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Vogelschutzcamp Zypern, 12. – 25. April 2011

Abschlussbericht

1. Einleitung und Überblick

Maskenwürger auf einer Leimrute.Maskenwürger auf einer Leimrute.Der Vogelfang mit Leimruten und Netzen ist auf Zypern weit verbreitet. Während des Frühlingszuges sind insbesondere die östlichen Landesteile betroffen. Obwohl der Vogelfang seit langem verboten ist, nimmt vor allem der Einsatz von Leimruten seit dem EU-Beitritt Zyperns stetig zu. Der Handel mit den geschützten Vögeln und der Verkauf über Restaurants und Metzgereien sind inzwischen ein Millionengeschäft. Die Regierung Zyperns hat im Januar 2011 erstmals eingeräumt, dass der Vogelfang als organisierte Kriminalität einzustufen ist.

Bereits seit dem Jahr 2001 führt das Komitee gegen den Vogelmord zusammen mit seinen Partnerverbänden Zugvogelschutzcamps auf Zypern durch. Vom 12. bis 25. April 2011 hat das diesjährige Frühlings-Vogelschutzcamp des Komitees und von Friends of the Earth Cyprus (FoE) auf der Mittelmeerinsel stattgefunden.

Bei den Aktionen in den Vorjahren haben die Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord mangels Unterstützung durch die Behörden die gefundenen Fanggeräte in der Regel selbst sichergestellt. Eine Kooperation zwischen Vogelschützern und Polizei, wie sie seit vielen Jahren z.B. in Italien erfolgreich existiert, gab es bislang auf Zypern nicht.
In den letzten Jahren wurden deshalb Kontakte zu allen zuständigen Behörden auf Zypern geknüpft und gepflegt, um eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Polizei zu ermöglichen.

Im Frühjahr 2011 sollte das erste Mal eine enge Kooperation mit den Behörden stattfinden. In Vorbesprechungen mit allen betroffenen Dienststellen wurde vereinbart, Teile der aufgefundenen Fangstellen für Einsätze der Polizei an die Behörden zu melden. Die Vorgesetzten der jeweiligen Polizei-Einheiten haben zugesichert, verstärkt Wilderer an den von uns ausgekundschafteten Stellen zu überführen, zeitnah für den Abbau der illegalen Fanggeräte zu sorgen und ausreichend Personal in das Haupt-Fanggebiet zu entsenden. Damit sollte nicht nur die Strafverfolgung der Täter ermöglicht, sondern auch die Sicherheit der ehrenamtlichen Vogelschützer gewährleistet werden.

Das Ergebnis dieser erstmals sehr engen Kooperation ist ernüchternd: Die Behörden waren in nahezu allen ihnen übermittelten Fällen untätig oder haben sich nicht professionell und der Lage angemessen verhalten. Eine flächendeckende Verfolgung der Wilderei findet nicht nur nicht statt, sie ist auch ganz offensichtlich politisch nicht erwünscht.

2. Überblick über das Fanggebiet

Alleine in dem vergleichsweise kleinen Fanggebiet im Südosten Zyperns stellen Wilderer auf etwa 70 km2 im Frühling und Herbst zwischen 9.000 und 10.000 Leimruten auf. Hier sind dem Komitee gegen den Vogelmord derzeit 175 von schätzungsweise 300 Fangstellen bekannt. Sie werden seit Jahren regelmäßig kontrolliert, so dass inzwischen eine umfang-reiche Dokumentation über die tages- und jahreszeitlichen Aktivitäten der Wilderer existiert.

In der weitaus größeren, westlich davon gelegenen Agrarlandschaft ist der Vogelfang weniger verbreitet. Er findet hier vor allem in eingezäunten, großflächigen Gärten statt und lässt sich nur sehr schwer kontrollieren. Auch wenn für dieses Gebiet weniger detaillierte Zahlen vorliegen, gehen wir davon aus, dass hier im Frühling und Herbst etwa 3.000 Leim-ruten und – überwiegend im Herbst – etwa 400 Netze aufgestellt werden.
Im britisch verwalteten Cape Pyla findet der Vogelfang hauptsächlich im Herbst statt. Auf der kaum 10 km2 großen Fläche sind etwa 300 Fangnetze zu finden, die zu einem erheblichen Teil mit elektronischen Lockanlagen betrieben werden.
Zwischen den Großstädten Larnaka und Limmassol findet sich ein weiteres, etwas isoliertes Fanggebiet rund um die Ortschaft Agios Theodoros. Hier ist der Vogelfang vor allem im Herbst weit verbreitet. Die Informationen zu diesem Fanggebiet sind spärlich, wir rechnen aber mit etwa 150 Netzen und 3.000 Leimruten.

3. Vorgehensweise

Komitee-Mitarbeiter baut Fangnetz abKomitee-Mitarbeiter baut Fangnetz abInsgesamt haben 13 Vogelschützer aus Italien, Zypern und Deutschland an dem Vogel-schutzcamp teilgenommen. An jedem Tag waren drei bis vier Teams mit jeweils zwei bis fünf Teilnehmern im Einsatz. Die Kontrollen erfolgten meist während des Tages, wobei beson-ders gefährliche Fangstellen auch bei Nacht besucht wurden. In jedem Team gab es in der Regel einen griechischsprachigen Teilnehmer.
Ziel war die Kontrolle aller im Gebiet bekannten Fangplätze. Wie im Vorfeld mit den Behörden besprochen, sollten Fangstellen mit mehr als 100 Leimruten oder 3 Netzen sowie sämtliche elektronischen Lockgeräte und alle eingezäunten Privatgrundstücke mit Hinweisen auf Wilderei für Einsätze der Anti-Poaching-Squad (APS) stehen gelassen werden. Kleinere Fangplätze mit 25 bis 100 Leimruten und alle anderen Netze sollten an die Jagdaufseher des Game Fund gemeldet werden. Weniger als 25 Leimruten auf öffentlichem Gelände oder nicht eingezäunten Flächen sollten direkt von den Komitee-Mitgliedern abgebaut werden.

Die Polizei ist mehrfach täglich über die Standorte der eingesetzten Teams informiert worden. Sobald ein Team fündig wurde, wurde die jeweils zuständige Dienststelle telefonisch informiert. Alle Polizeikontakte sind dabei dokumentiert worden, so dass die Reaktionszeiten und Aktivitäten der Behörden lückenlos nachvollziehbar gemacht werden können.

4. Ergebnisse

Während des fast zweiwöchigen Einsatzes wurden etwa 180 bekannte Fangplätze oder andere geeignete Bereiche kontrolliert. An 85 Stellen wurden dabei 3.353 Leimruten, 15 Fangnetze, 12 elektronische Lockanlagen und 6 Volieren mit geschützten Singvögeln gefunden.
Aufgrund der mit der Polizei abgestimmten Vorgehensweise wurden letztlich 2.662 Leimruten sichergestellt (davon 2.145 von Komitee-Mitarbeitern und 517 von der Polizei), 11 Fangnetze (2 von Komitee-Mitarbeitern, 9 von der Polizei) und 9 elektronische Lockanlagen (3 von Komitee-Mitarbeitern, 6 von der Polizei).
Die restlichen 691 Leimruten, 4 Netze und 3 Lockanlagen wurden von den Vogelfängern selbst entfernt, weil die Reaktionszeit der Polizei zu lang war und sie erst tätig wurde, als die illegalen Geräte bereits verschwunden waren.

Insgesamt wurden 142 Vögel in den Netzen und Fallen gefunden – 103 von ihnen konnten unversehrt freigelassen werden, darunter Mönchs-, Klapper-, Dorn- und Gartengrasmücken, Trauer-, Halsband- und Grauschnäpper, Cistensänger, Fitise, Waldlaubsänger, Wendehälse, Kuckucke und Maskenwürger.

Trotz aller Zusagen seitens der Behörden haben sich diese nicht bemüht, Wilderer in flagranti zu überführen. Tatsächlich hat es an den wenigsten von Komitee-Mitarbeitern übermittelten Fangstellen überhaupt eine erkennbare Aktivität gegeben:
Insgesamt wurden 43 Fangstellen mit 2.008 Leimruten, 9 Netzen und 9 elektronischen Lockanlagen der Polizei gemeldet. An vier Fangstellen fanden wenig professionell durch-geführte Ansitze der Beamten statt. Zwei Wilderer wurden dabei überführt. Einer von ihnen ist lediglich verwarnt worden (siehe hierzu Punkt 8.1), der andere konnte nur gefasst werden, weil Komitee-Mitarbeiter die Beamten in letzter Sekunde zu der Fangstelle riefen (siehe 8.2). Die beiden anderen Ansitze wurden abgebrochen, einer davon zweifellos zu früh (siehe 8.3).

An insgesamt 17 Stellen war die Reaktionszeit der Behörden so langsam – in der Regel mehr als 3 Tage – dass eine Polizeiarbeit nicht mehr möglich war. An 11 dieser Stellen hatten die Wilderer ihre Fanggeräte selbst entfernt, an 6 konnten die Polizisten zusammen mit Teilnehmern des Vogelschutzcamps die verbliebenen Fallen wenigstens noch ein-sammeln. Für gut die Hälfte (21 von 43) der von uns übermittelten Gebiete blieben uns die Behörden eine Rückmeldung schuldig, so dass wir nach durchschnittlich 8 Tagen ohne erkennbare Polizeiarbeit die dort noch stehenden Fanggeräte an den letzten beiden Tagen des Einsatzes selbst abgebaut haben.

Im Vergleich zu den Vorjahren haben wir in 2011 deutlich mehr Leimruten gefunden, bei den Netzen ist eine Entspannung erkennbar, bei den elektronischen Lockanlagen zeigt sich wenig Änderung:

Fanggeräte Frühling 2009 Frühling 2010 Frühling 2011
Leimruten 2.136 1.977 3.353
Fangnetze 33 9 15
El. Lockanlagen 15 12 12


5. Einschätzung der Polizeiarbeit

5.1 Grundsätzliches

Polizisten bei der Sicherstellung illegaler FanggerätePolizisten bei der Sicherstellung illegaler FanggeräteAuf Zypern sind drei verschiedene Behörden gegen die Wilderei im Einsatz: Die Antiwilderer-Einheit der Polizei (Anti-Poaching-Squad, APS), der durch die Jagdabgabe finanzierte Game Fund und die lokale Polizei. Dazu kommt die auf britisch kontrolliertem Gebiet eingesetzte SBA-Polizei.

Um die Polizeiarbeit richtig einschätzen zu können, muss bedacht werden, dass die Wilderer auf Zypern ausgesprochen arglos oder auch dreist sind und sich in der Regel nicht verstecken. An insgesamt 18 der 85 in diesem Frühling von Komitee-Mitarbeitern gefundenen Fangstellen waren Wilderer anwesend und hätten von einem Polizeibeamten leicht überführt werden können.

5.2 Reaktionszeiten

Bei nur 16 von insgesamt 43 Fällen (37 %) konnte eine Reaktionszeit festgestellt werden. Sie lag bei durchschnittlich 70,8 Stunden, also bei rund 3 Tagen. Die schnellste Reaktion zeigte dabei die lokale Polizei mit einer Stunde, die längste betrug 172 Stunden (7 Tage) und betraf einen Einsatz des Game Fund. In sechs Fällen (14 %) waren Komitee-Mitarbeiter gemeinsam mit Beamten der SBA-Polizei im Einsatz, so dass diese umgehend reagieren konnten. Bei den restlichen 21 Fällen (49 %) gab es überhaupt keine Reaktion der Behörden.

Reaktionszeiten von 3 Tagen sind mehr als unbefriedigend – überhaupt keine Reaktionen sind vollkommen inakzeptabel. Wenn Straftaten gemeldet werden, müssen die Behörden einen Einsatz von Polizisten binnen kurzer Zeit möglich machen. Zu erwarten wären Reaktionszeiten von 15 bis 30 Minuten, wie sie europäischer Standard sind.

An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass die Reaktionszeit von Anti-Poaching-Squad (APS) und Game Fund auch in den Jahren 2009 und 2010 zwischen einer Stunde und maximal drei Tagen lag, die SBA-Polizei reagierte in der Regel unverzüglich und brauchte selten länger als 20 Minuten bis zum Tatort.
Einer der Unterschiede zwischen diesen früheren Beobachtungen und den Erfahrungen vom Frühling 2011 ist die Zahl der von uns gemeldeten Fälle. So haben wir im Jahr 2009 insge-samt 10 Fälle an die Polizei gemeldet, in 2010 waren es nur 7. Erst als wir der Aufforderung der Behörden nachkamen und mehr Fangstellen übermittelten, kamen sie ihrer Aufgabe überhaupt nicht mehr nach.

5.3 Anmerkungen zu den verschiedenen Einheiten

Anti-Poaching-Squad (APS)

Wenn die Behörden nicht einschreiten, müssen Vogelschützer Fallen selber abbauen.Wenn die Behörden nicht einschreiten, müssen Vogelschützer Fallen selber abbauen.Obwohl im Vorfeld eine enge Kooperation mit der APS vereinbart wurde, war diese im Gelände weitgehend abwesend. Zwar gab es tägliche telefonische Kontakte, bei denen aktuelle Informationen übermittelt wurden, doch in der überwiegenden Zahl der Fälle wurden wir wegen konkreter Polizeimaßnahmen an den Game Fund oder an die lokale Polizei verwiesen. Die Beamten der APS waren in der Regel nicht im Haupt-Fanggebiet im Einsatz und deswegen nicht in der Lage, zeitnah zu reagieren. Auch waren sie mit dem Schutz des zypriotischen Wappentieres, des Mufflon, betraut. Die Vermutung, dass die Beamten zur Hauptzeit des Vogelfangs im Frühling absichtlich mit weniger drängenden Problemen beschäftigt wurden, liegt nicht fern. Trotzdem waren die Polizisten stets freundlich und machten einen sehr professionellen und fachkundigen Eindruck.
Umso mehr erstaunt es, dass die Beamten an der einzigen ihnen übermittelten wirklich großen Fangstelle unprofessionell vorgingen (siehe hierzu Punkt 8.3). Es drängt sich deswegen der Eindruck auf, dass es höher angesiedelten Vorgesetzten nicht daran gelegen ist, selbst einen nach ihren eigenen Maßstäben professionellen Wilderer zu überführen.

Game Fund

Die Jagdaufseher des Game Fund verfügen über ein großes Detailwissen zum Vogelfang im Allgemeinen wie auch über Fangplätze vor Ort. Weil sie über mehr Mitarbeiter verfügen, waren sie deutlich häufiger als die Beamten der APS im Einsatz. Dennoch stellte sich die vereinbarte Kooperation als unbefriedigend heraus.
Die Kontaktaufnahme mit der Zentrale des Game Fund gestaltete sich zeitweise als sehr schwierig. Oft waren die verschiedenen Telefone über Stunden nicht erreichbar. Die erhoffte prompte Reaktion auf unsere Hinweise blieb völlig aus. Obwohl wir mehr als 40 Fangstellen gemeldet haben, gab es nur in wenigen Fällen einen konkreten Einsatz. Zwei von den insgesamt nur drei Ansitzen an von uns gemeldeten Fangstellen waren erfolgreich, wobei sich die Beamten nicht professionell verhalten haben (siehe 8.1 und 8.2).
Die Beamten des Game Fund waren oft wenig bereit, ihr Fahrzeug zu verlassen, so dass wir viele Fangstellen nur von der Straße aus zeigen konnten. Die meisten waren dabei mehrere hundert Meter entfernt, so dass allen Beteiligten klar sein musste, dass ein späteres Auffinden der Fangstellen im Gelände unmöglich sein würde. Auch schien es – anders als in den Vorbesprechungen zugesagt – nicht die Aufgabe des Game Fund zu sein, die Täter zu überführen. Die Beamten zeigten keine größeren Ambitionen, sich an den von uns ausge-kundschafteten Fangstellen auf die Lauer zu legen.

SBA-Polizei

Die für das britische Militärgebiet „Sovereign Base Area“ (SBA) zuständige SBA-Polizei hat für die Bekämpfung der Wilderei eigens eine Sondereinheit zusammengestellt. Die Beamten sind sehr freundlich und stets gut erreichbar. In diesem Frühjahr gab es keine Gelegenheit sie zu einem Notfall zu rufen, weil im SBA-Gebiet nur wenige Fangstellen gefunden wurden. Stattdessen hat es in drei Nächten gemeinsame Patrouillen gegeben, bei denen Komitee-Mitglieder und Polizisten nach illegalen elektronischen Lockanlagen und Netz-Fangstellen gesucht haben.
Während zwei dieser Einsätze wurden mehrere Fangstellen festgestellt. Leider ließen die Beamten jeden erkennbaren Willen vermissen, der Täter habhaft zu werden. Weder wollten sie einen Ansitz organisieren, um die Wilderer in flagranti zu stellen, noch versuchten sie, die zum Teil anwesenden Vogelfänger durch eine entsprechend umsichtige Vorgehensweise zu überführen (siehe 8.4).

Lokale Polizei

Kuckuck in FangnetzKuckuck in FangnetzDie lokale Polizei erklärt sich in Bezug auf die Wilderei für nicht zuständig. Sie verweist auf den Anti-Poaching-Squad (APS), der sich schwerpunktmäßig mit Mufflons beschäftigt und auf den Game Fund, der in der Mehrzahl der Fälle nachweislich nicht tätig wird. APS und Game Fund ihrerseits raten davon ab, die lokale Polizei zu involvieren, weil die Beamten zu sehr in die lokale Tradition und Bevölkerung eingebunden sein könnten.
Die lokale Polizei im Hauptfanggebiet (Paralimni) wurde deswegen nur aus Sicherheitsgründen oder im Notfall kontaktiert. In jedem Fall war die Leistung der Polizei nicht zufrieden stellend:

In einem Fall wurde die Polizei informiert, weil ein Wilderer am Rand der Hauptstraße des Ortes ein Netz aufstellte und weder Game Fund noch APS verfügbar waren. Die Polizei erklärte, keine Zeit zu haben. Der Täter entkam.
Weil die anderen zuständigen Dienststellen keine Zeit hatten, wurde die lokale Polizei zu einem Garten geführt, in dem Leimruten ausgelegt waren und eine elektronische Lockanlage lief. Der eingesetzte Beamte verhinderte durch sein ausgesprochen ungeschicktes Verhalten die Strafverfolgung des Täters und bedrohte sogar die Vogelschützer (siehe 8.5).
Am Ende des Einsatzes begleitete eine Polizeistreife ein Komitee-Team beim Abbau von Leimruten und Netzen, an denen keine Aktionen von Game Fund oder APS stattgefunden hatten. Die Beamten waren freundlich, waren aber nicht willens, die Personalien eines an einer Fangstelle angetroffenen Wilderers aufzunehmen oder ihn auf Fanggeräte zu durchsuchen.

5.4 Offizielle Angaben der Regierung

Nach offiziellen Angaben der Regierung Zyperns haben die Behörden in den Jahren 2004 bis 2010 jährlich durchschnittlich 100 Fälle von Wilderei vor Gericht gebracht und dabei insgesamt 1.073 Personen angeklagt. Im Schnitt wurden demnach jährlich 434 Netze, 904 Leimruten und 97 elektronische Lockgeräte sichergestellt.
Sollten diese Zahlen stimmen, haben die Behörden zumindest während der Abwesenheit von Komitee-Teams eine erfreulich gute Arbeit gemacht. Warum dies im Rahmen des Komitee-Vogelschutzcamps während der Haupt-Zugzeit im Haupt-Fanggebiet im Frühling 2011 nicht möglich gewesen ist, ist unklar. Unsere Beobachtungen von der praktischen Polizeiarbeit vor Ort müssen jedenfalls Zweifel an diesen Zahlen aufkommen lassen.

Ersichtlich wird aber auf jeden Fall, dass das Problem der Leimruten seitens der Behörden nicht ernst genommen wird. Stimmen die oben genannten Zahlen der Regierung, so haben Hunderte Beamte der drei zuständigen Behörden während einer insgesamt etwa sechs-monatigen Fangzeit nur 900 Leimruten eingesammelt. Wenn dagegen - wie in diesem Jahr - 13 ehrenamtliche Vogelschützer binnen 12 Tagen mehr als 3.300 der Fallen ausfindig machen können, besteht hier eine deutliche und von den Behörden selbst eingestandene Schieflage.

6. Sicherheit

Das Scheitern der Behörden bei ihrer Arbeit gegen die Wilderei wird deutlich, wenn man das Verhalten der Vogelfänger betrachtet.

Von einer Leimrute geretteter Wendehals. Im Hintergrund zum Trocknen ausgelegte Klebfallen.Von einer Leimrute geretteter Wendehals. Im Hintergrund zum Trocknen ausgelegte Klebfallen.Viele Wilderer auf Zypern arbeiten professionell und haben mafiöse Strukturen aufgebaut. Weil sie keine nennenswerten Repres-salien befürchten müssen und zugleich mit den gefangenen Vögeln in erheblichem Umfang gewinnbringend Handel treiben, ist die Gewaltbereitschaft hoch. Während Wilderer überall sonst in Europa Vorsicht walten lassen und stets auf der Hut sind, sind zypriotische Vogelfänger bemerkenswert selbstbewusst. Selbst wenn die Täter von Komitee-Mitarbeitern zufällig in flagranti erwischt werden, ziehen sie sich nicht zurück, sondern werden aggressiv und machen deutlich, dass sie für sich das Recht in Anspruch nehmen, Singvögel illegal zu fangen. Ihnen fehlt jedes Unrechtsbewusstsein.

Die Täter verfügen über ein Netzwerk von vermutlich bezahlten Wachen, die die Umgebung der Fangstellen kontrollieren und mit Funkgeräten und Mobiltelefonen zeitnah die Wilderer informieren können. In manchen Fällen erreichen die Täter oder ihre Helfer bereits wenige Minuten nach dem Eintreffen der Vogelschützer mit Geländewagen und Motorrädern die betroffenen Fangstellen und gehen aggressiv gegen die Komitee-Mitglieder vor. Nicht selten werden Komitee-Mitarbeiter verfolgt – auch auf öffentlichen Straßen – beschimpft und bedroht. Fangplätze professioneller Wilderer sind insbesondere in der Nachtzeit mit bewaffneten Wachen versehen.

Im Frühling 2010 wurde ein Komitee-Team von drei Wilderern angegriffen, 2 italienische Mitarbeiter wurden mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Um weitere Zwischenfälle zu vermeiden, wurden für das Jahr 2011 Vorsichtmaßnahmen getroffen. Zum einen wurde die Größe der Teams von früher durchschnittlich drei auf jetzt vier bis fünf Aktivisten erhöht, zum anderen war die Polizei stets über die Einsatzorte informiert, um gegebenenfalls schnel-ler eingreifen zu können.

Die Kooperation mit den Behörden war auch in Fragen der Sicherheit nur mäßig erfolgreich. Eine echte Begleitung unserer Teams durch Beamte hat es nur im britisch verwalteten Gebiet gegeben. In der Republik Zypern waren die ehrenamtlichen Vogelschützer wie in den Vorjahren auf sich selbst gestellt. An einem einzigen Tag gab es die Verabredung mit Jagdaufsehern des Game Fund, sich in unmittelbarer Nähe zu einem als hochgefährlich einge-stuften Fangbereichs zu postieren, um dem dort eingesetzten Komitee-Team notfalls schnell zu Hilfe kommen zu können. Es gab zum Glück keine Zwischenfälle. Als sich aber das Team mit den „in unmittelbarer Nähe“ wartenden Beamten treffen wollte, stellte sich heraus, dass diese 10 km weiter südlich zu Fuß im Gelände unterwegs waren und in einem Notfall mehr als 15 Minuten bis zum Einsatzort gebraucht hätten!

Es wurde deutlich, dass nur in die Teams eingebettete Polizisten, die die Vogelschützer täglich begleiten, deren Sicherheit wirklich gewährleisten können.

7. Amateure und Profis unter den Vogelfängern

Klappergrasmücke auf LeimruteKlappergrasmücke auf LeimruteDie zypriotischen Behörden betrachten den Vogelfang mit Leimruten vielfach als Kavaliersdelikt. Ab einer willkürlich festgelegten Grenze von 100 Leimruten oder aber 3 Fangnetzen werden die Täter als „Profis“ eingeschätzt und rücken damit mehr in das Augenmerk der Ermittler. Diese Einschätzung wird vom Komitee gegen den Vogelmord unter mehreren Gesichtpunkten als kritisch betrachtet.

Fast jeder Fänger hat deutliche jahres- und tageszeitliche Aktivitätsmuster. Die Anzahl der von den Wilderern ausgebrachten Fallen oder installierten Netzen schwankt daher auffällig stark. An einer Fangstelle, die morgens noch 120 Leimruten aufweist und damit als „professionell“ eingestuft worden wäre, können am Abend nur noch 20 der Fallen stehen. Es ist deswegen nicht möglich, von der Anzahl der Leimruten auf die Professionalität des Täters zu schließen.
Von diesen Überlegungen unabhängig stellen die vermeintlichen „Amateure“ die deutliche Mehrzahl der Fallen auf. Im Frühjahr 2011 müssen 92 % aller von uns gefundenen Fang-stellen als „nicht professionell“ eingestuft werden, weil hier jeweils deutlich weniger als 100 Leimruten gefunden wurden. Allerdings fanden sich an diesen Fangstellen 74,6 % aller insgesamt gefundenen Fallen!

Wenn sich die Behörden also vornehmlich den nach bisheriger Lesart als „Profis“ einge-stuften Wilderer annehmen, betrifft dies nur ein Viertel der ausgelegten Leimruten. Die überwiegende Mehrzahl der als „Amateure“ eingestuften Wilderer, die drei Viertel der Fallen aufstellen, bleiben bei dieser Vorgehensweise unbehelligt. So kann der flächendeckenden Wilderei auf Zypern nicht einhalten geboten werden.

8. Erwähnenswerte Zwischenfälle

Die hier kurz beschriebenen vier von insgesamt 85 Fälle sollen exemplarisch aufzeigen, wie sich die aktuelle Situation auf Zypern darstellt.

8.1 Agias Trias, 13.04. – 17.04.2011 (betroffene Behörde: Game Fund)

Am 13.04. fand ein Komiteeteam in einem nicht eingezäunten Garten 40 Leimruten. Weil der Vogelfänger unser Team gesehen hatte, wurden die Fallen abgebaut. Am Tag darauf (14.04.) hatte der Mann an gleicher Stelle erneut 40 Leimruten aufgestellt. Der umgehend informierte Game Fund legte sich am Morgen des 16.04. auf die Lauer und erwischte den Täter in flagranti. Der Mann wurde allerdings nicht angezeigt, sondern erhielt als „Amateur“ lediglich eine mündliche Verwarnung.
Am Abend des gleichen Tages (16.04.) hat ein Komitee-Team den Garten erneut kontrolliert und fand 57 Leimruten, am Tag darauf (17.04.) waren es sogar 84. Weil der Game Fund telefonisch nicht erreichbar war, wurden die Fallen eingesammelt – zum dritten Mal innerhalb von 5 Tagen!

8.2 Agioi Anargyoi: 13.04. – 15.04.2011 (betroffene Behörde: Game Fund)

Am 13.04. beobachtete ein Komitee-Team um 18 Uhr einen Mann und eine Frau, die Vögel von Leimruten absammelten. Ein Geländefahrzeug war in der Nähe geparkt. Später zählten die Vogelschützer 100 Leimruten – also eine „professionelle“ Installation. Die Information wurde mitsamt Autonummernschild dem Game Fund übermittelt. Am 15.04. meldeten die Beamten, sie hätten einen Ansitz gemacht, es wäre aber niemand erschienen. Sie hätten die Leimruten stehen lassen und würden sich erneut auf die Lauer legen. Am selben Tag besuchte ein Komitee-Team erneut die Stelle und fand gegen 18 Uhr den bekannten Geländewagen an gleichem Ort geparkt und sahen, wie der selbe Mann seine Fallen kontrollierte. Von den Beamten des Game Fund gab es keine Spur. Sie wurden umgehend informiert und erreichten tatsächlich nach 30 Minuten die Fangstelle und konnten den Mann überführen, 100 Leimruten wurden sichergestellt.
Das Komitee hatte den Game Fund mit der genauen Lagebeschreibung einer professionellen Fangstelle, dem Fahrzeug-Nummernschild des Wilderers und der exakten Uhrzeit der zu erwartenden Tat versorgt. Warum die Beamten trotz dieser perfekten Vorlage nicht zur rechten Zeit am rechten Ort waren, ist nicht nachvollziehbar.

8.3 Agias Mamas, 16.04. – 24.04.2011 (betroffene Behörde: Anti-Poaching-Squad, APS)

An einer der größten uns bekannten Fangstellen fand ein Komitee-Team am 16. April 180 Leimruten. Weil der Wilderer professionell arbeitet und als einer der wichtigsten Kriminellen im gesamten Fanggebiet einzuschätzen ist, wurde der APS informiert. Am Folgetag (17.04.) wurden zwei Beamte im Morgengrauen zu den Fallen geführt und legten sich auf die Lauer. Schon nach 3 Stunden brachen sie den Einsatz mit der Begründung ab, der Wilderer würde nicht mehr kommen. Sie bauten die 180 Leimruten ab. Sechs Tage später (24.04.) kontrollierte ein anderes Komitee-Team diese Fangstelle und fand erneut 171 Leimruten!
Es wäre zu erwarten gewesen, dass die Beamten an dieser bedeutenden Stelle den gesamten Tag gewartet hätten und sich für den Fall, dass der Täter wirklich nicht erschienen wäre, am Folgetag wieder auf die Lauer legen. Die Polizisten haben zweifellos den Einsatz zu früh abgebrochen und damit ohne jede Not darauf verzichtet, einen der professionellsten Wilderer der ganzen Region zu überführen.

8.4 Agios Nicholaos, 21.04.2011 (betroffene Behörde: SBA-Polizei)

Gartenrotschwanz - der Vogel des Jahres 2011 - wird von einer Leimrute befreitGartenrotschwanz - der Vogel des Jahres 2011 - wird von einer Leimrute befreitWährend einer gemeinsamen, nächtlichen Patrouille zwischen Komitee und SBA-Polizei auf dem britisch verwalteten Militärgelände „Sovereign Base Area“ wurde gegen 4 Uhr morgens eine professionelle Fangstelle mit 4 Netzen und einem laufenden elektronischen Lockgerät gefunden. Die Beamten waren zwar ausgesprochen nett und hilfsbereit, wollten aber keinen Ansitz durchführen, um den Täter zu überführen. Vogelschützer und Polizisten begannen deswegen, die in den Netzen befindlichen Vögel zu befreien. Nach kurzer Zeit fuhr ein Fahrzeug an der Fangstelle vor. Offenbar hatte der Wilderer die Aktion in seiner Olivenplantage bemerkt.
Anstatt die Gelegenheit zu nutzen und zu versuchen, den Mann irgendwie zu stellen, wurden die Beamten nervös und wiesen die Vogelschützer an, die Freilassung der Tiere abzubrechen, die Netze mitsamt den restlichen darin befindlichen Vögeln mitzunehmen und die Fangstelle schnellstmöglich zu verlassen. Fast fluchtartig entfernten sich Polizisten und Vogelschützer von der Fangstelle.
Auf der Rückfahrt zur Wache wurde das Polizeifahrzeug und der Mietwagen des Komitees über 15 Minuten lang von dem mutmaßlichen Wilderer verfolgt. Er brach die Verfolgung erst ab, als die Polizeiwache erreicht war.

8.5 Protaras, 16.04.2011 (betroffene Behörde: lokale Polizei)

Am 16.04. entdeckte ein Komitee-Team in einem eingezäunten Garten 24 Leimruten und einen elektronischen Lockvogel. Da weder APS noch Game Fund Zeit für einen Einsatz hatten, wurde die lokale Polizei von Paralimni gerufen. Ein Streifenwagen traf schnell ein. Als sich der Beamte den Sachverhalt erklären ließ, erschien der Wilderer und baute vor den Augen des Polizisten das laufende Tonband ab. Der Beamte reagierte nicht, obwohl das Geschehen nur 15 Meter entfernt stattfand. Stattdessen wurde er unfreundlich und schickte die Vogelschützer zwecks (angeblicher) Ermittlungsarbeit weg.
Wenig später wurde bekannt, dass der Beamte nur 5 Leimruten gefunden habe und es kein Lockgerät geben hätte. Nach einer telefonischen Beschwerde beim Polizeichef wurden die Komitee-Mitglieder gebeten, auf der Wache eine Aussage zu machen. In der Polizeistation wartete bereits der unfreundliche Polizist vom zuvor stattgefundenen Einsatz und verwei-gerte die Aufnahme eines Protokolls. Er fing an zu schreien, bedrohte die vier anwesenden Komitee-Mitglieder und schickte sie aus der Station. Der wiederum von uns informierte Polizeichef rief den betroffenen Beamten an und wies ihn zurecht. Anstatt nun die Anzeige aufzunehmen, verließ er brüllend die Polizeistation. Ein anderer Kollege übernahm die Aufgabe. Eine Stunde später kehrte der unfreundliche Polizist zurück, bedrohte erneut einen Komitee-Mitarbeiter („Ich schlag Dir den Schädel ein”) und warf die 5 im Garten sicherge-stellten Leimruten mit voller Wucht gegen eine Wand der Polizeistation, wo sie neben dem Bild des zypriotischen Präsidenten kleben blieben.
Als die Anzeige endlich aufgenommen war, verweigerten die Beamten trotz eindeutiger Vorschriften die Herausgabe einer Kopie der Aussage.

9. Vorschläge für die zukünftige Arbeit der Behörden

Wenn die Behörden künftig wirklich gezielt gegen die Wilderei auf Zypern vorgehen wollen, müssen sie sehr viel professioneller und mit mehr Hingabe, Zeit und Energie als bislang agieren. Aus den Erfahrungen der vielfältigen Kontakte im Frühling 2011 kristallisieren sich folgende Vorschläge als besonders wichtig heraus:

  • Eingebettete Polizisten: In jedes Teams ehrenamtlicher Vogelschützer sollte künftig mindes-tens ein Polizist eingebettet sein. Das garantiert nicht nur die Sicherheit der Aktivisten, sondern steigert auch die Möglichkeit, Vogelfänger in flagranti zu überführen.
  • Ansitze als höchste Priorität: Die Behörden sollten dafür sorgen, dass Vogelfänger wirklich an Ort und Stelle überführt werden. Wegen der tageweise unterschiedlichen Aktivität der Fänger sollte der Ansitz noch am Tag des Fundes der Fangstelle – also umgehend – beginnen.
  • Beamte in Zivil: Die Polizisten sollten ausschließlich Zivilfahrzeuge benutzen und dürfen nicht uniformiert auftreten.
  • Mehr Vorsicht im Gelände: Die Beamten sollten im Gelände sehr viel vorsichtiger und ruhiger agieren. Lautes Reden, das Schlagen von Autotüren, das Parken im direkten Umfeld eines Tatortes und die Benutzung von Taschenlampen während der Nacht sollten möglichst unterbleiben.
  • Weniger Fahren, mehr Gehen: Die Beamten sollten mehr das Fahrzeug stehen lassen und sich zu Fuß ins Gelände bewegen. Die meisten Fangstellen kann man nicht ungesehen mit dem Auto erreichen.
  • Ständige Kontrollen: Die Anwesenheit von 3 bis 4 Polizeipatrouillen sollte im gesamten Fanggebiet und während der gesamten Fangzeit gewährleistet sein.
  • Mehr Augenmerk auf Leimruten: Leimruten dürfen nicht länger als Kavaliersdelikt angesehen werden. Die Arbeit gegen diese Fangmethode sollte mit hoher Priorität angegangen werden.
  • Jagdscheinentzug: Jäger, die beim Verwenden von Fallen oder Netzen erwischt werden, sollten ihren Jagdschein verlieren.
  • Aktionen während der gesamten Fangzeit: Einsätze gegen die Wilderei sollten bereits zu Beginn der Fangsaison stattfinden – nicht wie bislang vorrangig am Ende der Saison, wenn es die Fängern nicht mehr wesentlich stört.

10. Partner-Organisationen

Im Rahmen unserer aktuellen Arbeit auf Zypern stehen wir mit folgenden Partnerorganisationen in Kontakt:

Friends of the Earth (FoE) Cyprus

FoE Cyprus ist unser wichtigster Partner auf Zypern. Sie sind in die Planung und Nachbereitung der Aktionen ebenso eingebunden wie in die praktische Arbeit vor Ort. Mitarbeiter von FoE Cyprus sind bei allen Terminen und Absprachen mit Behörden und Ministerien eingebunden und unterstützen unsere Kampagnen und Aktionen durch ihre Kenntnisse der lokalen Begebenheiten und der Sprache.

Terra Cypria

Terra Cypria ist als einflussreicher und weithin anerkannter Naturschutzverband ein bedeutender Partner, der die Akzeptanz unserer Arbeit auf Zypern fördert und stets mit Rat zur Verfügung steht. Neben Presseerklärungen wurden auch schon Protestkampagnen in Kooperation mit Terra Cypria durchgeführt und Behörden gemeinsam auf aktuelle Probleme im Zugvogelschutz aufmerksam gemacht.

BirdLife Cyprus

Birdlife Cyprus wird regelmäßig über die Kampagnen und Operationen des Komitees gegen den Vogelmord informiert. Es gibt nicht nur einen Datenaustausch über aufgefundene Fangplätze, sondern auch über aktuelle Entwicklungen und neue Erkenntnisse. Wenn sich auch manche Methoden und Vorgehensweisen von Birdlife und dem Komitee gegen den Vogelmord unterscheiden, wäre eine engere Kooperation erstrebenswert.

Migratory Bird Conservation in Cyprus (MBCC)

Mit dem vor allem im Bereich um das Cape Greco tätigen Gruppe MBCC stehen wir in regelmäßigem Kontakt, tauschen Informationen über Fangstellen und die Behördentätigkeit aus und helfen bei der Suche nach ehrenamtlichen Mitarbeitern. Die Leiterin vom MBCC verfügt über die langjährigsten Erfahrungen über den Vogelfang auf Zypern und ist deshalb eine unserer wichtigsten Ansprechpartnerinnen unter den auf Zypern tätigen Organisationen.

11. Ausblick auf die kommenden Aktionen

Gerettet: Das Gefieder dieses Kuckucks wird von Leim gesäubertGerettet: Das Gefieder dieses Kuckucks wird von Leim gesäubertDas Komitee gegen den Vogelmord wird auch im Herbst 2011 und im Frühling 2012 gemeinsam mit seinem Partner FoE Cyprus Vogelschutzcamps auf der Insel Zypern durchführen. Da die Kooperation mit den Behörden erfahrungsgemäß der einzige Erfolg versprechende eg bei einer ernsthaften Arbeit gegen die Wilderei darstellt, wird sie auch weiterhin vom Komitee gegen den Vogelmord angestrebt.

In diesem Jahr hat sich gezeigt, dass die Behörden auf Zypern zu einer Kooperation bereit sind. Leider klafft zwischen dieser erklärten Bereitschaft und den Resultaten der polizeilichen Ermittlungsarbeit vor Ort eine unübersehbare Lücke. Die vor Ort eingesetzten Beamten verfügen über alle nötigen Kenntnisse und wären sicherlich in der Lage, erfolgreich gegen die Wilderei vorzugehen. Es ist offensichtlich geworden, dass entgegen allen Beteuerungen der politische Wille für ein konsequentes Vorgehen gegen die Wilderei fehlt. Hier sind die zuständigen Ministerien gefragt, Farbe zu bekennen.

12. Kosten der Aktion

Die Gesamtkosten des Frühlings-Vogelschutzcamps 2011 betragen knapp 13.000 €. Die Fahrtkosten der Teilnehmer, die Kosten für die Vorbesprechung und für Unterkunft, Ausrüstung und Telefongebühren in Höhe von rund 8.800 € werden maßgeblich von der Stiftung Pro Artenvielfalt (Bielefeld) getragen.

Alexander Heyd, Mai 2011

Komitee gegen den Vogelmord e.V.
An der Ziegelei 8
53127 Bonn
a.heyd (at) komitee.de
www.komitee.de

Englische Version

Die in Teilbereichen etwas unterschiedliche englische Version des Berichtes, wie sie auch der EU-Kommission und die Behörden auf Zypern übersandt wurde, finden Sie auf unserer englischsprachen Seite - klicken Sie hier »»

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