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Komitee-Libanoneinsatz März 2018

Im März 2018 ist ein Team des Komitees gegen den Vogelmord zusammen mit seinen Partnerverband Society for the Protection of Nature in Lebanon (SPNL) und Mitarbeitern vom Middle East Sustainable Hunting Center im Libanon im Einsatz. Ziel der Aktion ist die Überwachung des Frühlingsjagdverbots im "Zedernstaat" und die Planung des größeren Herbsteinsatzes. Die Aktivisten kommen aus dem Libanon, der Türkei und Deutschland.

Im Laufe des Einsatzes sind zwei Videos entstanden:

Tiefgefrorene Grasmücken in einem Supermarkt in Chtoura, 24.3.18

Der Handel mit tiefgefrorenen Singvögeln ist im Libanon ein großes Geschäft – die Tiere sind begehrte Delikatessen. Der Verkauf von Mönchsgrasmücken ist weit verbreitet, obwohl der Vogelfang verboten ist und die Art unter Naturschutz steht. Gestern hat ein Komitee-Team im „Ghazale Superstore“ in Chtoura (Bekaa valley) 600 tiefgefrorene Mönchsgasmücken im Angebot gefunden. Unserer Schätzung zufolge werden jedes Jahr mehrere Hunderttausend Grasmücken und andere geschützte Singvögel im Libanon illegal verkauft, die meisten von ihnen mit Leimruten gefangen.

Schwalbenmassaker Al Naameh, 27.3.18

Ein Team des Komitees gegen den Vogelmord hat in Al Naameh, nur 10 km vom Beiruter Flughafen entfernt, eine Gruppe Jäger bei der Schwalbenjagd erwischt. Während unser Team versteckt auf die sofort gerufene Polizei wartete, gaben die Täter – darunter mehrere Kinder – hunderte Schüsse auf die Zugvögel ab. Dabei haben sie gleich eine ganze Latte von Gesetzesverstößen begangen: Schwalben stehen unter Naturschutz, die Jagd im Frühling ist streng untersagt, Kinder dürfen nicht mit Waffen hantieren und an dieser Stelle ist die Jagd zudem verboten. Als die Polizei eintraf, flüchteten die meisten Jäger, einer wurde verhaftet.