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Tagebuch zu den Herbstaktionen 2018

Von Mitte August bis Dezember 2018 finden in Italien, Frankreich, Spanien, Serbien, auf Malta und Zypern sowie im Libanon wieder die Vogelschutzcamps des Komitees gegen den Vogelmord statt. Bei den insgesamt 13 Aktionen nehmen rund 150 ehrenamtliche Helfer aus ganz Europa teil. An dieser Stelle berichten wir regelmäßig über die Einsätze, die wir gemeinsam mit unseren Partnerverbänden vor Ort und in Absprache mit den zuständigen Behörden durchführen.

Unsere Einsätze werden vor allem über Spenden finanziert. Zudem fördern die Stiftung Pro Artenvielfalt , die Karl-Kaus-Stiftung und der Landesbund für Vogelschutz Bayern (LBV) unsere Arbeit für einen besseren Zugvogelschutz in Europa.


Gesamtergebnis Herbst 2018:

  • Eingesammelte Bogenfallen: 367
  • Eingesammelte Schlagfallen: 442
  • Eingesammelte Netze: 157
  • Eingesammelte Leimruten: 2.207
  • Eingesammelte andere Fallen: 9
  • Eingesammelte Rosshaarschlingen: 0
  • Überführte Wilderer: 88
  • letzte Aktualisierung: 05.11.2018

05.11.2018 Zypern

Aus Netzen befreite Vögel, Zypern November 2018Aus Netzen befreite Vögel, Zypern November 2018Todesfalle Winterquartier: Der Vogelzug im östlichen Mittelmeerraum ist fast abgeschlossen - nun sind es die überwinternden Vögel, auf die es Zyperns Vogelfänger abgesehen haben. Vor allem Singdrosseln und Rotkehlchen sind betroffen. Überall in Gärten und Gebüschen entlang der Küste im Südosten der Mittelmeerinsel werden die Vögel mit Netzen und Leimruten empfangen. Das Vogelschutzcamp des Komitees gegen den Vogelmord geht nun schon in seine 9. Woche - alleine in den letzten Tagen konnten unsere Teams 510 Leimruten und 15 Netze unschädlich machen, 105 Vögel wurden unversehrt befreit!


02.11.2018 Valencia (Spanien)

Stieglitz als LockvogelStieglitz als LockvogelKomitee-Vogelschutzcamp in Spanien erfolgreich abgeschlossen: Bei unserem 10tägigen Einsatz im Osten Spaniens konnten wir dem illegalen Vogelfang eine empfindlichen Schlag versetzen. Rund um Valencia wurden 6 Wilderer aufgrund unserer Hinweise von der Polizei überführt. Insgesamt konnten 4 riesige Schlagnetze, 8 Stellnetze, etwa 400 Leimruten und eine Handvoll kleiner Lebendfallen zum Drosselfang sichergestellt werden. Die Vögel werden überwiegend für den Kochtopf gefangen, zwei der Vogelfänger hatten es aber auch lebende Finken abgesehen, die als "Haustiere" auf dem Schwarzmarkt verkauft werden sollten.


01.11.2018 Brescia

Letzte Wilderer in Brescia (Norditalien) überführt: Die Polizei konnte nach dem Ende unseres großen Vogelschutzcamps noch zwei Wilderer überführen: Einer hatte 30 Schlagfallen westlich des Gardasees aufgestellt, ein anderer 10 Fangnetze mit einer Gesamtlänge von 90 Metern nördlich der Provinzhauptstadt Brescia. Beide Fangstellen waren von Mitgliedern des Komitees gegen den Vogelmord gefunden und an die Beamten gemeldet worden. Während des vierwöchigen Einsatzes in Brescia haben wir damit 46 Wilderer überführt, 392 Bogenfallen wurden sichergestellt (davon 123 nicht aufgestellte bei Hausdurchsuchungen), 109 Netze (darunter 46 bei Hausdurchsuchungen) und 279 Schlagfallen. Zudem konnten 11 Flinten, rund 170 lebende Lockvögel und etwa 2.100 tiefgefrorene Singvögel beschlagnahmt werden.


30.10.2018 Malta

Auf Malta sichergestellte FangutensilienAuf Malta sichergestellte FangutensilienAuf Malta und dessen kleiner Nachbarinsel Gozo haben Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord in den letzten zwei Wochen 34 illegale Fangstellen für Singvögel gefunden und der Polizei gemeldet. An 12 dieser Stellen konnten wir die Vogelfänger inflagranti filmen, 10 der Täter wurden bereits identifiziert. Bislang wurden 61 lebende Lockvögel sowie 15 riesige Schlagnetzte sichergestellt. Unsere Ergebnisse zeigen, dass viele Vogelfänger sich nicht an die neuen Gesetze halten. Nachdem der Europäische Gerichtshof den Fang von Finken verboten hat, hatte die maltesische Regierung in Abstimmung mit Brüssel den Fang von Singdrosseln erlaubt. Mit einer Genehmigung zum Drosselfang in der Hand gehen die Täter nun auf die Finkenjagd und unterlaufen damit die aktuelle Gesetzgebung. Das Komitee gegen den Vogelmord hat Maltas Regierung aufgefordert, die Fangsaison für Singdrosseln sofort zu beenden.


28.10.2018 Brescia

Rotkehlchen in Schlagfalle (Italien)Rotkehlchen in Schlagfalle (Italien)44 überführte Wilderer, 632 eingesammelte Vogelfallen, 101 abgebaute Fangnetze und 10 beschlagnahmte Flinten - das ist das vorläufige Endergebnis unseres Vogelschutzcamps in Brescia (Italien). Vom 29. September bis zum heutigen 28. Oktober waren insgesamt 52 Mitglieder des Komitees gegen den Vogelmord aus Italien, Spanien, Deutschland, Großbritannien und den USA in der norditalienischen Provinz im Einsatz. Sie haben dabei 48 aktive Fangstellen gefunden und an die Polizei gemeldet. Vorgestern konnte der letzte Wilderer überführt werden, er hatte 11 Schlagfallen im Val Trompia aufgestellt und damit Rotkehlchen gefangen (Foto). Die Polizei hat noch ein halbes Dutzend von uns gemeldete Fangstellen unter Überwachung, es können also noch ein paar Wilderer hinzukommen. Mit dem Ende des Vogelzugs und dem nahenden Winter endet die Fangsaison, die verbliebenen Vogelfänger holen nun ihre Fallen und Netze ein. Ein großes Dankeschön an die Teilnehmer des Einsatzes, die Polizei und natürlich allen Unterstützern des Komitees gegen den Vogelmord!


24.10.2018 Brescia

Sichergestellte Flinte und geschossene Singvögel, Valcamonica Oktober 2018Sichergestellte Flinte und geschossene Singvögel, Valcamonica Oktober 2018Vater und Sohn auf der Vogelpirsch erwischt: Ein Team des Komitees gegen den Vogelmord hat die Polizei zu einem Brennpunkt der illegalen Jagd in Valcamonica (Lombardei/Italien) geführt, wo sie zwei Wilderer auf frischer Tat überführen konnten. Die beiden Täter - Vater und Sohn - hatten innerhalb von nur einer Stunde insgesamt 78 geschützte Vögel geschossen. Neben vielen Buchfinken, Erlenzeisigen und Rotkehlchen hatten sie Gebirgs- und Bachstelzen, Hänflinge, Bergfinken, Wiesenpieper und eine Tannenmeise geschossen. Einer der Schützen verfügte über keinen Jagdschein und durfte keine Waffe führen, der andere war lizenzierte Jäger. Die Polizei hat die Vögel nebst Waffen und Munition sichergestellt (Foto). Bei unserem Vogelschutzcamp in Brescia haben wir damit inzwischen 41 Wilderer überführt, 99 Netze, 234 Schlagfallen und 367 Bogenfallen wurden beschlagnahmt.


23.10.2018 Malta

In den ersten drei Tagen nach Beginn der Fangsaison auf Malta haben unsere Teams bereits dutzende Verstöße dokumentiert. Obwohl offiziell nur Singdrosseln und Goldregenpfeifer gefangen werden dürfen, nutzen viele Fänger ihre Genehmigung schamlos aus, um geschützten Kernbeißern, Grünfinken, Zeisigen und Grünfinken nachzustellen. Seit Samstag wurden nach Anzeigen des Komitees mehr als 50 lebende Vögel sowie zahlreiche Klappnetze und elektronische Lockanlagen von der Polizei beschlagnahmt. Unser neues Video zeigt wie verbreitet das Problem ist und wie panisch die Wilderer reagieren, wenn sie merken, dass sie von uns gefilmt werden. Angesichts der großen Anzahl der Verstöße hat das Komitee heute den für die Jagd zuständigen Minister aufgefordert, die Fangsaison mit sofortiger Wirkung wieder zu beenden.


21.10.2018 Malta

Komitee und Polizei überführen Vogelfänger_ Direkt am ersten Tag unseres Einsatzes auf Malta haben wir zwei schwere Fälle von Wilderei dokumentiert und angezeigt. Bei Mtahleb wurden zwei seltene und streng geschützte Ringdrosseln von der Polizei ,aus einer Voliere befreit und freigelassen. Weitere 19 Vögel, darunter Kernbeißer und Grünfinken, wurden bei der Kontrolle eines illegalen Fangplatzes in Qrendi beschlagnahmt. Der Vogelfänger konnte auf frischer Tat erwischt und verhaftet werden. Der Mann ist ein polizeibekannter Wiederholungstäter und muss mit einer hohen Geldng>strafe rechnen. Unser Video zeigt den Mann an seinem Fangplatz sowie die anschließende Polizeiaktion.


20.10.2018 Niedersachsen

Kurzmeldung aus Deutschland: In der Nähe von Edewecht (Landkreis Ammerland/Niedersachsen) hat ein Mitglied des Komitees gegen den Vogelmord eine illegale Lebendfalle gefunden. Vermutlich war sie zum Fang von Rabenvögeln aufgestellt worden. Die vom Komitee-Büro gerufene Polizei hat das Fanggerät sichergestellt und ein Verfahren gegen Unbekannt eingeleitet. Aufgrund der Auffindesituation in einem abgelegenen Feldgehölz fernab von Hühner- oder Taubenhaltungen ist von einer jagdbezogenen Tat auszugehen.


18.10.2018 Brescia

Säckeweise gerupfte Rotkehlchen, beschlagnahmt in Brescia (Italien)Säckeweise gerupfte Rotkehlchen, beschlagnahmt in Brescia (Italien)Säckeweise Rotkehlchen für den Kochtopf: Bei einem Vogelfänger in Brescia (Norditalien) haben die Carabinieri über 1.000 größtenteils gerupfte Rotkehlchen gefunden. Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord hatten die Beamten auf die Fährte des Wilderers geführt, als sie eine Fangstelle mit illegalen Netzen gefunden und gemeldet hatten. Nachdem die Polizei den Täter dort inflagranti überführen konnten, brachte einen Hausdurchsuchung den grausigen Fund zutage. Die geschützten Vögel sind begehrte Delikatessen und waren für Restaurants bestimmt, wo sie an Ruhetagen oder in Hinterzimmern persönlich bekannten Gästen serviert werden. Fang und Verkauf von Singvögeln ist in Italien seit Langem verboten, vor allem für Restaurants sind hohe Strafen vorgesehen. Weil die Vögel aber auf keiner Speisekarte stehen, werden nur sehr selten Gaststättenbesitzer erwischt. Der Mann mit den 1.000 Rotkehlchen war Wilderer Nr. 30 des laufenden Komitee-Vogelschutzcamps in Brescia.


16.10.2018 Zypern

Aus Netz befreiter Maskenwürger (Zypern)Aus Netz befreiter Maskenwürger (Zypern)Update vom Vogelschutzcamp des Komitees gegen den Vogelmord auf Zypern: Der Einsatz läuft nun schon ununterbrochen seit 6 Wochen - und wir denken nicht daran, die Insel zu verlassen, solange wir noch so viele Fallen und Netze jeden Tag finden. Bislang haben wir 114 aktive Fangstellen gefunden, zusammen mit der Polizei und der Jagdaufsicht konnten 1.297 Leimruten, 24 Netze und 63 elektronische Lockanlagen sichergestellt und 11 Wilderer überführt werden. Wir konnten dabei 115 Vögel aus Fallen und Netzen retten - darunter der junge Maskenwürger auf dem Foto. Der völlig erschöpfte und verängstigte Vogel wurde mit Traubenzuckerlösung gestärkt und konnte nach kurzer Rast seinen Flug fortsetzen!


15.10.2018 Brescia

Rotkehlchen in norditalienischem FangnetzRotkehlchen in norditalienischem FangnetzRiesige Vogelfanganlage stillgelegt: Im Val Sabbia, gelegen westlich des Gardasees in der norditalienischen Provinz Brescia, haben Komitee-Mitarbeiter eine riesige Fanganlage gefunden. Ein Vogelfänger hatte insgesamt 8 Netze mit einer Gesamtlänge von fast 70 Metern in einem abgelegenen Waldstück aufgestellt und mit lebenden Lockvögeln, die in kleinen Käfigen eingepfercht waren, bestückt. Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord hatten die Fangstelle am Samstag gefunden und der Polizei in der Nacht gezeigt. Die Beamten lagen zwei Tage auf der Lauer und konnten den Täter dann auf frischer Tat überführen. Neben den Netzen wurden die Lockvögel - Erlenzeisige, Heckenbraunellen und eine Amsel (Foto) - sichergestellt und aus den Netzen mehrere Vögel - darunter ein Rotkehlchen (Foto) befreit. Es ist Wilderer Nummer 24 unseres laufenden Vogelschutzcamps in Brescia!


12.10.2018 Brescia

ei einem Vogelfänger am Iseosee (Italien) sichergestellte Singvögelei einem Vogelfänger am Iseosee (Italien) sichergestellte SingvögelDas große Komitee-Vogelschutzcamp in Brescia (Norditalien) ist sehr erfolgreich: Nach 12 Einsatztagen haben wir bereits 16 Wilderer überführt. Neben einigen "kleinen Fischen", die nur wenige Fallen oder einzelne Netze aufgestellt hatten, haben wir auch zwei professionelle Vogelfänger überführen können: Einer hatte am Idrosee 104 Bogenfallen aufgestellt, der andere im Gebirge unweit des Iseosees 6 riesige Fangnetze. In der Tiefkühltruhe des Mannes mit den Netzen fand die Polizei neben mehreren Wacholder-, Sing- und Rotdrosseln auch 23 tiefgefrorene Rotkehlchen (Foto). Die Vögel waren für Restaurants bestimmt. Insgesamt haben wir seit Anfang Oktober in Brescia damit 114 Bogenfallen, 122 Schlagfallen und 21 Fangnetze gefunden und abgebaut.


11.10.2018 Zypern

Bei einer Kontrolle in der Nähe der Ortschaft Kofinou (Bezirk Larnaca) haben Komiteemitarbeiter gestern eine riesige Fanganlage für Singvögel mit zahlreichen Leimruten entdeckt. Während zwei unserer Aktivistinnen gefangene Vögel befreiten, wurden sie von einer aufgebrachten Frau angegriffen. Beim Versuch, den Vogelschützerinnen die Kamera zu entreißen, verletzte sie die beiden an Kopf und Armen und versuchte anschließend zu fliehen. Dabei lief sie allerdings direkt in die Arme der zuvor von uns verständigten Polizei, die die Dame vorerst in Gewahrsam nahm. Unter Aufsicht der Beamten wurden anschließend 50 Leimrutenfallen abgebaut und insgesamt 12 gefangene Singvögel befreit und freigelassen. Erst danach ging es ins Krankenhaus, wo die Verletzungen der beiden Teammitglieder, darunter mehrere Bisswunden, behandelt wurden. Auch die Wildererin wurde ins Krankenhaus gebracht. Sie hatte sich bei dem Angriff ebenfalls leicht verletzt und muss zusätzlich eine Geldstrafe von 400 Euro zahlen.


09.10.2018 Brescia

In Collio (Brescia) aufgefundener geschossener HabichtIn Collio (Brescia) aufgefundener geschossener HabichtHabicht abgeschossen: Bei der Kontrolle einer Fangstelle in Collio (Brescia/Norditalien) hat ein Team des Komitees gegen den Vogelmord anstatt des dort erwarteten Netzes einen toten Habicht entdeckt. Er wurde wurde zum Tierarzt gebracht - die Röntgenaufnahme beweist: Der geschützte Greifvogel wurde aus nächster Nähe abgeschossen, das Röntgenbild zeigt insgesamt 159 Schrotkugeln. Die Singvogeljäger in Norditalien schießen immer wieder Greifvögel, weil diese es auf die mit lebenden Lockvögeln in die Schießanlagen gelockten Drosseln abgesehen haben. Das Komitee hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet, die Tageszeitung Bresciaoggi berichtet über den Fall.


07.10.2018 Brescia

Versteckte Kamera filmt brutale Vogelfänger: Im September hat das Komitee gegen den Vogelmord in Brescia (Norditalien) eine Aktion gegen den Fang von Trauerschnäppern durchgeführt. 11 Wilderer wurden dingfest gemacht und fast 200 Fallen sichergestellt. An einer Fangstelle waren nur frisches Blut und Federn zu finden, aber keine Vogelfallen. Um zu verstehen, was dort vor sich geht, haben die Komiteemitarbeiter eine versteckte Kamera montiert (in Italien erlaubt). In den Folgetagen konnten so die Täter gefilmt und mit diesem Beweismaterial inzwischen von der Polizei überführt werden.

Dieses Video zeigt Ausschnitte vom brutalen Geschehen...


05.10.2018 Brescia

Rotkehlchen in Fangnetz (Brescia)Rotkehlchen in Fangnetz (Brescia)Erste Wilderer in Brescia geschnappt: In den Bergen zwischen Gardasee und Iseosee haben Komiteemitarbeiter in den letzten Tagen insgesamt 6 aktive Fangstellen mit Fallen und Netzen gefunden und an die Behörden gemeldet. Zwei der Wilderer wurden inzwischen gefasst: Einer hatte am Iseosee ein Netz aufgestellt, der andere unweit der Stadt Brescia 12 Schlag- und 16 Bogenfallen. An einem weiteren Netz wurde der Wilderer leider nicht überführt, wir haben es abgebaut, zwei Rotkehlchen konnten befreit werden (Foto). Das Vogelschutzcamp in Brescia läuft noch bis Anfang November.


04.10.2018 Zypern

Eine der vom türkischen Militär befreiten Mönchsgrasmücken (© Kuskor)Eine der vom türkischen Militär befreiten Mönchsgrasmücken (© Kuskor)Komitee-Einsatz in Nordzypern: Bei der Fallensuche an der von UN-Blauhelmen bewachten Grenze zwischen der Republik Zypern und dem türkisch besetzten Nordteil der Insel haben Komitee-Mitarbeiter eine elektronische Lockanlage von der türkischen Seite gehört. Die umgehend von uns informierten Kollegen unseres Partnerverbandes Kuşkor haben das Türkische Militär alarmiert. Die Soldaten rückten sofort aus und überraschten den Wilderer, der trotz Androhung von Schusswaffengebrauch auf die griechische Seite der Grenze fliehen konnte. Sie konnten drei Netze sicherstellen und 8 Vögel lebend befreien (1 Teichrohrsänger und 7 Mönchsgrasmücken).
Während der ersten vier Wochen des Zypern-Einsatzes haben wir 388 Leimruten und 23 Netze gefunden und abgebaut, 8 Wilderer wurden Bislang überführt.


03.10.2018 Brescia (Italien) - NACHTRAG

Wie wir erst heute erfahren haben, hat die Polizei im September einen weiteren Wilderer in Brescia überführt. Er hatte 15 Bogenfallen und 12 Schlagfallen aufgestellt, um Trauerschnäpper und Rotkehlchen zu fangen Die Fangstelle hatten wir Anfang Oktober gefunden und der Polizei gemeldet.


02.10.2018 Lombardei (Italien)

Geschossener BergfinkGeschossener Bergfink359.000 Singvögel gerettet: Die Regierung der Lombardei (Italien) ist heute mit dem Vorhaben gescheitert, eine Ausnahmegenehmigung zum Abschuss von 310.000 Buchfinken und 30.000 Bergfinken sowie dem Fang von 19.000 Drosseln mit Netzen durchzusetzen. Das Regionalparlament in Mailand hat eine Abstimmung wegen verfassungsrechtlichen Bedenken abgelehnt. Buch- und Bergfinken sind nach EU-Recht geschützt, die Regionalregierung hat nach italienischem Recht keine Befugnis für die Vergabe solcher Genehmigungen. Trotzdem wollte die rechtsextreme Lega Nord die Abschuss- und Fangerlaubnis durchboxen. Das Komitee gegen den Vogelmord hatte zuvor mit allen großen Natur- und Tierschutzverbänden Italiens eine Öffentlichkeitskampagne gegen das Vorhaben durchgeführt. Sie wendete sich vor allem an die Abgeordneten, die nach neuester Rechtssprechung in Italien für Rechtsbeugung persönlich haftbar gemacht werden können. Ein guter Tag für die Vögel und auch für all jene, die zu unseren gemeinschaftlichen europäischen Werten stehen!


29.09.2018 Brescia (Italien)

Heute startet unser großes Vogelschutzcamp in Brescia (Norditalien). Mit etwa 45 Teilnehmern ist der vierwöchige Einsatz in den Bergen zwischen Gardasee und Iseosee die größte Aktion des Komitees gegen den Vogelmord in diesem Jahr. Unser Schwerpunkt liegt auf der Arbeit gegen den Fang von Singvögeln mit Fallen und Fangnetzen, aber auch auf der Bekämpfung der illegalen Zugvogeljagd mit der Flinte. Bis heute werden hunderttausende geschützte Tiere - insbesondere Rotkehlchen - in der italienischen Alpenprovinz gefangen und geschossen.


28.09.2018 Malta

Geschossener WespenbussardGeschossener WespenbussardUnser Vogelschutzcamp auf Malta ist abgeschlossen. In den letzten drei Wochen haben unsere Teams auf Malta und seiner Nachbarinsel Gozo die Rast- und Durchzuggebiete von Greifvögeln und Störchen überwacht. Insgesamt haben sie dabei 15 schwere Jagdverstöße festgestellt - 4 Abschüsse geschützter Arten, 11 Beschüsse und die Beobachtung von Vögeln mit eindeutigen Schussverletzungen. Betroffen waren 7 Wespenbussarde, 5 Rohrweihen, 1 Turmfalke und 1 Graureiher. Außerdem haben die Teams zahlreiche illegale Lockanlagen für die Jagd auf Wachteln und Watvögel gefunden.

Unsere Pressemeldung vom 28.9. (in englischer Sprache) finden Sie hier »»


27.09.2018 Zypern

Auf Zypern läufts wie am Schnürchen: Heute haben wir Wilderer Nr. 6 des laufenden Vogelschutzcamps auf der Mittelmeerinsel geschnappt. Er hatte 27 Leimruten in seinem Obstgarten aufgestellt und war gerade dabei, die Fallen einzusammeln, als das Komitee-Team die Beamten der Jagdaufsicht zu der Stelle führte.


26.09.2018 Apulien (Italien)

Geschossene WachtelGeschossene WachtelKomitee-Aktion gegen die illegale Wachteljagd in Süditalien: In Apulien – dem „Absatz“ des italienischen Stiefels – haben Komitee-Mitarbeiter in den letzten Tagen Dutzende illegale elektronische Lockanlagen für die Wachteljagd gefunden. Die Geräte spielen während der Nacht Rufe des gefährdeten Hühnervogels ab und locken die Zugvögel so vor die Flinten der Jäger. Einige der Anlagen standen sogar im Bereich des Nationalparks Gargano, wo die Jagd komplett verboten ist! Von Polizeikontrollen kann hier nicht die Rede sein. Die Geräte sind samt Autobatterien gut gesichert vergraben, so dass sich unsere Kollegen schwer abmühen mussten – am Ende hatten sie 9 der Anlagen ausgegraben und stillgelegt (siehe Foto). Wir hoffen, hier demnächst mit Unterstützung der Carabinieri aktiv werden zu können!


24.09.2018 Libanon

Am 25.9.2018 in Baalbek (Libanon) geschossener Weißstorch.Am 25.9.2018 in Baalbek (Libanon) geschossener Weißstorch.Storchen-Drama in Bekaa (Libanon): Heute morgen informierte uns ein besorgter Bürger aus der Stadt Baalbek im Norden des Bekaa-Tals über einen verletzten Weißstorch, der auf einem Hausdach gelandet war. Er bat um Hilfe durch unsere libanesischen Partner. Nur Minuten später - wir hatten gerade zum Telefon gegriffen, um unsere Freunde vor Ort zu informieren - fuhr ein Jugendlicher auf einem Motorrad vor uns schoss den Storch vom Dach! Der Hinweisgeber eilte aus dem Haus und konnte den noch lebenden Vogel verletzt bergen und zum Tierarzt bringen. Ob er durchkommt, ist ungewiss. Der Fall zeigt einerseits den ganz normalen Wahnsinn im Libanon, aber auch, dass es dort mutige Naturfreunde gibt, die sich für Tiere einsetzen!


24.09.2018 Libanon

Wespenbussard "Claudine" flieg wieder: In der letzten Woche haben wir zahlreiche angeschossene Greifvögel im Libanon-Gebirge gefunden. Nur einer der Tiere hat überlebt - es war zum Glück nur leicht verletzt und konnte schnell gesund gepflegt werden. Wir haben den Vogel "Claudine" genannt, nach der Tochter des libanesischen Staatspräsidenten, Claudine Aoun Roukoz, die unsere Aktionen für einen besseren Zugvogelschutz kräftig unterstütz. "Claudine" konnte nun in einer ruhigen Gegend des Zedernstaates freigelassen werden und ist jetzt - hoffentlich - auf dem Weg nach Afrika. Guten Flug!

Das Video dazu sehen Sie hier »»


22.09.2018 Serbien

Elektronische Lockanlage samt Autobatterie und frisch geschossene Wachteln (Serbien)Elektronische Lockanlage samt Autobatterie und frisch geschossene Wachteln (Serbien)Komitee-Aktion in Serbien: In Kooperation mit der Bird Protection and Study Society Serbia (BPSSS) haben Komitee-Mitglieder in den letzten Tagen 23 illegale Lockanlagen für die Wachteljagd gefunden. Die elektronischen Geräte werden von Jägern betrieben, um nachts ziehende Wachteln an ihre Jagdplätze zu locken. Alle Anlagen wurden stillgelegt und 2 Jäger nach unseren Hinweisen von der Polizei erwischt. Das Foto (© BPSSS) zeigt ein sichergestelltes Lockgerät samt Autobatterie und frisch geschossene Wachteln. Der Hühnervogel ist europaweit gefährdet und dennoch weiterhin fast überall in Südeuropa jagdbar. Die Verwendung elektronischer Lockanlagen ist zwar nach EU-Recht verboten, aber sehr weit verbreitet - nicht nur in Serbien, sondern auch in Italien, auf Malta und Zypern.


21.09.2018 Libanon

Im Norden der Bekaa-Ebene - unmittelbar an der Grenze zu Syrien - liegt einer der Schwerpunkte des Vogelfangs im "Zedernstaat". Das Komitee gegen den Vogelmord ist hier das erste mal aktiv gewesen und konnte gleich einen Schlag gegen den Vogelfang verzeichnen: Am Stadtrand von Baalbek konnten sie zusammen mit der Polizei einen Vogelfänger mit 17 Fangnetzen (Gesamtlänge 2300 Meter!) erwischen. Mehrere Maskenwürger und ein Kurzfangsperber konnten befreit werden. Hier ist unser Video zu dem Fall »»


20.09.2018 Zypern

Mönchgrasmücke (links) und junger Maskenwürger, tot geborgen aus einem Netz (Zypern)Mönchgrasmücke (links) und junger Maskenwürger, tot geborgen aus einem Netz (Zypern)Auf Zypern haben die Teams des Komitees gegen den Vogelmord in den ersten drei Wochen des Vogelschutzcamps 10 Fanganlagen mit riesigen Netzen stillgelegt. Erst heute haben wir ein Netz abgebaut, in dem eine Mönchsgrasmücke und ein junger Maskenwürger zu Tode gekommen waren (Foto).

Auch wenn es sehr traurig ist - hinter der Zahl verbirgt sich ein Erfolg: Im letzten Jahr hatten wir im gleichen Zeitraum noch 39 Netze gefunden. Und auch bei den Leimruten ist eine Besserung erkennbar: Bislang haben wir 364 Ruten abgebaut, im letzten September waren es nach drei Wochen Einsatz noch über 800!



18.09.2018 Libanon

Schlag gegen die Wilderei im Libanon: Erstmals konnte ein Team des Komitees gegen den Vogelmord Greifvogeljäger auf frischer Tat verhaften lassen. Bei Raachine hatten die Vogelschützer zwei Wilderer beim Abschuss von Wespenbussarden und Kurzfangsperbern beobachtet und gefilmt. Die umgehend gerufene Polizei konnte die beiden Täter nach einer Verfolgungsjagd stellen - Waffen, Munition sowie 2 frisch geschossene Wespenbussarde und 3 Kurzfangsperber wurden sichergestellt. Der Aufgriff ist besonders wichtig, zeigt er den Jägern in einem der Brennpunkte der Wilderei im Libanon ganz klar, dass die Zeiten sich geändert haben!

Das aktuelle Video finden Sie hier »»

16.09.2018 Libanon

Komitee-Team im LibanonKomitee-Team im LibanonErfolgreiche Polizeiaktion im Libanon: Nach einem Hinweis des Komitees gegen den Vogelmord hat die Armee in einer gemeinsamen Operation zusammen mit der Polizei sechs Jäger überführt. Die Männer hatten am Qaraoun-See im Bekaa-Tal unweit der syrischen Grenze mitten in einem Naturschutzgebiet auf Wasservögel geschossen. Waffen und Munition wurden sichergestellt. Das Beispiel zeigt, dass man auch im Libanon Erfolge haben kann, aber man braucht einen langen Atem und viel Fingerspitzengefühl. Zum Glück haben wir in mehr als 45 Jahren Arbeit reichlich von beidem erworben.


16.09.2018 Malta

Illegale Greifvogeljagd auf Malta: Die Situation auf der Mittelmeerinsel hat sich in den letzten Jahren deutlich gebessert - dennoch gibt es immer noch zahlreiche ewiggestrige Jäger, die gezielt geschützte Arten ins Visier nehmen. In den letzten Tagen haben die auf Malta eingesetzten Komitee-Teams gleich eine ganze Reihe von schweren Jagdverstößen dokumentiert. Neben fünf Lockanlagen - vor allem für die Jagd auf Mornellregenpfeifer - haben wir einen notorischen Bienenfresser-Schießer erwischt und den Abschuss von zwei Wespenbussarden und einer Rohrweihe beobachtet. Auch unsere Freunde von BirdLife Malta haben zwei Wespenbussardabschüsse gemeldet. In allen Fällen wurde die Polizei verständigt, die entweder keine Zeit für uns hatte oder aber erfolglos in Gelände nach den Tätern gesucht hat.


15.09.2018 Libanon

Ein weiterer Tag im Libanon - und wieder angeschossene und verletzte Wespenbussarde: In den Bergen bei Keserwan haben Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord und seines lokalen Partners SPNL bei Beduinen einen schwer verletzten Vogel gefunden, der angebunden an einer Gemüsekiste vor sich hinvegetierte. Leider konnten wir ihm nicht mehr helfen. Einen anderen Bussard fanden wir in einem Jagdgebiet - er wurde zu einem Wildtierauffangzentrum gebracht und hat reelle Chancen zu überleben. Der Bestand des Wespenbussards ist in den letzten 35 Jahren um ein Viertel eingebrochen - hier im Libanon werden in den Brennpunkten der Wilderei jedes Jahr abertausende illegal geschossen.

Unser Video dazu finden Sie hier »»


14.09.2018 Malta

Wespenbussard auf MaltaWespenbussard auf MaltaGestern Abend sind hunderte Greifvögel auf Malta eingeflogen und haben im Naturschutzgebiet Buskett Gardens übernachtet. Neben etwa 500 Wespenbussarden und 100 Rohrweihen wurden Baum-, Rötel- und Wanderfalken sowie Wiesenweihen und Fischadler gesehen. In Erwartung eines „heißen Morgens“ haben sich die Komitee-Teams heute in der Dämmerung im Abflugkorridor der Vögel postiert. Mit ihnen waren hunderte Jäger im Gelände. Zu unserer Überraschung fiel kein einziger Schuss, als die flach Richtung Afrika abfliegenden Greifvögel zu hunderten die Hügel an der Westküste Maltas überquerten. Noch vor 10 Jahren hätte es Dutzende Abschüsse geschützter Vögel gegeben – ein deutliches Zeichen für ein Umdenken in der maltesischen Jägerschaft und ein schöner Erfolg für unsere jahrzehntelange Arbeit. Wir wünschten, wir wären im Libanon schon so weit.


13.09.2018 Libanon

Bereits in den ersten Tagen unseres diesjährigen Herbst-Einsatzes im Nahen Osten sind unsere Teams von dem Blutbad, dessen Zeugen sie täglich werden, überwältigt. Jeden Tag finden unsere Mitglieder in den Brennpunkten der Wilderei am Mount Libanon hunderte tote oder verletzte geschützte Tiere, von Singvögeln über Bienenfressern bis hin zu Greifvögeln. Die große Mehrheit der Tiere scheint dabei lediglich lebende Schießscheiben zu sein. Unser neues Video zeigt erste Eindrücke von der ausufernden Jagd auf die hochgradig bedrohten Wespenbussarde in den Bergen östlich von Beirut.

Das aktuelle Video finden Sie hier »»


12.09.2018 Zypern

Jagdaufseher rettet Neuntöter aus Fangnetz (Zypern)Jagdaufseher rettet Neuntöter aus Fangnetz (Zypern)Auf Zypern konnten wir letzte Nacht den 3. Vogelfänger des laufenden Vogelschutzcamps überführen: Nach unserem Hinweis auf seine Fangstelle fanden die Beamten der Jagdaufsicht 2 Netze - einige Vögel, darunter der junge Neuntöter auf dem Foto - konnten freigelassen werden. Der Mann bekam umgehend einen Bußgeldbescheid in Höhe von saftigen 2.500 € ausgestellt!

Insgesamt haben wir während der ersten zwei Wochen damit 6 Netze und 314 Leimruten gefunden und abgebaut. 37 Vögel konnten aus den Fallen gerettet werden!



11.09.2018 Libanon

Geschossener Blauwangenspint (Libanon)Geschossener Blauwangenspint (Libanon)Erster Wilderer im Libanon gefasst: In den letzten 48 Stunden sind die Komitee-Teams östlich von Beirut Zeugen dutzender schockierender Jagdvergehen geworden. Neben dem völligen Auslöschen ganzer Wespenbussardschwärme ohne ein einziges überlebendes Tier wurde die Jagd auf Ortolane, Rosapelikane und Wanderfalken beobachtet und dokumentiert. Mindestens 90 % der Jäger, die bei unseren Kontrollen angetroffen wurden, haben auf alles geschossen, was fliegt. Sie scheinen weder Kenntnis vom Jagdgesetz zu haben, noch Interesse daran, was genau sie eigentlich ins Visier nehmen. Die Teams des Komitees gegen den Vogelmord haben alle schweren Zwischenfälle an die Polizei gemeldet, die heute Vormittag einen Wilderer festnehmen konnte - den ersten des Vogelschutzcamps. Der Mann hatte bei Chachtoul im Libanon-Gebirge neben mehreren Dorngrasmücken und einer Rohrweihe einen Blauwangenspint (Foto) geschossen.


10.09.2018 Libanon

Um der ausufernden Jagd im Libanon ein Ende zu bereiten, startet heute das 3. Vogelschutzcamp des Komitees gegen den Vogelmord im Nahen Osten. Gemeinsam mit unseren Freunden und Partnern vor Ort werden wir wieder die Brennpunkte der Wilderei im Libanongebirge kontrollieren und dem Zugvogelmassaker mit Hilfe der Behörden ein Ende bereiten. Für die teilnehmenden Komitee-Mitglieder aus der Türkei, Großbritannien, Frankreich, Italien, dem Libanon und Deutschland ist die Aktion an der Grenze zum Bürgerkriegsland Syrien ein riskanter Einsatz – wer hier Zugvogelschutz betreiben will, muss hart im Nehmen sein.


09.09.2018 Brescia (Italien)

Maulwurf als "Beifang" in einer norditalienischen SchlagfalleMaulwurf als "Beifang" in einer norditalienischen SchlagfalleVogelfallen fangen Tiere unselektiv und sind deswegen zu Recht überall in der EU verboten. Schlagfallen sind dabei besonders tückisch, weil sie in der Regel am Boden aufgestellt sind und alles fangen, was sich ihnen nähert: Die Jäger wollen in der Regel unter Naturschutz stehende Rotkehlchen, Trauerschnäpper, Gartenrotschwänze und Braunkehlchen erbeuten. Als „Beifang“ gehen Eidechsen, Feuersalamander, Siebenschläfer und Igel in die Fallen und werden achtlos weggeworfen.

In diesem August hat ein Komitee-Team in Brescia erstmals auch einen Maulwurf gefunden, der in einer Schlagfalle ums Leben kam (Foto). Während unseres Sommer-Vogelschutzcamps im norditalienischen Brescia, das nun abgeschlossen ist, haben wir insgesamt 180 dieser brutalen Fanggeräte gefunden, 8 Wilderer wurden überführt.


06.09.2018 Malta

Mornellregenpfeifer al Lockvogel auf MaltaMornellregenpfeifer al Lockvogel auf MaltaIllegaler Watvogelfang auf Malta: Ein Komitee-Team hat auf Malta insgesamt 4 aktive Fangstellen für Watvögel entdeckt und der Polizei gemeldet. Mit riesigen Schlagnetzen werden hier Rot- und Grünschenkel, verschiedene Strandläufer und Mornellregenpfeifer (Foto) gefangen. Die geschützten Tiere werden mit elektronischen Anlagen, die nachts Watvogelrufe abspielen, zu den Fangplätzen gelockt, wo die Netze über künstlichen Teichen gespannt sind (Luftbild). Die Tiere enden als lebende Sammelobjekte in Volieren oder werden wiederum als Lockvögel für die Jagd eingesetzt. Für die Aktion gegen den Watvogelfang auf Malta setzen wir inzwischen vor allem auf "Luftaufklärung" mit Kleinflugzeugen – nur so sind die gut versteckten Anlagen auf der flachen Insel überhaupt auszumachen.


04.09.2018 Brescia (Italien)

Trauerschnäpper in SchlagfalleTrauerschnäpper in SchlagfalleUnd noch einer geschnappt: In der Näher der Ortschaft Tavernole (bei Brescia/Norditalien) konnte die Polizei Wilderer Nr. 8 des derzeitigen Italien-Einsatzes überführen. Der Mann hatte 8 Trauerschnäpperfallen an seiner Jagdhütte aufgestellt und bereits einen der seltenen Zugvögel gefangen (Foto). Die Fangstelle haben wir am Samstag gefunden und der Polizei gemeldet, wegen Regens konnten die Beamten erst heute zuschlagen.

Damit haben wir während der Aktion in den Bergen zwischen Iseo- und Gardasee nach aktuellem Stand der Dinge 171 der Schnäpperfallen, 16 Netze und 26 Bogenfallen sowie 6 kleine Schlagnetze abgebaut. Mehrere weitere Fangstellen sind unter Beobachtung.



02.09.2018 Brescia (Italien)

Geschossene Baumpieper und Lockgerät (© Guardie WWF Lombardia)Geschossene Baumpieper und Lockgerät (© Guardie WWF Lombardia)Illegale Baumpieperjagd: In der Ebene südlich der italienischen Industriestadt Brescia konnte die Polizei nach einem Hinweis des Komitees gegen den Vogelmord zwei Wilderer bei der Jagd auf geschützte Baumpieper stellen. Die beiden Jäger hatten ein elektronisches Lockgerät installiert und schon ein Dutzend Vögel geschossen. Besonders pikant: Einer der Jäger ist der Umweltbeauftragte der dortigen Stadtverwaltung! Damit haben wir während der letzten Tage 7 Wilderer in Brescia überführt!


01.09.2018 Zypern

Fitis auf Leimrute (Zypern)Fitis auf Leimrute (Zypern)Diesen Waldlaubsänger konnten wir heute Morgen unversehrt von einer Leimrute auf Zypern befreien. Wären die Mitglieder des Komitees gegen den Vogelmord nicht vor Ort gewesen, läge er heute Abend schon gegrillt auf dem Teller eines gut zahlenden "Gourmets". So hat er mit etwas Glück die Mittelmeerinsel schon Richtung Afrika verlassen. Auf dem Komitee-Vogelschutzcamp konnten wir in den ersten vier Tagen bereits 160 Leimruten und ein Netz einsammeln, vier elektronische Lockanlagen wurden von uns stillgelegt. Die Polizei in den britischen Militärgebieten im Süden der Zyperns hat nach unserem Hinweis einen Wilderer überführt - den ersten der Aktion. Das Camp geht bis Anfang November.


31.08.2018 Brescia (Italien)

Trauerschnäpper in Schlagfalle am GardaseeTrauerschnäpper in Schlagfalle am GardaseeTrauerschnäpper-Fänger erwischt: Heute haben wir in den Bergen westlich des Gardasees (Italien) einen Jäger mit 129 Schlagfallen erwischt. Der Mann hatte die Fallen gezielt für Trauerschnäpper aufgestellt und bereits 3 Vögel gefangen (Foto). Die von uns verständigte Polizei konnte den Täter inflagranti überführen. Es ist der größte Fall von Schnäpperfang, den wir je aufgedeckt haben - normalerweise sind es selten mehr als 30 Fallen pro Fangstelle. Der Wilderer hat offenbar einen schwunghaften Handel mit den seltenen und begehrten Zugvögeln betrieben. Ihn erwartet ein Starfverfahren, sein Jagdschein wird eingezogen. Der Vogel auf dem Foto hatte leider innere Verletzungen und starb.


29.08.2018 Malta

"Kein Land für Störche" - Graffiti auf Malta"Kein Land für Störche" - Graffiti auf Malta"No country for storks" (Kein Land für Störche) - ein aktuelles Graffiti auf Malta zeigt eindrücklich, wie es um den Zugvogelschutz in dem EU-Land steht. Vor zwei Wochen waren 18 Weißstörche auf der Insel angekommen, seither sind nach und nach 17 der Tiere abgeschossen worden. Mit Erlaubnis der maltesischen Behörden und mit Hilfe eines Vogelfangspezialisten aus Deutschland haben Komitee-Mitarbeiter nun tagelang versucht, den letzten verbliebenen Storch einzufangen und von der Insel zu bringen - vergebens! Der Vogel ist kurz nach dem Eintreffen unseres Teams verschwunden und liegt nun wohl in der Tiefkühltruhe eines Wilderers. Das Komitee gegen den Vogelmord hat heute 5.000 € Belohnung für Hinweise, die zur Ergreifung des bzw. der Täter führen, ausgelobt.


17.08.2018 Brescia (Italien)

Am 28.08.18 in Brescia sichergestellte Fallen und tote VögelAm 28.08.18 in Brescia sichergestellte Fallen und tote VögelErfolg in Italien: In den ersten vier Tagen unseres Vogelschutzcamps in Brescia wurden bereits vier Wilderer geschnappt: Zwei Jäger wurden wegen Verstößen gegen das Waffengesetz überführt, bei einem Vogelfänger wurden 26 Schlagfallen gefunden - er hatte damit mehr als ein Dutzend Gartenrotschwänze und Trauerschnäpper gefangen (Foto). Der vierte Wilderer war ein "dicker Fisch": Bei ihm beschlagnahmten die Polizisten 14 große Fangnetze, 4 Schlagnetze und 6 Schlagfallen sowie 40 tiefgefrorene Singvögel. Alle Stellen wurden von Mitgliedern des Komitees gegen den Vogelmord ausgekundschaftet und an die Beamten gemeldet.


17.08.2018 Malta

Auf Malta im August 2018 geschossene Weißstörche (© Alice Tribe, Birdlife Malta))Auf Malta im August 2018 geschossene Weißstörche (© Alice Tribe, Birdlife Malta))Storchenschwund auf Malta: Seit einer Woche rastet ein Schwarm Weißstörche auf Malta. Am letzten Freitag waren es noch 18 Tiere, drei wurden direkt abgeschossen, 15 überlebten zunächst. Nun, nach einer Woche, sind es nur noch 7 Störche! Obwohl die Polizei, das Komitee gegen den Vogelmord und unser Partner BirdLife Malta versuchen, die Vögel Tag und Nacht zu bewachen, schaffen sie es gelegentlich, für Stunden aus dem Blickfeld zu geraten. Wenn sie wieder auftauchen, fehlt immer ein weiteres Tier! Die maltesische Jägerschaft FKNK schiebt der EU-Kommission die Schuld in die Schuhe. Weil Brüssel im Juni endgültig den Vogelfang verboten hätte, seien manche Jäger so frustriert, dass sie auf geschützte Störche schießen müssten. Uns fehlen wirklich die Worte!


14.08.2018 Malta

Malta: Mutmaßlicher Storchenschießer in Haft! Die Polizei hat einen 41jährigen Jäger festgenommen, dem zur Last gelegt wird, am vergangenen Freitag drei Weißstörche geschossen zu haben. Der mutmaßliche Täter sitzt in Untersuchungshaft, er bestreitet die Tat. Unterdessen sind 30 weitere Störche auf Malta aufgetaucht - unsere Teams haben alle Hände voll zu tun!


13.08.2018 Malta

Komitee-Team und Polizei bewachen StorchenschwarmKomitee-Team und Polizei bewachen StorchenschwarmPolizeischutz für Störche. Ein Team des Komitees gegen den Vogelmord, unser Partner BirdLife Malta und die Polizei bewachen derzeit einen Trupp von 11 Weißstörchen, die im Westen der Insel rasten. Die Vögel waren bereits am Freitag eingeflogen, da waren es noch 18 Tiere. Innerhalb weniger Stunden hatten Jäger 3 Störche abgeschossen, einer davon konnte von der Polizei geborgen werden. Weil es viele Trophäenjäger auf die Vögel abgesehen haben, wurde eine Rundum-Bewachung organisiert. Wir hoffen sehr, dass die restlichen 11 Störche die Insel möglichst bald unbeschadet verlassen.