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Argentinien verbietet Jagd auf Gänse

Jagdtouristen müssen zuhause bleiben

Pressemeldung vom 23.05.2009

Buenos Aires. Riesenerfolg für den Zugvogelschutz in Amerika: Nach internationalen Protesten gegen den Abschuss bedrohter Wildgänse in Argentinien hat die Regierung in Buenos Aires die Jagd auf alle Gänsearten mit sofortiger Wirkung verboten. Grund für das Verbot war das verantwortungslose Verhalten ausländischer Jagdgäste, die seit Jahren immer wieder in Naturschutzgebiete eingedrungen waren und dabei geschützte Vogelarten erlegt hatten.

Jagdtouristen in ArgentinienJagdtouristen in ArgentinienGewinner der Entscheidung sind vor allem in Argentinien überwinternde Magellan- und Rotkopfgänse, die in ihren nordamerikanischen Brutgebieten als stark gefährdet gelten und auf der Abschussliste der Jagdtouristen bisher ganz oben standen. Komiteepräsident Heinz Schwarze begrüßte das Verbot und forderte eine strenge Überwachung, insbesondere in Schutzgebieten. „Diese Entscheidung ist richtungsweisend und rettet jedes Jahr Zehntausenden Tieren das Leben“, so der Ornithologe.

Vorausgegangen war der Entscheidung eine Kampagne des Komitees gegen den Vogelmord, des Verbandes Aves Argentinas und anderer Organisationen. Zuletzt hatte das Komitee anlässlich der Eröffnung der Dortmunder Messe „Jagd und Hund“ kritisiert, dass sich auch zahlreiche deutsche Firmen an dem blutigen Geschäft mit dem Abschuss von Zugvögeln in Südamerika beteiligen. So warb z.B. die Firma Westfalia Jagdreisen noch bis vor kurzem mit folgendem Satz: „Es gibt kaum einen anderen Ort auf Erden, an dem eine so große Federwildstrecke wie hier erzielt werden kann“ und „Flugwildjäger aus der ganzen Welt kommen nach Argentinien, um endlich aus dem Vollen zu schöpfen“. Ausgeschmückt wurden die Angebote mit Fotos von Kunden, die sich vor ihrer Tagesbeute, teilweise meterhohe Berge mit Hunderten geschossenen Vögeln, ablichten ließen.

Leider bieten einige Firmen trotz des Verbotes immer noch Gänsejagden in Argentinien an. So garantiert z.B. die Firma Ninaus Jagdreisen GmbH ihren jagenden Kunden im Internet eine „Tagestrecke pro Jäger: 200 - 300 Stück“, man verspricht „mindestens 500 Schussmöglichkeiten“. Der Preis für eine 5tägige Jagtour liegt bei 1800,00 Euro. Das Komitee wird die entsprechenden Firmen in den nächsten Tagen anschreiben und ein sofortiges Ende der Angebote verlangen. „Wer das Angebot nicht sofort löscht, wird von uns wegen Betrug angezeigt“, droht Schwarze.

V.i.S.d.P.: Axel Hirschfeld, Komitee gegen den Vogelmord, Auf dem Dransdorfer Berg 98, 53121 Bonn