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Komitee-Libanoneinsatz September 2018

Im September 2018 findet das dritte Vogelschutzcamp des Komitees gegen den Vogelmord im Libanon statt. Schwerpunkt liegt auf der Arbeit gegen die illegale Vogeljagd im Libanon-Gebirge östlich von Beirut - einem der Brennpunkte der Greifvogeljagd auf dem Zugweg von Europa nach Ostafrika. Mit täglichen Kontrollen und Polizeieinsätzen wollen wir hier für eine Beruhigung der außer Kontrolle geratenen Jagd beitragen.

Hier veröffentlichen wir Videos vom Einsatz im September 2018:

Schwalbenjagd im Libanon (03.10.2018)

Das traurige Schicksal der Schwalben im Libanon. Das Schießen von durchziehenden Schwalben, Seglern und Bienenfressern ist im Mittleren Osten ein weit verbreiteter Volkssport, dem jedes Jahr Millionen Vögel zum Opfer fallen. Unser Video zeigt das schreckliche Ausmaß dieses Massakers, bewegend kommentiert von unserem Teammitglied Geraldine Attard aus Frankreich.

Wespenbussard "Claudine" fliegt wieder (24.09.2018)

Wespenbussard "Claudine" flieg wieder: In der letzten Woche haben wir zahlreiche angeschossene Greifvögel im Libanon-Gebirge gefunden. Nur einer der Tiere hat überlebt - es war zum Glück nur leicht verletzt und konnte schnell gesund gepflegt werden. Wir haben den Vogel "Claudine" genannt, nach der Tochter des libanesischen Staatspräsidenten, Claudine Aoun Roukoz, die unsere Aktionen für einen besseren Zugvogelschutz kräftig unterstütz. "Claudine" konnte nun in einer ruhigen Gegend des Zedernstaates freigelassen werden und ist jetzt - hoffentlich - auf dem Weg nach Afrika. Guten Flug!

Aktion gegen den Singvogelfang in Baalbek/Libanon (21.09.2018)

Im Norden der Bekaa-Ebene - unmittelbar an der Grenze zu Syrien - liegt einer der Schwerpunkte des Vogelfangs im "Zedernstaat". Das Komitee gegen den Vogelmord ist hier das erste Mal aktiv gewesen und konnte gleich einen Schlag gegen den Vogelfang verzeichnen: Am Stadtrand von Baalbek konnten wir zusammen mit der Polizei einen Vogelfänger mit 17 Fangnetzen (Gesamtlänge 300 Meter!) erwischen. Mehrere Maskenwürger und ein Kurzfangsperber konnten befreit werden. Hier ist unser Video zu dem Fall:

Schlag gegen die Wilderei im Libanon (18.09.2018)

Erstmals konnte ein Team des Komitees gegen den Vogelmord Greifvogeljäger auf frischer Tat verhaften lassen. Bei Raachine hatten die Vogelschützer zwei Wilderer beim Abschuss von 2 Wespenbussarden und 3 Kurzfangsperbern beobachtet und gefilmt. Die umgehend gerufene Polizei konnte die beiden Täter nach einer Verfolgungsjagd stellen - Waffen, Munition und geschossene Vögel wurden sichergestellt. Der Aufgriff ist besonders wichtig, zeigt er den Jägern in einem der Brennpunkte der Wilderei im Libanon ganz klar, dass die Zeiten sich geändert haben!

Libanon: Hilfe für angeschossene Wespenbussarde (15.09.2018)

Ein weiterer Tag im Libanon - und wieder angeschossene und verletzte Wespenbussarde: In den Bergen bei Keserwan haben Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord und seines lokalen Partners SPNL bei Beduinen einen schwer verletzten Vogel gefunden, der angebunden an einer Gemüsekiste vor sich hinvegetierte. Leider konnten wir ihm nicht mehr helfen. Einen anderen Bussard fanden wir in einem Jagdgebiet - er wurde zu einem Wildtierauffangzentrum gebracht und hat reelle Chancen zu überleben. Der Bestand des Wespenbussards ist in den letzten 35 Jahren um ein Viertel eingebrochen - hier im Libanon werden in den Brennpunkten der Wilderei jedes Jahr abertausende illegal geschossen.

Wespenbussard-Massaker am Mount Libanon - aktuelles Komitee-Video (13.09.2018)

Das Komitee gegen den Vogelmord ist zurück im Libanon. Bereits in den ersten Tagen unseres diesjährigen Herbst-Einsatzes im Nahen Osten sind unsere Teams von dem Blutbad, dessen Zeugen sie täglich werden, überwältigt. Jeden Tag finden unsere Mitglieder zusammen mir´t Mitarbeitern unseres Partners SPNL in den Brennpunkten der Wilderei am Mount Libanon hunderte tote oder verletzte geschützte Tiere, von Singvögeln über Bienenfressern bis hin zu Greifvögeln. Die große Mehrheit der Tiere scheint dabei lediglich lebende Schießscheiben zu sein. Einige Vögel wurden fachgerecht zerlegt, Brustfleisch und Schenkel für den Verzehr mitgenommen, die Reste achtlos in der Landschaft liegen gelassen. Das folgende Video zeigt erste Eindrücke von der ausufernden Jagd auf die hochgradig bedrohten Wespenbussarde in den Bergen östlich von Beirut. Fortsetzung folgt ...