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Montag, 23.1.2012

Gemeinsame Pressemeldung
des Vereins Sächsicher Ornithologen (VSO) und des Komitees gegen den Vogelmord

mit einer Aktualisierung vom 27.01.2012

Leipzig/Luckenwalde/Dormagen: Illegale Greifvogelfallen entdeckt und sichergestellt - Polizei in drei Bundesländern im Einsatz

Leipzig. Vogelschützer und Polizisten haben am Wochenende in Leipzig eine illegale Fangvorrichtung für geschützte Greifvögel entdeckt und abgebaut. Wie das Komitee gegen den Vogelmord mitteilt, handelte es sich dabei um einen sog. Habichtfangkorb, der auf dem Dach eines Taubenschlages in der Riesaer Straße angebracht war. Ein aufmerksames Mitglied des Vereins Sächsischer Ornithologen (VSO) hatte die Falle am Freitag entdeckt und das auf solche Fälle spezialisierte Komitee verständigt.

Polizei im Garten des TaubenhaltersPolizei im Garten des Taubenhalters„Wer mit solchen Fallen Greifvögeln nachstellt, begeht eine Straftat nach dem Bundesnaturschutzgesetz“ so Komitee-Vorstandsmitglied David Conlin. Um Habichte und andere Greifvögel in die Falle zu locken, hatte der Täter eine tote Zuchttaube in die Fangvorrichtung gelegt. Conlin: „Die Falle war beködert und aktiviert. Wir haben deshalb am Samstagmorgen bei der Polizei angerufen und Strafanzeige erstattet“. Ein Anruf mit Wirkung - kaum eine halbe Stunde später war ein Streifenwagen vor Ort, dessen Besatzung die illegale Falle sicherstellte und ein Strafverfahren gegen Unbekannt einleitete. Im Visier der Polizei steht jetzt der Besitzer der Taubenzucht. Ihm drohen laut Bundesnaturschutzgesetz bis zu fünf Jahre Haft. Habichte gehören zu den vom Gesetzgeber streng geschützten Tierarten. Der Bestand dieser Vogelart hat nach Angaben des Komitees in manchen Bereichen Deutschlands und auch in Sachsen in den letzten Jahren stark abgenommen. Ein Grund dafür sind illegale Verfolgungen durch Taubenzüchter und Jäger, die in den seltenen Greifvögeln unliebsame Konkurrenten sehen.

Auch in Sachsen werden laut Komitee gegen den Vogelmord immer wieder Fälle von illegalen Nachstellungen bekannt. Nach Angaben des polizeilichen Auskunftssystems Sachsen (PASS) zu Straftaten nach dem Bundesnaturschutzgesetz sind in den Jahren 2006 bis 2011 insgesamt 10 Fälle bekannt geworden, bei denen Greifvögel gefangen, vergiftet oder abgeschossen wurden. Unter anderem wurden im Jahr 2011 bei Meißen und Schöneck zwei Greifvogelfallen sichergestellt. Weitere Fälle betrafen das Fällen belegter Nestbäume von Seeadler und Sperber im Jahr 2010 sowie den Abschuss eines Rotmilans und eines Sakerfalken.

Der sichergestellte Fangkorb aus LeipzigDer sichergestellte Fangkorb aus LeipzigLaut Verein Sächsischer Ornithologen handelt es sich bei diesen bekannt gewordenen Fällen nur um die Spitze des Eisbergs. „Die illegale Greifvogelverfolgung ist ein Fakt mit einer hohen Dunkelziffer“, weiß VSO-Geschäftsführer Hartmut Meyer. Der Vogelkundler ruft deshalb alle Freunde der heimischen Vogelwelt und Zeugen zur Meldung verdächtiger Fallen und toter Greifvögel auf. Wer etwas beobachtet hat, wird gebeten, sich direkt mit der Polizei oder mit David Conlin vom Komitee www.komitee.de oder mit dem VSO www.vso-web.de in Verbindung zu setzen.

Aktualisierung vom 27.01.2012:

Habichtfallen auch in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen

Fangkorb auf dem Dach einer Ziervogelvoliere in LuckenwaldeFangkorb auf dem Dach einer Ziervogelvoliere in LuckenwaldeAm 26.01.2012 hat die Polizei einen Habichtfangkorb auf einem Flugplatz bei Luckenwalde (Brandenburg) sichergestellt. Das illegale Fanggerät stand auf einer Voliere für Ziervögel und war dem Komitee gegen den Vogelmord von einem Besucher eines nahgelegenen Restaurants gemeldet worden. Der stellvertretende Vorsitzende des Komitees, Thomas Hellwig, hat die Angaben des Informanten vor Ort geprüft und die Beamten gerufen.

Einen weiteren Habichtfangkorb fand ein Komitee-Mitarbeiter nach einem Hinweis aus der Bevölkerung am 27.01.2012 im nordrhein-Westfälischen Dormagen (bei Köln). Der mutmaßliche Täter ist Taubenzüchter - die Falle stand direkt an einem Taubenschlag auf einem eingezäunten Grundstück. Auch hier hat die Polizei das Gerät sichergestellt und ein Strafverfahren eingeleitet.

V.i.S.d.P/Rückfragen/Bildmaterial (HD, Fotos): Axel Hirschfeld, Komitee gegen den Vogelmord, An der Ziegelei 8, 53127 Bonn, Tel.: 0228/665521 oder 01794803805 sowie Hartmut Meyer, Verein Sächsischer Ornithologen e.V., Postfach 1129, 09331 Hohenstein-Ernstthal, Tel.: 03723/44210, Fax - 44211.