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Landesjagdgesetz NRW: Stand und geplante Änderungen zur Aussetzung von Fasanen und Stockenten

Das derzeit gültige Landesjagdgesetz in Nordrhein-Westfalen verbietet den Abschuss frisch ausgesetzter Tiere und beinhaltet hohe Auflagen (u.a. begleitende Biotopverbesserungsmaßnahmen) und eine Genehmigungspflicht für das Aussetzen jagdbarer Vogelarten. Im Einzelnen heißt es dazu in §31, Abschnitt 4 und 5:

4. Das Aussetzen heimischen Feder- oder Haarwildes (außer Schalenwild) in der freien Wildbahn zum Zwecke der Bestandsstützung, Besatzstützung oder Wiederansiedlung in Jagdbezirken ist nur mit schriftlicher Genehmigung der unteren Jagdbehörde zulässig. Die Genehmigung darf nur erteilt werden, wenn biotopverbessernde Hegemaßnahmen für die auszusetzende Wildart nachgewiesen wurden und die Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung ihr Einvernehmen erteilt hat. Satz 1 gilt nicht für Fasanen, die aus verlassenen Gelegen des jeweiligen Jagdbezirks stammen und aufgezogen worden sind.

5. Abweichend von § 19 Absatz 1 Nummer 18 des Bundesjagdgesetzes ist es verboten, früher als vor dem nächsten Kalenderjahr nach Auswilderung von Fasanen und Stockenten diese zu bejagen. Das Verbot gilt nicht für Fasanen, die aus verlassenen Gelegen des jeweiligen Jagdbezirks stammen und aufgezogen worden sind; diese dürfen nicht später als acht Wochen vor Beginn der Jagdausübung auf diese Wildart ausgesetzt werden

Der neue Gesetzesentwurf sieht vor, den Absatz 4 ersatzlos zu streichen. Das Aussetzen von gezüchteten Fasanen und Enten für die Jagd wäre damit wieder komplett genehmigungsfrei. Gesellschaftsjagden, bei denen halbzahme Tiere zu hunderten getötet werden, sind damit wieder möglich. Wir meinen: Die Natur ist kein Spielplatz für jagdliche Interessen. Diese Art der Jagd ist zutiefst unethisch und hat mit Hege, Naturschutz oder verantwortungsvoller Jagd nichts zu tun.