcamp durch. Auf der Insel Ischia und der Halbinsel von Sorrento („Amalfiküste“) kontrollieren 20 ehrenamtliche Naturfreunde zwei Wochen lang die Einhaltung des Frühlingsjagdverbotes – rund 100 Vogelfallen, 2 Fangnetze, 6 elektronische Lockgeräte und 4 Jagdflinten werden beschlagnahmt.
Nach einem Hinweis des NABU Bonn gelingt es Komiteemitarbeitern, in der Nähe von Bonn einen Singvogelfänger auf frischer Tat zu überführen. Die sofort alarmierte Polizei verhaftet den Mann an seinem Fangplatz und stellt drei lebende Stieglitze, zwei Käfige, ein Stellnetz, etwa 30 Leimruten sowie eine Tube italienischen Vogelleim sicher. Gegen den ca. 30jährigen Verdächtigen wird ein Strafverfahren eingeleitet.
Protest gegen die Steinquetschfallen in Frankreich: Das Komitee gegen den Vogelmord und der Deutsche Tierschutzbund übergeben am 26. Mai 2009 in Berlin 30.000 Unterschriften an die stellvertretende Vorsitzende der deutsch-französischen Parlamentariergruppe, Monika Griefahn. Vogelfreunde aus ganz Europa hatten mit ihrer Unterschrift ein Ende des grausamen Vogelfangs mit sogenannten Steinquetschfallen gefordert.
Erfolg für den Zugvogelschutz in Amerika: Nach Protesten des Komitees und seines Partnerverbandes Aves Argentinas gegen den Abschuss bedrohter Wildgänse in Argentinien verbietet die Regierung in Buenos Aires die Jagd auf alle Gänsearten mit sofortiger Wirkung. Grund für das Verbot ist das verantwortungslose Verhalten ausländischer Jagdgäste, die seit Jahren immer wieder in Naturschutzgebiete eingedrungen waren und dort geschützte Vogelarten erlegt hatten.

Juni

In Kiel richten Unbekannte ein Massaker in einer Möwenkolonie an. Tatort ist das Dach der Universitätsbibliothek in der Leibnitzstraße, wo 20 flugunfähige Jungvögel gefunden wurden, denen mit einem harten Gegenstand der Schädel zertrümmert wurde. Das Komitee erstattet Strafanzeige gegen Unbekannt und bittet die Bevölkerung über die Presse um weitere Hinweise.
Inmitten der Brutzeit erlauben mehrere Städte im Ruhrgebiet den Abschuss von Grau- und Kanadagänsen. Das Komitee zeigt Jäger an, die bei der anschließenden Hatz auf die z.T. noch nicht flüggen Jungvögel gegen Auflagen verstoßen und unterstützt regionale Initiativen zum Schutz der Gänse.
Bei der Mitgliederversammlung in Raisdorf wird der Nachname des Komitees gegen den Vogelmord geändert. Um der zunehmenden internationalen Aufmerksamkeit gerecht zu werden, wird der Zusatz „Aktionsgemeinschaft Tier- und Artenschutz“ gestrichen und durch die englische Version unseres Vereinsnamens „Committee Against Bird Slaughter (CABS)“ ersetzt.

Juli

Die Regionalregierung von Valencia erlässt ein Gesetz, mit dem 1.500 Leimruten-Fanganlagen für Singvögel an der spanischen Mittelmeerküste wieder genehmigt werden sollen. Gemeinsam mit den Naturschutzgruppen GECEN, AE-Agró und GER-EA aus Spanien organisiert das Komitee eine Protestaktion im Internet und legt bei der EU-Kommission Beschwerde wegen Verstoß gegen die Vogelschutzrichtlinie ein.
Spitzenjahr für das Weihenprojekt des Komitees in der Zülpicher Börde (Nordrhein-Westfalen): Insgesamt haben mindestens 8 Rohrweihen und eine Wiesenweihe gebrütet – so viele wie noch nie! Drei Horstschutzzonen (2 in Getreidefeldern und eine in einer Kiesgrube) wurden eingerichtet.
Bruterfolge auch in unseren Raisdorfer Schutzgebieten: Neuntöter, Eisvögel, Schellenten, Zwerg- und Rothalstaucher ziehen ihre Jungen auf den Komitee-Flächen groß. 20 Nistkästen für Kleinvögel, die im Frühling gemeinsam mit einer Schülergruppe aufgehängt wurden, sind allesamt besetzt.

August

Um die vogelreiche Zülpicher Börde im Westen von NRW vor geplanten Bauprojekten und Biogasanlagen zu schützen, beantragt das Komitee bei der Landesregierung die Ausweisung der Börde als Vogelschutzgebiet. In der strukturreichen Agrarlandschaft zwischen Köln und Aachen brüten zahlreiche gefährdete Vogelarten, darunter die letzten Grauammern in NRW sowie Pirole, Schafstelzen und Wiesenweihen.
Reger Betrieb in unseren Trauerseeschwalben-Kolonien in Brandenburg: Auf den 90 künstlichen Nistinseln in der Havelniederung ziehen 36 Brutpaare insgesamt 32 Jungtiere auf – so viele wie noch nie! Auf einem Teil der kleinen Flöße brüten auch Lachmöwen (30 Paare).
Im schleswig-holsteinischen Pohnsdorf eröffnet Komiteepräsident Heinz Schwarze das erste Schwalben-Hotel der Region. Dabei handelt es sich um eine künstliche Brutkolonie für Mehlschwalben, in der zukünftig bis zu 48 Paare ihre Jungen aufziehen können. Gebaut wurde die tonnenschwere Nisthilfe von der Ausbildungswerkstatt der Kreishandwerkerschaft Plön, das Komitee finanzierte die Materialkosten.
Startschuss für unsere Kampagne: „Auch Zugvögel sind Touristen – lasst sie leben“. Das Komitee gegen den Vogelmord verteilt im Frühherbst über 30.000 Protestpostkarten, mit denen sich interessierte Natur- und Tierfreunde direkt bei Zyperns Tourismusminister Antonis Paschalides für den Zugvogelschutz auf der Mittelmeerinsel einsetzen können.

September

Zum Schutz der auf Malta durchziehenden Greifvögel organisiert das Komitee ein internationales Vogelschutzcamp mit insgesamt 32 Teilnehmern aus 8 Ländern. Dabei werden innerhalb von 22 Tagen insgesamt 486 Fälle von illegaler Jagd registriert. Diese umfassten 23 direkt beobachtete und teilweise gefilmte Abschüsse von Greifvögeln sowie 55 weitere Fälle, in denen geschützte Arten beschossen wurden. Das von den Teilnehmern erstellte Videomaterial wird von zahlreichen Medien veröffentlicht und sorgt weltweit für Empörung.
Urteil im Berufungsverfahren: Wie zuvor das Aachener Amtsgericht sieht es auch das Landgericht als erwiesen an, dass ein 66jähriger Jäger im Januar 2007 Greifvögel vergiftet und gefangen hatte. Der Landwirt, der von Mitarbeitern des Komitees bei der Greifvogel-Wilderei beobachtet und gefilmt worden war, wird zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen á 30 Euro verurteilt. Nun droht dem Mann deswegen der Verlust seiner Jagderlaubnis und des von ihm gepachteten Revieres.
Kurz vor Beginn der Jagdsaison ändern einige italienische Regionen ihre Jagdkalender und geben Millionen bisher streng geschützte Zugvögel zum Abschuss frei. In der Lombardei, in Venetien und der Toskana dürfen Jäger ab sofort auf Buchfinken, Kernbeißer, Bergfinken, Baum- und Wiesenpieper anlegen, obwohl diese Arten nach EU-Recht streng geschützt sind. Gemeinsam mit seinen italienischen Partnerverbänden organisiert das Komitee Proteste im römischen Senat und schaltet die EU-Kommission ein. In Venezien verbietet das Verfassungsgericht die illegale Vogeljagd nach einer Klage unserer italienischer Partner!
Jagdeinschränkung in Norditalien: Nach jahrelangen Klagen des Komitees hat die lombardische Regierung endlich die Jagd auf 5 Alpenpässen beschränkt. Unter anderem auf dem Colle San Zeno und dem Passo Maniva – zwei Brennpunkten der Wilderei in Brescia - dürfen Jäger nicht mehr auf die Vogelpirsch gehen! Zwei italienische Komiteemitglieder überwachen gemeinsam mit einer Polizeistreife den gesamten Herbst das Jagdverbot.

Oktober

Beim großen Vogelschutzcamp in Norditalien bauen 60 Mitglieder des Komitees rund um den Gardasee mehr als 2.400 illegale Fallen und 167 Netze für den Fang von Singvögeln ab. Nach Hinweisen an die Forstpolizei werden 42 Wilderer in flagranti an ihren Fangplätzen erwischt und 80 Lockvögel befreit. Prominentester Teilnehmer des Einsatzes ist Bayerns Umweltminister Dr. Markus Söder, der ein Team des Komitees einen Tag lang beim Fallensuchen begleitet.
Auf Malta protestiert das Komitee gegen zu niedrige Strafen für überführte Wilderer. Anlass ist ein Urteil gegen einen vom Komitee überführten Vogelfänger, der wegen des Besitzes von 75 streng geschützten Watvögeln zu einer Geldstrafe von 600 Euro – also zu lediglich 8 Euro pro Vogel – verurteilt wurde. Das Komitee veröffentlicht in einer Pressemitteilung Einzelheiten des Prozesses und fordert die Einführung höherer Mindeststrafen.
Unterstützt vom Komitee klagt der BUND-Landesverband NRW gegen den geplanten Abschuss von Kormoranen in einem Naturschutzgebiet im nordrhein-westfälischen Rhein-Sieg-Kreis – und gewinnt. Das Kölner Verwaltungsgericht stellte fest, dass ohne ausreichende Erkenntnisse über den Einfluss des Kormorans auf Fischbestände kein Abschuss in einem Naturschutzgebiet erfolgen darf.
Erstmals seit 2 Jahren sind auch die WWF-Jagdaufseher in Brescia im Einsatz. Trotz der politisch erschwerten Situation kontrollieren ein Dutzend ehrenamtliche Vogelfreunde an mehreren Herbst-Wochenenden die Jäger in der Provinz – 17 Wilderer können mit illegal geschossenen Vögeln und verbotenen elektronischen Lockanlagen dingfest gemacht werden. Zwei Männer werden in flagranti an Fangnetzen überführt.

November

Bei zwei Vogelschutzcamps unseres Partners LAC auf Sardinien sammeln zwei Dutzend Vogelschützer fast 15.000 Fangschlingen ab. Mit den verbotenen Fallen werden vor allem auf der Mittelmeerinsel überwinternde Rotkehlchen, Grasmücken und Drosseln gefangen. Das Komitee finanziert die Einsätze.
Exkursion in die Provence: Mit Unterstützung des Deutschen Tierschutzbundes unternimmt das Komitee gegen den Vogelmord eine Exkursion in die Provence (Südost-Frankreich). Das deutsch-italienische Team sammelt Informationen über die Leimruten, die hier mit Genehmigung aus Paris immer noch legal eingesetzt werden. Die EU-Kommission in Brüssel erhält einen Bericht über den brutalen Vogelfang.

Dezember

Neue Gewässer für Raisdorf: Im Komitee-Schutzgebiet „Schwentinewiesen“ werden mehrere Amphibiengewässer saniert und weitere Laichplätze neu angelegt. Mit den Arbeiten soll vor allem der selten gewordene Laubfrosch unterstützt werden, der auf den Komiteeflächen dank der vielen Naturschutzmaßnahmen noch zahlreich zu finden ist.
Die beiden großen vom Komitee unterstützten Wildtierauffangstationen in der Eifel und in Modena (Italien) hatten im Jahr 2009 alle Hände voll zu tun: In Modena werden bis Ende des Jahres mehr als 2.700 Tiere in Pflege gewesen sein (darunter z.B. 42 Steinkäuze, 56 Turmfalken und über 400 Singvogelküken), in der Wildvogel-Pflegestation Kirchwald konnte insgesamt 1.600 Tiere geholfen werden (neben 1.100 Vögeln auch 400 Igeln).
Das Komitee zieht um: Nach mehr als 13 Jahren erfolgreicher Arbeit auf dem Dransdorfer Berg bezieht das Komitee ein neues, größeres Büro im Bonner Stadtteil Lengsdorf. Die Geschäftsadresse ab dem 1. Januar 2010 lautet: Komitee gegen den Vogelmord e.V., An der Ziegelei 8 in 53127 Bonn.

Danksagung

Für ihre freundliche Unterstützung und gute Zusammenarbeit danken wir der Karl-Kaus-Stiftung für Tier und Natur (Bremen), der Stadler Naturschutzstiftung (Wehrheim), der Stiftung Pro Artenvielfalt (Bielefeld), der Umweltpolizei von Malta (ALE), der Antiwilderereinheit des Corpo Forestale dello Stato in Italien (NOA), der Cyprus Police Anti-Poaching Unit, der SBA-Police Cyprus, dem Game Fund Cyprus, der Stabsstelle Umweltkriminalität beim nordrhein-westfälischen Umweltministerium, der Lega Italiana Protezione Ucelli (LIPU-Gruppen Neapel und Ischia), den Jagdaufsehern des italienischen WWF, der Lega Abolizione Caccia (LAC) in Mailand, dem Centro Fauna Selvatica des CSA in Modena, Aves Argentinas (Buenos Aires), der International Animal Rescue (IAR Malta), David Conlin und seinem Proact-Netzwerk, BirdLife Malta, BirdLife Cyprus, dem NABU NRW, dem Königlich-Belgischen Vogelschutzverband (LRBPO, Brüssel), Green Balkans (GB, Sofia), Organbidexka Col Libre (OCL, Bayonne), den spanischen Naturschutzgruppen GECEN, AE-Agró und GER-EA (alle in Valencia ansässig), der Convention Vie et Nature (CVN, Paris), De Faunabescherming (Niederlande), der European Federation Against Hunting (EFAH, Rom), der Union for the Conservation of Raptors (UCR, Washington), dem Deutschen Tierschutzbund, dem Deutschen Naturschutzring (DNR), dem Deutschen Rat für Vogelschutz (DRV), dem Verein Sächsischer Ornithologen (VSO), der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE), der Bundestierärztekammer (BTK), der Wildvogelpflegestation Kirchwald e.V., der Verwaltung des Kreises Euskirchen, den Biologischen Stationen Düren, Euskirchen und Bonn, dem Projekt Froschland e.V. (Raisdorf), dem Verein Koordination Natur im Kreis Plön (knik), der Gemeinde Raisdorf, Herrn Prof. Carlo Consiglio, Herrn Prof. Bernd-Ulrich Meyburg, dem Bayerischen Staatsminister für Umwelt Dr. Markus Söder und natürlich allen unseren Mitgliedern, Förderern und ehrenamtlichen Helfern.

 

 
 
 
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