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Jagd und Vogelfang in Bulgarien

Die Wilderei auf Wasservögel - hier ein geschossener Rosapelikan - ist ein weit verbreites Problem in BulgarienDie Wilderei auf Wasservögel - hier ein geschossener Rosapelikan - ist ein weit verbreites Problem in BulgarienIn Bulgarien sind 37 Tierarten jagdbar, darunter 22 Vögel. Waldschnepfen, Bekassinen, Wachteln und Turteltauben dürfen geschossen werden - Singvögel sind mit Auasnahme des Stars geschützt. Bei den Säugetieren wurden den bulgarischen Jägern allerdings erhebliche Zugeständnisse gemacht: Wölfe, Bären, Schakale und sogar die gefährdeten Wildkatzen stehen auf der Abschußliste.
Das Problem in dem Balkanland, dass seit dem Jahr 2004 Mitglied der Europäischen Union ist, liegt beim Jagdtourismus: Der Staat verkauft Abschusslizenzen für ausländische Gastjäger und verdient gut daran. Besonders teuer sind natürlich die begehrten Trophäenträger wie Hirsche, Wildschweine und Gemsen, aber auch die seltenen Raubtiere werden gnadenlos verhökert: Der Abschuss eines Wolfes kostet 410 Euro, eine Wildkatze gibt es schon für 105 Euro. Für einen der letzten Europäischen Braunbären muss man allerdings zwischen 3.835 und 9.235 Euro auf den Tisch legen – dazu kommen noch Unterkunft, Gebühren für den Jagdbegleiter, Anfahrt und Verpflegung.

Wer so viel Geld nicht hat, dem bietet der bulgarische Staat die europäische Zugvogelwelt zu Schleuderpreisen: Gänse und Waldschnepfen gibt´s für 25 Euro, Enten für 6 Euro und die europaweit gefährdeten Turteltauben und Wachteln kann man schon für 5 Euro vom Himmel hohlen. Stare, Blässhühner und Rabenvögel werden für 1 Euro das „Stück“ verschleudert – Hauptsache die Staatskasse klingelt!

Polizei bei der Kontrolle illegaler SingvogelhändlerPolizei bei der Kontrolle illegaler SingvogelhändlerWeit verbreitet - wenn auch illegal - ist der Fang von Finken für die Käfighaltung. Hochburg der Vogelfänger ist der Südosten des Landes, wo nach Schätzungen des Komitees und seiner Partnerorganisation Green Balkans bis zu 800 Wilderer tätig sind. Angelockt durch lebende Lockvögel werden in den Ebenen um die Städte Burgas und Varna ungezählte Finkenschwärme mit Schlagnetzen und Käfigfallen gefangen. Obwohl der Fang nach bulgarischen Recht verboten ist, gelingt es der Polizei nur selten, einen Fänger in flagranti zu erwischen.

Jagdaufseher von Green Balkans haben schon vor Jahren den Kampf gegen den illegalen Vogelfang aufgenommen. Immer wieder gelingt es den Naturfreunden, Fangplätze mit Dutzenden lebenden Lockvögeln aufspüren und die Fänger an ihren Fanganlagen zu stellen. Parallel dazu werden regelmäßig Märkte und Vogelhandlungen in der Fangregion kontrolliert. In Zusammenarbeit mit der Polizei können so immer wieder Singvögel sichergestellt und freigelassen werden.

Die Aktionen unseres Partnerverbandes "Green Balkans" werden vom Komitee mit Spenden und durch Bereitstellung eines Geländefahrzeugs unterstützt.