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Windkraft und Vogelschutz

In Zeiten knapper werdender fossiler Brennstoffe und zunehmender Klimaerwärmung kommt den regenerativen Energiequellen eine besondere Bedeutung zu. Die Windkraft ist dabei insbesondere für die Küstenregionen Mitteleuropas und für die Gipfellagen der Mittelgebirge zu einem wichtigen Standbein naturverträglicher Energiegewinnung geworden.

Windkraftanlagen: Klimaschutz contra Vogelschutz?Windkraftanlagen: Klimaschutz contra Vogelschutz?Doch die Naturverträglichkeit der Windkraft hat Grenzen, die beim derzeitigen Ausbau der Windparks deutlich überschritten werden. Viele Bürger sehen die Windparks – die nicht selten mit Dutzenden riesiger Mühlen betrieben werden – als Verschandelung der Landschaft, Anwohner beschweren sich über die Lärmquelle und über den Schattenwurf der Rotorblätter. Ein besonderes Konflikpotential birgt aber vor allem der Vogelschutz. Zugvogelschwärme – besonders solche nachtziehender Arten – können in die Windmühlen geraten oder bekommen erhebliche Probleme mit der durch die Anlagen entstehenden Luftverwirbelungen. Zudem scheuen die meisten Vogelarten die gigantischen Windparks mit den lauten Mühlen. Tausende Hektar potentieller Rast- und Nahrungsflächen gehen so für die Tiere verloren – Flächen, die sie dringend benötigen. Untersuchungen haben ergeben, dass auch die Zahl brütender Vogel unter den Anlagen zurückgeht.

Das Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin (IZW) hat herausgefunden, dass Verletzungen durch Windkraftanlagen inzwischen zur dritthäufigsten Todesursache beim Seeadler geworden sind. Die großen Vögel können die oft hohen Geschwindigkeiten der Rotorblätter nicht einschätzen und werden erschlagen.

Um die Konflikte zwischen Mensch, Tier und Windkraft zu minimieren, hat das Komitee gegen den Vogelmord folgende Punkte als Mindestforderung aufgestellt:

  • Kein Bau von Windkraftanlagen in Naturschutzgebieten, Nationalparks, Vogelschutz- und FFH-Gebieten. Einhaltung eines Mindestabstands von 1000 m zu den Grenzen der Reservate.
  • Völliger Verzicht auf Windkraftanlagen im offenen Meer („Offshore-Anlagen“).
  • Kein Bau von Windkraftanlagen im Bereich landschaftlich besonders reizvoller Gegenden.
  • Einhaltung eines Mindestabstandes von 500 m um Wohnbebauung, Industriegebieten und Freizeiteinrichtungen. Zwischen 500 und 1500 m um die Bebauung muss geprüft werden, ob eine Beeinträchtigung der Lebensqualität der Anwohner eintreten kann.

Eine sehr gute Studie des Deutschen Naturschutzrings (DNR) zur "Umwelt- und naturverträglichen Windenergienutzung in Deutschland (onshore)" können Sie beim DNR . kostenlos erhalten.