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Pressemeldung, 06.02.2014

Komitee plant nächsten Frühlingseinsatz auf Zypern

EU-Kommission bezeichnet Kooperation zwischen Komitee und zyprischer Polizei als "Schlüssel" gegen die Wilderei

Zwergorheule auf einer LeimruteZwergorheule auf einer LeimruteBrüssel/Bonn/Nicosia: Die Europäische Kommission drängt die Behörden auf Zypern zu einer besseren Polizeiunterstützung für das Komitee gegen den Vogelmord und anderen auf der Mittelmeerinsel gegen die Wilderei tätigen Organisationen. In einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage hat EU-Umweltkommissar Janec Potocnik erklärt, dass für Brüssel die Kooperation zwischen den Verbänden und der Polizei ein "Schlüssel" für die Bemühungen um die Bekämpfung der Wilderei sei. Potocnik ergänzte, dass die EU-Kommission darauf dränge, dass der Kampf gegen den illegalen Vogelfang auf Zypern intensiviert werde.

Das Komitee gegen den Vogelmord und sein Stiftung Pro Artenvielfalt begrüßen die Haltung der EU-Kommission. Beide Organisationen lobten die besonders gute Zusammenanrbeit ihrer ehrenamtlichen Helfer mit der Antiwilderer-Einheit der Polizei und den Jagdaufsehern des Game Funds in den Jahre 2011 und 2012, die zu einer gestiegenen Zahl von überführten Wilderern geführt hat. Leider haben die zyprischen Behörden nach dem Frühlingseinsatz 2013 eine Kehrtwende in ihrer Naturschutzpolitik gemacht und jede Unterstützung durch die Polizei zurückgezogen. In der Folge gab es zahlreiche gewalttätige Übergriffe gegen Vogelschützer und eine Zunahme der Wilderei. Seither wurde jede Anfrage nach Polizei-Unterstützung abgelehnt, und auch die lokalen Polizei-Dienststellen verweigerten die Kooperation und ignorierten sogar Notrufe. Das Komitee und die Stiftung Pro Artenvielfalt haben haben daraufhin offiziell Beschwerden bei verschiedenen Stellen eingereicht - vom Europäischen Parlament und der EU-Kommission über die Berner Konvention bis hin zur Ombudsfrau für Menschenrechtsfragen der Republik Zypern.

Komitee-Mitarbeiter und Polizei bei einer gemeinsamen Kontrolle im Haupt-Fanggebiet im Südosten ZypernsKomitee-Mitarbeiter und Polizei bei einer gemeinsamen Kontrolle im Haupt-Fanggebiet im Südosten ZypernsKomitee-Geschäftsführer Alexander Heyd: “Die zurückgezogene Polizei-Unterstützung zeigt, dass es auf Zypern eine breite politische Unterstützung für Wilderei und Vogefalng gibt." Heyd kündigt an, dass Komitee und SPA im April und Mai erneut Teams nach Zypern schicken werden, um die Situation vor Ort zu überwachen. “Wir haben bereits die zuständigen Behörden um Unterstützung gebeten. Die Wiederbelebung der Polizei-Unterstützung würde zeigen, dass es die zyprische Regierung mit der "Null-Toleranz-Politik" gegenüber der Wilderei ernst meint."

Die Vogelschutzcamps des Komitees gegen den Vogelmord und seiner Partner finden jeweils im Frühling und Herbst während der Zugzeit auf Zypern statt. Die wichtigsten Ziele sind dabei die Suche nach illegalen Fallen, Netzen und elektronischen Lockanlagen, die Unterstützung der Polizei bei ihrer Arbeit gegen den Vogelfang und eine Dokumentation des Ausmaßes der Wilderei und der Bemühungen der Behörden.

Im Herbst 2013 haben die Teams des Komitees und der SPA auch ohne die Unterstützung durch die Behörden bei ihrem Vogelschutzcamp insgesamt 4.236 Leimruten, 59 Fangnetze und 91 elektronische Lockgeräte gefunden und abgebaut. Mehr als 200 Vögel, darunter viele gefährdete Singvögel und Eulen, konnten befreit werden. Ein detaillierter Bericht wird in Kürrze vorgelegt.

Pressemeldung in englischer und griechischer Sprache als PDF:

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