Printer-friendly version

PRESSEMITTEILUNG Mittwoch, 11. Februar 2015

Hertingshausen: Illegale Falle für Greifvögel entdeckt
Polizei beschlagnahmt Habichtfangkorb, leitet Strafverfahren ein

Marburg/Hertingshausen. Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord haben gestern morgen in Hertingshausen (Wohratal) eine verbotene Fangeinrichtung für den Fang streng geschützter Greifvögel entdeckt und die Polizei alarmiert. Bei der Falle handelt es sich um einen so genannten Habichtfangkorb, der fest auf dem Dach einer Scheune in der Hugenottenstraße montiert worden war.

Habichtfangkorb auf einem Schuppen in Wohratal-HertingshausenHabichtfangkorb auf einem Schuppen in Wohratal-HertingshausenUm Habichte und andere Greifvögel anzulocken, hatte der noch unbekannte Täter zwei lebende Brieftauben als Köder in einen Käfig unter der Falle gesetzt. "Die Falle war scharf gestellt, beködert und fest mit dem Dach verschraubt", so Alexander Heyd, Geschäftsführer des Komitees.

Beamte der Polizeidirektion Marburg-Biedenkopf dokumentierten den Sachverhalt vor Ort und leiteten ein Strafverfahren gegen Unbekannt ein. Die Falle wurde mit Hilfe von Spezialwerkzeug und einer Leiter abgebaut und sichergestellt. Ob es sich bei dem Täter auch um den Besitzer der Scheune handelt, ist derzeit noch unklar. Ein wichtiger Ermittlungsansatz für die Polizei dürften allerdings die Ringe der beiden Locktauben sein, über deren Nummern sich in der Regel auch der Halter feststellen lässt. Zusätzlich rufen die Vogelschützer mögliche Zeugen dazu auf, sich bei der Polizei zu melden. "Die Falle war weithin sichtbar. Es ist gut möglich, dass der Täter beim Herumklettern auf dem Dach der Scheune beobachtet worden ist", vermutet Alexander Heyd.

Nach Angaben des Komitees gegen den Vogelmord ist die illegale Verfolgung von Greifvögeln und anderen Beutegreifern ein in Deutschland weit verbreitetes Phänomen, dem jedes Jahr Tausende Tiere zum Opfer fallen. Als Täter treten dabei immer wieder Taubenzüchter in Erscheinung, denen insbesondere der Habicht eine Dorn im Auge ist. Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, wurde der Habicht von NABU und LBV zum Vogel des Jahres 2015 ernannt.

Der Habicht sowie alle anderen einheimischen Greifvögel gehören zu den durch das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützten Tierarten. Das Nachstellen, der Fang oder die Tötung von Greifvögeln stellt eine Straftat dar, die mit bis zu 5 Jahren Haft und hohen Geldstrafen geahndet werden kann.

Pressekontakt:

V.i.S.d.P. und weitere Informationen: Axel Hirschfeld, Komitee gegen den Vogelmord (CABS) e.V., An der Ziegelei 8, 53127 Bonn, 0228/665521 oder 0179/4803805, Email: axel.hirschfeld@komitee.de, Webpage: www.komitee.de