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Komitee-Einsatz im Zedernstaat

Die illegale Jagd im Libanon kostet jedes Jahr Millionen von Zugvögeln das Leben. Die vom Komitee in den letzten Jahren veröffentlichten Bilder libanesischer Jäger, die vor hunderten frisch getöteten Störchen, Pirolen oder Adlern posieren, haben dem Land längst den Ruf eines „schwarzen Loches“ für gefährdete Zugvögel eingebracht.

Mit diesem „Krieg gegen die Natur“, so der libanesische Präsident Michel Aoun, soll es nun vorbei sein. In einer vielbeachteten Rede zum Schutz der Umwelt im April 2017 forderte der Präsident alle Behörden auf, konsequent gegen Wilderer und illegale Vogelhändler vorzugehen. Gleichzeitig kündigte er ein neues Jagdgesetz an, das ähnlich umfassende Tötungs- und Fangverbote für geschützte Arten enthält wie die EU-Vogelschutzrichtlinie.

Erstes Vogelschutzcamp im Nahen Osten

Um die libanesische Regierung im Kampf gegen die Wilderei zu unterstützen, werden das Komitee gegen den Vogelmord und die Society for the Protection of Nature in the Lebanon (SPNL) im September 2017 erstmals ein Vogelschutzcamp im Zedernstaat organisieren. Der Einsatz trägt den Namen „Operation Safe Haven“ und wird während des Höhepunktes des Durchzugs der Weißstörche vom 1. bis zum 15. September durchgeführt. Unterstützt von einheimischen Vogelschützern werden sechs Komitee-Experten aus Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien und der Türkei bekannte Zentren der Wilderei überwachen und alle Abschüsse geschützter Arten dokumentieren und an die Polizei melden.

Vorbild für den Einsatz im Zedernstaat sind die erfolgreichen Aktionen des Komitees auf Malta, durch die die Wilderei in den letzten 15 Jahren stark zurückgedrängt werden konnte. Um die Sicherheit der Teilnehmer, insbesondere im Grenzgebiet zu Syrien, zu gewährleisten, werden unsere Teams von lokalen Sicherheitskräften begleitet. Die gesamte Aktion erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium in Beirut und wird vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) sowie der Bonner Konvention zum Schutz wandernder Tierarten (CMS) unterstützt.