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Tagebuch zu den Herbstaktionen 2017

Von Mitte August bis Dezember 2016 finden wieder die Vogelschutzcamps des Komitees gegen den Vogelmord im Mittelmeerraum statt. Einsätze sind in Italien, Frankreich, Spanien, Serbien, auf Malta und Zypern sowie im Libanon geplant.

Unsere Vogelschutzcamps werden vor allem über Spenden finanziert. Zudem fördern die Stiftung Pro Artenvielfalt , die Karl-Kaus-Stiftung und der Landesbund für Vogelschutz Bayern (LBV) unsere Arbeit für einen besseren Zugvogelschutz in Europa.

Hier informieren wir Sie wieder regelmäßig über unsere Einsätze ...


Gesamtergebnis Herbst 2017:

  • Eingesammelte Bogenfallen: 0
  • Eingesammelte Schlagfallen: 120
  • Eingesammelte Netze: 80
  • Eingesammelte Leimruten: 840
  • Eingesammelte andere Fallen: 0
  • Eingesammelte Rosshaarschlingen: 0
  • Überführte Wilderer: 24
  • letzte Aktualisierung: 19.09.2017

19.09.2017 - Zypern

Von Leimrute befreite MönchsgrasmückeVon Leimrute befreite MönchsgrasmückeLetzte Nacht hat ein Komitee-Team auf Zypern einen Einsatz der etwas gefährlicheren Art hinter sich gebracht: Um 3 Uhr haben sich die Vogelschützer an eine Fangstelle unweit von Vrysoulles angeschlichen, von der schon aus der Ferne elektronische Grasmücken-Gesänge zu hören waren. Der Wilderer ist ein bekannter Krimineller, der seine Fallen stets sehr gut bewacht. Als unser Team ankam, kontrollierte er gerade mit der Taschenlampe seine Leimruten. Nachdem er fertig war, sind die Komitee-Mitglieder losgerannt und haben in kürzester Zeit 117 Leimruten und drei Lockgeräte abgebaut. Bevor der Wilderer bemerkt hat, was los ist, waren die Vogelschützer wieder in der Nacht verschwunden. Damit haben wir in den letzten 3 Wochen 840 Leimruten und 37 Netze gefunden, 11 Vogelfänger wurden überführt. Die Mönchsgrasmücke auf dem Bild wurde bei der Nachtaktion auf einer Leimrute klebend gefunden - sie musste mit in unsere Unterkunft, weil ihr Gefieder völlig verklebt war. Sie ist inzwischen wieder in Freiheit!


16.09.2017 - Zypern

Klappergrasmücke auf einer LeimruteKlappergrasmücke auf einer LeimruteSchüsse auf Komitee-Mitglieder: In Paralimni, einer Hochburg der Wilderei im Südosten Zyperns, ist gestern ein Komitee-Team unter Beschuss geraten. Die Vogelschützer aus Groß-Britannien und Italien wollten gerade illegal ausgelegte Leimruten einsammeln, als der Wilderer - ein Restaurantbesitzer - mit einer Schrotflinte auftauchte. Er schoss zweimal in die Luft und rief dann "Ich will Euch um Euer Leben laufen sehen". Als unsere Mitglieder den Rückzug antraten, schoss er hinter ihnen her und traf dabei mehrfach. Aufgrund der Entfernung gab es zum Glück nur Prellungen durch die Schrotkugeln. Die sofort benachrichtigte Polizei nahm den 50jährigen Mann mit auf das Revier und stellte seine Waffe sicher. In kürzester Zeit hatten sich 60 Unterstützer des Wilderers vor der Polizeistation eingefunden, forderten seine Freilassung und ein Ende des Komitee-Vogelschutzcamps. Der Täter wurde daraufhin entlassen. Unser Teams sind natürlich unerschrocken und längst wieder im Einsatz.


15.09.2017 - Malta

Komitee-Mitglied mit von der maltesischen Polizei sichergestelltem Netz und Lockgerät.Komitee-Mitglied mit von der maltesischen Polizei sichergestelltem Netz und Lockgerät.Erster Wilderer der Saison auf Malta geschnappt: Während eines nächtlichen Einsatzes im Südwesten von Malta haben Komitee-Mitglieder in der Nähe der Stadt Zurrieq einen aktiven Watvogel-Fangplatz mit elektronischen Lockvögeln - Austernfischer und Rotschenkel (beides geschützte Arten) - gefunden. Die benachrichtigte Umwelteinheit der maltesischen Polizei (ALE) kam in Rekordzeit und sicherte die Fang- und Lockutensilien und konnte den Täter stellen. Dieser ist kein Unbekannter, ihm droht nun eine saftige Strafe als Wiederholungstäter.


14.09.2017 - Serbien

Bei einem Jäger in Serbien sichergestellte Wachteln.Bei einem Jäger in Serbien sichergestellte Wachteln.Schlag gegen die Wilderei in Serbien: Ein Komitee-Team war zusammen mit serbischen Kollegen acht Tage in dem Balkanstaat im Einsatz und hat nach illegalen elektronischen Lockanlagen für Wachteln gesucht. 16 Stellen mit insgesamt 24 der verbotenen Geräte wurden gefunden. Die Polizei konnte aufgrund unserer Hinweise sieben Jäger überführen. Einer der überführten Männer war selbst Jagdaufseher! Wachteln sind inzwischen überall in Europa gefährdet - die reguläre Jagd und due Wilderei setzen der Population des kleinen Hühnervogels massiv zu. Das Bild zeigt vier bei einem der Jäger sichergestellten Tiere - eine Wachtel lebte noch, musste aber wegen der schweren Schussverletzungen eingeschläfert werden.


12.09.2017 - Libanon

"Schlachtabfall": Abgetrennter Kopf eines Wespenbussards"Schlachtabfall": Abgetrennter Kopf eines WespenbussardsMitglieder des Komitees gegen den Vogelmord haben im Libanon ein Greifvogelmassaker jenseits aller Vorstellungskraft dokumentiert. Nachdem wir bei Aghbeh schon vor einigen Tagen zahlreiche tote Wespenbussarde gefunden und die Behörden informiert hatten, sind wir am Sonntag zurückgekehrt, um zu prüfen, ob sich die Situation dort verbessert hat. Leider ist das Gegenteil der Fall: Bei starkem Vogelzug haben wir die Überreste weiterer 70 Greifvögel gefunden. Während wir die traurigen Funde dokumentierten, haben die schwer bewaffneten Jäger um unserer Teams herum weiter ungeniert auf die geschützten Vögel geschossen.

Unser eindrückliches Video finden Sie hier »»


11.09.2017 - Libanon

Komitee-Bird Guards bei einer Fortbildung der Polizei in Aqoura (Libanon)Komitee-Bird Guards bei einer Fortbildung der Polizei in Aqoura (Libanon)In Aqoura (Libanon) haben Mitglieder des Komitees gegen den Vogelmord und unseres libanesischen Partnerverbandes SPNL an einer Weiterbildungsveranstaltung der Polizei teilgenommen. Die anwesenden Polizisten sollen künftig die Einhaltung des neuen Jagdgesetzes überwachen. Unter anderem konnten wir unser vor wenigen Tagen veröffentlichtes Video über den massenhaften Abschuss von Wespenbussarden in den Bergen Beiruts zeigen und so auf dieses Wildereiprobelm eindrücklich aufmerksam machen. Eine schöne Gelegenheit, die wir in Europa bislang nur sehr selten hatten!


10.09.2017 - Malta

Auf Malta abgeschossene Rohrweihe (© Birdlife Malta)Auf Malta abgeschossene Rohrweihe (© Birdlife Malta) Die Jagdsaison auf Malta ist gerade erst 10 Tage eröffnet, und schon wurden 6 illegal abgeschossene geschützte Vögel gemeldet. Nach drei Bienenfressern, einem Nachtreiher und einem Graureiher haben Mitarbeiter unseres Partnerverbandes BirdLife Malta heute Morgen eine angeschossene Rohrweihe geborgen. Der Vogel war bei Mgarr im Norden der Insel gefunden worden, die Röntgenaufnahme zeigt Schrot im Körper des gefährdeten Greifvogels.

Der Fundort ist ganz in der Nähe des Hauptquartiers unseres Vogelschutzcamps - seit gestern sind auch Mitglieder des Komitees gegen den Vogelmord für drei Wochen auf Malta im Einsatz.


09.09.2017 - Malta

Seit heute läuft unser Herbst-Vogelschutzcamp auf Malta. Bis zum 30.09. werden mehr als 20 Vogelschützer aus ganz Europa an der Aktion teilnehmen. Unser Hauptaugenmerk wird auf der Überwachung der Rastplätze und Durchzuggebiete von Greifvögeln, Reihern und Störchen liegen, die jetzt auf dem Weg nach Afrika sind und auf dem Flug über das Mittelmeer einen Zwischenstopp einlegen müssen. In den letzten Jahren haben wir das Phänomen des Abschusses geschützter Arten auf Malta deutlich unter Kontrolle bekommen - wir sind sehr gespannt, wie es in diesem Herbst aussieht. Unser Partner Birdlife Malta hat in den letzten Tagen 4 illegal geschossenene Vögel dokumentiert, darunter eine Rohrweihe und ein Bienenfresser.


09.09.2017 - Zypern

Teichrohrsänger auf einer Leimrute in ZypernTeichrohrsänger auf einer Leimrute in ZypernBei unserem Zugvogelschutzcamp auf Zypern sind gestern zwei Komitee-Mitglieder angegriffen worden. Drei kriminelle Wilderer haben sie fast 2 Stunden festgehalten, ein Mobiltelefon, ein Tablet und eine SD-Karte mit Beweismaterial gestohlen. Letztlich kamen die beiden aber unverletzt frei. Inzwischen haben wir 276 Leimruten gefunden, zahlreiche Vögel - darunter der Teichrohrsänger auf dem Foto - wurden unversehrt freigelassen. Drei Täter wurden nach unseren Hinweisen überführt. Die Strafen können sich sehen lassen: Für das Aufstellen von Leimruten muss einer 2.500 € zahlen, ein anderer für Netze 4.000 €. Der dritte Wilderer muss für das illegale Töten eines Feldhasens und Vogelfangs sage und schreibe 11.000 € zahlen! Der Druck auf die Vogelfänger steigt deutlich!


06.09.2017 - Libanon

Heute Morgen ist ein Komitee-Team Zeuge eines Greifvogelmassakers auf dem Mount Lebanon geworden. In den Wäldern des Gebirgszugs östlich von Beirut hatten hunderte Wespenbussarde übernachtet. Am frühen Morgen haben die hier versammelten Jäger die hochgradig gefährdeten Vögel unter Beschuss genommen und dabei mindestens 50 Bussarde abgeschossen. Die Tiere fielen zum Teil vor die Füße unseres Teams - die schockierenden Aufnahmen haben wir in einem Video zusammengefasst, das Sie hier finden


06.09.2017 - Libanon

Angeschossene Rohrweihe, Libanon, 06.09.2017Angeschossene Rohrweihe, Libanon, 06.09.2017Ein Team des Komitees gegen den Vogelmord und der Society for the Protection of Nature in Lebanon (SPNL) hat heute in den Bergen östlich von Beirut (Libanon) eine angeschossene Rohrweihe gefunden. Der schwer verletzte Vogel konnte von uns geborgen werden. In der Umgebung waren zuvor zahlreiche Schüsse auf überfliegende Greifvögel gefallen. Die von uns gerufene Polizei war schnell zur Stelle, die Jäger konnten in dem unübersichtlichen Gelände trotzdem fliehen.

Die Weihe wurde zu einem Tierarzt gebracht, ihre Überlebenschancen sind nicht besonders hoch.






05.09.2017 - Libanon

Libanesischer Jäger präsentiert frisch geschossenen Neuntöter.Libanesischer Jäger präsentiert frisch geschossenen Neuntöter.Die beiden derzeit im Libanon eingesetzten Teams des Komitees gegen den Vogelmord werden stündlich Zeugen von Wilderei. Obwohl die Jagd komplett verboten ist, werden überall Greif- und Singvögel unter Beschuss genommen, Jäger spazieren mit ihren Waffen durch die Dörfer, Mönchsgrasmücken werden mit verbotenen Lockgeräten vor die Flinten gelockt, in Zoogeschäften werden mit Netzen gefangene Stieglitze zum Kauf angeboten. Die Täter sind sich dabei ziemlich sicher, kein Problem mit der Polizei zu bekommen: So zeigt uns der junge Wilderer auf dem Foto ungeniert einen frisch geschossenen Neuntöter. Unrechtsbewusstsein? Fehlanzeige!


04.09.2017 - Brescia (Italien)

Trauerschnäpper, gefangen in einer Schlagfalle in Brescvia (Norditalien)Trauerschnäpper, gefangen in einer Schlagfalle in Brescvia (Norditalien)Gutes Ergebnis unseres Brescia-Einsatzes (Norditalien): In den letzten 10 Tagen haben Komitee-Mitglieder zusammen mit der Polizei insgesamt 12 aktive Fangstellen für Trauerschnäpper in den Bergen westlich des Gardasees gefunden. Die Beamten konnten nach Hinweis des Komitees gegen den Vogelmord 8 Wilderer überführen, 120 Schlagfallen (siehe Foto) und 25 Netze wurden sichergestellt. Die größte Fangstelle war mit 8 Netzen mit einer Gesamtlänge von 135 Metern bestückt, hier wurden 76 Trauerschnäpper lebend befreit. Wir hatten nicht mit so vielen Fangstellen gerechnet - im nächsten Jahr werden wir den Einsatz dort ausweiten!


03.09.2017 - Libanon

Komitee-Team und llibanesische Polizei im EinsatzKomitee-Team und llibanesische Polizei im EinsatzHeute hat das Komitee gegen den Vogelmord seinen ersten Wilderer im Libanon erwischt: Der Mann hat im Gebirge östlich der Hauptstadt Beirut auf Grasmücken geschossen (oberes Foto) und wurde von einem unweit versteckten Komitee-Team dabei gefilmt. Die sofort gerufene Polizei kam sehr schnell (unteres Foto) und hat professionell reagiert. Die Personalien des Mannes wurden aufgenommen, Fotos wurden vom Komitee als Beweismaterial zur Verfügung gestellt. Innerhalb der letzten 2 Tage haben wir bereits 120 Verstöße gegen die Naturschutzgesetzgebung dokumentiert!


03.09.2017 - Zypern

Aus Netzen gerettet: Neuntöter (links) und Maskenwürger (rechts)Aus Netzen gerettet: Neuntöter (links) und Maskenwürger (rechts)Auf Zypern waren wir sehr erfolgreich in den letzten Tagen. Zusammen mit der Polizei haben wir weitere 11 Netze und 226 Leimruten einsammeln können. Drei Wilderer wurden nach unseren Hinweisen überführt. Dieses Mal waren wir keine Sekunde zu spät - alle 56 Vögel, die wir in den Netzen und Fallen gefunden haben, konnten wir unversehrt freilassen.

Der Neuntöter (links) und der Maskenwürger (rechts) auf dem Foto mussten kurz in unserem Fahrzeug versorgt werden - heute Morgen wurden sie in die Freiheit entlassen.



02.09.2017 - Libanon

Das Komitee-Team im LibononDas Komitee-Team im LibononUnser Team für das erste Komitee-Vogelschutzcamp im Libanon:

Wilderei-Experten des Komitees gegen den Vogelmord aus Italien, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und der Türkei sowie Vogelschützer unseres neuen libanesischen Partnerverbandes SPNL.

Die Vogeljäger müssen sich warm anziehen!




01.09.2017 - Libanon

Um die libanesische Regierung im Kampf gegen die Wilderei zu unterstützen, organisieren des Komitee gegen den Vogelmord und die SPNL im September 2017 erstmals ein Vogelschutzcamp im Zedernstaat. Der Einsatz wird während des Höhepunktes des Durchzugs der Weißstörche vom 1. bis zum 15. September durchgeführt. Unterstützt von einheimischen Vogelschützern werden sechs Komitee-Experten aus Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien und der Türkei bekannte Zentren der Wilderei überwachen und alle Abschüsse geschützter Arten dokumentieren und an die Polizei melden. Die Aktion an der Grenze zum syrischen Bürgerkriegsgebiet ist die bislang gefährlichste in unserer Vereisgeschichte.


27.08.2017 - Zypern

Neuntöter in Fangnetz auf der britischen Militärbasis Dhekelia (Zypern)Neuntöter in Fangnetz auf der britischen Militärbasis Dhekelia (Zypern)Wir haben uns entschieden, in diesem Herbst sehr früh unser Zugvogelschutzcamp auf Zypern zu starten. Am gestrigen Montag waren unsere Teams das erste Mal im Einsatz, zwei Wochen früher als in den letzten Jahren. Und es hat sich gezeigt, dass wir keinen Tag zu früh sind: Im Britischen Militärgebiet Dhekelia haben wir direkt eine riesige Fangstelle mit 6 großen Fangnetzen gefunden. Zusammen mit der Polizei haben wir 30 Vögel gerettet, darunter alleine 10 Nachtigallen! Für einige Tiere waren wir leider zu spät - der Neuntöter auf dem Foto hat nicht überlebt, er ist in dem hauchfeinen Gespinst elendiglich zugrunde gegangen.

Unser Vogelschutzcamp auf Zypern wird 6 Wochen laufen, erst Mitte Oktober - zum Ende des Vogelzugs - werden wir die Insel wieder verlassen.


23.08.2017 - Malta

Zwergstrandläufer - gefunden bei einem maltesischen "Vogelsammler"Zwergstrandläufer - gefunden bei einem maltesischen "Vogelsammler"Watvogelfang auf Malta fast verschwunden - positive Bilanz des Komitee-Sommereinsatzes auf der Mittelmeerinsel: In den letzten 2 Wochen haben Komitee-Teams auf Malta nach Fanganlagen für geschützte Regenpfeifer, Strandläufer und andere Watvögel gesucht. 2014 hatten wir noch 22 mit riesigen Schlagnetzen bestückte Fangstellen gefunden, jetzt im August waren es nur noch drei! Ein Vogelfänger wurde nach unserem Hinweis von der Polizei überführt, mindestens zwei Schlagnetze wurden sichergestellt. Die Zugvögel werden mit elektronischen Lockgeräten in die Netze gelockt - 2014 hatten wir noch 18 solcher Geräte gefunden, dieses Jahr nur noch vier. Wir haben das Phänomen des Watvogelfangs auf Malta nach wenigen Jahren intensiver Arbeit unter Kontrolle bekommen - ein tolles Ergebnis!


19.08.2017 - Serbien

Geschossene Wachteln und elektronische Lockgeräte (Serbien)Geschossene Wachteln und elektronische Lockgeräte (Serbien)Heute beginnt das Komitee-Vogelschutzcamp in Serbien. In dem Balkanland ist die Verwendung illegaler Lockanlagen bei der Wachteljagd weit verbreitet. Hunderte dieser mit Autobatterien betriebenen Geräte stehen in den Feldern Serbiens und locken die jetzt durchziehenden Wachteln an. Die Rufe gaukeln ihnen einen geeigneten Rastplatz vor - aber statt Ruhe und Nahrung erwarten sie die Jäger! Jede Anlage kann bis zu 100 Vögel in einer Nacht anlocken, ein Großteil der arglosen Tiere wird abgeschossen. Im letzten Herbst hatten wir zusammen mit unseren serbischen Partnern und der Polizei 56 Lockgeräte abgebaut (Foto), 21 Jäger konnten überführt werden. Der Wachtelbestand ist in ganz Europa im Sinkflug - inzwischen ist der kleine Hühnervogel überall gefährdet.


04.08.2017 - Malta

Komitee-Mitarbeiterin mit sichergestelltem Regenpfeifer-LockvogelKomitee-Mitarbeiterin mit sichergestelltem Regenpfeifer-LockvogelKomitee-Einsatz auf Malta: Auch wenn draußen noch Sommer ist - der Herbstdurchzug unserer Zugvögel hat bereits begonnen. Vor allem Watvögel wie Bruch- und Waldwasserläufer (Foto oben), Zwergstrandläufer und Rotschenkel sind schon an den Stränden des Mittelmeers angekommen. Diese Arten sind eine begehrte Beute maltesischer Vogelfänger. Mit riesigen Schlagnetzen (Foto unten) stellen sie den Gästen aus Skandinavien illegal nach – die Tiere landen in der Pfanne. Am heutigen Freitag beginnt deswegen auf Malta das erste Komitee-Vogelschutzcamp des 2. Halbjahres. In den nächsten zwei Wochen werden unsere Mitglieder aktive Fangstellen suchen und mit Hilfe der Polizei stilllegen. Der Watvogelfang ist durch die Komitee-Aktionen bereits deutlich zurückgegangen, wir sind gespannt, wie es diesen August aussieht!