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Vogelfang und Vogeljagd in Spanien

Leim, Netze und Schrotsalven im Urlaubsparadies

Geschossene SingdrosselGeschossene SingdrosselSpanien ist mit seiner Lage am Südwestrand Europas eine wichtige Zugstrecke für die Westzieher, die über Gibraltar zu ihren westafrikanischen Winterquartieren fliegen. Ein Großteil der Zugvögel von den Britischen Inseln, den BeNeLux-Staaten und Frankreichs passieren zwei Mal im Jahr die Badestrände von Costa Blanca und Costa Brava und nahezu alle Wasservögel, die im deutschen Wattenmeer rasten und nach Afrika wollen, überqueren die Iberische Halbinsel.

Mit 980.000 Jäger ist die Zahl der Flintenträger in Spanien sehr hoch. Wie in anderen Ländern Südeuropas haben die Jäger im Laufe der Jahrhunderte vierbeinige Jagdbeute weitgehend ausgerottet, so verwundert es kaum, dass die Zugvogeljagd in Spanien weit verbreitet ist. Insgesamt 36 Vogelarten sind zum Abschuss freigegeben, darunter 8 Gänse- und Entenarten, Wachteln und Turteltauben, 4 verschiedene Drosseln und der Star. Die jährliche Vogel-Jagdstrecke in Spanien beläuft sich auf rund 11 Millionen Vögel!

Der Fang von Vögeln ist in Spanien nach wie vor in einigen Regionen erlaubt. So werden im Südosten der Iberischen Halbinsel immer noch Finken - vor allem Stieglitze - mit Schlagnetzen gefangen und als "Stubenvögel" verkauft. Entlang der gesamten Mittelmeerküste und auf den Balearen wird kleinen Singvögeln mit Schlagfallen nachgestellt, auf Mallorca ist der Fang von Drosseln nach wie vor erlaubt. Im Nordosten des Landes, in der autonomen Region Katalonien und in Valencia, werden trotz eindeutiger Vorgaben der Europäischen Union jährlich weiterhin zahllose Drosseln in den sog. "Barracca" und "Parany" mit Leimruten gefangen.

Das Komitee gegen den Vogelmord führt seit dem Jahr 2011 Vogelschutzcamps in Ostspanien durch und hilft seinen örtlichen Partnerverbänden bei Gerichtsverfahren gegen Jagd- und Fanggnenehmigungen.

Einen Artikel der Costa del Sol-Nachrichten von Februar 2014 finden Sie hier:

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Genickbruch fuer Zugvoegel - Costa del Sol Nachrichten 2014.pdf668.31 KB