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Vogelschutzcamps in Ostspanien

Eingesammelte LeimrutenEingesammelte LeimrutenDie Behörden in Valencia und Katalanien drücken beide Augen zu, wenn es um Wilderei geht. Obwohl die riesigen Leimruten-Fanganlagen über Kilometer für Jedermann zu sehen sind und während der Zugzeit im Oktober elektronische Lockanlagen in voller Lautstärke den Weg zu den illaglen Fangplätzen weisen, werden kaum Vogelfänger überführt oder verurteilt. Wilderei gehört zu den Landestraditionen, die durch Behörden, Polizei und Justiz gedeckt werden. Die einzig verlässliche Polizeieinheit, die auf die Bekämpfung des Vogelfangs spezialisiert ist, durfte bis 2012 nachts nicht ausrücken - die Anlagen sind traditionell aber nur nachts aktiv, die Wilderer waren also völlig sicher. Erst im Herbst 2013 hat es erste gemeinsame Nachtaktionen zwischen Guardia Civil und Komitee-Mitarbeitern gegeben.

Seit dem Jahr 2011 ist das Komitee gegen den Vogelmord in Ostspanien aktiv und versucht, die Behörden zum Einschreiten gegen die Fanganlagen zu bewegen. Neben der Dokumentation der Zustände vor Ort, Protestaktionen und Lobbyarbeit sind unsere Vogelschutzcamps in Ostspanien unsere wichtigste Aktion auf der iberischen Halbinsel. Die jeweils zur Zugzeit im Oktober eingesetzten Teams suchen aktive Fangstellen und informieren die Polizei. Wenn diese nicht reagiert, werden die Leimruten nach Möglichkeit von uns eingesammelt. Das geht nur an nicht eingezäunten Anlagen und nur dort, wo die Fallen nicht bewacht sind.

In jedem Herbst können wir auf dieser Art und Weise bis über 10.000 Leimruten einsammeln und zahlreiche Dosen Vogelleim, Befestigungsstöcke für die Fallen und anderes "Wilderei-Zubehör" unschädlich machen. Wenn Sie unsere Vogelschutzcamps unterstützen möchten, freuen wir uns über eine Spende ... oder Sie schicken einfach eine Charity-SMS.