In Deutschland werden rund 80.000 Adler, Habichte, Falken und Eulen in Tierparks, Burgfalknereien und bei den ca. 1.500 privaten Falknern gehalten. Angekettet verbringen die stolzen Vögel ihr Leben als Statussymbol ihrer Besitzer oder als Attraktion in sog. Falkenshows. Bei einem großen Teil dieser Tiere handelt es sich um Wildfänge, die als Nestlinge oder Altvögel gefangen und anschließend zum Beizvogel abgerichtet werden. Der Verlust sämtlicher Lebensgewohnheiten führt dabei regelmäßig zu schweren Verhaltensstörungen und z.T. auch zum Tod der Tiere. Bedenkt man, daß Greifvögel in Revieren von bis zu 150 Quadratkilometern Größe leben und täglich mehrere Stunden in der Luft verbringen, wundert es kaum, daß sich die Tiere in Falknerhand oft zu hospitalistischen Verhaltenskrüppeln entwickeln.
Überlebt ein Tier die Ausbildung zum Beizvogel, wird es von seinem Besitzer vor allem bei der Jagd auf Vögel und kleine Säugetiere eingesetzt. Einmal freigelassen jagen die Vögel - in Unkenntnis des Katalogs der in Deutschland jagdbaren Arten - i.d.R. alle Tiere, die in ihr natürliches Beutespektrum fallen. So werden bei Beizjagden häufig auch geschützte Arten wie z.B. Turteltauben und Singvögel getötet. Für Wirbel sorgte zuletzt im Jahr 2002 der Fehlgriff eines abgerichteten Steinadlers. Vor laufender Kamera eines WDR-Fernsehteams schlug dieser seine Fänge statt in einen von seinem Falkner aufgestöberten Fuchs in den Dackel seines Herren.






