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Tagebuch vom Vogelschutzcamp auf Malta im Herbst 2009

 

Vom 11. September bis 3. Oktober 2009 führt das Komitee gegen den Vogelmord gemeinsam mit seinen maltesischen Partnerverbänden ein international besetztes Vogelschutzcamp durch. Die insgesamt 32 Teilnehmer kommen aus Malta, Italien, Groß-Britannien, Bulgarien, Polen, Israel, Deutschland und den USA.

An dieser Stelle informieren wir Sie regelmäßig über die Geschehnisse des Tages - die Updates erfolgen in der Regel Abends zwischen 20 und 22 Uhr.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß wir uns vorbehalten, einige Informationen erst später zu veröffentlichen. Wir wissen, daß die Jäger die Eintragungen in unserem Tagebuch verfolgen und möchten keine Hinweise auf etwaige Schlafplätze besonders begehrter Arten geben.

Mehr Informationen zu dem diesjährigen Einsatz finden Sie hier. Videos von den Aktionen des Komitees auf Malta gibt es hier.

03.10.2009, Samstag

Auch der letzte Tag des diesjährigen Vogelschutzcamps war sehr ruhig. Am Morgen konnten einige Rohrweihen unbeschadet die Insel verlassen - ein Komiteeteam hatte sich nahe Bahrija so positioniert, daß niemand einen Schuß wagte.

Am Abend filmte ein Team einen Jäger, der einen Jugendlichen - vermutlich seinen Sohn - im Schießen auf Schwalben unterrichtete. Die beiden schossen rund 30 Mal auf vorüberfliegende Mehl- und Uferschwalben.

Der abendliche Einsatz war der letzte für die verbliebenen 5 Komiteemitglieder aus Italien und den USA!

02.10.2009, Freitag

Der vorletzte Tag unseres diesjährigen Vogelschutzcamps auf Malta war der bislang ruhigste des gesamten Einsatzes: Die zwei Komitee-Teams haben keinerlei Zwischenfälle registriert. Das Wetter - Wolken, Regen und Wind - ist für den Vogelzug allerdings auch völlig ungeeignet. Dennoch gab es einige Raritäten auf der Insel, z.B. Fischadler und Rotfußfalken.

01.10.2009, Donnerstag

Heute waren wieder zwei Teams des Komitees im Einsatz. Wegen schlechten Wetters kamen viele Zugvögel auf die Insel - es gab einiges zu tun für die Komiteemitglieder.

In Bahrija fielen morgens schon wieder Schüsse auf Greifvögel: Um 8:45 Uhr feuerte ein Jäger 2 Mal auf 2 überfliegende Wespenbussarde, die Vögel entkamen. Nachdem der Mann die beiden italienischen Vogelschützer bemerkte, ließ er einen Schwarm von 25 Nachtreihern (allesamt Jungvögel), die über seinen Kopf flogen, in Ruhe.

Heute lief das Jagdverbot ab 15 Uhr aus, das zum Schutz der Abends auf der Insel eintreffenden Greifvögel seit dem 15.09. galt. Entsprechend waren am Nachmittag überall Schüsse zu hören - Hunderte Jäger waren unterwegs.
Bei den westlichen Victoria Lines nahe Mgarr beobachte ein Team um 15:30 Uhr, wie ein Jäger 3 Mal auf einen hoch fliegenden Wespenbussard schoss. Von dem gleichen Standort beobachteten die Vogelschützer um 16:10 Uhr, wie mehrere Jäger in Ermangelung von Greifvögeln eine große Zahl Schüsse auf einen Schwarm Rauchschwalben abgaben!
An der Stelle, an der gestern zwei Komiteemitglieder von 8 Jägern bedroht worden waren, fanden die beiden Naturfreunde heute gegen 16 Uhr einen toten Turmfalken. Das diesjährige Jungtier war kaum mehr als 2 Stunden tot und scheinbar absichtlich an dem Ort abgelegt worden!!!

30.09.2009, Mittwoch

Bis auf zwei Zwischenfälle ein weiterer ruhiger Tag für die zwei Komitee-Teams auf Malta.

Morgens konnte ein kleiner Trupp Rohrweihen unbeschadet die Insel verlassen, weil ein Komitee-Team sehr günstig und für die Jäger gut sichtbar bei Bahrija postiert war - niemand wagte sich, auf die Vögel zu schießen.

Nachmittags fiel um 15:50 Uhr an den Victoria Lines 1 Schuss. An derselben Stelle wurden um 18:00 Uhr 3 Wespenbussarde mit 5 Schrotsalven beschossen - die Tiere entkamen offenbar unverletzt. Der in diesem Bereich stationierte Komitee-Mitarbeiter war einige Zeit alleine vor Ort, was von einem Jäger ausgenutzt wurde. Der Mann beschimpfte den italienischen Vogelschützer wüst und drängte ihn immer näher an einen 15 m tiefen Abgrund der Victoria Lines. Mit der Drohung, ihn das nächste Mal hinunterzwerfen, ließ der Jäger von dem Naturfreund ab.
Ein anderes Team wurde gegen 18:45 Uhr wenig westlich von der Stelle des ersten Zwischenfalls von 8 Jägern bedrängt. Zunächst beschimpften und bedrohten die bewaffneten Männer die beiden Vogelschützer, die Situation beruhigte sich aber zum Glück nach einiger Zeit.
Beide Vorfälle wurden an die Polizei gemeldet.

Nachtrag, 22. - 26.09.2009

Für die Zeit vom 22.09. bis 26.09. wurden uns von einem Mitarbeiter unserer Partnerorganisation IAR Malta noch folgende Verstöße gegen das Jagdverbot ab 15 Uhr gemeldet:

22.09.2009, Xemxija, 18:00 Uhr, 6 Schüsse
23.09.2009, Xemxija, 17:30 Uhr, 4 Schüsse
23.09.2009, Xemxija, 17:45 - 18:00 Uhr, 9 Schüsse
24.09.2009, Xemxija, 17:30 - 19:10 Uhr, 13 Schüsse
26.09.2009, Wardija, 18:30 Uhr, 1 Schuss

29.09.2009, Dienstag

Die drei Teams hatten heute alle Hände voll zu tun.

Am Morgen gerieten mehrere Rohrweihen in den Schrothagel der Jäger von Bahrija (gelegen im Westen Maltas):
- Um 7:10 Uhr feuerten Jäger auf eine Weihe, die mehrfach getroffen und beim 4. Schuß getötet wurde.
- Um 8:15 Uhr traf ein Komitee-Team einen freundlichen Jäger, der den beiden italienischen Mitarbeitern erzählte, erst 20 Minuten zuvor habe einer seiner Kollegen eine Rohrweihe abgeschossen - der Mann zeigte sich besorgt über das Ausmaß der Wilderei auf Malta.
- Um 8:20 Uhr zielte ein Jäger nur wenige Meter entfernt von einen weiteren Komitee-Team auf eine flach überfliegende Weihe und drückte ab. Es ertönte nur ein metallisches Klicken - die Flinte war scheinbar nicht geladen! Während der Mann fluchend nachlud, landete der Vogel auf einem nahen Baum. Als die beiden Komiteemitglieder (Naturfreunde aus den USA und Israel) beobachteten, wie sich der Jäger an die noch sitzende Weihe anpirschte, liefen sie lärmend zu dem Baum und verscheuchten das Tier. Der Wilderer beschimpfte die beiden Vogelschützer, ließ es aber dabei bewenden.
- Um 8:25 Uhr und um 8:45 Uhr wurden in Bahrija zwei Rohrweihen mit völlig zerschossenem Gefieder beobachtet.

Der Nachmittag war erfreulich ruhig. Nördlich der Dingli Cliffs fiel um 18:40 Uhr ein einzelner Schuß - es sind aber auch nur sehr wenige Vögel auf der Insel unterwegs.

28.09.2009, Montag

3 Teams waren im Einsatz. Der Morgen verlief sehr ruhig, etwa 30 Rohrweihen und Wespenbussarde konnten die Insel vermutlich unbeschadet gen Afrika verlassen.

Auch der Nachmittag blieb zunächst ruhig - lediglich 1 Schuss wurde gegen 18:10 Uhr bei den westlichen Victoria Lines registriert. Turbulent wurde es, als unsere Teams die Ankunft von 3 "Megabirds" meldeten: Am Abend trafen ein Schreiadler, ein Schwarzstorch und ein Schmutzgeier auf Malta ein. Sofort standen Jäger Gewehr bei Fuß und beobachteten sehr genau den Zugweg der drei Vögel. In enger Abstimmung mit Birdlife Malta wurde insbesondere der auf Malta nur sehr selten zu beobachtende Schmutzgeier auf seinem Weg über die Insel begleitet. Einige Zeit konnten die Standorte aller Tiere überwacht werde. Der Storch und der Geier verschwanden plötzlich - wir hoffen, sie haben sich unbeschadet einen Schlafplatz gesucht.
Der Schreiadler dagegen hat es definitiv nicht geschafft: Der Vogel wurde im Landeanfug auf Buskett Gardens insgesamt 5 Mal beschossen und mehrfach getroffen, bis er irgendwo auf Privatgrund zu Boden ging. Unsere Partner von Birdlife haben das schreckliche Szenario beobachtet. Nähere Informationen liegen zur Zeit (20:50 Uhr) nicht vor.

27.09.2009, Sonntag

An diesem Sonntag waren wir mit drei Teams im Einsatz - die nun diensthabenden Teilnehmer des Komitee-Vogelschutzcamps kommen aus Italien, Israel und den USA.

Heute war der ruhigste Tag des ganzen bisherigen Einsatzes. Die Jäger wirken wie paralysiert, es sind aber auch witterungsbedingt nur sehr wenige Zugvögel auf der Insel.
Am Nachmittag fiel bei Bahrija gegen 16:50 ein einzelner Schuss - Sonntags gilt ein Jagdverbot ab 13 Uhr.

26.09.2009, Samstag

Heute waren wir zum letzten Mal mit 7 Teams im Einsatz - ab morgen gehen wir mit kleinerer Besetzung in die dritte Woche des Camps.

Am frühen Morgen haben 5 Polizeibeamte elektronische Lockgeräte, die Wachtelrufe abspielen und durchziehende Vögel vor die Flinten der Jäger locken, rund um Bahrija abgebaut. Die Polizisten wurden von Komiteemitarbeitern zu den Geräten geführt.
Ebenfalls in Bahrija wurde um kurz nach 8 Uhr eine Rohrweihe vor den Augen eines Komitee-Teams abgeschossen. Eine weitere geschossene Rohrweihe konnte nördlich von Manikata gefunden und geborgen werden.

Am Nachmittag wurde ein angeschossener Turmfalke in die Auffangstation unseres Partnerverbandes IAR eingeliefert. Der Vogel war bereits gestern Abend an den Dingli Cliffs gefunden worden. An der Stelle bei Manikata, an der Morgens die Rohrweihe geborgen wurde, fanden Komiteemitarbeiter gegen 16 Uhr auch die Überreste eines Turmfalken!

Ansonsten blieb es sehr ruhig. Es sind fast keine Zugvögel auf der Insel - es gab keine Schüsse nach 15 Uhr.

25.09.2009, Freitag

Heute waren wir wieder mit 7 Teams im Einsatz - im Vergleich zu den letzten Tagen war es an diesem Freitag etwas ruhiger.

Am Morgen waren fast alle Teilnehmer des Vogelschutzcamps südlich des Schlafplatzes Buskett eingesetzt, um den Weg der Richtung Afrika abfliegenden Greifvögel zu sichern. Es war eine gute Entscheidung, denn die Vögel kreisten bis 9 Uhr über dem Gebiet, ehe sie auf das offene Meer hinausflogen und passierten dabei Hunderte Jäger! Aufgrund unserer Präsenz wagte es keiner, auf die Tiere zu schießen. Zwei Wespenbussarde werden Tunesien aber wohl nicht erreichen - sie müssen gestern irgendwo in den Schrothagel geraten sein und hatten vollkommen zerschossene Federn.
Um 7:25 Uhr beobachtete ein Komitee-Team etwas weiter nördlich bei Mgarr, wie ein Jäger auf eine Rohrweihe schoss. Das Tier wurde getroffen und entkam verletzt. Als der Täter die beiden deutschen Vogelschützer (65 und 70 Jahre alt) entdeckte, beschimpfte er sie und gab direkt über ihre Köpfe zwei Schüsse ab. Gegen den Mann wurde umgehend Anzeige wegen Nötigung und Bedrohung erstattet - die Polizei ermittelt.

Mittags erhielten wie von einem lokalen Vogelschützer den Hinweis, daß gestern Abend bei Siggiewi ein Trupp Nachtreiher unter Beschuss genommen wurde. Die Tiere waren in der späten Dämmerung in einem Baum gelandet. Kurz darauf schoss ein Jäger wild in den Schlafplatz - morgens war von den Vögeln keine Spur mehr auszumachen.

Der Nachmittag war sehr ruhig. An den westlichen Victoria Lines fielen um 16:30 Uhr 2 Schüsse und um 18:35 Uhr 1 Schuss, ein weiterer Schuss wurde um 16:55 Uhr in Bahrija verzeichnet.

Die maltesischen Tagespresse berichtete heute, daß auf der gestrigen Pressekonferenz der Jägervereinigung FKNK bekannt wurde, daß viele Jäger auf Malta unter Depressionen leiden und daher Beruhigungsmittel einnehmen. Diese Information wirft ein ganz neues Licht auf die vielen gefährlichen Zwischenfälle mit Waffenträgern - so wie heute Morgen in Mgarr.

24.09.2009, Donnerstag

Heute waren erstmals 7 Teams des Komitees auf Malta im Einsatz.

Geschützt von einem Großaufgebot von Vogelschützern und zwei Polizeipatrouillen konnten am Morgen die 120 gestern in Bahrija eingetroffenen Rohrweihen unbehelligt Richtung Süden aufbrechen. Die 8 Komiteemitglieder, 4 Teilnehmer des Birdlife-Raptor Camps und 4 Polizisten mußten bis 10 Uhr ausharren, bis die letzten Greifvögel abgeflogen waren. Insgesamt wurden 4 Rohrweihen und 1 Turmfalke mit Schußverletzungen beobachtet - sie stammen wohl von gestern.
Im Bereich des Laferla Cross gerieten Greifvögel dagegen mehrfach unter Beschuß: Um 7:55 Uhr töteten Jäger einen Baumfalken vor den Augen eines Komitee-Teams, um 9:10 Uhr schossen sie an gleicher Stelle einen nicht näher bestimmten Falken vom Himmel! Die Polizei durchsuchte das Gebiet, die Jäger waren mit ihrer Beute aber schon geflüchtet.
Über unsere Wilderer-Hotline erreichten uns zudem zwei Hinweise auf illegale Jagd. Auf Gozo wurde in der Morgendämmerung ein Reiher abgeschossen, nahe Mellieha ein nicht näher bestimmter Falke.

Auch der Nachmittag war unruhig - insgesamt konnten wir 26 Schüsse nach dem Jagdverbot um 15 Uhr feststellen:
- westl. Victoria Lines, 16 Uhr, 2 Schüsse
- Bahrija, 16:05 - 18:20 Uhr, 4 Schüsse
- Fawwara, 18:00 Uhr, 2 Schüsse
- Dwejra, 18:30 - 17:00 Uhr, 3 Schüsse
- Gudga, 19:00 Uhr, 5 Schüsse auf überfliegende Nachtreiher
Um 18:45 Uhr beschossen Jäger auf der Delimara-Halbinsel einen Trupp aus 10 Rohrweihen. Ein Vogel ging tot zu Boden, die anderen entkamen den Jägern vermutlich unverletzt.
Bei Bahrija fand ein deutscher Komiteemitarbeiter um 16:00 Uhr einen frisch geschossenen Pirol.

Aufgrund des recht schlechten Wetters ist Malta gerade ein Hauptziel der nach Afrika ziehenden Vögel. Heute Nachmittag erreichten Hunderte Rohrweihen, Wespenbussarde, Rötel-, Turm- und Baumfalken, Silber-, Nacht- und Graureiher sowie 2 Fischadler und ein Schreiadler die Mittelmeerinsel.

23.09.2009, Mittwoch

Auch heute waren 6 Teams des Komitees gegen den Vogelmord auf Malta im Einsatz. Der Tag war stürmisch und regnerisch.

Am Morgen wurde gegen 7:15 in Bahrija ein Trupp aus 5 Rohrweihen von Jägern unter Beschuss genommen - an derselben Stelle, an der erst vor drei Tagen zwei Fischadler und ein Turmfalke getötet wurden. Die Täter trafen ein Tier tödlich, eine weitere Weihe entkam angeschossen!

Auch heute wurde das Jagdverbot nach 15 Uhr nicht eingehalten: Im Bereich des Laferla Cross wurden zwischen 15:50 und 17:15 insgesamt 6 Schüsse gezählt. Zu dieser Zeit waren im Bereich des nahen Schlafplatzes in Buskett Gardens zahlreiche Greifvögel eingetroffen, darunter auch Rotfußfalken.
In der Nähe von Bahrija fielen in der späten Dämmerung 120 Rohrweihen an einem Schlafplatz ein - direkt waren zahleiche Jäger zur Stelle, um auszukundschaften, wo die begehrten Vögel niedergegangen sind. Um 20 Uhr - bereits im Dunkeln - fielen 9 Schüsse auf die schlafenden Tiere. Die sofort gerufene Polizei war schnell zur Stelle, so daß zunächst die illegale Jagd eingestellt wurde. Das Komitee hat eine Nachtwache an dem Schlafplatz in Bahrija eingesetzt, damit es keine weiteren Übergriffe gibt.
An einer anderen Stelle, die aus Sicherheitsgründen noch nicht auf der Komitee-Seite veröffentlicht wird, ist ein einzelner Schwarzstorch gelandet. Auch dieser Vogel wird von einem Komitee-Team bewacht.

In Ermangelung vernünftiger Argumente hat die maltesische Jägervereinigung FKNK das Komitee gegen den Vogelmord heute unter der Gürtellinie angegriffen. In einem offenen Brief an den maltesischen Polizeichef spielt ihr Vorsitzender Lino Farruggia mit anti-deutschen Ressantiments. In Bezug auf unseren Fund von 192 toten Vögeln in dem von der FKNK betreuten Gebietes "Mizieb" stellt er einen Zusammenhang von Massengräbern und der deutschen Geschichte her - und er wirft uns zwischen den Zeilen vor, die Kadaver von Wespenbussarden, Weihen, Ziegenmelkern und Pirolen selbst unter den Steinen seines Gebietes versteckt zu haben!

22.09.2009, Dienstag

Heute waren wieder 6 Teams im Einsatz. Der Tag verlief sehr ruhig, weil witterungsbedingt keine Zugvögel auf der Insel waren. Erst mit der späten Abenddämmerung erreichten Rohrweihen und Wespenbussarde die Mittelmeerinsel.
Seit heute Mittag ist ein Youtube-Video zu dem Zugvogel-Massengrab im FKNK-Jagdgebiet Mizieb im Internet verfügbar - sie können sich den Film hier anschauen.

Der Abend war ebenso ruhig wie der Tag - das Jagdverbot ab 15 Uhr wurde fast eingehalten. Nur nördlich der Victoria Lines wurden gegen 17:40 Uhr 4 Schüsse abgegeben.

Heute wurde bekannt, daß im süditalienischen Reggio Calabria - also auf der Zugschiene genau nördlich von Malta - am gestrigen Montag zwei Jäger 12 Rohrweihen illegal getötet haben. Einer der beiden Wilderer wurde von der Polizei geschnappt.

21.09.2009, Montag

Vormittags waren 6 Teams im Einsatz, Abends nur 3 - der Rest der Vogelschutzcamp-Teilnehmer hat bei der weiteren Suche nach Vokelkadavern im FKNK-Jagdgebiet Mizieb geholfen.

Der Morgen verlief weitgehend ruhig, weil gestern keine Zugvögel auf der Insel eingetroffen waren. In der Nähe des Freeports im Süden Maltas wurde ein Komiteeteam von aufgebrachten Jägern beschimpft vor Wut über die unerwünschten Beobachter nur 2 Meter neben einem italienischen Komiteemitglied in die Luft geschossen.

Am Mittag begann die weitere Suche im FKNK-Jagdgebiet Mizieb, wo gestern 73 illegal geschossene Vögel gefunden worden waren (siehe hier). Mitglieder des Komitees und von Birdlife Malta haben gemeinsam in Begleitung von Polizeibeamten binnen weniger Stunden weitere 119 Vogelkadaver gefunden - zusamen sind es nun bereits 192! Im einzelnen handelt es sich dabei um:
- 49 unbestimmte Greifvögel
- 38 Rohrweihen
- 35 Nachtreiher
- 33 unbestimmte Falken
- 18 Wespenbussarde
- 4 Ziegenmelker
- 4 Brieftauben
- 3 unbestimmte Reiher
- 3 Turmfalken
- 3 Wiedehopfe
- 1 Nachtigall
- 1 Pirol

Nachmittags erreichten die ersten Schwarstörche dieses Herbstes die Mittelmeerinsel - sie werden sie nicht mehr verlassen! Um 17 Uhr meldeten Vogelschützer den Abschuss beider Vögel nahe des Rastplatzes in Buskett. Die Maltesischen Jäger sind offenbar vollkommen aus der Kontrolle geraten!

20.09.2009, Sonntag

An diesem sehr turbulenten Tag waren wir wieder mit 6 Teams im Einsatz.

Am Morgen war die Jagdintenbsität auf der Insel enorm - zwischen 6:20 Uhr und 9:10 Uhr konnten wir in jeder Minute zwischen 40 und 80 Schüsse zählen!
Direkt an der Küste nördlich von Bahrija, wo die Jagd ohnehin immer sehr intensiv ist, fielen der Schießorgie zwei Fischadler zum Opfer, die vor den Augen zweier Komiteemitarbeiter mit gezielten Schüssen zu Boden gingen. Bei der sofort eingeleiteten Suche, zu der mehrere Teams am Tatort zusammengezogen wurden, konnten die beiden Vogelkadaver leider nicht gefunden werden - die Jäger haben die begehrten Jagdtrophäen wohl bei ihrer Flucht vor den Vogelschützern mitgenommen. Die Polizei fand später nur noch den Rucksack eines der Schützen. Bei der Suche wurde allerdings ein frisch geschossener Turmfalke sichergestellt.
Im offiziellen Jagdgebiet der maltesischen Jägerschaft FKNK in Mizieb fielen zahlreiche Schüsse auf Rohrweihen - 3 Vögel wurden tödlich getroffen!

Am Nachmittag haben wir gemeinsam mit Mitglieder von Birdlife Malta in dem Jagdgebiet in Mizieb bei der Suche nach den morgens geschossenen Rohrweihen einen Vogelfriedhof mit 73 toten geschützten Vögeln gefunden - die ganze Geschichte lesen Sie in unserer heutigen Pressemeldung.

Erfreulicherweise verlief der Abend sehr ruhig, da der Vogelzug vollkommen zum Erliegen gekommen ist. Es wurde lediglich gegen 15:35 Uhr im Bereich von Mizieb ein Schuss abgegeben (das offizielle Jagdende an Sonntag ist um 13 Uhr).

19.09.2009, Samstag

Der heutige Samstag war ein schwarzer Tag für den Vogelschutz in Europa. Nachdem sie sich in den letzten Tagen in Zurückhaltung geübt hatten, haben Maltas Jäger heute ein Greifvogel-Massaker angerichtet. Die 5 Komitee-Teams haben alleine von ihren Posten aus 5 Abschüsse beobachtet - auf der ganzen Insel müssen es Dutzende gewesen sein!

In der Nacht waren drei Teams auf der Insel unterwegs, um illegale Lockgeräte zu suchen. Es wurden insgesamt 84 illegale Tonbandgeräte gefunden, die Wachtelrufe abspielten. Rechnet man dieses Ergebnis hoch, ist auf der gesamten Insel mit über 400 Lockgeräten zu rechnen.
Bei Bahrija wurde erneut ein Watvogel-Fangplatz gefunden, an dem eine Lockanlage die Rufe von Rotschenkeln abspielte. Die Polizei kontrollierte im Morgengrauen den Fangplatz, der einem bereits vorbestraften Vogelfänger gehört.

Am Morgen begann die wilde Jagd auf die gestern eingetroffenen Greifvögel:
- 7:00 Uhr, Ghar Lapsi, 1 Wespenbussard wird abgeschossen
- 7:10 Uhr, Ta´Zuta Chapel, 1 Wespenbussard wird angeschossen und entkommt verletzt
- 7:25 Uhr, Ta´Zuta Chapel, 1 Wiesen- oder Steppenweihe wird beschossen
- 7:30 Uhr, Ghar Lapsi, 1 Wespenbussard wird beschossen und entkommt verletzt
- 7:37 Uhr, Fawwara, 1 Wespenbussard wird angeschossen und entkommt verletzt. Die Täter fliehen, nachdem sie das Komitee-Team entdecken - das Nummernschild ihres Fahrzeuges wird der Polizei übermittelt
- 7:55 Uhr, Laferla Cross, 1 Wespenbussard wird beschossen
- 8:02, Dar tal-Providenza, 1 Wespenbussard wird abgeschossen

Auch am Nachmittag ging es hoch her - aus Sizilien sind zahlreiche Greifvögel eingetroffen, darunter neben Wespenbussarden und Rohrweihen auch Fischadler, Rötelfalken und 1 Zwergadler sowie zahlreiche Seidenreiher. Das Jagdverbot nach 15 Uhr wurde deshalb auch vollkommen missachtet:
- Marfa-Ridge, 16:00 Uhr, 6 Schüsse
- Manikata, 17:30 - 19:00 Uhr, 18 Schüsse
- Bahrija, 17:30 - 18:30 Uhr, 10 Schüsse
- Xemxija, 16:10 Uhr, 9 Schüsse
- Zurrieq, 17:20 - 18:10 Uhr, 17 Schüsse
- Victoria Lines, 14:30 - 19:35 Uhr, 51 Schüsse

Bei Ghar Lapsi wurde gegen 16 Uhr ein Jäger mit einer Waffe erwischt - er floh vor dem Komitee-Team.
Im Westen der Victoria Lines, unweit Bahrija, schoss eine Gruppe von Jägern auf insgesamt 11 Wespenbussarde, die besonders flach flogen - 2 Tiere fielen vor den Augen der dort stationierten italienischen Komitee-Mitarbeiter zu Boden!

Am Abend sind neue Teilnehmer aus Deutschland und des USA eingetroffen, ab morgen sind wir wieder mit 6 Teams im Einsatz.

18.09.2009, Freitag

Das Komitee war heute mit 7 Teams auf Malta im Einsatz.

Der Vormittag verlief sehr ruhig, es gab nur zwei kleinere Zwischenfälle: In der Nähe des Laferla Cross bespuckte ein wütender Jäger auf der Vorbeifahrt ein Fahrzeug des Komitees - bei Mgarr gerieten ein deutsches und ein italienisches Komiteemitglied in einen aufgebrachten Jägermob, der sie als Nazis beschimpfte und hochkant von einem angeblichen Privatweg warf. Es handelte sich um einen öffentlichen Wanderweg.

Am Nachmittag begann ein großer Einflug von Greifvögeln aus Sizilien; bis zum Abend sind weit über 100 Wespenbussarde und Rohrweihen, ein halbes Dutzend Baum- und Turmfalken sowie jeweils 2 Fischadler und Lannerfalken auf Malta gezählt worden.

Gegen 18 Uhr geriet ein kleiner Trupp Wespenbussarde (5 Vögel) nördlich der Dingli Cliffs unter Beschuss - die Tiere entkamen offenbar unverletzt. Das Jagdverbot nach 15 Uhr wurde von den Jägern ansonsten weitgehend eingehalten - registriert wurde jeweils ein Schuss in Xemxija (15:05 Uhr), Laferla Cross (16:33 Uhr), Manikata (17:50 Uhr) und Delimara (18:05 Uhr).

17.09.2009, Donnerstag

Am Vormittag waren 5 Teams auf Malta und eines auf Gozo eingesetzt, Abends waren wieder alle 6 Gruppen auf der Hauptinsel unterwegs.

Trotz des geringen Durchzuges und der Präsenz von Vogelschützern wurden heute wieder Greifvögel abgeschossen. Auf der Delimara-Halbinsel ganz im Süden Maltas beobachteten Komiteemitarbeiter zwei Wespenbussarde, die auf dem Weg nach Afrika schon fast das Festland verlassen hatten, als sie unter massiven Beschuss gerieten. Einer der beiden Vögel fiel beim 10 Schuss, der andere entkam vermutlich verletzt - er wird es kaum über das Meer schaffen.
Im Bereich der berühmten "Blue Grotto" bei Zurrieq gelang es einem Komitee-Team, den Abschuss eines Falken zu filmen. Der mutmaßliche Baumfalke flog an ihnen vorbei und fiel nach einer plötzlichen Schrotsalve zu Boden. Ein Täter konnte nicht festgestellt werden.
Auf Maltas kleiner Nachbarinsel Gozo war es am Vormittag vergleichsweise ruhig - es waren allerdings auch praktisch keine für Jäger interessante Vögel auf dem Eiland.

Der Nachmittag verlief ausgesprochen ruhig. Nach 15 Uhr - dem offiziellen Jagdende - wurden insgesamt nur 16 Schüsse registriert. Die meisten davon (11 Schüsse zwischen 17:45 und 19:15 Uhr) fielen im Bereich der Badebucht Gnejna Bay, wo ein Jäger beobachtet werden konnte, der aus seinem Fahrzeug heraus auf Vögel schoss. Drei Schüsse fielen bei Marsaskala zwischen 18 und 19 Uhr, zwei weitere nahe Manikata (18:10 Uhr).
Westlich Bahrija waren drei bewaffnete Jäger auf den Meeresklippen unterwegs, gaben allerdings keine Schüsse ab.

16.09.2009, Mittwoch

Das Komitee war auch heute wieder mit 6 Teams auf Malta im Einsatz.

In der Nacht ist Sturm aufgekommen, der auch am Vormittag noch anhielt. Zwischen 1 Uhr und 6 Uhr in der Nacht waren zwei Teams in ausgewählten Gebieten der Insel unterwegs und haben elektronische Lockgeräte gesucht - mit den illegalen Tonbandgeräten, die Wachtelrufe abspielen, locken die Jäger die durchziehenden Wachteln vor ihre Flinten. Die beiden Teams haben auf weniger als 5 % der unbebauten Landesfläche insgesamt 26 Geräte gefunden!

Morgens waren trotz des Sturms zwar sehr viele Jäger im Gelände, allerdings nur wenige Vögel - es wurden keine Zwischenfälle registriert.

Am Abend haben die Teams trotz des Jagdverbotes ab 15 Uhr insgesamt 54 Schüsse registriert: Bei Manikata 27, in den Vicoria Lines 18, nahe des Flughafens 2, bei Ghar Lapsi 1 und bei Marsaskala 6 Schüsse. Bei Santa Lucia wurde der Abschuss einer Turteltaube beobachtet, bei den westlichen Victoria Lines konnte ein Baumfalke gefilmt werden, der eine schwere Gefiederverletzung aufgrund eines Schrotschusses aufwies.

15.09.2009, Dienstag

Auch heute waren 6 Birdguard-Teams im Einsatz. Heute ist der erste Tag, an dem ein nachmittägliches Jagdverbot ab 15 Uhr gilt. Die maltesische Regierung hat zu diesem Mittel gegriffen, weil anders dem massiven Abschuss geschützter Greifvögel - die Abends aus Sizilien kommend auf der Insel eintreffen - nicht Herr zu werden war.

Der Morgen verlief sehr ruhig. Über Nacht sind relativ viele Turteltauben eingetroffen, so daß am Morgen reger Jagdbetrieb herrschte. Da fast keine Greifvögel auf der Insel waren, gab es keine Zwischenfälle.

Über Mittag haben Komiteemitarbeiter im Jagdgebiet der maltesischen Jagdvereinigung FKNK die Kadaver eines Wespenbussards, eines Graureihers und zweier Rohrweihen nebst zahlreichen Greifvogelfedern gefunden. Die Tiere lagen unter Steinen und Unrat und waren offensichtlich dort versteckt worden.

Auch der Abend war recht ruhig, was aber auch an dem schwachen Vogelzug lag. Neben einigen wenigen Wespenbussarden, Rohrweihen, Turm- und Baumfalken wurde ein einzelner Schlangenadler gesichtet - alle Vögel blieben unbehelligt. Das Jagdverbot ab 15 Uhr wurde weitgehend eingehalten - es wurden nur jeweils 2 Schüsse aus Dingli (16:20 Uhr), Manikata (17:55 Uhr) und Ghar Lapsi (18:09 Uhr) gemeldet. Bei Bahrija gelang es einem Komitee-Team, zwei bewaffnete Jäger zu filmen, die nach 15 Uhr auf der Pirsch waren.
Noerdlich von Dingli wurde ein Turmfalke beobachtet, der stark beschaedigtes Gefieder und eine schwere Beinverletzung hatte - wahrscheinlich in Folge von Schrotschuessen.

14.09.2009, Montag

Heute waren wieder 6 Teams im Einsatz. Morgens konnte ein Komitee-Team beobachten, wie einige Jäger in der Nähe von Ghar Lapsi im Westen der Insel auf zwei vom Schlafplatz abfliegende Wespenbussarde und einen großen Trupp Bienenfresser schossen. Die Vögel waren allesamt zu hoch und damit außer Schussentfernung - sie blieben unverletzt. Unweit des Laferla Cross wurde gegen 8:30Uhr vor den Augen einen Teams ein offenbar bereits angeschossener Wespenbussard endgültig mit einem gezielten Schuss vom Himmel geholt. Die Tat konnte gefilmt werden. Die sofort informierte Polizei erschien kurz darauf am Tatort, konnte aber keinen Täter ermitteln, weil in der unmittelbaren Umgebung mehrere Jäger auf der Pirsch waren.

Der Nachmittag verlief sehr ruhig, weil der Vogelzug witterungsbedingt kurzzeitig fast zum Erliegen gekommen ist. Im Bereich von Buskett Gardens wurde ein Wespenbussard mit deutlichen Schussverletzungen gefilmt, bei Ghar Lapsi fand ein Komiteeteam eine von Schrotkugeln zerfetzte Bussardfeder.

Die beiden großen Tageszeitungen Maltas - die Malta Times und der Malta Indipendend - haben heute ausführlich über den vom Komitee veranlassten Aufgriff des Limikolenfängers vom 12.09.09 berichtet.
Unterdessen wurde die genaue Liste der 29 vorgestern beschlagnahmten Vögel bekannt: Es handelte sich um 6 Zwergstrandläufer, 10 Bruchwasserläufer, 8 Flussuferläufer, 3 Flussregenpfeifer und 2 Sichelstrandäufer (!).

13.09.2009, Sonntag

Am Tage waren 5 Teams im Einsatz - Abends kamen weitere deutsche Teilnehmer an, so daß wir mit 13 Teilnehmern für die erste Woche des Camps komplett sind.

Während des morgendliche Abflugs der gestern eingetroffenen Weihen und Bussarde begann heftiger Regen, so daß der Jagdtag buchstäblich ins Wasser fiel. Eine kritische Situation gab es nur bei Marsaskala im Osten der Insel, wo mehrere Jäger einen Trupp Rohrweihen anvisiert hatten, dann aber ein italienisches Komiteeteam entdeckten und erst gar nicht zum Schuss kamen.

An Sonntagen gilt auf Malta ein Jagdverbot ab 13 Uhr. Nachdem die Schlechtwetterfront durchgezogen war, setze Nachmittags mäßiger Vogelzug ein - und die Jäger hielten sich weitgehend an das Jagdverbot. In der Zeit von 14 Uhr bis 19:30 Uhr konnten wir lediglich 5 Schüsse zählen, für maltesische Verhältnisse ungewöhnlich ruhig.
Ein Team fand im Norden Maltas in Bereich der Marfa-Ridge an einer verlassenen Jagdhütte einen toten Triel in einer Tiertransportkiste. Er diente vermutlich als illegaler Lockvogel für die Limikolenjagd - Triele stehen auch auf Malta unter Naturschutz.

12.09.2009, Samstag

Heute waren 2 Teams im Einsatz - am späteren Abend kamen weitere Tielnehmer des Vogelschutzcamps aus Deutschland, Italien und Bulgarien auf Malta an.

Morgens konnte ein Komitee-Team einen Limikolenfänger dingfest machen. Bereits gestern Abend hatten die beiden deutschen Mitarbeiter Rotschenkel-Rufe an einem Fangplatz gehoert, konnten aber wegen der vorangeschrittenen Stunde nicht mehr aktiv werden. In der Morgendämmerung kontrollierten sie die Stelle bei Bahrija erneut und fanden mehrere große Fangnetze sowie ein elektronisches Lockgeraet, von dem Regenpfeifer-Rufe abgespielt wurden. Beim Filmen der Anlage wurden sie von dem Wilderer entdeckt - er beschimpfte und bespuckte die beiden Vogelschützer und versuchte, sie an der Weiterfahrt zu hindern.
Die sofort verständigte Umweltpolizei A.L.E. war schnell zur Stelle und konnte den Mann und zwei Komplizen noch am Fangplatz stellen. Insgesamt wurden 29 frisch gefangenen Wildvoegel beschlagnahmt, darunter Bruchwasserläufer, Zwergstrandläufer und Flussuferläufer. Die Vögel konnten bereits am Nachmittag im Schutzgebiet Al Ghadira im Norden Maltas freigelassen werden.
Gegen den Vogelfänger wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Wilderei eingeleitet. Auf eine Anzeige wegen Nötigung und des Bespuckens verzichteten die beiden Komiteemitglieder, nachdem der Mann sich schriftlich für seine Entgleisungen entschuldigt hatte!
Die Times of Malta - Maltas groesste Tageszeitung - hat ausfuehrlich ueber den Fall berichtet: Alert bird watchers lead to police seizing protected species.

Am Nachmittag wurde im Bereich der Victoria Lines ein Wanderfalke mit einer eindeutigen Schuss-Beschädigung im Gefieder beobachtet - der Vogel schien ansonsten unverletzt. Im Bereich des berühmten Greifvogel-Schlafplatzes Buskett flogen zwischen 17 und 19 Uhr ueber 100 Rohrweihen nebst einigen Wespenbussarden und mindestens einer Wiesenweihe ein. Bis auf den Beschuss eines einzelnen Rohrweihen-Weibchens blieb es auffällig ruhig - auch die Dutzenden Bienenfresser blieben von den Jägern unbehelligt.

11.09.2009, Freitag

Am Mittag sind die ersten Teilnehmer des Camps angekommen. Nachmittags waren deshalb schon zwei Teams im Einsatz.
Während es im Norden bei Xemxija einigermaßen ruhig geblieben ist, geriet in der Nähe von Bahrija im Westen der Insel ein Schwarm von rund 20 Rohrweihen unter Beschuss. Die etwa 10 Jäger trafen einen der Vögel, der vermutlich entkommen konnte. Eine zufällig in der Nähe befindliche Polizeistreife wurde umgehend informiert - die Beamten durchsuchten das Gebiet ergebnislos.

10.09.2009, Donnerstag

Ein Tag vor Beginn des Komitee-Vogelschutzcamps wird bei einem großen Greifvogel-Einflug in der Nähe von Bahrija eine diesjährige Rohrweihe abgeschossen. Der Vogel wird verletzt von einer Polizeistreife gefunden und unserem Partnerverband IAR überbracht. Leider erliegt er noch am Abend den schweren Schussverletzungen.

 

 
 
 
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