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Tagebuch zu den Herbstaktionen 2017

Von Mitte August bis Dezember 2016 finden wieder die Vogelschutzcamps des Komitees gegen den Vogelmord im Mittelmeerraum statt. Einsätze sind in Italien, Frankreich, Spanien, Serbien, auf Malta und Zypern sowie im Libanon geplant.

Unsere Vogelschutzcamps werden vor allem über Spenden finanziert. Zudem fördern die Stiftung Pro Artenvielfalt , die Karl-Kaus-Stiftung und der Landesbund für Vogelschutz Bayern (LBV) unsere Arbeit für einen besseren Zugvogelschutz in Europa.

Hier informieren wir Sie wieder regelmäßig über unsere Einsätze ...


Gesamtergebnis Herbst 2017:

  • Eingesammelte Bogenfallen: 96
  • Eingesammelte Schlagfallen: 630
  • Eingesammelte Netze: 207
  • Eingesammelte Leimruten: 3.716
  • Eingesammelte andere Fallen: 22
  • Eingesammelte Rosshaarschlingen: 0
  • Überführte Wilderer: 76
  • letzte Aktualisierung: 05.11.2017

05.11.2017 - Brescia (Italien)

Am letzten Tag des Vogelschutzcamps in Brescia gefunden: Eine einzeln aufgestellte Schlagfalle mit einem frisch gefangenen Rotkehlchen.Am letzten Tag des Vogelschutzcamps in Brescia gefunden: Eine einzeln aufgestellte Schlagfalle mit einem frisch gefangenen Rotkehlchen.Nun ist auch das Komitee-Vogelschutzcamp in Brescia abgeschlossen: Pünktlich zum Wintereinbruch in den Alpen haben wir am heutigen Sonntag unseren 5wöchigen Einsatz in den Bergen zwischen Gardasee und Iseosee beendet. Die rund 50 Teilnehmer haben an 73 Standorten insgesamt 96 Bogen- und 630 Schlagfallen, 41 Fangnetze und 15 kleine Schlagnetze sowie 7 Käfigfallen gefunden. Die Polizei hat 48 Wilderer aufgrund unserer Hinweise überführt. Bei Hausdurchsuchungen wurden weitere 62 Fangnetze und rund 450 tiefgefrorene Singvögel sichergestellt. Bei Jägern und Vogelhändlern haben die Beamten mehr als 800 lebende Finken, Drosseln, Meisen und Rotkehlchen beschlagnahmt und dem Komitee zur Freilassung übergeben. Die hoch aussehenden Zahlen täuschen darüber hinweg, dass die Wilderei in Brescia deutlich rückläufig ist - so wenige aktive Fangstellen hatten wir noch nie! Danke an alle Teilnehmer und Spender - dieser Erfolg ist Ihr Erfolg!


04.11.2017 - Zypern

Gartenrotschwanz auf Leimrute (Zypern)Gartenrotschwanz auf Leimrute (Zypern)Zypern: Fast 3.500 Vogelfallen eingesammelt! Heute geht das Vogelschutzcamp des Komitees gegen den Vogelmord auf Zypern zuende. Seit Ende August waren mehr als 30 Natur- und Tierfreunde aus Groß-Britannien, Deutschland, Italien, Slowenien, Frankreich und den USA auf der Mittelmeerinsel im Einsatz. In den 9 Wochen haben sie 3.353 Leimruten, 143 Fangnetze und 96 elektronische Lockanlagen gefunden und zusammen mit der Polizei abgebaut. 20 Wilderer konnten aufgrund unserer Hinweise überführt werden. 420 Vögel wurden aus den illegalen Fanggeräten befreit, neben Grasmücken, Laubsängern und Rohrsängern auch viele Gartenrotschwänze (Foto). Der Vogelzug ist nun vorbei und die Wilderei hört für eine kurze Zeit auf. Wenn in wenigen Wochen die Winter-Fangsaison beginnt, startet das Komitee gegen den Vogelmord das nächste Vogelschutzcamp auf Zypern. Ein großer Dank an allen Helfer für die tolle und nicht ungefährliche Arbeit und natürlich auch an alle Unterstützer, ohne deren Spenden ein so langer Einsatz gar nicht möglich gewesen wäre!!!


02.11.2017 - Brescia (Italien)

Trauriger Fund am IdroseeTrauriger Fund am IdroseeAuf einer Fangstelle am Idrosee (Brescia/Norditalien) haben wir heute eine traurige Entdeckung gemacht: Es gab zwar keine Fallen mehr, aber neben Federn und etwas Blut lag der Kopf eines Rotkehlchens im Herbstlaub. Der Wilderer hatte offenbar gestern seine Fallen selbst abgebaut, denn mit dem Frost in den Höhenlagen der Alpen geht die Fangsaison langsam zuende. Der Mann hatte dem letzten Rotkehlchen, das er mit seinen Fallen gefangen hatte, einfach den Kopf abgerissen, um es zu töten. Manchmal sind selbst erfahrene Mitarbeiter des Komitees gegen den Vogelmord fassungslos.


02.11.2017 - Malta

Schlagnetz zum Finkenfang auf MaltaSchlagnetz zum Finkenfang auf MaltaTrotz des schwebenden Gerichtsverfahrens vor dem Europäischen Gerichtshof ist der Singvogelfang auf Malta in vollem Gange. Um sich die Stimmen der Fänger für die nächste Wahl zu sichern, hat Ministerpräsident Joseph Muscat unglaubliche 6.000 (sechstausend!) Lizenzen für den Fang von Finken, Drosseln und Regenpfeifern ausstellen lassen. Überall auf der Insel singen zur Zeit die Lockvögel und lotsen ihre Artgenossen in die Klappnetze der Fänger (siehe Foto). Das Komitee ist mit mehreren Teams vor Ort, um den Massenfang für die Europäische Kommission zu dokumentieren. Dabei stoßen sie auch immer wieder auf Fangplätze, für deren Bau die Fänger großflächig die auf Malta streng geschützte Garrigue (mediterrane Zwergstrauchheide) zerstört haben. Allein in den letzten zwei Wochen wurden insgesamt 140 derartige Fälle an die Regierungsbehörde WBRU (Wild Bird Regulation Unit) gemeldet, die nun jeden Fall einzeln prüfen will.


01.11.2017 - Zypern

Britische Militärpolizei befreit Vogel aus illegalem Fangnetz auf ZypernBritische Militärpolizei befreit Vogel aus illegalem Fangnetz auf ZypernGute Nachrichten aus dem britischen Militärgebieten auf Zypern: Nach unserer Protestkampagne im letzten Jahr hat sich die Kooperation mit der SBA-Police, die für die britischen Militärliegenschaften im Süden der Mittelmeerinsel Zypern zuständig ist, deutlich verbessert. In den letzten 8 Woche haben Komitee-Mitarbeiter 95 Fälle von Wilderei an die Beamten gemeldet, ausnahmslos alle Hinweise wurden zügig bearbeitet. Nach unseren Hinweisen haben die Polizisten 85 Netze, 42 Lockanlagen und 120 Netzstangen im militärischen Sperrgebiet rund um Cape Pyla sichergestellt. Etwa 250 Singvögel wurden aus den Netzen befreit, darunter neben Grasmücken und Schnäppern auch viel Rohrsänger.

Aufgrund der erfolgreichen Zusammenarbeit ist die Zahl aktiver Fangstellen im britischen Zuständigkeitsbereich gegenüber 2016 um fast ein Viertel zurückgegangen!


29.10.2017 - Brescia (Norditalien)

BogenfalleBogenfalleBogenfallen gehören zu den grausamsten Tierfallen überhaupt. Mit Ebereschenbeeren angelockten Rotkehlchen verfangen sich in einer Schlinge, die ihnen die bei lebendigem Leib die Beine zerschmetterz. Bogenfallen gab es früher in ganz Europa, heutzutage findet man sie nur noch am Gardasee in Norditalien. Während der Vogelschutzcamps des Komitees gegen den Vogelmord haben wir in den 1990er noch bis zu 12.000 Stück in zwei Wochen gefunden, dieses Jahr sind es nach vier Wochen sage und schreibe 96!

Diese Jagdmethode steht dank unserer Einsätze unmittelbar vor den Aussterben!


28.10.2017 - Valencia (Spanien)

Kontrolle einer Fanganlage in OstspanienKontrolle einer Fanganlage in OstspanienErfolgreiche Kampagne gegen den Vogelfang in Ostspanien: Die Komitee-Teams, die derzeit in Valencia und Castellon im Einsatz sind, haben in den letzten Tagen 4 aktive Fangstellen (die sog. "parany") mit hunderten Leimruten gefunden. Ein Wilderer wurde von der Guardia Civil überführt. Noch vor 5 Jahren haben wir hunderte Anlagen dieser Art gefunden - die Wilderei haben wir mit unseren Aktionen in kürzester Zeit fast zum Erliegen gebracht! Gefangen werden - oder vielmehr wurden - vor allem Drosseln, Rotkehlchen und Grasmücken, die mit Tonbandgeräten nachts auf die Leimruten gelockt wurden. Die "parany" sind auffällig zurecht geschnittene Bäume, die Fallen sind in den charakteristischen kaminähnlich nach oben gebogenen Ästen postiert.


26.10.2017 - Brescia (Norditalien)

Geschossener Fichtenkreuzschnabel (Italien)Geschossener Fichtenkreuzschnabel (Italien)In Brescia (Norditalien) wurde heute der 41. Wilderer des Komitee-Vogelschutzcamps überführt. Der lizenzierte Jäger hatte fünf Lebendfallen für Drosseln aufgestellt. Er wollte die gefangenen Tiere als Lockvögel verwenden. Als die uns begleitenden Polizeibeamten den Täter durchsuchten, fanden sie ein halbes Dutzend frisch geschossener Vögel - Blaumeisen, Buchfinken und Fichtenkreuzschnäbel (Foto), allesamt auch in Italien geschützt.


23.10.2017 - Brescia (Norditalien)

Östlich des Iseoses - im Gebirge der Provinz Brescia - wurde heute Wilderer Nr. 39 des diesjährigen Vogelschutzcamps in Norditalien überführt. Der Mann hatte zwei Netze und 21 Schlagfallen zum Fang von Rotkehlchen aufgestellt (siehe Foto). Teilnehmer des Campos hatten die abgelegene Fangstelle zuvor ausgekundschaftet und der Polizei gemeldet. Der Täter ist ein lizenzierter Jäger und erschien samt Flinte - Fallen, Netze und Waffe wurden beschlagnahmt. Fast die Hälfte aller von uns überführten Vogelfänger sind im Besitz eines Jagdscheins - die Grenzen zwischen Wilderei und Jagd sind fließend ...


22.10.2017 - Zypern

Mönchsgrasmücke auf Leimrute (Zypern)Mönchsgrasmücke auf Leimrute (Zypern)Eine weitere harte Nacht auf Zypern: Alleine in den letzten 12 Stunden haben die Komitee-Teams auf der Mittelmeerinsel vier aktive Fangstellen mit zahlreichen Leimruten gefunden und mehr als ein Dutzend Mönchsgrasmücken befreit (Foto). Die Nachtaktion war nicht ungefährlich - mehr als einmal mussten sich unsere Mitglieder verstecken, weil die Vogelfänger nachts mit Taschenlampen auf den Fangstellen auftauchten, um nach dem Rechten zu sehen. Das Vogelschutzcamp des Komitees gegen den Vogelmord läuft nun schon seit 7 Wochen, zusammen mit der Polizei und der Jagdaufsicht haben wir bereits 2.846 Leimruten, 120 Netze und 123 elektronische Lockanlagen abgebaut. 20 Wilderer wurden überführt, 354 Vögel wurden unversehrt befreit. Unsere Aktion auf Zypern läuft noch bis November.


21.10.2017 - Brescia (Norditalien)

In Brescia bei einem Vogelhändler von der Polizie sichergestelter DompfaffIn Brescia bei einem Vogelhändler von der Polizie sichergestelter DompfaffWilderer Nummer 30 geschnappt: In Brescia (Norditalien) wurde gestern ein weiterer Vogelfänger nach einem Hinweis des Komitees gegen den Vogelmord überführt. Der Mann hatte westlich des Gardasees ein großes Fangnetz mit zahlreichen lebenden Lockvögeln aufgestellt. Sein Ziel: Der Fang von Lockvögeln für die Jagd. Jäger zahlen bis zu 200 Euro für eine lebende Drossel oder einen Buchfinken. An dem Netz war auch ein Dompfaff postiert (Foto) - seine damit gefangenen Artgenossen sollten vermutlich als Stubenvögel verkauft werden.


19.10.2017 - Armenien

Armenische Jäger mit geschossenen GänsegeiernArmenische Jäger mit geschossenen GänsegeiernKleine Aktion gegen die Wilderei in Armenien: Anfang Oktober erreichte uns ein Foto, auf dem sich drei Jäger stolz mit zwei geschossenen Gänsegeiern präsentieren. Das Bild wurde in der Armavir-Region im Westen Armeniens aufgenommen und über soziale Medien verbreitet. Auf dem Foto ist ein Geländewagen mit Nummernschild zu sehen, was die Identifizierung der Täter leicht gemacht hat. Zusammen mit dem armenischen BirdLife-Partner ASPB und unseren Freunden der italienischen WWF-Jagdaufsicht haben wir Strafanzeige erstattet. Das zuständige Umweltministerium in Eriwan hat nun bestätigt, dass ein Verfahren gegen die Männer eingeleitet wurde.


18.10.2017 - Brescia (Norditalien)

Beim Komitee-Vogelschutzcamp in Brescia (Italien) waren wir in den letzten Tagen besonders erfolgreich. Die Polizei konnte aufgrund unserer Hinweise 13 weitere Wilderer überführen - insgesamt haben wir damit im Oktober schon 25 Vogelfängern am Iseosee das Handwerk gelegt. 277 Vogelfallen und 34 Fangnetze wurden abgebaut. Bei einem Vogelhändler, der offenbar mit Netzen in der freien Natur gefangene Singvögel als angebliche Nachzuchten verkaufte, sind mehr als 100 Tiere beschlagnahmt worden: Grün-, Buch- und Bergfinken, Stieglitze, Erlenzeisige, verschiedene Meisen und Drosseln. Das kleine Video zeigt einen Teil der Vögel ... die Tiere, deren Gefieder zum Teil stark beschädigt ist, werden nun in einem Auffangzentrum auf ihre Freilassung vorbereitet.


17.10.2017 - Zypern

Schleiereule, tot aufgefunden an einer Fanganlage auf ZypernSchleiereule, tot aufgefunden an einer Fanganlage auf ZypernDer Vogelfang auf Zypern hat auch einen großen Einfluss auf Eulen: Unsere Teams beobachten immer wieder Eulen, die die ganzen Nacht um Fanganlagen ihre Kreise ziehen, um die vermeintlichen Singvögel zu jagen, die sie durch die elektronischen Lockvogelanlagen hören. Wenn in Fanganlagen bereits Sindvögel gefangen sind, versuchen die Eulen sie zu fangen und geraten dabei selber in die großen Netze oder bleiben an den Leimruten kleben.

Vor einigen Tagen fanden wir eine Schleiereule tot neben einer Fanganlage (Foto). Offenbar hat der Fänger das Tier noch lebend auf einer Leimrute gefunden. Doch anstatt sie zu befreien, hat er ihr einen Flügel gebrochen und sie einem langsamen und qualvollen Tod überlassen. Mehr Glück hatte eine Waldohreule, die ebenfalls an einer Leimrute klebte. Diese fanden wir vor dem Fänger und konnten sie vom Leim befreien und unversehrt wieder auf die Reise schicken.


13.10.2017 - Brescia (Norditalien)

Hausrotschwanz in SchlagfalleHausrotschwanz in SchlagfalleZwei Wilderer auf einen Streich: In einem abgelegenen Tälchen im Gebirge westlich des Gardasees haben wir 10 Jahre versucht, einen Wilderer zu überführen. Jeden Oktober hat er an der Baumgrenze Fallen für Rotkehlchen und Hausrotschwänze aufgestellt. Mehrfach lagen Polizisten aufgrund unseres Hinweises hier auf der Lauer, immer erfolglos, weil der Vogelfänger Wind von der Aktion bekommen hatte oder die Beamten (bzw. wir) beim Aufstieg gesehen worden waren. Jetzt hat es geklappt! Nach langwierigen Vorbereitungen wurde der Mann gestern inflagranti überführt. Und nicht nur das. Während die Beamten auf der Lauer lagen, beobachten sie einen zweiten Wilderer, der im gleichen Bereich seine Rotkehlchenfallen aufstellte - auch er wurde gefasst. Jetzt kehrt hoffentlich Ruhe in dem Tal ein!


11.10.2017 - Malta

Und wieder ein Urteil gegen einen maltesischen Vogelfänger: Vor dem Strafgericht in Valletta musste sich heute ein maltesischer Wilderer wegen des illegalen Fangs von Watvögeln verantworten. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann im Dezember 2015 während der nächtlichen Schonzeit Goldregenpfeifern mit einem riesigen Klappnetz nachgestellt hatte. Die Hauptzeugen der Anklage waren - wie bei fast allen ähnlich gelagerten Fällen der letzten Jahre - Angestellte des Komitees gegen den Vogelmord, die den Fall an die Polizei gemeldet hatten. Der Fänger wurde zu einer Geldstrafe von 1.300 Euro verurteilt und seine Jagdlizenz für 2 Jahre eingezogen.


09.10.2017 - Brescia (Norditalien)

Rotkehlchen in Fangntez (Norditalien)Rotkehlchen in Fangntez (Norditalien)Wilderer Nr. 6 geschnappt: Am Nordufer des Iseosees (Norditalien) hat die Polizei nach einem Hinweis des Komitees gegen den Vogelmord einen Wilderer an einem illegalen Fangnetz gestellt. Ein Komitee-Team hatte die Fangstelle zuvor gefunden und den Beamten gemeldet. Es ist der 6. Vogelfänger, der während unseres diesjährigen Vogelschutzcamps in Brescia überführt wurde. Die Zahl der Netze ist deutlich rückläufig - innerhalb einer Woche haben wir nun 11 Stück gefunden, vor 10 Jahren waren es im gleichen Zeitraum noch mehr als 30. Mit Netzen werden hauptsächlich Drosseln und Rotkehlchen (Foto) gefangen. Unser Einsatz in Brescia läuft noch bis Anfang November.


08.10.2017 - Zypern

Gartenrotschwanz auf LeimruteGartenrotschwanz auf LeimruteManchmal braucht man einfach mal Glück: Gestern hat ein Komitee-Team auf Zypern zur Mittagszeit eine kurze Rast unter einem Baum gemacht. Einer der Teilnehmer des Vogelschutzcamps - Jason, ein Ornithologe aus den USA - hat die Pause für ein wenig Vogelbeobachtung genutzt und entdeckte unweit einen im Gebüsch zappelnden Gartenrotschwanz. Das Team schlich sich an und stellte fest, dass der seltene Zugvogel auf einer gut versteckten Leimrute klebte (siehe Foto). In kurzer Zeit fanden sie 89 der brutalen Klebefallen - zwei Gartenrotschwänze, drei Mönchsgrasmücken, ein Zilpzalp und eine Klappergrasmücke wurden unversehrt befreit.

Bislang haben wir während des Zypern-Vogelschutzcamps innerhalb von sechs Wochen 2.023 Leimruten und 97 Netze gefunden, die Polizei hat 18 Wilderer aufgrund unserer Hinweise überführt.


07.10.2017 - Brescia (Norditalien)

Am Iseosee sichergestellte Schlagfallen (Archivbild)Am Iseosee sichergestellte Schlagfallen (Archivbild)Heute in der Abenddämmerung ist der dritte Wilderer des laufenden Komitee-Vogelschutzcamps im norditalienischen Brescia überführt worden. Der Mann (mit gültiger Jagdlizenz) hatte - wie die beiden anderen auch - unweit des Iseosees Schlagfallen für Rotkehlchen aufgestellt. Ein Komitee-Team hatte die Fangstelle zuvor ausgekundschaftet und der Polizei gemeldet. Die Beamten haben 110 der brutalen Fanggeräte sichergestellt!

Wilderer Nr. 2 des Camps hatte 36 Fallen aufgestellt - er wurde gestern erwischt. An einer anderen Stelle wurden 2 Schlagfallen gefunden und abgebaut.



04.10.2017 - Zypern

Gartenrotschwanz auf LeimruteGartenrotschwanz auf LeimruteDas Komitee-Vogelschutzcamp auf Zypern läuft nun schon 6 Wochen, hier eine kleine Zwischenbilanz:

106 aktive Fangstellen gefunden
1.630 Leimruten sichergestellt
80 Netze sichergestellt
53 Mönchsgrasmücken-Lockgeräte abgebaut
17 Wachtel-Lockgeräte abgebaut
16 Wilderer überführt
181 Vögel unversehrt befreit
100 Netzstangen beseitigt


Der Vogelfang ist dieses Jahr deutlich rückläufig. 2016 hatten wir innerhalb von 7 Wochen noch fast 4.000 Leimruten und 180 Netze gefunden!


03.10.2017 - Malta

Falken unter Beschuss: Aktuell herrscht über dem Mittelmeer ein ähnlich unbeständiges Wetter wie in Deutschland. Das sorgt dafür, dass viele Zugvögel wie auch Turm- und Baumfalken Schutz auf Malta suchen. Und für manche wird diese Entscheidung zum Verhängnis.Sie werden, während sie in Bodennähe durch die Sturmböen manövrieren, beschossen.
Gestern (Montag) haben unsere Bird Guards auf Malta um 16:40Uhr live mit angesehen (und auf Video festgehalten), wie in der Nähe des Ortes Mtachleb ein Turmfalke abgeschossen wurde. Die sofort verständigte Polizei hat das Gebiet durchsucht, jedoch weder Falke noch Wilderer gefunden...


03.10.2017 - Brescia (Norditalien)

Rotkehlchen in SchlagfalleRotkehlchen in SchlagfalleErster Wilderer des Herbsteinsatzes in Italien geschnappt: Heute morgen hat die Polizei am Iseosee einen Vogelfänger mit 35 illegalen Schlagfallen überführt. Ein Komitee-Team hatte die Fangstelle gestern entdeckt und den Beamten heute morgen noch vor der Dämmerung gezeigt.
Die Stelle ist uns seit Jahren bekannt, bislang hatten wir nie Erfolg mit einer Polizeiaktion. Jedes Mal, wenn wir hier eine Kontrolle durchgeführt haben, waren nur Spuren des Vogelfangs zu sehen (wie z.B. Federn oder Blut), Fallen waren Jahre nicht gesehen worden - der Täter war einfach zu vorsichtig. Bis heute!

Das Foto - Rotkehlchen in Schlagfalle - entstand gestern an besagter Fangstelle. Es ist vermutlich das vorerst letzte Opfer dieses Vogelfängers.



30.09.2017- Malta

Polizei baut Fangnetz in Mizieb ab. Kleines Bild unten links: Tote Rohrweihe.Polizei baut Fangnetz in Mizieb ab. Kleines Bild unten links: Tote Rohrweihe.Mizieb - öffentlich und für jeden zugänglich - auch in der Jagdsaison: Nach jahrelangem Rechtsstreit hat ein Gericht in Valletta am Mittwoch das Urteil gefällt, dass die maltesische Jagdorganisation FKNK keinerlei Besitzansprüche an dem Waldgebiet Mizieb (im Norden der Insel, zwischen Xemxija und Manikata) hat.

Diese neue "Freiheit" haben wir sofort ausprobiert und sind trotz Jagdzeit dort spazieren gegangen. Während dieses zweistündigen Spaziergangs sind wir jeder Menge wütender Jäger begegnet, haben allerdings auch eine aktive Finkenfangstelle und eine tote Rohrweihe mit typischen Schusswunden. Die dazugerufene Umweltpolizei ALE ermittelt in beiden Fällen.


30.09.2017 - Brescia (Norditalien)

In Schlagfallen gefundene Rotkehlchen (Norditalien)In Schlagfallen gefundene Rotkehlchen (Norditalien)Heute startet der größte Komitee-Einsatz: Das Vogelschutzcamp im norditalienischen Brescia. Fünf Wochen lang werden 70 Teilnehmer aus ganz Europa in den Bergen zwischen Gardasee und Iseosee nach illegalen Fallen und Netzen suchen. Die Wilderer haben hier ein ganzes Arsenal von Fanggeräten in Gebrauch, um vor allem Rotkehlchen zu fangen (Foto). Unser Ziel ist es, zusammen mit der Polizei die Vogelfänger in flagranti zu überführen oder - wo ein Polizeieinsatz nicht möglich ist - die Fallen und Netze abzubauen. Unterstützt werden wir dabei von unseren Freunden von der LAC - Lega Abolizione Caccia und dem Wildtierauffangzentrum Centro Fauna Selvatica Il pettirosso.


29.09.2017 - Zypern

Aus Netz befreite Mönchsgrasmücke (Zypern)Aus Netz befreite Mönchsgrasmücke (Zypern)Seit letzter Woche ist der Durchzug von Mönchsgrasmücken und anderen Kleinvögeln auf Zypern deutlich stärker geworden. Das wissen nicht nur die Teams des Komitees gegen den Vogelmord, die dort täglich im Einsatz sind, sondern auch die Vogelfänger. Im Bereich um die Kleinstadt Vrysoulles hatten wir schon länger die Vorbereitungen der Wilderer beobachtet, die in Erwartung der Vogelschwärme ihre Fangstellen präparierten. In den letzten zwei Nächten konnten wir die Polizei zu den von uns ausgekundschafteten Stellen führen - in kürzester Zeit wurden 21 Netze, 9 elektronische Lockanlagen und 25 Befestigungseinrichtungen für Netze abgebaut. 62 frisch gefangene Vögel konnten befreit werden, darunter die Mönchsgrasmücke auf dem Foto.
Unser Vogelschutzcamp läuft jetzt schon seit einem Monat, bislang haben wir 110 aktive Fangstellen stillgelegt - 1.275 Leimruten, 64 Netze und 45 Lockanlagen wurden abgebaut, die Polizei konnte 14 Wilderer aufgrund unserer Hinweise überführen.


25.09.2017 - Libanon

Frisch geschossene Wespenbussarde im Norden des Libanons.Frisch geschossene Wespenbussarde im Norden des Libanons.Durch unseren Einsatz im Libanon haben wir zu einer großen öffentlichen Wahrnehmung des Problems im Land selbst beigetragen. Wir erhalten inzwischen täglich neue Informationen und Bilder aus der Bevölkerung, die das schreckliche Ausmaß der Zugvogelwilderei immer deutlicher machen. Gestern erhielten wir die hier beigefügten Handyfotos eines Wanderers, der ganz im Norden des Libanon nahe der syrischen Grenze unterwegs war - zu sehen ist ein Dutzend frisch geschossener Wespenbussarde. Wir sammeln diese Informationen, um einen besseren Überblick über die Brennpunkte zu bekommen, die wir dann bei den kommenden Einsaätzen abdecken wollen. Die große Aufmerksamkeit zeigt aber auch, dass es viele Menschen im Libanon gibt, die der Wilderei nicht mehr tatenlos zusehen wollen - letztlich ein gutes Zeichen und ein Hoffnungsschimmer!


22.09.2017 - Malta

Bird Guard bei Mgarr/MaltaBird Guard bei Mgarr/MaltaDerzeit rastet ein Zwergadler auf Malta - neben zahlreichen weiteren Greifvogelarten. Bei einer solchen Rarität sind wir besonders wachsam Heute abend sind allein im Waldgebiet Buskett (wo absolutes Jagdverbot herrscht, was auch strikt eingehalten wird) 15 Wespenbussarde, 10 Rohrweihen und verschiedene Falken zur Rast eingekehrt, dazu kommen etwa 80 Graureihern in der Umgebung.

Unsere Bird Gurads halten natürlich Wache - in den letzten Tagen war es aber erfreulich ruhig!


19.09.2017 - Zypern

Von Leimrute befreite MönchsgrasmückeVon Leimrute befreite MönchsgrasmückeLetzte Nacht hat ein Komitee-Team auf Zypern einen Einsatz der etwas gefährlicheren Art hinter sich gebracht: Um 3 Uhr haben sich die Vogelschützer an eine Fangstelle unweit von Vrysoulles angeschlichen, von der schon aus der Ferne elektronische Grasmücken-Gesänge zu hören waren. Der Wilderer ist ein bekannter Krimineller, der seine Fallen stets sehr gut bewacht. Als unser Team ankam, kontrollierte er gerade mit der Taschenlampe seine Leimruten. Nachdem er fertig war, sind die Komitee-Mitglieder losgerannt und haben in kürzester Zeit 117 Leimruten und drei Lockgeräte abgebaut. Bevor der Wilderer bemerkt hat, was los ist, waren die Vogelschützer wieder in der Nacht verschwunden. Damit haben wir in den letzten 3 Wochen 840 Leimruten und 37 Netze gefunden, 11 Vogelfänger wurden überführt. Die Mönchsgrasmücke auf dem Bild wurde bei der Nachtaktion auf einer Leimrute klebend gefunden - sie musste mit in unsere Unterkunft, weil ihr Gefieder völlig verklebt war. Sie ist inzwischen wieder in Freiheit!


16.09.2017 - Zypern

Klappergrasmücke auf einer LeimruteKlappergrasmücke auf einer LeimruteSchüsse auf Komitee-Mitglieder: In Paralimni, einer Hochburg der Wilderei im Südosten Zyperns, ist gestern ein Komitee-Team unter Beschuss geraten. Die Vogelschützer aus Groß-Britannien und Italien wollten gerade illegal ausgelegte Leimruten einsammeln, als der Wilderer - ein Restaurantbesitzer - mit einer Schrotflinte auftauchte. Er schoss zweimal in die Luft und rief dann "Ich will Euch um Euer Leben laufen sehen". Als unsere Mitglieder den Rückzug antraten, schoss er hinter ihnen her und traf dabei mehrfach. Aufgrund der Entfernung gab es zum Glück nur Prellungen durch die Schrotkugeln. Die sofort benachrichtigte Polizei nahm den 50jährigen Mann mit auf das Revier und stellte seine Waffe sicher. In kürzester Zeit hatten sich 60 Unterstützer des Wilderers vor der Polizeistation eingefunden, forderten seine Freilassung und ein Ende des Komitee-Vogelschutzcamps. Der Täter wurde daraufhin entlassen. Unser Teams sind natürlich unerschrocken und längst wieder im Einsatz.


15.09.2017 - Malta

Komitee-Mitglied mit von der maltesischen Polizei sichergestelltem Netz und Lockgerät.Komitee-Mitglied mit von der maltesischen Polizei sichergestelltem Netz und Lockgerät.Erster Wilderer der Saison auf Malta geschnappt: Während eines nächtlichen Einsatzes im Südwesten von Malta haben Komitee-Mitglieder in der Nähe der Stadt Zurrieq einen aktiven Watvogel-Fangplatz mit elektronischen Lockvögeln - Austernfischer und Rotschenkel (beides geschützte Arten) - gefunden. Die benachrichtigte Umwelteinheit der maltesischen Polizei (ALE) kam in Rekordzeit und sicherte die Fang- und Lockutensilien und konnte den Täter stellen. Dieser ist kein Unbekannter, ihm droht nun eine saftige Strafe als Wiederholungstäter.


14.09.2017 - Serbien

Bei einem Jäger in Serbien sichergestellte Wachteln.Bei einem Jäger in Serbien sichergestellte Wachteln.Schlag gegen die Wilderei in Serbien: Ein Komitee-Team war zusammen mit serbischen Kollegen acht Tage in dem Balkanstaat im Einsatz und hat nach illegalen elektronischen Lockanlagen für Wachteln gesucht. 16 Stellen mit insgesamt 24 der verbotenen Geräte wurden gefunden. Die Polizei konnte aufgrund unserer Hinweise sieben Jäger überführen. Einer der überführten Männer war selbst Jagdaufseher! Wachteln sind inzwischen überall in Europa gefährdet - die reguläre Jagd und due Wilderei setzen der Population des kleinen Hühnervogels massiv zu. Das Bild zeigt vier bei einem der Jäger sichergestellten Tiere - eine Wachtel lebte noch, musste aber wegen der schweren Schussverletzungen eingeschläfert werden.


12.09.2017 - Libanon

"Schlachtabfall": Abgetrennter Kopf eines Wespenbussards"Schlachtabfall": Abgetrennter Kopf eines WespenbussardsMitglieder des Komitees gegen den Vogelmord haben im Libanon ein Greifvogelmassaker jenseits aller Vorstellungskraft dokumentiert. Nachdem wir bei Aghbeh schon vor einigen Tagen zahlreiche tote Wespenbussarde gefunden und die Behörden informiert hatten, sind wir am Sonntag zurückgekehrt, um zu prüfen, ob sich die Situation dort verbessert hat. Leider ist das Gegenteil der Fall: Bei starkem Vogelzug haben wir die Überreste weiterer 70 Greifvögel gefunden. Während wir die traurigen Funde dokumentierten, haben die schwer bewaffneten Jäger um unserer Teams herum weiter ungeniert auf die geschützten Vögel geschossen.

Unser eindrückliches Video finden Sie hier »»


11.09.2017 - Libanon

Komitee-Bird Guards bei einer Fortbildung der Polizei in Aqoura (Libanon)Komitee-Bird Guards bei einer Fortbildung der Polizei in Aqoura (Libanon)In Aqoura (Libanon) haben Mitglieder des Komitees gegen den Vogelmord und unseres libanesischen Partnerverbandes SPNL an einer Weiterbildungsveranstaltung der Polizei teilgenommen. Die anwesenden Polizisten sollen künftig die Einhaltung des neuen Jagdgesetzes überwachen. Unter anderem konnten wir unser vor wenigen Tagen veröffentlichtes Video über den massenhaften Abschuss von Wespenbussarden in den Bergen Beiruts zeigen und so auf dieses Wildereiprobelm eindrücklich aufmerksam machen. Eine schöne Gelegenheit, die wir in Europa bislang nur sehr selten hatten!


10.09.2017 - Malta

Auf Malta abgeschossene Rohrweihe (© Birdlife Malta)Auf Malta abgeschossene Rohrweihe (© Birdlife Malta) Die Jagdsaison auf Malta ist gerade erst 10 Tage eröffnet, und schon wurden 6 illegal abgeschossene geschützte Vögel gemeldet. Nach drei Bienenfressern, einem Nachtreiher und einem Graureiher haben Mitarbeiter unseres Partnerverbandes BirdLife Malta heute Morgen eine angeschossene Rohrweihe geborgen. Der Vogel war bei Mgarr im Norden der Insel gefunden worden, die Röntgenaufnahme zeigt Schrot im Körper des gefährdeten Greifvogels.

Der Fundort ist ganz in der Nähe des Hauptquartiers unseres Vogelschutzcamps - seit gestern sind auch Mitglieder des Komitees gegen den Vogelmord für drei Wochen auf Malta im Einsatz.


09.09.2017 - Malta

Seit heute läuft unser Herbst-Vogelschutzcamp auf Malta. Bis zum 30.09. werden mehr als 20 Vogelschützer aus ganz Europa an der Aktion teilnehmen. Unser Hauptaugenmerk wird auf der Überwachung der Rastplätze und Durchzuggebiete von Greifvögeln, Reihern und Störchen liegen, die jetzt auf dem Weg nach Afrika sind und auf dem Flug über das Mittelmeer einen Zwischenstopp einlegen müssen. In den letzten Jahren haben wir das Phänomen des Abschusses geschützter Arten auf Malta deutlich unter Kontrolle bekommen - wir sind sehr gespannt, wie es in diesem Herbst aussieht. Unser Partner Birdlife Malta hat in den letzten Tagen 4 illegal geschossenene Vögel dokumentiert, darunter eine Rohrweihe und ein Bienenfresser.


09.09.2017 - Zypern

Teichrohrsänger auf einer Leimrute in ZypernTeichrohrsänger auf einer Leimrute in ZypernBei unserem Zugvogelschutzcamp auf Zypern sind gestern zwei Komitee-Mitglieder angegriffen worden. Drei kriminelle Wilderer haben sie fast 2 Stunden festgehalten, ein Mobiltelefon, ein Tablet und eine SD-Karte mit Beweismaterial gestohlen. Letztlich kamen die beiden aber unverletzt frei. Inzwischen haben wir 276 Leimruten gefunden, zahlreiche Vögel - darunter der Teichrohrsänger auf dem Foto - wurden unversehrt freigelassen. Drei Täter wurden nach unseren Hinweisen überführt. Die Strafen können sich sehen lassen: Für das Aufstellen von Leimruten muss einer 2.500 € zahlen, ein anderer für Netze 4.000 €. Der dritte Wilderer muss für das illegale Töten eines Feldhasens und Vogelfangs sage und schreibe 11.000 € zahlen! Der Druck auf die Vogelfänger steigt deutlich!


06.09.2017 - Libanon

Heute Morgen ist ein Komitee-Team Zeuge eines Greifvogelmassakers auf dem Mount Lebanon geworden. In den Wäldern des Gebirgszugs östlich von Beirut hatten hunderte Wespenbussarde übernachtet. Am frühen Morgen haben die hier versammelten Jäger die hochgradig gefährdeten Vögel unter Beschuss genommen und dabei mindestens 50 Bussarde abgeschossen. Die Tiere fielen zum Teil vor die Füße unseres Teams - die schockierenden Aufnahmen haben wir in einem Video zusammengefasst, das Sie hier finden


06.09.2017 - Libanon

Angeschossene Rohrweihe, Libanon, 06.09.2017Angeschossene Rohrweihe, Libanon, 06.09.2017Ein Team des Komitees gegen den Vogelmord und der Society for the Protection of Nature in Lebanon (SPNL) hat heute in den Bergen östlich von Beirut (Libanon) eine angeschossene Rohrweihe gefunden. Der schwer verletzte Vogel konnte von uns geborgen werden. In der Umgebung waren zuvor zahlreiche Schüsse auf überfliegende Greifvögel gefallen. Die von uns gerufene Polizei war schnell zur Stelle, die Jäger konnten in dem unübersichtlichen Gelände trotzdem fliehen.

Die Weihe wurde zu einem Tierarzt gebracht, ihre Überlebenschancen sind nicht besonders hoch.






05.09.2017 - Libanon

Libanesischer Jäger präsentiert frisch geschossenen Neuntöter.Libanesischer Jäger präsentiert frisch geschossenen Neuntöter.Die beiden derzeit im Libanon eingesetzten Teams des Komitees gegen den Vogelmord werden stündlich Zeugen von Wilderei. Obwohl die Jagd komplett verboten ist, werden überall Greif- und Singvögel unter Beschuss genommen, Jäger spazieren mit ihren Waffen durch die Dörfer, Mönchsgrasmücken werden mit verbotenen Lockgeräten vor die Flinten gelockt, in Zoogeschäften werden mit Netzen gefangene Stieglitze zum Kauf angeboten. Die Täter sind sich dabei ziemlich sicher, kein Problem mit der Polizei zu bekommen: So zeigt uns der junge Wilderer auf dem Foto ungeniert einen frisch geschossenen Neuntöter. Unrechtsbewusstsein? Fehlanzeige!


04.09.2017 - Brescia (Italien)

Trauerschnäpper, gefangen in einer Schlagfalle in Brescvia (Norditalien)Trauerschnäpper, gefangen in einer Schlagfalle in Brescvia (Norditalien)Gutes Ergebnis unseres Brescia-Einsatzes (Norditalien): In den letzten 10 Tagen haben Komitee-Mitglieder zusammen mit der Polizei insgesamt 12 aktive Fangstellen für Trauerschnäpper in den Bergen westlich des Gardasees gefunden. Die Beamten konnten nach Hinweis des Komitees gegen den Vogelmord 8 Wilderer überführen, 120 Schlagfallen (siehe Foto) und 25 Netze wurden sichergestellt. Die größte Fangstelle war mit 8 Netzen mit einer Gesamtlänge von 135 Metern bestückt, hier wurden 76 Trauerschnäpper lebend befreit. Wir hatten nicht mit so vielen Fangstellen gerechnet - im nächsten Jahr werden wir den Einsatz dort ausweiten!


03.09.2017 - Libanon

Komitee-Team und llibanesische Polizei im EinsatzKomitee-Team und llibanesische Polizei im EinsatzHeute hat das Komitee gegen den Vogelmord seinen ersten Wilderer im Libanon erwischt: Der Mann hat im Gebirge östlich der Hauptstadt Beirut auf Grasmücken geschossen (oberes Foto) und wurde von einem unweit versteckten Komitee-Team dabei gefilmt. Die sofort gerufene Polizei kam sehr schnell (unteres Foto) und hat professionell reagiert. Die Personalien des Mannes wurden aufgenommen, Fotos wurden vom Komitee als Beweismaterial zur Verfügung gestellt. Innerhalb der letzten 2 Tage haben wir bereits 120 Verstöße gegen die Naturschutzgesetzgebung dokumentiert!


03.09.2017 - Zypern

Aus Netzen gerettet: Neuntöter (links) und Maskenwürger (rechts)Aus Netzen gerettet: Neuntöter (links) und Maskenwürger (rechts)Auf Zypern waren wir sehr erfolgreich in den letzten Tagen. Zusammen mit der Polizei haben wir weitere 11 Netze und 226 Leimruten einsammeln können. Drei Wilderer wurden nach unseren Hinweisen überführt. Dieses Mal waren wir keine Sekunde zu spät - alle 56 Vögel, die wir in den Netzen und Fallen gefunden haben, konnten wir unversehrt freilassen.

Der Neuntöter (links) und der Maskenwürger (rechts) auf dem Foto mussten kurz in unserem Fahrzeug versorgt werden - heute Morgen wurden sie in die Freiheit entlassen.



02.09.2017 - Libanon

Das Komitee-Team im LibononDas Komitee-Team im LibononUnser Team für das erste Komitee-Vogelschutzcamp im Libanon:

Wilderei-Experten des Komitees gegen den Vogelmord aus Italien, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und der Türkei sowie Vogelschützer unseres neuen libanesischen Partnerverbandes SPNL.

Die Vogeljäger müssen sich warm anziehen!




01.09.2017 - Libanon

Um die libanesische Regierung im Kampf gegen die Wilderei zu unterstützen, organisieren des Komitee gegen den Vogelmord und die SPNL im September 2017 erstmals ein Vogelschutzcamp im Zedernstaat. Der Einsatz wird während des Höhepunktes des Durchzugs der Weißstörche vom 1. bis zum 15. September durchgeführt. Unterstützt von einheimischen Vogelschützern werden sechs Komitee-Experten aus Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien und der Türkei bekannte Zentren der Wilderei überwachen und alle Abschüsse geschützter Arten dokumentieren und an die Polizei melden. Die Aktion an der Grenze zum syrischen Bürgerkriegsgebiet ist die bislang gefährlichste in unserer Vereisgeschichte.


27.08.2017 - Zypern

Neuntöter in Fangnetz auf der britischen Militärbasis Dhekelia (Zypern)Neuntöter in Fangnetz auf der britischen Militärbasis Dhekelia (Zypern)Wir haben uns entschieden, in diesem Herbst sehr früh unser Zugvogelschutzcamp auf Zypern zu starten. Am gestrigen Montag waren unsere Teams das erste Mal im Einsatz, zwei Wochen früher als in den letzten Jahren. Und es hat sich gezeigt, dass wir keinen Tag zu früh sind: Im Britischen Militärgebiet Dhekelia haben wir direkt eine riesige Fangstelle mit 6 großen Fangnetzen gefunden. Zusammen mit der Polizei haben wir 30 Vögel gerettet, darunter alleine 10 Nachtigallen! Für einige Tiere waren wir leider zu spät - der Neuntöter auf dem Foto hat nicht überlebt, er ist in dem hauchfeinen Gespinst elendiglich zugrunde gegangen.

Unser Vogelschutzcamp auf Zypern wird 6 Wochen laufen, erst Mitte Oktober - zum Ende des Vogelzugs - werden wir die Insel wieder verlassen.


23.08.2017 - Malta

Zwergstrandläufer - gefunden bei einem maltesischen "Vogelsammler"Zwergstrandläufer - gefunden bei einem maltesischen "Vogelsammler"Watvogelfang auf Malta fast verschwunden - positive Bilanz des Komitee-Sommereinsatzes auf der Mittelmeerinsel: In den letzten 2 Wochen haben Komitee-Teams auf Malta nach Fanganlagen für geschützte Regenpfeifer, Strandläufer und andere Watvögel gesucht. 2014 hatten wir noch 22 mit riesigen Schlagnetzen bestückte Fangstellen gefunden, jetzt im August waren es nur noch drei! Ein Vogelfänger wurde nach unserem Hinweis von der Polizei überführt, mindestens zwei Schlagnetze wurden sichergestellt. Die Zugvögel werden mit elektronischen Lockgeräten in die Netze gelockt - 2014 hatten wir noch 18 solcher Geräte gefunden, dieses Jahr nur noch vier. Wir haben das Phänomen des Watvogelfangs auf Malta nach wenigen Jahren intensiver Arbeit unter Kontrolle bekommen - ein tolles Ergebnis!


19.08.2017 - Serbien

Geschossene Wachteln und elektronische Lockgeräte (Serbien)Geschossene Wachteln und elektronische Lockgeräte (Serbien)Heute beginnt das Komitee-Vogelschutzcamp in Serbien. In dem Balkanland ist die Verwendung illegaler Lockanlagen bei der Wachteljagd weit verbreitet. Hunderte dieser mit Autobatterien betriebenen Geräte stehen in den Feldern Serbiens und locken die jetzt durchziehenden Wachteln an. Die Rufe gaukeln ihnen einen geeigneten Rastplatz vor - aber statt Ruhe und Nahrung erwarten sie die Jäger! Jede Anlage kann bis zu 100 Vögel in einer Nacht anlocken, ein Großteil der arglosen Tiere wird abgeschossen. Im letzten Herbst hatten wir zusammen mit unseren serbischen Partnern und der Polizei 56 Lockgeräte abgebaut (Foto), 21 Jäger konnten überführt werden. Der Wachtelbestand ist in ganz Europa im Sinkflug - inzwischen ist der kleine Hühnervogel überall gefährdet.


04.08.2017 - Malta

Komitee-Mitarbeiterin mit sichergestelltem Regenpfeifer-LockvogelKomitee-Mitarbeiterin mit sichergestelltem Regenpfeifer-LockvogelKomitee-Einsatz auf Malta: Auch wenn draußen noch Sommer ist - der Herbstdurchzug unserer Zugvögel hat bereits begonnen. Vor allem Watvögel wie Bruch- und Waldwasserläufer (Foto oben), Zwergstrandläufer und Rotschenkel sind schon an den Stränden des Mittelmeers angekommen. Diese Arten sind eine begehrte Beute maltesischer Vogelfänger. Mit riesigen Schlagnetzen (Foto unten) stellen sie den Gästen aus Skandinavien illegal nach – die Tiere landen in der Pfanne. Am heutigen Freitag beginnt deswegen auf Malta das erste Komitee-Vogelschutzcamp des 2. Halbjahres. In den nächsten zwei Wochen werden unsere Mitglieder aktive Fangstellen suchen und mit Hilfe der Polizei stilllegen. Der Watvogelfang ist durch die Komitee-Aktionen bereits deutlich zurückgegangen, wir sind gespannt, wie es diesen August aussieht!